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Sonntag, 29. Dezember 2013

Tag 160 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 2

Research Report Series: Therapeutic Community / Foter.com / Public domain


Fortsetzung zu:

Tag 159 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 1

 Auszug:


In der Werbung beispielsweise werden gezielt psychologische Erkenntnisse benutzt, um Menschen für ein bestimmtes Produkt zu begeistern. In einer Welt/Kultur des Überflusses, des nicht enden wollenden Konsums, sind es längst nicht mehr die realen Eigenschaften oder der die realen Werte eines Produkts die den Kunden zum Kauf veranlassen, sondern um das Produkt herum wird eine Aura der imaginativen Eigenschaften und Werte erzeugt, das Produkt erlangt ideellen oder Kult -Status. Doch nicht nur diese Erzeugung der künstlichen Bedürfnisse ist ein Werkzeug der einseitig 'von oben herab' angewandten Psychologie, sondern die Entwicklung des Menschen selbst, seines Bewusstseins und seiner Persönlichkeit wird bereits von Kindesbeinen an mit psychologischen Methoden gezielt beeinflusst, so dass beispielsweise die Ängste und Unsicherheiten des Menschen in einer Gesellschaft wie der unseren durch den Glauben an die Funktionalität und Vertrauenswürdigkeit von Institutionen beruhigt werden sollen, welche dann wiederum im Sinne der Systeme arbeiten, die den Menschen lenken, manipulieren und benutzen wollen, bzw. die überhaupt erst zu der Problematischen Situation des gelenkten Menschen geführt haben.



So ist die Therapie für psychische Auffälligkeiten und Krankheiten großenteils eine Zurückführung in/auf eine Denkstruktur, die sich funktional in die bestehenden Systeme eingliedert und führt nicht zu einem Selbst-Verständnis, führt nicht zur Befreiung des Individuums von der Kontrollmöglichkeit der 'Besser-Wissenden', sondern lässt ihn in dem Glauben nun, da er/sie wieder einigermaßen sozial interagieren kann, geheilt oder zumindest auf dem Weg der Genesung zu sein, auf dem Weg zu einem Ziel, das es in dieser Form überhaupt nicht gibt. Denn einen psychisch gesunden Menschen gibt es nicht, diese Art der Klassifizierung liegt überhaupt nicht im Ermessen irgendeines Menschen. Lediglich durch künstlich oder auch zwangsweise/gewaltsam erzeugte Hierarchien und Machtverhältnisse, wie beispielsweise durch das Zurückhalten oder Manipulieren von Information und wissenschaftlichen Erkenntnissen, kann der Eindruck einer Überlegenheit erzeugt und ein falsches Vertrauensverhältnis zu dem Therapeuten/der Therapeutin erzwungen werden, das den Eindruck erweckt man könne ein solches Ziel durch Anpassung und Hörigkeit erreichen. Und in kaum einem anderen wissenschaftlichen Bereich ist diese Lüge der Erhabenheit so extrem widersprüchlich zur Wirklichkeit wie in der Psychologie.
So hat jede Form der Psychotherapie den unangenehmen Beigeschmack einer Manipulation, oder zumindest einer Bevormundung, oder aber im geringsten Fall einer Nutzlosigkeit, einer Placebo-Maßnahme die keinem anderen Sinn dient, als der Gewissensberuhigung der Gesellschaften einerseits und der Rechtfertigung des Berufsstandes der Psychologen unter der Annahme einer existierenden gesunden Psyche des Durchschnittsbürgers andererseits. Denn in welchen Bereich der Psychologie, der akademischen Psychologie so wie sie an Universitäten gelehrt wird, man auch vordringt, man kann nicht umhin einzusehen, dass es ein abschließendes Wissen, oder auch ein nur annähernd ergründendes Wissen über die Psychologie des Menschen, die psychischen Vorgänge, die Ursprünge der Gedanken und die Art der Selbstwahrnehmung, der Bewusstheit und ihrer Herkunft nicht gibt.
Was also weiß mein Gegenüber, der Psychotherapeut, der Analytiker oder der Psychiater von mir und damit auch von sich selbst, von seinen eigenen innersten Vorgängen, den Beschaffenheiten seiner emotionalen Gefüge, der Gedanken und Erinnerungen, seiner Wahrnehmungswelt und seiner Wirkung auf mich und andere, vor allem aber auf sich selbst?

