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Sonntag, 19. Mai 2013

Tag0092 - Warum Schreiben? (Teil 3) Eigenverantwortliche Selbstbestimmung

Dana Lookadoo - Yo! Yo! SEO / Foter.com / CC BY




Fortsetzung zu Tag0091 - Warum Schreiben? (Teil 2) Überzeugung und Liebe...



Blog vom 13.05.2013

Andererseits geht es auch nicht nur um Subjektivität. Denn die Selbstoffenbarung des Schreibens in erbarmungsloser Selbstehrlichkeit legt eben genau die Strukturen des menschlichen Bewusstseins frei, die allen Menschen gleichermaßen gemein sind. So kann sich in den Texten durchaus jeder selbst erkennen, sofern er eben in selbstehrlicher Selbstschau den Text als das was er ist liest, und nicht von voyeuristischen Motiven angetrieben ist.

Die Grundlage der eigenen Entscheidungen und des eigenen Lebensweges muss – abgesehen von den notwendigen Anpassungen an die  Umgebungsbedingungen – immer die eigenverantwortliche Selbstbestimmung sein.  Jede andere Wahrnehmung ist ein Selbstbetrug und ein Versuch sich vor der unabdingbaren Verantwortung zu verstecken die man als Mensch, als das Leben für das Leben trägt, ob man sie bewusst annimmt oder nicht.

Diese Akzeptanz der Eigenverantwortung ist der einzige Weg einen würdevollen Umgang mit der Bürde des menschlichen Bewusstseins zu praktizieren. Und eine Bürde ist es ganz offensichtlich. Der Mench ist weder reif noch weise genug um mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten eigenständig und verantwortungsbewusst umzugehen. Er hat noch unheimliche Angst vor seinem eigenen Potential und aus dieser Angst heraus missbraucht er es zu eigennützigen Zwecken in rücksichtsloser  und kurzgedachter Weise. Die Angst selbst versteht er nicht enmal und er nutzt auch seine Fähigkeiten nicht um sie verstehen zu lernen, sondern er projiziert seie Angst in alle möglichen Objekte seiner Wahrnehmung. Die Objekte können andere Menschen, bestimmte Umstände, Eigenschaften, Orte, Situationen, alles sein das ein Mensch sich in seiner Bewusstheit vorstellen kann. Er projiziert seine Angst in diese objektivierten Wahrnehmungen und sieht  den Ausweg aus dieser Angst in der Beseitigung oder Vermeidung eben dieser objektivierten Wahrnehmung in die er seine Angst hineinprojiziert hat.

Fortsetzung folgt...



Dienstag, 12. Februar 2013

Tag0002 - "Wir sind nicht mehr Papst!"

Ammar Abd Rabbo / Foter.com / CC BY-NC-SA
Macht Macht Angst?

