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Dienstag, 1. Januar 2013

Tag 100 / 101 - Experimente mit Selbsthypnose / Analyse und Fortsetzung (T5)

h.koppdelaney / Foter / CC BY-ND


Fortsetzung der Blogreihe "Experimente mit Selbsthypnose":
Tag 87/88/89 - Meine Experimente mit Selbsthypnose Einleitung (T1)
Tag 90/91 - Meine Experimente mit Selbsthypnose / Die Flucht ins Bewußtsein (T2) 
Tag 93/94/95 - Experimente mit Selbsthypnose / Wer ich bin in Gedanken verloren (T3)
Tag 96 / 97 - Experimente mit Selbsthypnose / Selbsttest 1 (T4) 

Nach nochmaligem Anschauen meiner eigenen 'Hypnosesitzung' habe ich interessanterweise festgestellt, dass ich eine Methode der Manipulation in der Hypnose angewandt habe, ohne es zu merken/zu wissen. Die in das Hypnoseskript von mir selbst eingebaute Frage nach einem beschreibenden Wort für meine Empfindung des Zustandes wurde von mir mit Schwere beantwortet. Tatsächlich habe ich meine Glieder, meinen Körper zwar als sehr entspannt, aber auch als schwer empfunden. Diese beiden Eindrücke müssen ja nicht zwangsläufig miteinander einhergehen und daher habe ich mich gefragt warum ich gerade Schwere empfunden habe. Schließlich könnte gerade die hier verwendete Visualisierung von Strand, Wasser und Wellen ja auch eher ein Gefühl der Leichtigkeit und des Getragen-seins suggerieren. Als ich aber meine Einleitung nochmal gehört habe stellte ich fest, dass ich in der Vorbereitung an die sich die eigentliche Induktion ja direkt anschließt etwa 5 mal kurz hintereinander das Wort Schwere benutzt habe, das heißt ich habe es zumindest auffallend oft verwendet, so dass ich davon ausgehen kann hier eine Methode die man seeding nennt bei mir selbst angewendet zu haben. Das 'Einstreuen' des Begriffs der Schwere, wenn hier auch nicht auf besonders subtile Weise sondern ganz direkt, im Vorfeld einer Hypnose, richtet das Bewußtsein, bzw. das Unterbewußtsein auf eine bestimmte Weise aus, so dass die Befragung oder die Suggestion die auf etwas Bestimmtes abzielt dementsprechend auch aufgenommen wird. Besonders interessant finde ich das vor allen Dingen deshalb, weil es mir bis einige Stunden nach diesem kleinen Experiment überhaupt nicht bewußt war, also so funktionieren konnte als ob irgendjemand mir gezielte seedings gesetzt hätte. Es wird schwer dies noch einmal zu testen, da ich mir ja nun darüber im Klaren bin. Allerdings könnte es ja dennoch funktionieren und man stellt sich die Frage, ob solche Dinge vielleicht öfter vorkommen, selbst dann wenn der hypnotisierende Part sich dieser vorbereitenden Konstrukte überhaupt nicht bewußt ist. Man muss also sozusagen jede Hypnosesitzung retrospektiv genauestens analysieren.

*

Ich komme also hier nicht ausschließlich aufgrund meiner ersten Selbsthypnoseerfahrung und deren Analyse, sondern aufgrund meiner langjährigen Arbeit mit mir selbst als Mensch, dem Austausch mit zahlreichen anderen Menschen im Bezug auf die Selbstarbeit und Entschlüsselung des Bewußtseins, der Gedankenmuster und des Egos, aufgrund meines Studiums der Psychologie und der Philosophie, und nicht zuletzt durch meine noch jungen Erfahrungen und Selbststudien der Hypnose zu folgenden weiteren Feststellungen:

