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Sonntag, 29. Dezember 2013

Tag 160 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 2

Research Report Series: Therapeutic Community / Foter.com / Public domain


Fortsetzung zu:

Tag 159 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 1

 Auszug:


In der Werbung beispielsweise werden gezielt psychologische Erkenntnisse benutzt, um Menschen für ein bestimmtes Produkt zu begeistern. In einer Welt/Kultur des Überflusses, des nicht enden wollenden Konsums, sind es längst nicht mehr die realen Eigenschaften oder der die realen Werte eines Produkts die den Kunden zum Kauf veranlassen, sondern um das Produkt herum wird eine Aura der imaginativen Eigenschaften und Werte erzeugt, das Produkt erlangt ideellen oder Kult -Status. Doch nicht nur diese Erzeugung der künstlichen Bedürfnisse ist ein Werkzeug der einseitig 'von oben herab' angewandten Psychologie, sondern die Entwicklung des Menschen selbst, seines Bewusstseins und seiner Persönlichkeit wird bereits von Kindesbeinen an mit psychologischen Methoden gezielt beeinflusst, so dass beispielsweise die Ängste und Unsicherheiten des Menschen in einer Gesellschaft wie der unseren durch den Glauben an die Funktionalität und Vertrauenswürdigkeit von Institutionen beruhigt werden sollen, welche dann wiederum im Sinne der Systeme arbeiten, die den Menschen lenken, manipulieren und benutzen wollen, bzw. die überhaupt erst zu der Problematischen Situation des gelenkten Menschen geführt haben.



So ist die Therapie für psychische Auffälligkeiten und Krankheiten großenteils eine Zurückführung in/auf eine Denkstruktur, die sich funktional in die bestehenden Systeme eingliedert und führt nicht zu einem Selbst-Verständnis, führt nicht zur Befreiung des Individuums von der Kontrollmöglichkeit der 'Besser-Wissenden', sondern lässt ihn in dem Glauben nun, da er/sie wieder einigermaßen sozial interagieren kann, geheilt oder zumindest auf dem Weg der Genesung zu sein, auf dem Weg zu einem Ziel, das es in dieser Form überhaupt nicht gibt. Denn einen psychisch gesunden Menschen gibt es nicht, diese Art der Klassifizierung liegt überhaupt nicht im Ermessen irgendeines Menschen. Lediglich durch künstlich oder auch zwangsweise/gewaltsam erzeugte Hierarchien und Machtverhältnisse, wie beispielsweise durch das Zurückhalten oder Manipulieren von Information und wissenschaftlichen Erkenntnissen, kann der Eindruck einer Überlegenheit erzeugt und ein falsches Vertrauensverhältnis zu dem Therapeuten/der Therapeutin erzwungen werden, das den Eindruck erweckt man könne ein solches Ziel durch Anpassung und Hörigkeit erreichen. Und in kaum einem anderen wissenschaftlichen Bereich ist diese Lüge der Erhabenheit so extrem widersprüchlich zur Wirklichkeit wie in der Psychologie.
So hat jede Form der Psychotherapie den unangenehmen Beigeschmack einer Manipulation, oder zumindest einer Bevormundung, oder aber im geringsten Fall einer Nutzlosigkeit, einer Placebo-Maßnahme die keinem anderen Sinn dient, als der Gewissensberuhigung der Gesellschaften einerseits und der Rechtfertigung des Berufsstandes der Psychologen unter der Annahme einer existierenden gesunden Psyche des Durchschnittsbürgers andererseits. Denn in welchen Bereich der Psychologie, der akademischen Psychologie so wie sie an Universitäten gelehrt wird, man auch vordringt, man kann nicht umhin einzusehen, dass es ein abschließendes Wissen, oder auch ein nur annähernd ergründendes Wissen über die Psychologie des Menschen, die psychischen Vorgänge, die Ursprünge der Gedanken und die Art der Selbstwahrnehmung, der Bewusstheit und ihrer Herkunft nicht gibt.
Was also weiß mein Gegenüber, der Psychotherapeut, der Analytiker oder der Psychiater von mir und damit auch von sich selbst, von seinen eigenen innersten Vorgängen, den Beschaffenheiten seiner emotionalen Gefüge, der Gedanken und Erinnerungen, seiner Wahrnehmungswelt und seiner Wirkung auf mich und andere, vor allem aber auf sich selbst?

 
Natürlich können immer nur einige wenige sich Zeit ihres Lebens intensiv mit Experimenten und Forschung in dem Bereich der Psychologie, des Verhaltens und Erlebens des Menschen befassen, dafür muss eine Gesellschaft ja auch diese Möglichkeiten und Ressourcen zur Verfügung stellen daraus einen Beruf oder eine Berufung machen zu können. Die Frage aber bleibt, was dann mit / aus den gewonnenen Erkenntnissen wird, wozu man sie verwendet und wem man diese Erkenntnisse zur Verfügung stellt. Vor allem aber auch was passiert, wenn die Erkenntnisse die grundlegend akzeptierten Normen und Sichtweisen unserer Gesellschaft, des Menschen an sich in Frage stellen oder sie sonst irgendwie erschüttern? Ist eine Wissenschaft überhaupt langfristig ernst zu nehmen und tragbar, wenn sie nicht gleichermaßen auch bereit ist, die kulturellen, sozialen gesellschaftlichen Strukturen aus denen sie sich entwickelt offen zu hinterfragen und wenn nötig sogar zu verwerfen? In einer Wissenschaft aber, die von eben diesen Strukturen existenziell getragen wird ist so etwas wenig bis gar nicht zu erwarten, sie wird sich vielmehr damit befassen Methoden und Möglichkeiten zu finden, die den Menschen in dem derzeitigen Stadium seines Verhaltens, seines Denkens und Handelns, also seinem psychologischen Ist.Zustand belassen, so dass die Systeme und Strukturen die Wissenschaft und vor allem hier die Psychologie 'erforderlich' und wichtig machen erhalten bleiben.

...Fortsetzung folgt!


