Dienstag, 18. Juni 2013

Tag0113 - BIG / BGE - Realistisch WERDEN (2)

stickerHelsinki / Foter.com / CC BY-NC-ND


Fortsetzung zu Tag0112 - BGE / BIG - Gleiche Teilhabe am Leben für alle als Grundlage wahrer Demokratie (1)


Auszug:

"Die Angst vor fremdem Einfluss, vor Veränderung, vor Neuem, vor unbekannten Wegen und Entscheidungen die Verantwortlichkeit für alle von ihnen abverlangen würden. Es ist ein Leichtes für Politiker und Parolenschwinger jede Systemneuerung mit Angst und Befürchtungen des Verlustes zu besetzen, weil wir alle bereits das Wichtigste das ein würdiges Menschenleben ausmacht verloren haben, nämlich die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung."


„Bleiben wir mal realistisch...“ 

Diese Einleitung soll in vielen Fällen die Bedeutung einer Argumentation gegen die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens unterstreichen. Doch was heißt hier „realistisch“? Realistisch heißt in vielen Fällen, dass sich die Menschen in ihrer privilegierten Minderheitsposition in scheinbarer Sicherheit wiegen und sich mit ihren Luxus-Spielzeugen und einem Leben der selbstgerechten Bedürfnisbefriedigung zufrieden geben. Diese Menschen haben nicht ohne Grund die Befürchtung, dass in einem System der gleichen Teilhabe, der bedingungslosen Grundsicherung aller die Menschen keine Motivation zur Arbeit mehr haben würden und dass vor allen Dingen keiner mehr die Drecksarbeit verrichtet, die zum Erhalt ihres Wohlstands und Komforts notwendig ist. Der Grund ist, dass ihre einzige Motivation zu sein scheint, auf andere herabblicken zu können, dass ihr einziger Selbstwert ein künstlich im Bewusstsein generierter ist der einhundert Prozent abhängig ist von den äußeren Umständen der Ungleichheit und vor allem abhängig von anderen Menschen und der wahnhaften Vorstellung ihr eigener Wert sei größer als der der anderen, weil sie mehr besitzen, weil sie ein luxuriöseres Leben führen. Diese Selbstzufriedenheit gründet auf dem Missbrauch anderer, auf der Ausbeutung anderer, so wie unser Leben bereits jetzt zu großen Teilen darauf beruht. Unser System generiert Notstand und Mangel, führt ihn künstlich herbei um daraus Profit schlagen zu können. Sicher, das Prinzip wird sich mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen nicht sofort ändern, allerdings werden die Menschen sich wieder mehr auf sich selbst besinnen können und die Luft und den Freiraum haben eigenständige Entscheidungen zu treffen. Ihre Selbstwahrnehmung wird nicht mehr nur von vorgegebenen Strukturen des sozialen Status abhängig sein, sondern der Mensch kann sich wieder selbst erkennen, als Individuum und als Gemeinschaft des Lebens. Und daraus wird sich die Möglichkeit einer wahren demokratischen Bewegung eröffnen, in der es nicht nur die privilegierten, die Eliten sind die sich mit den wichtigen Fragen gesellschaftlichen und politischen, aber auch wirtschaftlichen Problemen und Fragen auseinandersetzen, sondern alle werden die Möglichkeit und den Zugang zu Bildung und den Ressourcen gleichermaßen erhalten so dass eine gezielte, einfache Manipulation der Massen mit dem Zweck des Zentralisierten Machterhalts kaum noch möglich sein wird. Dies kann man ja schon allein im Zuge der Entwicklung des Internets und der gestiegenen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung für immer größere Bevölkerungsanteile beobachten. Davor haben diejenigen die bisher in den privilegierten Machtstrukturen mehr oder weniger bevorteilt waren am meisten Angst, und die Prophezeiungen die sie über das Verhalten „der Menschen“ machen sind altbekannte Hetzparolen der Demagogen und sie spiegeln nichts weiter als die Durchtriebene Hinterhältigkeit ihrer eigenen Egos wieder.

