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Mittwoch, 27. Februar 2013

Tag0017 - Der Lerneffekt des bewußten Verzichts Teil 3: 'verdeckter Konflikt'

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Man tendiert als Mensch dazu, die emotionalen, intuitiven und vorprogrammierten Urteile über die ganz persönliche Wahrnehmung der Welt und sich selbst zu einem System zusammenzufassen, zu einer Gesamtheit, von der man dann nur noch einen vagen Drang, ein undefiniertes Begehren oder eine Aversion wahrnimmt, der man dann folgt, und das nennt man dann die eigene Person, bzw Persönlichkeit oder den Charakter. Und dabei sind die Inuitiven oder vorgeprägten Urteile, die Wertvorstellngen, Vorlieben und damit auch deren Gegenteil, die Abneigungen, noch relativ oberflächliche Systeme und sind sogar noch für einen selbst leicht durchschaubar. Man weiß in vielen Situationen in denen man den persönlichen Vorlieben folgt, dass sie nicht wirklich frei gewählte Vorlieben sind und dass sie in vielen Fällen offensichtlich schadhafte Konsequenzen haben, nachteilig für einen selbst und nicht selten auch andere, und dennoch glaubt man durch die Handlung gegen den gesunden Menschenverstand, gegen die rationale Vernunftentscheidung, sich als Person zu behaupten, sich selbst zu bestätigen und den eigenen Wert als diese Vorstellung von einer Persönlichkeit zu erhöhen, auch wenn man im Grunde weiß, dass sie nicht authentisch ist, dass diese Vorstellungen und auch die Vorlieben als Resultate der Erfahrungen und Wertvorstellungen nicht die eigenen sind und dass man aus diesem Grund auch eigentlich nicht frei ist, nicht selbst handelt. Doch man ist es so gewohnt und diese unterschwellige Einsicht in die geborgte Existenz befreit eben auch zumindest in der Vorstellung von der Verantwortlichkeit für etwaige Konsequenzen, man kann sich selbst rechtfertigen oder entschuldigen genau mit der Tatsache die man im Wahn der Persönlichkeitsbehauptung zu ignorieren und zu leugnen versucht. Es ist tatsächlich ein schizophrenes Spiel mit dem Leben. Ein Wahnsinn, eine Verschwendung und Selbstaufgabe, ein fehlgeleitetes Programm in einer Endlosschleife der Destruktion.

Dabei ist die Fähigkeit zur selbstbestimmten Entscheidung immer da, die Einsicht in den eigenen Selbstbetrug kann jederzeit vergegenwärtigt werden. Es mag sein, dass die Verblendungsechanismen, die eigene Benebelung, der feste, jahrelange Glaube an die Wahrhaftigkeit der persönlichen Sicht, der vorprogrammierten Wahrnehmung von Selbst und Welt so stark etabliert sind, dass die Symptome der bewußten Lüge auf eine andere Art wahrgenommen und wiedeum im Gitter der künstlichen Glaubenssysteme der vergeistigten Selbstidentifikation natürlich mißverstanden interpretiert werden.
Doch kann in jedem Moment der frustrierten Erkenntnis des Kontrollverlustes und der Dysfunktionalität der inneren Systeme gemessen an der Wirklichkeit dieser emotionale 'Breakdown' genutzt werden um zum Kern der Sache vorzudringen. Unglücklicherweise haben wir für eben diese Momente vorgesorgt und bedienen uns lieber der Mittel die legitim und gesellschaftlich akzeptiert angeboten werden, wie Alkohol und Entertainment beispielsweise, oder eben auch Zigaretten, um diese Momente der Wharheit nicht zu umgehen, sie nicht nutzen zu können, oder um überhaupt erst gar nicht in die Verlegenheit zu kommen uns selbst befragen zu müssen.