Das menschliche Bewußtsein ist unglaubwürdig. Es ist aus sich heraus nicht vertrauenswürdig. Der Instinkt, das Bauchgefühl das wir als Menschen haben ist bereits dermaßen manipuliert und programmiert nach vorbestimmten Schemata, dass wir nicht uns selbst, sondern dem System das uns geprägt hat folgen. Nicht einer 'natürlichen Kraft' die uns 'zur richtigen Entscheidung' führt, sondern einer vielschichtigen, verschachtelten Programmierung die zum Teil unserem Bewußtsein zugrunde gelegt und zum anderen von uns selbst akzeptiert und erlaubt wurde. Das ist und war die Entwicklung unserer Selbstfindung, dazu verleitet immer nur auf die gedankliche Ebene der Vorstellung gerichtet zu sein und das eigentliche Leben, das physisch reale Existieren als lästiges Beiwerk zu verstehen. Wir leben in einer völlig realitätsfremden Identität und versuchen uns um die Realität herumzudrücken, weil wir nie wirklich gelernt haben uns selbst zu verstehen. Wir sind geboren und programmiert worden etwas zu sein, an etwas zu glauen das vorherbestimmt und ein passgenaues Konzept für die Welt und die sogenannte Ordnung die der Mensch darin geschaffen hat ist. Das ist so klar in allen menschlichen Gesellschaften und den angestrebten Zielen und Werten zu erkennen, dass wir sogar die offensichtlichsten Absurditäten als selbstverständlichen Teil unserer Existenz akzeptieren, wie beispielsweise die lächerlichen Versuche einiger Menschen durch stümperhafte Modellierungen ihren Alterungsprozess vor anderen zu verbergen, was niemals funktioniert und ihn damit eigentlich nur noch mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeiten rückt, und dennoch reißt diese Mode und diese Entwicklung nicht ab. Welchen Zweck erfüllt dieser Trend? Was trägt er zur Entwicklung des Menschen und des Lebens bei? Repräsentiert er Fortschritt? Kultivierung? Intelligenz? Verstand? Weisheit? Nichts von alledem kann ernsthaft in dieser beispielhaft absurden Verhaltensweise erkannt werden. Und das ist wahrlich nur EIN greifbares, vergleichsweise harmloses Beispiel für die Verwirrtheit und Verlorenheit, die Selbstverleugnung und Unehrlichkeit gegenüber sich selbst die der Mensch an den Tag legt.
Was sind die tatsächlichen Fortschritte die wir als Menschen gemacht haben? Wir haben unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten durch vielfältige Manifestationen, Konstruktionen und technische Entwicklung präsentiert, doch das Kernproblem menschlicher Existenz haben wir nicht einmal gestreif: die grundlegende Angst vor der Eigenverantwortlichkeit. Und so ist auch im Umgang mit all unseren 'Errungenschaften' des Fortschritts und der Wissenschaft so gut wie kein Verantwortungsbewußtsein, keine Vernunft, keine Weisheit zu erkennen. Wir haben zwar die Mittel, und darin entlarven wir ja auch unsere Ignoranz gegenüber der Verantwortung die in diesen Fähigkeiten liegt, aber wir weisen jede Vernunft und jeden gesunden Menschenverstand weit von uns. Eher noch versuchen wir, die Bedeutung dieser Begriffe an unsere durch willentliche Ignoranz beschränkte Wahrnehmung anzupassen indem wir geschlossen logische Gedanken- und Wertsysteme schaffen, die eine auf sie reduzierte neue Bedeutung der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes zulassen. Doch dauernd müssen wir uns in Dummheit, Naivität und Ignoranz üben um diesen Glauben in uns aufrecht zu erhalten, andererseits müssten wir uns der eigentlichen Wahrheit unserer Selbstverleugnung stellen. Das scheint keine Option zu sein für die Identität als Geisteswesen in unserer Vorstellung, denn dadurch würde alles was es ausmacht, alle Konzepte, Ideologien und Ideale, alle emotionalen Verknüpfungen, einfach alles was wir glauben zu sein in Frage gestellt. Wir greifen zum Zweck der Selbstverblendung beispielsweise nach vorgefertigten konzepten wie politischen, ethnischen oder ökonomischen Ideologien, wie Faschismus, Rassismus oder Kapitalismus. Wir verschreiben uns und unsere Persönlichkeit der Vertretung und Verteidigung dieser Ideologien und gehen dabei gleichzeitig einen Handel ein, der uns als menschliche Wesen auf die Regeln und Dogmen dieser Ideologien beschränkt. Darin glauben wir eine Bestimmung zu finden, wir glauben dadurch als Person zu profitieren, gaukeln uns Selbstsicherheit vor, weil wir uns nun einer 'Gruppierung' zuschreiben können. Wir müssen dazu diese Theorien und Ideologien nicht einmal selbst verstehen, wie man sehr gut am Beispiel der erfolgreichsten Ideologie, dem Kapitalismus, sehen kann. Alle Welt, zumindest die Teile, die profitieren und noch teilweise mitreden wie die Regeln zu interpretieren sind, verteidigen dieses System bis aufs Messer, sogar die Opfer dieser Systematik streben nicht nach Erneuerung, nach Veränderung, sondern eher danach selbst Teil der sogenannten 'Erfolgreichen' dieses Augenwischersystems zu werden, obwohl ein Großteil der Menschen überhaupt nichts von der Geldsystematik versteht. Manche glauben es, glauben noch blauäugig an die Lehren die sie aus der Schule kennen oder kopieren irgendwelche Interpretierenden Schriften sogenannter 'Experten', doch niemand versteht wirklich was hinter unserem Geldsystem steckt und wie es tatsächlich funktioniert, außer diejenigen wenigen die tatsächlich profitieren und die keinerlei Interesse daran haben, dass jeder Mensch auch nur ansatzweise Einblick in die Systematik erhält.