Nahezu alle Argumente oder solche die es werden wollen, die Prophezeiungen einer chaotischen Entwicklung, manche erwarten gar apokalyptische Entwicklungen, basieren interessanter Weise auf Symptomatiken einer kranken Gesellschaft wie sie genau so in der unseren, derzeitigen Gesellschaft haufenweise auftreten, fast schon zur akzeptierten Norm geworden sind, obwohl sie öffentlich immer noch als Ausnahmen und Einzelfälle behandelt werden. Arbeitsunwilligkeit ist ein Symptom unseres ausbeuterischen Arbeitsmarktes, die Resignation des sich aufopfernden Angestellten der mit einem Streich seinen Arbeitsplatz verliert und feststellen muss, dass er nichts weiter als ein kleines Rädchen im Getriebe war, die unendlichen Versuche der Integration älterer Arbeitnehmer oder sogenannter Langzeit Arbeitsloser in den Arbeitsmark die in Arbeitsverhältnissen landen die nicht nur weit unter ihrer Qualifikation, sonder vor allem auch weit unter dem existenzsichernden Gehalt liegen, die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher angesichts einer Elitenbildung auf dem Arbeitsmarkt der es zunehmend unmöglich macht sich selbst, geschweige denn eine Familie mit einem geringeren Schulabschluss als dem Abitur zu ernähren, in einer Gesellschaft die Real- und Hauptschule schon als Sackgasse abgestempelt, gleichzeitig aber das Bildungsniveau in allen Bereichen immer mehr gesenkt hat. Die Kriminalität, die Drogenproblematik, die Armut und die Misshandlungen an Kindern, die Wirtschaftskriminalität, all das und noch sehr viel mehr sind Tatsachen unseres derzeitigen Systems, nicht mehr und nicht weniger. Und diese sollen nun als Gegenargumente für eine Änderung herhalten? Diese Tatsachen und diese Probleme sollen nun den einzig sinnvollen und logischen Vorschlag der eine Vielzahl der Ursachen direkt beseitigen würde entkräften? Ich verstehe diese Logik nicht und bisher konnte sie mir auch niemand plausibel erklären. Ebenso wie die Zweifel an der Finanzierbarkeit. Es ist doch eine offene Tatsache, dass unser System selbst nicht ansatzweise finanzierbar ist. Das Selbstinteresse der Persönlichkeiten und Egos der Privilegierten, der Machthabenden ist das einzige was einer Systemänderung im Weg steht. Die Angst der Menschen ist ihre Wirksamste Verteidigung, und ihre wirksamste Waffe. Wenn wir unsere Möglichkeiten und unser Potential als Menschen tatsächlich frei entfalten und leben möchten, dann müssen wir als Gemeinschaft, als Einheit in gegenseitiger Unterstützung unsere Eigenverantwortlichkeit wieder annehmen, uns selbstbestimmt lenken und Verantwortung für das Leben, also alle gleichermaßen, übernehmen. Wir müssen uns den Ängsten und Befürchtungen stellen und tatsächlich „realistisch“ werden, denn bisher traumwandeln wir in Selbstverblendung umher und halten uns verängstigt an veralteten Idealen fest, übersehen die Realität, ignorieren sie und lehnen unsere Verantwortung für die Konsequenzen in naiver Weise ab. Doch sie wird uns einholen und das Leben uns zur Rechenschaft ziehen. Die Selbstbestimmung und die eigenverantwortliche Entscheidung das Leben frei zu gestalten und dies für alle gleichermaßen zu ermöglichen gibt uns die Möglichkeit dem unausweichlichen zuvor zu kommen und die Chance die Entwicklung schöpferisch zu gestalten. Also muss es heißen „WERDEN WIR REALISTISCH“ und entscheiden wir uns für das Leben, für die Freiheit und das Vertrauen in die eigene Selbstbestimmung als Menschen, als Gemeinschaft und als Einheit, damit wir endlich wahrhaftig unser Potential entfalten können.

Fortsetzung folgt...
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Montag, 17. Juni 2013

Tag0112 - BGE / BIG - Gleiche Teilhabe am Leben für alle als Grundlage wahrer Demokratie (1)

da:Bruger:Twid / Money Photos / CC BY-SA


Die einzigen die ein Interesse am Bestehen des bisherigen Systems haben können sind diejenigen, die in übermäßigem Wohlstand leben und von Profitgier motivierte Ausbeutung der in Notlagen lebenden Menschen betreiben. Die Spitzen der Großkonzerne und vor allem die der Banken.

Der Mensch hat noch nie eine Arbeitsmotivation durch einen anderen, mächtigeren Menschen gebraucht der ihn unter Androhung der Entziehung seiner Existenzgrundlage zur Arbeit zwingt. Daraus kann kein produktives Schaffen entstehen, das dem wahre Potential des Menschen entspricht. Daraus entsteht Zwangsarbeit die wie man aus geschichtlicher Erfahrung weiß zwar schnell und relativ günstig zu beschaffen ist, die aber keineswegs an die Produktivität und Leistung freiwilliger, selbst-motivierter Arbeit heranreicht. Es sind nicht die Interessen der Menschen des Staates die die Gegner einer Existenzsicherung verfolgen, sondern es ist die Angst ihre privilegierte Stellung zu verlieren, die sie aufgrund eben dieser ungleichen Machtverteilung und aufgrund der Zwangsarbeit anderer unrechtmäßig erlangt haben. Sie sind in höchstem Maße selbstsüchtig und in ihrem Horizont beschränkt. Wolle wir uns nach diesen Menschen richten, von diesen Menschen die Zukunft unserer Kinder bestimmen lassen, allein aus dem Grund dass sie über mehr finanzielle Macht verfügen? Ohne zu hinterfragen was sie mit dieser Macht anstellen, wessen Interessen sie wirkliche verfolgen und vor allem WIE sie diese Macht erlangt haben? Es sind die innovativ denkenden Visionäre einer gleichberechtigten Zukunft denen ich das Leben Meiner Kinder mit anvertrauen möchte, nicht verängstigte Volksverhetzer, veraltet denkende Idealisten eines aristokratischen Kapitalismus.
Das Recht auf gleiche Teilhabe am Leben, an der Gesellschaft, ist nicht etwas das jemand einem anderen zugestehen kann, es ist angeboren, gleich verteilt. Wenn eine Gesellschaft darauf beharrt persönliche Eigentumsrechte an Land und Ressourcen ungleich zu verteilen, dann ist es als eine Selbstverständlichkeit zu betrachten, dass ein Ausgleich stattfindet, frei nach dem Motto „Eigentum verpflichtet“ müssen diejenigen die anderen den Zugang zu diesen Ressourcen untersagen einen Ersatz leiten. Und der sollte nicht ausschließlich darin bestehen, dass sie andere auf ihrem Land arbeiten lassen um sie mit einem Lohn abzuspeisen der gerade einmal die nötigsten täglichen Bedürfnisse deckt, wenn überhaupt.

Die Bedeutung ist nicht neu, der Sinn erschließt sich jedem der sich selbst frei und selbst-ehrlich zu erkennen vermag, der seine Existenz auf der Grundlage des Lebens selbst identifiziert. Sie ist auch überall auf der Welt schon mehrfach in der Geschichte und auch ganz aktuell diskutiert und erwähnt worden. Lediglich durch die gezielte Manipulation und die persönliche Interessenverfolgung der Machthabenden Eliten wurden diese Ideen immer wieder boykottiert, unterschlagen und verschwiegen. Und auch heute ist das Schüren der Ängste der Menschen Hauptargumentationsmethode bei dem Versuch die Schaffung einer gleichen Grundlage, der wahrhaftigen Umsetzung der grundlegendsten Menschenrechte zu verunglimpfen und unmöglich zu machen.