 
Natürlich können immer nur einige wenige sich Zeit ihres Lebens intensiv mit Experimenten und Forschung in dem Bereich der Psychologie, des Verhaltens und Erlebens des Menschen befassen, dafür muss eine Gesellschaft ja auch diese Möglichkeiten und Ressourcen zur Verfügung stellen daraus einen Beruf oder eine Berufung machen zu können. Die Frage aber bleibt, was dann mit / aus den gewonnenen Erkenntnissen wird, wozu man sie verwendet und wem man diese Erkenntnisse zur Verfügung stellt. Vor allem aber auch was passiert, wenn die Erkenntnisse die grundlegend akzeptierten Normen und Sichtweisen unserer Gesellschaft, des Menschen an sich in Frage stellen oder sie sonst irgendwie erschüttern? Ist eine Wissenschaft überhaupt langfristig ernst zu nehmen und tragbar, wenn sie nicht gleichermaßen auch bereit ist, die kulturellen, sozialen gesellschaftlichen Strukturen aus denen sie sich entwickelt offen zu hinterfragen und wenn nötig sogar zu verwerfen? In einer Wissenschaft aber, die von eben diesen Strukturen existenziell getragen wird ist so etwas wenig bis gar nicht zu erwarten, sie wird sich vielmehr damit befassen Methoden und Möglichkeiten zu finden, die den Menschen in dem derzeitigen Stadium seines Verhaltens, seines Denkens und Handelns, also seinem psychologischen Ist.Zustand belassen, so dass die Systeme und Strukturen die Wissenschaft und vor allem hier die Psychologie 'erforderlich' und wichtig machen erhalten bleiben.

...Fortsetzung folgt!


Montag, 16. Dezember 2013

Tag 154 - Selbst als Erfahrungsgeschichte des Egos - Anspruchsdenken [SV]

