Begriffsdefinitionen zum Verständnis, angestoßen durch den Post
Weg in die Selbstbestimmung, Restrukturierung der Persönlichkeit, Neuausrichtung am Leben.., Dies ist mein Beitrag und mein Beispiel für den möglichen Paradigmenwechsel einer systemkontrollierten, vorprogrammierten und egozentrischen Persönlichkeit zu einem mündigen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Mensch-Sein in Anerkenntnis der Einheit des Lebens.
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Dienstag, 14. Oktober 2014
Tag 187 - Schande und Gewissen - Begriffsdefinition
Begriffsdefinitionen zum Verständnis, angestoßen durch den Post
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Wort
Mittwoch, 13. August 2014
Tag 181 - Loslösen von emotionalen Reaktionsmustern
-
- giulia.forsythe / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)
Emotionale Reaktionen üben auf das Bewusstsein einen starken
Reiz aus, sie sind die Grundlage des Egos, der Persönlichkeitsgenerierung, sie
haben ein enormes Suchtpotential, denn ihre im Grunde mechanische Wirkungsweise
fühlt sich richtig, real und lebendig an. Allerdings ist bei genauerer
Selbstuntersuchung das Reiz-Reaktionsmuster eine Entwicklungshistorische Kette
von subjektiven Urteilen und Selbstbewertungen, von emotionalen Erlebnissen die
in der Erinnerung abgespeichert sind und nun immer wieder als Referenzen zur
Bewertung aktueller Situationen herangezogen werden. Daher ist das eigentliche
Verhalten beim Befolgen dieser Reaktionsmuster ein nach hinten, in die
Vergangenheit gerichtetes, da es ja auf der Vergangenheitserfahrung basiert. Es
ist also nie ein progressives, und schon gar kein Vernunft- oder vom Verstand
gesteuertes Verhalten. Wie soll aus emotionalen oder auch gefühlsbasierten
Reaktionen also – und wir sind als Menschen in dieser Welt heute in allen
Sinnesbereichen geradezu Süchtig nach emotionalen Reizen - etwas entstehen, das dem menschlichen
Potential und seinen tatsächlichen Fähigkeiten gerecht werden könnte, ganz zu
schweigen von seinem Anspruch auf Erhabenheit, Kultiviertheit,
Fortschrittlichkeit und zuoberst seiner Intelligenz? Tatsächlich sind alle
Reaktionsmuster die auf diesen persönlichen Werte-Konstrukten emotionaler Erwiderung
oder emotionellen Verhaltens basieren eine Beschränkung der eigentlichen
Fähigkeit des Menschen Situationen rational zu erkennen und ihren Verlauf ursachenbezogen
an bestimmte zielgerichtete Prinzipien anzugleichen unter der Berücksichtigung
der Konsequenzen für sich selbst und andere. Und gerade weil er diese Fähigkeit
zweifelsfrei besitzt ist diese freiwillige Selbstbeschränkung der rein
emotionalen Reaktionen eine bewusste Verantwortungslosigkeit die man als
Unmündigkeit bezeichnen könnte, wobei eine gewählte Ignoranz den Kern der Sache
besser beschreibt, da Unmündig ja zuerst einmal voraussetzen würde, dass man
die eigene Fähigkeit zu mündigem, verantwortungsvollem Handeln überhaupt erst
annimmt. Verantwortungsvoll und mündig heißt natürlich immer unter der
Berücksichtigung der Einsichtsfähigkeit in die Wirklichkeit der gegebenen
Verhältnisse zu Handeln, und zwar in genau so weit wie man dazu unter
Aufbringung seines gesamten Potentials, also seiner Fähigkeiten im Stande ist.
