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Montag, 30. März 2015

Tag 201 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften

-Charlotte Gonzalez- / Foter / CC BY-NC




Ist das Pflegen von Freundschaften zwingendermaßen ein kontinuierlicher Arbeitsprozess? 
Ist die Anstrengung für das Aufrechterhalten von interessanten Konversationen die Energie die notwendig ist eine Beziehung aufrecht zu erhalten? Ist Zeit ein relevanter Faktor? Vergeht die Intensität einer Beziehung bei ausbleibender Kontaktaufnahme? Was sagt uns das über die Natur einer Beziehung? Ist eine Beziehung nicht immer ein beiderseitiges festhalten wollen an Illusionen und individuellen Zukunftsprojektionen? Muss eine Beziehung nicht notwendigerweise universal sein, weil eben Menschen universal sind? Ist eine Beziehung basierend auf kulturellen und erfahrungsbedingten Wertvorstellungen, Empfindungen und Erwartungen die beide oder alle beteiligten Personen bis zu einem gewissen Grad teilen? Was ist dann der grundlegende Basiswert einer Beziehung überhaupt? Besteht er aus reinen Vorstellungen? Wie haben wir Menschen den notwendigen, physischen Kontakt zu uns selbst und untereinander verloren, unabhängig von imaginären Persönlichkeitsmerkmalen, wandelbaren Idealen, Präferenzen und Abneigungen, an illusionär geformten und programmierten Idealen gemessenen Wertungen? Wo ist der Kontakt zum Hier, zum Lebendigen in uns allen? Muss eine Beziehung nicht in erster Linie auf der bedingungslosen Akzeptanz des Selbst als Bestandteil des Lebens aufbauen, die alles Leben als Einheit mit einschließt und aus dem Selbst heraus entsteht, das du wirklich bist, anstatt aus den Erwartungen an eine andere Person? 

All diese Fragen und einige mehr habe ich mir im Lauf der letzten Jahre immer wieder gestellt und sie mir nach und nach selbst beantwortet, so dass ich absolut in jedem Moment zu diesen Antworten stehen kann. 

Eine Beziehung aufrecht zu erhalten ist anstrengend. Ja, das ist wohl so, denn wenn wir uns selbst einmal betrachten, unsere Persönlichkeit mit all ihren Vorlieben, Abneigungen, mit all ihren Wünschen, den emotionalen Reaktionen auf die unterschiedlichsten Situationen und Menschen, wenn wir erkennen wie wenig wir davon im Grunde verstehen, wie wenig wir uns selbst verstehen, und wie viel wir von alledem blind hinnehmen, es als das was wir sind akzeptieren ohne auch nur einmal innezuhalten und uns zu fragen ob das wirklich der Fall ist, ob wir unsere Beziehung zu allem nicht selbstbestimmt ändern und beeinflussen können, dann erkennen und verstehen wir zwangsläufig, dass eben aufgrund der Tatsache, dass es allen anderen Menschen, zu denen wir eine Beziehung haben können, ebenso ergeht und dass das eine Beziehung im Grunde nahezu unmöglich macht, wenn man sich nicht unheimlich dafür anstrengen würde.

Was bleibt ist die Frage, ob diese Beziehung die aus einer Anstrengung erwächst tatsächlich eine gesunde, bzw. eine Früchte tragende Beziehung ist, ob diese Beziehung tatsächlich das ist, wonach wir uns im innersten sehnen, oder ob sie ein verzweifelter Versuch ist, die eigentlich notwendige Anstrengung, die Arbeit an sich selbst, die Erkenntnis und das Verständnis für sich selbst zu erlangen zu umgehen, weil diese uns unangenehm erscheint und dafür ein Ersatzkonstrukt einer Beziehung in Kauf zu nehmen, das krampfhaft und unter erheblichem Aufwand der gegenseitigen Manipulation und des gegenseitigen Hintergehens am Leben erhalten werden muss, nur um irgendwann zwangsläufig unter der erdrückenden Last der mentalen, gedanklichen Verstrickungen und des Selbstbetrugs zusammenzubrechen und auseinanderzufallen. Dann stellt sich aber für alle Beteiligten im Grunde immer diese ehemalige Beziehung als ein Scheinkonstrukt dar, nur dass man sich selbst diese Lüge eben nicht eingesteht, sondern noch immer versucht, den anderen für das unausweichliche Scheitern verantwortlich zu machen. 

Doch in Wahrheit muss eine Beziehung aufgebaut auf trügerischen Lügen nicht scheitern. Wenn man es ernst meint mit der Selbstentwicklung und den schritt einmal gegangen ist, sich in Selbstehrlichkeit seiner Eigenverantwortung zu stellen, dann stellt eine solche Beziehung eine Chance dar, sich auf diesem Weg der Desillusionierung und hin zu einer ehrlichen, aufrichtigen Beziehung auf Augenhöhe und gleich miteinander gegenseitig zu stützen und bei der Einsicht in die Gedankenfallen und die trügerischen Bewusstseins-Konstrukte beiderseitig zu helfen. Ich rede dabei auch nicht unbedingt von Partnerschaften und Ehen, sondern ganz bewusst von jeder Art von Beziehung, über Verwandtschaftliche, freundschaftliche, sexuelle und Lebensgemeinschaftliche Beziehungen jeder Art.

