Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tag 87/88/89 - Meine Experimente mit Selbsthypnose Einleitung (T1)


Dies wird ein mehrteiliger Blog von ungewisser Länge werden. Ein Ziel ist es, die Natur des Bewußtseins und seinen trügerischen Anspruch auf alleinige Identitätsgrundlage des Menschen zu entlarven und die Individualität, den freien Willen, die Entscheidungsfreiheit in unserer weltweiten Kultur der vergeistigten Individualisierung, der Selbstsucht und des rücksichtslosen Wettkampfes um imaginäre Ressourcen* grundlegend in Frage zu stellen.

Vor etwa zwei Wochen wurde ich das erste mal aufmerksam gemacht auf die 'Shows' und Experimente von Derren Brown, der in seinen Präsentationen mit Hypnose, Manipulation und Illusionen arbeitet und Menschen in unterschiedlichster Weise beeinflußt und vor allem auch beeindruckt, überrascht und dazu bringt Dinge zu tun, die sie sich normalerweise nicht zutrauen würden. Da ich mich selbst seit langer Zeit mich mit Psychologie 'auseinandersetze' und vor allen Dingen seit vielen Jahren mit und an mir selbst arbeite, daran meinen eigenen Geist, mein Bewußtsein und meine Handlungsmotivationen zu verstehen, zu erkennen warum ich wann wie reagiere, meine Emotionen und Gefühle zurückverfolge und mir klar mache woher sie kommen, wann und wie diese Reaktionsmuster entstanden sind und warum ich sie als gegeben und selbstverständlich annehme anstatt sie zu hinterfragen und eigenständig zu bestimmen, hat mich zunächst ganz besonders die Darbietung 'Fear and Faith' interessiert, in deren Verlauf Derren Brown und sein Team mit aufwendigem Einsatz eine Gruppe von Menschen einem Versuch unterzieht, bei dem es darum geht sie dazu zu bringen ihre Ängste zu überwinden. Es wird ihnen dafür ein Szenario bereitet das sie glauben lässt Teil eines wissenschaftlichen Tests mit einem neuartigen Medikament zu sein, das das Menschliche Hormonsystem beeinflußt und ganz gezielt die Angst unterdrückt, bzw. bekämpft. Das ganze Experiment läuft darauf hinaus, dass dieses Medikament in Wahrheit überhaupt nicht existiert und dass die verabreichten Pillen ledigleich Zucker beinhalten, also ein Placebo sind. Das faszinierende ist, dass fast alle Probanten in diesem sehr aufwendig inszenierten Test sichtbare und fühlbare Erfolge mit diesem Placebo erzielen und im Verlauf der Verabreichungsperiode fast vollständig angstrei werden. Doch der eigentliche Kernpunkt der mir besonders wertvoll erscheint ist der, dass die Teilnehmer auch nach der Offenbarung der Wahrheit über die verabreichten Pillen und ihre Wirkungslosigkeit nicht etwa zurückfallen in die früher erlebten extremen Ängste, sondern dass ihnen gerade durch die Erkenntnis, dass sie selbst diese Angst überwunden zu haben scheinen, das nötige Selbstbewußtsein und die Einsicht in die eigenverantwortliche Bearbeitungsmöglichkeit ihrer Denk- und Verhaltensmuster gegeben werden kann. Hier endet zwar das Experiment von Derren Brown, doch sollte in einer wirklich am Wohl der beteiligten Menschen interessierten Studie genau hier der eigentliche Weg in die Selbstbefreiung von akzeptierten und selbst erlaubten, einschränkenden Denkmustern erst richtig losgehen.
