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Dienstag, 14. Oktober 2014

Tag 187 - Schande und Gewissen - Begriffsdefinition



Begriffsdefinitionen zum Verständnis, angestoßen durch den Post

Tag 184 - Unsere Schande - Ist "assi" sein jetzt cool?

 

Auszug:

Wir ziehen es vor, unsere Kinder zu verstümmeln, ihnen die Fähigkeit die Welt so zu erkennen wie sie ist zu rauben, damit sie nicht die Fehler wahrnehmen die wir gemacht haben, damit sie nicht die Feigheit und Ängstlichkeit sehen die uns dazu veranlasst hat uns hinter Fassaden und in unseren Gedanken zu verstecken. Doch sie spüren es so oder so. Das Problem ist, dass sie nicht verstehen WAS sie spüren und eben aus diesem Unverständnis das einfach in unserer Unfähigkeit begründet ist sie vorbildhaft anzuleiten, entstehen Missverständnisse und unkontrollierte, selbstzerstörerische emotionale Reaktions- und Handlungsmuster deren Konsequenz letztlich die Selbstzerstörung sein wird. Das ist unumgänglich und unübersehbar überall zu erkennen, da kann man diesen Aspekt noch so sehr als Pessimismus und Dramatisierung abtun wollen, die Wirklichkeit und die realen Konsequenzen allen Handelns lassen sich nicht einfach wegdiskutieren. Wir ziehen die würdelose Selbstverstümmelung und Reduzierung auf triebgesteuerte Egoisten der Wahl eines gemeinnützigen, mündigen und aufrechten Lebens vor. Schande ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt. Schande über uns als Menschheit, Schande über unsere hämische Scheinmoral, unser lächerliches Überlegenheitsempfinden und die Ignoranz unserer Programmatik.


Schande und Gewissen

Was bedeutet Schande und was meine ich damit wenn ich schreibe „Schande über uns als Menschheit“?

Beispiele offizieller Definition:

„Eine Sache, die jemandem in seinem Ansehen stark schadet“
„Ein empörender, skandalöser Vorgang“

Diese Definitionen sind jedoch äußerst ungenau und können nicht definitiv gelten. Das Ansehen einer Person ist in erster Linie durch äußere Faktoren bestimmt, die nicht seiner eigenen Kontrolle unterliegen. Diese Faktoren können äußerst unterschiedliche Ausprägungen haben, beispielsweise in unterschiedlichen Kulturräumen und sind nicht von der Person selbst abhängig. Tatsächliche Bedeutung für die Person und für alle kann Schande nur haben, wenn sie authentisch ist, also von der Person selbst auch verstanden, akzeptiert und empfunden wird und wenn unter gleichen Voraussetzungen, also dem Verstehen der Zusammenhänge und der Akzeptanz der grundlegenden Regeln und Prinzipien als wahr und allgemeingültig, diese Schande für alle Menschen gilt. „Empörend“ und „skandalös“ sind ebenfalls Begriffe, die vollkommen unterschiedlich definiert und aufgefasst werden können. Doch wie auch immer sie definiert und aufgefasst werden sind sie immer künstlich konstruiert und basieren auf Glaubenssätzen und nicht auf tatsächlicher, allgemeingültiger Gesetzmäßigkeit.

Neue Definition von Schande:

Die Schande ist das innere Eingeständnis einer Tat oder einer Untätigkeit die vor sich selbst und dem gesunden Menschenverstand  nicht zu rechtfertigen ist, wobei der Versuch der Rechtfertigung aber dennoch unternommen wird um sich imaginär der eigenen Verantwortung zu entziehen. Dieses Verhalten ist als schändlich zu bezeichnen, da es die Leugnung offensichtlicher Tatsachen bedeutet und die eigene Fähigkeit der Einsicht ignoriert und damit die eigene Würde untergräbt.

In dieser Weise ist das Wort Schande in meinem Blog aufzufassen und in diese Weise sollte Schande verstanden werden. Es geht immer darum, vor allem bei der Definition emotionaler Begriffe, sie auf das eigene Selbst zurückzuführen. Die Definition über äußere Faktoren oder gar die Empfindungen anderer Menschen kann nicht definitiv gelten und verursacht eine  schwammige Auffassung des Gesagten die Interpretationsfreiraum bisweilen nach Belieben offen lässt und damit die Auseinandersetzung mit einem Thema ad absurdum führt.

