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Montag, 16. Juni 2014

Tag 175 - Vom Scheitern zu gefallen Teil II (SV I)

Chris Devers / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)




Fortsetzung zu:

Tag 174 - Vom Scheitern zu gefallen Teil I

 

Auszug:

"Sich dieser Angst zu stellen und sie zu überleben als das, was von dir übrig bleibt, das ist der steinige und unangenehme Weg in die Freiheit für das wahre, eigentliche Selbst das erst dann zu seiner Größe und Stärke heranwachsen kann, wenn dieses Monster seinen Schrecken verloren hat und wir erkennen, dass es in Wahrheit ein treuer Freund und Begleiter ist, ein Sicherheitsfaktor der uns immer wieder vor den Fallen der institutionalisierten Programme unseres gesteuerten Bewusstseins warnt, und zwar immer dort, wo wir den Kontakt zu uns selbst, zu der Einheit und der bodenständigen Wahrhaftigkeit des Lebens hier in diesem Moment, diesem Atemzug der Körperlichkeit zu verlieren drohen."

Teil II
 

Was bedeutet die Anerkennung der Anderen wirklich? Was für einen tatsächlichen Sinn soll sie haben? Die Persönlichkeiten, die einem die Anerkennung scheinbar entgegenbringen sind ebenso flüchtig wie die eigene. Es ist nichts Substanzielles hinter dieser Anerkennung, nichts, was einem wirklich hilft, was wirklich die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Bestätigung der eigenen Identität erfüllen könnte. 

Es läuft darauf hinaus, dass die Anerkennung, die Achtung anderer eine symbolische Überlieferung bleibt, sofern sie eben an eine Person, bzw. eine Persönlichkeit gebunden ist. Diese Form der Anerkennung ist durchsetzt von Wahnideen, von Vermutungen und Mutmaßungen über eine Person. Und wenn diese Form der Achtung oder auch Wertschätzung einer Person gesellschaftlich generalisiert wird, wenn sie Generationen überdauert, dann wird daraus eine Geschichte, man könnte sagen ein Märchen, denn die Überlieferung, die Geschichten und ihre Wahrnehmung und Interpretation entfernen sich mit der Zeit mehr und mehr von der Wirklichkeit des ersten Erlebens, welches an sich schon nicht verlässlich gewesen ist.

Anerkennung ist flüchtig, substanzlos, unbedeutend und bringt den faden Beigeschmack von Neid mit sich. Im Grunde sollte niemand danach streben, vielmehr sollte man erforschen, was diese Sehnsucht und das Verlangen nach einer solchen, kurzfristigen, emotionalen Befriedigung tatsächlich hervorruft und welche unerfüllbaren Erwartungen man an diese Anerkennung durch andere stellt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Im Übrigen ist auch der feste Glaube man sei eben gerade nicht auf die Anerkennung anderer angewiesen in vielen Fällen eine Form der Effekthascherei, ein verdeckter Versuch eine Art ‚negativer Anerkennung‘ zu erhalten, indem man sich besonders individualistisch, nonkonformistisch oder rebellisch darstellt, vor sich selbst und vor den anderen.