Denn tatsächlich und für den gesunden Menschenverstand frei einsehbar ist die Erkenntnis, dass es sich bei und allen als Lebewesen, als Substanz und Existenz dieses Daseins um eine Familie handelt und dass jeder Versuch sich abzutrennen, sich hervorzuheben, sich als außergewöhnlich zu stellen –oder eben jemand anderen – eine reine Einbildung ist. Es ist der freiwillige Verzicht auf die Fähigkeit der Einsicht und die Hingabe an etwas, das man wahnhaften Glauben nennen könnte. Fortschritt, Wachstum und Entwicklung schieben wir vor als Grund für diese Lüge gegenüber uns selbst und versuchen damit all die zerstörerischen, katastrophalen und das Leben von uns allen bedrohenden Konsequenten dieses Wahnkranken Handelns zu rechtfertigen.  Wir wissen, dass unser kurzes Bewusstes Leben endet und dennoch hoffen wir, innerhalb dieser Zeitspanne die äußerlich bedingte Erfüllung zu erlangen, durch Konsum, Technologie, Komfort und Wachstum in allen Bereichen. Wir erkennen nicht, dass dieses kurzsichtige und kurzfristige Handeln enorme Konsequenzen für die nachkommenden Generationen hat, oder schlimmer noch: wir erkennen es, aber wir ignorieren es, weil wir lieber an der Unsterblichkeitsfantasie unserer eigenen Seelen festhalten. 

Und daher haben wir auch unzählige Konzepte einer perfekten Beziehung erfunden, die uns eben das vormachen sollen, die Erfüllung eines Wahns, eines Märchens das uns einlullt in die Selbstverliebte Egomanie. Eine Freundschaft zu einer bestimmten Person, unter bestimmten Bedingungen, mit hundert künstlichen Verhaltensregeln. Eine Liebe mit abertausend Bedingungen an die äußeren und inneren Umstände, eine Familiäre Bindung die unter gewissen Voraussetzungen wieder in Frage gestellt wird um sich von Verantwortung oder unangenehmen Konsequenzen loszusagen, all das sind Traumtänzereien, aber niemals wirkliche Beziehungen zu dem Lebendigen, zum Leben, zu dem Wandelbaren, Wunderbaren, dem Gleichen, dem, was uns alle eint in dieser Existenz. Diese scheinbaren Beziehungen sind Illusionen und Zwänge, und deshalb krampfhaft und unwirklich.
Eine wahrhaftig aufrichtige Beziehung kann nur der führen, der eine ebensolche zu sich selbst als Mensch und Gleicher unter Gleichen hat. Jemand der eine Beziehung zum Leben selbst hat, die ihn mit allem eint und der daher auch niemanden mehr oder weniger lieben kann als sich selbst. Eine solche Beziehung ist und muss immer universal sein, und daher Bedingungslos. 

Bedingungslos bedeutet aber eben auch, dass körperliche Trennung, der mangelnde Kontakt zu einer bestimmten Person, die mangelnde Pflege dieser Beziehung, wie man es gesellschaftlich bezeichnen würde, keinerlei Rolle für das Fortbestehen oder die Intensität dieser Beziehung spielt. Denn all diese Konstrukte der Enttäuschung, des Beleidigt Seins, der zwanghaften, genötigten Kontaktaufnahme, dienen nur einem Zweck, der Entstehung eine krankhaften, egoistisch-parasitären gegenseitigen Ausnutzung der beteiligten Persönlichkeiten. Diese Form der Zusammenhänge, egal wie auch immer man sie nennt – ob Freundschaft, Partnerschaft, Ehe, Liebe, ist eine sind ein Resultat mehrerer untereinander verketteter Ego-Persönlichkeiten, die in dem jeweils anderen vor allem einen Vorteil sehen, egal welcher Art. Das muss nicht einmal immer ein sozialer, finanzieller Vorteil sein, es reicht völlig, wenn sich die Ego-Persönlichkeit, das eingebildete Gedankenkonstrukt eines Selbst von diesem Verhältnis ernähren und aufrecht erhalten kann, wenn genügend Energie aus dem Fleisch emotional generiert wird, um es zu füttern.