Gewissen

Das Gewissen ist dabei der Teil, in dem die eigene Selbstrechtfertigung stattfindet. Kann ich für meine eigene Tat oder Untätigkeit vor mir selbst nicht geradestehen so lastet sie mir auf dem Gewissen, da ich mit der Lage in der ich mich befinde nicht abschließen kann. Der Versuch diese Situation durch Scheinrechtfertigungen und Selbstbetrug zu überdecken ist die schandhafte Tat. Auch sich von der Last zu befreien ist nicht der richtige Ausdruck, denn Befreiung würde ein Loswerden bedeuten und das wiederum, dass diese „Last“ auf jemand anderen oder auf die Idee von Umständen gelegt werden soll. Beides ist ein Konstrukt des Geistes und das Loswerden eine imaginäre Prozedur die nicht wirklich ist und nicht wirklich entlastet. Da die sprichwörtliche Last ja eben auf dem aufrecht erhaltenen Konflikt der versuchten Leugnung der Eigenverantwortung beruht, kann man nicht die Ursache der Last bestehen lassen und diese gleichzeitig loswerden. Zuerst muss das Empfinden analysiert und als das erkannt werden, was es ist, nämlich die Unehrlichkeit sich selbst gegenüber. In dieser schamvollen Erkenntnis muss man sich der aufrichtigen Einsicht widmen, dass man sich selbst verkannt hat und nur dann wieder zu sich selbst stehen kann, wenn man sich den Fehler eingesteht um ihn sich selbst vergeben zu können und sich gleichzeitig dem einen Prinzip verpflichtet, das diese Ursache behebt und sie für das folgende Leben unmöglich macht. 

Die Befreiung des Gewissens kann nur für dich selbst, in bedingungsloser Selbstehrlichkeit stattfinden und ist in keinem Fall von äußeren Faktoren abhängig. Niemand kann dir ein schlechtes Gewissen „machen“ oder dir ins Gewissen „reden“. Auch eine Entschuldigung beispielsweise kann dir dein Gewissen  nicht wirklich entlasten. Das ist nur eine temporäre Empfindung und eine Ablenkung. Ein Unterhaltungsevent des Geistes das der Unterdrückung dient. Das Gefühl der „andere“ sei nun wieder versöhnt hat keine Bedeutung für die Ursächliche Struktur des eigene Verhaltens und Denkens welches die ausschlaggebende Situation hat entstehen lassen. Ohne die wirkliche Erkenntnis und Akzeptanz der Eigenverantwortung für die Ursachen die überhaupt erst zu dem Gewissenskonflikt geführt haben und das aufrichtige Selbst-Vergeben gefolgt von der Selbstverpflichtung, das ursächliche Denken und Verhalten grundlegend zu ändern ist die „Last“ lediglich verschüttet und wird akkumulieren, sofern nicht wirklich daran gearbeitet wird.

 

Mittwoch, 13. August 2014

Tag 181 - Loslösen von emotionalen Reaktionsmustern

giulia.forsythe / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)




