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Donnerstag, 7. Mai 2015

Tag 203 - Arbeit und Arbeitsplatz, Kollegen und kollegiales Verhalten

LauraLewis23 / Photo / CC BY
Nachdem ich einen online Artikel über Stress am Arbeitsplatz, Mobbing am Arbeitsplatz und die Alltäglichen Probleme, Auseinandersetzungen und Konflikte mit Arbeitskollegen gelesen habe, sind mir ein paar Parallelen zu meiner Erfahrung aufgefallen die ich in diesem Blog teilen möchte.

Interessant, die Stimmungen und die sozialen Probleme am Arbeitsplatz scheinen immer und überall die gleichen zu sein. Ich habe in meinem bisherigen Arbeitseben schon sehr viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeübt, und habe dabei überall ähnliche soziale Strukturen und Verhaltensweisen einmal unter den Mitarbeitern selbst und auch zwischen Chef, Vorgesetzten und Angestellten vorgefunden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen.
Faszinierender Weise scheinen wir was unser sozialverhalten angeht überall auf die gleiche Weise programmiert zu sein in gegenseitigen Wettkampf zu treten. Und damit meine ich keineswegs einen gesunden Wettkampf, etwa eine Gegenüberstellung die alle Beteiligten mit Freude und freiwillig eingehen um sich gegenseitig zu motivieren immer noch bessere Leistungen zu erbringen. Nein, hier handelt es sich meist um einen stillschweigenden Wettkampf, den auch lägst nicht jeder Beteiligte freiwillig beginnt, sondern zu dem sich die meisten sogar herausgefordert sehen, weil sie nämlich – und das ist der Knackpunkt auf den es immer hinausläuft – von Ängsten gepeinigt sind. Von der Angst einerseits um den Arbeitsplatz, um die Anerkennung, in Ungnade zu fallen oder zu leicht ersetzbar zu sein. Und faszinierend dabei ist, dass  es nicht notwendigerweise mit dem Verhalten und der Art der Führung, also des Chefs oder der Chefetage zu tun haben muss, sondern dass unter den unterschiedlichsten Voraussetzungen was diesen Faktor angeht das Verhalten der Arbeitnehmer untereinander sich kaum unterscheidet.

Es zeigt sich eben ganz einfach dieser pathologische, von unseren selbstgeschaffenen sozialen Strukturen geformte Gedanke des gegenseitigen Wettstreits, der Profilierung auf Kosten des oder über den anderen, das Gefühl herausstechen zu müssen um etwas zu sein, um daraufhin Anerkennung zu bekommen, und zwar von genau denen, über die man sich unrechtmäßig stellt oder gestellt hat. Neid tut es auch, Neid ist ein Äquivalent der Anerkennung geworden, so wie Gehässigkeit das Gefühl von Selbstbewusstsein ersetzt hat. Beides ist natürlich ein parasitäres, also krankmachendes Konstrukt reinen Glaubens und hat nichts mit der Wirklichkeit des Lebens gemein, aber wir haben uns dafür entschieden uns selbst und unsere Kinder derart programmieren zu lassen und ihnen auch noch vor zu machen, diese Art selbstzerstörerischen Verhaltens sei ihre menschliche Natur. Damit haben wir uns natürlich zu leicht manipulierbaren und beherrschbaren Sklaven gemacht, Sklaven unserer selbst natürlich, auch wenn im wirklichen Leben sozusagen einige wenige von unserer Sklavenmentalität profitieren und sich daran ergötzen. Wo mehr als zwei einigermaßen gleichgestellte Kollegen oder Kolleginnen aufeinandertreffen jedenfalls, da ist es ein Frage kurzer Zeit bis einer versucht einen andere zu vereinnahmen, und zwar nicht aus freundschaftlichem Interesse, sondern um sich gegen einen anderen zu stellen, nicht offen, sondern durch das Streuen von Gerüchten, das Äußern von Vermutungen und Verdächtigungen, durch die Herablassung oder Ähnliches.

Ich persönlich bin immer wieder von dieser Art der Inanspruchnahme als Lobby, als Verstärkung überrascht worden und habe in aller Regel verhalten darauf reagiert, beziehungsweise habe verunsichert reagiert und dadurch in vielen Bereichen auch gar nicht erst den Weg in ein kollegiales Arbeitsverhältnis finden können. Allerdings gab es ja auch offensichtlich überhaupt keines, aber das ist einem in dem jeweiligen Moment nicht immer hundertprozentig oder auch überhaupt nicht bewusst.

Mittlerweile finde ich dieses Verhalten nur noch schade, ich finde es auch bedauernswert und möchte fast sagen erbärmlich, denn es macht auch etwas traurig zu sehen, wie Menschen ihr eigenes Potential und auch das ihrer temporären Gemeinschaft verschwenden und versacken lassen indem sie sich innerlich in ständigem Konflikt mit ihrer Umgebung befinden, sei es real oder auch nur in Gedanken. Man übersieht völlig die Möglichkeiten und Chancen. Aber es ist nicht einmal nur das, ich habe vielmehr den Eindruck die Menschen würden im Grunde schon gern, oder lieber offen und Vertrauensvoll miteinander umgehen, allerdings glauben sie nicht daran, dass so etwas überhaupt möglich ist und sind dabei von so vielen scheinkulturellen Wertvorstellungen, Ideen und Ideologischen Konzepten beeinflusst, dass sie auch gar nicht für sich selbst diese Entscheidung treffen könnten, bzw. die Verantwortung überhaupt nicht selbst tragen wollten. Anpassung ist das A und O, eben auch wenn die Anpassung bedeutet hinterhältig, misstrauisch, verschlagen oder sogar intrigant sein zu müssen.


Das ist trauriger Alltag an vielen Arbeitsplätzen und dieser Alltag führt natürlich nicht nur zu einem Absinken der Produktivität, sondern auch letztlich zur Erkrankung der Arbeitnehmer, und auch der Arbeitgeber die unter Umständen unter diesem Zustand ebenso zu leiden haben. Burn-Out, Depressionen, chronische Schmerzen, Schwächung des Immunsystems, Angstzustände und viele weitere Symptome ein und derselben Ursache sind da zu nennen. Diese Ursache ist aber eben unser gesamtes Wirtschafts- und Arbeitssystem, das letztlich auch alle unsere sozialen und kulturellen Lebensbereiche beherrscht und gestaltet und daher uns vollkommen auf diese Art und Weise vereinnahmt und programmiert hat.
Fürchte deinen Nächsten, oder besser gesagt fürchte das Image deines Nächsten. Denn es ist ein Kampf um Images, des Coolsten, Fleißigsten, Schlausten, Witzigsten, Stärksten, Teuersten, Längsten… Bilder, Einbildungen, Vorstellungen, nicht das wirkliche Sein, das wahre Selbst in vollem Bewusstsein, sondern die Imagination einer bedrohten da begehrten Position wollen wir sein. Das führt zu einem ständigen Wettstreit mit der Scheinwelt unserer Gedanken, mit dem immer wieder schwankenden Gefühl von gelungenem Blenden und der Gefahr durchschaut zu werden. Eine Energie- und Zeitverschwendung sondergleichen.

Dienstag, 5. Mai 2015

Tag 202 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften Teil 2

marhoons / Foter / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu:

Tag 201 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften



Auszug:

Der Beweis meiner Behauptungen liegt, neben der Beobachtung des Menschen und menschlicher Auseinandersetzungen während und vor allem nachdem Beziehungen beendet wurden, in der ständigen Erwartungshaltung und den mit ihr verbundenen Enttäuschungen, die immer wieder, fortwährend eintreten aber geduldig und angestrengt ignoriert und übersehen werden, bis auf diejenigen Male in denen sich dann der Frust und die Unzufriedenheit in systemkonformen Momenten die explizit vom Unterbewusstsein ausgewählt werden entlädt. Das heißt der Beweis bleibt einzig und allein jedem selbst zugänglich, wenn er bereit ist sich und seine inneren Reaktionen zu studieren, zu beobachten und sich in Selbstehrlichkeit zu schulen wenn es darum geht die eigenen, tatsächlichen Motive in jedem Moment und in jeder emotionalen Reaktion zu erkennen.

Fortsetzung:

Eine Beziehung wiederum die auf den trügerischen Annahmen einer rein kulturell vorbestimmten Struktur oder der Idee der „Vervollkommnung“ des eigenen Selbst oder des eigenen Lebens basiert ist im Grunde ausnahmslos zum Scheitern verurteilt. Das ist kein Pessimismus, das liegt einfach in der Natur der Sache. Eine Beziehung, egal welcher Art, die auf der Energiebasierten Grundlage von reinen Ideen und Vorstellung aufbaut kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden, ohne an dem einen oder anderen Beteiligten im Übermaß zu zehren. Scheitern bedeutet übrigens nicht nur, dass die Beziehung beendet wird, sondern es sind auch all diejenigen Zustände einer Beziehung gemeint, die lediglich aufgrund der individuellen Wahnideen der Beteiligten bestehen bleiben und mit der Verwirklichung der ursprünglichen Vorstellungen von dieser Beziehung nicht mehr das Geringste zu tun haben. Also vor allem die, in denen jeder nur auf das Einlenken, die Anpassung, die Veränderung des anderen wartet, die also nur auf Hoffnungen beruhen wobei die Beteiligten nicht zu merken scheinen, dass all die Energie und der Aufwand den Sie in dieses emotionale Geflecht hineinlegen vergeblich sind und ihnen das Äußerste Abverlangen. Dabei wäre der Schritt in die Freiheit so einfach und so nahe, nämlich sich schlicht gegenseitig eizugestehen, dass man sich und den anderen belogen hat um dann gemeinsam zu entscheiden, ob es Sinn macht auf der Basis tatsächlicher Gegebenheiten eine neue Übereinkunft zu treffen und den Rahmen in dem jeder einzelne zur Veränderung und Anpassung bereit ist zu besprechen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. Doch zu diesem Schritt ist eben die selbstehrliche Courage erforderlich sich die Eigenverantwortung einzugestehen die man für sich, seine Entscheidungen und sein Wirken trägt und die Schuldzuweisungen für das Scheitern nicht erfüllbarer Fantasien an den anderen zu beenden.  Dazu sind die Wenigsten gewillt, vielmehr wird die Unausweichlichkeit des Endes einer Beziehung aufgrund dieser Unmündigkeit immer als ein enormer Verlust wahrgenommen und die Reue und der Frust über vertane Zeit und Energie führt zu Wut, Zorn und Hass, emotionale Reaktionen die ebenso irrational und ignorant wie die Beziehung selbst war sind, und ebenso zerstörerisch und unproduktiv. Daher sind auch die Beziehungen die eben ein nebeneinander her Leben in der Hoffnung auf Besserung ohne Aussprache und Offenheit darstellen gescheiterte Beziehungen. Die letzte Konsequenz dieser emotionalen, selbstzerstörerischen Auseinandersetzung ist nur zeitlich verschoben. Am Ende wird diese emotionale Ladung von der Ego-Persönlichkeit als Treibstoff und Nährboden neuer Wahnideen und Überlegenheitsfantasien genutzt, indem die ehemals verbundene Person als bösartig, hinterhältig, verachtenswert, kurz: als Feind imaginär neu gestaltet wird.
Das muss natürlich nicht immer so sein. In aller Regel ist der Ausgang auch nur dann von einer derartigen emotionalen Wandlung gefolgt, wenn ein Partner nach der Trennung einen finanziellen Abstieg in Kauf nehmen muss, also seinen finanziellen, sprich sozialen Status nicht mehr halten kann. Die Angst vor diesem Verlust ist es dann oft auch, die das Festhalten an bereits gescheiterten Beziehungen begründet, und dafür werden unglaubliche Maßnahmen ergriffen und Entscheidungen getroffen, unfassbarer Missbrauch betrieben, wenn beispielsweise in der Hoffnung den Partner zwangsweise binden zu können ein Kind gezeugt wird, aus einem einzigen Grund, einer Angst vor dem Verlust einer eingebildeten, durch das mentale Gedankenkonstrukt einer herbeifantasierten Beziehung getragenen Persönlichkeit.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Tag0149 - Die Reiz-Reaktionsmaschine Mensch o.: Leben in der Zeitschleife