Selbstvergebung 
Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe mir nie wirklich die Frage zu stellen, ob das was ich tue, was ich anstrebe und mir für mein Leben wünsche tatsächlich von mir selbst stammt, ob diese Vorstellungen und Ideale wirklich die meinen sind, dass ich nie den wahren Motiven meiner Handlungen und Pläne auf den Grund gegangen bin um zu erkennen, dass ich selbst mit diesen Vorstellungen überhaupt nichts anfangen kann, nichts zu tun habe und dass keines meiner Motive tatsächlich von mir selbst stammt und ich daher auch für die meisten Entscheidungen meiner Vergangenheit nicht selbst gerade stehen konnte und wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe immer dann, wenn meine halbherzigen Pläne aufgrund der Tatsache, dass ich sie nicht wirklich wollte, nicht wirklich hinter ihnen gestanden habe gescheitert sind nicht nach den wahren Gründen bei mir selbst zu suchen, die Ursachen meines Scheiterns in Selbstehrlicher Selbstbefragung zu erforschen, sondern in Gedanken und Vorstellungen Konzepte entwickelt und Glaubenssysteme geschaffen habe, die andere für mich verantwortlich scheinen ließen, entweder direkt andere Personen oder aber auch äußere Umstände, mein Umfeld, meine Bedingungen, selbst die Fähigkeiten die ich habe für deren Mangel ich beispielsweise meine Familie, meine Erziehung und ähnliches verantwortlich machen wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich und meine 
Entscheidungen immer wieder an meiner Vermutung über das, was gerade in den Augen anderer, für mich wichtig erscheinender Personen  als respektabel und angesehen zu sein schien auszurichten, anstatt meine Eigenverantwortlichkeit für mich selbst, das Leben und die Auswirkungen meiner Entscheidungen und Taten auf mein Leben und das anderer zu erkennen, zu akzeptieren und zu übernehmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in dieser Verantwortung, der Eigenverantwortung als Teil des Lebens nicht de einzig wahren Schritt zur Selbstbestimmung, zu Selbst-Bewusstsein und Standfestigkeit zu erkennen den sie bedeutet und mit sich bringt, sondern sie zu fürchten, sie zu vermeiden und stattdessen mich selbst zum Sklaven der Ideologien der Selbstunterdrückung einer Welt und Gesellschaft zu machen, die außer der Unmündigen Selbstsucht und ihrer Maskerade kaum etwas wirklich „kultiviertes“ hervorgebracht hat.

Selbstkorrigierende Statements folgen ...


Donnerstag, 5. Juni 2014

Tag 172 - Das höchstmögliche Potential Leben Teil I "Selbstzweifel"

@Doug88888 / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)


Dies ist ein eigenständiger Post, er ist allerdings zweiter Teil einer Reihe die mit


Tag 171 - The Desteni of Living - My declaration of Principle

beginnt.


Ich habe immer an mir gezweifelt. Und anstatt meine Zweifel selbst aus dem Weg zu räumen, habe ich darauf gehofft und gewartet, dass andere das für mich tun würden. Ich habe geglaubt, dass ich durch ihre Anerkennung und ihr Verhalten mir Gegenüber die Zweifel über mich selbst ausräumen könnte. Und bei all dem Streben nach Anerkennung und Respekt habe ich mich nur noch weiter von mir selbst entfernt. Wir werden erzogen und darauf abgerichtet uns in die sozialen Strukturen um uns herum einzufügen, ohne diese zu hinterfragen, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sie falsch, lebensfeindlich und wertlos sein könnten. Wir lernen sie zu akzeptieren und übernehmen alle Bewusstseinsprogramme die dazu notwendig sind, vor allem aber das der Angst, der Angst davor ein Außenseiter zu werden, nicht dazu zu gehören, nicht Teil zu haben. Diese Angst bestärkt das verzerrte Selbstbild, das man sich durch die Reflektion in den Gedanken und Werturteilen anderer anzueignen erhofft. Dieses Selbstbild aber ist nichts weiter als ein Köder, eine Illusion und sie ist alles andere als das wahre Selbst. Das wahre Selbst kann nur durch die Freiheit von Angst erkannt werden. Die unerschrockene Überzeugung die eigenen Entscheidungen verantworten und für das eigene Dasein gerade stehen zu können. Auf sich allein gestellt sein, sich vor sich selbst Rechenschaft abzulegen und sich selbst zu prüfen, ob man für sich alleine stehen kann. Allein für sich selbst stehen heißt dabei nicht, dass man nicht auf andere angewiesen ist, es bedeutet nicht, sich aus dem sozialen Gefüge auszuklinken, denn das ist ohnehin unmöglich, das ist gegen die Natur des Lebens und allen Lebendigen, sondern  es bedeutet ein eigenständiges, eigenverantwortliches Leben zu führen, sich selbst, bzw. sein Selbst zu repräsentieren so dass es eine Bereicherung für die Gemeinschaft darstellt und nicht etwa eine Belastung, so wie es in der menschlichen Welt, in den meisten sozialen Gefügen und Kulturen heute der Fall ist. Die externalisierte Selbstfindung führt immer auch zu einer externalisierten Schuldzuweisung, alles, was nicht den angeblichen Erwartungen und Wünschen gemäß verläuft wird anderen zugeschrieben, die Ursachen werden verschleiert und es werden fadenscheinige Gründe erdacht, zu Ideologien und Dogmen verknüpft die einem wieder ein Handlungskonzept vorgeben, in dem oder durch das man sich eine Stärkung der eigenen Identität erhofft. All das ist ein aussichtsloses Unterfangen und im Grunde wissen wir das auch. All die jämmerlichen Versuche uns selbst anhand externer Ideologien und Konzepten zu identifizieren, die Hoffnung durch die Gruppierung unter ein Ideal eine Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls real werden zu lassen, all diese mental-emotionalen Anstrengungen sind zum scheitern verurteilt und alles scheinbar Große und Großartige das daraus erwachsen ist, ist letztlich zugrunde gegangen und überdauert nichts und niemanden. Werte wie wir sie heute zu leben glauben sind nichts als Heucheleien, Lügen die wir uns selbst erzählen während unsere Augen und Ohren, und auch unsere innersten und geheimsten Gedanken das genaue Gegenteil der Wirklichkeit zeigen.