Fortsetzung folgt...

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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Tag 93/94/95 - Experimente mit Selbsthypnose / Wer ich bin in Gedanken verloren (T3)


Wer ich bin und wer nicht ist keine spirituelle Frage. Wer die Antwort in der Spiritualität sucht, der wird sich unweigerlich verrennen, sich mehr und mehr verlieren in Gedanken, Fantasien und Illusionen, die alle geprägt sind durch den eigenen, ganz persönlichen Charakter, durch die Konstrukte seiner Erinnerungen, Emotionen, Erlebnisse und Erfahrungen, und da sie abstrakte, in neue, esotherische Rahmen gepresste Projektionen der eigenen Persönlichkeitsstruktur sind, erwecken sie den Eindruck übernatürlich, fantastisch real und treffend zu sein. Sie fügen sich ein in die ohnehin schon vorprogrammierte und ausgelegte Interpretationsschablone des eigenen Unterbewußtseins. Dort bilde ich mir eine eher schwammig diffuse Vorstellung einer erhabenen, unfassbaren Existenz als eben diese Idee, losgelöst und im Grunde unabhängig von der Wirklichkeit meines Physischen Erlebens. Diese geistige Identität und der Wunsch sich völlig in ihr aufzulösen wird so stark, dass in alltäglicher Routine die Wirklichkeit kontinuierlich und konsequent verleugnet und ignoriert wird.. Vor allem aber die eigene Beteiligung und Verantwortlichkeit für die Konsequenzen einer verträumt surrealen Lebensweise deren wahrhaftige, physische Auswirkungen als absurde Auswüchse in selbstzerstörerischer Blindheit münden. Fatal, fatal, Opfer sind wir des Systems, doch sind wir gleichermaßen seine Schöpfer. Unser eigenes Schicksal liegt tatsächlich in unseren händen und das ist nicht nur eine das Herz erwärmende Vorstellung, ein harmloser Glaube an dem ich mir in schwierigen Zeiten das Gemüt erhellen kann. Das ist tatsächlich so und zeigt sich in allen erdenklichen Konsequenzen tagtäglich in den Fakten und Fällen unserer Existenz. Es ist nur noch niemals wirklich realisiert und verantwortungsbewußt umgesetzt worden, denn das Schicksal des Lebens in die eigene Hand zu nehmen bedeutet in erster Linie voll und ganz die Verantwortung zu akzeptieren die mit dieser Entscheidung einhergeht. Ich kann zwar versuchen an diese Möglichkeit der eigenen Entscheidung nur zu glauben, doch ist das nichts weiter als ein Selbstbetrug der dazu dient, die eigene Feigheit zu verbergen und sich mit einer reinen Idee zu schmücken die keinen Wert und keine Substanz hat, denn die Idee und der Glaube an sie sind irrelevant, da die Möglichkeit der eigenen Entscheidung ganz real ist. Die Entschuldigung lediglich ein Machtloses Opfer des Systems zu sein hält immer wieder her für die unmündige Feigheit des menschlichen Individuums als Persönlichkeit, als Produkt einer kulturellen Prägung sich eben nicht aus eigener, selbstbestimmter Entscheidung 'einzubringen'. Wobei die einzig wirklich relevante kulturelle Prägung in unserer Zeit die der Kultur des Geldsystems, eine Kultur des Profits um jeden Preis ist. Doch ist auch diese letztlich ein Produkt der mentalen Projektionen, der charakterlichen Verhaltensprägungen, des Denkens und mitmachens, der Hemmnisse und Ängste die wir in uns und an uns selbst immer weiter vertieft und sozusagen 'kultiviert' haben. Aber natürlich ist eben auch das 'nicht-Handeln' eine Handlung, konsequent gedacht ist sie sogar als solche eine selbstbestimmte Entscheidung und birgt somit auch die Verantwortlichkeit in vollem Umfang.