DerrickT / Foter / CC BY


An Erinnerungen festzuhalten oder besser gesagt fest zu kleben bedeutet nicht immer, dass man die Erinnerung wie einen Film oder wie Bilder eines Geschehens im Kopf behält. In vielen Fällen sind die Erinnerungen einem nicht einmal direkt als solche gegenwärtig. Dennoch sind sie vorhanden und man hält an ihnen fest als Teil der eigenen Persönlichkeitsstruktur, als Teil des Systems als das man sich selbst sieht und sich selbst repräsentiert. Die emotionalen Verknüpfungen mit den jeweiligen Erinnerungen treten als Charaktereigenschaften zu Tage indem sie durch Vergleichbare Schlüsselerlebnisse in der Gegenwart, im Hier und Jetzt hervorgerufen werden und man auf völlig andere Gegebenheiten und Situationen spontan mit einer emotionalen Wallung reagiert die im Grunde zu einer ganz anderen, längst vergangenen Situation gehört. Und selbst da kann man nicht einfach so sicher sein, dass nicht auch diese Erinnerung emotional getriggerte Reaktionen hervorgerufen hatte die bereits zuvor festgelegt und programmiert wurden, dass eben der Verlauf gerade dieses Erlebnisses besondere Aufmerksamkeit bekommen hat und deshalb als Schlüsselerlebnis in der Erinnerung gespeichert wurde. 

Vor allem in Konfliktsituationen mit anderen Menschen, wenn man sich beleidigt, provoziert oder ungerecht behandelt fühlt, wenn Worte dich verletzen, dann kann man sicher sein, dass diese Reaktion, die Wut, der Zorn und der Ärger bereits in dir selbst angelegt sind, dass sie von dir selbst und allein von dir gestartet und gehalten werden als eine erlernte Reiz-Reaktion, eine Konditionierung sozusagen auf ein bestimmtes Verhalten anderer, ein Wort, eine Geste, einen Blick, die Konflikte, Unsicherheiten und Unzufriedenheiten mit dir selbst aufwühlen und hervorholen und anstatt diesen Moment dazu zu nutzen sich selbst zu erkennen, die eigenen inneren Mechanismen, Programme und Fremdbestimmungen zu verstehen und sich von ihnen zu befreien reagiert dein Ego umgehend mit einer verblendenden Selbstschutzmaßnahme indem es eine Erinnerung, einen Film, eine Geschichte hervorkramt, sie vor deinem inneren Auge abspielt und dich in blinder Art auf eine längst vergangene Situation reagieren lässt, dich sozusagen in eine Zeitschleife schickt. Man gibt sich in solchen Momenten der Steuerung durch Gedankenkonstrukte hin die zum Zweck des Selbsterhalts einer Fiktion, nämlich der rein gedanklichen Identität deiner Charakter- und Persönlichkeitsstruktur dienen soll. Dadurch verlebt man seine Momente als fremdgesteuerter Zombie, als Maschine ohne Selbstbestimmung, ohne eigenen Willen, ohne Individualität. Nach dem selben Prinzip funktionieren selbstverständlich auch alle ähnlichen Reizreaktionsmomente die durch das Ego bestimmt sind, die durch die Werbung hervorgerufenen Einbildung und emotionalen Halluzinationen, die Wünsche und Ideale, die Werte einer gesamten Konsumgesellschaft sind durch solche Bilder der Erinnerung und durch gezielte emotionale Verknüpfungen konstruiert und manipuliert, so dass im wahren Leben eine Reaktion des Neids, der Minderwertigkeit aus mangelndem Besitz, der Überlegenheit und der Macht hervorgerufen wird indem man völlig banale, meist überflüssige und nutzlose Produktionsartikel und Waren erwirbt, sich vor das Haus stellt, um den Hals hängt oder in der Tasche mit sich herumträgt. Diese Programmierungen kann man hervorragend offensichtlich bei Kindern beobachten, die zu nahezu hilflosen und auch Schutzlosen Opfern unseres wahnwitzigen Wirtschaftssystems geworden sind und deren mentale Programme gezielt attackiert und manipuliert werden damit sie sich völlig nutzlose, unsinnige, oftmals ungesund giftige und maßlos überteuerte Dinge wünschen, sich danach sehnen diese zu besitzen nur und allein aus einer Emotion, aus einem Gefühl heraus dessen Zusammenhänge und Ursachen offensichtlich rein mentaler und gedanklicher Natur sein müssen, die in ihrer Gedankenwelt ganze Geschichten erzählen und sie nahezu in Trance versetzen welche beinahe unmittelbar nach Erwerb dieses Gegenstandes endet ebenso wie das Interesse an eben diesem. Ein Kind verliert allerdings nie völlig das Interesse an frischer Luft, am Spielen unter freiem Himmel, an Stöcken, Bäumen, Laub, Wiesen und Bächen. Es bedarf aber auch keiner Geschichten, keiner Manipulation um sie auf diese Idee zu bringen auf einen Baum zu klettern oder in einem Bachlauf zu waten. Allerdings sind solche natürlichen und gesunden Verhaltensweisen in keiner Weise der Konsummaschinerie unserer zerstörerischen Lebensweise zuträglich.
Aber wie sollten wir auch unsere Kinder vor diesen Manipulationen und gezielten Attacken auf ihre sich entwickelnden Persönlichkeiten schützen, wo wir doch selbst nicht verstehen warum wir so sind wie ir sind, warum wir so denken wie wir denken und warum wir so emotional reagieren wie wir das tun? Wie sollen wir unseren Kindern eine Anleitung zu Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung geben wenn wir diese Begriffe nur oberflächlich und symbolisch gebrauchen, sie aber überhaupt nicht leben? Wie sollten wir uns selbst erklären, dass wir zwar solche Werte menschlicher Existenz wie Selbstbestimmung und eigenverantwortliches Verhalten unseren Kindern lehren wollen, aber andererseits Schöpfer und Unterstützer dieses Systems der Massenmanipulation, der Zwangsversklavung und Unterdrückung sind? Wir können es nicht! Und daher fliehen wir entweder in die totale Ignoranz der Selbstherrlichkeit und spielen einen soziopathischen Patrioten der Überzeugung heuchelt und offen in paranoiden Parolen Schuldige für die Beschmutzung eines sonst so herrlichen Systems sucht und herbeiredet, oder aber indem wir uns als Opfer darstellen, als hilfslose Mittäter und Kollaborateure die nur zum Zweck des eigenen Überlebens handeln würden. Es gibt noch weitere Fluchtmöglichkeiten, doch alle haben sie eins gemeinsam: sie sind Illusionen. Du kannst vor deiner Verantwortlichkeit nicht fliehen, sie wird dich immer einholen, spätestens im Tod. Die Konsequenzen dieses Lebens sind real, sie treffen uns alle und damit einen jeden. Die Verantwortungslosigkeit unserer Generation wird das Leid unzähliger Menschen und Tiere zur Folge haben, unsere eigenen Kinder werden die Konsequenzen tragen müssen und noch die vieler weiterer Generationen. Sich in der heutigen Zeit für den Erhalt der althergebrachten Systeme einzusetzen bedeutet, dass man entweder intellektuell tatsächlich verblödet, oder aber ein sadistischer Soziopath ist der dringend der professionellen und unterstützenden Hilfe bedarf, der aber unter allen Umständen von einflussreichen Entscheidungspositionen ferngehalten werden muss. Unglücklicherweise sind derzeit gerade diese Soziopathen es, die die einflussreichsten Positionen in der Wirtschafts- und Finanzwelt besetzen. Die Welt steht Kopf. Es wird Zeit, dass wir aufwachen, aufstehen und unsere Verantwortung als Menschen, als Eltern, Brüder und Schwestern für und als das Leben übernehmen.



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in meiner emotionalen Reaktion auf Worte oder Verhaltensweisen anderer Menschen nicht die eigenen Persönlichkeitsprogramme wirken zu sehen,sondern meine Reaktionen und meine Emotionen auf diese Menschen zu projizieren, sie als Ursache und Schuldige für meinen Zustand zu sehen und mich entsprechend ablehnend und aggressiv zu verhalten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe in diesen emotionalen Reaktionen nicht die Möglichkeit der Selbstbefreiung zu sehen die sie darstellen, sondern mich in der Emotion der Wut beispielsweise verloren zu haben, diesen Zustand emotionaler Verwirrung und gedanklicher Raserei als real, als wirklich und substantiell gesehen zu haben obwohl im Moment gedanklicher Raserei das Leben aus der Hand gegeben an mir vorbeizieht während ich in gedanklichen Strukturen gefangen wie in einer Trance innerliche Fantasiewelten durchleben und dabei meine Selbstbestimmung, meine Eigenverantwortlichkeit und schlicht mein Leben völlig ignoriere.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Momenten persönlicher Begegnungen in denen ich mich provoziert, beleidigt oder in irgendeiner Art emotional manipuliert fühle innezuhalten und nicht umgehend zu reagieren, zu atmen und mir die Vorgänge dieser emotionalen Reaktion vor Augen zu halten, die Kette der Erinnerungen und Zusammenhänge die mir innerlich immer zugänglich sind nicht zu ignorieren sonder sie zu erkennen und zu verstehen, so dass ich mir klar werden kann, dass ich selbst Herr dieses meines Momentes bin, dass ich nicht auf diesen Menschen oder das was er sagt reagiere, sondern aufgrund eines Programms das ich selbst mit gestaltet und zugelassen habe das in mir, meiner Persönlichkeitsstruktur und meiner Gedankenwelt arbeitet und dass jede Unterwerfung meines tatsächlichen Verhaltens, meines Atems, meiner Stimme, meines Körpers, meiner Worte unter diese Programmierung eine Selbstbeschränkung und Selbstaufgabe bedeutet und dass es daher in dieser Weise, auf diesem Weg auch nichts zu verteidigen gibt, das irgendeine Anstrengung dieser Art Wert wäre, sondern dass lediglich das Ego versucht sich selbst an diesen Emotionen und Erinnerungen zu nähren.