Der Beweis meiner Behauptungen liegt, neben der Beobachtung des Menschen und menschlicher Auseinandersetzungen während und vor allem nachdem Beziehungen beendet wurden, in der ständigen Erwartungshaltung und den mit ihr verbundenen Enttäuschungen, die immer wieder, fortwährend eintreten aber geduldig und angestrengt ignoriert und übersehen werden, bis auf diejenigen Male in denen sich dann der Frust und die Unzufriedenheit in systemkonformen Momenten die explizit vom Unterbewusstsein ausgewählt werden entlädt. Das heißt der Beweis bleibt einzig und allein jedem selbst zugänglich, wenn er bereit ist sich und seine inneren Reaktionen zu studieren, zu beobachten und sich in Selbstehrlichkeit zu schulen wenn es darum geht die eigenen, tatsächlichen Motive in jedem Moment und in jeder emotionalen Reaktion zu erkennen.


Montag, 26. August 2013

Tag0143 - Keine Liebe ohne Selbst-Liebe

Nosleeper / Foter / CC BY-NC-SA


Ich habe nie wirklich etwas anfangen können mit dem Begriff der Liebe. Klar habe ich all die Beschreibungen der Liebe, die Bedingungen, die Konsequenzen und die Verhaltensweisen die dem Begriff der Liebe kulturell zugeordnet sind durch Erziehung, durch Literatur und durch Filme gekannt, sie aber nie wirklich als die Konstrukte erkannt die sie dort sind und zu denen sie gedanklich gemacht werden. Und all jene die an diese Form der romantischen, nahezu mystischen Liebe glauben werden wie in einer Religion oder einem anderen Glaubenskonzept einfach jedem anderen der nicht Anhänger ihrer Glaubensrichtung ist, der zweifelt und hinterfragt nachsagen, er sei zu dieser hoch heiligen Empfindung einfach nicht fähig und daher entweder minderwertig oder einfach nicht willens genug.
Eben die Mystifizierung der Liebe ist es aber,die sie flach, hohl und substanzlos werden lässt. Menschen schwelgen in ganz persönlichen Emotionen und Gefühlen, machen sich gedankliche Bilder von der anderen Person und sehen sie dann als Erfüllung ihres eigenen Lebens, meinen dabei aber die Befriedigung ihrer emotionalen Mangelerscheinungen oder des gestörten Selbstbewusstseins. Jedes Gefühl, jedes emotionale Verlangen wird unter den begriff der Liebe gefasst, selbst die Eifersucht und der aus ihr resultierende Frust, der Zorn oder die Aggression werden zu einem Teil dieser ach so großen und großartigen Liebe zusammengefasst. Es gehört dazu und dabei ist alles nur ein immer komplexer werdendes Konstrukt mentaler Verstörtheiten, wahrgenommen als Emotionen, nicht analysiert, nicht hinterfragt, nicht korrigiert sondern einfach hingenommen und abgehakt als Liebe, oder gar als Beweis für die Existenz der Liebe. Der einfache Weg ignoranter Kategorisierung des eigenen Seins und des eigenen Gefühlslebens und dieses Konstrukt von emotionalen Zuständen und Abhängigkeiten wird dann auf eine Person oder meinetwegen auch auf mehrere Personen projiziert, die dabei gedanklich in der eigenen Wahrnehmung völlig verzerrt und entfremdet als das Objekt der Begierde, als notwendige Essenz für die Erfüllung des eigenen Lebens benutzt werden sollen. Dieser Prozess ist adaptiv und relativ flexibel, so dass sich die eigenen Anpassungsbemühungen zusammen mit denen der anderen Person, beide wohlgemerkt aus der eigennützigen Motivation heraus, den anderen von der Unverzichtbarkeit der eigenen Person zu überzeugen, zusammenfinden und man es schafft sich für eine Weile gegenseitig zu manipulieren und zu blenden, auf dass sich dieser Zustand der Nutzbarmachung des anderen lange genug aufrecht erhalten lässt.
Das Versprechen der Liebe bezogen auf eine Person ist in unserer Welt nichts weiter als der Versuch, einen ganz eigennützigen, selbstsüchtigen Traum zu leben, indem man zu seiner Realisierung eine andere Person benutzt, sie manipuliert und bindet. Gesellschaftlich umgesetzt und möglich gemacht wird das hauptsächlich durch die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen die den Menschen so sehr beengen und unter Zwang stellen, dass sich die Möglichkeiten und das Potential seiner persönlichen Entfaltung generell nur noch auf wenige Facetten beschränkt und um diese erreichen zu können gibt es einige wenige vorgefertigte Wege und Möglichkeiten aus denen man dann wählen kann. So hat die Hausfrau der fünfziger Jahre beispielsweise als wäre es ganz natürlich und das normalste auf der Welt den Lebenstraum zu haben, einen erfolgreichen Geschäftsmann oder hart arbeitenden Mittelverdiener zu heiraten, seinen Haushalt zu führen und seine Kinder großzuziehen, was natürlich einen Filter für die Wahl des Geliebten ansetzt. Umgekehrt hat natürlich auch der Mann ein Interesse seine Autorität und seine Dominanz als männliche Attribute auszuleben, indem er als der Ernährer der Familie seine Frau und vor allem auch seine Kinder in existentieller Abhängigkeit hält.
In welcher Art und Weise sich die Konstellationen der Geschlechterrollen auch innerhalb einer Kultur verändern, das Grundproblem der diffusen Wahrnehmung emotionaler Schwankungen als Liebe, als Bindeglied zwischen Menschen bleibt bestehen und die Konsequenzen haben verheerende Wirkung auf sich selbst und das Leben anderer, wenn man aus dieser naiven und ignoranten Umgangsweise mit der eigenen Existenz, der Verweigerung gegenüber der eigenverantwortlichen Entwicklung zu einem mündigen Menschen sich in eine Bindung mit einem anderen Menschen begibt, ohne zunächst damit zu beginnen sich selbst voll und ganz zu verstehen, seine Reaktionen, Gedanken- und Wertmuster zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls zu bereinigen und zu korrigieren, nämlich überall dort wo sie unehrlich, nicht wahrhaftig und manipulativ selbstsüchtig ausgelegt sind. Daher ist nicht nur das eigene Selbstverständnis, sondern in gewisser Weise auch die Selbst-Liebe Voraussetzung für eine gesunde Partnerschaft die beiderseits gleichermaßen zum Vorteil gereicht und als gegenseitige Unterstützung und aufrichtige Anleitung verstanden wird. Denn diese Form der Selbst-Liebe versteht den Begriff der Liebe als eine Akzeptanz, als einen Punkt der menschlichen Entscheidung in eigenverantwortlich selbstbestimmter Weise sich neu gestaltet zu haben, sich zu verstehen und an Prinzipien auszurichten, die auf gleichen Werten beruhen, die alle Konsequenzen mit einbeziehen und das Beste für alle zum Ziel haben. Wenn ich diesen Punkt erreicht habe oder mich im Prozess dieser Entwicklung befinde, ganz bewusst und mit gesundem Menschenverstand, dann bin ich in jeder Hinsicht vertrauenswürdig, Lern- und Veränderungsfähig und an der Gemeinschaft interessiert, nicht primär an meinen persönlichen Begierden, Wünschen und Vorstellungen, die alle nichts weiter als unverstandene Programmierungen der emotionalen und gedanklichen Geist-Maschinerie sind und waren.
Die Unzufriedenheit mit sich selbst, das Gefühl eines Mangels, emotionaler Verlorenheit, Hilflosigkeit und diese Verlangen dann an die emotionale und körperliche Leistung eines anderen Menschen zu binden bedeutet eine Kapitulation vor dem Leben und entsteht eben aus der Angst vor dem Schritt in die eigenverantwortliche Mündigkeit als Mensch der seinem Potential gerecht wird.