Das emotionale Reaktionsmuster ist eben genau das Gegenteil davon, das Handeln
das darauf basiert ist in höchstem Maße subjektiv und noch nicht einmal in der
Subjektivität ist es konsequent, denn es bezieht sich letztlich allein auf die
gedankliche Bewusstseinsebene und ignoriert die tatsächlichen physischen
Bedürfnisse der eigenen Existenz, was sich in der selbstzerstörerischen und
kurzsichtigen Natur der Gesellschaftssysteme und der sozialen Beziehungen der
Menschen überall auf der Welt zeigt. Beziehungen die auf sozialer Abhängigkeit
basieren, zersetzende Konflikte die
ihren Ursprung in reinen Glaubenssystemen haben und entgegen der tatsächlichen
Gleichheit der Grundbedürfnisse und der Einsicht in die Möglichkeit einer
physischen, gleichberechtigten und unterstützenden Koexistenz aufrechterhalten
werden, alltägliches Sucht- und Konsumverhalten das keiner lebensfördernden
oder nachhaltigen Entwicklung dient sondern eine Vergeudung der Ressourcen
darstellt und vor allem auch eine Verschwendung der Lebenszeit, da es keine
dauerhafte, nachhaltige Befriedigung und zu-Frieden-heit schafft. Diese
emotionalen Reaktions- und Verhaltensmuster, genährt durch künstlich
geschaffene Ängste und durch die Manipulation sozialer Systeme erzeugte Ängste
existentieller Not, bestimmen das menschliche Verhalten in einem ungesunden Maß
das es einerseits möglich macht uns selbst zu manipulieren und zu beherrschen,
uns zu selbstzerstörerischem Denken und Handeln zu verleiten und das es
andererseits unmöglich macht Probleme und Situationen jeder Art mit gesundem
Menschenverstand zum Wohle aller Beteiligten zu bearbeiten und zu lösen. Das Erkennen und das Auflösen / Loslösen von diesen Reaktionsmustern ist daher
notwendig um sich und andere vor den Konsequenzen dieser
Verantwortungslosigkeit zu bewahren und sich selbst zu befreien, vor sich
selbst aufrichtig und selbst-ehrlich gerade stehen zu können um überhaupt
Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, was die Grundvoraussetzung für ein
selbstbestimmtes Leben eines Menschen ist, der sich selbst als mündig und Vernunftbegabt
bezeichnen will.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es
zugelassen habe mich immer wieder von meinen emotionalen Reaktionen auf das
Einwirken äußerer Umstände bestimmen zu lassen ohne mir zu vergegenwärtigen,
dass diese Emotionen Resultate meiner eigenen Gedanken und Erinnerungen sind
und sich auf eine rein persönliche Weltsicht beziehen wodurch sie in der Folge
als Reaktion nach außen nicht sinnvoll und zum Besten aller wirken, sondern
lediglich den Versuch des Egos darstellen sich das Umfeld auf Kosten anderer
ohne Rücksicht den persönlichen Bedürfnissen anzupassen oder aber die Emotion
der Frustration aufgrund der eigentlichen Unmöglichkeit dieses Versuchs in eine
Beschuldigung nach außen zu wandeln und
in Häme, Wut und Aggression gegen andere zu richten.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es immer wieder nicht
erkennen wollte, dass dies es Eingehen auf emotionale Reaktionen ein Spiel mit
Energien ist, mit Gedanken und Fantasien durch das ich mich selbst, meinen
Körper, meine lebendige, physische Grundlage benutze und immer auch andere als
Statisten und Protagonisten meiner persönlichen Bewusstseinswelt einzusetzen
versuche um die Vorstellungswelt meiner Persönlichkeit, meiner Erinnerungen und
Gedanken-Konstrukte mit denen ich mich zu identifizieren gelernt habe zu nähren
und für mich am Leben zu erhalten ohne mir dabei einzugestehen, dass eine für
alle sinnvolle Lösung, ein verantwortungsvoller Umgang mit mir selbst und
anderen in dieser Verhaltens- und Denkweise nicht möglich ist und dass sie
einen Missbrauch des lebendigen, physischen Seins darstellt.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es
zugelassen habe, die eigene Unachtsamkeit und das Zurückfallen in die
angelernten und gewohnten Verhaltensmuster egoistischen und Ich-bezogenen
Denkens sowie in das Suchtverhalten bezogen auf selbst geschaffene, rein
persönliche Bedürfnisse entgegen dem besseren Wissen um den Schaden den ich
dadurch nicht nur für mich selbst sondern auch für andere verursachen kann
durch meine Gedanken und persönlichen Wertsysteme zu rechtfertigen und den
Grund dafür im Verhalten anderer zu suchen, oder besser gesagt in meiner
konstruierten Interpretation des Verhaltens anderer.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es
zugelassen habe mich selbst und meine Selbstbestimmung auf dem Weg der
Selbstbefreiung von der bewusstseinsbasierten Verblendung und Ablenkung von der
Einheit und Gleichheit der physischen Existenz, Hier als das Leben, immer
wieder zu boykottieren um dadurch meinem Ego in der Rechtfertigung des
emotionalen Denkens, der Schuldzuweisung und Anklagenden Haltung wieder Nahrung
zu geben.
Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in dem
Moment in dem ich die emotionale Reaktion körperlich wahrnehme meine Gedanken
zu stoppen, zu atmen und mich dadurch in den Moment und die Wirklichkeit meiner
physischen, atmenden Existenz in das Hier aus den Gedanken und dem Bewusstsein
zurückzuholen um die Situation unbeeinflusst von emotionalen Projektionen und
Interpretationen in Einheit und Gleichheit zu durchleben, selbstbestimmt und im
Sinne des Besten für alle in diesem Moment.
Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in
Einheit und Gleichheit n dem Moment in dem mir ein emotionales Verlangen nach
einer Reaktion, einer energetischen Aufladung meines Bewusstseins, der
Befriedigung eines Bedürfnisses meiner Ego-Persönlichkeit in den Sinn kommt
mich zu stoppen, durchzuatmen, mich bewusst und unbeeinflusst zu fragen was und
wozu dieses Bewusstseinskonstrukt existiert und warum/zu was mich bestimmen
soll, die Ursache und Konsequenz die das Nachgeben hat / hätte zu verstehen
damit ich tatsächlich als Mensch selbstbestimmt und in Einheit mit dem leben
die Verantwortung für mein Denken und Handeln übernehmen und zu ihr stehen kann
in jedem Augenblick des Lebens.
Ich bestimme mich selbst als Mensch in Einheit und
Gleichheit mir immer wieder die rationale Einsicht vor Augen zu halten, dass
die Befreiung von den emotionalen Reaktionsmustern und der Fremdbestimmung
durch die Bewusstseins-Konstrukte ein schrittweiser Prozess sind und dass eine
emotionale Reaktion der Frustration wenn ich eine Niederlage oder einen Rückfall
bei mir erkenne ebenso eine Falle der Bewusstseinsgesteuerten Ego-Identifikation
ist und in keiner Weise eine dem Besten aller dienende und konstruktive
Verhaltens-/Denkweise.
Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben auf
den Weg in ein Leben ohne die Fremdbestimmung durch Bewusstseinsprogramme, ein
Leben das stabil und Hier in Einheit und Gleichheit diese auch lebt, annimmt und in jeder Situation umsetzt,
welche Widerstände sich auch ergeben, im Sinne des Lebens, und in vollem
Bewusstsein der Verantwortung für alles Leben und die Konsequenzen jeden
Denkens und Verhaltens.
Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in
Einheit und Gleichheit durch mein Handeln und Denken jetzt und zukünftig kein
anderes Leben, keine andere Existenz mehr zu missbrauchen um mich als mein
bewusstseinsbasiertes Ego zu bereichern oder persönliche, egoistische
Bedürfnisse zu befriedigen und sei es auch nur in meiner Vorstellung.
Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit
und Gleichheit in dem Moment in dem ich mich selbst schuldig fühle aufgrund
eines Rückfalls in alte Verhaltens- und
Denkmuster und mich selbst be- und verurteile um mich auf den emotionalen Weg
der Lethargie und / oder der depressiven Verstimmung begebe, mich zu stoppen,
bewusst zu atmen, mich in den Moment des physischen, atmenden Seins
zurückzubringen und mich selbstbestimmt durch das Reaktionsmuster zu bringen in
der Einsicht/Erkenntnis, dass diese Gedankenkonstruktion keine Lösung des
Problems, sondern vielmehr seine Ursache überhaupt darstellt.
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Sonntag, 15. Juni 2014
Tag 174 - Vom Scheitern zu gefallen Teil I
Ich bin immer wieder erstaunt über mich selbst, wenn ich im
Laufe meines eigenen Prozesses der Selbstentdeckung oder besser gesagt Selbstentlarvung
und der selbstehrlichen Neugestaltung feststelle, wie sehr ich über so viele
Jahre hinweg mein eigenes Leben an den Ideen oder Vorstellungen anderer
ausgerichtet habe. Ich meine damit, dass ich trotz einer inneren Gewissheit ich
selbst zu sein in ständigem Dialog und nicht selten auch Konflikt mit mir
selbst gestanden habe ob das, was ich denke, tue, mir wünsche und anstrebe
tatsächlich akzeptabel, konform und angemessen ist. Dabei war mir nie wirklich
bewusst wer oder was diese Konformität oder Angemessenheit bestimmt, was für
eine Bedeutung oder welchen Wert sie haben sollten. Es war mir einfach wichtig,
angemessen zu wirken, die Anerkennung war das Urbedürfnis, das, wonach ich mich
in all meinem Handeln gesehnt habe. Dadurch habe ich eine Persönlichkeit
aufgebaut, die in sich völlig instabil und eher zusammengeschustert war, ein
Ich, das sich mit scheinheiligen Verhaltensmustern vor der Wirklichkeit
versteckt und in jede Handlung, jede Idee und in jeden Wunsch den Keim der
Unsicherheit und Angst gesetzt hat.