Und während wir uns aus Angst uns zu verlieren an diesen Wahnideen festklammern, zieht das Leben sprichwörtlich an unseren Augen vorbei, zeigt uns all die offenen Wunden und das Leid das unsere Unachtsamkeit und Verantwortungslosigkeit verursachen, führt uns unseren eigenen Verlust und Untergang vor Augen und wir schauen zu als handle es sich um einen Film. Wir grabschen dabei gierig nach kurzfristigen Leckereien, betäubenden Substanzen, Unterhaltung und emotionalen Höhenflügen, schlingen wertlose Erlebnisse in uns hinein, werden immer träger, fetter, süchtiger, abhängiger, bis die Zeit abläuft und unser Potential wieder den Nullpunkt erreicht.

Das Potential des menschlichen Lebens liegt in der verantwortlichen Lebensweise die in Anerkennung der unumstößlichen Wahrheit der Einheit und Zusammengehörigkeit allen Lebens , und dieses Leben zur vollen Erfüllung zu bringen, das Potential zu nutzen das einem zur Verfügung steht um sich selbst als ein würdiger Teil des ganzen zu erweisen und nicht als einen bedauerlichen Fehler, als der evolutionäre Fehlgriff oder besser gesagt die Sackgasse der Entwicklung zu der wir uns selbst gemacht haben, für die wir uns selbst entschieden haben. Wir entscheiden uns in jedem Moment der Angst wieder dafür, entscheiden uns für die Vernichtung, die Zerstörung und  verleugnen uns selbst als das Leben das wir sind. Die Angst davor vom Plan abzuweichen, die Achtung vor den bestehenden Werten und Strukturen als seine sie etwas unumstößliches, etwas unantastbares. Dabei wissen wir alle, dass wir eine Möglichkeit zur freien Entscheidung haben. Wir können, jeder einzelne für das einstehen und aufstehen, was das Beste für alle bedeutet. Wir können alle Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten der bestehenden „Ordnung“ erkennen und einsehen, dass wir selbst es so haben entstehen lassen, dass wir aufgrund unbegründeter, irrationaler Ängste zugelassen haben, dass eine Ideologie zu unserer Gottheit wird, die alles Leben verbraucht, die die Formen und Möglichkeiten zur Entfaltung und zur Freiheitlichen Entwicklung zerstört. Wir alle haben das Geschaffen, was wir heute die menschliche Zivilisation nennen und von dem wir wissen, dass wir es uns nicht länger schöndenken und schönreden können, von dem wir wissen, dass es gescheitert ist.
Viel zu leicht verliert man all das wieder aus den Augen, viel zu leicht lässt man sich ablenken, wird man durch die gebetsmühlenartige Wiederholung von Angstgründen aus den Mündern der Menschen mit denen man umgeben ist, aus den Lautsprechern der Medien, in allen erdenklichen Formen zur Anpassung verführt und verliert sich wieder im Gewühl der Bunten Bilder eines programmierten und fremdbestimmten Geistes.