Folge dieser Propaganda Arbeit ist unter anderem, dass selbst diejenigen die sich ihr Leben lang dem derzeitigen Arbeitssystem für halbwegs ordentliche Löhne aufgeopfert haben, die ihr Leben hauptsächlich einer Arbeit gewidmet haben die zwar sie und ihre Familie ernährt, die aber keinerlei Sinn für sie selbst, und auch kaum nachhaltigen Wert für sie und ihre Kinder bedeutet, dass selbst diese Menschen in Angst vor einer Gleichsetzung aller leben, da sie das bisschen Anerkennung und Erhabenheit das sie gegenüber denen die nichts besitzen empfinden dadurch verlieren könnten. Aber die Angst ist vielfältig, über Generationen eingeimpft und eingeprägt in die Geister, in ihre Persönlichkeiten. Die Angst vor fremdem Einfluss, vor Veränderung, vor Neuem, vor unbekannten Wegen und Entscheidungen die Verantwortlichkeit für alle von ihnen abverlangen würden. Es ist ein Leichtes für Politiker und Parolenschwinger jede Systemneuerung mit Angst und Befürchtungen des Verlustes zu besetzen, weil wir alle bereits das Wichtigste das ein würdiges Menschenleben ausmacht verloren haben, nämlich die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung.

Fortsetzung folgt...

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Day 420: Basic Income and Minimum Wage
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Samstag, 15. Juni 2013

Tag0111 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil8) - "Push my buttons!" (Das soziale Talent)

CapCat Ragu / Foter.com / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu Tag0110 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil7) - Kultur, die trügerische Entwicklung

Auszug:

"Die Kultur kultiviert den Menschen nicht, das ist von außen nicht zu bewerkstelligen. Ein derartiger Versuch wird immer nur eine Konditionierung bleiben, erzeugt durch ein Belohnungs- und Bestrafungs-System, das immer aufrecht erhalten werden muss, nichts davon bleibt wenn die äußeren, künstlichen Umstände verschwinden. Nur der Mensch selbst kann sich „kultivieren“ im eigentlichen Sinne, indem er sich selbst verstehen lernt, indem er sieht was er wann sähen muss und was er dann erntet, indem er seine Emotionen, seine Gefühle und seine Reaktionen versteht und (an)erkennt, dass er selbst sie kreiert, dass er selbst sein eigener Schöpfer ist. Ohne diese Grundlage ist jede Gesellschaftsform, jede Kultur parasitär, befallen vom Virus der Angst des Individuums vor dem Leben und seiner Verantwortung, sie kann nicht 'gesunden' ohne den Willen des Einzelnen die eigenen Schritte zu tun, aufzustehen, aufzuwachen und das Leben zu leben, eigenverantwortlich, selbst-ehrlich und selbstbestimmt."


Für den Einzelnen bedeutet der Schritt zur Selbstbefreiung von den konditionierten und internalisierten Verhaltensmustern und Wertvorstellungen, dass seine Entwicklung innerhalb seines Umfeldes als feindselig, ablehnend und auch als Arrogant oder Überheblich aufgefasst werden kann. Das liegt einfach daran, dass man in der Dekonstruktion der entwickelten Normen und Verhaltensstrukturen ihre Ursächlichkeit und bisweilen auch ihre missbräuchliche Natur direkt offenlegt, auch wenn diese innerhalb der Muster die man erlernt hat in der Regel erfolgreich verschleiert wurde. Menschen die sich bis zu einem gewissen Punkt diesen Strukturen und Werten verschrieben haben, da diese ihre Gewohnheiten und auch ihre Identität für sie bedeuten werden sich gegen die Erkenntnis wehren. Sie haben alle erdenklichen Interpretationen zur Hand, die dem Gegenüber hinterhältige und niedere Motive unterstellen, das sie durch die gelebte Offenlegung dieser Verhaltens- und Denkweisen und ihrer wahren Natur ihrer eigenen Grundlage beraubt werden, diese zu eben den missbräuchlichen und verschwenderischen Zwecken einzusetzen. Daher ist es ganz besonders schwierig zwischen Menschen, die sich bereits seit vielen Jahren kennen oder zu kennen glauben, sich nicht auf diesen angestrebten Machtkampf einzulassen, um selbst nict gebremst oder verleitet zu werden diese Denkweisen und Verhaltensmuster, die emotionalen Reaktionen wieder anzunehmen und in diese Strukturen zurückzufallen. Dass dies bisweilen in einer solchen Konstellation geschieht ist wahrscheinlich unvermeidlich und kann durchaus auch genutzt werden um an bestimmten Reizpunkten noch einmal gründlich bei sich selbst nachzuforschen, da man an solchen Rückfällen natürlich erkennt, dass man noch nicht gründlich genug nachgeschaut und die eigenen Denk- und Wertsysteme noch nicht ausreichend erkannt und verstanden hat. Ob man sich tatsächlich selbstbestimmt und selbst-ehrlich, also auch frei und verantwortungs-bewusst verhält erkennt man an der Schuldzuweisung. Empfindet man eine emotionale Reaktion und hält man diese Reaktion auch noch so sehr für gerechtfertigt und natürlich, sie ist ein zerstörerisches und selbst-trügerisches Programm, aus Unsicherheit und Angst entstanden, das nun versucht auf missbräuchliche Weise das Gegenüber in die Verantwortung zu zwingen. 

