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Mittwoch, 13. August 2014

Tag 181 - Loslösen von emotionalen Reaktionsmustern

giulia.forsythe / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)




Emotionale Reaktionen üben auf das Bewusstsein einen starken Reiz aus, sie sind die Grundlage des Egos, der Persönlichkeitsgenerierung, sie haben ein enormes Suchtpotential, denn ihre im Grunde mechanische Wirkungsweise fühlt sich richtig, real und lebendig an. Allerdings ist bei genauerer Selbstuntersuchung das Reiz-Reaktionsmuster eine Entwicklungshistorische Kette von subjektiven Urteilen und Selbstbewertungen, von emotionalen Erlebnissen die in der Erinnerung abgespeichert sind und nun immer wieder als Referenzen zur Bewertung aktueller Situationen herangezogen werden. Daher ist das eigentliche Verhalten beim Befolgen dieser Reaktionsmuster ein nach hinten, in die Vergangenheit gerichtetes, da es ja auf der Vergangenheitserfahrung basiert. Es ist also nie ein progressives, und schon gar kein Vernunft- oder vom Verstand gesteuertes Verhalten. Wie soll aus emotionalen oder auch gefühlsbasierten Reaktionen also – und wir sind als Menschen in dieser Welt heute in allen Sinnesbereichen geradezu Süchtig nach emotionalen Reizen -  etwas entstehen, das dem menschlichen Potential und seinen tatsächlichen Fähigkeiten gerecht werden könnte, ganz zu schweigen von seinem Anspruch auf Erhabenheit, Kultiviertheit, Fortschrittlichkeit und zuoberst seiner Intelligenz? Tatsächlich sind alle Reaktionsmuster die auf diesen persönlichen Werte-Konstrukten emotionaler Erwiderung oder emotionellen Verhaltens basieren eine Beschränkung der eigentlichen Fähigkeit des Menschen Situationen rational zu erkennen und ihren Verlauf ursachenbezogen an bestimmte zielgerichtete Prinzipien anzugleichen unter der Berücksichtigung der Konsequenzen für sich selbst und andere. Und gerade weil er diese Fähigkeit zweifelsfrei besitzt ist diese freiwillige Selbstbeschränkung der rein emotionalen Reaktionen eine bewusste Verantwortungslosigkeit die man als Unmündigkeit bezeichnen könnte, wobei eine gewählte Ignoranz den Kern der Sache besser beschreibt, da Unmündig ja zuerst einmal voraussetzen würde, dass man die eigene Fähigkeit zu mündigem, verantwortungsvollem Handeln überhaupt erst annimmt. Verantwortungsvoll und mündig heißt natürlich immer unter der Berücksichtigung der Einsichtsfähigkeit in die Wirklichkeit der gegebenen Verhältnisse zu Handeln, und zwar in genau so weit wie man dazu unter Aufbringung seines gesamten Potentials, also seiner Fähigkeiten im Stande ist. Das emotionale Reaktionsmuster ist eben genau das Gegenteil davon, das Handeln das darauf basiert ist in höchstem Maße subjektiv und noch nicht einmal in der Subjektivität ist es konsequent, denn es bezieht sich letztlich allein auf die gedankliche Bewusstseinsebene und ignoriert die tatsächlichen physischen Bedürfnisse der eigenen Existenz, was sich in der selbstzerstörerischen und kurzsichtigen Natur der Gesellschaftssysteme und der sozialen Beziehungen der Menschen überall auf der Welt zeigt. Beziehungen die auf sozialer Abhängigkeit basieren,  zersetzende Konflikte die ihren Ursprung in reinen Glaubenssystemen haben und entgegen der tatsächlichen Gleichheit der Grundbedürfnisse und der Einsicht in die Möglichkeit einer physischen, gleichberechtigten und unterstützenden Koexistenz aufrechterhalten werden, alltägliches Sucht- und Konsumverhalten das keiner lebensfördernden oder nachhaltigen Entwicklung dient sondern eine Vergeudung der Ressourcen darstellt und vor allem auch eine Verschwendung der Lebenszeit, da es keine dauerhafte, nachhaltige Befriedigung und zu-Frieden-heit schafft. Diese emotionalen Reaktions- und Verhaltensmuster, genährt durch künstlich geschaffene Ängste und durch die Manipulation sozialer Systeme erzeugte Ängste existentieller Not, bestimmen das menschliche Verhalten in einem ungesunden Maß das es einerseits möglich macht uns selbst zu manipulieren und zu beherrschen, uns zu selbstzerstörerischem Denken und Handeln zu verleiten und das es andererseits unmöglich macht Probleme und Situationen jeder Art mit gesundem Menschenverstand zum Wohle aller Beteiligten zu bearbeiten und zu lösen.  Das Erkennen und das Auflösen /  Loslösen von diesen Reaktionsmustern ist daher notwendig um sich und andere vor den Konsequenzen dieser Verantwortungslosigkeit zu bewahren und sich selbst zu befreien, vor sich selbst aufrichtig und selbst-ehrlich gerade stehen zu können um überhaupt Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, was die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben eines Menschen ist, der sich selbst als mündig und Vernunftbegabt bezeichnen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich immer wieder von meinen emotionalen Reaktionen auf das Einwirken äußerer Umstände bestimmen zu lassen ohne mir zu vergegenwärtigen, dass diese Emotionen Resultate meiner eigenen Gedanken und Erinnerungen sind und sich auf eine rein persönliche Weltsicht beziehen wodurch sie in der Folge als Reaktion nach außen nicht sinnvoll und zum Besten aller wirken, sondern lediglich den Versuch des Egos darstellen sich das Umfeld auf Kosten anderer ohne Rücksicht den persönlichen Bedürfnissen anzupassen oder aber die Emotion der Frustration aufgrund der eigentlichen Unmöglichkeit dieses Versuchs in eine Beschuldigung nach außen zu wandeln  und in Häme, Wut und Aggression gegen andere zu richten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es immer wieder nicht erkennen wollte, dass dies es Eingehen auf emotionale Reaktionen ein Spiel mit Energien ist, mit Gedanken und Fantasien durch das ich mich selbst, meinen Körper, meine lebendige, physische Grundlage benutze und immer auch andere als Statisten und Protagonisten meiner persönlichen Bewusstseinswelt einzusetzen versuche um die Vorstellungswelt meiner Persönlichkeit, meiner Erinnerungen und Gedanken-Konstrukte mit denen ich mich zu identifizieren gelernt habe zu nähren und für mich am Leben zu erhalten ohne mir dabei einzugestehen, dass eine für alle sinnvolle Lösung, ein verantwortungsvoller Umgang mit mir selbst und anderen in dieser Verhaltens- und Denkweise nicht möglich ist und dass sie einen Missbrauch des lebendigen, physischen Seins darstellt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, die eigene Unachtsamkeit und das Zurückfallen in die angelernten und gewohnten Verhaltensmuster egoistischen und Ich-bezogenen Denkens sowie in das Suchtverhalten bezogen auf selbst geschaffene, rein persönliche Bedürfnisse entgegen dem besseren Wissen um den Schaden den ich dadurch nicht nur für mich selbst sondern auch für andere verursachen kann durch meine Gedanken und persönlichen Wertsysteme zu rechtfertigen und den Grund dafür im Verhalten anderer zu suchen, oder besser gesagt in meiner konstruierten Interpretation des Verhaltens anderer.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst und meine Selbstbestimmung auf dem Weg der Selbstbefreiung von der bewusstseinsbasierten Verblendung und Ablenkung von der Einheit und Gleichheit der physischen Existenz, Hier als das Leben, immer wieder zu boykottieren um dadurch meinem Ego in der Rechtfertigung des emotionalen Denkens, der Schuldzuweisung und Anklagenden Haltung wieder Nahrung zu geben.



Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in dem Moment in dem ich die emotionale Reaktion körperlich wahrnehme meine Gedanken zu stoppen, zu atmen und mich dadurch in den Moment und die Wirklichkeit meiner physischen, atmenden Existenz in das Hier aus den Gedanken und dem Bewusstsein zurückzuholen um die Situation unbeeinflusst von emotionalen Projektionen und Interpretationen in Einheit und Gleichheit zu durchleben, selbstbestimmt und im Sinne des Besten für alle in diesem Moment.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit n dem Moment in dem mir ein emotionales Verlangen nach einer Reaktion, einer energetischen Aufladung meines Bewusstseins, der Befriedigung eines Bedürfnisses meiner Ego-Persönlichkeit in den Sinn kommt mich zu stoppen, durchzuatmen, mich bewusst und unbeeinflusst zu fragen was und wozu dieses Bewusstseinskonstrukt existiert und warum/zu was mich bestimmen soll, die Ursache und Konsequenz die das Nachgeben hat / hätte zu verstehen damit ich tatsächlich als Mensch selbstbestimmt und in Einheit mit dem leben die Verantwortung für mein Denken und Handeln übernehmen und zu ihr stehen kann in jedem Augenblick des Lebens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch in Einheit und Gleichheit mir immer wieder die rationale Einsicht vor Augen zu halten, dass die Befreiung von den emotionalen Reaktionsmustern und der Fremdbestimmung durch die Bewusstseins-Konstrukte ein schrittweiser Prozess sind und dass eine emotionale Reaktion der Frustration wenn ich eine Niederlage oder einen Rückfall bei mir erkenne ebenso eine Falle der Bewusstseinsgesteuerten Ego-Identifikation ist und in keiner Weise eine dem Besten aller dienende und konstruktive Verhaltens-/Denkweise.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben auf den Weg in ein Leben ohne die Fremdbestimmung durch Bewusstseinsprogramme, ein Leben das stabil und Hier in Einheit und Gleichheit diese auch  lebt, annimmt und in jeder Situation umsetzt, welche Widerstände sich auch ergeben, im Sinne des Lebens, und in vollem Bewusstsein der Verantwortung für alles Leben und die Konsequenzen jeden Denkens und Verhaltens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit durch mein Handeln und Denken jetzt und zukünftig kein anderes Leben, keine andere Existenz mehr zu missbrauchen um mich als mein bewusstseinsbasiertes Ego zu bereichern oder persönliche, egoistische Bedürfnisse zu befriedigen und sei es auch nur in meiner Vorstellung.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit in dem Moment in dem ich mich selbst schuldig fühle aufgrund eines  Rückfalls in alte Verhaltens- und Denkmuster und mich selbst be- und verurteile um mich auf den emotionalen Weg der Lethargie und / oder der depressiven Verstimmung begebe, mich zu stoppen, bewusst zu atmen, mich in den Moment des physischen, atmenden Seins zurückzubringen und mich selbstbestimmt durch das Reaktionsmuster zu bringen in der Einsicht/Erkenntnis, dass diese Gedankenkonstruktion keine Lösung des Problems, sondern vielmehr seine Ursache überhaupt darstellt.