Samstag, 3. August 2013

Tag0133 - Simulation Terminated (Wait...!)



Simulation Terminated

text & musik: Bastian Neumann 

Hintergrund/Background:

I confuse myself – to death
I abuse myself – to death


Wo ist mein Leben ich weiß nicht was ich will
und was ich wollt' war immer nur ein Gefühl
doch dieses Fühlen bringt mich um den Verstand
obwohl es fremd ist und dem Fleisch nicht bekannt

wer sagt mir was ich soll und was ich begehr'
so viele Jahre wer holt sie wieder her
damit ich mir die Fragen stellen kann
die allein ich selbst beantworten kann

wenn ich gewußt' hätt' wenn oh wenn ich getan
was ich mich nie getraut weil ich nie begann
mich selbst zu fühlen und mich selbst zu verstehn
das Kind in mir nicht mehr als Kind anzusehn

die Reue wächst und bricht den Willen mir
sie zwingt mich in die Knie legt mich ans Geschirr
die Verbitterung ist der Weg zurück
falsche Geborgenheit die ewig betrügt

Nun ist es an der Zeit auf Suche zu gehen
nach Zielobjekten die die Taten gestehn
die mir der Geist einhaucht in heiligem Flehn
Ein Opfer darzubringen, Rache zu nehmen

So wird aus Angst und Wut mein neues Gesetz
mein Lebenswerk das alle Bilder zerfetzt
die Rachsucht treibt die hohle Existenz
während das Feuer meinen Körper verbrennt

Ich bin nicht Schuld oh nein ich habs nicht getan
ich war nicht Schöpfer dieses großen Wahns
man hat mich nicht gefragt ich wollte nicht sein
was ich heute bin das wollt ich nicht sein

Wo wollen Wille ist der Wille die Tat
und wenn ich wollte wär ich der „man“ der Fragt
in jedem Atemzug der Lebenszeit
des Lebens das ich bin, das ihr alle seid

Es im Grunde nie der anderen Tat
von Schuld zu sprechen ist nicht mal angesagt
denn was du fühlst entstammt dem eigenen Geist
Der nach und nach die ganzes Leben verspeist

du bist sein Sklave - und er ist dein Herr
das ist dein Wille denn das ist dein Begehr
dass er dich nähre mit der Energie
Verdauungssäfte schmieren die Maschinerie

die Ressource ist dein eigenes Fleisch
der Traum vom leben als dein eigenes reich
du glaubst du strebst dabei ist dir längst bekannt
der Dämon zerrt die Kette an deiner Hand

du warst du nie Opfer warst niemals verlorn
denn du bist frei und ungezwungen geborn
die Angst die dir so tief ins Hirn eingepflanzt
die Saat sie fällt aus deiner eigenen Hand

Erst wenn das Leben dir den Rücken zukehrt
erkennst du viel zu spät den eigenen Wert
die Illusion zerfällt und schnell wird dir klar
du bist allein mit dir so wie's immer war

simulation terminated - wait...!

Freitag, 12. April 2013

Tag0061 – Der Tod und das Ende der Vorstellung [Teil2]



Fortsetzung zu Tag0056

Die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der eigenen Sterblichkeit bringt überhaupt gar nichts, so lange sie von der verklärten Selbstwahrnehmung als zeitloses, endloses und von allem isoliertes Geisteswesen ausgeht. Diese Vorstellung von unserem Selbst als die reine Wahrnehmung durch das Bewusstsein, als die Wahrnehmung der Gefühle und Gedanken, als die Erinnerung und das Wissen, als die gesammelte Information geht immer unterschwellig von der Unabhängigkeit von den körperlichen, physischen Gesetzmäßigkeiten des Körpers aus. Wir haben diesen Glauben an das Überdauern dieser Existenz als menschlicher Orgaismus so tief in all unseren Überlegungen vergraben, dass wir die Zeit die wir in dieser Form existieren gar nicht als begrenzt wahrnehmen. Wir richten all unser Denken und Handeln auf die Befriedigung und die Vergrößerung unseres Bewußtseinssystems aus. Mehr Erfahrungen, mehr Wissen, mehr Erlebnisse, mehr Emotionen und Gefühle, mehr Erinnerungen, mehr Persönlichkeit usw., usw. Dabei versuchen wir ein Bild von uns zu schaffen, eine Persönlichkeit mit Fähigkeiten und Eigenschaften die einem Ideal entsprechen das an eben diesem Glauben ausgerichtet ist, dass dieses Bildnis der Vorstellung das eigentlich wertvolle und wichtige an unserer Existenz als Mensch sei. So lange wir uns von diesem Standpunkt aus mit der Sterblichkeit auseinandersetzen wird unsere Wahrnehmung nur immer verklärter, verwirrter und unsere Selbstbestimmung als eigenverantwortliche, eigenständige und verlässliche Menschen immer unwahrscheinlicher. In dieser Denkweise an eine vollkommen unhaltbare, um nicht zu sagen abwägige Vorstellung bestätigen wir unsere aus Unsicherheit entstandenen Ängste. Wir geben ihnen die Möglichkeit hinter schönen, schmeichelhaften Vorstellungen versteckt weiter zu wachsen und uns zu zermürben. Wir machen uns anfällig, angreifbar, manipulierbar und viele haben bereits meisterhaft gelernt diese verborgenen Ängste zu benutzen um Menschen zu beeinflussen. Tatsächlich funktionieren die bestimmenden Faktoren all unserer Wirtschaftssysteme, unserer gesellschaftlichen und politischen Strukturen genau nach den Prinzipien der Angst-Manipulation. Die Selbstschutzmechanismen des Bewusstseins des Menschen als EGO sind so sicher, um nicht zu sagen heimtückisch, dass selbst die direkte Konfrontation mit der körperlichen Sterblichkeit, die direkte Erfahrung der Endlichkeit des Menschenwesens und damit auch seines Bewußtseins (viel eher noch kann hier von einem Ende gesprochen werden als bei derm körperlichen Zerfall, der alles andere als das Ende von Leben ist wie man weiß) nicht unbedingt zum Erwachen aus der illusionären Verklärung führt, sondern sie im Gegenteil noch verstärken oder überhaupt erst ans Laufen bringen kann, wenn beispielsweise Menschen nach einer schweren Krankheit oder dem Verlust eines nahestehenden, emotional verbundenen Menschen plötzlich religiöse Ansichten und Vorstellungen erlauben und entwickeln, um sich wieder vor der nun ins unerträgliche gesteigerten, beinahe konfrontierten Angst vor dem Tod, dem Ende der eigenen Geschichte zu verstecken.
Doch diese Konfrontation die man zu vermeiden sucht könnte so heilsam sein, sie würde dazu führen, dass man sich der illusionären Verklärung entledigt und zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Teil des Lebens selbst werden kann, dass man seine Angst verliert und eigenverantwortlich lebt, denkt und handelt, im Sinne des Lebens selbst anstatt im Sinne einer Fantasie, einer Vorstellung die absurd, irreführend und inakzeptabel ist aufgrund der realen Konsequenzen für alles Leben, die das Resultat der verantwortungslosen, selbstsüchtigen Handlungsweisen, der auf diese Ideologie ausgerichteten Kulturen und Gesellschaftssysteme sind.

Ich atme hier und jetzt, das ist wahrhaftig, das ist Leben, da bin ich eins und gleich mit allem Leben. Ich habe Gedanken, ein Bewußtsein und Erinnerungen, die kann ich nutzen, erkennen, mich selbst verstehen lernen, ich kann gestalten und mich entscheiden. Entscheide ich mich aber für eine Lebensweise die anderen Lebensformen schadet, die ideologische Werte schafft die der reinen Vorstellung entspringen, nicht aber der Wirklichkeit entsprechen und nur durch deren missbrauch zu erlangen sind, dann arbeite und lebe ich gegen das Leben, also gegen mich selbst, gegen mein Atmen. Ich könnte genausogut hier und jetzt meinen Atem stoppen. Denn auch dann entscheide ich mich gegen das Leben, gegen das Sein meiner Form, ich habe nur die Gedanken und emotionalen Reaktionen als Rechtfertigung, nicht aber einen wahren Grund in der tatsächlichen Realität der Möglichkeiten, die sich mir als Mensch in diesem System, das wir als Menschen haben entstehen lassen bieten und die ich nutzen kann und muss wenn ich mich eigenverantwortlich als das Leben mir selbst gegenüber verhalten will um die Fehler und Irrtümer zu korrigieren die mich in die Situation der verängstigten Selbstaufgabe gezwungen haben, um mich eigenständig selbst zu verändern, neu auszurichten am Leben und ein lebendiges Beispiel zu sein für die Möglichkeit und die Freiheit des Menschen sich für das Leben zu entscheiden und in der Übernahme der Eigenverantwortung in dieser Existenz allem Leben Würde und Freiheit wieder zu geben.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 12.04.2013



Mittwoch, 27. Februar 2013

Tag0017 - Der Lerneffekt des bewußten Verzichts Teil 3: 'verdeckter Konflikt'

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Man tendiert als Mensch dazu, die emotionalen, intuitiven und vorprogrammierten Urteile über die ganz persönliche Wahrnehmung der Welt und sich selbst zu einem System zusammenzufassen, zu einer Gesamtheit, von der man dann nur noch einen vagen Drang, ein undefiniertes Begehren oder eine Aversion wahrnimmt, der man dann folgt, und das nennt man dann die eigene Person, bzw Persönlichkeit oder den Charakter. Und dabei sind die Inuitiven oder vorgeprägten Urteile, die Wertvorstellngen, Vorlieben und damit auch deren Gegenteil, die Abneigungen, noch relativ oberflächliche Systeme und sind sogar noch für einen selbst leicht durchschaubar. Man weiß in vielen Situationen in denen man den persönlichen Vorlieben folgt, dass sie nicht wirklich frei gewählte Vorlieben sind und dass sie in vielen Fällen offensichtlich schadhafte Konsequenzen haben, nachteilig für einen selbst und nicht selten auch andere, und dennoch glaubt man durch die Handlung gegen den gesunden Menschenverstand, gegen die rationale Vernunftentscheidung, sich als Person zu behaupten, sich selbst zu bestätigen und den eigenen Wert als diese Vorstellung von einer Persönlichkeit zu erhöhen, auch wenn man im Grunde weiß, dass sie nicht authentisch ist, dass diese Vorstellungen und auch die Vorlieben als Resultate der Erfahrungen und Wertvorstellungen nicht die eigenen sind und dass man aus diesem Grund auch eigentlich nicht frei ist, nicht selbst handelt. Doch man ist es so gewohnt und diese unterschwellige Einsicht in die geborgte Existenz befreit eben auch zumindest in der Vorstellung von der Verantwortlichkeit für etwaige Konsequenzen, man kann sich selbst rechtfertigen oder entschuldigen genau mit der Tatsache die man im Wahn der Persönlichkeitsbehauptung zu ignorieren und zu leugnen versucht. Es ist tatsächlich ein schizophrenes Spiel mit dem Leben. Ein Wahnsinn, eine Verschwendung und Selbstaufgabe, ein fehlgeleitetes Programm in einer Endlosschleife der Destruktion.