Es gibt eigentlich nur einen einzigen Grund für diese Ängste
und Unsicherheiten, so wie es auch nur diesen einen Grund für die Sehnsucht
nach Anerkennung anderer gibt, nämlich die Entfremdung vom eigentlichen Selbst,
vom wahren Kern der eigenen Existenz und all ihrer Verbindlichkeiten.
Wie ist das gemeint? Das eigene Selbst wahrhaftig zu kennen
und zu verstehen ist das, was am Ende des Weges der selbstehrlichen
Selbstoffenbarung liegt. Das Selbst als diese Existenz, als dieser Atmende
Körper, das Lebendige, jeder winzige Teil davon und alles was ihn am Leben
erhält, das Untrennbare, die Einheit des Ganzen. Ich kann sicher nicht von mir
behaupten zu diesem Punkt bereits vorgestoßen zu sein und ich bin sicher, dass
dieser Weg ein lebenslanger Weg ist, doch jeder Schritt, jede Offenlegung einer
neuen Schicht selbstverblendeter Scheinidentität unter der die man mühsam
aufgebrochen hat zeigt deutlich die Richtung, zeigt deutlich die Prinzipien und
Methoden der Selbstverleugnung, die Schutzmechanismen der Programme die man
Persönlichkeit nennt auf. Dadurch lässt sich mit dem menschlichen Verstand
Einsicht und Verstehen erreichen. Und das bedeutet, dass man eine Lüge
gegenüber sich selbst und gegenüber dem Leben eindeutig erkennen kann, dass man
auch die Methoden der gewählten Ignoranz und ihrer Rechtfertigung erkennen und
entlarven kann. Und dass man auch die selbstgefälligen und von Angst gespeisten
Routinen bemerken kann, die auch diese Erkenntnis zu leugnen versuchen. Die
Persönlichkeit, die Identität, die Sprache, die Wortbedeutungen und die
emotionalen Verknüpfungen, unsere Empfindungen und Gedanken, all das ist zu
großen Teilen in unser Bewusstsein verlagert und hat in vielen Bereichen den
Kontakt zur Wirklichkeit bereits verloren. Wir existieren, fühlen, reagieren
fast ausschließlich in unseren Gedanken und dann wägen wir ab, schmieden Pläne
und entwerfen Strategien wie wir die Wirklichkeit um uns herum derart
manipulieren könnten, dass sie sich weitgehend unseren inneren
Vorstellungswelten anpasst, als ob diese inneren, substanzlosen Welten mehr
Bedeutung, mehr Wert für uns hätten als die Wirklichkeit, die wahrhaftige,
physische Existenz. Und das glauben wir tatsächlich, also diese Bedeutung
schreiben wir unseren Gedankenwelten zu. Auch entgegen jede Vernunft, den
Bereich unserer Bewusstseinswelt und unserer Gedanken ignorierend, der
tatsächlich einen sinnvollen Nutzen für uns und das Leben haben könnte. Anders
ist die zerstörerische, Verschwenderische und parasitäre Lebensweise die wir
Menschen als Gesellschaften gewählt und erschaffen haben nicht zu erklären. Wir
handeln gegen offensichtliche
Vernunftgründe, denken kurzfristig und nutzen unsere Fähigkeiten ohne
jede Verantwortlichkeit. Schadensbegrenzung dient für uns aller höchstens
unserem eigenen, ganz persönlichen Wohl und Komfort und richtet sich auf ein
Zeitfenster, das unsere eigene Lebensspanne, vielleicht gerade noch die unserer
Kinder mit einbezieht. Und somit setzt sich die Zerstörung unentwegt fort, denn
genau dieses Verhalten vermitteln und übermitteln wir natürlich auch unseren
Kindern.