Spielt man dieses Spiel gemeinsam, die gegenseitige emotionale Befriedigung der Erwartungshaltungen, so führt das zwangsläufig zu Missbrauch und Manipulation.

Fortsetzung folgt!


Mittwoch, 10. April 2013

Tag0059 – Selbstvergebungsstatements zu Tag0058



Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe in der Kommunikation mit nahestehenden Menschen interne Reaktionen, emotionale Empfindungen und vorgeprägte Verhaltensmuster meine Interaktion bestimmen zu lassen und dass ich in dieser fremdbestimmten, automatisierten Reaktionsweise einen inneren Dialog geführt habe, in dem ich Urteile und bewertende Gedanken zu den Aussagen meines Gegenübers habe ablaufen lassen, während ich nach außen eine Rolle gespielt und mich manipulativ und heuchlerisch gegeben habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, in Gegenwart unterschiedlicher Menschen unterschiedliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen, weil ich mich an Bildern in meinem Bewußtsein, nach Erwartungen und Urteilen aus meiner Vergangenheit, meiner Erfahrung versuche zu orientieren, anstatt hier und jetzt lebendig und anwesend im Moment zu sein und selbstbestimmt zu interagieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe vor allem im privaten Bereich ein festgefahrenes Denk- und Urteilsmuster in der Kommunikation anzuwenden, welches ich wann immer es mir bewußt wird versuche mit dem Argument des Selbstschutzes zu legitimieren, ohne dabei den doppelten Selbstbetrug und den Missbrauch am Leben in Form der interagierenden Partner anzuerkennen und mich selbstehrlich und selbstbestimmt zu korrigieren, da ich mich einerseits vom Moment und der Möglichkeit des lebendigen Agierens, des Wandels abbringe und in eine Vorstellungswelt abtauche in der ich versuche allein in meinen Gedanken die gesamte lebendige Wirklichkeit zu repräsentieren, und andererseits mich selbst in den Momenten der möglichen Umkehr, des Selbst-Stoppens nicht über mich hinaus wachse sondern den gewohnten legitimationsversuchen nachgebe, die mich in den Mustern, in den althergebrachten Verläufen festhalten,