Dabei ist die Fähigkeit zur selbstbestimmten Entscheidung immer da, die Einsicht in den eigenen Selbstbetrug kann jederzeit vergegenwärtigt werden. Es mag sein, dass die Verblendungsechanismen, die eigene Benebelung, der feste, jahrelange Glaube an die Wahrhaftigkeit der persönlichen Sicht, der vorprogrammierten Wahrnehmung von Selbst und Welt so stark etabliert sind, dass die Symptome der bewußten Lüge auf eine andere Art wahrgenommen und wiedeum im Gitter der künstlichen Glaubenssysteme der vergeistigten Selbstidentifikation natürlich mißverstanden interpretiert werden.
Doch kann in jedem Moment der frustrierten Erkenntnis des Kontrollverlustes und der Dysfunktionalität der inneren Systeme gemessen an der Wirklichkeit dieser emotionale 'Breakdown' genutzt werden um zum Kern der Sache vorzudringen. Unglücklicherweise haben wir für eben diese Momente vorgesorgt und bedienen uns lieber der Mittel die legitim und gesellschaftlich akzeptiert angeboten werden, wie Alkohol und Entertainment beispielsweise, oder eben auch Zigaretten, um diese Momente der Wharheit nicht zu umgehen, sie nicht nutzen zu können, oder um überhaupt erst gar nicht in die Verlegenheit zu kommen uns selbst befragen zu müssen.

Diese vereinfachte, oder abstrahierte Wahrnehmung der eigenen Person als das was man ist, als die Persönlichkeit, lässt uns in unserer Lebensweise zu willenlosen, unzähligen Programmen und Unterprogrammen folgenden Wesen werden. Und bei der Verfolgung dieser Ideologie des Selbst als Persönlichkeit, sind wir angewiesen auf Glauben und Hoffnung, weil wir nicht verstehen, was wir tatsächlich sind und wie sich diese innere Struktur aus Gedanken, emotionen, gefühlen, Werturteilen und Bildhaften Illusionen und Projektionen der Wirklichkeit konstituiert und wie es funktioniert. Wir wagen den Schritt dieses Selbstverständnisses nicht, weil wir schon von diesen Glaubenssystemen und Strukturen abhängig geworden sind. Wir vertrauen unserem Glauben mehr, als unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit, sofern wir zu dieser klaren Wahrnehmung noch in der Lage sind. Kinder sind es beispielsweise, und daher versuchen wir nicht ganz ohne Grund, sie so lange wie möglich von der Wahrnehmung der Welt und der Wirklichkeit so wie sie ist fernzuhalten. Sie würden jeden Respekt und jede Hochachtung die wir ihnen anzuerziehen versuchen vor dem was wir als 'Erwachsene' sind, vor dem, was Menschen in unserem System 'werden' können, den Zielen, dem Status, den Werten des gesellschaftlichen Strebens, verlieren.

Zurück zu dem bewußten Verzicht, dem Rauchen und den Zusammenhängen der Selbstbeurteilung und der Selbstwahrnehmung, den Rechtfertigungskonstruktionen und den selbstverursachten, körperlichen Konsequenzen.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe mir durch die Erwartungshaltung aufgrund der Meinungen und Überzeugungen anderer, die ich in mein eigenes Persönlichkeitsbild übernommen habe ohne sie selbst zu prüfen von vornherein die Konsequenzen und Wirkungen meiner Erwartung festgelegt und tatsächlich erlebt also manifestiert habe, wie beispielsweise das Husten am Morgen, das je nach Stimmungslage, je nach meiner akzeptierten und erlaubten emotionalen Selbstaufgabe und der inneren Zerrissenheit in Selbstverurteilung und Beschuldigungen entweder auftrat oder überhaupt nicht vorhanden war, unabhängig davon wieviel ich am Abend zuvor geraucht hatte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe diese selbstverursachten und verstärkten Reaktionen, den Reizhusten und in der Folge des Selbstmitleids, der Opferhaltung und Selbstbeschuldigungen auch mal eine Erkältung oder andere leichte Erkrankung, wiederum zu benutzen um mich in Selbstaufgabe und frustrierter Selbstverurteilung tiefer in die Sackgasse der mentalen Sucht nach etwas das sich 'gut' anfühlt, nach etwas das mir eine Art Wiedergutmachung verschafft und das ich in Form des Rauchens als einen Teil meiner Persönlichkeit, meines Selbst und etwas dessen ich mir 'sicher' sein könne in mein Leben übernehmen kann, zu befördern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch die Tatsache dass ich geraucht und daher meinen Körper zu meiner eigenen Unterhaltung zusätzlich 'belastet' habe anstatt gerade mehr Sport zu machen aus einer bewußten, klaren Entscheidung heraus meinen Körper zu reinigen und den Kreislauf anzuregen, mich in selbstrechtfertigenden Gedanken vom Sport treiben abgehalten und demotiviert habe indem ich mir immer wieder vorhielt, dass ich nun sowieso nicht mehr 'gut genug' sei und dass mir der Sport damit auch keinen Spaß machen würde, ohne mir selbstehrlich vor Augen zu halten dass ich darin noch mehr in die selbstgerechte Denkweise hineingeraten bin, in die Sackgasse des egoistischen Belohnungsdenkens, dass alles was ich tue für mich etwas positives in Form eines guten Gefühls mit sich bringen müsse.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben, dass ich mich in jedem Moment in dem ich in innerem Dialog in inneren Konflikt, Selbstbeurteilung und Selbstbeschuldigung gehe mcih selbst zurückhole in diesen Moment, in den lebendigen Moment in dem Atemzug den ich mache und mir vergegenwärtige, dass ich in diesen inneren 'Persönlichkeiten' nicht mein Selbst bin, sondern meine Gedanken, Vorstellungen und fremdprogrammierte Wertkonzepte, dass ich mich zum Opfer dieser Strukturen die ich selbst generiere mache ohne Selbstkontrolle und ohne Selbstbestimmung, ohne dass ich tatsächlich Verantwortung zeige für mein Verhalten und dessen Konsequenzen.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben zu freien, eigenständigen Entscheidungen in jedem Moment, zu Selbstehrlichkeit und Selbstvertrauen das auf der Fähigkeit basiert mir selbst gegenüber vertrauenswürdig zu sein, indem ich mir nicht nur in der Einhaltung der Vereinbarungen mit mir selbst vertrauen kann, sondern auch in Momenten des Rückfalls nicht in Gedankenkonzepte der Selbstrechtfertigung und Entschuldigung, der Selbstverurteilung und Selbstverdammung verfalle, sondern mir selbst die Ursachen und die Strategien die zu dem Schritt geführt haben selbstehrlich zu vergegenwärtigen, zu analysieren, zu lernen, mich besser zu verstehen, die Wege und Mechanismen meiner eigenen Persönlichkeitsprägung zu analysieren und zu dekonstruieren um wahrhaft selbstbestimmt leben, entscheiden und handeln zu können.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als Mensch und als das Leben, dass ich die sportliche Betätigung, das Laufen, das Training, als eine den Körper und meinen Geist fördernde Betätigung nutze, um in der Bewegung und dem Atmen zu mir selbst zu finden und mit mir selbst zu sein, dass ich in direkter Kommunikation mit dem Moment als mein Körper bin und darin der lebendige Ausdruck des Lebens selbst, und nicht in erster Linie als Wettkampf mit mir selbst und dass ich die unterschwelligen Motivationen einer programmierten Persönlichkeitswahrnehmung in Relation mit irrationalen, manipulativen gesellschaftlichen Werten wie Schönheitsidealen und Männlichkeitsvorstellungen, Leistungsdruck und ständigem Vergleich in mir aufdecke und dekonstruiere, sie zurückführe auf ihre Wurzeln in meiner Persönlichkleitsprägung und mich am Leben und dem was für das Leben am besten ist in allem was ich tue neu ausrichte.

Ich fahre in meinem nächsten Blog weiter mit diesem Thema fort ...

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 27.02.2013


Donnerstag, 14. Februar 2013

Tag0004 - Prophetische Persönlichkeitsprogramme / Wahn und Wirkung : Geld

Urban Woodswalker / Art Photos / CC BY-NC-ND
"tied up in knots - an identity metaphor"
ein sehr treffender Titel dieses Fotos, der sehr schön die Strukturen und Systeme der Persönlichkeit, der Selbstwahrnehmung über die Gedanken, den Geist, die Erinnerungen und die Verknüpfungen zu den Emotionen, Erfahrungen, Vorstellungen, Wünschen und Erwartungen darstellt und wie wir uns in ihnen verstricken, uns selbst die Hände binden und fesseln...


Fortsetzung zu:


Wie in meinem letzten post beschrieben und schon angedeutet, hat mich die Selbstaufgabe an die Bewußtseinsprogramme wie der Suche nach persönlicher Erfüllung, Bedeutung und Sinn im Leben innerhalb der Systematik der Gesellschaft und Kultur auf einen Weg der langsamen aber sicheren Zerstörung meiner Möglichkeiten, meiner Lebensgrundlagen, also den absoluten Notwendigkeiten des Lebens wie Obdach, Nahrung, Gesundheitsvorsorge etc. geführt und ich habe sehr deutlich die niederdrückenden, beengenden und einschränkenden Mechanismen der absoluten Kontrolle über alles Leben in unserem Geldsystem erleben dürfen. Ich kann sagen erleben dürfen, weil ich diese Erfahrungen nutzen konnte um diese Methoden überhaupt erst zu verstehen, zu erkennen was hinter ihnen steckt und wieso sie den Menschen derart kontrollieren und sein Leben bestimmen. Diese Systeme, diese Methoden der Vernichtung, der unbrauchbar-Machung von Menschen sind keine fremden, äußeren Bedingungen. Wir sind tatsächlich als Menschen, als die Repräsentation und Projektion unserer Bewußtseinsprogramme selbst dieses System, wir sind immer die Bestandteile der als 'außen' empfundenen, uns kontrollierenden und bestimmenden Systeme. Daher ist auch jeder Versuch der 'Rebellion', des Kampfes 'gegen' die Systeme ein Irrweg und zum Scheitern verurteilt. Diese Art mit der Frustration und der Wut umzugehen ist im Grunde wieder nichts anderes als die Abkehr von sich selbst, von seiner Eigenverantwortung und der wahren Ursache der eigenen und der Situation vieler andere Menschen die man vielleicht zwar als inakzeptabel anerkennt, aber im Versuch sich als Kämpfer für das Gute oder die Freiheit von einer Unterdrückenden Macht darzustellen ohne die eigene Verantwortlichkeit an den Zuständen zuerst zu erkennen und zu akzeptieren ist ebenso aussichtslos als würde man gegen Windmühlen Kämpfen. Wir sind selbst Teil der Entwicklungsgeschichte der Systeme und müssen unseren Beitrag klar und deutlich zu erkennen versuchen, wir müssen die Strukturen und Systeme unseres eigenen Denkens bis zu ihren Wurzeln ergründen, zurückverfolgen und sie dort bearbeiten oder herausreißen aus unserer Identität als Person. Deshalb ist es nicht ausreichend, einfach nur die Ungerechtigkeiten, die Ungleichheit und das Sinnlose Elend zu erkennen um wirklich etwas verändern zu können. Es ist eben unbedingt notwendig sich selbst zu verstehen, da man erst dann auch die 'anderen' verstehen kann, und erst dann weiß man auch, was wirklich zu tun ist um die Welt verändern zu können. Verachtung, Ablehnung, Hass, und all ihre 'Derivate' wie Frust, Verzweiflung, Depression, Sarkasmus, sind spiegeln Ignoranz, wenn nicht sogar Angst wieder. Und genau diese Emotionen haben mich in meinem persönlichen 'Kampf' mit dem System jahrelang beeinflusst oder bestimmt. Immer dann, wenn der Leidensdruck für mich zu groß und nahezu unerträglich wurde, und auch mit den gesellschaftlich legitimierten Betäubungsmitteln wie Alkohol und Zigaretten nicht mehr zu überspielen war, habe ich eben versucht mir eine Nische innerhalb der kulturell und gesellschaftlich vorgegebenen Strukturen zu suchen, ich dachte ich könnte es vielleicht schaffen, wenigstens einen höheren sozialen Standard zu erreichen und dann würde es mir besser ergehen. Ich wußte aber nie wirklich, worin dieser Status tatsächlich bestehen oder worauf er begründen würde. Ich war mir nur darüber im Klaren, dass er mit Geld zusammenhing. Ich habe also versucht, einen 'höheren' Platz innerhalb der gesellschaftlich sozialen Strukturen zu erreichen, ohne zu erkennen, dass meine Persönlichkeit längst auf das was ich zu diesem Zeitpunkt mir erlaubt hatte zu werden eingestellt war, mit all den Lebensbereichen, den Bedürfnissen, Vorstellungen, Wünschen, dass mein Charakter überhaupt nicht darauf ausgerichtet war, erfolgreich in diesem System funktionieren zu können, weil ich eben aufgrund zahlreicher Erfahrungen und meinen ganz persönlichen Schlüssen und Selbstbeurteilungen bereits die Grundprogramme einer Versagenserwartung, der Selbstverurteilung und der Belohnung durch Wut und Verbitterte Frusthandlungen wie Betrinken oder mentale Ablenkungen anderer Art etabliert hatte. Und als diese Person, diese Vorstellung von mir selbst war es mir überhaupt nicht möglich, innerhalb der Systeme etwas zu erreichen, beziehungsweise das dann auch dauerhaft zu halten. Mal ganz davon abgesehen, dass sich die erwartete Erfüllung meiner eigenltlichen Wünsche aufgrund meiner Fehlbeurteilung ihrer Ursachen ger nicht eingestellt hätte. In dieser ignoranten Vorgehensweise kann man zwar durch 'Verkettung glücklicher Umstände' etwas erreichen und sogar einen gewissen 'Erfolg' haben, doch wird man nicht damit umgehen können, da der einzige Antrieb der darauf folgt von der Angst bestimmt sein wird, diesen wieder zu verlieren. Und darin offenbart sich eben die ursprüngliche Lüge dieses Gedankensystems, denn verlieren kann man ihn durchaus, und zwar in dem Moment in dem die Systematik andere Erfordernisse in den Vordergrund stellt und durch unser aller Erlaubnis die logischen Konsequenzen der Wirtschaftsordnung des stetigen Wachstums den Menschen als Ware und Ressource benutzen, so dass aufs gerade Wohl die errungene Lebensgrundlage wieder entzogen wird. Jobverlust, Geldverlust, Sozialer Verlust, in genau dieser Reihenfolge.
Doch zurück zu meiner Persönlichen 'Geschichte', ich will in diesem Blog nicht auf Details der Geschehnisse eingehen, doch anhand der bereits beschriebenen Muster habe ich mich in der Eskalationsspirale von Verzweiflung, Wut, Frust und Depression verrannt bis ich letztlich in völliger Resignation mit meinem Leben innerlich abgeschlossen hatte und mich vollends nur noch als Spielball der Umstände und sozusagen 'treibend' erlebt habe. Diese totale Aufgabe meiner Selbstbestimmung war letztendlich ausschlaggebend für den letzten großen Knall und das darauf folgende Erwachen. Und ich möchte, dass kein falscher Eindruck entsteht, denn mein Erwachen bezieht sich keineswegs darauf, dass ich endlich begriffen hätte wie toll unsere Systeme doch seien, und dass der von uns praktizierte Kapitalismus so viel Freiheit und Möglichkeiten bieten würde wie kein anderes System. Mein Erwachen war auch kein spirituelles, keine Erlösung im Sinne eines Gefühls oder einer Einstellung, auch wenn ich in meiner Verzweiflung verschiedene spirituelle Wege erprobt hatte. Mein Erwachen war ein Selbst erwecken, ein ganz realer, physischer Prozess. Die Entdeckung der Existenz als das, was ich bin, und zwar gleichermaßen mit allem. Es ist als ein Erwachen zu bezeichnen, weil alles was vorher mein Leben war, alles worum sich meine Gedanken drehten, meine Wertvorstellungen, mein Selbstbild, meine Verhaltensmuster, sich als nichts anderes herausstellte als ein eher schlechter Traum. Nicht die Welt ist eine Illusion, sondern das, was wir denken von uns und der Welt. Unsere Philosophien und Ideologien, die Versuche die einfache Wahrheit der Einheit und Gleichwertigkeit allen Lebens zu verhüllen sind nichts als Schall und Rauch. Das, was wir ganz real an Wirkung spüren, die Zwänge der Systeme, die Ausbeutung im Namen dieser Ideologien, das sind Konsequenzen unserer Schlafwandelei, unserer Taten aus dem illusionären Antrieb eines Traumes heraus, gepaart mit der primären Handlungsmotivation des Individuums in seiner Selbstwahrnehmung als Ich, als die Geschichte einer Person im Kontext seiner erlernten Wertvorstellungen: der Angst. Daher sind alle Konsequenzen unserer Lebensweise, unserer Gesellschaftssysteme und Kulturen, ein Resultat der Handlungs- und Denkweise jedes Einzelnen, und damit liegen sie auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, auch und vor allem die Konsequenzen, die einen selbst direkt betreffen. Und wenn die einzig wichtige Handlungsmotivation der Menschen die Angst ist, dann kann das Resultat daraus nur eine einzelkämpferische Separation sein, eine zerstörerische, ja nicht einmal Parasitäre Persönlichkeit die sich gegen alles wendet, was ihrem ganz persönlichen Wertungsmuster fremd ist oder entgegensteht, und das wird fast alles andere sein, da sie in ihrer illusionären, ich-bezogenen Verblendung immer einzigartig ist. Es lassen sich lediglich Schnittmengen Bilden, kleine Gruppierungen die sich dann in dem Bewußtsein des gestärkten Glaubens sicherer fühlen, dennoch sind die Geister der sie konstituierenden Mitglieder immer auf den Selbstzweck gepolt und in dieser Besessenheit sind sie auch untereinander nicht vertrauenswürdig, würden jeden anderen übervorteilen wenn sich die Möglichkeit dazu bietet, vor allem dann, wenn sie dabei unentdeckt bleiben können. Das ist ein offenes Geheimnis und lässt sich selbst in den von uns als besonders intimen Gruppierungen wie der Familie beispielsweise massenhaft nachweisen und erkennen.
Was hier aber von Belang ist, ist die Gedankensystematik die sich in all den Jahren der Selbsttäuschung entwickelt und meine Persönlichkeitsstruktur mitgestaltet hat, die ich ungefragt als meine Natur, meinen Charakter als unabdingbar hingenommen und akzeptiert habe, und dass ich in dem Konflikt den ich immer und immer wieder innerlich, im Geheimen mit mir selbst ausgetragen habe nicht die offensichtliche Lüge dieser Annahme erkannt habe, sondern mich mit und über diese Unsicherheit und diesen Zweifel überhaupt erst definiert habe. Das kann dann sogar so weit gegangen sein, dass man sich durch diesen Disput zweier unkontrollierter Gedankensysteme und das Hin und Her im Geiste sogar noch für einen besonders vernünftigen und verantwortungsbewußten Menschen hält, obwohl man in keinem Fall eigentlich sicher sein kann, wem man letztlich den 'Zuschlag' gibt, was die eigentlichen Motive dieser Instanz im Geiste sind. Es ist ein System, das aus zwei Untersystemen gebildet wird, ein fesselndes, beschränkendes Gedankensystem. Doch im Grunde ist es nur ein Programm, das dazu dient dieser Persönlichkeit, die ebenfalls ein Programm ist, genau das zu bescheren, genau in die Situation zu bringen, zu der sie bestimmt ist. Es ist eine lenkende Programmierung. Diese ist zweifelsfrei nur ein scheinbar banales Unterprogramm, eins von tausenden, doch sollte bezweifelt werden, ob man angesichts der unsagbar verwirrten, unglaublich ignoranten, realitätsfernen und selbstzerstörerischen Lebensweisen der Menschen von Banal sprechen kann, denn letztendlich setzt sich die ganze Identifikation des Menschen, der Person, des Charakters, aus hunderten solcher Programme zusammen.

Dieser Teil der Exploration wird nun doch etwas weiter führen als zunächst beabsichtigt, daher breche ich den heutigen Blog hier ab und führe ihn morgen fort um ihn zu beenden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich von eigens kreierten Gedankensystemen lenken und beeinflussen zu lassen, mich in meiner Selbstwahrnehmung als Produkt einer äußeren Systematik wahrzunehmen und in fatalistischer Weise meine Gedankenstrukturen, Wertgründe und emotionalen Reaktionsmuster als unveränderbar und naturgegeben einfach hinzunehmen ohne mir über ihre Kompatibilität mit dem künstlichen System der gesellschaftlichen Kultur, den sozialen Strukturen und Wertvorstellungen klar zu werden und darin die Einheit meiner Selbst mit dem System und als das System zu erkennen.


Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 14.02.2013

 

Dienstag, 12. Februar 2013

Tag0002 - "Wir sind nicht mehr Papst!"

Ammar Abd Rabbo / Foter.com / CC BY-NC-SA
Macht Macht Angst?