Sich kontinuierlich selbst zu belügen heißt zwangsläufig
auch andere zu täuschen. Dadurch ist oder scheint diese Bewusstseinsentwicklung
kaum zu durchbrechen zu sein. Wir haben oft nicht einmal die Chance dazu, denn
tatsächlich wirkt unsere Selbsttäuschung so gut, dass wir sie kaum noch
bemerken, bzw. selbst an sie glauben, sie als „unsere Natur“ zu betrachten. Und
das ist der gefährlichste Denkfehler, die dogmatische Akzeptanz der eigenen
Unzulänglichkeit. Sie ist ein religiöses Machtmittel, als die Methode der
externalisierten Schuldzuweisung. Wahrlich eine Haarige Situation, denn diese
Schuld, sofern sie denn eine ist, ist genau der Angstfaktor, ist das Monster
vor dem wir uns fürchten, vor dem wir davonlaufen, weil wir wissen, dass wenn
wir uns ihm stellen, es uns zerfleischen würde. Doch tatsächlich würde es sich
auf unsere eingebildeten Identitäten, unsere Gedankenwelten stürzen, es würde
unsere Egos zerreißen und uns die Fetzen um die Ohren schlagen. Sich dieser
Angst zu stellen und sie zu überleben als das, was von dir übrig bleibt, das
ist der steinige und unangenehme Weg in die Freiheit für das wahre, eigentliche
Selbst das erst dann zu seiner Größe und Stärke heranwachsen kann, wenn dieses
Monster seinen Schrecken verloren hat und wir erkennen, dass es in Wahrheit ein
treuer Freund und Begleiter ist, ein Sicherheitsfaktor der uns immer wieder vor
den Fallen der institutionalisierten Programme unseres gesteuerten Bewusstseins
warnt, und zwar immer dort, wo wir den Kontakt zu uns selbst, zu der Einheit
und der bodenständigen Wahrhaftigkeit des Lebens hier in diesem Moment, diesem
Atemzug der Körperlichkeit zu verlieren drohen.
Fortsetzung folgt...
Dienstag, 26. Februar 2013
Tag0016 - Der Lerneffekt des bewußten Verzichts Teil 2: Rauchen
Nachdem ich bereits einmal für fast
zwei Jahre aufgehört hatte zu Rauchen habe ich aus mir leider nicht
mehr genau bekannten Gründen für einen relativ kurzen Zeitraum
wieder geraucht um dann schließlich wieder aufzuhören, diesmal für
mindestens drei Jahre, genau ist mir der Zeitraum ebenfalls nicht
bekannt, jedenfalls habe ich ziemlich genau heute vor einem Jahr
wieder eine Zigarette geraucht, weil ich 'Lust' darauf verspürt
hatte und einer Stimmung nachgegeben hatte in der ich mich leer und
gelabgweilt fühlte. Ich dachte, ab und zu eine Zigarette zu rauchen
würde mir wieder etwas geben, ein neues Gefühl, etwas zum Genießen
in Momenten der Ruhe oder Langeweile. Und das hat auch funktioniert,
ich habe die ersten Zigaretten genossen, das Gefühl des Inhalierens,
die leichten Schwindelgefühle, die Möglichkeit sich einmal für
einen Moment 'auszuklinken' aus dem Alltag usw. Und eigentlich blieb
das auch so. Ich konnte wirklich sagen, dass ich ohne Suchtverhalten
an den Tag zu legen eine ganze Weile mit dem 'Gelegenheitsrauchen'
zurechtgekommen bin. Ich habe natürlich nach einer Weile gemerkt,
dass ich mich an diese Prozedur des Rauchens so sehr wieder geöhnt
hatte, dass ich auch ohne Lust auf eine Zigarette und auch ohne sie
zu genießen geraucht habe, nur um Zeit totzuschlagen beispielsweise
oder um mich mit irgendetwas zu beschäftigen. In solchen Momenten
habe ich dann überlegt was ich da eigentlich tue, ob ich das machen
muss, ob ich das brauche. Und dann habe ich wieder für einige Tage,
manchmal auch nur einen überhaupt nicht geraucht und erst nach drei
oder vier Tagen wieder angefangen. Ich habe mich auch schon früher
auf eine bestimmte Marke festgelegt, ich drehe wenn ich rauche selbst
und rauche den 'organic' Tabak von NAS. Da der sehr selten in
Tabakläden angeboten wird war ich dann auch das eine oder andere Mal
sozusagen gezwungen nicht zu rauchen, weil ich den Tabak nur in der
nächsten Stadt bekommen konnte. Also habe ich im Grunde
festgestellt, dass mein Rauchverhalten im Vergleich zu früheren
Jahren wesentlich bewußter und auch zwangloser geworden war und ich
sah das als gute Sache an.