Diese vereinfachte, oder abstrahierte Wahrnehmung der eigenen Person als das was man ist, als die Persönlichkeit, lässt uns in unserer Lebensweise zu willenlosen, unzähligen Programmen und Unterprogrammen folgenden Wesen werden. Und bei der Verfolgung dieser Ideologie des Selbst als Persönlichkeit, sind wir angewiesen auf Glauben und Hoffnung, weil wir nicht verstehen, was wir tatsächlich sind und wie sich diese innere Struktur aus Gedanken, emotionen, gefühlen, Werturteilen und Bildhaften Illusionen und Projektionen der Wirklichkeit konstituiert und wie es funktioniert. Wir wagen den Schritt dieses Selbstverständnisses nicht, weil wir schon von diesen Glaubenssystemen und Strukturen abhängig geworden sind. Wir vertrauen unserem Glauben mehr, als unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit, sofern wir zu dieser klaren Wahrnehmung noch in der Lage sind. Kinder sind es beispielsweise, und daher versuchen wir nicht ganz ohne Grund, sie so lange wie möglich von der Wahrnehmung der Welt und der Wirklichkeit so wie sie ist fernzuhalten. Sie würden jeden Respekt und jede Hochachtung die wir ihnen anzuerziehen versuchen vor dem was wir als 'Erwachsene' sind, vor dem, was Menschen in unserem System 'werden' können, den Zielen, dem Status, den Werten des gesellschaftlichen Strebens, verlieren.

Zurück zu dem bewußten Verzicht, dem Rauchen und den Zusammenhängen der Selbstbeurteilung und der Selbstwahrnehmung, den Rechtfertigungskonstruktionen und den selbstverursachten, körperlichen Konsequenzen.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe mir durch die Erwartungshaltung aufgrund der Meinungen und Überzeugungen anderer, die ich in mein eigenes Persönlichkeitsbild übernommen habe ohne sie selbst zu prüfen von vornherein die Konsequenzen und Wirkungen meiner Erwartung festgelegt und tatsächlich erlebt also manifestiert habe, wie beispielsweise das Husten am Morgen, das je nach Stimmungslage, je nach meiner akzeptierten und erlaubten emotionalen Selbstaufgabe und der inneren Zerrissenheit in Selbstverurteilung und Beschuldigungen entweder auftrat oder überhaupt nicht vorhanden war, unabhängig davon wieviel ich am Abend zuvor geraucht hatte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe diese selbstverursachten und verstärkten Reaktionen, den Reizhusten und in der Folge des Selbstmitleids, der Opferhaltung und Selbstbeschuldigungen auch mal eine Erkältung oder andere leichte Erkrankung, wiederum zu benutzen um mich in Selbstaufgabe und frustrierter Selbstverurteilung tiefer in die Sackgasse der mentalen Sucht nach etwas das sich 'gut' anfühlt, nach etwas das mir eine Art Wiedergutmachung verschafft und das ich in Form des Rauchens als einen Teil meiner Persönlichkeit, meines Selbst und etwas dessen ich mir 'sicher' sein könne in mein Leben übernehmen kann, zu befördern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch die Tatsache dass ich geraucht und daher meinen Körper zu meiner eigenen Unterhaltung zusätzlich 'belastet' habe anstatt gerade mehr Sport zu machen aus einer bewußten, klaren Entscheidung heraus meinen Körper zu reinigen und den Kreislauf anzuregen, mich in selbstrechtfertigenden Gedanken vom Sport treiben abgehalten und demotiviert habe indem ich mir immer wieder vorhielt, dass ich nun sowieso nicht mehr 'gut genug' sei und dass mir der Sport damit auch keinen Spaß machen würde, ohne mir selbstehrlich vor Augen zu halten dass ich darin noch mehr in die selbstgerechte Denkweise hineingeraten bin, in die Sackgasse des egoistischen Belohnungsdenkens, dass alles was ich tue für mich etwas positives in Form eines guten Gefühls mit sich bringen müsse.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben, dass ich mich in jedem Moment in dem ich in innerem Dialog in inneren Konflikt, Selbstbeurteilung und Selbstbeschuldigung gehe mcih selbst zurückhole in diesen Moment, in den lebendigen Moment in dem Atemzug den ich mache und mir vergegenwärtige, dass ich in diesen inneren 'Persönlichkeiten' nicht mein Selbst bin, sondern meine Gedanken, Vorstellungen und fremdprogrammierte Wertkonzepte, dass ich mich zum Opfer dieser Strukturen die ich selbst generiere mache ohne Selbstkontrolle und ohne Selbstbestimmung, ohne dass ich tatsächlich Verantwortung zeige für mein Verhalten und dessen Konsequenzen.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben zu freien, eigenständigen Entscheidungen in jedem Moment, zu Selbstehrlichkeit und Selbstvertrauen das auf der Fähigkeit basiert mir selbst gegenüber vertrauenswürdig zu sein, indem ich mir nicht nur in der Einhaltung der Vereinbarungen mit mir selbst vertrauen kann, sondern auch in Momenten des Rückfalls nicht in Gedankenkonzepte der Selbstrechtfertigung und Entschuldigung, der Selbstverurteilung und Selbstverdammung verfalle, sondern mir selbst die Ursachen und die Strategien die zu dem Schritt geführt haben selbstehrlich zu vergegenwärtigen, zu analysieren, zu lernen, mich besser zu verstehen, die Wege und Mechanismen meiner eigenen Persönlichkeitsprägung zu analysieren und zu dekonstruieren um wahrhaft selbstbestimmt leben, entscheiden und handeln zu können.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben, dass ich die sportliche Betätigung, das Laufen, das Training, als eine den Körper und meinen Geist fördernde Betätigung nutze, um in der Bewegung und dem Atmen zu mir selbst zu finden und mit mir selbst zu sein, dass ich in direkter Kommunikation mit dem Moment als mein Körper bin und darin der lebendige Ausdruck des Lebens selbst, und nicht in erster Linie als Wettkampf mit mir selbst und dass ich die unterschwelligen Motivationen einer programmierten Persönlichkeitswahrnehmung in Relation mit irrationalen, manipulativen gesellschaftlichen Werten wie Schönheitsidealen und Männlichkeitsvorstellungen, Leistungsdruck und ständigem Vergleich in mir aufdecke und dekonstruiere, sie zurückführe auf ihre Wurzeln in meiner Persönlichkleitsprägung und mich am Leben und dem was für das Leben am besten ist in allem was ich tue neu ausrichte.