Alison Christine / Foter.com / CC BY


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Persönlichkeit als die Erfahrungsgeschichte und Fantasie meiner gedanklichen Konstruktion als Charakter und emotionalen Körper über mein Selbst als das Leben zu stellen und damit/dadurch mein Wirken und Handeln in egoistischer Weise benutzt zu haben so dass die Persönlichkeit mit ihren ganz eigenen Zielen, Erwartungen und Vorstellungen entgegen dem gesunden Menschenverstand und entgegen den Prinzipien des Lebens, der Gleichheit und Einheit allen Lebens als imaginär separierte Einheit das Umfeld, also auch andere Lebewesen, andere Menschen also benutzt und manipuliert hat um die erwarteten Reaktionen zu erreichen, bzw. die egoistischen Erwartungshaltungen der gedanklichen Realität zu erfüllen ohne Rücksicht auf Schaden und Missbrauch.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst in meinem Bewusstsein von allem anderen abzutrennen, mir eine Wirklichkeit vorzustellen in der ich eine gesonderte, nur für mich selbst wichtige Rolle spiele und damit der Manipulation und dem Missbrauch am Leben die Grundlage geboten habe mich zu bestimmen, mein Handeln, Denken und Empfinden derart zu manipulieren und zu interpretieren dass es nur dem Zweck der Selbsterfüllung, der ganz persönlichen Agenda dient.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe vor mir selbst zu verschleiern, dass ich mich dadurch emotional verletzlich und unsicher mache, dass ich dann versuchen werde meine emotionale innere Unsicherheit durch die Manipulation anderer im Sinne meiner Erwartungshaltung, dem Drehbuch meiner inneren Realität, zu beseitigen um ein Gefühl der 'passenden Rolle' meiner Persönlichkeit in dieser Existenz zu bekommen ohne dabei in Selbstehrlichkeit mir und dem Leben gegenüber einzugestehen, dass diese Jagd nach emotionaler und Empfindungs-basierter Erfüllung nur im Missbrauch und der Ausbeutung meines Umfeldes enden kann, denn die Realität der bewusstseins-basierten Persönlichkeit, der inneren Vorstellungswelt ist und kann nur für mich, für meine Gedankenwelt verständlich und wirklich gelten so dass die Reaktionen anderer immer nur durch Manipulation erreicht werden können, niemals aber aufgrund wirklichem Willen, einer freien Entscheidung die dem Besten aller Beteiligten dient.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meine persönlichen Bedürfnisse als einen Anspruch zu sehen und für Ihre Erfüllung anderen teilweise die Verantwortung zu übertragen, sei es aus Gründen der Wiedergutmachung wenn ich viel für diese Menschen getan habe oder in einer Erwartungshaltung aufgrund meiner Verbindung/Beziehung zu diesen Menschen und mich dann bei nicht erfüllter Erwartung in Selbstmitleid und Trotz zu verlieren, mich in der Rolle des ausgenutzten und verprellten „Gutmenschen“ zu sehen und mir darin zu gefallen, anstatt mich selbst zu fragen was tatsächlich der Grund erstens für die Erwartete Leistung an sich und zweitens für die Nichterfüllung dieser Erwartung ist und warum ich nicht eigenständig und eigenverantwortlich in der Lage war, mir diese Erwartung zu erfüllen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass mich das Denken entlang der Prinzipien eines abhängig machenden und von Angst getragenen Kultursystems derart bestimmt, dass ich andere Menschen in meinen Vorstellungen und Erwartungen dazu benutze ihnen teilweise oder ganz die Verantwortung für mein Befinden, meine Zufriedenheit oder Unzufriedenheit zu übertragen, sie in gedanklichen Konstrukten verantwortlich zu machen, falls ich feststelle, dass sich eine persönliche Erwartungshaltung von mir nicht erfüllen lässt anstatt mit gesundem Menschenverstand und klarer Sicht durch selbstehrliche Analyse die Situation und meinen Standpunkt deutlich zu verstehen, zu erkennen, dass ich auch wenn ich tatsächlich mich selbst und meine Zeit, meine Arbeitskraft und vieles mehr für andere Menschen aufgeopfert habe kein Anspruchsdenken daraus entwickeln kann wenn ich mich gleichzeitig als hilfreichen Menschen betrachten will, da dies auf eine grundlegende Unehrlichkeit vor allem mir selbst gegenüber hindeutet die im Moment der Bereitstellung meiner Hilfe gleichzeitig ein Schuldverhältnis eröffnet, welches reine Vorstellung ist und sozusagen eine Blanko-Verpflichtung bedeuten würde, die unakzeptabel für jeden ist und die auch von mir selbst niemals akzeptiert werden würde.


Montag, 13. Mai 2013

Tag0084 – Universale Verantwortung für alle Erfahrungen

Sergiu Bacioiu / Water Photos / CC BY-NC


Nachträglich aus dem Handschriftlichen

Blog vom 05.05.2013

Alle Erfahrungen, ob „positiv“ oder „negativ“ bewertet, sind Konsequenzen der Handlungsweisen, der Denkweise und der Toleranzen der menschen, bzw. des Menschen so wie er existiert, so wie wir uns / ihn kultiviert haben und uns geschaffen haben.

Das soll nicht heißen, dass derjenige, der eine Erfahrung macht, dem etwas widerfährt, dass der auch persönlich dieses Erlebnis mit verursacht hat, die Ursache liegt in der Gesamtheit, der Art, Handlungs- und Denkweise, das, was wir seine Natur nennen, was aber nichts weiter ist als all die erlaubten, akzeptierten und zugelassenen Entwicklungen seines Bewusstseins, die Toleranzen all dessen was wir Kultur und Persönlichkeit nennen, ohne dass wir es hinterfragen, ohne dass wir in Erwägung ziehen würden, dass all die Annahmen über diese Natur des Menschen lediglich aufgrund unserer Ignoranz sich derart entwickelt haben und dass wir diese Grundlagen derart als natürlich annehmen dass wir die offensichtlich zerstörerischen Konsequenzen in fatalistischer Weise hinnehmen.