Man muss am Schreiben festhalten, das Schreiben nur für sich selbst eröffnet wieder Horizonte, lässt dich selbst tiefer blicken hinter deine eigene Verblendung und hinter die Maskerade die du dein eigenes Selbst und dein eigenes Leben nennst. Nur durch diesen selbstehrlichen Prozess der Selbstbefreiung durch das Schreiben habe ich festgestellt entsteht ein Selbstbewusstsein, eine Stärke die tatsächlich wächst und überdauert, so dass eben diese Rückfälle, die Ablenkungen und Versuchungen immer schwächer und weniger werden, so dass in immer mehr Momenten das Selbst die eigene Direktive ist und die Entscheidungen die das eigene und das Leben anderer Bestimmen werden klarer, verantwortungsvoller und stehen selbst gegen den Widerstand aller anderen. Doch darf man das nicht mit revolutionärem Charakter oder rebellischem Gehabe verwechseln. Es gibt Momente i denen ist Konfrontation und Konflikt unausweichlich und wenn in diesen Momenten kein Zweifel aufkommt, dann ist es eben so. Doch ruft ein aggressives Vorgehen oder gar zynisches Gehabe nur Blockade, Aggression und letztlich Gewalt hervor und man muss erkennen, dass gegen ein zugemauertes, festgefahrenes Bewusstsein kaum ein Mittel gewachsen ist. Das Potential dient nicht der Überzeugung, sondern ausschließlich dazu sich selbst zu verändern, als ein Beispiel. Aber es ist eins der wirksamsten und wahrhaftigsten Beispiele, weil es ein lebendiges, reales ist und somit jede noch so konsequent strukturierte und komplexe Ideologie der Verblendung und des Selbstbetruges über die Unausweichlichkeit der menschlichen Natur und die Unveränderlichkeit der Zustände in Nichts auflöst und den Sehenden vor vollendete Tatsachen stellt.

Fortsetzung folgt…

Montag, 26. August 2013

Tag0142 - Subtile Botschaften und intimes Verlangen nach Anerkennung

by Scott Cook


Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich in meiner Selbstwahrnehmung als ein Image zu sehen, eine Charakterfigur und eine Identität als meine Erscheinung, meine äußere Darstellung und darin Interpretationen und Wertungen zu vollziehen über deren Entstehung und Grundlage ich mir selbst nicht im Klaren bin und dass ich mich und mein gesamtes Leben dadurch von fremdgesteuerten Programmen bestimmen lasse ohne jemals mich selbst zu sehen oder wahrzunehmen und ohne die Möglichkeit mich eigenverantwortlich in jeder Situation und jedem Moment des Lebens selbst zu bestimmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich selbst und meine Persönlichkeit als das zu sehen, was ich als Erwartung in die Wahrnehmung meiner Partnerin projiziert habe, dadurch mich selbst als abhängig von ihrer Akzeptanz und Anerkennung wahrzunehmen und eine Unsicherheit in meiner Selbstwahrnehmung dadurch zu erzeugen, die in ständiger, unterschwelliger Forderung von Anerkennung, Akzeptanz und Respekt ein Verhaltens- und Denkmuster beherrschender Art erzeugt hat durch das ich bisweilen mein Selbst und meine Selbstwahrnehmung völlig aus den Händen gegeben habe und nur noch in Stimmungen, Empfindungen und anderen Gefüls- und Emotionsebenen gelebt habe die ich dann als Verhalten nach außen projiziert und als Kommunikationsmittel subtiler Botschaften benutzt habe.