Und auch wenn die eigentliche Konfliktsituation, der Ausgangspunkt der Auseinandersetzung eine solche Reaktion war, so ist deshalb nicht derjenige der zuerst aggressiv, provozierend oder diffamierend agiert hat der Verursacher oder Schuldige des Verlaufs. Die Gesamtsituation ist fast niemals so einfach, im Besonderen in einer Partnerschaft. Beide haben sicher zu der Möglichkeit dieses Ausgangspunktes beigetragen, haben ihn gemeinsam manifestiert. Und so erschließt sich auch, dass Schuldzuweisung in keinem Fall Grundlage einer Lösung der Problematik sein kann. Im Gegenteil, der Prozess der Befreiung von eben diesen Interaktionen, der Überwältigenden Emotionen und den unkontrollierten Ausbrüchen, der fehlgeleiteten Selbstrechtfertigungen ist ein Prozess der Befreiung von externalisierten Schuldideen und hin zu der Einsicht der eigenen Verantwortlichkeit und schöpferischen Mittäterschaft an allem was einem widerfährt. 

Das System des Denkens, die Konzepte, Ideale, Vorstellungen, Erwartungen und die emotionalen Verknüpfungen konstituieren die Auseinandersetzung, sie halten das interaktive Programm aufrecht und sorgen für die energetische Auf- und Entladung. Dieser ganze Prozess ist ein verzehrender, nutzloser Prozess, denn er basiert einzig auf Interpretation ganz persönlicher Erinnerungen. Die Externalisierung der Schuld ist eine Flucht vor dem Selbst, ist eine Flucht vor der Eigenverantwortung.

Und so muss man auch die Reaktionen des Umfelds verstehen können, muss offen bleiben auch wenn man angegriffen wird, falschen Verdächtigungen ausgesetzt oder verurteilt wird. Man muss die Interpretationen der / des anderen verstehen können, weil man sich selbst sonst nicht verstanden hat. Und dann ist es eine Prüfung eben nicht auf diese Unterstellungen emotional zu reagieren. Natürlich wird das eigene Verhalten dann um so mehr als Arroganz oder Kälte wahrgenommen und man wird nach immer wirksameren Methoden der Provokation suchen. Das sind Dinge die man verstehen muss, mit denen man zu leben lernen muss. Es kann durchaus auch sein, dass es für alle beteiligten besser ist in einer bestimmten Lage weiter mitzuspielen, zumindest zeitweise so zu tun als sei man selbst noch in diesen Reiz-Reaktionsmustern gefangen, um den oder die anderen zu schonen. Das ist in unserer Welt ein kompliziertes Unterfangen, kein Zweifel. Eine Herausforderung an das eigene soziale Talent. 


Mittwoch, 12. Juni 2013

Tag0110 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil7) - Kultur, die trügerische Entwicklung

Locutus Borg / Foter.com / CC BY-SA


Fortsetzung zu Tag0108 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil6) - Zersetzender Irrtum

Auszug:

"Aber woher stammen diese absurd anmutenden Annahmen, was macht uns glauben, dass dieses Leben „für uns“ da wäre und warum sehen oder erkennen wir uns nicht als dieses Leben? Ist es nicht die Angst, und nur die Angst die in uns hineingelegt, die uns einprogrammiert wird, die uns zu diesem Standpunkt verdammt und uns auf diesem Level der Selbstwahrnehmung gefangen hält? Es gibt tatsächlich in diesem Dasein keinen einzigen Anhaltspunkt, keinen realen Zwang der uns dazu bringen könnte uns allein auf das Bewusstsein zu reduzieren. Es gibt keinen Anlass zu glauben wir könnten uns freisprechen von der Verantwortung für das Leben als solches, für alle Konsequenzen unserer Handlungs- und Lebensweise. Die unbegründete Angst vor den Tatsachen lässt uns eine Illusion kreieren die uns angenehmer und bequemer erscheint, wir benutzen die Fähigkeiten unseres Bewusstseins und unserer Gedanken um uns zu verschanzen und um zu versuchen uns vor der Wirklichkeit zu schützen – aus Angst. Doch eigentlich hindern wir uns am Leben, wir verhindern unsere Entwicklung, schränken uns ein in dem Glauben wir würden damit der Verantwortlichkeit für diese Realität entgehen."



Was bleibt von den Vorstellungen und Idealen, wenn der Mensch sich seinem Ende nähert? Was bleibt von seinen Erlebnissen, Erfahrungen und Erinnerungen, von seinen angehäuften Gütern? Was bleibt übrig im Angesicht des Todes? Sicher, wir sprechen immer wieder davon, dass 'man nichts mitnehmen' könne, doch wissen wir wirklich was wir damit meinen? Und was bedeutet das, „nichts mitnehmen“? Wir sprechen als wüssten wir wohin wir gehen, dabei wissen wir nicht einmal, ob wir überhaupt irgendwohin gehen. Viel näher liegt doch die Tatsache, dass wir als das was wir sind und waren, als unsere körperliche Existenz nirgendwo hingehen. Wir bleiben hier, mitten unter den lebenden, mitten im Leben sogar. Unsere lebendige Substanz löst sich auf und geht in neue Formen über, bleibt dem ewigen Kreislauf erhalten. Nichts verschwindet aus diesem Dasein. Es ist nur der Glaube in der Hilflosen Erkenntnis der Lebenslüge, des menschlichen Verrats am Leben, an der physischen Substanz, der Existenz. Der Missbrauch, die Nutzung dieser Lebensgrundlage zur Bereicherung der Bewusstseinswahrnehmung, der scheinbaren Entwicklung eines Programms das NICHTS ist ohne das körperliche Leben, das auf ihm reitet, das es befällt, ein Wahn ist der Mensch in seiner Gedankenverlorenen Selbstwahrnehmung, in seiner selbst gewollten Isolation im Geiste. Wir haben eine Kultur geschaffen, die uns von der Wurzel unseres Selbst trennt, die uns verdursten lässt. Und diesen Durst müssen wir zu stillen versuchen und das tun wir gemäß den anerzogenen, konditionierten und programmierten Systemen die lediglich Momente körperlicher Empfindungen erzeugen, kurze Hochgefühle, „Happyness“, Befriedigung. Aber wir sind nicht Herr dieser Sinne, dieser Interpretationen dieser chemischen Reaktionen. Die Schlüsselreize und Objekte der Begierde werden künstlich von der akzeptierten Wertnorm einer bestimmten Kultur erzeugt. Sie können völlig unterschiedlich sein und allein in dieser Ausprägung der kulturellen Eigenheiten mag der Mensch „verschieden“ Sein. Die zugrundeliegenden Systeme aber, die Strukturen, das Design des Menschlichen Apparates sind absolut gleich, da gibt es nichts zu rütteln. Keine dieser Ersatzbefriedigungen kann den eigentlichen Durst je stillen. 