'Wir sind Papst!' - so titelte die Bild Zeitung am 20. April 2005 als Josef Kardinal Ratzinger zum Papst Benedikt XVI gewählt wurde. Es ist schon eine Faszinierende Prozedur diese Wahl. Eine Gruppe alter Männer schließt sich für mehrere Stunden oder gar Tage ein um eine 'geheime' Wahl zu vollziehen, bei der die Öffentlichkeit natürlich ausgeschlossen ist. Gewählt wird ein gläubiger Katholik, der dann als das Oberhaupt der katholischen Kirche und vertreter Christi auf Erden sein Amt betritt. Das ganze wird von der Weltöffentlichkeit, vor allem von der gläubigen, mit großem Interesse verfolgt. Was aber vertritt dieser Papst in seinem Amt in dieser Welt tatsächlich? Gehen wir oder die katholischen Gläubigen wirklich von der Vorstellung aus, dass dieser Mann Jesus Christus 'vertritt', also sozusagen direkt von Gott dazu berufen ist, hier 'auf der Erde' sein Wort zu vertreiben? Bezeichnend ist doch, dass der Reichtum und die durch Insignien, Schmuck und Kleidung repräsentierte Macht sehr weltlich anmuten und mit dem Leben der Figur dessen Stellvertreter er darstellen soll wenig bis gar nichts zu tun haben, ja vielmehr im krassen Gegensatz dazu stehen. Aber das ist ja auch nichts Neues, was viel interessanter ist, ist diese große Akzeptanz und das Interesse der Menschen in diese Figur und in das, was sie repräsentiert. Es ist fast schon ein Star-Kult, die Projektion von Hoffnungen und Wünschen in eine fiktive Person, eine Figur der man so etwas wie übernatürliche Eigenschaften zuschreibt, um für sich selbst eine Vorstellung aufrecht zu erhalten, die eigenen Enttäuschungen und Frustrationen des Lebens wären nicht vergebens und vielleicht würde man durch die Huldigung dieser Figur etwas von ihrer übernatürlichen Überlegenheit abbekommen.
Doch die Macht die das Amt des Papstes tatsächlich ausübt und repräsentiert liegt eben keineswegs in übernatürlichen Eigenschaften begründet, sondern in rein weltlichen, sehr realen und physischen Gütern, nämlich in der Macht des Geldes. Und diese Macht ist durch unser aller Akzeptanz und Zutun erst mächtig geworden, wir sind diejenigen die diesen augenscheinlichen Symbolen ihre Wirkung zuschreiben, unsere Interpretation unser Glaube und unser Bewußtsein als Menschen, die wir diese Strukturen akzeptieren gibt einem Amt überhaupt erst die Handlungsgewalt. Wir sind also dieser Geist, die Heilige Kraft die für diese Repräsentation verantworltich ist. Gleichzeitig mit der Projektion unserer Ängste, unserer Hoffnung und emotionalen Verunsicherung in diese fiktive Personifizierung einer Heilsfigur geben wir unsere Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit auf und legen sie in die Hände der Institutionen, in der Hoffnung sie wüssten besser als wir was gut für uns ist und sie könnten unsere Geschicke besser leiten als wir selbst. Dabei leiten wir sie die ganze Zeit selbst, sind allerdings der Illusion verfallen wir wären Opfer einer größeren Macht, die ja aber eben erst durch uns geboren wird, also im Grunde unsere eigene Macht ist, nur dass wir sie projizieren, versuchen sie abzugeben aus Angst vor der Verantwortung die mit ihrer Nutzung einhergeht. Doch wir sind weit davon entfernt von unserer Verantwortlichkeit befreit zu sein. Nur weil wir die Augen verschließen, verschwindet die Welt noch lange nicht. Und die Institutionen die wir geschaffen haben, denen wir Vertrauen als spräche Gott durch sie, als seien sie überlegene, dem Leben wohlgesonnene Vater- oder Mutterfiguren, haben ebensowenig gesunden Menschenverstand, ebenso wenig Einsicht und Verantwortungsbewußtsein wie diejenigen, die sich hoffnungsvoll an sie wenden. Und das überrascht natürlich nicht, denn Institutionen werden durch Ämter gebildet, die von Menschen besetzt werden, die sich in derselben Situation befinden wie alle anderen. Das heißt sie können ebenfalls nur ihre Ängste und Hoffnungen leben, indem sie entweder ebenso an eine übernatürliche Leitung glauben und nun sich selbst als Medium dieser Macht sehen, wie im Fall eines Papstes, oder aber unter Aufrechterhaltung des Scheins nach außen ihr Amt ganz bewußt im persönlichen Eigeninteresse ausnutzen.