Wir scheinen zu glauben, dass das menschliche Bewusstsein von Natur aus gute, lebensfördernde und richtige Grundprinzipien inne hätte und dass man es wuchern lassen könnte ohne in irgendeiner Form verantwortlich für die Entwicklungen zu sein die eine „Persönlichkeit“ nimmt. Die grundlegende Infragestellung der primär rein bewusstseinsorientierten Selbstwahrnehmung wagen wir nicht anzugehen. Sie würde jeden einzelnen direkt zu seiner Quelle, seiner Wahrheit und somit seiner ganz eigenen Verantwortlichkeit führen. Unvorstellbar für einen Menschen der es gewohnt ist zu „benutzen“, zu „gebrauchen“ und zu „verbrauchen“, unvorstellbar für eine verängstigte Existenz die alle Verantwortung für etwaige Konsequnezen der eigenen Handlungsweisen imaginär abgegeben hat, die sich hinter mentalen Institutionen versteckt und die keine Möglichkeit kennt und sieht, diese Last der Verantwortlichkeit zu überleben.

Doch ebenso wie bekanntermaßen auch jede andere Angststörung durch das entschiedene Durchleben und Aushalten der Angst und die abschließende Erkenntnis ihrer Ungefährlichkeit, dass die Angst nur ein Symptom ist und dass sie selbst nicht tötet, so gibt es auch hier nur einen Weg der Selbstbefreiung, nämlich den, sich dieser Angst vor der Eigenverantwortung zu stellen und zu erkennen, dass man selbst Herr dieser Angst ist und dass man es selbst i der Hand hat das Tragen dieser Verantwortung zu verkraften. 

Asl die eingebildete Existenz, als Persönlichkeit, ist man sicher nicht dazu in der Lage dager wird man diese Illusion aufgeben müssen. Doch das was bleibt ist eben das wahre Leben selbst, das, was man ist, der Atem, der Herzschlag, der Organismus in einheit und Gleichheit. Und darin liegt das Potential der Selbstbestimmung nach der Selbstvergebung und das Bewusstsein wird zum Instrument des Lebens, der Heilung und der verantwortlichen Selbstbestimmung.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Tag0004 - Prophetische Persönlichkeitsprogramme / Wahn und Wirkung : Geld

Urban Woodswalker / Art Photos / CC BY-NC-ND
"tied up in knots - an identity metaphor"
ein sehr treffender Titel dieses Fotos, der sehr schön die Strukturen und Systeme der Persönlichkeit, der Selbstwahrnehmung über die Gedanken, den Geist, die Erinnerungen und die Verknüpfungen zu den Emotionen, Erfahrungen, Vorstellungen, Wünschen und Erwartungen darstellt und wie wir uns in ihnen verstricken, uns selbst die Hände binden und fesseln...


Fortsetzung zu:


Wie in meinem letzten post beschrieben und schon angedeutet, hat mich die Selbstaufgabe an die Bewußtseinsprogramme wie der Suche nach persönlicher Erfüllung, Bedeutung und Sinn im Leben innerhalb der Systematik der Gesellschaft und Kultur auf einen Weg der langsamen aber sicheren Zerstörung meiner Möglichkeiten, meiner Lebensgrundlagen, also den absoluten Notwendigkeiten des Lebens wie Obdach, Nahrung, Gesundheitsvorsorge etc. geführt und ich habe sehr deutlich die niederdrückenden, beengenden und einschränkenden Mechanismen der absoluten Kontrolle über alles Leben in unserem Geldsystem erleben dürfen. Ich kann sagen erleben dürfen, weil ich diese Erfahrungen nutzen konnte um diese Methoden überhaupt erst zu verstehen, zu erkennen was hinter ihnen steckt und wieso sie den Menschen derart kontrollieren und sein Leben bestimmen. Diese Systeme, diese Methoden der Vernichtung, der unbrauchbar-Machung von Menschen sind keine fremden, äußeren Bedingungen. Wir sind tatsächlich als Menschen, als die Repräsentation und Projektion unserer Bewußtseinsprogramme selbst dieses System, wir sind immer die Bestandteile der als 'außen' empfundenen, uns kontrollierenden und bestimmenden Systeme. Daher ist auch jeder Versuch der 'Rebellion', des Kampfes 'gegen' die Systeme ein Irrweg und zum Scheitern verurteilt. Diese Art mit der Frustration und der Wut umzugehen ist im Grunde wieder nichts anderes als die Abkehr von sich selbst, von seiner Eigenverantwortung und der wahren Ursache der eigenen und der Situation vieler andere Menschen die man vielleicht zwar als inakzeptabel anerkennt, aber im Versuch sich als Kämpfer für das Gute oder die Freiheit von einer Unterdrückenden Macht darzustellen ohne die eigene Verantwortlichkeit an den Zuständen zuerst zu erkennen und zu akzeptieren ist ebenso aussichtslos als würde man gegen Windmühlen Kämpfen. Wir sind selbst Teil der Entwicklungsgeschichte der Systeme und müssen unseren Beitrag klar und deutlich zu erkennen versuchen, wir müssen die Strukturen und Systeme unseres eigenen Denkens bis zu ihren Wurzeln ergründen, zurückverfolgen und sie dort bearbeiten oder herausreißen aus unserer Identität als Person. Deshalb ist es nicht ausreichend, einfach nur die Ungerechtigkeiten, die Ungleichheit und das Sinnlose Elend zu erkennen um wirklich etwas verändern zu können. Es ist eben unbedingt notwendig sich selbst zu verstehen, da man erst dann auch die 'anderen' verstehen kann, und erst dann weiß man auch, was wirklich zu tun ist um die Welt verändern zu können. Verachtung, Ablehnung, Hass, und all ihre 'Derivate' wie Frust, Verzweiflung, Depression, Sarkasmus, sind spiegeln Ignoranz, wenn nicht sogar Angst wieder. Und genau diese Emotionen haben mich in meinem persönlichen 'Kampf' mit dem System jahrelang beeinflusst oder bestimmt. Immer dann, wenn der Leidensdruck für mich zu groß und nahezu unerträglich wurde, und auch mit den gesellschaftlich legitimierten Betäubungsmitteln wie Alkohol und Zigaretten nicht mehr zu überspielen war, habe ich eben versucht mir eine Nische innerhalb der kulturell und gesellschaftlich vorgegebenen Strukturen zu suchen, ich dachte ich könnte es vielleicht schaffen, wenigstens einen höheren sozialen Standard zu erreichen und dann würde es mir besser ergehen. Ich wußte aber nie wirklich, worin dieser Status tatsächlich bestehen oder worauf er begründen würde. Ich war mir nur darüber im Klaren, dass er mit Geld zusammenhing. Ich habe also versucht, einen 'höheren' Platz innerhalb der gesellschaftlich sozialen Strukturen zu erreichen, ohne zu erkennen, dass meine Persönlichkeit längst auf das was ich zu diesem Zeitpunkt mir erlaubt hatte zu werden eingestellt war, mit all den Lebensbereichen, den Bedürfnissen, Vorstellungen, Wünschen, dass mein Charakter überhaupt