'Wir sind Papst!' - so titelte die Bild Zeitung am 20. April 2005 als Josef Kardinal Ratzinger zum Papst Benedikt XVI gewählt wurde. Es ist schon eine Faszinierende Prozedur diese Wahl. Eine Gruppe alter Männer schließt sich für mehrere Stunden oder gar Tage ein um eine 'geheime' Wahl zu vollziehen, bei der die Öffentlichkeit natürlich ausgeschlossen ist. Gewählt wird ein gläubiger Katholik, der dann als das Oberhaupt der katholischen Kirche und vertreter Christi auf Erden sein Amt betritt. Das ganze wird von der Weltöffentlichkeit, vor allem von der gläubigen, mit großem Interesse verfolgt. Was aber vertritt dieser Papst in seinem Amt in dieser Welt tatsächlich? Gehen wir oder die katholischen Gläubigen wirklich von der Vorstellung aus, dass dieser Mann Jesus Christus 'vertritt', also sozusagen direkt von Gott dazu berufen ist, hier 'auf der Erde' sein Wort zu vertreiben? Bezeichnend ist doch, dass der Reichtum und die durch Insignien, Schmuck und Kleidung repräsentierte Macht sehr weltlich anmuten und mit dem Leben der Figur dessen Stellvertreter er darstellen soll wenig bis gar nichts zu tun haben, ja vielmehr im krassen Gegensatz dazu stehen. Aber das ist ja auch nichts Neues, was viel interessanter ist, ist diese große Akzeptanz und das Interesse der Menschen in diese Figur und in das, was sie repräsentiert. Es ist fast schon ein Star-Kult, die Projektion von Hoffnungen und Wünschen in eine fiktive Person, eine Figur der man so etwas wie übernatürliche Eigenschaften zuschreibt, um für sich selbst eine Vorstellung aufrecht zu erhalten, die eigenen Enttäuschungen und Frustrationen des Lebens wären nicht vergebens und vielleicht würde man durch die Huldigung dieser Figur etwas von ihrer übernatürlichen Überlegenheit abbekommen.
Doch die Macht die das Amt des Papstes tatsächlich ausübt und repräsentiert liegt eben keineswegs in übernatürlichen Eigenschaften begründet, sondern in rein weltlichen, sehr realen und physischen Gütern, nämlich in der Macht des Geldes. Und diese Macht ist durch unser aller Akzeptanz und Zutun erst mächtig geworden, wir sind diejenigen die diesen augenscheinlichen Symbolen ihre Wirkung zuschreiben, unsere Interpretation unser Glaube und unser Bewußtsein als Menschen, die wir diese Strukturen akzeptieren gibt einem Amt überhaupt erst die Handlungsgewalt. Wir sind also dieser Geist, die Heilige Kraft die für diese Repräsentation verantworltich ist. Gleichzeitig mit der Projektion unserer Ängste, unserer Hoffnung und emotionalen Verunsicherung in diese fiktive Personifizierung einer Heilsfigur geben wir unsere Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit auf und legen sie in die Hände der Institutionen, in der Hoffnung sie wüssten besser als wir was gut für uns ist und sie könnten unsere Geschicke besser leiten als wir selbst. Dabei leiten wir sie die ganze Zeit selbst, sind allerdings der Illusion verfallen wir wären Opfer einer größeren Macht, die ja aber eben erst durch uns geboren wird, also im Grunde unsere eigene Macht ist, nur dass wir sie projizieren, versuchen sie abzugeben aus Angst vor der Verantwortung die mit ihrer Nutzung einhergeht. Doch wir sind weit davon entfernt von unserer Verantwortlichkeit befreit zu sein. Nur weil wir die Augen verschließen, verschwindet die Welt noch lange nicht. Und die Institutionen die wir geschaffen haben, denen wir Vertrauen als spräche Gott durch sie, als seien sie überlegene, dem Leben wohlgesonnene Vater- oder Mutterfiguren, haben ebensowenig gesunden Menschenverstand, ebenso wenig Einsicht und Verantwortungsbewußtsein wie diejenigen, die sich hoffnungsvoll an sie wenden. Und das überrascht natürlich nicht, denn Institutionen werden durch Ämter gebildet, die von Menschen besetzt werden, die sich in derselben Situation befinden wie alle anderen. Das heißt sie können ebenfalls nur ihre Ängste und Hoffnungen leben, indem sie entweder ebenso an eine übernatürliche Leitung glauben und nun sich selbst als Medium dieser Macht sehen, wie im Fall eines Papstes, oder aber unter Aufrechterhaltung des Scheins nach außen ihr Amt ganz bewußt im persönlichen Eigeninteresse ausnutzen.
Die 'Sache' mit dem Papst ist ein Schauspiel, eine lächerliche Scharade wenn man so will. Und es gibt kein Argument, das diese Heuchelei irgendwie rechtfertigen könnte. Der Glaube an die Kirche, an den Papst, an die Bibel oder an was auch immer hat noch nie in der Geschichte der Menschheit irgendetwas zum Besseren verändert, höchstens für die Machterhaltung der Eliten gesorgt, zur Machterhaltung durch die Anhäufung von Geld, durch die Ausbeutung der Ängste und Sorgen der Menschen und den Erhalt ihrer aussichtslosen Hoffnungen.
Und wenn ich dann im Radio wie heute morgen höre, dass der Papst angesichts seines Alters und seines Gesundheitszustandes von seinem Amt zurücktreten möchte, dann ist das ein zwar unnötiger, aber doch ein unumstößlicher Beweis seiner Machtlosigkeit.
Ein Kommentierender Sprecher im Radio hatte etwas gesagt, das mich überhaupt erst zu diesem Post inspiriert hat, nämlich dass die Macht des Papstes sich für ihn so beeindruckend dargestellt hätte bei einem seiner Besuche in einer Stadt in Deutschland, leider weiß ich nichtt mehr von welcher er sprach, doch das ist auch nicht so wichtig, und er sagte dass es unmöglich war auch nur in die Nähe der Innenstadt zu gelangen, ohne mehrfach kontrolliert und befragt zu werden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren immens und für diesen Sprecher eben so beeindruckend. Allerdings frage ich mich, was daran 'Macht' repräsentiert. Es sit doch vielmehr ANGST die hier überdeutlich gezeigt wird. ANGST ist doch kein Zeichen von Macht, ANGST ist doch vielmehr ein Zeichen von Ohnmacht. Nein, Angst ist die EINWILLIGUNG in die eigene Ohnmacht, die Abgabe der Verantwortung an eine übergeordnete Figur. Und genau das ist es, was diese Institutionalisierte Personifizierung des Glaubens und der Hoffnung, also menschlichen Eigenschaften die aus Selbstaufgabe, Angst und Verzweiflung entstehen, tatsächlich darstellt: OhnMacht. Die Ohnmacht des vergeistigten Menschen, des isolierten Glaubens an eine Existenz des Übernatürlichen, Überirdischen, das mich irgendwie von der Bürde meiner Mitverantwortlichkeit für das Leben auf dieser Erde befreit.
Die Gottheit die tatsächlich alles in der Hand hat und die Entscheidungen der Menschen, und damit auch die der Institutionen und machhabenden Ämter bestimmt ist das Geld. Alles folgt den Prinzipien des Geldsystems so wie wir alle es akzeptieren und zulassen. Wir haben uns unseren eigenen Gott geschaffen und glauben nun an die Bestimmung hinter der Systematik. Doch diese Bestimmung dient nur der Abwendung von unumstößlichen, ganz realen Wahrheiten, nämlich den Gesetzen der Konsequenz des Handelns, und der Verantwortlichkeit des Handelnden. Keine märchenhafte Vorstellung wird uns je davon befreien. Und durch diese Glaubenssysteme, welcher Art auch immer, nehmen wir uns selbst die Möglichkeit, die Konsequenzen abzuwenden, die im Grunde für uns alle inakzeptabel sein müssen: Die Zerstörung und Ausbeutung allen Lebens im Namen der Gier, des Reichtums einiger weniger, im Namen des Profits und der Selbstsucht, alles Prinzipien des Geldsystems, unserer Kreation als göttliche Macht auf Erden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, auch wenn ich kein gläubiger Christ, kein Katholik oder ähnliches bin oder je war, die Prinzipien dieser Glaubenssysteme mit zu tragen und zu stützen durch die Selbstaufgabe durch die Hoffnung auf Erlösung von Eigenverantwortung durch mächtige Institutionen, durch meinen Glauben an etwas das verantwortlich dafür ist, dass irgendwie alles zu einem guten Ende oder Sinn führen würde, dass der Mensch sich ganz von allein entwickeln und seine zerstörerische, selbstgefällige Natur überwinden würde, ohne zu erkennen, dass genau diese Untätigkeit und Ablehnung der eigenen, gestalterischen Verantwortlichkeit für und als das Leben diese Vorstellung von mächtigen Institutionen und ihre Implementierung erst möglich macht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass ich mir angesichts der für mein fremdgeprägtes Ego unangenehmen Konsequenzen der Realität unserer Lebensweise, unserer Kultur, über viele Jahre ebenso ein 'Glaubenssystem' geschaffen habe, das das Fortführen meines selbstsüchtigen Handelns für mich rechtfertigte, das es mir ermöglicht hat in Ignoranz zu leben und mich von den wahrhaftigen Konsequenzen meiner Akzeptanz dieser Systeme immer wieder abgelenkt hat, so dass ich mich der Eigenverantwortlichkeit für das Leben aller nicht stellen musste.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als das Leben hier und jetzt gerade zu stehen für das, was ich erlaubt und zugelassen habe, die bestehenden Bedingungen als Konsequenz meiner Erlaubnisse zu akzeptieren und zu erkennen, worin meine Beteiligung an den inakzeptablen Systemen menschlicher Kultur und Gesellschaftsformen liegt, sie zu analysieren und zu dekonstruieren um in Akzeptanz meiner Verantwortlichkeit mich selbst am Leben neu auszurichten.

Wege aus der Verlorenheit im Geiste, zurück ins Leben HIER:

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tag 67 - Bin ich Leben? (Teil 1)



Ich blicke zurück auf die vergangenen Jahre meines Lebens, ich betrachte meine Erinnerungsfenster an diese Zeit. Ich sehe mich in verschiedenen Situationen, in angenehmen und unangenehmen. Doch alles in allem überwiegen die unangenehmen und selbst die scheinbar angenehmen Erinnerungen haben vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet einige unangenehme Konnotationen, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in mein Bewußtsein vorgedrungen waren. Doch ich spüre keine Reue, ich bin nicht traurig oder verstimmt. Ich hatte eine gute Kindheit, sie war nicht perfekt, aber vergleichsweise angenehm. Ich meine, wenn man sie mit der eines Kindes in Bangladesh, eines Kindersoldaten oder der eines Opfers sexuellen missbrauchs vergleicht. Ich weiß dass das etwas übertrieben polemisch klingen mag, aber ich weiß was ich da sage. Wir sind in unserem Land grundsätzlich immer davon ausgegangen, dass wir viel weiter, zivilisierter und auch 'vernünftiger'im Umgang mit dem Leben, mit uns selbst und mit den Kindern seien als das in vielen anderen Ländern, ärmeren Ländern der Fall sein mag. Doch muss man diesen Standpunkt erst einmal hinterfragen, wie so viele Annahmen die wir für selbstverständlich nehmen in unserer westlichen, noch zu den 'Reichen' zählenden Welt, wie zum Beispiel die Mär vom fairen und gesunden Wettkampf des Marktes, der Möglichkeit durch reinen Fleiß und Eigenbeteiligung zu Wohlstand kommen zu können, die Heuchelei des Mitgefühls und der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, des Zusammenhalts in der Gemeinschaft, zum Beispiel innerhalb eines Landes, und so weiter und so fort. All diese Ideen und Ideologien scheinen zwar in Gedanken vorhanden zu sein, werden aber so gut wie nie tatsächlich, äußerlich umgesetzt. 