Montag, 7. Oktober 2013

Tag0150 - Altern oder reifen wir? - Nichts zu feiern am Geburtstag

xstex / Foter / CC BY-NC-ND


Wie kann ich meinen Geburtstag „feiern“, wenn ich weiß, dass um mich herum Menschen aufgrund der Ignoranz so vieler anderer Menschen unerträglich leiden müssen, wenn ich weiß, dass wir alle mit unserem Schweigen, unserer selbstsüchtigen Anpassung und der bequemen Haltung gedanklicher Selbstrechtfertigung gegen den Verstand die Folter, den Hunger und das Verenden von tausenden Kindern jeden Tag billigen? Wie könnte ich „feiern“ und mir selbst gegenüber mutwillig Ignoranz üben, wenn ich Jahre lang hart an mir selbst arbeiten musste um die angelernten und gesellschaftlich geförderten Scheuklappen Schritt für Schritt zu lösen um mir selbst wieder aufrichtig in die Augen schauen zu können, um wieder zu lernen was Verantwortung und Leben eigentlich bedeuten? Wie könnte ich meinen Geburtstag „feiern“, außer dadurch endlich Schluss zu machen mit der duckmäuserischen 'Diplomatie' gesellschaftlicher Norm-Hörigkeit und der mentalen Verschleierung der Wirklichkeit, außer durch meine tägliche Hingabe an die Selbstbefreiung von und Offenlegung der gedanklichen und ideologischen Konstrukte des Bewusstseins die der Verblendung und der Ablenkung dienen, die uns ein Leben vorgaukeln in dem wir nach nichts weiter als mentalen Erlebnismomenten streben, nach dem Gefühl der energetischen inneren Ladung die durch Halluzinationen, durch selbstverursachte Rauschzustände in einer imaginativen Realität verursacht wird und uns wie Süchtige langsam aber sicher verbraucht und dem Untergang weiht?

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben dazu ein lebendes Beispiel für die Möglichkeit des Menschen zu sein, all die Irrtümer aufzugeben, die Programme der Selbstversklavung und der vergeistigten Abhängigkeit, der Fremdbestimmung und Kontrolle durch ein System der Vernichtung aufzugeben, selbstbestimmt zu transformieren und sich zu befreien. Ich stehe als Mensch als Beweis für die Verantwortlichkeit des Menschen an allen Konsequenzen seiner Lebensweise, für die Verantwortlichkeit an allen Verbrechen am Leben, an den Kindern die Hilflos einer Wahnkranken Spezies ausgeliefert sind und die auf keine Hilfe hoffen dürfen, denn all diejenigen die Helfen könnten sind durch eigene Selbstaufgabe unmündige, unfähige, unterentwickelte und selbstsüchtige Roboter geworden die trotz ihrer Fähigkeit zu helfen selbst die Hoffnung als mentales Konstrukt der Verblendung und der Verblödung vorziehen, allein um ihrer eigenen Selbstgefälligkeit zu dienen. Ich stehe als Mensch und als lebendiger Beweis für die Verantwortung des Menschen indem ich die Möglichkeit seiner eigenen Neuausrichtung aufzeige und somit alle Konstrukte, alle Philosophien und Ideologien der Selbstrechtfertigung, der Viktimisierung und moralischen Überheblichkeit ad absurdum führe. Ich stehe ein für und als das Leben, für die Befreiung des Lebens im Namen des Lebens, im Namen der Kinder vor allen Dingen, da sie in diese Welt geboren werden und man ihre Psychen missbraucht, ihnen einprogrammiert sie würden ins Leben geführt, erzogen und ausgebildet um sich selbst zu entfalten obwohl die Erwachsenenwelt selbst nicht weiß was sie tut, sich längst der Feigheit hingegeben und der ewigen Unterwerfung verschrieben hat unter ein System dessen Schöpfer wir alle sind, dem wir in einem Atemzug alle Macht entziehen könnten, wenn wir nur bereit wären uns der Angst zu stellen und diesen Atemzug zum ersten mal als wahrhaft eigenständige, selbstehrliche und eigenverantwortliche Lebewesen in Einheit und Gleichheit mit allen zu tun.

