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Dienstag, 2. Juli 2013

Tag0121 - Bullying (Teil 6) - Das Erbe der Schande

Zuhair Ahmad / Foter.com / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu
Tag0120 - Bullying (Teil 5) - Beschämende Rituale der Hilflosigkeit [Die Bedeutung der Worte]

Auszug:

"...die Grundlage des Lebens selbst, die unumstößliche Tatsache der Einheit, der Untrennbarkeit allen Lebens. Wenn diese Wahrheit verinnerlicht ist und das Bewusstsein vom Wahn der Trennung vom Fleisch befreit wird, ist die Einheit lebendig und der Einfluss des Menschen ein vom Leben selbst bestimmter, alles einender und ein schöpferisches Potential wird freigelegt, gegen das die verzweifelten und aus Angst geborenen Versuche stümperhafter Einseitigkeit unserer Zivilisationen, missbrauchte und Todbringende Werkzeuge aus kranken Geistern geboren, wie unglückliche Zufallstreffer aussehen werden.
Das ist weniger eine Prophezeiung als vielmehr eine Feststellung aus der empirischen Erfahrung meines eigenen Prozesses der Selbstanalyse, der Selbstbefreiung durch Selbstehrlichkeit und Selbstvergebung in die Selbstbestimmung."



Diese Welt unseren Kindern zu hinterlassen ist eine Schande. Das ist eine Tatsache und ich heiße jeden herzlich willkommen sich mit mir über diese Behauptung auf der Basis realistischer Weltanschauung und gesundem Menschenverstand auseinander zu setzen. Wir treten ab als feige, selbstsüchtige Ignoranten ohne Gewissen, ohne Verstand, ohne Vernunft und ohne Würde. Also ohne all die Attribute deren Eigenschaften wir als die den Menschen auszeichnenden zu Lebzeiten heucheln zu besitzen. Der Tod, der Gleichmacher reißt uns die Masken und Fassaden aus den Gehirnen, er legt frei was immer schon da war aber unterdrückt wurde die ganzen Jahre der Lebzeiten. Er entmachtet den großen Unterdrücker, den Sklaventreiber und Schlächter des Fleisches, das wuchernde Bewusstsein als die Persönlichkeit des Individuums, das alles überdeckende Ego, den Wahn der isolierten Einzelhaft in überheblicher Eigenliebe. Deshalb leben wir nur für den Moment des Todes und verachten all die Chancen und Möglichkeiten die uns zu Lebzeiten zur Verfügung stehen, unter anderem eben auch die Kinder. Wir verleugnen unser wahres Potential weil wir uns angesichts der Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung in die Hosen machen. Wir haben den Menschen zu einer jämmerlichen Figur werden lassen, zu einem paranoiden Psychopathen der krankhaft selbstsüchtig, krankhaft verängstigt und krankhaft unselbständig die Welt vor die Hunde gehen lässt, das Leben aller missachtet und nur die eigene Vorstellung seiner Selbst, sein Image, seine eigene Persönlichkeit als lebenswert gelten lässt.