Ich fahre in meinem nächsten Blog weiter mit diesem Thema fort ...

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 27.02.2013


Dienstag, 26. Februar 2013

Tag0016 - Der Lerneffekt des bewußten Verzichts Teil 2: Rauchen





















Nachdem ich bereits einmal für fast zwei Jahre aufgehört hatte zu Rauchen habe ich aus mir leider nicht mehr genau bekannten Gründen für einen relativ kurzen Zeitraum wieder geraucht um dann schließlich wieder aufzuhören, diesmal für mindestens drei Jahre, genau ist mir der Zeitraum ebenfalls nicht bekannt, jedenfalls habe ich ziemlich genau heute vor einem Jahr wieder eine Zigarette geraucht, weil ich 'Lust' darauf verspürt hatte und einer Stimmung nachgegeben hatte in der ich mich leer und gelabgweilt fühlte. Ich dachte, ab und zu eine Zigarette zu rauchen würde mir wieder etwas geben, ein neues Gefühl, etwas zum Genießen in Momenten der Ruhe oder Langeweile. Und das hat auch funktioniert, ich habe die ersten Zigaretten genossen, das Gefühl des Inhalierens, die leichten Schwindelgefühle, die Möglichkeit sich einmal für einen Moment 'auszuklinken' aus dem Alltag usw. Und eigentlich blieb das auch so. Ich konnte wirklich sagen, dass ich ohne Suchtverhalten an den Tag zu legen eine ganze Weile mit dem 'Gelegenheitsrauchen' zurechtgekommen bin. Ich habe natürlich nach einer Weile gemerkt, dass ich mich an diese Prozedur des Rauchens so sehr wieder geöhnt hatte, dass ich auch ohne Lust auf eine Zigarette und auch ohne sie zu genießen geraucht habe, nur um Zeit totzuschlagen beispielsweise oder um mich mit irgendetwas zu beschäftigen. In solchen Momenten habe ich dann überlegt was ich da eigentlich tue, ob ich das machen muss, ob ich das brauche. Und dann habe ich wieder für einige Tage, manchmal auch nur einen überhaupt nicht geraucht und erst nach drei oder vier Tagen wieder angefangen. Ich habe mich auch schon früher auf eine bestimmte Marke festgelegt, ich drehe wenn ich rauche selbst und rauche den 'organic' Tabak von NAS. Da der sehr selten in Tabakläden angeboten wird war ich dann auch das eine oder andere Mal sozusagen gezwungen nicht zu rauchen, weil ich den Tabak nur in der nächsten Stadt bekommen konnte. Also habe ich im Grunde festgestellt, dass mein Rauchverhalten im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich bewußter und auch zwangloser geworden war und ich sah das als gute Sache an.
Ich sage gleich, dass es mir in diesem Blogpost nicht um irgendeinen Kampf gegen das Rauchen geht und ich auch nicht die 'tolle Story wie ich damit aufgehört habe' daraus machen will. Es geht hier in erster Linie um die Bewußtseinsmechanismen, die Gedankensysteme und Strukturen der Selbstverurteilung, der Manipulation durch Medien, Menschen und eigene Werturteile im Zusammenhang mit 'Rauchen' an sich und den Konsequenzen die es für mich vor allem aufgrund dieser Gedankenprozeduren hat und hatte.
Ich habe mit vierzehn Jahren angefangen zu rauchen und ich habe es im Grunde nicht wirklich genossen. Ich bin einfach so in die Abhängigkeit hineingeraten und habe das Rauchen zu einem festen Teil meiner Persönlichkeit werden lassen. Bastian ohne Rauchen, das war schon nach wenigen Jahren unvorstellbar für mich. Eine Zigarette gehörte eigentlich zu jeder Situation, zum Kaffee, nach dem Essen, beim Ausgehen, nach dem Einkaufen und sogar im Bett.