Die Gleichheit des Menschen muss nicht bewiesen werden, ihre Annahme und Akzeptanz ist keineswegs eine Anmaßung wie so oft behauptet wird. Die Behauptung aber, jeder Mensch habe das individuelle Recht sich frei zu entfalten und seine Bedürfnisse zu befriedigen, selbst wenn dies bedeutet, dass er dabei zwar innerhalb einer isolierten, gemeinschaftlichen Wertnorm akzeptiert ist und Bestätigung findet, diese Gesellschaftliche Lebensweise aber die grundlegendsten Rechte des Lebens, der gemeinsamen Teilhabe am Leben und den Ressourcen anderen abspricht, ihr Recht auf Leben und Freiheit einschränkt und sie ausbeutet, dieses Dogma ist in höchstem Maße anmaßend und tyrannisch. Nein, weder die vereinzelte Abtrennung jedes Individuums im Geiste, noch die Abtrennung einer gemeinschaftlich akzeptierten Wertnorm einer Gruppe, eines Volkes einer Nation ist aufrichtig, wahrhaftig und akzeptabel – wenn man sich als Mensch „frei“ nennen will, wenn man eigenverantwortlich und mündig leben will. 

Die Gier nach Macht, nach symbolischen Werten hat bisher noch jede Kultur vernichtet, ohne Ausnahme. Die Gier, die unkontrollierten, unverstandenen sogenannten Triebe des Menschen sind in allen Kulturen gleich. Es ist die Akzeptanz einer scheinbaren Alternativlosigkeit, die Lüge der Unveränderbarkeit der Menschlichen Natur die uns bremst und davon abhält uns weiter zu entwickeln, nicht die Stärke oder Schwäche eines bestimmten Systems, einer bestimmten Kultur. Es gibt keine Starke Kultur, sie sind alle vom selben Gedanken befallen der sie zersetzt. Die Angst vor der Eigenverantwortlichkeit als Mensch, die Angst vor der universalen Verantwortung für sich selbst als das Leben. Die Kultur kultiviert den Menschen nicht, das ist von außen nicht zu bewerkstelligen. Ein derartiger Versuch wird immer nur eine Konditionierung bleiben, erzeugt durch ein Belohnungs- und Bestrafungs-System, das immer aufrecht erhalten werden muss, nichts davon bleibt wenn die äußeren, künstlichen Umstände verschwinden. Nur der Mensch selbst kann sich „kultivieren“ im eigentlichen Sinne, indem er sich selbst verstehen lernt, indem er sieht was er wann sähen muss und was er dann erntet, indem er seine Emotionen, seine Gefühle und seine Reaktionen versteht und (an)erkennt, dass er selbst sie kreiert, dass er selbst sein eigener Schöpfer ist. Ohne diese Grundlage ist jede Gesellschaftsform, jede Kultur parasitär, befallen vom Virus der Angst des Individuums vor dem Leben und seiner Verantwortung, sie kann nicht 'gesunden' ohne den Willen des Einzelnen die eigenen Schritte zu tun, aufzustehen, aufzuwachen und das Leben zu leben, eigenverantwortlich, selbst-ehrlich und selbstbestimmt.

Fortsetzung folgt!