Emotionale Reaktionen üben auf das Bewusstsein einen starken Reiz aus, sie sind die Grundlage des Egos, der Persönlichkeitsgenerierung, sie haben ein enormes Suchtpotential, denn ihre im Grunde mechanische Wirkungsweise fühlt sich richtig, real und lebendig an. Allerdings ist bei genauerer Selbstuntersuchung das Reiz-Reaktionsmuster eine Entwicklungshistorische Kette von subjektiven Urteilen und Selbstbewertungen, von emotionalen Erlebnissen die in der Erinnerung abgespeichert sind und nun immer wieder als Referenzen zur Bewertung aktueller Situationen herangezogen werden. Daher ist das eigentliche Verhalten beim Befolgen dieser Reaktionsmuster ein nach hinten, in die Vergangenheit gerichtetes, da es ja auf der Vergangenheitserfahrung basiert. Es ist also nie ein progressives, und schon gar kein Vernunft- oder vom Verstand gesteuertes Verhalten. Wie soll aus emotionalen oder auch gefühlsbasierten Reaktionen also – und wir sind als Menschen in dieser Welt heute in allen Sinnesbereichen geradezu Süchtig nach emotionalen Reizen -  etwas entstehen, das dem menschlichen Potential und seinen tatsächlichen Fähigkeiten gerecht werden könnte, ganz zu schweigen von seinem Anspruch auf Erhabenheit, Kultiviertheit, Fortschrittlichkeit und zuoberst seiner Intelligenz? Tatsächlich sind alle Reaktionsmuster die auf diesen persönlichen Werte-Konstrukten emotionaler Erwiderung oder emotionellen Verhaltens basieren eine Beschränkung der eigentlichen Fähigkeit des Menschen Situationen rational zu erkennen und ihren Verlauf ursachenbezogen an bestimmte zielgerichtete Prinzipien anzugleichen unter der Berücksichtigung der Konsequenzen für sich selbst und andere. Und gerade weil er diese Fähigkeit zweifelsfrei besitzt ist diese freiwillige Selbstbeschränkung der rein emotionalen Reaktionen eine bewusste Verantwortungslosigkeit die man als Unmündigkeit bezeichnen könnte, wobei eine gewählte Ignoranz den Kern der Sache besser beschreibt, da Unmündig ja zuerst einmal voraussetzen würde, dass man die eigene Fähigkeit zu mündigem, verantwortungsvollem Handeln überhaupt erst annimmt. Verantwortungsvoll und mündig heißt natürlich immer unter der Berücksichtigung der Einsichtsfähigkeit in die Wirklichkeit der gegebenen Verhältnisse zu Handeln, und zwar in genau so weit wie man dazu unter Aufbringung seines gesamten Potentials, also seiner Fähigkeiten im Stande ist. Das emotionale Reaktionsmuster ist eben genau das Gegenteil davon, das Handeln das darauf basiert ist in höchstem Maße subjektiv und noch nicht einmal in der Subjektivität ist es konsequent, denn es bezieht sich letztlich allein auf die gedankliche Bewusstseinsebene und ignoriert die tatsächlichen physischen Bedürfnisse der eigenen Existenz, was sich in der selbstzerstörerischen und kurzsichtigen Natur der Gesellschaftssysteme und der sozialen Beziehungen der Menschen überall auf der Welt zeigt. Beziehungen die auf sozialer Abhängigkeit basieren,  zersetzende Konflikte die ihren Ursprung in reinen Glaubenssystemen haben und entgegen der tatsächlichen Gleichheit der Grundbedürfnisse und der Einsicht in die Möglichkeit einer physischen, gleichberechtigten und unterstützenden Koexistenz aufrechterhalten werden, alltägliches Sucht- und Konsumverhalten das keiner lebensfördernden oder nachhaltigen Entwicklung dient sondern eine Vergeudung der Ressourcen darstellt und vor allem auch eine Verschwendung der Lebenszeit, da es keine dauerhafte, nachhaltige Befriedigung und zu-Frieden-heit schafft. Diese emotionalen Reaktions- und Verhaltensmuster, genährt durch künstlich geschaffene Ängste und durch die Manipulation sozialer Systeme erzeugte Ängste existentieller Not, bestimmen das menschliche Verhalten in einem ungesunden Maß das es einerseits möglich macht uns selbst zu manipulieren und zu beherrschen, uns zu selbstzerstörerischem Denken und Handeln zu verleiten und das es andererseits unmöglich macht Probleme und Situationen jeder Art mit gesundem Menschenverstand zum Wohle aller Beteiligten zu bearbeiten und zu lösen.  Das Erkennen und das Auflösen /  Loslösen von diesen Reaktionsmustern ist daher notwendig um sich und andere vor den Konsequenzen dieser Verantwortungslosigkeit zu bewahren und sich selbst zu befreien, vor sich selbst aufrichtig und selbst-ehrlich gerade stehen zu können um überhaupt Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, was die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben eines Menschen ist, der sich selbst als mündig und Vernunftbegabt bezeichnen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich immer wieder von meinen emotionalen Reaktionen auf das Einwirken äußerer Umstände bestimmen zu lassen ohne mir zu vergegenwärtigen, dass diese Emotionen Resultate meiner eigenen Gedanken und Erinnerungen sind und sich auf eine rein persönliche Weltsicht beziehen wodurch sie in der Folge als Reaktion nach außen nicht sinnvoll und zum Besten aller wirken, sondern lediglich den Versuch des Egos darstellen sich das Umfeld auf Kosten anderer ohne Rücksicht den persönlichen Bedürfnissen anzupassen oder aber die Emotion der Frustration aufgrund der eigentlichen Unmöglichkeit dieses Versuchs in eine Beschuldigung nach außen zu wandeln  und in Häme, Wut und Aggression gegen andere zu richten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es immer wieder nicht erkennen wollte, dass dies es Eingehen auf emotionale Reaktionen ein Spiel mit Energien ist, mit Gedanken und Fantasien durch das ich mich selbst, meinen Körper, meine lebendige, physische Grundlage benutze und immer auch andere als Statisten und Protagonisten meiner persönlichen Bewusstseinswelt einzusetzen versuche um die Vorstellungswelt meiner Persönlichkeit, meiner Erinnerungen und Gedanken-Konstrukte mit denen ich mich zu identifizieren gelernt habe zu nähren und für mich am Leben zu erhalten ohne mir dabei einzugestehen, dass eine für alle sinnvolle Lösung, ein verantwortungsvoller Umgang mit mir selbst und anderen in dieser Verhaltens- und Denkweise nicht möglich ist und dass sie einen Missbrauch des lebendigen, physischen Seins darstellt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, die eigene Unachtsamkeit und das Zurückfallen in die angelernten und gewohnten Verhaltensmuster egoistischen und Ich-bezogenen Denkens sowie in das Suchtverhalten bezogen auf selbst geschaffene, rein persönliche Bedürfnisse entgegen dem besseren Wissen um den Schaden den ich dadurch nicht nur für mich selbst sondern auch für andere verursachen kann durch meine Gedanken und persönlichen Wertsysteme zu rechtfertigen und den Grund dafür im Verhalten anderer zu suchen, oder besser gesagt in meiner konstruierten Interpretation des Verhaltens anderer.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst und meine Selbstbestimmung auf dem Weg der Selbstbefreiung von der bewusstseinsbasierten Verblendung und Ablenkung von der Einheit und Gleichheit der physischen Existenz, Hier als das Leben, immer wieder zu boykottieren um dadurch meinem Ego in der Rechtfertigung des emotionalen Denkens, der Schuldzuweisung und Anklagenden Haltung wieder Nahrung zu geben.



Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in dem Moment in dem ich die emotionale Reaktion körperlich wahrnehme meine Gedanken zu stoppen, zu atmen und mich dadurch in den Moment und die Wirklichkeit meiner physischen, atmenden Existenz in das Hier aus den Gedanken und dem Bewusstsein zurückzuholen um die Situation unbeeinflusst von emotionalen Projektionen und Interpretationen in Einheit und Gleichheit zu durchleben, selbstbestimmt und im Sinne des Besten für alle in diesem Moment.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit n dem Moment in dem mir ein emotionales Verlangen nach einer Reaktion, einer energetischen Aufladung meines Bewusstseins, der Befriedigung eines Bedürfnisses meiner Ego-Persönlichkeit in den Sinn kommt mich zu stoppen, durchzuatmen, mich bewusst und unbeeinflusst zu fragen was und wozu dieses Bewusstseinskonstrukt existiert und warum/zu was mich bestimmen soll, die Ursache und Konsequenz die das Nachgeben hat / hätte zu verstehen damit ich tatsächlich als Mensch selbstbestimmt und in Einheit mit dem leben die Verantwortung für mein Denken und Handeln übernehmen und zu ihr stehen kann in jedem Augenblick des Lebens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch in Einheit und Gleichheit mir immer wieder die rationale Einsicht vor Augen zu halten, dass die Befreiung von den emotionalen Reaktionsmustern und der Fremdbestimmung durch die Bewusstseins-Konstrukte ein schrittweiser Prozess sind und dass eine emotionale Reaktion der Frustration wenn ich eine Niederlage oder einen Rückfall bei mir erkenne ebenso eine Falle der Bewusstseinsgesteuerten Ego-Identifikation ist und in keiner Weise eine dem Besten aller dienende und konstruktive Verhaltens-/Denkweise.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben auf den Weg in ein Leben ohne die Fremdbestimmung durch Bewusstseinsprogramme, ein Leben das stabil und Hier in Einheit und Gleichheit diese auch  lebt, annimmt und in jeder Situation umsetzt, welche Widerstände sich auch ergeben, im Sinne des Lebens, und in vollem Bewusstsein der Verantwortung für alles Leben und die Konsequenzen jeden Denkens und Verhaltens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit durch mein Handeln und Denken jetzt und zukünftig kein anderes Leben, keine andere Existenz mehr zu missbrauchen um mich als mein bewusstseinsbasiertes Ego zu bereichern oder persönliche, egoistische Bedürfnisse zu befriedigen und sei es auch nur in meiner Vorstellung.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit in dem Moment in dem ich mich selbst schuldig fühle aufgrund eines  Rückfalls in alte Verhaltens- und Denkmuster und mich selbst be- und verurteile um mich auf den emotionalen Weg der Lethargie und / oder der depressiven Verstimmung begebe, mich zu stoppen, bewusst zu atmen, mich in den Moment des physischen, atmenden Seins zurückzubringen und mich selbstbestimmt durch das Reaktionsmuster zu bringen in der Einsicht/Erkenntnis, dass diese Gedankenkonstruktion keine Lösung des Problems, sondern vielmehr seine Ursache überhaupt darstellt.

Sonntag, 15. Juni 2014

Tag 174 - Vom Scheitern zu gefallen Teil I

debaird™ / Foter / Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)


Ich bin immer wieder erstaunt über mich selbst, wenn ich im Laufe meines eigenen Prozesses der Selbstentdeckung oder besser gesagt Selbstentlarvung und der selbstehrlichen Neugestaltung feststelle, wie sehr ich über so viele Jahre hinweg mein eigenes Leben an den Ideen oder Vorstellungen anderer ausgerichtet habe. Ich meine damit, dass ich trotz einer inneren Gewissheit ich selbst zu sein in ständigem Dialog und nicht selten auch Konflikt mit mir selbst gestanden habe ob das, was ich denke, tue, mir wünsche und anstrebe tatsächlich akzeptabel, konform und angemessen ist. Dabei war mir nie wirklich bewusst wer oder was diese Konformität oder Angemessenheit bestimmt, was für eine Bedeutung oder welchen Wert sie haben sollten. Es war mir einfach wichtig, angemessen zu wirken, die Anerkennung war das Urbedürfnis, das, wonach ich mich in all meinem Handeln gesehnt habe. Dadurch habe ich eine Persönlichkeit aufgebaut, die in sich völlig instabil und eher zusammengeschustert war, ein Ich, das sich mit scheinheiligen Verhaltensmustern vor der Wirklichkeit versteckt und in jede Handlung, jede Idee und in jeden Wunsch den Keim der Unsicherheit und Angst gesetzt hat.