Was wir aber tun ist, wir versuchen uns ein kleines, eigenes Universum zu schaffen, in dem wir in überschaubarer, kontrollierter Weise diese 'Ideale' versuchen umzusetzen und zu wahren, zum Beispiel in der Familie, im Freundeskreis, in kleinen Gruppierungen jeglicher Art, in denen wir versuchen uns abzutrennen vom großen Ganzen, in naiver Weise den Glauben aufrecht erhalten, dass wir in dieser Blase die 'letzte Hoffnung' sind, die 'Träger' der menschlichen Werte, sie verteidigend und wahrend gegen alle und jeden, und damit natürlich auch unser Vorgehen gegen alle und jeden legitimieren können. Das ist eben der Interessante Aspekt, dass wir sofern erfolgreich und vom Glück begünstigt die Werte unserer Lebensweise hochhalten, es für etwas 'gutes' halten, sich gegen anere mit allen Mitteln durchzusetzen, scheinheilig mit den Schultern zucken und statuieren, dass dies nun einmal die Natur des Menschen sei, - sobald aber diese Natur in ihrer hinterhältigen, schändlichen und zerstörenden Auswirkung Einzug in die eigenen Reihen der abgeschotteten 'Familie' beispielsweise Einzug erhält, dann sieht unser Verhalten plötzlich ganz anders aus, auf einmal versuchen wir diese Dinge zu bekämpfen, versuchen uns vor unserer 'Natur' zu schützen, sie loszuwerden und zu verteufeln, nur um unsere kleine Blase der Illusion einer heilen Welt für uns allein zu schützen. Doch diese wird niemals dauerhaft sein, denn es liegt nun einmal tatsächlich in der Natur einer Blase, dass sie irgendwann zerplatzt. 

Warum, wenn wir denn überhaupt noch einen Sinn für das haben, was wir wirklich brauchen als Menschen und als Leben, können wir dann nicht erkennen, dass wir diese Dinge nicht abgetrennt, in reinem Selbstinteresse nur für uns und höchstens noch unsere Familien umsetzen können, während wir weiter in einem ausbeuterischen, ungerechten System der Ungleichheit und der Ausnutzung dieser Ungleichheit leben? Denn offensichtlich sind alle Dinge die wir zu uns nehmen, mit denen wir unsere Bedürfnisse decken, immer behaftet mit der Niederträchtigkeit und Hinterhältigkeit mit der sie 'erwirtschaftet' wurden. Selbst die nötigsten, die Grundbedürfnisse deckenden Waren, die Nahrung, das Land, die Gebäude, die Energieversorgung, alles ist beseelt vom Geist des Geldes und dem Geist des Profits, besetzt mit dem Geist des 'Besitzens' und 'Verkaufens', behaftet mit dem Geist der Ungleichheit, ungerechtfertigt, inakzeptabel, aber erlaubt und zugelassen von uns allen. Warum? Weil wir wahnsinnig sind und an eine irreale Ego-Welt glauben, wir sind, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, in unserer Persönlichkeitsidentifikation tief hinten, verdeckt, bewußt ignoriert und verborgen, tatsächlich davon überzeugt, dass das Universum sich für uns als diese Person interessiert, dass es für diese Gedanken als die wir uns identifizieren eine Bestimmung höherer Güte gäbe, dass wir gerechtfertigt sind in unserer Selbstaufgabe, unserer feigen Vorteilssuche, unserem Selbstinteresse, weil es um diese Ätherische Wesenheit unserer Vorstellung ginge, die über allem steht, auf magische Weise. In dieser nicht einmal kindlich naiven, sondern eher bewußt gewählten Blödheit kurven wir durch das Leben, verantwortungslos, blind, ignorant und in höchstem Maße schädlich für alle.

Wann immer du also verärgert, traurig oder verzweifelt bist weil irgendetwas in deiner persönlichen Geschichte und der deiner Familie nicht ganz nach dem Drehbuch läuft, wann immer ein Ereignis für eine tragische Wendung in der schein-heilen Welt deiner eingeschworenen 'Gang' deines Umfeldes sorgt und du wütend wirst, verantwortliche suchst oder nach Rache sinnst, dann versuche dir klarzumachen, dass es einfach nur die Wirklichkeit ist, die dich eingeholt hat - so wie sie das immer tun wird. Denn du bist ein Teil dieser Wirklichkeit, ein Teil dieser Welt, so wie sie ist, mit all den Rücksichtslosigkeiten, all den Gewalttaten, der Akzeptierten, bewußten Übervorteilung anderer, der Heuchelei, Hinterhältigkeit und Niederträchtigkeit der von uns selbst als 'menschlich' akzeptierten Natur. Du hast versucht dich davonzustehlen und musst nun einsehen, dass das was in jeder Minute, jeder Sekunde anderen widerfährt auch dir widerfahren kann und wird. All das was vermeidbar gewesen wäre und eine absolut unnötige Konsequenz unserer Ignoranz und Feigheit ist, liegt in deiner Verantwortung. Da gibt es kein Versteck, kein geheimes Kämmerlein in dem du 'dein Ding' machen kannst, unbehelligt und unbeeindruckt von der Wirklichkeit des Lebens. Allein unser selbstgeschaffener Gott Geld kann dich auf gewisse Weise und für eine gewisse Zeit vor den Konsequenzen schützen, bzw. dich von ihnen abschotten, wenn du ihn dir zu eigen machst....
Aber sich sicher und gerechtfertigt zu fühlen in dieser Position des grausemen Parasiten wäre mehr als naiv. Wir sind eins und wir handeln immer als eine Einheit, egal ob wir uns dessen wirklich bewußt sind oder nicht. Auch wenn wir versuchen 'gegen' das System zu handeln belügen wir uns selbst, und handeln immer 'für' das System, denn wir sind das System. Wir können nur eins tun: uns unserer individuellen Verantwortlichkeit für das Leben vollends bewußt werden und uns vor uns selbst entscheiden, wofür wir dieses Leben einsetzen möchten, ob wir uns für die Lüge der Separation als eigenständige Wesenheit Ich, als abgetrennte Familie oder Gruppe aufopfern wollen in einem dauernden Überlebenskampf um die Energiemomente selbstgefälligen Erlebens, im Konsumkampf um die symbolischen Güter um sich seiner Existenz als Idee sicherer zu werden nur um letztendlich völlig aus diesem Leben zu verschwinden wenn der Körper sich auflöst, oder aber für das Leben selbst, also für uns selbst, in einer fortwährenden Einheit, in der Akzeptanz der Gleichwertigkeit allen Lebens und der grundsicheren Einigkeit in der Akzeptanz der Bedürfnisse aller, für eine Zukunft die wirkliche Entwicklung des Lebens, produktive Entfaltung der Möglichkeiten und Fähigkeiten bedeutet, in einer Endlosigkeit, mit einer vertrauensvollen Sicht in die Zukunft der Generationen, ohne sich auf die beschränkte Vorstellung einer kurzen Periode der Persönlichkeit aus einer Anhäufung von Erfahrungen als Erinnerungsgedanken ohne Wert, ohne Lebendigkeit allein zu reduzieren.

Nun ja, diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Doch so individuell und Personenbezogen das auch klingen mag, diese Entscheidung eines jeden Einzelnen wird bestimmend sein für das Überleben, vor allem auch das wie des Überlebens aller, worin sich wiederum das Prinzip der Einheit des Lebens in seiner ganzen Auswirkungsfähigkeit zeigt. 

Fortsetzung folgt...



Donnerstag, 11. Oktober 2012

Tag 60 - Mensch und Leben: Selbstmissbrauch - der Verzehr des Lebens durch den Geist (Teil 2)