Die 'Sache' mit dem Papst ist ein Schauspiel, eine lächerliche Scharade wenn man so will. Und es gibt kein Argument, das diese Heuchelei irgendwie rechtfertigen könnte. Der Glaube an die Kirche, an den Papst, an die Bibel oder an was auch immer hat noch nie in der Geschichte der Menschheit irgendetwas zum Besseren verändert, höchstens für die Machterhaltung der Eliten gesorgt, zur Machterhaltung durch die Anhäufung von Geld, durch die Ausbeutung der Ängste und Sorgen der Menschen und den Erhalt ihrer aussichtslosen Hoffnungen.
Und wenn ich dann im Radio wie heute morgen höre, dass der Papst angesichts seines Alters und seines Gesundheitszustandes von seinem Amt zurücktreten möchte, dann ist das ein zwar unnötiger, aber doch ein unumstößlicher Beweis seiner Machtlosigkeit.
Ein Kommentierender Sprecher im Radio hatte etwas gesagt, das mich überhaupt erst zu diesem Post inspiriert hat, nämlich dass die Macht des Papstes sich für ihn so beeindruckend dargestellt hätte bei einem seiner Besuche in einer Stadt in Deutschland, leider weiß ich nichtt mehr von welcher er sprach, doch das ist auch nicht so wichtig, und er sagte dass es unmöglich war auch nur in die Nähe der Innenstadt zu gelangen, ohne mehrfach kontrolliert und befragt zu werden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren immens und für diesen Sprecher eben so beeindruckend. Allerdings frage ich mich, was daran 'Macht' repräsentiert. Es sit doch vielmehr ANGST die hier überdeutlich gezeigt wird. ANGST ist doch kein Zeichen von Macht, ANGST ist doch vielmehr ein Zeichen von Ohnmacht. Nein, Angst ist die EINWILLIGUNG in die eigene Ohnmacht, die Abgabe der Verantwortung an eine übergeordnete Figur. Und genau das ist es, was diese Institutionalisierte Personifizierung des Glaubens und der Hoffnung, also menschlichen Eigenschaften die aus Selbstaufgabe, Angst und Verzweiflung entstehen, tatsächlich darstellt: OhnMacht. Die Ohnmacht des vergeistigten Menschen, des isolierten Glaubens an eine Existenz des Übernatürlichen, Überirdischen, das mich irgendwie von der Bürde meiner Mitverantwortlichkeit für das Leben auf dieser Erde befreit.
Die Gottheit die tatsächlich alles in der Hand hat und die Entscheidungen der Menschen, und damit auch die der Institutionen und machhabenden Ämter bestimmt ist das Geld. Alles folgt den Prinzipien des Geldsystems so wie wir alle es akzeptieren und zulassen. Wir haben uns unseren eigenen Gott geschaffen und glauben nun an die Bestimmung hinter der Systematik. Doch diese Bestimmung dient nur der Abwendung von unumstößlichen, ganz realen Wahrheiten, nämlich den Gesetzen der Konsequenz des Handelns, und der Verantwortlichkeit des Handelnden. Keine märchenhafte Vorstellung wird uns je davon befreien. Und durch diese Glaubenssysteme, welcher Art auch immer, nehmen wir uns selbst die Möglichkeit, die Konsequenzen abzuwenden, die im Grunde für uns alle inakzeptabel sein müssen: Die Zerstörung und Ausbeutung allen Lebens im Namen der Gier, des Reichtums einiger weniger, im Namen des Profits und der Selbstsucht, alles Prinzipien des Geldsystems, unserer Kreation als göttliche Macht auf Erden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, auch wenn ich kein gläubiger Christ, kein Katholik oder ähnliches bin oder je war, die Prinzipien dieser Glaubenssysteme mit zu tragen und zu stützen durch die Selbstaufgabe durch die Hoffnung auf Erlösung von Eigenverantwortung durch mächtige Institutionen, durch meinen Glauben an etwas das verantwortlich dafür ist, dass irgendwie alles zu einem guten Ende oder Sinn führen würde, dass der Mensch sich ganz von allein entwickeln und seine zerstörerische, selbstgefällige Natur überwinden würde, ohne zu erkennen, dass genau diese Untätigkeit und Ablehnung der eigenen, gestalterischen Verantwortlichkeit für und als das Leben diese Vorstellung von mächtigen Institutionen und ihre Implementierung erst möglich macht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass ich mir angesichts der für mein fremdgeprägtes Ego unangenehmen Konsequenzen der Realität unserer Lebensweise, unserer Kultur, über viele Jahre ebenso ein 'Glaubenssystem' geschaffen habe, das das Fortführen meines selbstsüchtigen Handelns für mich rechtfertigte, das es mir ermöglicht hat in Ignoranz zu leben und mich von den wahrhaftigen Konsequenzen meiner Akzeptanz dieser Systeme immer wieder abgelenkt hat, so dass ich mich der Eigenverantwortlichkeit für das Leben aller nicht stellen musste.