Ich bestimme mich selbst und verpflichte mich selbst in jedem Moment der gedanklichen Abhängigkeit meiner Befindlichkeit und meiner Selbstachtung von der Wahrnehmung anderer oder der ihnen von mir unterstellten und erwarteten Wahrnehmung, mir deutlich zu vergegenwärtigen, indem ich mich als mich selbst atmend in den Moment meiner Existenz als eigenständiges, eigenverantwortliches Wesen zurückhole, dass aus zwei einfachen Gründen meine Selbstwahrnehmung und meine Selbstachtung niemals wirklich und tatsächlich von der Anerkennung oder der Sicht anderer von mir abhängig sein kann, da zum einen meine eigene Interpretation der Wahrnehmung anderer von mir, also dem Bild das sie von mir in ihrem Kopf haben niemals treffend ist und niemals treffend von mir interpretiert werden kann und dass zum anderen der Widerspruch der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung anderer an sich eine offensichtlich paradoxe Sicht- und Denkweise ist und nicht wahrhaftig und real zu einer Selbstwahrnehmung als das Selbst das ich bin und schon gar nicht zu tatsächlicher Selbstachtung führen kann, da Selbstwahnehmung nur von sich selbst vor sich selbst angesichts der eigens wahrgenommenen Tatsachen gerechtfertigt werden kann, in eigenverantwortlicher und eigens entschiedener Sicht.



Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag0077 – Wirklich große Taten schmerzen und bringen keine Anerkennung

Luz Adriana Villa A. / Foter.com / CC BY




Nachträglich aus dem Handschriftlichen


Blog vom 28.04.2013

Für die wahren Leistungen, die schwierigsten und gefährlichsten Hürden die du nehmen kannst, für die übermenschlich und unerträglich anmutenden Leistungen der Selbst-Entwicklung und Selbst-Überwindung wirst du niemals so etwas wie Anerkennung ernten oder gar Respekt ernten. Wenn du dir solches Seelenbalsam und derartige Ego-Schmeicheleien erhoffst, hast du offenbar die eigentliche Tat und das einzig großartige das ein Mensch tun kann noch nicht getan.

Im Gegenteil, solltest du dich auf den Weg der Selbstüberwindung und der Selbstbestimmung begeben, dann wird dir aus allen Richtungen Feindseligkeit und Abneigung entgegenschlagen und selbst jene, die glauben an deiner Seite zu stehen werden, sofern sie sich nicht selbst entschieden haben sich von ihren Programmierungen und konditionierten Verhaltens- und Reaktionsmustern zu befreien, anfangen gegen dich zu arbeiten, auch wenn sie es vordergründig selbst nicht einmal wahrnehmen wollen.  Wenn du als greifbarer, passender Teil, als Rolle in ihrem Stück ds Lebens verschwindest und entgleitest, werden sie dich aufhalten und festnageln wollen.

Wenn du ihnen vorlebst dass du frei von gewissen Fesseln bist die sie noch immer quälen und ihnen durch dein Beispiel klar wird was sie wirklich tun und wagen müssten um sich zu befreien, dann werden sie sich und mit energischer Konsequenz und Hartnäckigkeit auch dir einzureden versuchen, dass deine Freiheit nicht real wäre, dass du mit Tricks und Scheinheiligkeit arbeiten würdest. Sie werden versuchen dich zum Zweifeln zu bringen und dann kommt es darauf an, ob du dich verleiten lässt im Namen eines trügerischen Friedens der Hingabe an Gewohnheiten mit dem sie dich zu locken versuchen oder ob du wirklich gefestigt bist, ob du ehrlich und gründlich an dir gearbeitet hast um für die Freiheit allen Lebens ein unumstößliches Beispiel zu geben, geradezustehen für alle Ursachen und Konsequenzen weil du weißt, dass dieser Konflikt sogar notwendig ist, dass es unumgänglich ist diese Wunden zu reißen im Prozess der Trennung von Trug und Schein der Bewusstseinsverblendung bisheriger, illusionärer und ignoranter Selbstwahrnehmung um sich selbst zu lösen, sich selbst zu zerlegen und neu zu strukturieren. Und dass am Ende dieses Prozesses die Heilung zur Einheit, die Einswerdung des Lebens steht, dass eben unsagbar mehr davon abhängt als das momentane, persönliche Bedürfnis nach Harmonie und Ruhe, nämlich die Gleichheit und Einheit allen Lebens und damit das Ende allen Missbrauchs, das Ende der Ausbeutung.