Donnerstag, 14. März 2013

Tag0032 - Der Verlust des Selbst und die Sucht nach Ablenkung







Wir haben unser Selbst für Ersatzbefriedigungen aufgegeben, die uns abhängig machen von der Produktion, von den Ressourcen die uns diese Ablenkungen bieten, und das können Produkte, Programme und auch Menschen sein, beziehungsweise 'Persönlichkeiten' als Programme die das ablaufen lassen, was uns unterhält.
Aber vor allem sind wir süchtig geworden nach Ersatzbefriedigungen, nach sinnfreien, symbolischen Werten, die uns das Gefühl einer Belohnung, einer Erhöhung unseres Wertes verschaffen, uns glauben lassen, dass wir es/sie "verdient" hätten, Das ist das grundlegende Denken und handeln des kapitalistisch konditionierten Konsummenschen, der immer und überall seinen Wert zu erhöhen und seine Sucht nach symbolischem Status zu befriedigen sucht. In dem System in dem wir uns heimisch fühlen, dessen Prinzipien wir als Teil unserer Natur akzeptiert haben, basieren diese Produkte, diese symbolischen Werte und der Status den wir uns erhoffen auf rücksichtsloser Ausbeutung, der Übervorteilung anderer, schwächerer Menschen, die im allgemeinen Wertesystem eben ganz unten stehen, und zwar nicht etwa deshalb, weil sie weniger wert wären, weil sie unfähig wären oder nicht in der Lage etwas zu leisten, sondern vor allem weil sie mit Gewalt von ihren Möglichkeiten abgehalten werden, weil sie entweder durch Geburt, durch oder soziale Ausbeutung von Vornherein in einer Situation sind, die es ihnen unmöglich macht, sich aus eigener Kraft von ihrer Position zu erheben. Und natürlich ist das auch genau so gewollt, da dieses System die Ausbeutung der sozial schlechter gestellten Mensch braucht um überhaupt funktionieren zu können. Und so sind es vor allem die privilegierten Menschen, die, die auf der Seite der Ausbeuter und scheinbaren Nutznießer des Systems leben, die durch das Geld zeitweilig geschützt die Vorzüge einer Machtposition 'genießen', die weiterhin an diesem aus Lebenssicht inakzeptablen System festhalten, die es zu rechtfertigen versuchen und alle Alternativen als Unsinnig und wiedernatürlich abtun. Es ist die Gehirnwäsche der privilegierten Schicht, die sie zu Handlangern und Marionetten einer Maschinerie des Kapitals macht, die letztendlich alles Leben bedroht und so auch viele derjenigen noch zu ihren Lebzeiten sozial vernichtet, die es zuvor noch eifrig verteidigt haben. Doch werden diese Menschen in aller Regel nicht mehr 'gehört', daher hören wir auch nichts von den Gefahren und Unsicherheiten, und stellen das System kaum in Frage, so lange wir von ihm profitieren.

Doch ist ein solches Verhalten und Denken nicht das eines rationalen, vernunftbegabten und eigenständigen Menschen, sondern das eines feigen Ja-Sagers der seine Hand aufhält um seine Almosen als Schweigegeld entgegenzunehmen.
Immer wieder argumentieren die Bezweifler aller Alternativen und die Verteidiger des bestehenden Systems und seiner Ungleichheit mit der scheinbaren Gerechtigkeit der leistungsbezogenen Vergütung des kapitalistischen Systems und übersehen dabei völlig die Realität, die eben genau das Gegenteil beweist. Niemand soll aufgrund seiner herausragenden Leistung für die Gemeinschaft benachteiligt werden, das wäre vollkommen unlogisch. Was aber beendet werden muss und ein Kernpunkt einer Vernünftigen Alternative zu unserer akzeptierten Lebensweise ist, ist die überzogene Anhäufung von Reichtum un alleinigem Zugriff auf Ressourcen die auf Kosten anderer, zu lasten ihrer Lebensqualität geht. Das ist schlicht und einfach inakzeptabel und kann mit keiner Arbeitsleistung gerechtfertigt werden. Ein Verbrecher, ein Betrüger oder Räuber 'leistet' schließlich auch 'Arbeit', aber seine Leistung bringt keinen gemeinschaftlichen Vorteil. Genausowenig die einer Unternehmens das zwar einerseits ein Produkt an den Markt bringt, dass einigen wenigen, die es sich leisten können ein schöneres oder angenehmeres Leben beschert (wobei dies meist noch zweifelhaft ist), auf der anderen Seite aber beispielsweise Flüsse vergiftet und Arbeiter ausbeutet die aufgrund ihrer sozialen Lage gezwungen sind für einen Hungerlohn, von dem kein Mensch in Würde leben kann zu arbeiten.

Es ist eben nicht das Prinzip der Natur des menschlichen Lebens sich aufgrund einer besonderen Leistung einen ganz persönlichen Vorteil zu verschaffen. Diese Idee ist erst durch Gehirnwäsche über Generationen und die Veranlagung des menschlichen Bewußtseins entstanden. Diese Ideologie ist Selbstzerstörerisch, weil sie über kurz oder lang auf kosten der Gemeinschaft, des Zusammenlebens geht und die Grundlagen des Lebens zerstört. Sie ist irrational weil sie im Namen einer reinen Vorstellung oder besser gesagt 'Einbildung', nämlich der reinen Bewußtseinsidentifikation als Mensch, das Leben in kurzsichtiger und naiver Weise als Ressource ausbeutet, in unbegrenzter Gier und unverantwortlicher Selbstsucht.
Der Mensch ist ein denkendes Wesen, aber er ist zu seinem Gedankensystem geworden, er hält sich für seine Gedanken, dabei ist er das Leben, ist der Körper, die Materie, ist eins mit allem, in ständigem Austausch. Er weiß das alles, es sind die einfachen, offensichtlichen Fakten des Lebens und es wäre einleichtes, vor allem aber die Lösung der größten gesellschaftlichen Probleme denen er sich gegenüber sieht, das Leben, sein eigenes und das der Gesellschaft an den Prinzipien der Einheit und Gleichheit, der offensichtlichen Wahrheit auszurichten. Doch für das vergeistigte Ich, die Illusion in die wir uns selbstverliebt hineinkonditionieren, ist diese Vorstellung unerträglich, denn sie ist ein süchtiger Charakter, ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuß, nach der Befriedigung der unerträglichen Empfindung des Mangels, die eine Folge der Selbst-Entfremdung ist.

Unser System ist das Symptom einer Erkrankung des Lebens durch den Menschen. Eine Erkrankung am Bewußtsein, eine Wucherung des Bewußtseins, die in grenzenlosem Wachstum der energetischen Erfahrungen ihre Erlösung sucht und letztlich sich selbst vernichtet, indem sie das vernichtet, was sie leben lässt.