Ich bestimme und verpflichte mich selbst als das Leben hier und jetzt gerade zu stehen für das, was ich erlaubt und zugelassen habe, die bestehenden Bedingungen als Konsequenz meiner Erlaubnisse zu akzeptieren und zu erkennen, worin meine Beteiligung an den inakzeptablen Systemen menschlicher Kultur und Gesellschaftsformen liegt, sie zu analysieren und zu dekonstruieren um in Akzeptanz meiner Verantwortlichkeit mich selbst am Leben neu auszurichten.

Wege aus der Verlorenheit im Geiste, zurück ins Leben HIER:

Dienstag, 1. Januar 2013

Tag 100 / 101 - Experimente mit Selbsthypnose / Analyse und Fortsetzung (T5)

h.koppdelaney / Foter / CC BY-ND


Fortsetzung der Blogreihe "Experimente mit Selbsthypnose":
Tag 87/88/89 - Meine Experimente mit Selbsthypnose Einleitung (T1)
Tag 90/91 - Meine Experimente mit Selbsthypnose / Die Flucht ins Bewußtsein (T2) 
Tag 93/94/95 - Experimente mit Selbsthypnose / Wer ich bin in Gedanken verloren (T3)
Tag 96 / 97 - Experimente mit Selbsthypnose / Selbsttest 1 (T4) 

Nach nochmaligem Anschauen meiner eigenen 'Hypnosesitzung' habe ich interessanterweise festgestellt, dass ich eine Methode der Manipulation in der Hypnose angewandt habe, ohne es zu merken/zu wissen. Die in das Hypnoseskript von mir selbst eingebaute Frage nach einem beschreibenden Wort für meine Empfindung des Zustandes wurde von mir mit Schwere beantwortet. Tatsächlich habe ich meine Glieder, meinen Körper zwar als sehr entspannt, aber auch als schwer empfunden. Diese beiden Eindrücke müssen ja nicht zwangsläufig miteinander einhergehen und daher habe ich mich gefragt warum ich gerade Schwere empfunden habe. Schließlich könnte gerade die hier verwendete Visualisierung von Strand, Wasser und Wellen ja auch eher ein Gefühl der Leichtigkeit und des Getragen-seins suggerieren. Als ich aber meine Einleitung nochmal gehört habe stellte ich fest, dass ich in der Vorbereitung an die sich die eigentliche Induktion ja direkt anschließt etwa 5 mal kurz hintereinander das Wort Schwere benutzt habe, das heißt ich habe es zumindest auffallend oft verwendet, so dass ich davon ausgehen kann hier eine Methode die man seeding nennt bei mir selbst angewendet zu haben. Das 'Einstreuen' des Begriffs der Schwere, wenn hier auch nicht auf besonders subtile Weise sondern ganz direkt, im Vorfeld einer Hypnose, richtet das Bewußtsein, bzw. das Unterbewußtsein auf eine bestimmte Weise aus, so dass die Befragung oder die Suggestion die auf etwas Bestimmtes abzielt dementsprechend auch aufgenommen wird. Besonders interessant finde ich das vor allen Dingen deshalb, weil es mir bis einige Stunden nach diesem kleinen Experiment überhaupt nicht bewußt war, also so funktionieren konnte als ob irgendjemand mir gezielte seedings gesetzt hätte. Es wird schwer dies noch einmal zu testen, da ich mir ja nun darüber im Klaren bin. Allerdings könnte es ja dennoch funktionieren und man stellt sich die Frage, ob solche Dinge vielleicht öfter vorkommen, selbst dann wenn der hypnotisierende Part sich dieser vorbereitenden Konstrukte überhaupt nicht bewußt ist. Man muss also sozusagen jede Hypnosesitzung retrospektiv genauestens analysieren.