Wir wagen es nicht einmal unseren Kindern die Wahrheit über die Welt zu erzählen, ihnen zu zeigen wie niederträchtig, hinterhältig und heuchlerisch unsere Werte und Ideologien tatsächlich sind. Wir verheimlichen die Folgen unserer Lebensweise vor ihnen so lange es geht und belügen uns selbst indem wir dieses Verhalten als Schutz und Rücksicht deklarieren. Der Wahn den wir leben ist eine künstliche Wirklichkeit die in unseren Gedanken als oberflächliches Ideal der Realität vorgehalten wird. Wir versteifen uns so sehr darauf, dass wir nicht einmal die einfachsten und offensichtlichsten Wahrheiten der Wirklichkeit anerkennen können, denn diese würde schon ausreichen unsere innere Gedankenwelt des Glaubens und der Vorstellungen einstürzen zu lassen. Deshalb fürchten wir die simple und unverhüllte Klarsicht der Kinder, deshalb fangen wir so früh wie möglich damit an ihnen die Geister zu vernebeln mit komplexen Idealen, mit Werten deren Bedeutung wir selbst nie verstehen, wir behaupten an eine Entwicklung zu glauben die das Interesse des Lebens, der Menschen und damit auch der Kinder verfolgen würde, eine Entwicklung die all diese offensichtlichen Entbehrungen der Freiheit, die Beschneidung der Selbstbestimmung und die Beschränkungen des eigenen menschlichen Potentials als rechtfertigen würde, irgendwann in ferner Zukunft wird sich das kapitalistische Wirtschaftssystem, die Globalisierung, die Ausbeutung und der Missbrauch an Milliarden Leben, die Kriege im Namen der Konsumnationen, die Missachtung der Menschenwürde und Menschenrechte als erfolgreich erweisen und wie durch ein Wunder werden alle Menschen glücklich damit sein. Ein Märchen das wir uns selbst immer und immer wieder erzählen, weil wir selbst fester Teil dieses Systems sind, wir sind ein Ergebnis, ein Resultat der Gehirnwäsche unserer Systeme und haben unser Leben Lang diesen Idealistischen Müll in uns hineingefressen und jetzt kotzen wir ihn unseren Kindern unverdaut vor die Füße. Fleiß zahlt sich aus, du musst besser werden als die anderen, du musst siegen, gewinnen, erster sein, schöner und reicher sein, du musst alles daran setzen oben zu schwimmen und nach unten zu treten, dann musst du dich nicht mehr sorgen, die anderen werden sich dann um dich kümmern, es wird dann ihre Aufgabe sein dich zu unterhalten. Denn so ist es doch überall auf der Welt, der Stärkere beutet die Schwachen aus, nur so kannst du wirklich überleben. Hier und da bist du hin und wieder mal Gönnerhaft, erkaufst dir Ansehen und Dankbarkeit von den niederen, untergebenen und hinterlassenen, das ist gut für deine Seele und wird sie bei Laune halten. So lange du aber noch nicht dort oben angekommen bist, so lange musst du dich bemühen ihnen zu gefallen, musst dich den Autoritäten dieses Systems unterordnen und anpassen, musst ihre Stiefel lecken und immer tun was sie sagen, musst dir die Medaillen verdienen die dir eines Tages den Zugang zu den oberen Reihen öffnen werde. Und dann bist du endlich an der Reihe, dann wirst du derjenige sein der andere für sich arbeiten lässt, dann hast du endlich das Ziel des menschlichen Strebens erreicht und kannst all deine Triebe ungehindert befriedigen, kannst rücksichtslos alles an dich reißen was du willst, die Anerkennung und der Respekt der Gesellschaft wird dir sicher sein und falls nicht, dann kaufst du dir eben welchen. Das ist ja das tolle an unserer Welt, dass diese Mentalität unsere gesellschaftlichen Wirtschaftssysteme schon derart programmiert und ausgelegt hat, dass dieser eine Punkt vor allen anderen sichergestellt ist: dass aller Zugang zu Lebensnotwendigkeiten und Luxusgütern einzig durch die alles ersetzende Währung, das Geld zugänglich ist und die Macht über das Geld obliegt einzig den Spitzenpositionen der kapitalistischen Welt, liegt einzig in den Händen der Eliten und damit halten sie die Geschicke der gesamten Welt in den Händen. Menschen wie wir, wie du und ich, ebenso Opfer der Gehirnwäsche, ebenso gefangen in selbstsüchtigem Narzissmus, ebenso unfähig zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Handeln und ebenso verunsichert und geplagt von Identitätskonflikten und Krisen. Das ist der Grund warum sie so geschickt darin sind allen anderen eben die Bröckchen vor die Füße zu werfen mit denen sie ihre Aufmerksamkeit und ihre Gunst gewinnen, das ist der Grund warum sie so gut darin sind Angst und Paranoia zu verbreiten. Weil sie selbst daran glauben.
Das ist die Mentalität und das sind die Werte die den Kindern subtil und auch ganz offen vermittelt werden und genau diese spiegeln sich auch im Verhalten des Bullying wieder,. Die Maßstäbe dieser Werte, dieser Oberflächlichkeiten, berieseln uns tagtäglich in den Medien, der Werbung und natürlich in unserem Umfeld, den programmierten Geistern unserer Eltern, Freunde und Bekannten, sowie in den Belohnungssystemen am Arbeitsplatz und in der Ausbildung.

 Fortsetzung folgt!