Als ich dann zu der oben geschriebenen Zeit aufgehört habe, ging das einher mir meinen ersten ernsthaften sportlichen Ambitionen, ich wollte mir selbst sozusagen beweisen, dass ich trotz meines langjährigen Rauchens und meiner eher unsportlichen Grundhaltung dennoch mit dem nötigen Willen und dem Einsatz gut und sportlich werden kann und fing mit dem Laufen an, einer Sportart die mir fremder nicht sein konnte, ich habe nie zuvor viel vom Langstreckenlaufen gehalten, im Gegenteil, ich habe es verbscheut. Außerdem hatte ich schon als Jugendlicher Probleme mit dem 'normalen' laufen durch ständige Muskelkrämpfe an den Schienbeinen und einer starken Unsicherheit im Gang. Daher war es gerade diese Sportart die ich gewählt hatte, weil sie so unwahrscheinlich war, fast so unwahrscheinlich wie die Vorstellung ich könnte ohne Zigaretten leben. Vor allem auch wollte ich mit dem Vorurteil aufräumen, dass man stark zunehmen muss, wenn man mit dem Rauchen aufhört und das war mir auch gelungen. Es war für mich ein harter 'Kampf' mit vielen Schmerzen und Motivationstiefs verbunden, aber ich war verbissen und überzeugt dass es gut für mich und wichtig wäre . Ich habe mir in dieser Zeit deutlich bewiesen, dass Durchhaltevermögen und Beständigkeit trotz Stimmungstiefs und langsamen Fortschritten einem die Fähigkeit gibt die größten und hartnäckigsten Barrieren des Geistes überwinden zu können und ich lernte in dieser relativ kurzen Zeit mehr über mich und meinen Körper als in all den Jahren vorher. Diese Phase wurde also für mich, für das was ich jetzt bin zu einem sehr wichtigen Bestandteil.
Ich habe wie bereits geschrieben schon eimal wieder angefangen zu rauchen und nach einer Weile wieder aufgehört. Während dieser Zeit des Rauchens hatte ich ähnliche Erfahrungen mir meinem Bewußtsein, den Selbstvorwürfen und den Folgen der Reue, der Sebstverurteilung und der depressiven Verstimmung aufgrund dieses 'Versagens' gemacht. Doch zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht wirklich verstanden was die Ursachen sein können für die Konsequenzen die ich körperlich und geistig erfahren hatte. Erstaunlicherweise war es das zweite mal weit weniger schwierig mit dem Rauchen aufzuhören und ich war swehr erleichtert als die phase des dauernden Verlangens nach einer Zigarette überstanden war.
In diesem Blog schreibe ich jetzt detaillierter über die kürzlichen Erfahrungen und die gedanklichen, die geistigen Vorgänge des letzten Jahres, vor allem im Zusammenhang mit meinen Anstrengungen der körperlichen, sportlichen Betätigungen und dem Selbstbild das sich für mich daraus entwickelt hat.