Freitag, 19. April 2013

Tag0065 – Wo liegt die Angst? [private post; Teil1]



Ich kann nicht um den Kern herumschreiben. Ich habe versucht einen Blog über diese spezielle Angst zu schreiben, und dabei aufgrund der persönlichen Dinge die dabei eine Rolle spielen und der Öffentlichkeit dieser Blogreihe nicht spezifisch zu werden. Aber das funktioniert nicht, also schreibe ich einen 'privaten' Post, der im Forum steht. Das ist der zweite dieser Art und auf Anfrage kann der Link vergeben werden. 



Donnerstag, 28. März 2013

Tag0046 - Perfektionistischer Zwang und die Angst dahinter / Teil 1





Was ist der Grund für innere Widerstände wenn es um das Brechen mit Konventionen geht? Warum habe ich ein Problem damit, mich mit einem ungewöhnlichen, auffallenden Verhalten in der Öffentlichkeit zu zeigen? Warum macht es mir etwas aus, eventuellem Spott ausgesetzt zu sein? Warum beschäftigt es mich, was andere von mir denken?

Ich habe eigentlich gedacht, dass ich mich nicht mehr um solche Dinge und Gedanken scheren würde, dass ich frei sei von den Sorgen um das Bild das sich andere von mir machen, ob sie positiv oder negativ von mir denken. Und in meinem Alltagsleben so wie es generell abläuft scheint das auch so zu sein. Ich bin fast nie mit Gedanken darüber beschäftigt, was andere über mich und mein Verhalten vielleicht denken könnten. Dann allerdings, wenn ich etwas ‚außergewöhnliches‘, etwas neues vorhabe, wenn ich etwas neues lerne beispielsweise, dann wage ich es zunächst nicht, mich öffentlich damit zu zeigen, vor allem im Umkreis meiner Nachbarschaft, dort wo ich den Menschen öfter begegne. Als ich vor einigen Jahren zum Beispiel damit angefangen hatte Laufen zu trainieren, habe ich mich lieber dazu gezwungen morgens um vier aufzustehen und wenn möglich noch in der Dunkelheit unterwegs zu sein, um möglichst nicht gesehen zu werden. Dann habe ich zusätzlich mit unterschiedlichen Körpertrainings und Atemtechniken angefangen, wie Qi Gong und Tai Chi, und an manchen Tagen im Sommer habe ich in den Garten geschaut und gedacht wie klasse es wäre, an der frischen Luft in der Morgensonne auf der Wiese meine Übungen zu machen. Aber ich habe es nicht getan, weil die Nachbarn mich dabei hätten sehen können. Jetzt habe ich seit einiger Zeit ein Longboard, und ich übe damit auf abgelegenen Strecken, es macht mir unheimlich Spaß und im Grunde könnte ich auch direkt vor unserem Haus losfahren, aber ich tue es nicht, weil ich Unsicher bin. Ich bin offenbar Unsicher über mein Wirken, über das, was ich repräsentiere und letztlich das, was andere über mich denken könnten, dass ich mich „lächerlich“ machen könnte oder ähnliches. Obwohl ich rein Verstandesmäßig überhaupt nicht reagiere, wenn ich darüber nachdenke ist es mir völlig egal, es ist für mich rein ‚intellektuell‘ überhaupt nicht von Bedeutung was andere über mich denken. Dennoch, wenn es zu tatsächlichen Taten, zur Aktion kommt verspüre ich Hemmungen und verbaue mir das Umsetzen meiner Wünsche.