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, durch meine vorgeprägten und programmierten Verhaltensweisen nicht nur mir selbst sondern auch anderen Menschen etwas vorzumachen und in dieser Verstrickung in gedanklichen Rollenspielen meine eigene Selbstbestimmung und die Eigenverantwortung mehr und mehr aus den Augen zu verlieren, so dass mir in meiner emotionalen Reaktion auf reale Geschehnisse oftmals kaum ein anderer Ausweg bleibt als mich selbst bewußt zu belügen um eine scheinlogische Erklärung für mein Verhalten und meine emotionale Reaktion zu finden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in diesen Momenten der Selbstrechtfertigung den scheinbar leichten Weg zu wählen anstatt mich in Selbsterhlichkeit selbstbestimmt zu stoppen, die Eigenverantwortung anzunehmen und die Verhaltens- und Reaktionsmuster ernsthaft zu dekonstruieren und zu analysieren um der Wirklichen Ursache auf den Grund zu gehen, damit ich mich als das Leben in jedem Moment frei entscheiden und frei bewegen, frei kommunizieren kann, jeden Atemzug neu gestaltet am Leben ausgerichtet SEIN kann.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 10.04.2013




Sonntag, 10. März 2013

Tag0028 - Unbewußte Basisprogramme und ihre emotionale Wirkung im 'Konflikt'



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe im Moment der Chance mich durch eine emotionale Erregung zu atmen, bei mir und im Moment als das Leben zu bleiben, die Aufmerksamkeit habe gehenlassen und anstatt die Vorgänge in meinem Körper und meinem Bewußtsein zu erkennen und zu leiten in Unterdrückung und den Versuch der Wahrung eines Bildes von mir selbst im Moment einer emotionalen Auseinandersetzung als 'der ruhige' und 'vernünftige' Part zu erscheinen und dabei von der selbstbestimmten, am Leben und dem gesunden Menschenverstand ausgerichteten Eigenverantwortung abgewichen bin, was unweigerlich in der Anhäufung der aufgestauten unterdrückten emotionalen Reaktionen zu einem Ausbruch aggressiver verbaler und unter Umständen auch körperlicher Reaktion führt, als Konsequenz der Vernachlässigung meiner Eigen-Vernatwortlichkeit.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe emotional aufgebracht zu reagieren obwohl mir im Grunde völlig klar war, welche gedanklichen Vorgänge und Mechanismen zu den Äußerungen über die ich mich aufgeregt habe geführt haben müssen und dass ich es trotz dieses Verständnisses kaum geschafft habe die Aussagen nicht als Angriffe auf mich, auf mein Leben, meine Person und alle eingebildeten 'guten' Eigenschaften zu interpretieren, was mich dann in diesen Wahn des Versuchs der Selbstverteidigung durch mentale Kriegsführung bringt, in der sich Gedankenkonstrukte als Persönlichkeitsideen versuchen gegenseitig ins moralische 'Aus' zu setzen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe die Sinnlosigkeit der Selbstaufgabe an ein emotionales Verwirrspiel zweier Menschen nicht selbstbestimmt in meinem gegenwärtigen Bewußtsein, meiner Aufmerksamkeit gehalten habe, dass ich es vorgezogen habe aus Gewohnheit und konditioniertem Verhalten mich dieser Situation auf die emotionale und Bewußtseinsgeprägte Weise hinzugeben und das Leben, die körperlichen und raum-zeitlichen Konsequenzen dieses Verhaltens ohne Rücksicht auf das Wohl des Lebens, der Beteiligten und der Entwicklungswirkung auf meine eigene Verhaltensweise dadurch mißachtet zu haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe, dass die in mein Bewußtsein eingeprägten Reaktionsmuster und Konditionierungen, die Glaubenssätze und Werturteile immer noch Raum und Möglichkeiten von mir bekommen weiter zu wirken und mich zu bestimmen, unbewußt und in der Konsequenz des fortgeführten Verhaltens auch bewußt, getragen durch die von mir akzeptierten und erlaubten unbewußten / unterbewußten Grundeinstellungen mir selbst und anderen Menschen gegenüber.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben, in jedem Moment emotionaler Reaktionen mir die Wirkungsweise und die Ursache der Art und Weise der Reaktion vor Augen zu führen um mich und mein Persönlichkeitskonzept immer besser verstehen zu lernen und dadurch die Selbstbestimmung und die Fähigkeit zu Eigenverantwortung zu erlangen, damit ich die Konsequenzen meiner programmierten Verhaltensweisen erkennen und dort verhindern kann, wo ich als Mensch, als das Leben in sSelbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit nicht zu ihnen stehen kann.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zuselbstehrlicher Selbstschau, zu einem gewillten, eigenständigen Prozess der Selbstanalyse und der Dekonstruktion meiner vorprogrammierten Verhaltens- und Denkmuster, der emotionalen Konzepte und Zusammenhänge, zur Aufspürung und zum Verständnis ihrer Ursachen um verstehen zu lernen / zu können wie ich das geworden bin, diese Person die ich bin und für die ich mich halte als ein Resultat einer 'natürlichen' Entwicklung und als ein Ergebnis meiner 'Anpassungsfähigkeiten' weil ich lange nicht hinterfragt habe, woran und warum ich mich angepasst habe und was ich mir davon versprochen / erwartet habe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben dazu, das Bild das ich in diesem fremdbestimmten Entwicklungsprozess von mir selbst gewonnen habe zu dekonstruieren und zu analysieren, zu verstehen warum ich versucht habe es auch gegen gesunde, der Wirklichkeit und dem Leben angepasste Veränderungen und Notwendigkeiten zu verteidigen, warum ich das Gefühl und den Glauben entwickelt habe dieses Bild tatsächlich zu sein und in dem fanatischen Glauben an dieses Ego-image rücksichtslos auch gegen die Interessen anderer Menschen und Lebewesen vorgegangen bin / gehandelt habe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in der Partnerschaftlichen Übereinkunft diese selbstgestellten emotionalen 'Fallen' aufzuspüren und mich in dem Moment meiner Verpflichtung dem Leben gegenüber, zur Selbstehrlichkeit und zur Eigenverantwortlichkeit als das Leben zu erinnern, mich in jedem Atemzug durch diesen Moment zu bringen und eins und gleich mit allem Leben die Interessen allen Lebens in gleichwertigkeit dadurch zu achten dass ich diese Selbstverpflichtung lebe, in jedem Moment und vor allem auch in denen, in denen die emotionale Prägung besonder stark arbeitet und reagiert.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 10.03.2013