Es gibt eigentlich nur einen einzigen Grund für diese Ängste und Unsicherheiten, so wie es auch nur diesen einen Grund für die Sehnsucht nach Anerkennung anderer gibt, nämlich die Entfremdung vom eigentlichen Selbst, vom wahren Kern der eigenen Existenz und all ihrer Verbindlichkeiten.
Wie ist das gemeint? Das eigene Selbst wahrhaftig zu kennen und zu verstehen ist das, was am Ende des Weges der selbstehrlichen Selbstoffenbarung liegt. Das Selbst als diese Existenz, als dieser Atmende Körper, das Lebendige, jeder winzige Teil davon und alles was ihn am Leben erhält, das Untrennbare, die Einheit des Ganzen. Ich kann sicher nicht von mir behaupten zu diesem Punkt bereits vorgestoßen zu sein und ich bin sicher, dass dieser Weg ein lebenslanger Weg ist, doch jeder Schritt, jede Offenlegung einer neuen Schicht selbstverblendeter Scheinidentität unter der die man mühsam aufgebrochen hat zeigt deutlich die Richtung, zeigt deutlich die Prinzipien und Methoden der Selbstverleugnung, die Schutzmechanismen der Programme die man Persönlichkeit nennt auf. Dadurch lässt sich mit dem menschlichen Verstand Einsicht und Verstehen erreichen. Und das bedeutet, dass man eine Lüge gegenüber sich selbst und gegenüber dem Leben eindeutig erkennen kann, dass man auch die Methoden der gewählten Ignoranz und ihrer Rechtfertigung erkennen und entlarven kann. Und dass man auch die selbstgefälligen und von Angst gespeisten Routinen bemerken kann, die auch diese Erkenntnis zu leugnen versuchen. Die Persönlichkeit, die Identität, die Sprache, die Wortbedeutungen und die emotionalen Verknüpfungen, unsere Empfindungen und Gedanken, all das ist zu großen Teilen in unser Bewusstsein verlagert und hat in vielen Bereichen den Kontakt zur Wirklichkeit bereits verloren. Wir existieren, fühlen, reagieren fast ausschließlich in unseren Gedanken und dann wägen wir ab, schmieden Pläne und entwerfen Strategien wie wir die Wirklichkeit um uns herum derart manipulieren könnten, dass sie sich weitgehend unseren inneren Vorstellungswelten anpasst, als ob diese inneren, substanzlosen Welten mehr Bedeutung, mehr Wert für uns hätten als die Wirklichkeit, die wahrhaftige, physische Existenz. Und das glauben wir tatsächlich, also diese Bedeutung schreiben wir unseren Gedankenwelten zu. Auch entgegen jede Vernunft, den Bereich unserer Bewusstseinswelt und unserer Gedanken ignorierend, der tatsächlich einen sinnvollen Nutzen für uns und das Leben haben könnte. Anders ist die zerstörerische, Verschwenderische und parasitäre Lebensweise die wir Menschen als Gesellschaften gewählt und erschaffen haben nicht zu erklären. Wir handeln gegen offensichtliche  Vernunftgründe, denken kurzfristig und nutzen unsere Fähigkeiten ohne jede Verantwortlichkeit. Schadensbegrenzung dient für uns aller höchstens unserem eigenen, ganz persönlichen Wohl und Komfort und richtet sich auf ein Zeitfenster, das unsere eigene Lebensspanne, vielleicht gerade noch die unserer Kinder mit einbezieht. Und somit setzt sich die Zerstörung unentwegt fort, denn genau dieses Verhalten vermitteln und übermitteln wir natürlich auch unseren Kindern. 

Sich kontinuierlich selbst zu belügen heißt zwangsläufig auch andere zu täuschen. Dadurch ist oder scheint diese Bewusstseinsentwicklung kaum zu durchbrechen zu sein. Wir haben oft nicht einmal die Chance dazu, denn tatsächlich wirkt unsere Selbsttäuschung so gut, dass wir sie kaum noch bemerken, bzw. selbst an sie glauben, sie als „unsere Natur“ zu betrachten. Und das ist der gefährlichste Denkfehler, die dogmatische Akzeptanz der eigenen Unzulänglichkeit. Sie ist ein religiöses Machtmittel, als die Methode der externalisierten Schuldzuweisung. Wahrlich eine Haarige Situation, denn diese Schuld, sofern sie denn eine ist, ist genau der Angstfaktor, ist das Monster vor dem wir uns fürchten, vor dem wir davonlaufen, weil wir wissen, dass wenn wir uns ihm stellen, es uns zerfleischen würde. Doch tatsächlich würde es sich auf unsere eingebildeten Identitäten, unsere Gedankenwelten stürzen, es würde unsere Egos zerreißen und uns die Fetzen um die Ohren schlagen. Sich dieser Angst zu stellen und sie zu überleben als das, was von dir übrig bleibt, das ist der steinige und unangenehme Weg in die Freiheit für das wahre, eigentliche Selbst das erst dann zu seiner Größe und Stärke heranwachsen kann, wenn dieses Monster seinen Schrecken verloren hat und wir erkennen, dass es in Wahrheit ein treuer Freund und Begleiter ist, ein Sicherheitsfaktor der uns immer wieder vor den Fallen der institutionalisierten Programme unseres gesteuerten Bewusstseins warnt, und zwar immer dort, wo wir den Kontakt zu uns selbst, zu der Einheit und der bodenständigen Wahrhaftigkeit des Lebens hier in diesem Moment, diesem Atemzug der Körperlichkeit zu verlieren drohen.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 26. Februar 2013