Natürlich ist es einerseits sehr anmaßend und ein Gedanke aus Selbstüberschätzung davon auszugehen, dass andere Menschen nichts besseres zu tun hätten als gerade mich zu beobachten oder sich die Mühe zu machen überhaupt über mich nachzudenken.  Andererseits ist es natürlich so, dass man im nachbarschaftlichen Zusammenleben und generell in ländlicheren Gegenden durchaus dann und wann „im Gespräch“ ist. Die Frage ist, warum das von Bedeutung sein soll und was tatsächlich die Angst und die Sorge Verursacht, denn das Gerede oder die Gedanken anderer allein können einem ja nichts anhaben.

Es liegt also an mir selbst, wie erwartet und wie immer, um ganz korrekt und konsequent zu sein. Die Probleme die zu meiner freiwilligen Selbstbeschränkung in dem Bereich der persönlich-körperlichen Bewegungsfreiheit führen, müssen in meiner Persönlichkeitsstruktur angelegt und kultiviert worden sein und sie lassen sich eben auch vor allem auf den körperlich-bewegungstechnischen Aspekt meines Ausdrucks und meines Daseins beschränken. Es liegt nahe hier zuerst in der Entwicklungsgeschichte meines Körpergefühls und meines diesbezüglichen  Selbstvertrauens nachzusehen. Und diese war durchaus katastrophal. Ich habe wenige Erinnerungen an meine Kindheit und auch mit meiner frühen Jugend beschäftige ich mich fast überhaupt nicht mehr. Aber wenn ich eines weiß, dann dass ich niemals als sportlich galt und ich mich selbst auch nicht als Bewegungstalent gesehen habe. Zum einen war ich immer schon übergewichtig, und zum anderen habe ich nie den Bezug zu meinem Körper finden können. Ich fand weder in den schulischen Spotunterrichten, noch in den Vereinen eine Anleitung zum Sport die mir mein Körpergefühl irgendwie hätte verbessern können.  Ich hatte zwar gute Anlagen, eine starke Muskulatur und Knochenbau, jedoch konnte ich meine körperliche Kraft nie gezielt oder dosiert genug einsetzen.

Dies hing vor allem  mit meiner eigenen Selbstwahrnehmung, meinem mangelnden Selbstvertrauen und den daraus resultierenden Hemmungen und Ängsten zusammen. Ich sah mich in meinem Geist, meinem Bewusstsein getrennt von meinem Körper als Opfer der aggressiv-beurteilenden Einstellung anderer. Eine Illusion, aber eine Konsequenz einer langjährigen Konditionierung und Prägung. Einerseits spielt für dieses mangelnde Selbstvertrauen und die Unsicherheiten meiner Selbstwahrnehmung, vor allem aber die Ängste über das Bild das andere von mir haben könnten  meine familiäre Situation eine Rolle, in der ich als Scheidungskind zwar durchaus eine schöne Kindheit erleben durfte, allerdings vor allem meinem Vater gegenüber immer in der Not war, ihm gefallen zu wollen, da ich stetig das Gefühl hatte und die Befürchtung verspürte er könne sich von mir abwenden oder ich wäre ihm nicht gut genug, nicht interessant genug. Dann hatte ich den Verzicht auf meine Mutter zu verarbeiten und in dem Familienumfeld in dem ich dann hauptsächlich aufwuchs, meiner Oma, meiner Tante, Onkel und später meinem Cousin, habe ich ebenfalls ein grundlegendes Empfinden gehabt nicht wirklich dazu zu gehören, zwar gemocht zu werden, aber dennoch eine Last zu sein, geduldet aufgrund moralischer Verpflichtung. Ich weiß, dass ich damit wahrscheinlich vor allem meiner Oma unrecht tue, da sie sich aufopfernd und sehr hingebungsvoll um mich bemüht hat, aber im Bewusstsein und Unterbewusstsein eines Kindes werden noch subtilere Zeichen wahrgenommen und auch verarbeitet,  alltägliche, kleine, scheinbar unbedeutende Dinge.