Denn was bedeutet diese Einsicht denn eigentlich genau, wenn ein sogenannter pathologischer Fall von Angststörung durch die Verwendung einer mentalen Hilfe allein, welcher Art auch immer diese sein mag, sich plötzlich als 'geheilt' herausstellt? Im Grunde doch nichts weiter, als dass hier eine existierende Programmierung des Bewußtseins durch entweder eine Umprogrammierung oder eine Umgehung eines bestimmten Abschnitts des ursprünglichen Programms aufgehoben wurde. Und letztenendes bedeutet diese Einsicht in die Möglichkeit dessen, dass auch die als einschränkend und belastend empfundene ursprüngliche 'Angst-Programmierung' eine eigens herbeigeführte, oder zumindest eine eigens erlaubte und zugelassene Programmierung war. Das gibt mir konsequent zu ende gedacht eine enorme Handlungsmacht über mich selbst zurück. Gleichermaßen aber natürlich auch eine enorme Verantwortung, denn von dem Zeitpunkt dieser Einsicht bin ich allein verantwortlich für das, was ich geworden bin, was ich jetzt bin und das was ich sein werde, mitsamt all den dazu gehörenden Konsequenzen. Interessanterweise kann diese Verantwortung wiederum eine gewisse Angst auslösen, die dann wieder dazu führt, dass ich mich der Eigenverantwortung für mein Leben und das Leben an sich bewußt und willentlich verweigere. Doch dazu später mehr.
Zurück zum berühmten Placebo Effekt, hier in einem Experiment von Derren Brown zum Thema 'Fear', also Angst. Ich selbst bin generell nicht überzeugt, dass der Placebo effekt per se schon zu einer 'Heilung' der Person führt. Im Besonderen nicht in einer Frage der Psychologischen Störung. Aus dem einfachen Grund, dass hier ein Glaube die Ursache der Veränderung ist. Ein Glaube ist aber in keiner Weise etwas, das beständig, zuverlässig und dauerhaft stark bleibt. Der Glaube ist im Grunde eine Selbsthypnose, entsprungen aus einem vielschichtigen Denk- und Wertemuster, motiviert durch mannigfaltige Persönlichkeitsaspekte die letztenendes nur der Person die 'glaubt' allein zugänglich sind, in vielen Fällen - und das ist meine persönliche Behauptung - aber überhaupt nicht von ihr in Betracht gezogen werden. Die aus der Unwissenheit über die Funktionsweise des eigenen Bewußtseins erwachsenden Sehnsüchte und Bedürfnisse nach mentaler (Selbst-)Sicherheit und Stärke werden mit allen möglichen dem Bewußtsein dargebotenen Hilfs- und Ersatzwerten scheinbar befriedigt. Doch bedarf es für den Glaubenden immer eines gewissen Einsatzes, einer dauernden Anstrengung für die Aufrechterhaltung des Glaubens. Stetig muss sich mental vergewissert werden, dass man noch auf dem 'richtigen Dampfer' ist. Das Gebilde muss standhaft bleiben und daher immer wieder an die tatsächliche Erkenntnis- und Erlebniswelt angepasst werden, bzw. umgekehrt. Dieser ewige Gedankenprozess der Selbstrechtfertigung ist Natur und Drang des Glaubens zugleich und wird, wenn man sich ihm hingibt, zur Lebensmotivation des glaubenden Menschen. Doch was passiert bei dem Versuch, das eigene Erleben der Wirklichkeit an die vergleichsweise beschränkten Strukturen des Glaubenssystems anzupassen, bzw. was ist Voraussetzung dafür, dass dies überhaupt für einen selbst glaubhaft umgesetzt werden kann?
- Die Ignoranz. Der Unterschied zwischen Glauben und Wissen, zwischen Ignoranz und Akzeptanz ist der, dass Glauben nur dann von Bedeutung ist, wenn ich nicht wissen will. Nur in der willentlichen Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit wie sie ist, meiner eigenen Wirklichkeit der Person die ich bin und der Wirklichkeit der Welt, meines Umfeldes, ist Glaube notwendig. Wenn ich die Wirklichkeit so annehmen kann wie sie ist, und das meine ich nicht fatalistisch, sondern zur Schaffung eines selbstbestimmten Ausgangspunktes der Akzeptanz der Dinge, um zu wissen was ist und was notwendig ist verändert zu werden und warum, dann ist ein Glaubenssystem überflüssig und hinderlich. Es kann nur dazu dienen, mich selbst absichtlich zu belügen um mir ein gewisses Gefühl von Wohlbehagen zu vermitteln, für dessen Motivation es wiederum eine innere, ehrliche Antwort gibt, vor der ich die Ignoranz als Voraussetzung für meinen Glauben vorziehe.