Selbst Menschen benutzen wir in unserem Alltagsleben, unsere Vorstellungen von ihnen, unsere Erwartungen, wir bestätigen unsere 'Geschichten' an ihnen indem wir sie reizen, manipulieren, uns an ihren Reaktionen ergötzen. Wir sind wahrlich Parasiten, mental und physisch gleichermaßen.
Wenn wir nicht aufwachen, uns unserer Verantwortung für das Leben erinnern, uns selbst, dort wo niemand hinschaut und niemand 'reagiert', uns niemand belobigt oder unterstützt in selbstehrlichkeit durchschauen und dekonstruieren, den Mut aufbringen unsere akzeptierten Systeme und Denkweisen auseinanderzunehmen und selbstbestimmt am Leben neu auszurichten, dann geben wir uns als das Leben dauerhaft auf. Dann verschwenden wir uns und andere an unsere Sucht, an unsere Gedanken und Philosophien und vergessen dabei zu leben.

Ich kann imer wieder mit gleicher Leidenschaft und Stärke die Verantwortlichkeit für DAS LEBEN, und nicht MEIN Leben, betonen, denn sie ist tatsächlich der Schlüssel, in ihr entdeckt man sein wahres Selbst, das unumstößlich, frei und gelöst für das Leben steht, ohne Angst und ohne Furcht, selbst in einem von Wahnsinn befallenen System wie dem unseren, das mittlerweile die gesamte Welt umspannt. Doch man kann nicht aufgeben in dieser Einsicht, weil man WEIß, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, diesen Schritt zu tun. Es ist eben keine Überzeugung, sondern eine Einsicht.


Samstag, 23. Februar 2013

Tag0013 - Die Angst vor dem wirksamen Weg - und seine kategorische Ablehnung




















In meinem letzten Blog habe ich über den 'Freien Willen' und die damit zusammenhängenden Illusionen in unserer Welt geschrieben. Es war keine Fortsetzung geplant, aber dieser Punkt bringt es mit sich, dass er in fast allen Bereichen der Dekonstruktion menschlicher Denkweisen eine zentrale Rolle spielt. So auch in der Reaktion auf Wege und Verhaltensweisen, der Ablehnung, der Verunglimpfung und dem Angreifen jedweder Offenbarungen die die Glaubenssätze der eigenen Persönlichkeitssysteme nicht nur in Frage stellen, sondern sie entkräften und als das darstellen, was sie wahrhaftig sind, vor allem dort, wo sie reines Selbstinteresse und irrationale Beweggründe bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber ihren inakzeptablen Konsequenzen verklären sollen.

Die Freiheit des Menschen ist überall dort fragwürdig, wo er sie sich nicht eigenständig selbst gibt. Überall dort wo er sie abhängig macht von äußeren Umständen und Systemen, die ihm die Freiheit seiner Entscheidung ermöglichen. In unserer Welt als Mensch zu leben, bedeutet innerlich zerrissen zu sein, zwiegespalten zwischen gedanklicher Selbstwahrnehmung, der persönlichen Prägung und Konstitution der Entwicklungsgeschichte der Person und der Wirklichkeit die immer wieder mit dem virtuellen Bild menschlicher Gesellschaften kollidiert, das auf diesen persönlichen Illusionen und Ideologien basiert, welche die Prinzipien der Wirklichkeit des realen physischen Lebens kaum in Betracht ziehen. All das ist ein Ergebnis der Selbstaufgabe des Menschen, des Individuums, der Anpassung an imaginäre Werte die künstlich erzeugt und eben durch diese Anpassungsprozesse aufrecht erhalten werden. Die freie Entscheidung, die den Freien Willen des Menschen voraussetzt findet sich in unserer Welt nur in diesem einen Punkt der freien Entscheidung für die Ignoranz, für die 'Bequemlichkeit' eines komplett vergeistigten Daseins das zu seiner Aufrechterhaltung all die Konsumgüter braucht die die Gesamtheit der Gesellschaften zur Verfügung stellen und zu deren ausreichender Produktion sie die Ressourcen des wirklichen Lebens, des physischen Lebensraums rücksichtslos und ohne Sinn für Nachhaltigkeit ausbeuten. Dass das Prinzip des stetigen Wachstums das unsere verherrlichte Wirtschaftswelt bedingt und ausmacht ein deutliches Signal innehat, nämlich dass dieses immer weiter und bis ins unermessliche gesteigerte Konsumverhalten und seine Notwendigkeit um die Menschen 'bei Laune' zu halten genau die Mechanismen eines Suchtverhaltens wiederspiegelt, eines Abhängigen Menschen der sich selbst aufgegeben hat und offensichtlich alles andere als frei ist, wird nicht einmal angesprochen wenn wir uns den scheinbar unlösbaren Problematiken dieses realitätsfremden Verhaltens das wir kultiviert haben gegenüber sehen. Und so ist auch die Ablehnung jedes gesunden Menschenverstandes der es wagt die tatsächlichen Ursachen der Probleme und der drohenden Selbstzerstörung anzusprechen ein analoges Verhalten zu dem eines zutiefst abhängigen, eines süchtigen Menschen. Die Selbstsucht die darin sich zeigt ist nur ein Beiwerk, sie ist die notwendige Egozentrik eines sich selbst rechtfertigenden Opferdenkens, eines geschwächten, verzweifelten und doch von dem erdrückenden Zwang der empfundenen Gefahr des Entzugs getriebenen Menschen der nun diesen Antrieb der Sucht als Lebens- und Handlungsmotivation akzeptiert und verinnerlicht hat. Ein heroinabhängiger Mensch, wenn er konfrontiert wird mit den wirklich notwendigen Schritten für eine Befreiung von seiner Sucht, reagiert mit totaler Abwehr, mit Ablehnung, unterstellt seinem Gegenüber alle erdenklichen Dinge, er wird paranoid und mitunter Gewalttätig, er wird sich erst dann der Wahrheit dieses Lösungsweges eines kalten Entzugs stellen, wenn der Leidensdruck unerträglich wird oder aber wenn er keine andere Wahl mehr hat. Der Weg zurück in die Sucht in die offensichtliche Sackgasse erscheint in jedem Moment als der angenehmere, bequemere Weg, auch wenn die Folgen und die unausweichliche Selbstzerstörung, von den Konsequenzen die er über sein Umfeld bringt mal ganz abgesehen, unübersehbar auch für ihn sind. Mit Freiheit und freier Entscheidung, da will mir sicher jeder zustimmen, hat das nichts zu tun. Der freie Wille wäre die Entscheidung die Verantwortung für sich und andere zu akzeptieren und zu übernehmen und jeden Schritt zu gehen der auf diesem Weg notwendig ist, egal wie schwer oder undenkbar er auch sein möge. Nicht nur um sich selbst zu retten, sondern um ein Beispiel zu geben, um das System der Selbstvernichtung aus zu stoppen, um die Angst zu überwinden und sich das Leben und seine Befreiung zur Bestimmung zu machen. Dafür lohnt es sich zu leben und dafür lohnt es sich zu sterben. Und so stehen wir als abhängige von Komsumverhalten, Statusdenken, Jahrhundertealten Wertvorstellungen die in unser Bewußtsein gebrannt sind, als ABhängige unserer Angst und unserer eigenen Systeme die uns von ihr ablenken sollen, die aber genau diese Angst ausnutzen um uns gefügig und funktional handeln zu lassen, um den reibungslosen Ablauf der kontinuierlichen Selbstverblendung im Namen von Illusionen und fanatisch fantastischen Identitätskonzepten eines erhabenen, überirdischen Menschen der nicht nur abgetrennt von allem existiere, sondern der sich frei machen könne von den einheitlichen Grundprinzipien der physischen Existenz.
Wir sind Wesen mit einem Bewußtsein, ja. Aber wir sind zunächst Wesen, Organismen, Leben gleich und eins mit allem Leben in dieser Existenz. Und so lange wir nicht die Verwirrung und Verblendung erkennen mit der wir uns betäuben und berauschen um unserer Eigenverantwortlichkeit für alles Leben gleichermaßen aus dem Weg zu gehen und uns ihr nicht aufrecht, bzw. aufrichtig in bedingungsloser Selbstehrlichkeit stellen um ein Leben in Würde und Freiheit für alle gleichermaßen hier in dieser Existenz zu ermöglichen - wozu wir durchaus fähig sind - so lange wird jeder Versuch und jede Anstrengung uns als bewußte Menschen weiterzuentwickeln und unser Potential voll auszuschöpfen vergebens und kontraproduktiv sein, denn die Freude am Leben als das Leben kann nie auf Kosten anderer, unter brutaler Ausnutzung der gewaltsam hergestellten Ungleichheit wahrhaftig sein. Sie ist höchstens ein 'Quick-fixing', ein emotionales Aufbäumen ohne Nachhaltigkeit und ohne wirklichen Sinn. Das Ergebnis ist die Sucht nach mehr, die Gier nach mehr Bewußtseinsreizen, koste es was es wolle. Daher ist alles was wir in unserer Welt fortschrittlich nennen und als 'hohen Entwicklungsstand' bezeichnen nichts weiter als Spielzeug für den Geist, für das Bewußtsein, für die virtuelle Realität im Kopf der einzelnen Menschen, die durch gezielte Manipulation und Prägung zu emotional- und gedanklich verknüpften Systemen programmiert werden, die auf eben diese Reize, diese Symbole des Konsummarktes reagieren um sich dort den nächsten und den übernächsten 'Hype' zu holen. 