Dienstag, 5. März 2013

Tag0023 - Die emotionelle (Selbst)-Verschwörung
















Wie jede Verschwörung kann die emotionelle Verschwörung nur dann wirksam funktionieren, wenn sie entweder durch Zwang, also irgendeine Form der Gewalt einem anderen aufgedrängt wird, oder aber, wenn der Gegenpart freiwillig an dem Konzept verschwörerischer Manipulation und Beeinflussung teilnimmt. Da wir als Menschen innerhelb einer Gemeinschaft leben und leben müssen, sind wir in unterschiedlichster Weise und Hinsicht in Abhängigkeiten existenzieller Art verstrickt und können so an vielen Stellen unserer alltäglichen Lebensbereiche empfänglich sein für emotionalen Missbrauch durch eine sozialhierarchisch überlegene Person, besipielsweise durch den Arbeitgeber, durch eine Person innerhalb der Verwaltungsinstanzen auf deren Unterstützung wir angewiesen sein können oder aber einfach durch die Gewaltandrohung einer körperlich überlegenen Person oder Gruppe. Die tatsächlichen Gründe und Ursachen dieses Konzeptes, dieser Verhaltensweise des emotionalen Missbracuhs oder der emotionellen Verschwörung einer oder mehrerer Personen, die damit zusammenhängenden Gefühle und Emotionen, der Genuß der Überlegenheit, der Machtausübung und die Unterwerfung, die Selbstaufgabe und akzeptanz der Opferrolle in diesem irrationalen Spiel der Gedanken zu durchleuchten und zu verstehen ist ein Kernpunkt der menschlichen Selbstbefreiung, der Erlangung der Selbstbestimmung und des uneingeschränkten, unumstößlichen Selbstbewußtseins, unbeeinflußbar von außen, doch eigenverantwortlich gelenkt und am Wohl aller ausgerichtet in der wahrhaftigen Erkenntnis der Einheit und Gleichheit des Lebens. Emotional angreifbar, verletzt oder empört kann nur derjenige sein, der zu seinen emotionalen Reaktionsmustern geworden ist, der sich als Person als seine Emotionen und seine Gefühlswelt identifiziert ohne zu realisieren, dass er sich zum Opfer seiner selbstgestalteten Systeme macht, dass er die Kontrolle und Selbstbestimmung freiwillig abgibt und sich einem Automatismus seiner bis dahin entwickelten emotionalen Grundmuster unkontrolliert unterwirft. Es ist immer wieder dieselbe grundlegende Fehlerursache der menschlichen Systeme, Gesellschaftsordnungen und Konzepte, die beginnt mit der Ignoranz der Einheit des Lebens und der aus dieser Verlorenheit resultierenden Angst vor eigenverantwortlicher Selbstbestimmung. Daher haben wir so lebensfeindliche und der Natur entfremdete Identifikationen und kulturelle Systeme entwickelt und in dieser degenerativen Entwicklung einer Illusionären Existenz fällt es uns immer schwerer, von Generation zu Generation, diesen Link, diese Verbindung zu unserem eigentlichen Selbst wieder herzustellen oder auch nur zu erahnen.