*

Ich komme also hier nicht ausschließlich aufgrund meiner ersten Selbsthypnoseerfahrung und deren Analyse, sondern aufgrund meiner langjährigen Arbeit mit mir selbst als Mensch, dem Austausch mit zahlreichen anderen Menschen im Bezug auf die Selbstarbeit und Entschlüsselung des Bewußtseins, der Gedankenmuster und des Egos, aufgrund meines Studiums der Psychologie und der Philosophie, und nicht zuletzt durch meine noch jungen Erfahrungen und Selbststudien der Hypnose zu folgenden weiteren Feststellungen:

Das menschliche Bewußtsein ist unglaubwürdig. Es ist aus sich heraus nicht vertrauenswürdig. Der Instinkt, das Bauchgefühl das wir als Menschen haben ist bereits dermaßen manipuliert und programmiert nach vorbestimmten Schemata, dass wir nicht uns selbst, sondern dem System das uns geprägt hat folgen. Nicht einer 'natürlichen Kraft' die uns 'zur richtigen Entscheidung' führt, sondern einer vielschichtigen, verschachtelten Programmierung die zum Teil unserem Bewußtsein zugrunde gelegt und zum anderen von uns selbst akzeptiert und erlaubt wurde. Das ist und war die Entwicklung unserer Selbstfindung, dazu verleitet immer nur auf die gedankliche Ebene der Vorstellung gerichtet zu sein und das eigentliche Leben, das physisch reale Existieren als lästiges Beiwerk zu verstehen. Wir leben in einer völlig realitätsfremden Identität und versuchen uns um die Realität herumzudrücken, weil wir nie wirklich gelernt haben uns selbst zu verstehen. Wir sind geboren und programmiert worden etwas zu sein, an etwas zu glauen das vorherbestimmt und ein passgenaues Konzept für die Welt und die sogenannte Ordnung die der Mensch darin geschaffen hat ist. Das ist so klar in allen menschlichen Gesellschaften und den angestrebten Zielen und Werten zu erkennen, dass wir sogar die offensichtlichsten Absurditäten als selbstverständlichen Teil unserer Existenz akzeptieren, wie beispielsweise die lächerlichen Versuche einiger Menschen durch stümperhafte Modellierungen ihren Alterungsprozess vor anderen zu verbergen, was niemals funktioniert und ihn damit eigentlich nur noch mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeiten rückt, und dennoch reißt diese Mode und diese Entwicklung nicht ab. Welchen Zweck erfüllt dieser Trend? Was trägt er zur Entwicklung des Menschen und des Lebens bei? Repräsentiert er Fortschritt? Kultivierung? Intelligenz? Verstand? Weisheit? Nichts von alledem kann ernsthaft in dieser beispielhaft absurden Verhaltensweise erkannt werden. Und das ist wahrlich nur EIN greifbares, vergleichsweise harmloses Beispiel für die Verwirrtheit und Verlorenheit, die Selbstverleugnung und Unehrlichkeit gegenüber sich selbst die der Mensch an den Tag legt.
Was sind die tatsächlichen Fortschritte die wir als Menschen gemacht haben? Wir haben unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten durch vielfältige Manifestationen, Konstruktionen und technische Entwicklung präsentiert, doch das Kernproblem menschlicher Existenz haben wir nicht einmal gestreif: die grundlegende Angst vor der Eigenverantwortlichkeit. Und so ist auch im Umgang mit all unseren 'Errungenschaften' des Fortschritts und der Wissenschaft so gut wie kein Verantwortungsbewußtsein, keine Vernunft, keine Weisheit zu erkennen. Wir haben zwar die Mittel, und darin entlarven wir ja auch unsere Ignoranz gegenüber der Verantwortung die in diesen Fähigkeiten liegt, aber wir weisen jede Vernunft und jeden gesunden Menschenverstand weit von uns. Eher noch versuchen wir, die Bedeutung dieser Begriffe an unsere durch willentliche Ignoranz beschränkte Wahrnehmung anzupassen indem wir geschlossen logische Gedanken- und Wertsysteme schaffen, die eine auf sie reduzierte neue Bedeutung der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes zulassen. Doch dauernd müssen wir uns in Dummheit, Naivität und Ignoranz üben um diesen Glauben in uns aufrecht zu erhalten, andererseits müssten wir uns der eigentlichen Wahrheit unserer Selbstverleugnung stellen. Das scheint keine Option zu sein für die Identität als Geisteswesen in unserer Vorstellung, denn dadurch würde alles was es ausmacht, alle Konzepte, Ideologien und Ideale, alle emotionalen Verknüpfungen, einfach alles was wir glauben zu sein in Frage gestellt. Wir greifen zum Zweck der Selbstverblendung beispielsweise nach vorgefertigten konzepten wie politischen, ethnischen oder ökonomischen Ideologien, wie Faschismus, Rassismus oder Kapitalismus. Wir verschreiben uns und unsere Persönlichkeit der Vertretung und Verteidigung dieser Ideologien und gehen dabei gleichzeitig einen Handel ein, der uns als menschliche Wesen auf die Regeln und Dogmen dieser Ideologien beschränkt. Darin glauben wir eine Bestimmung zu finden, wir glauben dadurch als Person zu profitieren, gaukeln uns Selbstsicherheit vor, weil wir uns nun einer 'Gruppierung' zuschreiben können. Wir müssen dazu diese Theorien und Ideologien nicht einmal selbst verstehen, wie man sehr gut am Beispiel der erfolgreichsten Ideologie, dem Kapitalismus, sehen kann. Alle Welt, zumindest die Teile, die profitieren und noch teilweise mitreden wie die Regeln zu interpretieren sind, verteidigen dieses System bis aufs Messer, sogar die Opfer dieser Systematik streben nicht nach Erneuerung, nach Veränderung, sondern eher danach selbst Teil der sogenannten 'Erfolgreichen' dieses Augenwischersystems zu werden, obwohl ein Großteil der Menschen überhaupt nichts von der Geldsystematik versteht. Manche glauben es, glauben noch blauäugig an die Lehren die sie aus der Schule kennen oder kopieren irgendwelche Interpretierenden Schriften sogenannter 'Experten', doch niemand versteht wirklich was hinter unserem Geldsystem steckt und wie es tatsächlich funktioniert, außer diejenigen wenigen die tatsächlich profitieren und die keinerlei Interesse daran haben, dass jeder Mensch auch nur ansatzweise Einblick in die Systematik erhält.