h.koppdelaney / Free Photos
Wenn man oberflächlich und unüberlegt versucht die menschliche Ignoranz gegenüber offensichtlichen Tatsachen zu beschreiben, dann könnte man von einer kleveren Verschlagenheit sprechen, man könnte glauben, dass es ein hohes Maß an Schläue erfordert, sich selbst immer wieder so geschickt zu belügen. Doch das ist ebenfalls eine selbsttäuschende Beobachtungsweise, denn sie sieht nicht weit genug in den eigenen Geist hinein. Die Wahrheit ist nämlich, und hier, an dieser Stelle der Entscheidung zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit fallen auch die allerletzten sich im Glauben an ihre 'Gutartigkeit' und ihren 'kritischen Geist' als Opfer und Gegner der Syteme und als 'Freunde des Lebens' oder gar der 'Liebe' darstellenden Menschen in den Abgrund der Selbsttäuschung und entpuppen sich als Fassaenschmierer, dass wir uns immer und in jedem Moment der Selbsttäuschung über diese Entscheidung bewußt sind. Wir wissen, jeder für sich, ganz genau wo wir stehen, was unsere wahre Absicht ist, dass wir letztendlich nur unserem Selbstinteresse dienen, dass wir uns über die Konsequenzen unserer Hingabe an das System und die Mittäterschaft an allen verheerenden, lebensfeindlichen, tödlichen Folgen unserer fortlaufenden Entscheidung für die Selbsttäuschung, gegen das Leben und gegen unser Selbst absolut im klaren sind. Wir wissen es in jedem Moment der bewußten Selbsttäuschung - und dennoch stoppen wir es nicht. Und das ist die eigentliche verwerfliche Handlung, das ist der Punkt an dem wir das Vertrauen in uns selbst korrumpieren und uns zu manipulierbaren, verängstigten Sklaven einer äußeren Struktur machen, die wir selbst geschaffen haben und die uns nun unterjocht. An die wir uns hängen wie an den Rockzipfel einer Übermutter, wir lassen sie für uns die Entscheidungen treffen, lassen uns durch sie leben und glauben so an unsere Freiheit von jeglicher Verantwortung.
Doch genau aus diesem Grund, weil wir immer genau wissen was wir tun, wenn wir uns für die Selbsttäuschung entscheiden, genau aus diesem Grund sind wir immer selbst verantwortlich, in jedem Moment des Lebens, für das was wir kreieren, was wir durch unsere Lüge die wir leben erlauben und zulassen zu existieren und zu geschehen, jeder Einzelne ist verantwortlich und kann niemals gerechtfertigt mit dem Finger auf andere zeigen. Es ist einfache Mathematik, alles lässt sich zurückverfolgen zu seiner Ursache, jeder ist verstrickt in dieses System der gedanklichen Selbstrechtfertigung und des Selbstbetruges und somit trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass dieses System der Lügen uns weiter bestimmt und unter sich zwingt.
Aber selbst wenn es 'persönlich' wird, wenn die Konsequenzen dieser Unverantwortlichkeit gegenüber sich selbst und dem Leben einen Menschen plötzlich persönlich treffen, seine eigene Existenz bedrohen so wie sie zuvor und währenddessen hunderte andere Existenzen bedroht und zerstört hat, selbst in diesem Moment ist es den wenigsten möglich sich offen gegenüberzutreten und endlich Selbstehrlichkeit an den Tag zu legen, endlich für sich und das Leben geradezustehen. Stattdessen wird die Lüge und der Selbstbetrug immer weitergesponnen, es werden scheinlogische Nebensysteme erschaffen, Gedanklich scheinbare Zusammenhänge hergestellt die es dem geblendeten Verstand möglich machen schuldige Verursacher dieser Situation zu erfinden. Ein abgekapseltes, vom Gesamtbild diffus abgetrenntes System kleinerer Zusammenhänge, immer schön darauf bedacht die Verbindungen zum Gesamtbild nicht zu beachten, sie im Geist zu kappen. Kurzgedacht, Beschränkt und in sich geschlossen wird dieses mentale 'Kind' des Bewußtseins gehegt und gepflegt, wie eine Blase im Geist mit sich herumgetragen und immer dann hervorgeholt und betrachtet wenn es darum geht, selbstsüchtiges Verhalten zu legitimieren oder aber Begründungen und Erklärungen zu finden für eigene Fehlschläge, Misserfolge oder gar bedrohliche Lebenssituationen. Ein gutes Beispiel ist hier die griechische 'Finanzkrise' , die Griechenland zum mentalen, emotionalen Sandsack der Frustration der Menschen hat werden lassen, ein Land, das die Generalschuld zu übernehmen hat für die verheerenden Konsequenzen und das unausweichliche Scheitern eines absurden Finanzsystems, das wir alle zugelassen, akzeptiert und unterstützt haben, so lange wir nur unser Selbstinteresse darin befriedigen konnten. Alle haben wir gewußt wie sich ein solches System entwickeln muss, wir wissen alle, dass wir ein Geldsystem haben das auf Schulden und einem Imaginären Geldwert basiert, und dass es Griechenland nun zuerst 'erwischt' ist lediglich ein Zufall. Gut nur, dass wir dieses Land und seine gesamte Bevölkerung für jeden weiteren, ohnehin vorprogrammierten Fall verantwortlich machen können und uns wieder einmal vor uns selbst, vor unserer Einsicht in Selbstehrlichkeit und vor unserem eigenen, gesunden Menschenverstand verstecken können. "Schuldenkrise", jedes verdammte Land befindet sich in einer Schuldenkrise, kein einziger Staat könnte jemals seine Schulden 'zurückzahlen', mal ganz davon abgesehen, dass dieses Geld ja überhaupt nicht existiert. Wir haben es aber geschafft uns so sehr von unserem Verstand abzuklemmen, dass wir innerhalb auswegloser Verschuldung noch eine zusätzliche Graduierung geschaffen haben, die die Länder und Regierungen einteilt in 'weniger' oder 'mehr' oder 'vollends' hoffnungslos verschuldete. Absurd, in der Tat.
Es ist ja auch überhaupt nicht so gedacht in diesem von uns allen so gepriesenen Geldsystem dass ein Staat seine Schulden zurückzahlt, denn die Schulden sorgen ja überhaupt erst dafür, dass Geld in Form von digitalen Zahlen entsteht und unter denjenigen die mit diesen Zahlen jonglieren und spekulieren verteilt werden kann. Aber das ist ein eigenes Thema auf das ich vielleicht später eingehen werde.
Die Selbsttäuschung und die Selbstaufgabe, die ohne die Selbsttäuschung durch mentale Konstrukte garn nicht auszuhalten wäre, sind die Anzeichen für die Unmündigkeit und die Würdelosigkeit des Menschen, überall auf der Welt und in allen vom kapitalistischen Geldsystem betroffenen Kulturen. Er ist nicht bereit den Schritt zur verantwortlichen Übernahme seiner eigenen Rechenschaftspflicht vor dem Leben, also vor sich selbst, zu gehen. Wir stehen vor dem Dilemma, dass wir uns unserer Lebensgrundlage beinahe schon vollständig beraubt haben und nun auf eine Zeit zugehen in der es entweder zur völlgen Zerstörung des menschlichen Lebens, zu totalem Chaos im Überlebenskampf der Ideologisch verblendeten Geister kommt, oder aber mehr und mehr Menschen die bisherige Lebensweise, die von Gedanken, Ideologien und reinen Imaginationen geleitete Lebensweise in Anbetracht ihrer lebensbedrohlichen Konsequenz nicht mehr akzeptieren und sich in gegenseitiger Erkenntnis und Anerkenntnis als gleichwertiges Leben zusammentun um eine neue Welt, einen neuen Menschen, wahrhaft selbstbestimmt, individuell, vertrauenswürdig, unbestechlich, dem Leben loyal und standhaft zu gestalten. Dise Möglichkeit besteht, diese Fähigkeit haben wir. Das ist die Macht, die Kraft die jedem einzelnen innewohnt. Wir können hier und jetzt, in diesem Atemzug damit beginnen, uns selbst zu entlarven, uns zu deprogrammieren, von der Vergangenheit zu befreien und uns von diesem Augenblick an neu auszurichten, neu zu gestalten anhand der Prinzipien des gleichwertigen Lebens, in verantwortungsbewußter Vorausschau, für uns, für unsere Kinder, deren Kinder und für das Leben im Allgemeinen.
Ein Weg dorthin muss hier bei uns, den bis dato noch privilegierten Teilen der Menschheit beginnen, hier wo die Menschen noch genug Luft und Raum zum atmen haben, sich dieser Verantwortung für das Leben bewußt zu werden und dies umzusetzen, praktikable Lösungswege zu finden um für alle Menschen gleichermaßen die Bedingungen zu schaffen, dass sie ebenfalls in die Lage versetzt werden sich mit sich selbst und ihrer Identität als Mensch auseinanderzusetzen, dass sie nicht in dem aus Angst und Not geborenen Glauben aufwachsen sie müssten denen nacheifern, die im Grunde die Hauptursache ihres Leidensweges sind, dass sie nicht mehr von der Not des nackten Überlebens gedrängt durchs Leben geschleift werden, sondern neue Wege beschreiten können, und wenn wahrhaftig der Wille da ist diese Ungleichheit zu beenden und sie auch für alle anderen zu beenden, dann gibt es nur eine Entscheidung, nur eine Agenda, nämlich den Weg, der als Resultat das Beste für alle hergibt. In jeder Entwicklung muss dieses Prinzip als Grundlage gelten, sie muss für alle von Vorteil sein, sie muss lebensfördernd sein, bedingungslos, sonst ist sie lediglich ein Betrugsversuch einiger weniger, ein Versuch der Ausbeutung, der Vorteilsnahme auf Kosten anderer und somit inakzeptabel für das Leben, für uns alle als Menschen.

Es kann aber nicht oft genug betont werden, dass es hier nicht 'die Schuldigen' gibt, es gibt nicht 'die Liga der Bösen' die uns alle mit Gewalt unterjochen. Wir tun es als Menschen, als Menschheit selbst, nahezu überall auf der Welt.Wir geben uns selbst auf, jeder für sich und in jedem Moment. In jeder Anklage, in jedem Anspruch getrennt zu sein vom Ganzen, vom Leben und Teilen des Lebens liegt die willentliche unterstützende Tat für die Verlorenheit der Menschheit. In jedem Ausspruch der Beschuldigung liegt die freiwillige Selbstaufgabe und die Feigheit die letztlich all das möglich macht, was als Konsequenz die Ausbeutung, Zerstörung und die Sinnlose Quälerei des Lebens zur Folge hat. Es ist ei einziger, wesentlicher Punkt, der uns als Menschen von wahrhaftiger Entwicklung abhält, die Ablehnung der Eigenverantwortung bei gleichzeitigem Verlust der Selbst-Sicherheit, die wiederum Angst verursacht welche uns dazu treibt uns unvollkommenen Ideologien und Wertideen anzuschließen, uns in Gruppen eine scheinbare Sicherheit zu verschaffen, uns zu verbergen hinter den Entscheidungen und Taten einer 'Masse', und dennoch bleibt diese Gruppe, diese 'Masse', sei es eine Partei, ein Verein, eine Modeszene, ein Land oder eine ethnische Gruppe, vom selben Prinzip und dersleben Systematik bestimmt wie der individuelle Geist, es bildet sich ein Organismus mit einem gemeinschaftlichen Bewußtsein in der Form, dass jeder seine Beteiligung durch die Zuführung seiner unterstützenden Energie durch seine gedankenbedingten Handlungen beiträgt. Und diese Gruppenmentalität ist wiederum aufgrund ihrer naturbedingten Unvollkommenheit in der Existenz von Angst und Unsicherheit durchsetzt und in seiner Sucht nach Bestätigung, Macht und Anerkennung rücksichtslos eigensinnig und von Selbstinteresse, diesmal der Gruppe, bestimmt.
Es wird immer deutlicher, warum die Menschen auch in noch so ausgeklügelten Organisationen verbunden niemals wirkliche Veränderung oder Entwicklung durchlaufen haben. Die Mechanischen Fähigkeiten und alle 'Errungenschaften' des technischen Fortschritts beispielsweise sind nicht wirklich als Weiterentwicklung der Menschen oder des Lebens zu betrachten. Sie sind das Ergebnis missbrauchter Fähigkeiten und dienen weiterhin nur dem Selbstinteresse des Einzelnen und in unserem System der Ungleichheit dem Selbstinteresse der Macht, der Mächtigen, also der Menschen, die die durch unsere Systeme zur Verfügung gestellten Positionen besetzen. Und dabei handelt es sich nicht um 'mächtige Menschen', sondern um Menschen so wie wir uns als Menschen entwickelt haben, gleich und eins mit allen anderen, lediglich durch äußere Umstände, Glück durch Geburt und daraus resultierender Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten als Mensch zum Selbstzweck einzusetzen sind sie in die Positionen innerhalb der Strukturen unserer Organisationen versetzt, die ihnen diese Macht verleihen. Das macht niemanden zu einem mächtigen Menschen, sondern er bleibt ein abhängiger Scherge des Systems, wie wir es alle sind.
Doch wir sind eben nicht bereit, die Macht der Eigenständigkeit zu übernehmen. Außerdem ist sie für den Einzelnen als Ego auch wenig attraktiv, denn sie taugt nicht zum Missbrauch. Die Macht die die eigenständige Entscheidung zum eigenverantwortlichen und selbstehrlichen Leben einem verschafft ist die Macht des Lebens selbst und sie hat die selbstbestimmte Selbsterkenntnis in Einheit und Gleichheit das Leben zu sein zur notwendigen Voraussetzung. Dennoch ist sie die einzige Macht die beständig ist und die dem Leben zum Durchbruch verhilft. Es ist die Macht über dich selbst als Mensch und als Leben.

Fortsetzung folgt...