Nichts ist frei in dieser Welt, niemand ist frei in seinem Willen. Es gibt nur eine wirklich freie Entscheidung die dem Menschen zur Verfügung steht, und das ist die zu gnadenloser und bedingungsloser, selbstehrlicher Selbstanalyse, um sich und seine inneren Funktionsweisen der Gedankensysteme, der Mechanismen der emotionalen Trigger und der Reaktionen verstehen zu lernen um sich von Fremdbestimmung und Selbstmanipulation zu befreien. Daraus wird und muss in der Konsequenz auch das System so wie es ist enden, denn es ist eine Projektion dieser Selbstaufgabe des Menschen, die die Manipulation der Massen, die Ausbeutung und die Ignoranz ihr gegenüber erst möglich macht. Wenn sich der Mensch Schritt für Schritt selbst dekonstruiert und erkennt, dass die Bewußtseinssysteme die er für sein Selbst gehalten hat künstlich waren, ein Resultat seiner Ignoranz und antrainierten Schwäche, dann wird er sich als das, was bleibt, gleich und eins mit dem Leben sehen. Und das macht es für ihn unmöglich und inakzeptabel weiter an einem solch absurden System der selbstzerstörerischen 'Fixerei', der bewußten Abkehr vom Leben und der Flucht in Wahnvorstellungen festzuhalten. 

Im Grunde wollte ich in diesem Blog darauf hinaus, dass es ganz normal und zu erwarten ist, wenn man mit solch grundlegenden Infragestellungen der allgemein akzeptierten und nicht einmal mehr wahrgenommenen Selbstidentifikationen des Menschen als reine Illusion einer überwertigen Persönlichkeit, als Verneinung seiner Würde und seines Potentials, seiner Freiheit als Lebewesen, unter Aufbringung der unwiderlegbaren Beweise der Konsequenzen, der durch und durch irrationalen Handlungen der Menschenmassen, der unsagbaren Ignoranz gegenüber all dem Leid das der Mensch dem Leben antut auf der einen und der dreisten Heuchelei seines Selbstbildes als Mensch als erhaben, intelligent und 'gut' auf der anderen Seite öffentlich wird, dass die Gegenwehr und Abwehrreaktion vieler Menschen ganz enorm sein wird und sein muss, dass Menschen versuchen werden diesen Weg unmöglich zu machen, ihn zu verunglimpfen und als 'böse' darzustellen, denn, und das ist der Knackpunkt: es ist der Weg, der tatsächlich etwas bewirken wird. Und zwar weil er offen und ehrlich die Ursachen der Probleme aufspürt, weil er die Möglichkeit des Menschen nutzt, Selbstehrlichkeit zu kultivieren und dabei ohne Angst ist vor der Verantwortung die das mit sich bringt. Im Gegenteil, im Grunde ist es gerade die Akzeptanz der Eigenverantwortlichkeit für und als das Leben, die einen Menschen erst lebendig macht, die ihn vertrauenswürdig, eigenständig und verlässlich macht, und die ihn in die Lage Versetzt, sein gesamtes Potential als Mensch auszuschöpfen, weil ihm nicht mehr sinnfreies Selbstinteresse im Weg steht, sondern weil er in all seinem Tun dem Leben selbst zugewandt ist, eins mit ihm ist und somit die Unterstützng des gesamten Lebens in all seinen Enscheidungen auf seiner Seite weiß.