Montag, 27. Mai 2013

Tag0100 - Du bist immer allein Teil1 - Leben oder Sterben wir?

Foter.com / Public Domain Mark 1.0




Du bist letztlich immer allein, und das ist dein Glück. Eigentlich ist „letztlich“ der falsche Ausdruck, denn du bist natürlich von Anfang an allein. Du bist allein in dieser Existenz, in diesem Leben, du stehst ganz allein für dich und dein Leben gerade. Du legst auch nicht vor irgendwem Rechenschaft ab, sondern einzig und allein vor dir selbst. Sollte dir das zweifelhafte Glück vergönnt sein den Zeitpunkt deines Todes bewusst zu erleben, dann besteht kein Zweifel, dass du allein das Resümee deines Lebens ziehst. All die Menschen aus deinem früheren Umfeld, deine Familie, deine Freunde, können dich nicht begleiten. Es gibt keine Referenz, es gibt keinen Beistand eines erfahrenen Menschen, niemand kann sich in dich hineinversetzen. Es gibt niemanden, den du um Rat fragen, oder bei dem Du dich Rück versichern könntest, da niemand da ist der diese Erfahrung die du jetzt machst schon einmal gemacht hätte und mit dir darüber sprechen könnte.

Im Leben ist es allerdings genauso, nur dass wir über genügend Zeit und Freiraum verfügen, dass wir ausreichend Abwechslung und Ablenkungen haben, um uns über diese Tatsache hinweg zu täuschen. Wir bauen ein Sozialgefüge auf das uns den Eindruck vermittelt, wir könnten uns über die Relationen und die mentale Angleichung an Verhaltensweisen Wertvorstellungen und Lebensziele anderer unserer eigenen Existenz versichern. Unsere Wahrnehmung allein, Interpretationen der Verhaltensmuster anderer Menschen, ihrer Ideale Vorstellungen und Ziele, sind rein imaginär und existieren in dieser Form lediglich in unseren Gedanken.

Vor kurzem habe ich einen Satz gelesen den ich sehr treffend formuliert finde, eigentlich ist es eine an sich selbst gestellte Frage. Sie lautet frei zitiert: „Vielleicht leben wir nicht, sondern sterben immerfort und die Zeit rast an uns vorbei“
Das Leben ist vom Standpunkt des persönlichen Bewusstseins tatsächlich viel wahrhaftiger wahrgenommen und gelebt, wenn man es als Sterben sieht, und dazu müsste man sich nicht einmal etwas vormachen, denn genau betrachtet läuft alles Leben darauf hinaus. Jeden Tag sollte uns der eigene Endpunkt vor Augen sein, der Tag der Rechenschaft vor uns selbst. Aber auch dafür haben wir Scheininstanzen und Institutionen geschaffen die uns bei diesem Schritt der Annahme unserer Lebensverantwortung vertreten sollen. Die Religionen schaffen dafür ihre Götter und das Paradies, der Atheist hat sein Nichts. Doch beides liegt allein im Glauben verankert, in den Gedanken der Illusion selbst, dem ICH als Person, dem Ego. 

Es ist schon eine Faszinierende Einrichtung, dieses Selbst-Bewusstsein. Es kann eine gesamte Spezies auf Jahrunderte und Jahrtausende hinweg unterjochen und versklaven. Ein hochkomplexes Virus, eine Tödliche Infektion der Existenz.

Doch es ist nicht nur das Bewusstsein allein, es ist die Struktur des Verstandes, das was uns scheinbar zum Menschen macht, das was uns als überlegen darstellt. Wir sind unheimlich stolz, fühlen uns als Krone der Evolution oder eben als Krone der Schöpfung, doch gleichzeitig geißeln wir uns selbst durch  unserem Verstand, wissen nicht warum, wieso wir diese Fähigkeit haben und genau das ist unser Problem. Wir suchen nach einem Sinn, etwas das unser Leben Lebenswert macht. Nicht nur auf individueller Ebene, nein, auch wenn wir glauben uns nur um uns selbst zu kümmern, wenn wir uns für den größten und rücksichtslosesten Egoisten haletn, dienen wir letztendlich dem Grundprogramm unserer Selbstwahrnehmung, der allen menschlichen Handlungen innewohnenden Überheblichkeit des denkenden Seins, der entfremdeten, Illusionären Existenz eines göttlichen, übernatürlichen Strebens. Wir glauben in der Ziellosen Anwendung unserer Möglichkeiten, der Umsetzung aller Denkbarkeiten läge der Antrieb unserer Entwicklung, das nennen wir Fortschritt und diesen Weg beschreiten wir um jeden Preis, mit schwindelerregendem Tempo. Wir fühlen uns innerlich in unserer Existenz so sehr verunsichert, dass wir immer schneller rennen ohne wirklich das Ziel zu kennen. Doch der erste Schriitt ging bereits in die falsche Richtung, der erste Schritt der Flucht vor der Unsicherheit, der Einsamkeit und der Leere war ein verzweifelter, irregeleiteter Schritt direkt ins Maul der Bestie.