Man kann die Versuche der gegenseitigen emotionalen Ausnutzung oder Benutzung der Menschen überall im Zusammenleben und der Kommunikation der Menschen untereinander finden und erkennen. Es gibt hunderte Beispiele, wie das Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, der emotionale Missbrauch von Kindern innerhalb der Familie, durch die Eltern, durch die Ausnutzung der Macht- und Überlegenheitsposition, etwa durch bewußten Liebesentzug, überzogene Strenge und das 'Trösten' und 'Beruhigen' nach einer solchen Attacke, das der herrschenden, die Situation kontrollierenden und bestimmenden Person ein 'gutes Gefühl' vermittelt, ein Gefühl der Bedeutsamkeit und Wichtigkeit, oder auch der emotionale Missbrauch, die Ausnutzung der soziologisch bedingten oder emotionalen Machtposition innerhalb einer Ehe, Beziehung oder Partnerschaft.

Dabei ist dieses Verhalten vollkommen irrational, es bringt keinen Erfolg, keine dauerhafte Befriedigung, keine Vorteile für keinen der Beteiligten, es erfüllt keinerlei Sinn. Die emotionale Entladung und Aufladung, das Spiel mit den Energien, getriggert und geladen durch Gedanken, durch Vorstellungen und den aus diesen Fantsien resultierenden Gefühlen dient keinem lebendigen, bewußt gesteuerten Zweck. Es ist ein Ausdruck der Willenlosigkeit und Selbstaufgabe an diesen Spielereine des Bewußtseins teiulzunehmen, es ist ein selbstzerstörerischer Prozess der rücksichtslos einem Suchtverhalten nachgibt ohne die Konsequenzen in Betracht zu ziehen, weder für das eigene Leben noch das anderer.

Aber wir lernen nicht, unsere Emotionen zu verstehen. Wir werden nicht zu verantwortungsbewußtem Umgang mit ihnen angeleitet. Das einzige was man uns beibringt und was wir uns beizubringen gelernt haben ist eine Romantisierung der Gefühlswelt, eine Mystifizierung und Polarisierung die die Gefühle in positive, erstrebenswerte, gute Gefühle und negative, verachtenswerte und zu vermeidende Emotionen unterteilt, und so eine innere Konfliktsituation, eine Ladungspotential schafft nach dessen energetischen Tendenzen wir uns dann hin und hertreiben lassen. Alles was negativ empfunden und bewertet ist versuchen wir zu vermeiden und alles was scheinbar negative Emotionen in uns verursacht bewerten wir auch negativ, und mit dem Positiven versuchen wir uns von all dem abzulenken wodurch wir uns schlecht fühlen könnten, mehr noch, wir glauben es könne erstrebenswert und erlösend sein, nur noch positive Gefühle erleben zu können, wir stellen dieses Ziel sogar als eines der höchsten, spirituellen Errungenschaften über alles andere.
Selbst wenn wir feststellen, dass all das mit dem wir uns umgeben weil es uns positiv zu beeinflussen scheint irgendwann unter gewissen Umständen genau das Gegenteil bewirken kann und seinen 'magischen' Einfluß verliert, zweifeln wir in aller Regel noch immer nicht am Glauben an unser Sein als Gefühl und Emotion, an die Ausgeliefertheit, and diese fatalistische Lebenseinstellung eines Gefühls-Süchtigen auf der Suche nach positiver Energie.
In all diesem Streben unter Ausschluß des gesunden Menschenverstandes haben wir gelernt uns mit den Menschen zu umgeben, die uns scheinbar positiv beeinflussen, und so wählen wir Freunde und Partner aus, eigennützig auf der Suche nach dem guten Hype. Doch wie sieht es tatsächlich aus mit der Verlässlichkeit dieses Einflusses, vor allem dann, wenn es um eine menschliche Person geht? Möchte sie nicht das gleiche erleben? Erwartet sie nicht ebenfalls die positive beeinflussung ihrer Gefühlswelt? Natürlich, und die ist dann immer in Abhängigkeit des anderen zu erreichen, so dass jeder den anderen ebenso leicht mit dem Entzug dieser positiven Ausstrahlung 'bestrafen' oder unter Druck setzen kann. Und das wird er auch tun, im Lauf der Zeit, wenn die Bestätigung der positiven Gefühlswellen nachlässt und mann immer noch im Wahn dieses Abhängigkeitsdenkens den anderen dafür verantwortlich macht. Wie bekomme ich jetzt meine Dosis Emotion und Gefühl? Indem ich emotional Druck ausübe. In einer solchen emotionalen Abhängigkeitsbeziehung wie die meisten Partnerschaften heute geprägt sind, findet man schnell heraus, dass der positive Einfluß ebenso leicht abzustellen ist, wie der 'negative Einfluß' an. Und ganz schnell befindet man sich in einer gegenseitigen Eskalationsspirale von Druck, Erpressung und emotionalem Missbrauch.