Dieser Weg, diese Entscheidung richtet sich nicht 'gegen' irgendwen oder irgendetwas, es ist kein 'rebellischer' Weg, sondern ein Weg der Akzeptanz der Einheit und Gleichheit als das Leben, für das Leben, ein Weg, der Verständnis kultiviert indem der Mensch zunächst sich selbst vollständig verstehen lernt. Es ist auch kein Weg der Möglichkeiten ausschließt, der auf ein festes Ziel als einem festen Zustand hinausläuft. Im Gegenteil, es ist der Weg, der als einziger völlige Freiheit für das Leben vorsieht und darin auch die gesamte Entfaltung der Einheit des Lebens in seiner Vielheit erst möglich macht, indem er die notwendigen Verhältnisse und Voraussetzungen schafft, indem er allem Leben diese Freiheit ermöglicht.
Das ist der Weg, der beginnt mit der ersten, eigenständigen und freien Entscheidung eines jeden Einzelnen. Er kann nicht angeleitet oder initiiert werden, denn dann wäre es kein freier Wille mehr. Der einzige Sinn der 'Gruppe' ist der der bedingungslosen gegenseitigen Unterstützung auf diesem Weg, nich der der Kontrolle. Am gesunden Menschenverstand und den notwendigen Bedingungen in Akzeptanz unserer Wirklichkeit, der Welt so wie sie ist und uns selbst, so wie wir geworden sind ausgerichtet und von diesem, gleichen Startpunkt aus gemeinsam den Weg der Selbstbefreiung und damit der Befreiung des Lebens zu gehen, das ist frei ausgedrückt der Sinn von 'Desteni', es ist die Gesamtheit der Menschen die diese Entscheidung aus freiem Willen getroffen haben und die sich jeder für sich, aber in gegenseitigem Austausch und gegenseitiger Unterstützung, in diesem Prozeß befinden, in jedem Atemzug, in jedem Moment ihres Lebens. Es ist die eigene, selbstbestimmte Entscheidung zur Selbstbefreiung in einem Moment der Selbstehrlichkeit, die dich sozusagen zu einem 'Destonian' macht, auch wenn du nie davon gehört hast. Es ist möglich diesen Weg allein zu gehen, jedoch ist es ungleich schwieriger mit den Widerständen des eigenen Systems fertig zu werden ohne den Support anderer, die ebensolche Schwierigkeiten vielleicht bereits überwunden haben oder mit dir gemeinsam überwinden.
Die Reaktion der Anklage und der Beschuldigung ohne jede Beweisführung, ohne jeden Hintergrund und ohne eigene, selbstbestimmte Recherche und eigenständige Beurteilung, die Abwehr in Übernahme von Urteilen anderer ist vielmehr als bedenklich und gefährlich zu bezwichnen, denn man gibt sich, ganz entlang der Prinzipien unserer derzeitigen Sytsteme, in Abhängigkeit von eingebildeten Instanzen und Autoritäten denen man die Vernatwortung für die eigenen Entscheidungen und damit die Kontrolle über das eigene Leben übergibt, aus Angst und Bequemlichkeit, aus Furcht vor der Eigenverantwortlichkeit, der freine Enscheidung und des freien Willens, den man so gerne hätte. Was man fürchtet ist, dass es wahr sein könnte, dass man nachdem man selbst sich offen und ehrlich informiert und nachgeforscht hat, nachdem man an sich selbst und in sich selbst herausgefunden hat, dass diese Entscheidungsmöglichkeit und die Freiheit des Selbst mit all den Konsequenzen der Eigenverantwortlichkeit tatsächlich wahr ist, nicht mehr so einfach in der Lage ist, sich selbst weiter zu belügen, sich selbst etwas vorzumachen indem man so weitermacht wie bisher, indem man sich versucht in Ignoranz zu üben, die Verantwortung für die Konsequenzen des eigenen Lebens, der eigenen Akzeptanzen und erlaubten Verhaltens- und Denkweisen abzuschieben. Man könnte erkennen, dass diese Abwälzung der Verantwortlichkeiten bedeutet, sich selbst aufzugeben im Tausch für eine Illusion eines Lebens, eines Selbst als einer abgetrennten Person, die nichts weiter ist als eine Blase die ohne die Ignoranz und Selbstaufgabe der 'anderen', ohne ihren Glauben einfach zerplatzen würde. Doch platzen wird sie so oder so, wenn der Körper endet, wenn das Leben das dich bisher ausmacht transformiert wird, dann werden die Illusionen einfach verschwinden und nichts bleibt zurück als das Leben selbst, und die realen Konsequenzen deiner Akzeptanzen, deiner Erlaubnis, deiner Selbstaufgabe an ein trügerisches System.

mfg

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 23.02.2013


Mittwoch, 20. Februar 2013

Tag0010 - Alkohol enthüllt die Natur der Gesellschaft, nicht die 'des Menschen'










Nachdem ich mal wieder einen grausamen Artikel über einen tödlichen Gewaltausbruch eines alkoholisierten Mannes lesen musste, bei dem eine hochschwangere Frau und ihr ungeborenes Kind zu Opfern wurden, schreibe ich heute ein paar Gedanken zu dem Thema Alkohol, das offensichtlich nicht ernsthaft und bis in die letzte Konsequenz in unserer Gesellschaft und auch in 'anderen' diskutiert und behandelt wird, und man fragt sich angesichts der Kriminalstatistiken im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen und Alkohol warum das denn wohl so ist.