Fortsetzung folgt...





Mittwoch, 22. Mai 2013

Tag0097 - Universale Verantwortung

Harrison Schmitt / Water Photos / Public domain




Post vom 17.05.2013

Was bedeutet universale Verantwortung?
Die Verantwortlichkeit als Mensch muss neu definiert werden, doch zunächst muss zum Verständnis der Bedeutung von „universaler Verantwortung“  der Mensch selbst neu definiert werden. Es ist also notwendig in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass Begriffe wie universale Verantwortung im Kontext der Selbstwahrnehmung des Menschen als Einheit des Lebens zu sehen sind. Sieht sich der Mensch weiter als isolierte Einheit, als abgetrennte Existenz, hat der Begriff der universalen Verantwortung natürlich keine Wahrheit. Das liegt einfach daran, dass der Ausgangspunkt selbst schon nicht wahrhaftig ist, nämlich die Selbstwahrnehmung als vergeistigte Existenz, isoliert, allein in den Gedanken lebend.

Die universale Verantwortung spiegelt sich in der Wirkungsweise menschlicher Handlungs- und Denkmuster, deren Konsequenzen die Folgen der entweder verantwortungsbewussten oder unverantwortlichen Verhaltensweisen und Entscheidungen sind.

Im Grunde ist die Annahme der Verantwortung, die Bewußte Entscheidung sich selbst gegenüber Rechtfertigung abzulegen, sich in selbstehrlicher Selbstanalyse auf diese Verantwortlichkeit zu prüfen der Schritt in das Leben, in das lebendig-Sein, in die Existenz als wahrhaftig denkendes, lebendes Wesen. Es ist nicht die Verheißung der Bequemlichkeit, der ewigen Freude, des immerwährenden Glücks was einen Erwartet. Dieser Schritt erfordert vielmehr eine kämpferische Natur die sich in die Auseinanderstzung mit dem Leben, mit sich selbst als lebendigem Organismus begibt, eigenständig und doch als Teil des Ganzen, einen Kampf oder ein Ringen mit den Möglichkeiten und Fähigkeiten des eigenen Systemaufbaus, den programmierten Eigenheiten und den Prägungen durch äußere Einflüsse austragend. Es ist eine ursprüngliche, sich selbständig motivierende Existenz die keinen Antrieb von Außen braucht, die keinem Zwang ausgesetzt ist, weil sie sich selbst als einzig relevante Instanz der eigenen Rechenschaft anerkennt. Und damit ist sie die einzig menschenmögliche Existenz und Möglichkeit als achtbares, vertrauenswürdiges und potentiell entwickelbares Inndividuum sich zu entlarven.