nicht darauf ausgerichtet war, erfolgreich in diesem System funktionieren zu können, weil ich eben aufgrund zahlreicher Erfahrungen und meinen ganz persönlichen Schlüssen und Selbstbeurteilungen bereits die Grundprogramme einer Versagenserwartung, der Selbstverurteilung und der Belohnung durch Wut und Verbitterte Frusthandlungen wie Betrinken oder mentale Ablenkungen anderer Art etabliert hatte. Und als diese Person, diese Vorstellung von mir selbst war es mir überhaupt nicht möglich, innerhalb der Systeme etwas zu erreichen, beziehungsweise das dann auch dauerhaft zu halten. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die erwartete Erfüllung meiner eigenltlichen Wünsche aufgrund meiner Fehlbeurteilung ihrer Ursachen ger nicht eingestellt hätte. In dieser ignoranten Vorgehensweise kann man zwar durch 'Verkettung glücklicher Umstände' etwas erreichen und sogar einen gewissen 'Erfolg' haben, doch wird man nicht damit umgehen können, da der einzige Antrieb der darauf folgt von der Angst bestimmt sein wird, diesen wieder zu verlieren. Und darin offenbart sich eben die ursprüngliche Lüge dieses Gedankensystems, denn verlieren kann man ihn durchaus, und zwar in dem Moment in dem die Systematik andere Erfordernisse in den Vordergrund stellt und durch unser aller Erlaubnis die logischen Konsequenzen der Wirtschaftsordnung des stetigen Wachstums den Menschen als Ware und Ressource benutzen, so dass aufs gerade Wohl die errungene Lebensgrundlage wieder entzogen wird. Jobverlust, Geldverlust, Sozialer Verlust, in genau dieser Reihenfolge.
Doch zurück zu meiner Persönlichen 'Geschichte', ich will in diesem Blog nicht auf Details der Geschehnisse eingehen, doch anhand der bereits beschriebenen Muster habe ich mich in der Eskalationsspirale von Verzweiflung, Wut, Frust und Depression verrannt bis ich letztlich in völliger Resignation mit meinem Leben innerlich abgeschlossen hatte und mich vollends nur noch als Spielball der Umstände und sozusagen 'treibend' erlebt habe. Diese totale Aufgabe meiner Selbstbestimmung war letztendlich ausschlaggebend für den letzten großen Knall und das darauf folgende Erwachen. Und ich möchte, dass kein falscher Eindruck entsteht, denn mein Erwachen bezieht sich keineswegs darauf, dass ich endlich begriffen hätte wie toll unsere Systeme doch seien, und dass der von uns praktizierte Kapitalismus so viel Freiheit und Möglichkeiten bieten würde wie kein anderes System. Mein Erwachen war auch kein spirituelles, keine Erlösung im Sinne eines Gefühls oder einer Einstellung, auch wenn ich in meiner Verzweiflung verschiedene spirituelle Wege erprobt hatte. Mein Erwachen war ein Selbst erwecken, ein ganz realer, physischer Prozess. Die Entdeckung der Existenz als das, was ich bin, und zwar gleichermaßen mit allem. Es ist als ein Erwachen zu bezeichnen, weil alles was vorher mein Leben war, alles worum sich meine Gedanken drehten, meine Wertvorstellungen, mein Selbstbild, meine Verhaltensmuster, sich als nichts anderes herausstellte als ein eher schlechter Traum. Nicht die Welt ist eine Illusion, sondern das, was wir denken von uns und der Welt. Unsere Philosophien und Ideologien, die Versuche die einfache Wahrheit der Einheit und Gleichwertigkeit allen Lebens zu verhüllen sind nichts als Schall und Rauch. Das, was wir ganz real an Wirkung spüren, die Zwänge der Systeme, die Ausbeutung im Namen dieser Ideologien, das sind Konsequenzen unserer Schlafwandelei, unserer Taten aus dem illusionären Antrieb eines Traumes heraus, gepaart mit der primären Handlungsmotivation des Individuums in seiner Selbstwahrnehmung als Ich, als die Geschichte einer Person im Kontext seiner erlernten Wertvorstellungen: der Angst. Daher sind alle Konsequenzen unserer Lebensweise, unserer Gesellschaftssysteme und