Andererseits ist es die grundlegende Akzeptanz der Gesellschaft, der Menschen, ihre Bewußtseinsentwicklung und Selbstwahrnehmung als eine Ideologie einer abgetrennten, isolierten Existenz im Geist oder im Bildhaften Sinne im Kopf kultiviert zu haben. Die Isolation einer Illusion von sich selbst, die abhängig ist von emotionalen Reaktionen, der Befriedigung der geistig programmierten Erwartungen und der Sinnesbedürfnisse eines virtuellen Vorstellungswesens, einer einBILDung des Selbst. In dieser Verlorenheit in einer Geschichte und der Interpretationsfilter ist man anfällig für unzählige Unwägbarkeiten, Missverständnisse, Fehlentwicklungen und falsche Einschätzungen, vor allem deshalb, weil niemand wirklich fähig, selbstbestimmt und verantwortungsbewusst genug zu sein scheint, um einem heranwachsenden Menschen den Umgang mit der eigenen Bewußtseinsbefähigung beizubringen und ihn anzuleiten.

Aus dieser Verunsicherung hat sich in der – wenn auch späten – Entwicklung meiner Fähigkeiten eine Erwartung hoher Perfektion und großer Ansprüche an mich selbst entwickelt. Aber offenbar nicht nur um mich selbst zu der bestmöglichen Leistung anzuspornen und mein Potential auch sinnvoll und Vernünftig einzusetzen, sondern vor allem um mich auch ‚sehen lassen‘ zu können, also eine von mir selbst projizierte Erwartung anderer, um mich nicht lächerlich zu machen, nicht verspottet zu werden, bzw. vor allem um mich angenommen zu fühlen und gemocht zu werden. Das führt so weit, dass ich mich eher überhaupt nicht betätige, egal um was es sich gerade handelt, als mich diesem Risiko der Ablehnung auszusetzen.

All das findet in meinem Bewußtsein statt, in meiner Gedankenwelt, den emotionalen Verknüpfungen darin, den automatisierten Urteilsprogrammen, ohne dass ich selbst die Bestimmung darüber hätte.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, dass meine unbewussten und bewussten Ängste und Befürchtungen mein Leben und meine Enscheidungen bestimmen, mich in meinem körperlichen Ausdruck und der Entwicklung meiner Fähigkeiten einschränken, weil ich mich den Programmen der erlernten Minderwertigkeitsgefühle und der eingebildeten Abhängigkeit von Anerkennung und Bestätigung nicht in bedingungsloser Selbstehrlichkeit eigenverantwortlich gestellt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, aufgrund meiner selbst erlaubten und akzeptierten Blockaden meines Selbstausdrucks mit Frust und schlechter Stimmung zu reagieren und mich anstatt mich selbstbestimmt den Ursachen und meinen inneren Unehrlichkeiten mir selbst gegenüber in allen Punkten der Entwicklung dieser künstlichen Denkmuster zu stellen in selbstmitleidigen Verhaltensmustern mit Schlechter Laune, Trotzigkeit und selbstzerstörerischem Verhalten zu verlieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, aufgrund der unterschwelligen Suche nach Bestätigung und Anerkennung  dermaßen hohe Erwartungen an mich selbst zu stellen, dass ich mir egal in welchem Bereich der körperlichen Betätigung die Freude und den lebendigen Moment der Bewegung, die ursprüngliche Motivation der lebendigen Bewegung als das Selbst verschleiert und verhindert habe, um eine entweder utopische oder in weiter Ferne liegende Perfektion zu erreichen, die mir die Anerkennung anderer sichern könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben was andere Menschen von mir denken könnten sei wichtig für mich oder könnte in irgend einer Weise einen Einfluss auf mich haben, da der einzige Einfluss auf mich, schadhaft oder nicht, der durch Gedanken und Worte verursacht werden kann, mein eigener ist.

Selbstbestimmung und Selbstkorrigierendes Schreiben folgen im zweiten Teil.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 28.03.2013