All das müsste nicht sein, jeder Beteiligte, sofern es sich um eigenständige Menschen die existenziell unabhängig voneinander sind (und leider ist nicht ohne Grund oftmals eben genau das nicht der Fall), könnte sofort in einem Atemzug austreten aus dem Teufelskreis der Beschuldigung und der selbstgewillten Abhängigkeiten. Denn ebenso wie die Gefühle und Emotionen eben nicht durch das Gegenüber, durch bestimmte Umstände oder gar Gegenstände projiziert werden und mich beeinflussen, sondern von mir selbst, aus mir selbst heraus entstehen, durch die Akzeptanzen und Erlaubten Kontroll- und Steuerungssysteme meiner Gedanken, der Kommunikation zwischen Körper und Bewußtsein in Verbindung mit den emotionalen Schnittstellen, sind auch die Abhängigkeiten, die Vorstellungen von Erfüllung durch Verbindung, von Vervollkommnung und Glückseligkeitsempfinden durch die Verbindung zweier emotionaler Körper illusionär und trügerisch.

Da ich selbst der Schöpfer und Generator meiner Gefühle und Emotionen bin kann ich diesen Prozess der Steuerung und Nutzung meiner emotionalen Grundausstattung erlernen und bin nicht länger Opfer reiner Gedankenkonstrukte. Ich kann wahrhaftig entscheiden, sehen, was mir wahrhaftige Gefühle bereitet und warum. Ich leugne nicht mehr die als unangenehm bewerteten Seiten und Bereiche, sondern umarme sie als eine Fähigkeit, eine lebendigkeit und durch die Bewußte Akzeptanz kann ich sie bewußt nutzen, verstehen und kontrolliert transformieren.

Das Problem in unserer Welt, in unseren Gesellschaften ist der gewaltsame Zwang der so viele Menschen in die existenzielle Abhängigkeit solcher Emotionalen Vampire treibt. Die ungerechtfertigte Ungleichheit die wir als System eingerichtet und akzeptiert haben und deren Aufrechterhaltung wir überall mit gewaltsamen Mitteln durchzusetzen versuchen führt dazu, dass die Menschen einerseits gar keine Notwendigkeit sehen sich von ihrer Abhängigkeit in vergeistigten, energiegeladenen Strukturen zu befreien, da sie ausnutzen und benutzen können wie es ihnen beliebt, und andererseits so viele gar keine Möglichkeiten haben diesen Strukturen zu entfliehen, weil sie sich künstlichen, gewaltsam errichteten Hierarchien unterwerfen müssen um zu überleben.
Wir schaffen in unseren Systemen also die Grundlagen für die Fortführung und Weiterentwicklung menschlicher Bösartigkeit und Grausamkeit aus hilfloser Verlorenheit heraus, aus der Unsicherheit eines vom Entzug bedrohten Junkies, indem wir Opfer und Täter gleichermaßen sind, und wenn wir Täter sind, sehen wir uns als Opfer, und wenn wir Opfer sind, wünschten wir, wir könnten wieder Täter sein. Und aus diesem selbstgeschaufelten Geistesgrab der mentalen Selbstzerfleischung heraus beurteilen wir dann die menschliche Natur als unkontrollierbar, als kämpferisch, misstrauisch und hinterhältig. Wir kultivieren diese Natur, sonst nichts. Sie ist uns nicht mitgegeben. Was uns mitgegeben ist durch das Bewußtsein, ist die Fähigkeit sich zu entscheiden, wofür man stehen will als dieses Leben. Ob man ehrlich, oder ein Heuchler ist, ob man wahrhaftig lebt, oder sich leben läßt. Denn wahrhaftig leben kann ich nur selbstbestimmt und in eigenverantwortlicher Regie. Und dann bin ich immer mir selbst Rechenschaft schuldig. Bin ich ehrlich, dann bedingungslos selbstehrlich, oder ich bin eben nicht wirklich ehrlich. Und wenn ich vor mir selbst in jeder Situation geradestehen kann, wenn ich mich vor mir selbst als das Leben das ich bin in allem selbstehrlich durchleuchten kann, ohne etwas verbergen zu müssen, dann kann ich und brauch ich keinen Einfluß der meine Emotionen und Gefühle bestimmt, dann weiß ich dass ich frei bin von diesen Gedankenkonzepten und dass ich das Leben, gleich und eins mit allem Leben bin und dass es darauf ankommt die Konsequenzen für alle zu sehen und zu berücksichtigen und nicht den eigenen emotionalen Reaktionsmustern hinterherzuleben. Darin bin ich verloren in einer illusionären Existenz, einer Fantasiewelt die mich vom Leben entfernt, die mich weiter und weiter entfremdet und unmündig, unbestimmt und betäubt durch meine Existenz schleust.

Selbstbewußtsein und Stabilität, emotional und mental, erlangt man durch Selbstehrlichkeit und eigenverantwortliche Selbstbestimmung im und als Leben, als das Lebendige das man ist, das man lebt und beeinflußt.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 05.03.2013