Ich sage gleich, dass es mir in diesem
Blogpost nicht um irgendeinen Kampf gegen das Rauchen geht und ich
auch nicht die 'tolle Story wie ich damit aufgehört habe' daraus
machen will. Es geht hier in erster Linie um die
Bewußtseinsmechanismen, die Gedankensysteme und Strukturen der
Selbstverurteilung, der Manipulation durch Medien, Menschen und
eigene Werturteile im Zusammenhang mit 'Rauchen' an sich und den
Konsequenzen die es für mich vor allem aufgrund dieser
Gedankenprozeduren hat und hatte.
Ich habe mit vierzehn Jahren angefangen
zu rauchen und ich habe es im Grunde nicht wirklich genossen. Ich bin
einfach so in die Abhängigkeit hineingeraten und habe das Rauchen zu
einem festen Teil meiner Persönlichkeit werden lassen. Bastian ohne
Rauchen, das war schon nach wenigen Jahren unvorstellbar für mich.
Eine Zigarette gehörte eigentlich zu jeder Situation, zum Kaffee,
nach dem Essen, beim Ausgehen, nach dem Einkaufen und sogar im Bett.
Als ich dann zu der oben geschriebenen
Zeit aufgehört habe, ging das einher mir meinen ersten ernsthaften
sportlichen Ambitionen, ich wollte mir selbst sozusagen beweisen,
dass ich trotz meines langjährigen Rauchens und meiner eher
unsportlichen Grundhaltung dennoch mit dem nötigen Willen und dem
Einsatz gut und sportlich werden kann und fing mit dem Laufen an,
einer Sportart die mir fremder nicht sein konnte, ich habe nie zuvor
viel vom Langstreckenlaufen gehalten, im Gegenteil, ich habe es
verbscheut. Außerdem hatte ich schon als Jugendlicher Probleme mit
dem 'normalen' laufen durch ständige Muskelkrämpfe an den
Schienbeinen und einer starken Unsicherheit im Gang. Daher war es
gerade diese Sportart die ich gewählt hatte, weil sie so
unwahrscheinlich war, fast so unwahrscheinlich wie die Vorstellung
ich könnte ohne Zigaretten leben. Vor allem auch wollte ich mit dem
Vorurteil aufräumen, dass man stark zunehmen muss, wenn man mit dem
Rauchen aufhört und das war mir auch gelungen. Es war für mich ein
harter 'Kampf' mit vielen Schmerzen und Motivationstiefs verbunden,
aber ich war verbissen und überzeugt dass es gut für mich und
wichtig wäre . Ich habe mir in dieser Zeit deutlich bewiesen, dass
Durchhaltevermögen und Beständigkeit trotz Stimmungstiefs und
langsamen Fortschritten einem die Fähigkeit gibt die größten und
hartnäckigsten Barrieren des Geistes überwinden zu können und ich
lernte in dieser relativ kurzen Zeit mehr über mich und meinen
Körper als in all den Jahren vorher. Diese Phase wurde also für
mich, für das was ich jetzt bin zu einem sehr wichtigen Bestandteil.
Ich habe wie bereits geschrieben schon
eimal wieder angefangen zu rauchen und nach einer Weile wieder
aufgehört. Während dieser Zeit des Rauchens hatte ich ähnliche
Erfahrungen mir meinem Bewußtsein, den Selbstvorwürfen und den
Folgen der Reue, der Sebstverurteilung und der depressiven
Verstimmung aufgrund dieses 'Versagens' gemacht. Doch zu dem
Zeitpunkt habe ich noch nicht wirklich verstanden was die Ursachen
sein können für die Konsequenzen die ich körperlich und geistig
erfahren hatte. Erstaunlicherweise war es das zweite mal weit weniger
schwierig mit dem Rauchen aufzuhören und ich war swehr erleichtert
als die phase des dauernden Verlangens nach einer Zigarette
überstanden war.