Ich muss vorwegnehmen dass ich das Rauchen durchaus immer noch genießen kann oder könnte, ich verachte oder verteufel es nicht, ich habe nur eben einige Punkte festegestellt, die es mir sehr schwer machen und gemacht haben, die Konsequenzen des Rauchens für mich selbst zu kontrollieren und zu verstehen, besoders in Anbetracht der Selbstunterhaltungen in meinem Bewußtsein und ihrer Steuerung und Kontrolle. Ich konnte feststellen, dass in Zeiten in denen die gedanklichen Selbstgespräche über Zweifel und Beschuldigungen über das 'Schwach werden' besonders präsent waren, vor allem aber auch die Selbstverurteilungen weil ich mir einredete, dass ich die sportlichen Erfolge die ich mir hart erkämpft und durch Disziplin und Beständigkeit erarbeitet hatte alle wieder zunichte mache, mich wieder in den abhängigen Zustand versetze in dem ich zuvor einmal war, dass ich mich in diesen Zeiten körperlich und gestig besonders 'geschädigt' gefühlt habe, dass ich beispielsweise besonders schlecht schlief, viel hustete und am nächsten morgen schlecht aus dem Bett kam und mir erst einmal die Bronchen freihusten musste, auch wenn ich vielleicht nur zwei oder drei Zigaretten am vorabend geraucht hatte.
Ich war in diesem Jahr viel mit inneren Selbstgesprächen über das Rauchen beschäftigt, immer wieder habe ich mich versucht von diesem oder jenem zu überzeugen, Pro und Kontra, ohne dass ich mir klar machen konnte, dass alle Argumente die ich im Geist durchging nicht meine eigenen, sondern die anderer waren, dass nichts davon meiner eigenen Erfahrung und meiner Analyse entsprungen war. Und ich habe erkannt, dass ich durch diese inneren Dialoge und Konflikte, durch die Selbstverurteilung gerade die Konsequenzen produziert und manifestiert habe, die in diesen 'Meinungen' die nicht die meinen waren zu befürchten standen.
Tatsächlich konnte ich für mich selbst herausfinden, dass meine eigene Wahl und die bewußte Akzeptanz der Verantwortung für meine Entscheidung die Voraussetzung ist für eine klare Linie im Umgang mit sich selbst und vor allem auch dem Rauchen, denn in den Momenten in denen ich mir klar darüber war konnte ich tatsächlich auch genußvoll rauchen und war vor allem dann nicht zu rauchen, wenn ich tatsächlich keine Lust hatte oder gemerkt habe dass es zu belastend ist. Und so waren auch die Konsequenzen in diesen Momenten nicht körperlich bemerkbar oder zumindest weniger.
Am schwierigsten stellt es sich für mich dar, mit der Angst vor dem Verlust der Sportlichkeit und Beweglichkeit klarzukommen. Vor allem jetzt im Winter dient die frustrierende, selbstverurteilende innere Überzeugung dass es ja, nachdem ich schon seit einigen Monate rauche sowieso keinen Sinn mehr machen würde jetzt mit dem Laufen wieder anzufangen als mehr oder wenigr willkommene Entschuldigung und Ausrede, wenn es zu unbequem und anstrengend erscheint rauszugehen. Und so habe ich auch das Laufen in dieser Zeit sehr stark eingeschränkt.
Wenn ich allerdings dann einmal die Motivation hatte wieder laufen zu gehen und gemerkt habe, dass der Leistungsabfall durch das Rauchen weit weniger auffällig war als erwartet, beziehungsweise kaum bemerkbar war, und ich dann aber nach einigen diesbezüglich 'motivierten' Tagen wieder mehr geraucht und mit dem Sport pausiert habe, dann kam dieser innere Dialog wieder ins Spiel und bremste mich, steuerte mich in meiner Stimmungslage und meiner Selbstbestimmungs- und Entscheidungsfähigkeit.
Ich musste also feststellen, dass meine Gedankensysteme und emotionalen Identifikationen im Zusammenhang mit meinem Selbstbild, dem Rauchen und dem Sport wesentlich stärker waren als die 'Sucht' nach dem Rauchen an sich und dass sie ein System gebildet haben, das mich sozusagen im Griff hält, ein Gerüst aus Gedanken, Illusionen, Werten, Urteilen und Interpretationen, so dass ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen bin, nicht unbedingt aus einem Suchtverhalten heraus, sondern vielmehr aus der bequemen Flucht vor der Selbstanalyse und Dekonstruktion dieses Bewußtseins-Systems. So ist jeder Schritt der Aufgabe einer Entscheidung bis zur Überwindung der Selbstverurteilung, der Hingabe an die Selbstaufgabe und der erneute Zweifel, die neue Vereinbarung mit sich selbst und dann wieder der Rückgriff auf die Vergangenheit als dem System der Selbstaufgabe und Selbstrechtfertigung ein Kreislaufgeworden und die ganze Zeit war der Punkt auf den es ankam nicht der, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern der des verlorenen Selbstvertrauens aufgrund des Rückfalls, der nicht wirklich bearbeitet oder produktive als Lernprozess genutzt, sondern zur Selbstbeurteilung und Rechtfertigung emotionaler Neigungen mißbraucht wurde.