Fortsetzung folgt...

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Mittwoch, 26. September 2012

Tag 48 - Selbstgewählt beschränkt (Teil 1)



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, dass ich mich selbst so wie es mir beigebracht wurde fast gänzlich der Welt der Gedanken hingegeben habe, dass ich in Ignoranz gegenüber den wahren Konsequenzen menschlichen Lebens gelebt habe, dass ich es vorgezogen habe unwissend über die Zusammenhänge und Gründe für Konflikte, Hunger, Armut, Gewalt und Verbrechen zu bleiben, weil es 'angenehmer' und 'bequemer' war sich dem eigenen Umfeld anzupassen, in der abgegerenzten Umgebung seines ganz persönlichen Wahrnehmungsbereiches, in dem die Welt noch in Ordnung zu sein schien, in dem Séparée der selbstgefälligen, oberflächlichen Rechtfertigungen sich die emotional ansprechenden Floskeln sozialer 'Kritik' anzueignen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich selbst derartig als Mensch zu beschränken, im Namen meiner Vorstellungswelt und dem energetischen Gefühl, dem Empfinden ausgelöst durch mentale Reize, von meinem Geist interpretiert als 'gut', 'schlecht', 'unangenehm', 'angenehm', dass ich meine Selbstbestimmtheit als Mensch freiwillig aufgegeben habe und das begründet einzig durch die irrationalen, künstlich generierten inneren Ängste nicht mehr anerkannt zu werden, verachtet zu werden, ausgestoßen und abgelehnt zu werden, von anderen 'Personen', die sich in eben solcher Weise über ihre Vorstellungen und Gedanken allein identifizieren, ihre ganz persönliche Wahrnehmung und Interpretation als den Maßstab für alle nehmen und dadurch allein schon niemals wirklich relevant sein können für mich oder irgendjemand anderen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe allein aufgrund der Tatsache, dass fast alle Menschen auf diese Weise das Leben, ihre Verantwortung und ihr Selbst ignorieren, etwas an dieser Lebensweise 'natürlich' oder 'richtig' sein muss, ohne zu erkennen, dass es das gemeinschaftliche Bewußtsein in einer Gruppierung von über das Bewußtsein gesteuerten Menschen ist, das als eine Projektion der einzelnen geistigen Formen ein System schafft, das eben für jeden einzelnen genau diesen Eindruck erweckt, nämlich dass andere dieses gedankliche Bild leben und sind, und dass ich selbst alles tun muss um diesen Anforderungen ebenfalls zu entsprechen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe Feindbilder in meinem Geist zu erschaffen, von Menschen die 'böse' oder 'schlecht' sind, die unsere Welt zerstören, unsicher machen, die für all das verantwortlich sind was das Leben beeinträchtigt, ohne dabei zu erkennen, dass jeder Mensch eine zeitliche Entwicklung durchmacht und dass es die Prägung des Menschen über den Geist ist und seine völlige Unterwerfung als Lebewesen unter sein Bewußtsein, der erlaubte, akzeptierte und von uns allen getragene Umgang mit uns selbst, unsere Sicht auf uns selbst und das Leben, was diese Verhaltensweisen 'einzelner' erst möglich macht, und dass wir im Umgang miteinander, mit uns selbst und durch die von uns allen getragenen Werte und Denkweisen mitverantwortlich sind an jeder einzelnen Tat, die wir vielleicht verurteilen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe die energetische, emotionale Aufladung durch Gedanken und Urteile zum einzigen Zweck meiner Existenz gemacht zu haben.