Ich feiere mein Leben jeden Tag, jeden Moment in dem ich mich weiter durch den Wust der konditionierten Unterwürfigkeit wühle und die Tentakel der Persönlichkeitsprogramme die mich geformt haben und denen ich erlaubt habe in mich einzudringen und zu einem Teil von mir zu werden, mich zu einem Teil dieser lebensfeindlichen Systematik zu machen, herausreiße, indem ich mich meinen konditionierten und eingeimpften Ängsten stelle, sie als Illusionen entlarve und mit jedem Atemzug zu einem freieren Menschen werde. Indem ich nichts mehr zu verbergen habe vor wem auch immer stehe ich in diesem Prozess als Beispiel für die Freiheit des Menschen und seine Möglichkeiten, für die Vertrauenswürdigkeit und die Verantwortung für und als das Leben ein. Damit feiere ich wahrhaft das Leben, in Einheit und Gleichheit mit allem Leben. Nicht in der pervertierten Illusion von Spaß und Freude die nur durch Konsum, durch ideologisch verseuchten Behang und das Berauschen mit zerstörerischen Substanzen zu erreichen sein soll. Nicht in der selbstsüchtigen, vergeistigten und kurzlebigen Selbstbeweihräucherung unter egoistischen Persönlichkeiten die eine Möglichkeit der Ablenkung und oberflächlichen, billigen Unterhaltung suchen. Was sollte ich als das Leben, als Teil dieser Menschheit zu feiern haben so lange wir dieses Bild des Jammers abgeben, so lange wir die Notlagen und Schwächen anderer so schamlos und kurzsichtig ausnutzen, so lange wir nicht einmal unseren eigenen Kindern gegenüber offen unser Versagen eingestehen und ihnen damit die Chance auf einen Neuanfang freigeben können? Was der Mensch ist, was er kreiert hat in seiner Existenz hier und heute ist verachtenswert, was er sein könnte hingegen ist ein würdevolles, vertrauenswürdiges Wesen mit gestalterischem und schöpferischem Potential das das Beste für alles Leben Umsetzen kann. Unsere Kinder sind bereits der lebende Beweis dafür, allerdings haben wir sie so geschickt um ihre Würde und ihre Eigenständigkeit betrogen, dass sie kein Gehör bekommen und keine Stimme in dieser Welt mehr haben. Wir verschließen selbst zu gern die Augen vor ihrer Offenheit und ihrer spontanen Einsicht wenn sie die Grundfesten und scheinheiligen Werte unserer Systeme herausfordernd in Frage stellen. Daher stecken wir sie ja auch zwangsweise in die Umerziehungsanstalten und die Gehirnwäscheprogramme der Institutionen unserer so Entwickelten Zivilisation wo sie zu hörigen Sklaven eines untergehenden Systems, einer lebensfeindlichen Gesellschaftsordnung und einer verlogenen, zerstörerischen Wirtschaftsideologie geformt werden. Denn das, was wir hier „ein Leben führen“ nennen ist nichts weiter als die Versklavung im Namen des Profits, die Ausbeutung anderer im Namen einer nie wirklich existierenden Welt, einer reinen Ideologie die allein der Kontrolle und Manipulation der Massen dient. Wir missachten die Wahrhaftigkeit und missbrauchen das Vertrauen das sie in uns als ihre Eltern setzen auf schändliche Weise und vernebeln ihre Wahrnehmung damit sie nicht den Wahnsinn unserer Verantwortungslosen Selbstzufriedenheit erkennen. Wir sind wahrlich eine erkrankte Spezies, erkrankt am Bewusstsein, am Missbrauch unserer Fähigkeiten zu selbstsüchtigen Zwecken. Ich kann nur das Leben feiern, nicht aber meinen Geburtstag. Und das Leben zu feiern bedeutet es zunächst zu befreien, denn erst wenn alle wahrlich frei sind kann es so etwas wie Freiheit, wie Freude und Grund zu feiern überhaupt geben. Alles andere ist eine beschränkte Illusion, eine Selbstverleugnung und ein lächerlicher Versuch sich von der Wirklichkeit der eigenen Verantwortung abzuwenden.
Wir haben die selbstgefällige Selbstaufgabe so weit getrieben, dass wir ein System der absoluten Kontrolle über das Leben geschaffen haben, dessen leitende Positionen von selbstsüchtigen Soziopathen besetzt sind, denn nur den Rücksichtslosesten, Skrupellosesten und Selbstsüchtigsten über alle Maßen Menschenverachtenden Individuen ist es in diesem System möglich die einflussreichen Positionen zu besetzen und dadurch die Massen zu kontrollieren, sie zu ihrem ganz persönlichen Selbstzweck arbeiten und funktionieren zu lassen. Der Wahn des Wettkampfes, das Gegeneinander hält uns gefangen, gepaart mit der Lüge der Hoffnung, der Hoffnung darauf selbst einmal Täter zu werden anstatt Opfer zu sein. Dieses jämmerliche Konzept ist alles was wir als Menschheit geschafft haben was unser Leben bestimmt und was wir Entwicklung oder gar Evolution nennen. Doch nicht die Natur, sondern die vom Menschen selbst generierte Angst vor der individuellen Verantwortlichkeit macht diese Selbstbeschränkung möglich. Doch ich stehe nicht für dieses lächerliche Prinzip, diese heuchlerische Lüge, ich stehe für die Befreiung des Lebens von der Fremdbestimmung, für den Menschen mit Verstand und Einheitssinn, für die Entwicklung und Entfaltung des Lebens für uns und alle Kinder dieser Erde.
So lange wir unseren Kindern, also allen Kindern dieser Erde, nicht offen und selbstehrlich gegenübertreten können in der Gewissheit alles getan zu haben und auch zukünftig alles zu tun um ihnen ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen, für unsere Fehler geradezustehen und sie zu bereinigen, so lange gibt es wahrlich nichts zu feiern.
So lange nicht alle Kinder ihren Geburtstag feiern können, einfach aus Freude am Leben und in Aussicht auf ein freies Leben in Einheit, in gegenseitiger Unterstützung in einer vertrauenswürdigen Gemeinschaft, so lange wird es keinen wahren Grund zum Feiern geben.


Montag, 10. Juni 2013

Tag0108 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil6) - Zersetzender Irrtum

Navy Blue Stripes / Love Photos / CC BY-NC-ND


Fortsetzung zu Tag0107 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil5) - Die konditionierte Angst vor dem Leben

Auszug:

"... Denn nur durch die Angst wird das System gesteuert und am Leben gehalten. Die Angst die ebenso irreal und grundlos ist wie die Macht mit der wir ihr zu begegnen versuchen. Immer und immer wieder werden einzelne an die Oberfläche gespült, erlangen das Gefühl von Kontrolle und ignorieren die Kurzweiligkeit ihres Glücksgefühls, strampeln heftig, treten nach unten und wähnen sich in Sicherheit bis die nächste Welle sie erfasst und wieder unter Wasser zerrt wo sie immer noch strampeln, aber eben auch wieder getreten werden. So erhalten wir dieses System, unsere Schöpfung, das Ergebnis unserer Selbstaufgabe. Durch Gestrampel und verzweifelte Schwimmversuche in einem Meer aus Idealen, Träumereien und falschen Vorstellungen."


Die Strukturen der Systeme und Ordnungen die wir Gesellschaften und Kulturen nennen sind Spiegel unserer inneren Systeme und Strukturen, unserer Werte und unserer Selbstwahrnehmung, dem Verhältnis in das wir uns zu „der Welt“ setzen. Und dieses Verhältnis birgt einen grundlegenden täuschenden Fehler in sich dem wir erliegen, nämlich den des abgetrennten Geistes, der Separation unserer Selbst als Gedankenwesen. Von diesem Standpunkt aus interpretieren wir ein Verhältnis zunächst zu unserem Körper, betrachten ihn als etwas das wir benutzen, als eine Art angewachsene Maschine, einen Apparat der dazu dient uns in dieser Welt, von der wir uns ebenfalls gedanklich distanzieren und isolieren, behilflich zu sein, unser Verweilen hier so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Das scheint die Intention allen Strebens zu sein, in dem Glauben dass wir, wenn uns einst der Tod vom Körper trenne, mit all den Erfahrungen und Erlebnissen die wir in und durch den Körper hier gemacht haben in eine andere Ebene eintauchen und dort die Früchte dieses Lebens genießen könnten. Es ist nicht ganz so einfach und hier etwas abstrakt dargestellt, doch im Prinzip unterliegt den menschlichen Bestrebungen und Zielen eben diese Annahme.