In diesem Blog schreibe ich jetzt
detaillierter über die kürzlichen Erfahrungen und die gedanklichen,
die geistigen Vorgänge des letzten Jahres, vor allem im Zusammenhang
mit meinen Anstrengungen der körperlichen, sportlichen Betätigungen
und dem Selbstbild das sich für mich daraus entwickelt hat.
Ich muss vorwegnehmen dass ich das
Rauchen durchaus immer noch genießen kann oder könnte, ich verachte
oder verteufel es nicht, ich habe nur eben einige Punkte
festegestellt, die es mir sehr schwer machen und gemacht haben, die
Konsequenzen des Rauchens für mich selbst zu kontrollieren und zu
verstehen, besoders in Anbetracht der Selbstunterhaltungen in meinem
Bewußtsein und ihrer Steuerung und Kontrolle. Ich konnte
feststellen, dass in Zeiten in denen die gedanklichen Selbstgespräche
über Zweifel und Beschuldigungen über das 'Schwach werden'
besonders präsent waren, vor allem aber auch die
Selbstverurteilungen weil ich mir einredete, dass ich die sportlichen
Erfolge die ich mir hart erkämpft und durch Disziplin und
Beständigkeit erarbeitet hatte alle wieder zunichte mache, mich
wieder in den abhängigen Zustand versetze in dem ich zuvor einmal
war, dass ich mich in diesen Zeiten körperlich und gestig besonders
'geschädigt' gefühlt habe, dass ich beispielsweise besonders
schlecht schlief, viel hustete und am nächsten morgen schlecht aus
dem Bett kam und mir erst einmal die Bronchen freihusten musste, auch
wenn ich vielleicht nur zwei oder drei Zigaretten am vorabend
geraucht hatte.
Ich war in diesem Jahr viel mit inneren
Selbstgesprächen über das Rauchen beschäftigt, immer wieder habe
ich mich versucht von diesem oder jenem zu überzeugen, Pro und
Kontra, ohne dass ich mir klar machen konnte, dass alle Argumente die
ich im Geist durchging nicht meine eigenen, sondern die anderer
waren, dass nichts davon meiner eigenen Erfahrung und meiner Analyse
entsprungen war. Und ich habe erkannt, dass ich durch diese inneren
Dialoge und Konflikte, durch die Selbstverurteilung gerade die
Konsequenzen produziert und manifestiert habe, die in diesen
'Meinungen' die nicht die meinen waren zu befürchten standen.
Tatsächlich konnte ich für mich
selbst herausfinden, dass meine eigene Wahl und die bewußte
Akzeptanz der Verantwortung für meine Entscheidung die Voraussetzung
ist für eine klare Linie im Umgang mit sich selbst und vor allem
auch dem Rauchen, denn in den Momenten in denen ich mir klar darüber
war konnte ich tatsächlich auch genußvoll rauchen und war vor allem
dann nicht zu rauchen,
wenn ich tatsächlich keine Lust hatte oder gemerkt habe dass es zu
belastend ist. Und so waren auch die Konsequenzen in diesen Momenten
nicht körperlich bemerkbar oder zumindest weniger.
Am schwierigsten stellt es sich für
mich dar, mit der Angst vor dem Verlust der Sportlichkeit und
Beweglichkeit klarzukommen. Vor allem jetzt im Winter dient die
frustrierende, selbstverurteilende innere Überzeugung dass es ja,
nachdem ich schon seit einigen Monate rauche sowieso keinen Sinn mehr
machen würde jetzt mit dem Laufen wieder anzufangen als mehr oder
wenigr willkommene Entschuldigung und Ausrede, wenn es zu unbequem
und anstrengend erscheint rauszugehen. Und so habe ich auch das
Laufen in dieser Zeit sehr stark eingeschränkt.
Wenn ich allerdings dann einmal die
Motivation hatte wieder laufen zu gehen und gemerkt habe, dass der
Leistungsabfall durch das Rauchen weit weniger auffällig war als
erwartet, beziehungsweise kaum bemerkbar war, und ich dann aber nach
einigen diesbezüglich 'motivierten' Tagen wieder mehr geraucht und
mit dem Sport pausiert habe, dann kam dieser innere Dialog wieder ins
Spiel und bremste mich, steuerte mich in meiner Stimmungslage und
meiner Selbstbestimmungs- und Entscheidungsfähigkeit.