Viel lieber aber als uns selbst zu stoppen in diesem 'Getrieben-Sein' und 'Mitlaufen' ist uns da aber die Einbildung einer Opferrolle, einer schicksalhaften Vorbestimmung, dass wir irgendwo auf unserem spirituellen Weg der Ekenntnis uns selbst verloren haben und dass diese physische Existenz nur dazu dient uns selbst auch ja wieder zu entdecken, dass diese Welt und die menschliche Natur nur Prüfungen seien die uns von höheren Mächten auferlegt wurden, damit wir irgendwann erkennen können, dass wir ebenso erhaben und übernatürlich sind wie sie. Wahnsinn.
Wir programmieren uns selbst. Nicht nur in diesen uns wichtig erscheinenden Entscheidungen, den Wünschen und den Verlangen die wir verspüren und zu erreichen versuchen, sondern immer, in jedem Moment, in jeder Millisekunde in der wir Entscheidungen scheinbar selbständig treffen.
Dieses sich selbst programmieren, durch bewußtes oder unbewußtes Bewerten von Situationen, Menschen, Gedanken und uns selbst, dadurch dass wir bestimmte Ankerpunkte setzen in unserem emotionalen Erleben, diese Empfindungen dann mit bestimmten Orten, Gerüchen, Bildern, Geräuschen oder Worten verknüpfen und diesen Zusammenhang dann so in unserer Erinnerung abspeichern, dadurch Hypnotisieren wir uns sozusagen selbst, wir folgen den Strukturen des Bewußtseins und des Unterbewußtseins, die wir selbst zwar mitgestalten, über deren genaue Auswirkungen und Funktionsweisen wir selbst aber viel zu wenig wissen um daraus tatsächlich freien Nutzen ziehen zu können, um wirklich eigenständig entscheiden und bestimmen zu können.