Montag, 10. Juni 2013

Tag0109 - Das Joch des Bewusstseins 1 - Selbstbeschränkung

Anant N S (www.thelensor.tumblr.com) / Amazing Photos / CC BY-NC-ND


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich immer wieder von meinem Leben HIER ablenken zu lassen, mich in Gedanken und Vorstellungen zu verlieren während das Leben selbst an mir vorbeizieht, die Möglichkeiten tätig zu sein, etwas zu schaffen, mich voll und ganz einzusetzen für und als das Leben, an mir und damit am Leben selbst zu arbeiten, am Menschen und seiner Welt, seiner Selbstwahrnehmung, seiner Kontrolle und seiner notwendigen Neugestaltung als Mensch, als Lebewesen um die menschlichen Fähigkeiten dem Leben zuzuführen, sie für das Leben einzusetzen in der gelebten Erkenntnis der Einheit und Gleichheit allen Lebens und der Verantwortlichkeit des menschlichen Seins für sich selbst und das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe mir immer wieder vor Augen zu führen dass mein Leben vergänglich ist, dass ich in der Zeit die ich als Mensch, in dieser Form des Lebens bin die Möglichkeiten nutzen, mich selbst bestimmen und verstehen muss um dem Leben zur Freiheit von der Unterjochung unter das künstliche Programm des menschlichen Bewusstseins zu verhelfen, um selbst als Beispiel für mich der Beweis der Einheit und Gleichheit des Lebens zu sein und die heuchlerischen Lügen, den Selbstbetrug und die Selbstverstümmelung durch die Ideologien menschlicher Überlegenheit, menschlicher Führungsmoral und dem Glauben an eine erhabene Stellung im Naturgefüge zu entlarven, ihre wahre Natur und grundlegenden Motive offen zu legen, aufzuzeigen dass sie der Angst, der Selbstsucht und dem naiven Glauben an die persönliche Geschichte als überdauernde Existenz entspringen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in meiner eigenen Angst vor dem Tod nicht die programmierte Illusion der Selbstliebe als eine Geschichte, eine Vorstellung und Idee von mir selbst zu erkennen die nicht im Ansatz meine eigene ist, deren Werte nicht die meinen sind und deren Funktion allein der Systematik dienen soll, die von uns selbst uns auferlegt ist als Projektion unserer selbstverursachten Ängste, die die konstruierte Figur einer beschützenden Macht darstellt die aus uns selbst entsteht ebenso wie deren Gegenpol als die Ursache unserer Ängste.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst auf dem Weg zur Selbstbefreiung, der Hingabe an das Leben und damit an die Befreiung allen Lebens immer wieder durch meine Bewusstseinskonditionierung, durch meine unbeachteten Ängste und unkontrollierten, unverstandenen emotionalen Muster zu sabotieren und zu bremsen, das ich dabei immer wieder versucht habe die Schuld bei anderen zu suchen, in den Umständen, in dem Verhalten anderer Personen oder aber der Hilflosigkeit die ich mir einbilde als Selbstschutz vor meiner Verantwortlichkeit für und als das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als ein Bild, eine Geschichte meiner Erinnerungen zu sehen, als eine Projektion geformt aus meiner Interpretation der Reaktionen anderer, des Verhaltens anderer und den Emotionen die ich dabei empfunden habe, dass ich mir nicht klar und bewusst gemacht habe wie sehr ich mich in dieser Selbstwahrnehmung beschränke, aufgebe und zum Spielball äußerer Umstände mache und vor allem auch dass ich für die Konsequenzen für mich und mein Leben, all der Entwicklungen die sich daraus auch für andere ergeben, die Verantwortung trage, da die Entscheidung mich nach den Mustern, den Werten und Vorstellungen die ich anderen unterstelle zu richten, anstatt meine eigenen Vorstellungen, Werte und emotionalen Reaktionen zu verstehen und mich eigenverantwortlich an mir selbst und dem Leben auszurichten, eine selbst getroffene Entscheidung ist.


Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben mir immer vor Augen zu halten, dass jede Entscheidung, in jedem Moment des Tages meine ganze Verantwortung ist, dass ich in diesen Entscheidungen das Leben selbst in Erwägung ziehen muss und klar sehen und verstehen kann, dass alle Ausflüchte die mich dazu bringen sollen für mein Leben nicht die Verantwortung zu übernehmen und sie stattdessen den Umständen, anderen Personen und deren Verhalten zuschreiben sollen ein Selbstbetrug sind und nur die selbstgerechten egoistischen Triebe der konditionierten, künstlich generierten und durch Angst motivierten Persönlichkeit einer Konsumkultur sind, die dem Untergang geweiht ist und für einen bewusst lebenden, verantwortungsbewussten Menschen der sich Gleich mit dem Leben sieht vollkommen inakzeptabel ist.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit in jedem Moment emotionaler Überwältigung, in jedem Moment der reaktiven Selbstrechtfertigung der Ursache auf den Grund zu gehen und die Ängste mir selbst gegenüber aufzudecken die zu dem emotionalen Sturm geführt haben und mir die Strukturellen Abläufe meiner Gedankenmuster zu vergegenwärtigen um mir selbst vergeben zu können, sie zu lösen und mich neu am Leben auszurichten.

Fortsetzung vorgesehen


Tag0108 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil6) - Zersetzender Irrtum

Navy Blue Stripes / Love Photos / CC BY-NC-ND


Fortsetzung zu Tag0107 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil5) - Die konditionierte Angst vor dem Leben

Auszug:

"... Denn nur durch die Angst wird das System gesteuert und am Leben gehalten. Die Angst die ebenso irreal und grundlos ist wie die Macht mit der wir ihr zu begegnen versuchen. Immer und immer wieder werden einzelne an die Oberfläche gespült, erlangen das Gefühl von Kontrolle und ignorieren die Kurzweiligkeit ihres Glücksgefühls, strampeln heftig, treten nach unten und wähnen sich in Sicherheit bis die nächste Welle sie erfasst und wieder unter Wasser zerrt wo sie immer noch strampeln, aber eben auch wieder getreten werden. So erhalten wir dieses System, unsere Schöpfung, das Ergebnis unserer Selbstaufgabe. Durch Gestrampel und verzweifelte Schwimmversuche in einem Meer aus Idealen, Träumereien und falschen Vorstellungen."