Interessanterweise rechtfertigen wir bestehende Strukturen unserer Systeme die uns offensichtlich 'anleiten', manipulieren und anpassen an die Gesellschaft so wie sie ist mit dem Argument der zerstörerischen Natur des Menschen, seiner Selbstsüchtigkeit und der daraus folgenden Notwendigkeit ihn zu kontrollieren und zu lenken. Dabei übersehen wir nicht nur eine Sache, sondern gleich mehrere Dinge.
Woher kommt die Annahme, der Mensch sei von seiner Natur her selbstsüchtig und rücksichtslos egoistisch, gewalttätig, zerstörerisch und mörderisch? Was ist diese 'Natürlichkeit' wirklich die wir als Grundfeste der menschlichen Handlungsweise annehmen? Ist dieses Bild nicht viel eher von unseren eigenen, künstlich geschaffenen Wertesystemen, unserer Kultur und der Gesellschaftsordnung geschaffen? Sind es nicht die Problematiken, deren Ursachen überhaupt erst in diesen ordnenden Strukturen die wir uns selbst auferlegt haben liegen, die uns in ihrer Wirkungsweise dieses Bild des Menschen vermitteln?
Es ist doch sehr kurzsichtig zu glauben, dass das Ergebnis eines Entwicklungs- und Anpassungsprozesses einer den Menschen total beeinflussenden und programmierenden Gesellschaftskultur die 'Natur' des Menschen und alles was er ist oder sein könnte wiederspiegelt. Es ist die anmaßend arrogante, selbstgerechte Haltung des Menschen der sich bereits aufegegeben und freiwillig angepasst hat, der es akzeptiert hat in Ignoranz vor den Konsequenzen seiner Anpassung zu leben die solch eine Behauptung aufzustellen wagt. Der Mensch so wie er sich entwickelt, so wie er heute ist, seine Persönlichkeit, seine Charakterzüge, die Qualität seiner Fähigkeiten der Selbstreflektion und der Empathie, sofern diese ausgebildet und gefördert wurden, ist das Ergebnis einer mathematischen Gleichung, in der wir als Gesellschaft die Variablen setzen und das Ergebnis damit festlegen. Was dabei herauskommt ist keineswegs ein endgültiges Ergebnis, es ist nicht das, was möglich wäre, es ist nur ein Ergebnis von vielen, abhängig von den Variablen die wir als Gesellschaft in die Gleichungen einsetzen. Der Mensch, egal ob er ein sich beherrschender, ein Rachsüchtiger, ein schüchterner oder extrovertierter, ein gewalttätiger oder gar ein mordlüsterner Mensch ist, ist immer das Ergebnis seiner Entwicklung, Und wenn wir als Gesellschaft es nicht geschafft haben, dem Menschen ein System, eine Methode oder einfach nur das Beispiel zu geben, sich selbst zu verstehen, seine Gedanken-, Gefühls- und Wertmuster zu steuern, zu benutzen oder zu beherrschen ohne von ihrer Systematik beherrscht zu werden, dann ist das eine Verantwortungslosigkeit, ein Fehler der sich in den unkontrollierten Ausbrüchen der Perönlichkeiten bemerkbar macht. Und die Folge ist, dass wir versuchen durch das Entfernen dieser Individuen aus unserer Gesellschaft den Fehler auszumerzen, während an der Wurzel, der Ursache die Fehlerquelle weiter arbeitet. Ich werde auf diese Problematik an anderer Stelle detaillierter eingehen, wenn jemand ernsthaftes Interesse hat und mit einem englischen Text keine Probleme, dann empfehle ich wärmstens'crime's journey to Life' von Andrea Rossouw zu lesen.

Zum Beispiel, und das soll das Hauptaugenmerk dieses Blogs sein, beachten wir in dem Bild das wir von 'dem Menschen' haben, beispielsweise aufgrund der Kriminalität und Gewalttätigkeiten die wir aus unseren Medien und auch aus eigenen Erfahrungen gewonnen haben nicht den äußerst auffälligen Faktor, dass bei fast allen Straftaten und auch Gewalttaten aus dem Strafrechtlichen Bereich Alkohol eine Hauptrolle spielt. Wir sehen diesen Faktor zwar, wir kennen die Statistiken und die Zusammenhänge, aber anstatt zu versuchen dieses Mittel, dieses Gift das der Mensch im Grunde nur aus der Verzweiflung über seine Gefangenschaft, seine Befangenheit, seine Angst und Unfreiheit die ihm anerzogen wurde heraus benutzt, als Gegenmaßnahme zu ächten, halten wir daran fest weil wir denken, wir bräuchten es und es würde zu den Errungenschaften und FREIHEITEN zählen, die uns noch in diesem System geblieben sind - Eine faszinierende Logik die widersprüchlicher kaum sein könnte. Und die Argumentation, dass ja ein großer Teil der Menschen 'vernünftig' mit Alkohol umgehen und ihn als Genußmittel nutzen würde ist eine Augenwischerei und ein Selbstbetrug, dazu muss man sich nur das gefährdende Verhalten alkoholisierter Menschen im Straßenverkehr beispielsweise anschauen. Ein alkoholisierter Mensch wird geradezu lächerlich größenwahnsinnig, unvernünftig und unrealistisch, er kann weder sich selbst noch sein Umfeld verlässlich beurteilen, das sind schlicht und einfach Tatsachen. Außerdem haben sehr wahrscheinlich auch gewalttätige Straftäter zumindest bis zu dem ersten 'Vorfall' ein ähnlich verklärtes Selbstbild von sich und ihrem Umgang mit Alkohol gehabt.