Es geht also vor allem genau um die Prinzipien des Lerneffekts des 'Bewußten Verzichts', zu erkennen und zu lernen wie die inneren Mechanismen und Programme der Selbstverurteilung, des Frusts, der Niedergeschlagenheit und Selbstaufgabe funktionieren, wie man selbst Verhaltensweisen sich antrainiert die eben diese zehrenden Systemabläufe in Gang setzen, wie man sich versucht aus der Veranwortung zu stehelen mit vorgefertigten Urteilen, fremden Meinungen und Analysen.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in einem Moment der Suche nach Ablenkung, nach etwas Neuem, einem neuen Gefühl der Selbstwahrnehmung wieder mit dem Rauchen beschäftigt habe, dass ich wieder angefangen habe regelmäßig Zigaretten zu rauchenund dass ich es zugelassen habe, diese Angewohnheit wieder zu einem Bestandteil meiner Selbst werden zu lassen, obwohl ich mich von ihr aus unterschiedlichen, nicht einmal primär gesundheitlichen Gründen befreien wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe einen Kreislauf der inneren Dialoge mit mir selbst über meinen Rückfall und die Dummheit meine Gesundheit aber vor allem meine Erfolge die ich durch mein Lauftrining erzielt hatte aufs Spiel zu setzen, dass ich mich selbst be- und verurteilt habe nur um in anderen Momenten wieder Rechtfertigungen und Gründe für mein Verhalten zu suchen und zu finden und dass ich vielleicht durch das gelegentliche Rauchen, aber vor allem durch diese inneren Konflikte und die Zerrissenheit, die an mir und meinem Körper zehrenden Stimmungsschwankungen denen ich über diese Dialoge erlaubt habe mich zu bestimmen meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, meinen Körper belastet habe nur um mich dadurch noch tiefer in Gedanken der Hoffnungs- und Sinnlosigkeit aller Bemühungen zu verlieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Handeln, meinen Selbstwert und mein Empfinden in dieser Sache vor allem durch die Meinungen, Beurteilungen und Sichtweisen anderer bestimmen zu lassen, dass ich versucht habe in ihren Meinungen, in ihren Leben Gründe und Rechtfertigungen für mein Verhalten zu finden, und nicht zu erkennen, dass ich letztlich mit mir selbst in Kommunikation stehe und es daher enorm wichtig ist authentisch und selbstehrlich zu sein, vor allem wenn es darum geht den Körper, die Signale und die Auswirkungen des Denkens auf seine Gesundheit/seine Funktionalität zu erkennen und zu verstehen.

Ich werde morgen fortfahren mit diesem Thema...

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 26.02.2013