Die Strukturen der Systeme und Ordnungen die wir Gesellschaften und Kulturen nennen sind Spiegel unserer inneren Systeme und Strukturen, unserer Werte und unserer Selbstwahrnehmung, dem Verhältnis in das wir uns zu „der Welt“ setzen. Und dieses Verhältnis birgt einen grundlegenden täuschenden Fehler in sich dem wir erliegen, nämlich den des abgetrennten Geistes, der Separation unserer Selbst als Gedankenwesen. Von diesem Standpunkt aus interpretieren wir ein Verhältnis zunächst zu unserem Körper, betrachten ihn als etwas das wir benutzen, als eine Art angewachsene Maschine, einen Apparat der dazu dient uns in dieser Welt, von der wir uns ebenfalls gedanklich distanzieren und isolieren, behilflich zu sein, unser Verweilen hier so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Das scheint die Intention allen Strebens zu sein, in dem Glauben dass wir, wenn uns einst der Tod vom Körper trenne, mit all den Erfahrungen und Erlebnissen die wir in und durch den Körper hier gemacht haben in eine andere Ebene eintauchen und dort die Früchte dieses Lebens genießen könnten. Es ist nicht ganz so einfach und hier etwas abstrakt dargestellt, doch im Prinzip unterliegt den menschlichen Bestrebungen und Zielen eben diese Annahme.

Aber woher stammen diese absurd anmutenden Annahmen, was macht uns glauben, dass dieses Leben „für uns“ da wäre und warum sehen oder erkennen wir uns nicht als dieses Leben? Ist es nicht die Angst, und nur die Angst die in uns hineingelegt, die uns einprogrammiert wird, die uns zu diesem Standpunkt verdammt und uns auf diesem Level der Selbstwahrnehmung gefangen hält? Es gibt tatsächlich in diesem Dasein keinen einzigen Anhaltspunkt, keinen realen Zwang der uns dazu bringen könnte uns allein auf das Bewusstsein zu reduzieren. Es gibt keinen Anlass zu glauben wir könnten uns freisprechen von der Verantwortung für das Leben als solches, für alle Konsequenzen unserer Handlungs- und Lebensweise. Die unbegründete Angst vor den Tatsachen lässt uns eine Illusion kreieren die uns angenehmer und bequemer erscheint, wir benutzen die Fähigkeiten unseres Bewusstseins und unserer Gedanken um uns zu verschanzen und um zu versuchen uns vor der Wirklichkeit zu schützen – aus Angst. Doch eigentlich hindern wir uns am Leben, wir verhindern unsere Entwicklung, schränken uns ein in dem Glauben wir würden damit der Verantwortlichkeit für diese Realität entgehen.

Ein fataler Irrtum, todbringend, vernichtend, zersetzend. Alles was der Mensch auf der Grundlage dieser Annahmen aufbaut bringt Vernichtung, wird die Gesellschaften zersetzen, soziale Geschwüre Schaffen die das Gesamtgefüge erkranken und untergehen lassen. Nur die Illusion der Funktionierenden Gesellschaft kann diese Zeit des Zusammenbruchs verlängern. Daher sind die Gesellschaften mit den meisten Möglichkeiten der Zerstreuung, der multimedialen Selbstbetäubung, dem freien Zugang zu sozial akzeptierten, degenerativen Nervengiften, diejenigen die sich am längsten halten, aber dafür die größten pathologischen Schäden aufweisen.

Fortsetzung folgt...


Donnerstag, 6. Juni 2013

Tag0107 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil5) - Die konditionierte Angst vor dem Leben

h.koppdelaney / Art Photos / CC BY-ND


Fortsetzung zu Tag0106 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil4) - Das Leben als überdauernder Wert

Auszug:

"Wofür sollte ich sonst leben, wenn ich dafür, dass mein Sohn, dass alle Kinder diese Erde in einer Welt frei von Machtmissbrauch, von Ausbeutung, sinnlosen ideologischen Zwängen sich entfalten können, sich selbst identifizieren können als das Leben, als diese Existenz in Einheit? Das sind die eigentlich überdauernden Werte die für alle gleich sind, deren Bedeutung niemand künstlich herauf- oder herabsetzen kann, mit denen es sich nicht handeln lässt, außer durch Missbrauch und gewaltsam geschaffene Ungleichheit. Und so lebe ich nicht für andere, sondern als andere, als eins mit dem Leben selbst. Unbestechlich, unerschütterlich, selbst im Fall."


Wir schaffen uns die Welt als Manifestation unserer Gedanken. Das mindeste was wir tun können ist, diese Gedanken verstehen zu lernen um die Grundlagen unserer Existenz und unserer Lebensweise selbst zu bestimmen. Und letztlich ist die Grundlage unserer Existenz, der gemeinsame Nenner unserer Leben das,was uns eint, die physische, körperliche Existenz.

Wir sind so sehr beschäftigt mit unseren Gedanken, gefangen im Prozess der Analyse unwirklicher, imaginärer Ereignisse, dass wir das Leben überhaupt nicht mehr wahrnehmen und unsere Handlungsmöglichkeiten vollkommen einschränken. Wir sind erzogen und aufgewachsen, sind programmiert worden zu einer denkenden Drohne die nur noch im System funktionieren, nicht aber ihr tatsächliches Potential als Schöpfer neuer Lebenswelten erkennen und erfassen soll, die in der zerfressenden Angst lebt, oder besser gesagt vegetiert, jeder eigenständige Schritt, jede selbstbestimmte Entscheidung könne zu ihrem eigenen Verhängnis führen. Und natürlich kann sie das auch, doch immerhin war es dann eine eigene, selbstbestimmte Entscheidung. Und wenn von vornherein der unumstößliche Fakt klar ist, dass die Selbstbestimmung, das Leben an sich Verantwortlichkeit für die eigenen Entscheidungen und Handlungen mit sich bringt, dann ist auch eine Verhängnisvolle Entscheidung eine gute Entscheidung, denn sie entspringt direkt dem bewusst gelebten Leben. Erst in dieser Form kann auch eine sogenannte Fehlentscheidung überhaupt einen Lerneffekt haben. Doch wir haben das völlig verkannt, haben diese Lebenskraft völlig verloren. Wir glauben oder sind mit dem Glauben geimpft worden wir könnten von den Entscheidungen anderer lernen oder von ihnen profitieren, vor allem deshalb weil wir uns einbilden, dass die Entscheidungen anderer gleichzeitig auch die Verantwortung anderer bedeutet. Das ist nicht nur naiv, sondern auch hochgradig missbräuchlich, denn damit versucht man sich selbst abzusichern, sich selbst ein Leben zu borgen und gleichzeitig anderen die Versuchsreihe mit all ihren Konsequenzen zu überlassen. 