Einspinnen muss man sich zunächst, sich verpuppen, sich isolieren. Nicht von der Außenwelt, nicht vom „hektischen Treiben des Alltags“, das ist ein Luxus den sich nur wohlstandsverwöhnte, selbstsüchtige juppie-Spiritualisten leisten können, es ist eine Isolation von dir selbst als der Persönlichkeit zu der du geworden bist, zu der du programmiert bist und die du selbst akzeptiert und durch deine akzeptierte und zugelassene Teilnahme mit gestaltet hast. Eine schrittweise Selbstisolation von allen gewohnten Mustern, emotionalen Reaktionen, logischen Denkmustern, Werturteilen und Schlüssen. Das ist ein Wagnis das allein schon Mut und Entsclusskraft erfrdert, mehr als alle äußerichen Systemgegebenen Strukturen die eine scheinentwicklung an dir vornehmen indem du beispielsweise Qualifikationen und Anerkannte Positionen erwirbst. In dieser Selbstisolation erkennst du in hunderten Schrittend er Angstüberwindung dass das Was bleibt nicht Nichts, sondern das Leben selbst ist und, und das ist wohl der Angsteinflössendste Teil – dass das dich gleich werden lässt mit allem Leben. Alle Wertabstufungen, alle Ideologien der Selbstherrlichkeit, der Überlegenheit, der menschlichen Glorifizierung seiner Bewusstheit erkennst du als nichtig, als Haltlos. Doch entgegen aller Angst, all der sich überschlagenden Philosophien der Rechtfertigung dieser Angst, diesem selbstherrlichen Selbstbetrug ist dieser Schritt der Schrittd er Befreiung von allen Beschränkungen der eigenen Existenz, von den Wahnvorstellungen der persönlichen Geschichte als isoliertes, autarkes Gedankenwesen. Mit diesem bedingungslosen Schritt der Akzeptanz dieser unumstößlichen Wahrhaftigen Sicherheit der Einheit mit dem und als das Leben bricht die Puppe auf, die Larve wird zum Menschen, in einem eigenständigen Prozess.