Ich fahre in meinem nächsten Post mit diesem Teil fort.

Mittwoch, 25. April 2012

Tag 8 - (Sich) Selbst Vergeben...





Ich vergebe mich selbst... könnte es heißen. Ich vergebe mich als das was ich geworden bin an das Leben, das jetzt ist. Ich richte mich und meine Existenz an den Prinzipien des Lebens, seiner Einheit und Gleichheit mit allem Leben aus. Ich gebe auf, was mein Glaube und nie Realität war, meine Persönlichkeit, mein Ego. Das, was ich versucht habe zu halten und zu verteidigen gegen jeden Widerspruch in der wirklichen Existenz dieses Seins. Wir haben eine Welt von gläubigen Geistern erschaffen, die sich und ihre selbstgenerierten Interessen rücksichtslos gegeneinander zu verteidigen versuchen. Ein psychotischer Wahn einer bewußtseinsgeplagten und überforderten Spezies.
Dabei sind wir hier, teilen jeden Moment, jeden Atemzug, jede Ressource des Lebens als Eins. Niemand kann das im selbstehrlichen Angesicht seiner eigenen Existenz leugnen, dennoch beharren wir darauf autonome Individuen zu sein und bestärken uns in diesem Glauben durch wahnhafte Gedankenkonstruktionen über die wir uns in gegenseitiger, argwöhnischer Beobachtung immer wieder kulturell und statistisch rückversichern.
Individuell zu sein bedeutet nicht, sich von und gegen alle anderen Formen abzugrenzen. Es bedeutet als Lebensform eins mit allem Leben ein individueller Ausdruck des Lebens zu sein, sich dabei gleichwertig und als produktive Entwicklung zum Wohle allen Lebens zu identifizieren. Der Paradigmenwechsel von ideeler und komparativer Selbstgestaltung im Geiste hin zu selbstbestimmter, selbstmotivierter und lebendiger Umsetzung des eigenen Potentials zum Wohle und im Sinne des gemeinen Lebens.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, die gedanklichen Konzepte meiner Gewohnheiten über mich herrschen zu lassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, ein Selbstbild nach konditionierten Vorstellungen und Ideen zu formen, deren Grundlagen und Werte ich als 'gut' und erstrebenswert unergründet akzeptiert habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich und mein Leben nach diesem Selbstbild auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, den realen Moment des Lebendigen in Gedanken zu verlassen und in irrealen, konzeptionellen Welten der Vorstellung zu 'leben'.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich mit meinem Selbstbild als meiner persönlichen Geschichte und meinen Erinnerungen daran zu identifizieren, anstatt sie als das zu erkennen, was sie wahrhaftig sind: Gedanken, Wahn- und Wunschvorstellungen als geistige Ablenkung vom Leben im Moment der eigenen Existenz.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, ein Spielball meiner Emotionen zu werden, sie als natürlich und sinnvoll zu akzeptieren ohne zu erkennen welche Gedankenkonstrukte ich selbst geschaffen habe um meine Emotionen zu nähren oder auszulösen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, zu glauben ich könne nicht humorvoll sein.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, zu glauben, meine Verzweiflung sei die einzige Grundlage meiner geistigen Denk- und Verfahrensweise.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, sarkastisch und zynisch zu werden um vor mir selbst den Unwillen zu verbergen die Gewohnheit der Verzweiflung aufzugeben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, meine Selbstbestimmung aufzugeben und dabei anzunehmen, dadurch nicht verantwortlich zu sein für das, was ich aus innerem Antrieb unbedacht tue.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, meine Wertvorstellungen und Erwartungen an das Leben als naturgegeben hinzunehmen, in anderen Menschen die Erfüllung dieser Vorstellungen zu sehen und ihnen deshalb nachzueifern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe daran zu glauben, dass ich ein 'Musiker' sei und dass sich mir auf irgendeine Art und Weise meine Bestimmung in der Musik zeigen würde.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, an eine besondere Bestimmung für mein Leben zu glauben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich der Akzeptanz meiner Verantwortung für meine Entscheidungen im Leben zu verweigern und stattdessen eine Fantasie der 'Bestimmung' zu entwickeln.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, an die grundlegende Richtigkeit und Sinnhaftigkeit der Handlungen und Entscheidungen meiner Eltern zu glauben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, einen Großteil meiner frühen Lebensjahre damit zu verbringen herauszufinden, wie ich diese erwartete Sinnhaftigkeit entschlüsseln könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich selbst als dreist und unverschämt zu empfinden / zu sehen, weil ich versucht habe die Sinnhaftigkeit des Verhaltens meiner Eltern und meiner Familie im allgemeinen zu verstehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe meinen Gemütszustand von den Handlungsweisen und Reaktionen anderer beeinflussen zu lassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe mich im Vergleich mit anderen minderwertig und unvollkommen zu fühlen.