Kulturen, ein Resultat der Handlungs- und Denkweise jedes Einzelnen, und damit liegen sie auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, auch und vor allem die Konsequenzen, die einen selbst direkt betreffen. Und wenn die einzig wichtige Handlungsmotivation der Menschen die Angst ist, dann kann das Resultat daraus nur eine einzelkämpferische Separation sein, eine zerstörerische, ja nicht einmal Parasitäre Persönlichkeit die sich gegen alles wendet, was ihrem ganz persönlichen Wertungsmuster fremd ist oder entgegensteht, und das wird fast alles andere sein, da sie in ihrer illusionären, ich-bezogenen Verblendung immer einzigartig ist. Es lassen sich lediglich Schnittmengen Bilden, kleine Gruppierungen die sich dann in dem Bewußtsein des gestärkten Glaubens sicherer fühlen, dennoch sind die Geister der sie konstituierenden Mitglieder immer auf den Selbstzweck gepolt und in dieser Besessenheit sind sie auch untereinander nicht vertrauenswürdig, würden jeden anderen übervorteilen wenn sich die Möglichkeit dazu bietet, vor allem dann, wenn sie dabei unentdeckt bleiben können. Das ist ein offenes Geheimnis und lässt sich selbst in den von uns als besonders intimen Gruppierungen wie der Familie beispielsweise massenhaft nachweisen und erkennen.
Was hier aber von Belang ist, ist die Gedankensystematik die sich in all den Jahren der Selbsttäuschung entwickelt und meine Persönlichkeitsstruktur mitgestaltet hat, die ich ungefragt als meine Natur, meinen Charakter als unabdingbar hingenommen und akzeptiert habe, und dass ich in dem Konflikt den ich immer und immer wieder innerlich, im Geheimen mit mir selbst ausgetragen habe nicht die offensichtliche Lüge dieser Annahme erkannt habe, sondern mich mit und über diese Unsicherheit und diesen Zweifel überhaupt erst definiert habe. Das kann dann sogar so weit gegangen sein, dass man sich durch diesen Disput zweier unkontrollierter Gedankensysteme und das Hin und Her im Geiste sogar noch für einen besonders vernünftigen und verantwortungsbewußten Menschen hält, obwohl man in keinem Fall eigentlich sicher sein kann, wem man letztlich den 'Zuschlag' gibt, was die eigentlichen Motive dieser Instanz im Geiste sind. Es ist ein System, das aus zwei Untersystemen gebildet wird, ein fesselndes, beschränkendes Gedankensystem. Doch im Grunde ist es nur ein Programm, das dazu dient dieser Persönlichkeit, die ebenfalls ein Programm ist, genau das zu bescheren, genau in die Situation zu bringen, zu der sie bestimmt ist. Es ist eine lenkende Programmierung. Diese ist zweifelsfrei nur ein scheinbar banales Unterprogramm, eins von tausenden, doch sollte bezweifelt werden, ob man angesichts der unsagbar verwirrten, unglaublich ignoranten, realitätsfernen und selbstzerstörerischen Lebensweisen der Menschen von Banal sprechen kann, denn letztendlich setzt sich die ganze Identifikation des Menschen, der Person, des Charakters, aus hunderten solcher Programme zusammen.

Dieser Teil der Exploration wird nun doch etwas weiter führen als zunächst beabsichtigt, daher breche ich den heutigen Blog hier ab und führe ihn morgen fort um ihn zu beenden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich von eigens kreierten Gedankensystemen lenken und beeinflussen zu lassen, mich in meiner Selbstwahrnehmung als Produkt einer äußeren Systematik wahrzunehmen und in fatalistischer Weise meine Gedankenstrukturen, Wertgründe und emotionalen Reaktionsmuster als unveränderbar und naturgegeben einfach hinzunehmen ohne mir über ihre Kompatibilität mit dem künstlichen System der gesellschaftlichen Kultur, den sozialen Strukturen und Wertvorstellungen klar zu werden und darin die Einheit meiner Selbst mit dem System und als das System zu erkennen.


Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 14.02.2013