Freitag, 28. September 2012

Tag 50 - Freiheit ist, sich nur noch auf das Leben zu berufen

Rozelle De Lange


Wenn ich auf meine Vergangenheit, insbesondere auf meine Jugend und das junge Erwachsenenalter zurückblicke, dann ist es ganz offensichtlich dass es immer einen ganz starken Drang gab, etwas 'ganz besonderes' zu erleben, etwas 'ganz besonderes' zu sein oder zu werden, aber dieses 'Besondere' war, wenn es überhaupt entweder als 'Style', als 'Berufung/Bestimmung', als 'Ideologie', 'Politische Ausrichtung' etc. definiert war, nie etwas wirklich eigenständiges, nie wirklich 'mein Ding', aus mir heraus entstanden, eine selbstbestimmte Entscheidung, sondern der Weg des Strebens richtete sich immer mehr oder weniger merklich an bereits vorgegebenen Strukturen, an bereits bestehenden Gruppierungen und deren Ideologien, and den sogenannten Pionieren besonderer Philosophien, modischen stilen und ähnlichem aus. Immer war es letztendlich notwendig oder wichtig, sich 'auf jemanden' oder 'etwas' berufen zu können, das ausserhab von einem selbst lag.
Heute sehe ich ganz klar die Ursache dieses Verhaltens bei mir und bei vielen anderen, und ich weiß auch, dass diese 'Gruppierungen', egal welchen Bereichen sie entstammen, aus lauter einzelnen solchen Individuen bestehen, die in ihrer eigenständigen Selbstverantwortung völlig verunsichert nur den imaginären Halt oder Rückhalt der Gruppe suchen und sich immer wieder gegenseitig aufeinander Berufen. Im Grunde funktionieren so natürlich nicht nur kleine Gruppierungen wie Verbände, Vereine, Parteien, Musikergruppen, sondern ganze Gesellschaften, Nationen und Kulturen. Aufgrund der Ablehnung der Eigenständigkeit und der damit einhergehenden Eigenverantwortung berufen sich alle Beteiligten immer wieder aufeinander, und das zeigt sich nicht nur in der gemeinsamen Verfolgung bestimmter Ziele, sondern besonders auch dann, wenn die Ideologie, der Plan, die Agenda eben mal NICHT funktioniert, wenn sich etwas NICHT umsetzen lässt oder das Eigeninteresse zu kurz kommt, und zwar in der vehementen Ablehnungsgeste der Eigenverantwortlichkeit und der gemeinsamen, einheitlichen Verantwortlichkeit an allen 'Auswüchsen' einer Lebensverbindung durch die 'Anklage', durch das offene Zuschreiben von alleiniger Verantwortlichkeit an einer Konsequenz eines gemeinschaftlichen Prozesses an eine einzelne Person, eine Randgruppierung, and eine (plötzlich) 'abgetrennte' Einheit, den 'Verbrecher' aus dem Nichts, der 'Terroristengruppe', den 'Ausländern/Einwanderern/Immigranten' etc. Ein völlig absurder Selbsttäuschungsversuch, der nur unter Aufwendung selbstgewählter, freiwilliger Ignoranz und Selbstbeschränkung aufrecht erhalten werden kann. Jede Gesellschaft/Gemeinschaft erschafft sich ihre 'Feinde', ihre 'Schwarzen Schafe', ihre 'Verbrecher' und 'Kriminellen' selbst, sie ist immer nur zu feige und voller Angst, die tatsächlichen Konsequenzen ihrer bequemlichen Akzeptanz und Selbstaufgabe an alle bestehenden Norm- und Wertvorstellungen anzuerkennen - und ebenso ist es bei jedem einzelnen, und genau da muss angefangen werden mit der Ehrlichkeit, mit der Beseitigung der Selbsttäuschung, der Bequemlichkeit und der Feigheit vor eigenverantwortlichem und damit selbstbestimmtem Leben. Freiheit und Feigheit sind eben nicht miteinander Vereinbar. Und die Größte Angst hat der Mensch nicht etwa vor anderen Menschen, nicht einmal davor zu kämpfen und zu sterben, die größte Angst hat er vor der bedingungslosen Ehrlichkeit vor sich SELBST.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in der Sucht und Sehnsucht nach dem energetischen 'Erleben' und 'Empfinden' vom Leben abgewandt zu haben, ohne wirklich zu erkennen, dass dieses 'Erleben' eben keine Erfüllung des Lebens bedeutet, sondern eine Flucht vor dem Leben, vor dem eigenständigen Entscheiden und der Eigenverantwortung, dass die 'Unterhaltung' und das 'Erleben' die Befriedigung des eigenen Selbstinteresses sind und in keiner Weise das Interesse des Lebens selbst berücksichtigen oder in Erwägung ziehen, weil sich dieses 'Erleben' eben in den emotionalen Sphären der inneren Gedankenwelt abspielt, ein Schauspiel für sich selbst darstellt, das nicht einmal als Erinnerung einen Wert oder gar Substanz hat, da diese Erinnerungen selbst nicht das 'Erlebnis' sind, da sie sich verändern, verschlechtern, verschwimmen, gefärbt und geprägt werden durch spätere 'Erlebnisse' und abhängig vom jeweilig aktuellen Kontext in unterschiedlicher und selbsttrügerischer Weise vom Geist missbraucht werden um wiederum bestimmte Momente energetisch zum Selbstzweck aufzuladen, alles ungeachtet der Konsequenzen dieses selbstsüchtigen Verhaltens, von denen die Ignoranz gegenüber den gleichwertigen Interessen anderer nur eine darstellt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Eigenständigkeit in allen Lebensbereichen, sowohl dem mentalen, geistigen, dem Denken, Beurteilen und Entscheiden, als auch auf der rein körperlichen Ebene, der Bewegung des Körpers, des Auftretens und des Verhaltens ignoriert, abgelehnt und aufgegeben zu haben, nicht nur weil ich von klein auf aufgrund der Umstände der gesellschaftlichen Strukturen, der allgemeinen menschlichen Philosophie der mystifizierten Lebensbegründung so erzogen und geprägt wurde, sondern auch dann, als ich anfing zu zweifeln, als mir die Widersprüchlichkeiten menschlicher Selbstrechtfertigungsstrategien, die Widersinnigkeit der Annahme einer 'natürlichen Ordnung' hinter dem menschlichen Verhalten welches völlig konträr zu der 'natürlichen Ordnung' aller anderen Lebewesen steht, klar wurde und ich anstatt selbstbestimmt den Dingen auf den Grund zu gehen, anstatt selbsterhlich an mir selbst zu 'forschen' in der Erkenntnis, dass ich das Leben bin, ebenso wie alle anderen, in Einsicht in die Wahrhaftigkeit der Gleichheit und Einheit als Leben in mir selbst nach den Gründen, den wahren Ursachen der Verblendung und der Ignoranz zu suchen, mich zunächst an 'andere' gewandt habe, bei 'anderen' nach Antworten suchte, dass ich versucht habe mich 'anderen' anzuschließen in der Hoffnung ich könne in einer Gruppe von selbstsicheren, die Wahrheit vertretenden Menschen mich selbst ebenfalls sicherer und hoffnungsvoller fühlen angesichts der überwältigenden Ignoranz und Selbstgefälligkeit der Menschen, ohne dabei zu erkennen dass ich genau die Problempunkte mit diesem Verhalten, dieser 'Suche' bei 'anderen' repräsentiere, dass es genau dieser Versuch ist, der schon von der falschen Prämisse ausgehend zum Scheitern verurteilt ist und einen nach unzähligen erfolglosen Versuchen wieder zurückfallen lässt in die Dunkelheit des eigenen Geistes, sich selbst nährend an seiner Existenz, dem Körper, das eigentliche Leben verdauend, sich bei lebendigem Leibe selbst zerfleischend in sauren Emotionen badend, sich in Frust, Zorn, Wut und Verbitterung verlieren lässt, bis man letztendlich aufgibt und als Mensch vollends willenlos verschwindet.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich vor der Offenbarung vor mir selbst so sehr zu fürchten, dass ich diesen im Grunde simplen Schritt zur Selbstbestimmung und Selbstbefreiung viele Jahre nicht einmal in Erwägung gezogen habe, dass es mir sogar sehr recht war, dass man zu Selbstzweifeln und innerer Unsicherheit über die eigene Identität, die eigene Existenz herangezogen wird und dass es legitim und alternativlos erscheint, sich einfach den systemischen vorgegebenen Bedingungen anzupassen und sich eine abgesteckte 'Nische' zu suchen, mit der man gerade noch so leben kann.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, das Leben das ich bin über viele Jahre zu unterdrücken, das Leben, meinen Körper, meine Existenz auszunutzen und zu benutzen um ein Geistesgebilde der inneren Gedankenwelt von mir selbst und für mich selbst zu kreieren und zu nähren, mich an den Reaktionen und energetischen Auf- und Entladungen manipuliert und interpretiert durch meine Gedanken, mein Bewußtsein zu ergötzen und das Leben allein auf diese flüchtigen Momente, die trügerischen ideen von mir als einer Person die nur lebt, wenn sie erlebt, zu beschränken.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe zu erkennen, dass ich auf diese Weise immer auch andere Menschen brauche um mich der Bedeutung meiner vergeistigten, ideologisierten Identifikation rückzuversichern, und dass die Konsequenz daraus der Missbrauch dieser Menschen sein MUSS, da ich als diese Ideologisierte Person kein Interesse an der Freiheit anderer Menschen haben kann, denn ich muss sie ja benutzen um die energetischen Konfliktmomente zu generieren, ob 'positiv' oder 'negativ' spielt nicht einmal eine Rolle, denn es geht nur um das 'Erleben' des kurzen Momentes der Entladung.