Aber woher stammen diese absurd anmutenden Annahmen, was macht uns glauben, dass dieses Leben „für uns“ da wäre und warum sehen oder erkennen wir uns nicht als dieses Leben? Ist es nicht die Angst, und nur die Angst die in uns hineingelegt, die uns einprogrammiert wird, die uns zu diesem Standpunkt verdammt und uns auf diesem Level der Selbstwahrnehmung gefangen hält? Es gibt tatsächlich in diesem Dasein keinen einzigen Anhaltspunkt, keinen realen Zwang der uns dazu bringen könnte uns allein auf das Bewusstsein zu reduzieren. Es gibt keinen Anlass zu glauben wir könnten uns freisprechen von der Verantwortung für das Leben als solches, für alle Konsequenzen unserer Handlungs- und Lebensweise. Die unbegründete Angst vor den Tatsachen lässt uns eine Illusion kreieren die uns angenehmer und bequemer erscheint, wir benutzen die Fähigkeiten unseres Bewusstseins und unserer Gedanken um uns zu verschanzen und um zu versuchen uns vor der Wirklichkeit zu schützen – aus Angst. Doch eigentlich hindern wir uns am Leben, wir verhindern unsere Entwicklung, schränken uns ein in dem Glauben wir würden damit der Verantwortlichkeit für diese Realität entgehen.

Ein fataler Irrtum, todbringend, vernichtend, zersetzend. Alles was der Mensch auf der Grundlage dieser Annahmen aufbaut bringt Vernichtung, wird die Gesellschaften zersetzen, soziale Geschwüre Schaffen die das Gesamtgefüge erkranken und untergehen lassen. Nur die Illusion der Funktionierenden Gesellschaft kann diese Zeit des Zusammenbruchs verlängern. Daher sind die Gesellschaften mit den meisten Möglichkeiten der Zerstreuung, der multimedialen Selbstbetäubung, dem freien Zugang zu sozial akzeptierten, degenerativen Nervengiften, diejenigen die sich am längsten halten, aber dafür die größten pathologischen Schäden aufweisen.

Fortsetzung folgt...


Montag, 27. Mai 2013

Tag0102 - Man ist nie die Ausnahme

vishwaant / Water Photos / CC BY




Man denkt immer man selbst wäre die AUSNAHME. Vor allem wenn es um edle Verhaltensweisen, um Opfer und Verzicht, um unangenehme Notwendigkeiten und Selbstaufgabe, um Courage – also kurz gesagt um all die Eigenschaften und Ideale geht, die wir als Menschen glauben zu besitzen und auf die wir uns etwas einbilden. Wir reden von ihnen, erzählen Geschichten darüber, kennen jemanden der so handelt und denkt, haben Vorbilder, aber wenn wir an der Reihe sind, wenn es uns trifft selbstlos zu handeln, finden wir sehr schnell und sehr kurzfristige Ausreden und Rechtfertigungen warum wir es „gerade jetzt nicht tun können“. 

Unser leben ist eben beschränkt, eingegrenzt auf dieses sehr enge Spektrum der persönlichen Bedürfnisse, der Gewohnheiten und der Gegebenheiten unserer Alltagsordnung mit denen wir uns abgefunden haben. Uns fehlt der Weitblick, wir scheuen die Höhe und lehnen uns ungern aus dem Fenster. Die Befürchtungen und Sorgen die diese Angst kreieren indes sind einzig von und durch unseren Verstand geformt. Er nimt sich aus seiner Elerbniswelt unzählige Informationen und formt anhand der angelernten und konditionierten Muster, der Belohnungs- und Bestrafngserfahrungen ein Zukunftsbild, eine Erwartung die er aus den vergangenen Erinnerungen zusammensetzt. Das ist damit gemeint, wenn man davon spricht "in der Vergangenheit zu leben". 

Die Zukunft, von der sich der Verstand ein Bild zu schaffen versucht, ist immer nur eine Einbildung, eine Illusion der Gedankenbilder, eine Fata Morgana des Geistes. Sie existiert nicht.
Die Vergangenheit ebenfalls nicht, aber die Gedanken der Erinnerung haben wenigstens eine Grundlage in der Wirklichkeit. Die der Zukunft nie. Der Moment Hier, das Leben, der Atemzug jetzt ist der einzig wirkliche, lebbare Moment. Nichts außer ihm hat Substanz. Und Substanz ist letztlich die Grundlage unserer Existenz, da hilft kein spirituelles Wunschdenken drüber hnweg, wir sind den Gesetzen der physikalischen Welt unterworfen, wir SIND diese Welt, wir sind diese Existenz. Der einzige Grund sich nach ätherischer oder energetischer Existenz zu sehnen ist die verklärte Verlorenheit in vergeistigter Selbstwahrnehmug, in dieser künstlichen Realität geformt allein aus den eigenen Gedanken. Der Film im Kopfkino wird sozusagen dem wirklichen Leben vorgezogen.

Die Folge ist natürlich ein wahnhaftes Vegetieren, ein Organismus der missachtet, missbraucht und im Namen der Gedankenmaschine ausgebeutet wird. Das Leben ist Opfer seiner Entwicklung, sofern das Bewusstsein tatsächlich einen evolutionären Fortschritt und nicht vielmehr einen schwerwiegenden Fehler darstellt. Die klare Sicht auf die menschliche Welt und seinen Umgang mit dem Leben läst allerdings kaum Zweifel daran, dass letzteres der Fall sein muss.

Diese jämmerliche Angst um das eigene Wohl, diese selbstsüchtige Manier sich in seinen Wänden, gedanklichen und realen Wänden zu verschanzen um von dort aus zitternd, verzweifelt, mit einem zur kreischenden Fratze verzerrten Gesicht um sein persönliches Glück zu feilschen, dabei noch zu versuchen das Bild eines humanistischen, idealistischen Menschen abzugeben, dieser verkrüppelte und durch und durch verwachsene Krampf den wir einen Menschen nennen, ganz vorne dabei die der westlichen zivlisationen, das soll nun der Mensch als überlegenes, entwickeltes Wesen sein, das soll nun die Krone der Schöpfung, die Spitze des evolutionären Siegeszuges ein? 

Diese Menschen der ersten Klasse, der ersten Welt, der „fortschrittlichsten“ Zivilisationen sind ganz im Besonderen zu Witzfiguren, zu tragikomischen Marionetten ihrer eigenen Ideale geworden.  Schöpfer einer Maschinerie die sie weder verstehen noch kontrollieren können, und zwar einzig aus dem Grund, dass sie sich selbst nicht verstehen.