Daher ist es meiner Ansicht nach von besonderer Bedeutung gerade in dem Moment der Erschütterung und des Zusammenbruchs dieses Glaubenssystems und der Erkenntnis, dass die eigentliche 'Macht' zur Veränderung in den eigenen Händen liegt einen Weg aufzuzeigen, wie mit dieser 'neuen' Verantwortung sozusagen 'verantwortungsbewußt' umgegangen werden kann. Denn natürlich ist der betreffende Punkt der hier durch den Placebo behoben wird, hier das Denkmuster der irrationalen Angst, nur ein Teil des komplexen Systems der Persönlichkeit und Charakters. Und die Gefahr ist natürlich sehr groß von dieser zunächst wankenden Position der Eigenständigkeit in diesem einen Punkt in das nächste Muster der Selbstrechtfertigung und Ignoranz zu verfallen. Das System der inneren Gedanken der Persönlichkeit ist durchaus in der Lage hunderte von Erklärungen und Gründen zu entwerfen, die diese Wirkung des Placebo-Effekts, der ja zunächst nur erfahren, nicht aber en detail verstanden wird, zu entmachten. Erst wenn ich wirklich verstanden habe was da in mir vorgeht, woher diese Gedanken und Werturteile kommen, dass ich selbst sie kreiert habe und wie, kann ich von einem eigenständigen und selbst-sicheren Standpunkt aus mich und mein Verhalten selbstehrlich analysieren und dauerhaft verändern.
Der Placebo Effekt umgeht diesen Weg der Selbstanalyse zunächst und führt ein Ergebnis herbei, das vor allem von außen generiert wird. Er braucht von Vornherein ein Machtverhältnis das es erforderlich macht, dass jemand 'Weiß' und ein anderer 'Ignorant' ist, also lediglich 'glaubt'.
Genau dieses Abhängigkeitsverhältnis durch das Vorenthalten von Information ist es, das seit Jahrtausenden die Menschen manipulierbar und unfrei macht. Das in diesem Fall gewaltsame Zurückhalten von Information, Wissen und anderen Ressourcen befähigt die Machthabende Elite dazu, nach freiem Dünken mit den Interessen, den Emotionen, Bedürfnissen, Verlangen und vor allem dem Glauben der Menschen herumzuspielen und sie zu allen erdenklichen Handlungen anzuregen, sie zu manipulieren und glauben zu lassen, dieses erbärmliche, versklavte Leben das sie führen sei ihnen nicht nur von Schicksal oder einer höheren Macht zugeteilt, sondern sei auch ihre ganz persönliche Bestimmung, eine Prüfung für die sie später entlohnt würden, nach ihrem Tod, in einer anderen Welt, in einem völlig irrationalen und wahnhaften Glaubensgebilde der Vorstellung.
Wenn man es so betrachtet, und das sollte man tun, dann stellt sich vielleicht heraus, dass wir alle in einer Art Placebo-Welt leben, dass unsere ganze Kultur, unser Streben, unsere sogenannten Werte und Wünsche und Ideologien nichts Weiter als Ergebnisse eines aus grundlegender Ignoranz, Manipulation in Form von Erziehung, gesellschaftlichem Druck, Ausbildung und nicht zuletzt der Alternativlosigkeit des Angebots geborenen Glaubenssystems sind, und dass wir die Erfüllung die wir suchen letztlich lediglich im Geist erleben, sprich in unserer Einbildung. Ist das nicht im Endeffekt die größte Motivation des Konsum-Menschen unserer Zeit geworden, dass er ein dauerhaftes Glücksgefühl, eine dauerhafte emotionale Befriedigung erlebt? Ist nicht längst alles Lebendige, Bewegte, eigenständige herausgefiltert aus den persönlichen Zielen, aus der Selbstwahrnehmung als Mensch unter Menschen, als Leben unter Lebenden?

Doch ich weiche zu weit vom Thema ab.
Er, der Placebo-Effekt, kann also vor allem als eine 'Traumatisierung' dienen, die der in seinem Glauben erschütterte und vom Ergebnis überraschte Probant dann zum Anlass nehmen kann, sich für die Erforschung seiner Selbst, seines Bewußtseins, seiner Gedanken, seiner Persönlichkeit und seiner emotionalen Reaktionsmuster zu entscheiden.