Was akzeptieren wir unter Hypnose? In den meisten Fällen lediglich eine Neustrukturierung unseres Bewußten und Unterbewußten im Bezug auf ein ganz bestimmtes Mindset, auf eine ganz bestimmte Verknüpfung. Es ist sozusagen ein 'Austricksen' des Bewußtseins, indem ein imaginäres Erleben die eigens erlebte Situation teilweise ersetzt, beziehungsweise werden die verknüpften emotionalen Bindungen erneuert und verändert. Und genau hier ist mein ganz persönlicher Kritikpunkt an der 'Hypnosetherapie', denn sie stellt im grunde eine Anleitung zur Selbsttäuschung dar und lehrt einem nicht mehr über sich selbst und die inneren Zusammenhänge des Bewußtseins, die Funktionsweise und den Einfluß der Gedanken herauszufinden und zu verstehen, sondern es wird direkt die leitende Instanz der emotionalen und mentalen Steuerung angesprochen und es wird sozusagen ein direkter Zugang gebohrt um daran herumzuschrauben. Die Methodik dabei wird dem Patienten zwar suggeriert, aber nicht die eigentlichen Zusammenhänge und die eigentliche Funktionsweise. Er bleibt also weiter abhängig von einem dogmatischen Denksystem das er nun kontinuierlich anzuwenden versucht, bzw. das er in sein Unterbewußtsein einprogrammiert, so dass es künftig dort für ihn arbeitet. Er ist weiterhin nicht selbstbestimmt aus dem Moment heraus entscheidend da, sondern funktioniert einfach nur leicht alteriert.