Mittwoch, 22. Mai 2013

Tag0097 - Universale Verantwortung

Harrison Schmitt / Water Photos / Public domain




Post vom 17.05.2013

Was bedeutet universale Verantwortung?
Die Verantwortlichkeit als Mensch muss neu definiert werden, doch zunächst muss zum Verständnis der Bedeutung von „universaler Verantwortung“  der Mensch selbst neu definiert werden. Es ist also notwendig in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass Begriffe wie universale Verantwortung im Kontext der Selbstwahrnehmung des Menschen als Einheit des Lebens zu sehen sind. Sieht sich der Mensch weiter als isolierte Einheit, als abgetrennte Existenz, hat der Begriff der universalen Verantwortung natürlich keine Wahrheit. Das liegt einfach daran, dass der Ausgangspunkt selbst schon nicht wahrhaftig ist, nämlich die Selbstwahrnehmung als vergeistigte Existenz, isoliert, allein in den Gedanken lebend.

Die universale Verantwortung spiegelt sich in der Wirkungsweise menschlicher Handlungs- und Denkmuster, deren Konsequenzen die Folgen der entweder verantwortungsbewussten oder unverantwortlichen Verhaltensweisen und Entscheidungen sind.

Im Grunde ist die Annahme der Verantwortung, die Bewußte Entscheidung sich selbst gegenüber Rechtfertigung abzulegen, sich in selbstehrlicher Selbstanalyse auf diese Verantwortlichkeit zu prüfen der Schritt in das Leben, in das lebendig-Sein, in die Existenz als wahrhaftig denkendes, lebendes Wesen. Es ist nicht die Verheißung der Bequemlichkeit, der ewigen Freude, des immerwährenden Glücks was einen Erwartet. Dieser Schritt erfordert vielmehr eine kämpferische Natur die sich in die Auseinanderstzung mit dem Leben, mit sich selbst als lebendigem Organismus begibt, eigenständig und doch als Teil des Ganzen, einen Kampf oder ein Ringen mit den Möglichkeiten und Fähigkeiten des eigenen Systemaufbaus, den programmierten Eigenheiten und den Prägungen durch äußere Einflüsse austragend. Es ist eine ursprüngliche, sich selbständig motivierende Existenz die keinen Antrieb von Außen braucht, die keinem Zwang ausgesetzt ist, weil sie sich selbst als einzig relevante Instanz der eigenen Rechenschaft anerkennt. Und damit ist sie die einzig menschenmögliche Existenz und Möglichkeit als achtbares, vertrauenswürdiges und potentiell entwickelbares Inndividuum sich zu entlarven.

Einspinnen muss man sich zunächst, sich verpuppen, sich isolieren. Nicht von der Außenwelt, nicht vom „hektischen Treiben des Alltags“, das ist ein Luxus den sich nur wohlstandsverwöhnte, selbstsüchtige juppie-Spiritualisten leisten können, es ist eine Isolation von dir selbst als der Persönlichkeit zu der du geworden bist, zu der du programmiert bist und die du selbst akzeptiert und durch deine akzeptierte und zugelassene Teilnahme mit gestaltet hast. Eine schrittweise Selbstisolation von allen gewohnten Mustern, emotionalen Reaktionen, logischen Denkmustern, Werturteilen und Schlüssen. Das ist ein Wagnis das allein schon Mut und Entsclusskraft erfrdert, mehr als alle äußerichen Systemgegebenen Strukturen die eine scheinentwicklung an dir vornehmen indem du beispielsweise Qualifikationen und Anerkannte Positionen erwirbst. In dieser Selbstisolation erkennst du in hunderten Schrittend er Angstüberwindung dass das Was bleibt nicht Nichts, sondern das Leben selbst ist und, und das ist wohl der Angsteinflössendste Teil – dass das dich gleich werden lässt mit allem Leben. Alle Wertabstufungen, alle Ideologien der Selbstherrlichkeit, der Überlegenheit, der menschlichen Glorifizierung seiner Bewusstheit erkennst du als nichtig, als Haltlos. Doch entgegen aller Angst, all der sich überschlagenden Philosophien der Rechtfertigung dieser Angst, diesem selbstherrlichen Selbstbetrug ist dieser Schritt der Schrittd er Befreiung von allen Beschränkungen der eigenen Existenz, von den Wahnvorstellungen der persönlichen Geschichte als isoliertes, autarkes Gedankenwesen. Mit diesem bedingungslosen Schritt der Akzeptanz dieser unumstößlichen Wahrhaftigen Sicherheit der Einheit mit dem und als das Leben bricht die Puppe auf, die Larve wird zum Menschen, in einem eigenständigen Prozess.

Montag, 20. Mai 2013

Tag0094 - Wahres Selbstvertrauen macht vertrauenswürdig

patries71 / Foter.com / CC BY-NC-ND




Blog vom 15.05.2013 

Wirkliches Vertrauen setzt immer absolutes Selbstvertrauen voraus. Ich muss verstehen, dass ich selbst für meine Handlungen verantwortlich bin, das bedeutet auch für ihre Konsequenzen. Stelle ich fest, dass eine Handlung meinerseits Folgen hatte die schadhaft für mich oder andere sind, dann trage ich die Verantwortung dafür und das Vertrauen zu mir selbst meine Verhaltensweisen zu korrigieren indem ich den ursprünglichen Ursachen und Gründen nachgehe um sie zu beseitigen ist ein Teil dieser Verantwortlichkeit. In einer Gemeinschaft / Partnerschaft bedeutet dieses Vertrauen auf den anderen bezogen, dass ich auch ihm in jdedem Fall bedingungslos zugestehen muss, diese Fähigkeit zu entwickeln. Für gewöhnlich und aufgrund unserer kulturellen / gesellschaftlichen Konditionierung und Programmierung tendieren wir dazu, erfahrenes Unrecht, Missbrauch oder das Ausnutzen unseres Vertrauens dem anderen immer wieder vorzuhalten, ihn dadurch unter Druck zu setzen um uns in eine moralisch überlegene Position zu begeben. Sollte unser Partner dabei ebenfalls unsicher im Sebstvertrauen, der Selbstsicherheit und Selbstbestimmung sein, dann funktioniert diese Manipulation und wir wenden selbst die missbräuchlichen Muster zum Selbstzweck und Eigennutz an. Doch allein die Tatsache dass wir uns dazu gedrängt fühlen zeigt wiederum einen Mangel an Selbstvertrauen und Selbstehrlichkeit unsererseits auf und somit bewegen wir uns immer im Kreis wobei sich Partner innerhalb einer Gemeinschaft dabei weiter und weiter vorantreiben, bis ihnen vielleicht irgendwann die Puste ausgeht. Sinnloser kann man seinen Atem kaum verschwenden.