Diese Entscheidung ist es, der wir durch stetige Selbsthypnose, unterstützt von außen durch das von uns selbst kreierte System zu entgehen versuchen. Je weiter dieses System in all seinen Ausprägungen vorangeschritten ist, je mehr wir uns verkrochen haben in unsere Gedanken- und Vorstellungswelten, je mehr wir uns angestrengt haben uns über den Geist, unsere Gedanken und unsere innere, Bildhafte Selbstwahrnehmung zu identifizieren anstatt nach außen zu gehen, zu leben, eigenständig, selbstgesteuert und selbstbestimmt, desto schwerer und unmöglicher scheint uns der Schritt zurück zu selbstehrlicher Eigenverantwortung geworden zu sein. Wie könnten wir auch heute, angesichts all der Informationsmittel, der Flut an Wissen um und über die Zusammenhänge, die unvorstellbar grauenhaften Konsequenzen unserer Lebensweise überall auf der Welt die eigene Verantwortung für all das akzeptieren, ohne dabei den Glauben an uns selbst zu verlieren? - Oder ist es gerade das, was uns zu diesem Schritt befähigen würde? Den Glauben zu verlieren? Wäre dieser Verlust des Glaubens nicht einfach eine Konsequenz der akzeptierten Einsicht in die Dinge wie sie sind? In all das, was 'der Fall' ist? Was ist Glaube wert, wenn er lediglich ein Gedankenkonzept bleibt? Was bedeutet es schon, an sich zu glauben? Sollte ich nicht alles daran setzen, dass ich das, was ich als Intention und als Motivation für mein Leben einsetze auch tatsächlich lebe? Und zwar in jeder Sekunde und mit jedem Atemzug? Sollte ich nicht selbst dafür stehen können, was ich selbstbestimmt entscheide zu sein?
Natürlich, denn das ist die Umsetzung des menschlichen Potentials, die Ausübung meiner Selbst, das Leben in völliger Angstfreiheit und Akzeptanz der eigenen Verantwortlichkeit. Und dann stellt sich die Frage nicht mehr, wer oder was schuld ist an den Umständen die beispielsweise dazu führen, dass das Leben sinnlos millionenfach ausgeblutet, gequält, missachtet und verbraucht wird, zum alleinigen Zweck einer Systemerhaltung die nur noch durch das ängstliche Festklammern der illusionären Persönlichkeiten an den gewohnten Strukturen weiterverfolgt wird, die immer mehr und immer brutalere Taten zu rechtfertigen versucht, einzig durch selbstgerechte Argumente, die die Feigheit des Charakters, die verängstigte Engstirnigkeit, das bremsende und beschränkte an ihm verbergen sollen. Schuld ist kein Thema mehr für den lebendigen Menschen. Schuld ist etwas für Feiglinge. Die Tat die erforderlich ist wird entweder erkannt und akzeptiert, oder man zieh es vor sich selbst als das Leben aufzugeben, sich hinzugeben und zum Werkzeug einer zerstörerischen und lebensfeindlichen Systematik zu werden. Das eigentliche Problem das zu den äußeren Systemen führt liegt in dem Bewußtsein jedes einzelnen Menschen und somit auch in der Verantwortlichkeit jedes einzelnen. Klage ich mich selbst an, neige ich dazu mich zu verurteilen und in einem gedanklich- emotionalen Konzept des Selbstmitleids und des Selbstbedauerns mich entweder selbst außer Gefecht zu setzen indem ich resigniere, oder aber in Frust und Verbitterung zu Aggression und Gewalt übergehe, in dem trügerischen Glauben vielleicht auf diese Weise, durch das Erschaffen von Feindbildern und das stecken künstlicher Fronten als 'Krieger' und 'Rebell' meine Überzeugung zu vertreten und mich vielleicht doch nicht selbst verraten zu müssen. Doch ist diese Entscheidung ebenso ein 'außer Gefecht setzen' wie die Resignation, denn das Strampeln und verzweifelte Kämpfen gegen die Auswirkungen des Systems ist immer zum Scheitern verurteilt, es ist sogar ein in das System integrierter, einkalkulierter Bestandteil, der keinerlei Änderung des übergeordneten Paradigmas hervorruft, sondern eher noch die Zwänge, die Macht der Unterdrückungs- und Verängstigungsmechanismen verstärkt, weil diese Bewegung weitere Rechtfertigungsgründe liefert die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit der Menschen noch weiter einzuschränken.