Ich bestimme mich selbst als das Leben, Hier, Jetzt, in diesem und dem nächsten Atemzug zur eigenständigen, selbstgewählten Akzeptanz meiner Verantwortlichkeit für das Leben.

Ich bestimme mich selbst als das Leben zur Selbstoffenbarung in Selbstehrlichkeit in jedem einzelnen Bereich meines Lebens, meiner Persönlickeit so wie ich sie erlaubt und akzeptiert habe und ich stehe als Beispiel für die tatsächliche Möglichkeit der Selbsteinsicht und der eigenständigen Entscheidung und damit der Übernahme der Verantwortung für das Leben.

Ich bestimme mich selbst als das Leben dazu, jede Form der selbstgefälligen, scheinlogischen Selbstrechtfertigung des menschlichen Missbrauchs am Leben durch das Bewußtsein als trügerisch, selbstschädigend und irreführend bloßzustellen, jede Form der Arroganz über das Leben als eine Geisteskrankheit zu offenbaren die eine Bedrohung für alles Leben darstellt, wie es sich unübersehbar überall auf der Welt ja auch zeigt.

Ich stehe als das Leben für das Leben, für alles Leben, ich sehe und akzeptiere meine Verantwortlichkeit für das und alle zukünftigen Leben und sehe darin genau die Fähigkeit und das Potential des Menschen, in Reife, Mündigkeit und vertrauenswürdige Verantwortlichkeit zu wachsen um die Welt so zu gestalten, dass das Leben in Einheit und Gleichheit sich vielseitig frei entfalten kann.