Dem anderen in Einheit und Gleichheit zu vertrauen bedeutet ihm dieselben Fehler zuzugestehen  wie sich selbst und vor allem auch die Eigenständigkeit und den Verstand sie zu erkennen und zu korrigieren, von selbst, denn diese Arbeit ist eine Selbstarbeit deren Resultat das Selbstvertrauen aufbaut und somit in der Folge natürlich auch die Gemeinschaft stärkt, einen Vorteil für alle mit sich bringt. Unterstützung in diesem Prozess ist angesagt, aber in keinem Fall eine Überzeugungsarbeit oder ein missbräuchlicher Nutzen zur Manipulation und zur stärkung des eigenen Egos. Dieser Weg führt immer zurück auf dich selbst, bremst deine eigene Entwicklung zu Eigenständigem Selbstvertrauen und Verantwortlichkeit und zerstört die gesunde Gemeinschaft / Partnerschaft.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mein Vertrauen unter Bedingungen zu stellen, ohne mir dabei bewusst zu machen wie hinterhältig diese Denkweise ist und dass ich dadurch in manipulativer Weise versucht habe Kontrolle und Macht über den jeweils anderen zu erlangen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, das Vertrauen eines anderen menschen wiederum unter Bedingungen zu stellen, es zu erwarten, als eine Entlohnung oder ein Entgegenkommen. 

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben und zu leben, dass Vertrauen etwas mit äusseren Faktiren und dem Verhalten anderer Menschen zu tun habe und nicht primaär mit dem eigenen Selbst-Vertrauen ind die eigene Zuverlässigkeit und Verlässlichket.


Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben dazu bedingungsloses Selbstvertrauen zu entwickeln, mich in Selbstehrlichkeit zu schulen, die Einsichten in die trügerischen Selbstrechtfertigungen praktisch anzuwenden und umzusetzen um wahrhaftig Vertrauen leben und geben zu können, ohne in eigennütziger und letztlich mich selbst täuschender Weise Vertrauen zu benutzen um zu manipulieren, um einen Handel einzugehen und meine eigenen emotionalen Unzulänglichkeiten, meine persönlichen Unsicherheiten zu überspielen, weil ich deutliche erkannt habe, dass es in letzter Konsequnez nur eine Instanz der Rechenschaft gibt, nur eine Prüfung meiner Selbsterhlichkeit relevant ist für mich und das Leben und das bin ich selbst.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Tag 93/94/95 - Experimente mit Selbsthypnose / Wer ich bin in Gedanken verloren (T3)


Wer ich bin und wer nicht ist keine spirituelle Frage. Wer die Antwort in der Spiritualität sucht, der wird sich unweigerlich verrennen, sich mehr und mehr verlieren in Gedanken, Fantasien und Illusionen, die alle geprägt sind durch den eigenen, ganz persönlichen Charakter, durch die Konstrukte seiner Erinnerungen, Emotionen, Erlebnisse und Erfahrungen, und da sie abstrakte, in neue, esotherische Rahmen gepresste Projektionen der eigenen Persönlichkeitsstruktur sind, erwecken sie den Eindruck übernatürlich, fantastisch real und treffend zu sein. Sie fügen sich ein in die ohnehin schon vorprogrammierte und ausgelegte Interpretationsschablone des eigenen Unterbewußtseins. Dort bilde ich mir eine eher schwammig diffuse Vorstellung einer erhabenen, unfassbaren Existenz als eben diese Idee, losgelöst und im Grunde unabhängig von der Wirklichkeit meines Physischen Erlebens. Diese geistige Identität und der Wunsch sich völlig in ihr aufzulösen wird so stark, dass in alltäglicher Routine die Wirklichkeit kontinuierlich und konsequent verleugnet und ignoriert wird.. Vor allem aber die eigene Beteiligung und Verantwortlichkeit für die Konsequenzen einer verträumt surrealen Lebensweise deren wahrhaftige, physische Auswirkungen als absurde Auswüchse in selbstzerstörerischer Blindheit münden. Fatal, fatal, Opfer sind wir des Systems, doch sind wir gleichermaßen seine Schöpfer. Unser eigenes Schicksal liegt tatsächlich in unseren händen und das ist nicht nur eine das Herz erwärmende Vorstellung, ein harmloser Glaube an dem ich mir in schwierigen Zeiten das Gemüt erhellen kann. Das ist tatsächlich so und zeigt sich in allen erdenklichen Konsequenzen tagtäglich in den Fakten und Fällen unserer Existenz. Es ist nur noch niemals wirklich realisiert und verantwortungsbewußt umgesetzt worden, denn das Schicksal des Lebens in die eigene Hand zu nehmen bedeutet in erster Linie voll und ganz die Verantwortung zu akzeptieren die mit dieser Entscheidung einhergeht. Ich kann zwar versuchen an diese Möglichkeit der eigenen Entscheidung nur zu glauben, doch ist das nichts weiter als ein Selbstbetrug der dazu dient, die eigene Feigheit zu verbergen und sich mit einer reinen Idee zu schmücken die keinen Wert und keine Substanz hat, denn die Idee und der Glaube an sie sind irrelevant, da die Möglichkeit der eigenen Entscheidung ganz real ist. Die Entschuldigung lediglich ein Machtloses Opfer des Systems zu sein hält immer wieder her für die unmündige Feigheit des menschlichen Individuums als Persönlichkeit, als Produkt einer kulturellen Prägung sich eben nicht aus eigener, selbstbestimmter Entscheidung 'einzubringen'. Wobei die einzig wirklich relevante kulturelle Prägung in unserer Zeit die der Kultur des Geldsystems, eine Kultur des Profits um jeden Preis ist. Doch ist auch diese letztlich ein Produkt der mentalen Projektionen, der charakterlichen Verhaltensprägungen, des Denkens und mitmachens, der Hemmnisse und Ängste die wir in uns und an uns selbst immer weiter vertieft und sozusagen 'kultiviert' haben. Aber natürlich ist eben auch das 'nicht-Handeln' eine Handlung, konsequent gedacht ist sie sogar als solche eine selbstbestimmte Entscheidung und birgt somit auch die Verantwortlichkeit in vollem Umfang.