Tag0016 - Der Lerneffekt des bewußten Verzichts Teil 2: Rauchen





















Nachdem ich bereits einmal für fast zwei Jahre aufgehört hatte zu Rauchen habe ich aus mir leider nicht mehr genau bekannten Gründen für einen relativ kurzen Zeitraum wieder geraucht um dann schließlich wieder aufzuhören, diesmal für mindestens drei Jahre, genau ist mir der Zeitraum ebenfalls nicht bekannt, jedenfalls habe ich ziemlich genau heute vor einem Jahr wieder eine Zigarette geraucht, weil ich 'Lust' darauf verspürt hatte und einer Stimmung nachgegeben hatte in der ich mich leer und gelabgweilt fühlte. Ich dachte, ab und zu eine Zigarette zu rauchen würde mir wieder etwas geben, ein neues Gefühl, etwas zum Genießen in Momenten der Ruhe oder Langeweile. Und das hat auch funktioniert, ich habe die ersten Zigaretten genossen, das Gefühl des Inhalierens, die leichten Schwindelgefühle, die Möglichkeit sich einmal für einen Moment 'auszuklinken' aus dem Alltag usw. Und eigentlich blieb das auch so. Ich konnte wirklich sagen, dass ich ohne Suchtverhalten an den Tag zu legen eine ganze Weile mit dem 'Gelegenheitsrauchen' zurechtgekommen bin. Ich habe natürlich nach einer Weile gemerkt, dass ich mich an diese Prozedur des Rauchens so sehr wieder geöhnt hatte, dass ich auch ohne Lust auf eine Zigarette und auch ohne sie zu genießen geraucht habe, nur um Zeit totzuschlagen beispielsweise oder um mich mit irgendetwas zu beschäftigen. In solchen Momenten habe ich dann überlegt was ich da eigentlich tue, ob ich das machen muss, ob ich das brauche. Und dann habe ich wieder für einige Tage, manchmal auch nur einen überhaupt nicht geraucht und erst nach drei oder vier Tagen wieder angefangen. Ich habe mich auch schon früher auf eine bestimmte Marke festgelegt, ich drehe wenn ich rauche selbst und rauche den 'organic' Tabak von NAS. Da der sehr selten in Tabakläden angeboten wird war ich dann auch das eine oder andere Mal sozusagen gezwungen nicht zu rauchen, weil ich den Tabak nur in der nächsten Stadt bekommen konnte. Also habe ich im Grunde festgestellt, dass mein Rauchverhalten im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich bewußter und auch zwangloser geworden war und ich sah das als gute Sache an.
Ich sage gleich, dass es mir in diesem Blogpost nicht um irgendeinen Kampf gegen das Rauchen geht und ich auch nicht die 'tolle Story wie ich damit aufgehört habe' daraus machen will. Es geht hier in erster Linie um die Bewußtseinsmechanismen, die Gedankensysteme und Strukturen der Selbstverurteilung, der Manipulation durch Medien, Menschen und eigene Werturteile im Zusammenhang mit 'Rauchen' an sich und den Konsequenzen die es für mich vor allem aufgrund dieser Gedankenprozeduren hat und hatte.
Ich habe mit vierzehn Jahren angefangen zu rauchen und ich habe es im Grunde nicht wirklich genossen. Ich bin einfach so in die Abhängigkeit hineingeraten und habe das Rauchen zu einem festen Teil meiner Persönlichkeit werden lassen. Bastian ohne Rauchen, das war schon nach wenigen Jahren unvorstellbar für mich. Eine Zigarette gehörte eigentlich zu jeder Situation, zum Kaffee, nach dem Essen, beim Ausgehen, nach dem Einkaufen und sogar im Bett.