Die EInsicht und die akzeptierende Annahme, das Willkommen heißen der eigenen Vernatwortlichkeit für das Leben, als das Leben ist der einzige Schlüssel, der offensichtliche Schlüssel zur Überwindung der Menschheit und des Menschenbildes das dieses System, diese Welt und alle Konsequenzen ihrer Lebensweise akzeptiert und zugelassen hat. Wir, jeder Einzelne von uns, sind Mitschöpfer aller Dinge die wir geschehen lassen. Und daher können wir nur uns selbst als unabdingbaren Teil der menschlichen Welt verändern, indem wir die Strukturen in uns selbst erkennen und auflösen, die uns zu einem tragenden Teil eben dieser Systematik haben werden lassen. Hierzu kann unter vielen anderen Aspekten der Funktionsweisen des menschlichen Bewußtseins eine so unterhaltsame, verblüffende und vielleicht sogar erschütternde Präsentation des Placebo-Effektes oder auch der Hypniose als direkte Um-Programmierung eine Hilfreiche Anleitung sein, ein Ansatzpunkt an dem die Infragestellung all der bisher von uns selbst als selbstverständlich und unveränderbar angenommenen Prozesse, Phänomene, Gesetze der menschlichen Natur, unserer Persönlichkeit, Emotionen und Neigungen beginnen. Denn hier wird direkt offensichtlich wie viel Einfluss wir unserem Bewußtsein über unser Leben geben. Hier wird deutlich, dass wir durch diese Erlaubnis nicht nur die Selbstkontrolle über unsere eigenen Entscheidungen dem Unterbewußtsein und unserer angenommenen Persönlichkeitsstruktur in fatalistischem Treuen Glauben übergeben, sondern dass wir uns dadurch selbst programmierbar machen, uns selbst immer weiter einem scheinbar übergeordneten System freiwillig unterordnen, dessen Schöpfer und Ernährer wir selbst sind, auch dann wenn wir offen sehen, dass es nicht dem Leben dient, dass es uns selbst einschränkt, dass wir uns dadurch selbst gefährden und unausweichlich zerstören. Doch wir haben uns von Generation zu Generation unendliche Ideologien, Philosophien und Glaubensstrukturen eingerichtet, die unser Empfinden an genau vorgegebenen Wertstrukturen interpretieren und passend machen für unsere Vorstellung und Idealisierung eines Lebens, das nur in unseren Köpfen stattfindet, das eine Theorie ist die einer völlig irrationalen Prämisse folgt, nämlich der Glaubensvorstellung wir wären lediglich relevant als die gedankliche Vorstellung unserer Persönlichkeit, unser Leben und unser Sein würde sich ausschließlich darüber definieren was wir fühlen, denken und glauben, wobei das körperliche, offensichtlich reale, physische Leben nichts weiter als eine Einbildung, ein Konstrukt unseres Bewußtseins wäre, das zwar real genug erscheint, als dass wir uns nicht einfach so über die ihm zugrunde liegenden Gesetze hinwegsetzen und beispielsweise nur von Licht und Luft leben oder gar keine Schmerzen mehr empfinden könnten, auch wenn sich dieser Glaube dass einige Menschen dies schaffen könnten oder geschafft hätten hartnäckig als Gerücht hält, aber das eben nur abhängig von unserer Wahrnehmung existiere und geschaffen von unserem Geist, unserem Bewußtsein quasi in seiner Existenz diesem folge. Die offensichtliche Realität freilich zeigt uns ganz klar und simpel, dass genau das Gegenteil der Fall ist und die Menschen, selbst jene die sich mit größter Anstrengung von diesem Selbstbetrug überzeugen wollen, leben auch nach wie vor entsprechend der Gesetzmäßigkeiten und Bedingungen des körperlichen, organisch-physischen Lebens und nicht etwa nach einer rein spirituellen Lebensart. Lediglich die Konzeptuellen Bedingungen, die Erziehung, Ausbildung