Viel lieber aber als uns selbst zu stoppen in diesem 'Getrieben-Sein' und 'Mitlaufen' ist uns da aber die Einbildung einer Opferrolle, einer schicksalhaften Vorbestimmung, dass wir irgendwo auf unserem spirituellen Weg der Ekenntnis uns selbst verloren haben und dass diese physische Existenz nur dazu dient uns selbst auch ja wieder zu entdecken, dass diese Welt und die menschliche Natur nur Prüfungen seien die uns von höheren Mächten auferlegt wurden, damit wir irgendwann erkennen können, dass wir ebenso erhaben und übernatürlich sind wie sie. Wahnsinn.
Wir programmieren uns selbst. Nicht nur in diesen uns wichtig erscheinenden Entscheidungen, den Wünschen und den Verlangen die wir verspüren und zu erreichen versuchen, sondern immer, in jedem Moment, in jeder Millisekunde in der wir Entscheidungen scheinbar selbständig treffen.
Dieses sich selbst programmieren, durch bewußtes oder unbewußtes Bewerten von Situationen, Menschen, Gedanken und uns selbst, dadurch dass wir bestimmte Ankerpunkte setzen in unserem emotionalen Erleben, diese Empfindungen dann mit bestimmten Orten, Gerüchen, Bildern, Geräuschen oder Worten verknüpfen und diesen Zusammenhang dann so in unserer Erinnerung abspeichern, dadurch Hypnotisieren wir uns sozusagen selbst, wir folgen den Strukturen des Bewußtseins und des Unterbewußtseins, die wir selbst zwar mitgestalten, über deren genaue Auswirkungen und Funktionsweisen wir selbst aber viel zu wenig wissen um daraus tatsächlich freien Nutzen ziehen zu können, um wirklich eigenständig entscheiden und bestimmen zu können.

Was akzeptieren wir unter Hypnose? In den meisten Fällen lediglich eine Neustrukturierung unseres Bewußten und Unterbewußten im Bezug auf ein ganz bestimmtes Mindset, auf eine ganz bestimmte Verknüpfung. Es ist sozusagen ein 'Austricksen' des Bewußtseins, indem ein imaginäres Erleben die eigens erlebte Situation teilweise ersetzt, beziehungsweise werden die verknüpften emotionalen Bindungen erneuert und verändert. Und genau hier ist mein ganz persönlicher Kritikpunkt an der 'Hypnosetherapie', denn sie stellt im grunde eine Anleitung zur Selbsttäuschung dar und lehrt einem nicht mehr über sich selbst und die inneren Zusammenhänge des Bewußtseins, die Funktionsweise und den Einfluß der Gedanken herauszufinden und zu verstehen, sondern es wird direkt die leitende Instanz der emotionalen und mentalen Steuerung angesprochen und es wird sozusagen ein direkter Zugang gebohrt um daran herumzuschrauben. Die Methodik dabei wird dem Patienten zwar suggeriert, aber nicht die eigentlichen Zusammenhänge und die eigentliche Funktionsweise. Er bleibt also weiter abhängig von einem dogmatischen Denksystem das er nun kontinuierlich anzuwenden versucht, bzw. das er in sein Unterbewußtsein einprogrammiert, so dass es künftig dort für ihn arbeitet. Er ist weiterhin nicht selbstbestimmt aus dem Moment heraus entscheidend da, sondern funktioniert einfach nur leicht alteriert.