Als ich dann zu der oben geschriebenen Zeit aufgehört habe, ging das einher mir meinen ersten ernsthaften sportlichen Ambitionen, ich wollte mir selbst sozusagen beweisen, dass ich trotz meines langjährigen Rauchens und meiner eher unsportlichen Grundhaltung dennoch mit dem nötigen Willen und dem Einsatz gut und sportlich werden kann und fing mit dem Laufen an, einer Sportart die mir fremder nicht sein konnte, ich habe nie zuvor viel vom Langstreckenlaufen gehalten, im Gegenteil, ich habe es verbscheut. Außerdem hatte ich schon als Jugendlicher Probleme mit dem 'normalen' laufen durch ständige Muskelkrämpfe an den Schienbeinen und einer starken Unsicherheit im Gang. Daher war es gerade diese Sportart die ich gewählt hatte, weil sie so unwahrscheinlich war, fast so unwahrscheinlich wie die Vorstellung ich könnte ohne Zigaretten leben. Vor allem auch wollte ich mit dem Vorurteil aufräumen, dass man stark zunehmen muss, wenn man mit dem Rauchen aufhört und das war mir auch gelungen. Es war für mich ein harter 'Kampf' mit vielen Schmerzen und Motivationstiefs verbunden, aber ich war verbissen und überzeugt dass es gut für mich und wichtig wäre . Ich habe mir in dieser Zeit deutlich bewiesen, dass Durchhaltevermögen und Beständigkeit trotz Stimmungstiefs und langsamen Fortschritten einem die Fähigkeit gibt die größten und hartnäckigsten Barrieren des Geistes überwinden zu können und ich lernte in dieser relativ kurzen Zeit mehr über mich und meinen Körper als in all den Jahren vorher. Diese Phase wurde also für mich, für das was ich jetzt bin zu einem sehr wichtigen Bestandteil.
Ich habe wie bereits geschrieben schon eimal wieder angefangen zu rauchen und nach einer Weile wieder aufgehört. Während dieser Zeit des Rauchens hatte ich ähnliche Erfahrungen mir meinem Bewußtsein, den Selbstvorwürfen und den Folgen der Reue, der Sebstverurteilung und der depressiven Verstimmung aufgrund dieses 'Versagens' gemacht. Doch zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht wirklich verstanden was die Ursachen sein können für die Konsequenzen die ich körperlich und geistig erfahren hatte. Erstaunlicherweise war es das zweite mal weit weniger schwierig mit dem Rauchen aufzuhören und ich war swehr erleichtert als die phase des dauernden Verlangens nach einer Zigarette überstanden war.
In diesem Blog schreibe ich jetzt detaillierter über die kürzlichen Erfahrungen und die gedanklichen, die geistigen Vorgänge des letzten Jahres, vor allem im Zusammenhang mit meinen Anstrengungen der körperlichen, sportlichen Betätigungen und dem Selbstbild das sich für mich daraus entwickelt hat.

Ich muss vorwegnehmen dass ich das Rauchen durchaus immer noch genießen kann oder könnte, ich verachte oder verteufel es nicht, ich habe nur eben einige Punkte festegestellt, die es mir sehr schwer machen und gemacht haben, die Konsequenzen des Rauchens für mich selbst zu kontrollieren und zu verstehen, besoders in Anbetracht der Selbstunterhaltungen in meinem Bewußtsein und ihrer Steuerung und Kontrolle. Ich konnte feststellen, dass in Zeiten in denen die gedanklichen Selbstgespräche über Zweifel und Beschuldigungen über das 'Schwach werden' besonders präsent waren, vor allem aber auch die Selbstverurteilungen weil ich mir einredete, dass ich die sportlichen Erfolge die ich mir hart erkämpft und durch Disziplin und Beständigkeit erarbeitet hatte alle wieder zunichte mache, mich wieder in den abhängigen Zustand versetze in dem ich zuvor einmal war, dass ich mich in diesen Zeiten körperlich und gestig besonders 'geschädigt' gefühlt habe, dass ich beispielsweise besonders schlecht schlief, viel hustete und am nächsten morgen schlecht aus dem Bett kam und mir erst einmal die Bronchen freihusten musste, auch wenn ich vielleicht nur zwei oder drei Zigaretten am vorabend geraucht hatte.
Ich war in diesem Jahr viel mit inneren Selbstgesprächen über das Rauchen beschäftigt, immer wieder habe ich mich versucht von diesem oder jenem zu überzeugen, Pro und Kontra, ohne dass ich mir klar machen konnte, dass alle Argumente die ich im Geist durchging nicht meine eigenen, sondern die anderer waren, dass nichts davon meiner eigenen Erfahrung und meiner Analyse entsprungen war. Und ich habe erkannt, dass ich durch diese inneren Dialoge und Konflikte, durch die Selbstverurteilung gerade die Konsequenzen produziert und manifestiert habe, die in diesen 'Meinungen' die nicht die meinen waren zu befürchten standen.
Tatsächlich konnte ich für mich selbst herausfinden, dass meine eigene Wahl und die bewußte Akzeptanz der Verantwortung für meine Entscheidung die Voraussetzung ist für eine klare Linie im Umgang mit sich selbst und vor allem auch dem Rauchen, denn in den Momenten in denen ich mir klar darüber war konnte ich tatsächlich auch genußvoll rauchen und war vor allem dann nicht zu rauchen, wenn ich tatsächlich keine Lust hatte oder gemerkt habe dass es zu belastend ist. Und so waren auch die Konsequenzen in diesen Momenten nicht körperlich bemerkbar oder zumindest weniger.
Am schwierigsten stellt es sich für mich dar, mit der Angst vor dem Verlust der Sportlichkeit und Beweglichkeit klarzukommen. Vor allem jetzt im Winter dient die frustrierende, selbstverurteilende innere Überzeugung dass es ja, nachdem ich schon seit einigen Monate rauche sowieso keinen Sinn mehr machen würde jetzt mit dem Laufen wieder anzufangen als mehr oder wenigr willkommene Entschuldigung und Ausrede, wenn es zu unbequem und anstrengend erscheint rauszugehen. Und so habe ich auch das Laufen in dieser Zeit sehr stark eingeschränkt.
Wenn ich allerdings dann einmal die Motivation hatte wieder laufen zu gehen und gemerkt habe, dass der Leistungsabfall durch das Rauchen weit weniger auffällig war als erwartet, beziehungsweise kaum bemerkbar war, und ich dann aber nach einigen diesbezüglich 'motivierten' Tagen wieder mehr geraucht und mit dem Sport pausiert habe, dann kam dieser innere Dialog wieder ins Spiel und bremste mich, steuerte mich in meiner Stimmungslage und meiner Selbstbestimmungs- und Entscheidungsfähigkeit.
Ich musste also feststellen, dass meine Gedankensysteme und emotionalen Identifikationen im Zusammenhang mit meinem Selbstbild, dem Rauchen und dem Sport wesentlich stärker waren als die 'Sucht' nach dem Rauchen an sich und dass sie ein System gebildet haben, das mich sozusagen im Griff hält, ein Gerüst aus Gedanken, Illusionen, Werten, Urteilen und Interpretationen, so dass ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen bin, nicht unbedingt aus einem Suchtverhalten heraus, sondern vielmehr aus der bequemen Flucht vor der Selbstanalyse und Dekonstruktion dieses Bewußtseins-Systems. So ist jeder Schritt der Aufgabe einer Entscheidung bis zur Überwindung der Selbstverurteilung, der Hingabe an die Selbstaufgabe und der erneute Zweifel, die neue Vereinbarung mit sich selbst und dann wieder der Rückgriff auf die Vergangenheit als dem System der Selbstaufgabe und Selbstrechtfertigung ein Kreislaufgeworden und die ganze Zeit war der Punkt auf den es ankam nicht der, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern der des verlorenen Selbstvertrauens aufgrund des Rückfalls, der nicht wirklich bearbeitet oder produktive als Lernprozess genutzt, sondern zur Selbstbeurteilung und Rechtfertigung emotionaler Neigungen mißbraucht wurde.