Ich habe erkannt, dass ich wann immer ich mich in Gedanken verstricke, mich meinen Emotionen hingebe und meinem persönlichen Widerstand nachgebe ein Opfer meiner konditionierten, programmierten und angewöhnten Programmstrukturen bin. Ich erkenne mich darin in meinen Mitmenschen wieder und bin in der Lage, die Zusammenhänge gesellschaftlich-kultureller Zwänge als Projektionen dieser inneren Strukturen, die in vielen Fällen aus Unsicherheiten und Ängsten generiert und durch deren öffentliche Verbreitung am Leben gehalten und verstärkt werden, zu erkennen. Nur wenn ich mir selbst gegenübertrete, in bedingungsloser Selbstehrlichkeit und mit dem Entschluss diese Fremdbestimmung zu beenden indem ich mir das, was ich mir erlaubt und akzeptiert habe zu werden selbst vergebe, kann ich die inakzeptablen und lebensfeindlichen Systeme menschlicher Handlungsmotivation, deren Konsequenzen und fatalen Auswirkungen auf das Leben stoppen und sie beginnend bei mir selbst durch selbstbestimmtes, selbstkorrigierendes Verhalten ändern. Das ist die Verantwortung die dem Selbst als Leben gegenüber die Organisierte Form die ich bin lebendig macht. Durch die Werkzeuge die mir als Mensch zur Verfügung stehen nehme ich mir selbst die Augenbinden ab, gehe auch da weiter wo der Weg zur Freiheit allen Lebens auf schmerzhaften Widerstand stößt, wo sich bewußte und unbewußte Barrieren entwickelt haben die eine Persönlichkeit schützen sollen, die ich nicht mehr sein kann im Gewahrsein ihrer künstlichen hinterhältigkeit und Lebensferne.