Taz etc. / Foter / CC BY-NC
Doch muss zunächst auch noch ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang beleuchtet werden, nämlich die Frage ob wir überhaupt jemals zu irgendeinem Zeitpunkt ein 'authentisches', ganz eigenes und vor allem wahrhaftiges Erleben irgendeiner Situation hatten oder haben. Oder ist nicht vielmehr jede Wahrnehmung durch und durch getrübt und beeinflußt von den Filtersystemen des persönlichen Bewußtseins und der Strukturierung / Ausrichtung der unterbewußten Konzepte? Geschieht nicht jede Bewußte Wahrnehmung mehr oder weniger in Trance und ist es nicht unser vorgeprägtes Bewußtsein das der Wahrnehmung alle Bewertung, Bedeutung und alle weiteren Attribute zukommen lässt? Wann können wir uns der Wirklichkeit unserer Wahrnehmung eigentlich sicher sein? Was ist das Kriterium das unsere Entscheidungen bemessen und bewerten solle? Können wir ein Prinzip ausmachen, das dem gesunden Menschenverstand angemessen ist und der wissenschaftlichen Prüfung in allen Bereichen Standhält, das für jeden gleichermaßen zutrifft und in jeder Situation in gleicher Weise funktional in Anwendung und Wirkung ist? Es gibt tatsächlich eines, das trotz aller Wahrnehmungsvielfalt, trotz der scheinbaren Unterschiede der persönlichen Präferenzen genau diese wissenschaftlichen Kriterien der Wiederholbarkeit, der Anwendbarkeit in allen erdenklichen Situationen und der konsequentiellen Gleichheit erfüllt, nämlich das Prinzip der Gleichheit der Grundbedürfnisse und Interessen des physischen Lebens. Die mentalen, geistigen Züge, das Bewußtsein dieser Lebensform Mensch kann sicher in seiner Ausrichtung und Prägung völlig unterschiedlich bis konträr ausfallen, jedoch ist diese Ausprägung kein lebensnotwendiges, kein lebensbedingendes Kriterium und muss somit vom gesunden Menschenverstand auch so gesehen und bewertet werden, dass alle Gleichheit in den lebensnotwendigen und der gesunden entfaltung des Lebens physisch und vollkommen real ist und eine Grundbedingung für die gesunde vielseitige Entfaltung vor allem auch des menschlichen Potentials als dem Bewußtsein als Mittel zur Gestaltung des physischen Lebens darstellt. Ich kann mich noch so sehr in die Illusion flüchten der wichtigste Teil von mir sei meine Vorstellung von mir selbst als diese Person, dieser Name und seine Geschichte, wenn ich nicht meine Notwendigen physischen Bedürfnisse befriedigen kann, werde ich über kurz oder lang diese Vorstellung von mir verlieren, sie wird zugunsten des wirklichen, des physischen Lebens und der Anwendung des Bewußtseins um mit der wie auch immer gearteten Notsituation zurechtzukommen weichen, oder aber völlig verschwinden wenn der Körper aufhört zu funktionieren. Das Bewußtsein und vor allem die Vorstellung von mir selbst als Person ist nicht angeboren, sie ist ein Resultat eines größtenteils selbstgesteuerten Gestaltungsprozesses. Und dieser Gestaltungsprozess hat viel mehr mit Hypnose zu tun, als man sich eingestehen will. Letztendlich ist jede Hypnose eine Selbsthypnose. Es ist keine Magie, niemand spielt hier mit Energien, niemand dringt mit irgendetwas in dich ein und manipuliert dein Bewußtsein auf eine ätherische und letztlich physische Art, sondern der Hypnotiseur benutzt Sprache, oder besser Gesagt jede Form der Kommunikation, also auch nonverbale Kommunikation, um die Programme des Bewußtseins des Gegenübers zu starten, abzurufen, sie selbst so arbeiten zu lassen, dass ein bestimmtes gewolltes Ergebnis erzielt werden kann. Hierbei ist das gegenseitige Einvernehmen natürlich von großer Bedeutung. Das heißt der Hypnotiseur erhält von mir die Erlaubnis mich zu manipulieren, mich zuerst in einen Zustand zu versetzen in dem ich besonders empfänglich für seine Manipulationen bin und mir dann die Anweisungen zu geben was ich tun soll, und zwar mental, aber auch physisch. Ich erlaube aber immer diesen Zugriff und letztlich bin ich es, der die richtigen Schrauben selbst dreht, meine Gedanken, mein eigenes Bewußtsein und Unterbewußtsein befolgen Anweisungen, nehmen Eindrücke auf und reagieren auf bestimmte Reize. Es ist also am Ende mein ganz eigenes Werk, wenn auch unter Anleitung einer 'Autorität'. Das ist jemand, der weiß sozusagen um die Funktionsweisen des Bewußtseins und den Einfluß des Unterbewußtseins, der dann dieses Wissen zumindest punktuell manipulativ anwendet, damit ich dieses Problem das ich wahrnehme, erkennen und bearbeiten kann. Das jedenfalls sollte der fall sein, wenn es tatsächlich um Selbsterkenntnis und Problembewältigung geht. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit eine einfache Verknüpfung aufzunehmen, zu erkennen und diese dann neu zu verknüpfen, indem man eine Einbildung kreiert, ein Szenario das anders wahrgenommen wird als es zu dem tatsächlichen Zeitpunkt des Geschehens der Fall war. Doch was ist mit dem Grund der ursprünglichen Wahrnehmung, die Ursache beispielsweise für die Ängste die einen in diesem Moment überwältigt haben in dem das Geschehen stattfand? Dasselbe Gdankensystem könnte durchaus verantwortlich sein für weitere Traumatisierungen und Vermeidungsverhalten in ähnlichen Situationen beispielsweise. Schafft es die Hypnose tatsächlich durch die Rückführung zu einem Bestimmten Ereignis, durch das Wiedererleben und die manipulative Suggestion die gesamte Kette der Verknüpfungen einer Angstreaktion offenzulegen und dem Menschen der das als Problem bei sich erkannt hat mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu geben? Das sind unter anderem die Fragen die ich mir zunehmend stelle, je mehr ich mich mit diesem faszinierenden Thema auseinandersetze, denn das menschliche Bewußtsein ist mehr als erforschenswert, allerdings für jedermann, gleichermaßen, denn angesichts der unzähligen Scheuslichkeiten, der grauenvollen Zerstörung und dem ignoranten Umgang mit dem Leben ist die Selbsterkenntnis in selbstehrlicher Selbstschau eine Grundvoraussetzung für eine Veränderung dieser aus dem Menschen herausgebildeten 'Natur'. Daher ist es im Grunde notwendig das Wissen, das der Mensch bisher über die Funktionsweisen des Bewußtseins erworben hat von Grundauf an jeden Menschen weiterzugeben, es zu einem Bestandteil der frühesten Bildung zu machen, damit die Strukturierung der Persönlichkeit von Beginn an selbst mitbestimmt werden kann und damit sich möglichst erst gar keine festgefahrenen Glaubenssätze, abergläubisch geprägte Verhaltensweisen und emotionale, unkontrollierbare Störungen entwickeln können, die wir dann später ungefragt und ganz selbstverständlich als feste Teile unserer Persönlichkeit akzeptieren. Ich werde mich selbst einigen Versuchen der Selbsthypnose unterziehen, sofern ich in der Lage bin mir diese Methoden selbst durch das Studium von einschlägiger Literatur beizubringen. Wie auch immer das dann aussehen wird, ich werde darüber schreiben und es in diesem Blog posten. Da ich bereits seit einigen Jahren mit und an mir offen daran arbeite Verhaltens- und Denkmuster aufzudecken und mir die Konsequenzen meiner persönlichen Akzeptanzen zu vergegenwärtigen, meine erworbenen Ängste und Ideologien, die persönlichen Lebensphilosophien und die Illusion die all das vereint, dass ich als diese Person, als diese Vorstellung, eigenständig, authentisch und unabhängig wäre als das zu entlarven was sie tatsächlich ist und offenzulegen wie sie mich von meiner tatsächlichen Existenz als das Leben das ich hier und jetzt bin abhält um mich in eine vergeistigte Trance der überwertigen Selbstdarstellung zu führen, die ständig manipuliert und durch neue Suggestionen von außen bestimmt und kontrolliert wird, bin ich über die Funktionsweise der Hypnose, der unterschiedlichen Induktionen und den Resultaten kaum überrascht und ich kann schon jetzt sehr gut nachvollziehen, wie es zu diesen 'Phänomenen' kommt und auch warum es vielen Menschen so schwer fällt sich auf diese Wahrheit einzulassen.

Fortsetzung folgt...