und mentale Programmierung der wir uns selbst aussetzen versucht auf subtile oder auch offenkundige Weise diesen Ethärischen Aspekt des Lebens, dieses Produkt einer Einbildung eines in sich selbst verhedderten Bewußtseins einzuweben und zu vermitteln, als wären wir als Menschen etwas Besonderes, etwas Spezielles, etwas Höherwertiges als alles andere Leben. Die Folgen dessen, die Konsequenz dieser überwertigen und trügerischen Selbstidentifikation in ihrer Ausprägung einer selbstsüchtigen Hatz, einer rücksichtslosen Verfolgung des Selbstinteresses eines jeden Bewußtseins, ohne Achtung vor dem Leben das uns alle eint, die Zerstörung unserer biologischen Grundlagen und die arrogante Haltung gegenüber unseren körperlichen Notwendigkeiten, die geradezu lächerlich naiv anmutet wenn man sich traut sich des 'gesunden' Menschenverstandes zu bedienen, all diese Folgen die in Ungleichheiten, Ausbeutung, Vernichtung und Versklavung allen Lebens münden sind und bleiben aber durchaus körperlich und physisch spürbar. Es sind Menschen, Tiere, Lebewesen die diese Qualen als Konsequenzen unerer Ignoranz tagtäglich fühlen und erleiden, sehr real und sehr körperlich. Kein spiritueller Weg führt darüber hinweg oder gar darunter hindurch. Keine Religion, Kein Guru und kein Schamane hat es bisher gemeistert dieses Leiden zu lindern, kein Licht-Arbeiter hat jemals einem Kind einer ausgebeuteten, verarmten Familie den Hunger genommen, hat jemals einen Kranken geheilt oder einen dauerhaften, stabilen Zustand des Friedens und der Gleichheit begründet.
All das konnte bisher nur der Tod erreichen.

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Die erste und letzte und vielleicht stärkste Bastion der Selbsgerechten Wahl und Entscheidung für die Ignoranz ist unser Geldsystem. Durch Geld und die Zwänge, Ängste und Sehnsüchte die damit verbunden sind/werden finden wir in unserem Leben immer wieder angenehme, scheinbar erlösende Entschuldigungen und Ausreden uns NICHT für das Leben und die Eigenverantwortung entscheiden zu können. Wir zwingen uns sozusagen selbst in die Ignoranz, in die Verlogenheit und Unehrlichkeit uns selbst und dem Leben gegenüber. Warum uns selbst? Weil wir natürlich Schöpfer eben dieses Geldsystems sind. Weil wir in uns den Samen für die Frucht dieser kapitalistischen Ausbeutungsmaschinerie tragen, eben durch die isolierte Selbstidentifikation als rein gedankliche Existenz, abgetrennt von allem anderen, sogar abgetrennt von unserem Körper stellen wir uns uns selbst vor. Doch diese Unabhängigkeit ist so imaginär wie der Weihnachtsmann denn niemand lebt tatsächlich in dieser Form, als dieser Mensch den er als Bild in seinem Kopf trägt. Und vor allem hat niemand als diese Persönlichkeit tatsächlich eine Eigenständigkeit, eine Individualität, ein tatsächlich freies Bewußtsein oder gar einen freien Willen. Und genau das offenbart beispielsweise die Hypnose, die gezielte Manipulation, die Programmierung eines Geistes, eines Bewußtseins. Nicht unbedingt dadurch, dass auf jeden Fall und immer ein Mensch unter Hypnose zu allen nur erdenklichen Handlungen gebracht werden kann, denn das ist ja auch so nicht der Fall, sondern einfach durch die Tatsache, dass dieses direkte Ansprechen des Unterbewußtseins diesen immens großen Einfluß entlarvt, den es in all seiner Strukturierung die wir ihm auf unserem Lebensweg mit eingegeben haben, auf unser 'bewußtes' Leben, unsere Entscheidungen, auf das was wir Intuition nennen, auf unsere Ängste und Befürchtungen, unsere Neigungen und Vorlieben hat.