Es ist tatsächlich recht traurig und mitleiderregend den Menschen dabei zuzusehen wie sie in ihrer Angst vor dem Leben, und auch vor dem System, der Kultur, der Gesellschaft, dem GELD-System aber vor allem, dessen Schöpfer und Handlanger wir alle ausnahmslos sind, zitternd und verzweifelt immer wieder versuchen sich bei jedem Schritt des Lebens, bei jeder Entscheidung bei anderen abzusichern, sich zu vergewissern und zu fragen „bist du auch dieser Meinung?“, „Glaubst du, ich sollte das tun?“, „Das ist dir doch auch schon mal passiert?“ und so weiter. Dabei geht es bei diesen Fragen in keiner Weise um die Suche nach Rat oder echter, ehrlicher Hilfe. Im Grunde haben sie sich innerlich schon entschieden und sie haben folgende Kriterien angewandt:
welche Lösung bringt mir am meisten Profit und Vorteile? Und wenn das bedeutet dafür andere hintergehen zu müssen oder unehrlich zu sein, wie kann ich das am besten verbergen oder rechtfertigen? Und jetzt suchen sie für genau diesen Weg den sie sich überlegt haben eine Bestätigung, sie schildern die Sachlage mit größter Sorgfalt und vorsichtig um die wahre Agenda bloß nicht zu entlarven und versuchen für ihre selbsterdachten Selbstrechtfertigungen eine Absolution zu bekommen, indem ihnen ein anderer zustimmt oder zugibt einmal etwas ähnliches getan zu haben. Dies soll nun ihre Unsicherheit beseitigen und ihre moralische Selbstwahrnehmung stabilisieren. Dabei hintergehen sie in diesem Prozess sich selbst, täuschen die anderen Menschen die sie mit ins Boot holen indem sie sie benutzen und letztlich, wenn der durchdachte Plan fehlschlagen oder nicht den erhofften Erfolg haben sollte, klagen sie entweder offen oder insgeheim genau jene an, die sie zuvor um ihre Meinung und ihren Rat gebeten haben. Sollten sie jedoch Erfolg haben, werden sie diesen natürlich als ihre eigene Leistung verkaufen, allenfalls gönnerhaft den unterstützenden Rat erwähnen. Das ist sowohl in privaten Kreisen der Familie und der Freunde als auch auf politischer Ebene zu finden. Dieses Prinzip wendet der zutiefst verunsicherte, unselbständige und unmündige Bürger in allen Lebensbereichen an. Die wahren Motive dieser Rückversicherung sind leicht zu entlarven, eben indem man diesen Menschen eine absolut ehrliche Antwort gibt und vielleicht noch die eine oder andere investigative Frage stellt. Man kann sehr schnell erkennen, dass der Mensch der einen im Vertrauen um Rat fragt schon im Vorfeld genau weiß, was er hören will und sollte man ihm eine abweichende Antwort geben dann wird seine Reaktion nicht ein offener argumentativer Austausch, sondern eine beharrlich ablehnende, bisweilen aufbrausende, oder aber arrogante Haltung sein, beispielsweise wird unter Umständen einfach unterstellt, man könne sich seine Lage einfach nicht vorstellen oder man sei zu engstirnig, zu naiv, oder schlicht gesagt zu blöde um die Problematik zu verstehen. Ein wirklich ernst gemeinter, guter Ratschlag, der sie sehr wahrscheinlich aus ihrem Gedankenmuster der Selbstrechtfertigung lösen würde wird in aller Regel als persönlicher Angriff aufgefasst, als Arroganz oder Besserwisserei. Und ein solcher Rat oder Hinweis ist natürlich auch ein Angriff auf die Persönlichkeit und ihre versteckte Agenda der Selbstsucht, daher ist diese Reaktion zu erwarten und ganz normal. Nichts und niemand wird durch bloßes Reden einen anderen von seiner zielstrebigen Verfolgung des persönlichen Vorteils abbringen können. Dazu taugt nur das lebendige Beispiel, und auch nur dann, wenn der grundsätzliche Wille besteht.

Ja, es ist tatsächlich mitleiderregend, aber man darf dort nicht stehenbleiben und sich selbst als „Beobachter“ missverstehen. Denn dies sind die Konsequenzen unser aller Mitarbeit und daher ist es in unserer Pflicht für das Ende dieses Selbstmissbrauchs zu sorgen indem wir uns der Angst stellen die uns eingepflanzt ist. Indem wir sie überwinden und entmachten. Denn nur durch die Angst wird das System gesteuert und am Leben gehalten. Die Angst die ebenso irreal und grundlos ist wie die Macht mit der wir ihr zu begegnen versuchen. Immer und immer wieder werden einzelne an die Oberfläche gespült, erlangen das Gefühl von Kontrolle und ignorieren die Kurzweiligkeit ihres Glücksgefühls, strampeln heftig, treten nach unten und wähnen sich in Sicherheit bis die nächste Welle sie erfasst und wieder unter Wasser zerrt wo sie immer noch strampeln, aber eben auch wieder getreten werden. So erhalten wir dieses System, unsere Schöpfung, das Ergebnis unserer Selbstaufgabe. Durch Gestrampel und verzweifelte Schwimmversuche in einem Meer aus Idealen, Träumereien und falschen Vorstellungen.

Fortsetzung folgt...