Es geht also vor allem genau um die Prinzipien des Lerneffekts des 'Bewußten Verzichts', zu erkennen und zu lernen wie die inneren Mechanismen und Programme der Selbstverurteilung, des Frusts, der Niedergeschlagenheit und Selbstaufgabe funktionieren, wie man selbst Verhaltensweisen sich antrainiert die eben diese zehrenden Systemabläufe in Gang setzen, wie man sich versucht aus der Veranwortung zu stehelen mit vorgefertigten Urteilen, fremden Meinungen und Analysen.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in einem Moment der Suche nach Ablenkung, nach etwas Neuem, einem neuen Gefühl der Selbstwahrnehmung wieder mit dem Rauchen beschäftigt habe, dass ich wieder angefangen habe regelmäßig Zigaretten zu rauchenund dass ich es zugelassen habe, diese Angewohnheit wieder zu einem Bestandteil meiner Selbst werden zu lassen, obwohl ich mich von ihr aus unterschiedlichen, nicht einmal primär gesundheitlichen Gründen befreien wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe einen Kreislauf der inneren Dialoge mit mir selbst über meinen Rückfall und die Dummheit meine Gesundheit aber vor allem meine Erfolge die ich durch mein Lauftrining erzielt hatte aufs Spiel zu setzen, dass ich mich selbst be- und verurteilt habe nur um in anderen Momenten wieder Rechtfertigungen und Gründe für mein Verhalten zu suchen und zu finden und dass ich vielleicht durch das gelegentliche Rauchen, aber vor allem durch diese inneren Konflikte und die Zerrissenheit, die an mir und meinem Körper zehrenden Stimmungsschwankungen denen ich über diese Dialoge erlaubt habe mich zu bestimmen meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, meinen Körper belastet habe nur um mich dadurch noch tiefer in Gedanken der Hoffnungs- und Sinnlosigkeit aller Bemühungen zu verlieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Handeln, meinen Selbstwert und mein Empfinden in dieser Sache vor allem durch die Meinungen, Beurteilungen und Sichtweisen anderer bestimmen zu lassen, dass ich versucht habe in ihren Meinungen, in ihren Leben Gründe und Rechtfertigungen für mein Verhalten zu finden, und nicht zu erkennen, dass ich letztlich mit mir selbst in Kommunikation stehe und es daher enorm wichtig ist authentisch und selbstehrlich zu sein, vor allem wenn es darum geht den Körper, die Signale und die Auswirkungen des Denkens auf seine Gesundheit/seine Funktionalität zu erkennen und zu verstehen.

Ich werde morgen fortfahren mit diesem Thema...

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 26.02.2013