Was ist dieser Vorgang, den wir Anpassung nennen, den wir als Gewöhnung bezeichnen, wenn nicht die Umstrukturierung unserer innersten Lenkungsmechanismen entlang den Bedingungen eines bestimmten Umfeldes? Wir glauben nach einer 'Gewöhnungsphase', dass wir genau die Dinge, die uns in dem uns umgebenden Umfeld angeboten werden auch zu wollen, wir richten unsere Bedürfnisse an den Angeboten aus und glauben dann, wenn wir den Gewöhnungsprozess abgeschlossen haben, zufrieden damit zu sein, mehr noch, wir überzeugen uns selbst, dass diese Wahl, diese Entscheidungsmöglichkeiten die uns dargeboten werden unseren innerste, natürlichsten Wünschen entsprächen. Doch können die Werte und Ideale die wir unserem Leben abverlangen unterschiedlichster Natur sein, was sich in den mannigfaltigen Ausprägungen der Persönlichkeiten zeigt, nicht nur in den extremsten Unterschieden regional distanzierter Kulturen, sondern auch innerhalb eines Systems einer einzigen Gemeinschaft, bzw. einer Gesellschaft.
Die Frage die wir uns stellen müssten ist die nach dem eigentlichen Nutzen, nach der Nachhaltigkeit, der Sinnhaftigkeit und vor allem dem gemeinschaftlichen Wohl aller beteiligten, und das sind, wenn man vom Leben selbst ausgeht, alle Lebewesen dieser Existenz. Doch für die ehrliche und aufrichtige Beantwortung dieser Fragen muss der Paradigmenwechsel vollzogen werden, der die Selbstwahrnehmung aus der Sphäre der isolierten Identifiketion durch Gedanken und die täuschende Spiegelung der eigenen Person in der Außenwahrnehmung heraushebt und wieder in das Leben direkt überträgt, so wie es sich physisch real im Moment fordernd und wirkend präsentiert. Jeder Versuch der Abgrenzung, der selbstgefälligen Abhebung vom Ganzen des Lebendigen trägt zur Selbsttäuschung bei und mach das Wesen empfänglich für jedwede Art der Manipulation. Je mehr man sich herausstellt, sich der Einbildung des eigenen Mehrwertes hingibt, desto mehr wird man zu einer Marionette, zu einem unselbständigen, fremdbestimmten Objekt der Manipulation. Denn die Flucht in die eigenen Gedanken ist eine Flucht in ein Gebilde das nicht einmal authentisch ist, das überhaupt nicht einem eigenen Impuls, einem individuellen Quell, sondern lediglich der nach persönlichen Erziehungs- und Erfahrungsmustern interpretierten Version einer bereits geformten Umwelt entspringt. Darüber sollte man sich bewußt werden, wenn einem an Eigenständigkeit, Individualität und Selbstbestimmtheit gelegen ist. Verantwortungsbewußter Umgang mit der menschlichen 'Gabe' des bewußten Handelns, Planens und Entscheidens bedeutet, sich über die Funktionsweise der eigenen Vorstellungen, der eigenen Empfindungen und durch Gedanken gebildeten Ideologien klar zu werden, zu lernen, sich selbst zu verstehen, sich zu ergründen ohne all sein Erleben, Denken und Empfinden durch den Filter einer übertragenen Prämisse zu betrachten. Das bedeutet sich selbst in Selbst-Ehrlichkeit zu schulen, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, die eigenen Motive zu erkennen und ihr Entstehen zurückzuverfolgen bis der Ursprung deutlich ist und damit auch die Konsequenz in ihrer wahren Bedeutung. Allein in diesem Prozess werden einem jeden unzählige Beispiele der Selbsthypnose, der Gehirnwäsche und der suggestiven Manipulation bewußt werden von denen man bisher nichts geahnt hatte, die in ihrer gelebten Konsequenz aber unsere Entscheidungen und scheinbar frei getroffenen Entschlüsse mitbestimmt haben. Ein ernüchternder, aber auch befähigender Prozess, und gerade hier liegt der Kern des eigenständigen Verantwortungsbewußtseins, das uns dazu befähigt frei zu werden von Manipulation, Selbstbetrug und einem gebückten, sich ständig entschuldigenden Leben.
Kann ich immer und in jedem Moment für mich und meine Entscheidungen geradestehen ohne mich rechtfertigen zu müssen, ohne etwas verbergen zu müssen oder das Gefühl zu haben nicht ganz allein verantwortlich zu sein?

Fortsetzung folgt...


- der letztlich die realen und lebensnotwendigen Ressourcen zu reinen Unterhaltungszwecken einer Minderheit dem Großteil der Weltbevölkerung raubt und vorenthält, um daraufhin diese gewaltsam kreierte Schwäche noch schamlos auszunutzen, - 


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