Alkohol bringt das im Menschen hervor, was er durch unverantwortliche Ignoranz unterdrückt, was er unbearbeitet in sich brodeln lässt, emotionale Verstrickungen, Unzufriedenheiten, pervertierte Triebe, Verlangen, all das, was er in einer oberflächlichen, auf den Schein und die Illusion eines Bildes vom Menschen ausgerichteten Gesellschaft unterdrücken muss, wird im Rausch aus ihm heraussprudeln. Und dabei zeigen sich unendliche Verhaltensweisen die offenbaren, dass diese Muster, diese Programme, die Art und Weise der Triebhaftigkeit ganz deutlich die Handschrift unserer Gesellschaft, unserer Kultur trägt. Minderwertigkeitskomplexe äußern sich in Größenwahn, dem rachsüchtigen Verhalten eines Opfers, einer lebenslang unterdrückten Person die nun ungebremst ihre Wut und ihren Zorn auslebt, gespielte Überheblichkeit und unantastbare Arroganz wird zu weinerlicher Traurigkeit und Depressiver Verzweiflung. Das und vieles mehr kann man beobachten, mal ganz abgesehen von dem Lösen der Hemmschwellen durch Alkohol wenn es um die sexuellen, durch Kultur und Gesellschaftsdruck völlig pervertierte, auf Macht und Ausbeutung und Missbrauch gemünzten sexuellen Triebe und Vorlieben geht.
Die Akzeptanz, die legitime Nutzung von Alkohol und die Gewinne die daraus geschöpft werden sind ein eindeutiges Beispiel für den Entwicklungsstopp des Menschen in unseren Systemen, für die Heuchelei und Scheinhaftigkeit unserer Werte und Ideale, für die Verlogenheit eines 'Ordnungssystems', das lediglich die Ordnung des Geldes und der Macht, nicht aber die Ordnung der Vernunft, der Menschlichkeit und der Lebensprinzipien selbst versteht.
Man könnte meinen, dass unsere Gesellschaft ohne Alkohol überhaupt nicht funktionieren würde, so vehement wird an dieser offensichtlich nicht nur der eigenen Gesundheit schadenden, sondern auch das Wohl und das Leben 'Unbeteiligter' gefährdenden Substanz als Konsummittel festgehalten. Warum? Vielleicht, weil es so ist? 
Und auch hier wird natürlich wieder das altbekannte Scheinargument zur Rechtfertigung ins Feld geführt, das auch in allen anderen Bereichen die eigene Verantwortungsangst, die Bequemlichkeit und den rücksichtslosen Egoismus so wie den Unwillen zu eigener, selbstbestimmter Entwicklung verbergen soll: Das hat es doch schon immer gegeben. Ich habe über die Sinnleere dieses Arguments bereits ausführlich in anderen Blogs geschrieben, und führe das hier nicht weiter aus. Es sollte jedem klar sein, dass eine solche Sicht auf die Umstände die bewußte Selbstaufgabe des Menschen eindeutig dastellt.
Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass durch die Abschaffung von alkoholischen Getränken alle Probleme der Gesellschaft gelöst werden würden. Wie bereits erwähnt löst der Konsum von Alkohol lediglich die Barrieren und Hemmschwellen für bereits vorhandene Mechanismen und Programme, verstärkt unterdrückte, emotionale Konflikte, daher ist natürlich die Ursache vor allem im Menschen selbst zu suchen, allerdings ist die Einsicht in die 'unter der Oberfläche' brodelnden Konflikte, unterdrückten Triebe und die 'krankhaften' Entwicklungen ein im Grunde unabwendbares Argument für die Gefahren die der Alkoholkonsum zwangsläufig mit sich bringt und daher ist es absolut unvernünftig und unverantwortlich ihn zu einem 'Kulturgut', zu einer gesellschaftlich normalisierten und akzeptierten Verhaltensweise zu machen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mic an den Konsum von Alkohol zu gewöhnen, ihn als etwas normales zu akzeptieren und die Folgen für mich und mein Umfeld zu ignorieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe in jungen Jahren mit dem Konsum von alkoholischen Getränken angefangen zu haben, dass ich versucht habe meinen Mangel an Selbstbewußtsein durch den Rauschzustand zu vertuschen, dass ich trotz wiederholten Fehlschlägen mich durch Alkohol zu einem besseren, 'cooleren' und interessanteren Menschen zu machen oder mir Erleichterung zu verschaffen, mich wohler zu fühlen, daran festgehalten habe, teils aus einem Gruppenzwang heraus und andererseits weil ich mir keine andere Lösung für meine Probleme habe einfallen lassen wollen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst in meiner Entwicklung behindert zu haben dadurch, dass ich meine Probleme mit mir, mit anderen Menschen und dem System in dem ich lebe durch das regelmäßige Berauschen mit Alkohol versucht habe zu verdrängen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mit dem Trinken von Alkohol ein bestimmtes Image zu verbinden das ich aus Medien, Filmen und ähnlichem in meiner Vorstellung aufgebaut habe, dass ich dachte ich könne durch Nacheifern dieser vorgelebten 'coolness' der Filmfiguren ein solches Image für mich annehmen und darin meine persönliche Erfüllung finden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich mir nicht erlaubt habe mir selbstehrlich einzugestehen, dass alle sozialen Erlebnisse, alle scheinbaren Freuden und Vergnügungen und auch das persönliche Empfinden unter Alkoholeinfluss auf einer verzerrten, illusionären Wahrnehmung beruhen, dass sie nicht echt, nicht ehrlich, nicht vertrauenswürdig sind und dass auch die Kontakte, die Beziehungen die unter diesen Voraussetzungen entstanden sind auf einer vagen Illusion beruhen.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch, als das Leben, die Folgen und auch die Ursachen für Alkoholkonsum, die trügerische, abhängig machende Natur des Alkohol überall aufzuzeigen wo sie auftauchen, nicht als ein Feldzug gegen den Alkohol, sondern als eine Selbstverpflichtung der Vernunft und des Verantwortungsbewußtseins.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben ein Beispiel zu geben, indem ich an meiner Vereinbarung des völligen Verzichts auf alkoholische Getränke die ich vor etwa fünf Jahren mit mir selbst getroffen habe Zeit meines Lebens festhalten werde.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 20.02.2013