Ich musste also feststellen, dass meine
Gedankensysteme und emotionalen Identifikationen im Zusammenhang mit
meinem Selbstbild, dem Rauchen und dem Sport wesentlich stärker
waren als die 'Sucht' nach dem Rauchen an sich und dass sie ein
System gebildet haben, das mich sozusagen im Griff hält, ein Gerüst
aus Gedanken, Illusionen, Werten, Urteilen und Interpretationen, so
dass ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen bin, nicht
unbedingt aus einem Suchtverhalten heraus, sondern vielmehr aus der
bequemen Flucht vor der Selbstanalyse und Dekonstruktion dieses
Bewußtseins-Systems. So ist jeder Schritt der Aufgabe einer
Entscheidung bis zur Überwindung der Selbstverurteilung, der Hingabe
an die Selbstaufgabe und der erneute Zweifel, die neue Vereinbarung
mit sich selbst und dann wieder der Rückgriff auf die Vergangenheit
als dem System der Selbstaufgabe und Selbstrechtfertigung ein
Kreislaufgeworden und die ganze Zeit war der Punkt auf den es ankam
nicht der, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern der des verlorenen
Selbstvertrauens aufgrund des Rückfalls, der nicht wirklich
bearbeitet oder produktive als Lernprozess genutzt, sondern zur
Selbstbeurteilung und Rechtfertigung emotionaler Neigungen mißbraucht
wurde.
Es geht also vor allem genau um die
Prinzipien des Lerneffekts des 'Bewußten Verzichts', zu erkennen und zu lernen wie
die inneren Mechanismen und Programme der Selbstverurteilung, des
Frusts, der Niedergeschlagenheit und Selbstaufgabe funktionieren, wie
man selbst Verhaltensweisen sich antrainiert die eben diese zehrenden
Systemabläufe in Gang setzen, wie man sich versucht aus der
Veranwortung zu stehelen mit vorgefertigten Urteilen, fremden
Meinungen und Analysen.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir
erlaubt und es zugelassen habe mich in einem Moment der Suche nach
Ablenkung, nach etwas Neuem, einem neuen Gefühl der
Selbstwahrnehmung wieder mit dem Rauchen beschäftigt habe, dass ich
wieder angefangen habe regelmäßig Zigaretten zu rauchenund dass ich
es zugelassen habe, diese Angewohnheit wieder zu einem Bestandteil
meiner Selbst werden zu lassen, obwohl ich mich von ihr aus
unterschiedlichen, nicht einmal primär gesundheitlichen Gründen
befreien wollte.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es
erlaubt und zugelassen habe einen Kreislauf der inneren Dialoge mit
mir selbst über meinen Rückfall und die Dummheit meine Gesundheit
aber vor allem meine Erfolge die ich durch mein Lauftrining erzielt
hatte aufs Spiel zu setzen, dass ich mich selbst be- und verurteilt
habe nur um in anderen Momenten wieder Rechtfertigungen und Gründe
für mein Verhalten zu suchen und zu finden und dass ich vielleicht
durch das gelegentliche Rauchen, aber vor allem durch diese inneren
Konflikte und die Zerrissenheit, die an mir und meinem Körper
zehrenden Stimmungsschwankungen denen ich über diese Dialoge erlaubt
habe mich zu bestimmen meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, meinen
Körper belastet habe nur um mich dadurch noch tiefer in Gedanken der
Hoffnungs- und Sinnlosigkeit aller Bemühungen zu verlieren.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir
erlaubt und es zugelassen habe, mein Handeln, meinen Selbstwert und
mein Empfinden in dieser Sache vor allem durch die Meinungen,
Beurteilungen und Sichtweisen anderer bestimmen zu lassen, dass ich
versucht habe in ihren Meinungen, in ihren Leben Gründe und
Rechtfertigungen für mein Verhalten zu finden, und nicht zu
erkennen, dass ich letztlich mit mir selbst in Kommunikation stehe
und es daher enorm wichtig ist authentisch und selbstehrlich zu sein,
vor allem wenn es darum geht den Körper, die Signale und die
Auswirkungen des Denkens auf seine Gesundheit/seine Funktionalität
zu erkennen und zu verstehen.
Ich werde morgen fortfahren mit diesem
Thema...
Bastian Neumann / Ramstein /
Deutschland / 26.02.2013
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2013,
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