Taz etc. / Foter / CC BY-NC
Doch muss zunächst auch noch ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang beleuchtet werden, nämlich die Frage ob wir überhaupt jemals zu irgendeinem Zeitpunkt ein 'authentisches', ganz eigenes und vor allem wahrhaftiges Erleben irgendeiner Situation hatten oder haben. Oder ist nicht vielmehr jede Wahrnehmung durch und durch getrübt und beeinflußt von den Filtersystemen des persönlichen Bewußtseins und der Strukturierung / Ausrichtung der unterbewußten Konzepte? Geschieht nicht jede Bewußte Wahrnehmung mehr oder weniger in Trance und ist es nicht unser vorgeprägtes Bewußtsein das der Wahrnehmung alle Bewertung, Bedeutung und alle weiteren Attribute zukommen lässt? Wann können wir uns der Wirklichkeit unserer Wahrnehmung eigentlich sicher sein? Was ist das Kriterium das unsere Entscheidungen bemessen und bewerten solle? Können wir ein Prinzip ausmachen, das dem gesunden Menschenverstand angemessen ist und der wissenschaftlichen Prüfung in allen Bereichen Standhält, das für jeden gleichermaßen zutrifft und in jeder Situation in gleicher Weise funktional in Anwendung und Wirkung ist? Es gibt tatsächlich eines, das trotz aller Wahrnehmungsvielfalt, trotz der scheinbaren Unterschiede der persönlichen Präferenzen genau diese wissenschaftlichen Kriterien der Wiederholbarkeit, der Anwendbarkeit in allen erdenklichen Situationen und der konsequentiellen Gleichheit erfüllt, nämlich das Prinzip der Gleichheit der Grundbedürfnisse und Interessen des physischen Lebens. Die mentalen, geistigen Züge, das Bewußtsein dieser Lebensform Mensch kann sicher in seiner Ausrichtung und Prägung völlig unterschiedlich bis konträr ausfallen, jedoch ist diese Ausprägung kein lebensnotwendiges, kein lebensbedingendes Kriterium und muss somit vom gesunden Menschenverstand auch so gesehen und bewertet werden, dass alle Gleichheit in den lebensnotwendigen und der gesunden entfaltung des Lebens physisch und vollkommen real ist und eine Grundbedingung für die gesunde vielseitige Entfaltung vor allem auch des menschlichen Potentials als dem Bewußtsein als Mittel zur Gestaltung des physischen Lebens darstellt. Ich kann mich noch so sehr in die Illusion flüchten der wichtigste Teil von mir sei meine Vorstellung von mir selbst als diese Person, dieser Name und seine Geschichte, wenn ich nicht meine Notwendigen physischen Bedürfnisse befriedigen kann, werde ich über kurz oder lang diese Vorstellung von mir verlieren, sie wird zugunsten des wirklichen, des physischen Lebens und der Anwendung des Bewußtseins um mit der wie auch immer gearteten Notsituation zurechtzukommen weichen, oder aber völlig verschwinden wenn der Körper aufhört zu funktionieren. Das Bewußtsein und vor allem die Vorstellung von mir selbst als Person ist nicht angeboren, sie ist ein Resultat eines größtenteils selbstgesteuerten Gestaltungsprozesses. Und dieser Gestaltungsprozess hat viel mehr mit Hypnose zu tun, als man sich eingestehen will. Letztendlich ist jede Hypnose eine Selbsthypnose. Es ist keine Magie, niemand spielt hier mit Energien, niemand dringt mit irgendetwas in dich ein und manipuliert dein Bewußtsein auf eine ätherische und letztlich physische Art, sondern der Hypnotiseur benutzt Sprache, oder besser Gesagt jede Form der Kommunikation, also auch nonverbale Kommunikation, um die Programme des Bewußtseins des Gegenübers zu starten, abzurufen, sie selbst so arbeiten zu lassen, dass ein bestimmtes gewolltes Ergebnis erzielt werden kann. Hierbei ist das gegenseitige Einvernehmen natürlich von großer Bedeutung. Das heißt der Hypnotiseur erhält von mir die Erlaubnis mich zu manipulieren, mich zuerst in einen Zustand zu versetzen in dem ich besonders empfänglich für seine Manipulationen bin und mir dann die Anweisungen zu geben was ich tun soll, und zwar mental, aber auch physisch. Ich erlaube aber immer diesen Zugriff und letztlich bin ich es, der die richtigen Schrauben selbst dreht, meine Gedanken, mein eigenes Bewußtsein und Unterbewußtsein befolgen Anweisungen, nehmen Eindrücke auf und reagieren auf bestimmte Reize. Es ist also am Ende mein ganz eigenes Werk, wenn auch unter Anleitung einer 'Autorität'. Das ist jemand, der weiß sozusagen um die Funktionsweisen des Bewußtseins und den Einfluß des Unterbewußtseins, der dann dieses Wissen zumindest punktuell manipulativ anwendet, damit ich dieses Problem das ich wahrnehme, erkennen und bearbeiten kann. Das jedenfalls sollte der fall sein, wenn es tatsächlich um Selbsterkenntnis und Problembewältigung geht. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit eine einfache Verknüpfung aufzunehmen, zu erkennen und diese dann neu zu verknüpfen, indem man eine Einbildung kreiert, ein Szenario das anders wahrgenommen wird als es zu dem tatsächlichen Zeitpunkt des Geschehens der Fall war. Doch was ist mit dem Grund der ursprünglichen Wahrnehmung, die Ursache beispielsweise für die Ängste die einen in diesem Moment überwältigt haben in dem das Geschehen stattfand? Dasselbe Gdankensystem könnte durchaus verantwortlich sein für weitere Traumatisierungen und Vermeidungsverhalten in ähnlichen Situationen beispielsweise. Schafft es die Hypnose tatsächlich durch die Rückführung zu einem Bestimmten Ereignis, durch das Wiedererleben und die manipulative Suggestion die gesamte Kette der Verknüpfungen einer Angstreaktion offenzulegen und dem Menschen der das als Problem bei sich erkannt hat mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu geben? Das sind unter anderem die Fragen die ich mir zunehmend stelle, je mehr ich mich mit diesem faszinierenden Thema auseinandersetze, denn das menschliche Bewußtsein ist mehr als erforschenswert, allerdings für jedermann, gleichermaßen, denn angesichts der unzähligen Scheuslichkeiten, der grauenvollen Zerstörung und dem ignoranten Umgang mit dem Leben ist die Selbsterkenntnis in selbstehrlicher Selbstschau eine Grundvoraussetzung für eine Veränderung dieser aus dem Menschen herausgebildeten 'Natur'. Daher ist es im Grunde notwendig das Wissen, das der Mensch bisher über die Funktionsweisen des Bewußtseins erworben hat von Grundauf an jeden Menschen weiterzugeben, es zu einem Bestandteil der frühesten Bildung zu machen, damit die Strukturierung der Persönlichkeit von Beginn an selbst mitbestimmt werden kann und damit sich möglichst erst gar keine festgefahrenen Glaubenssätze, abergläubisch geprägte Verhaltensweisen und emotionale, unkontrollierbare Störungen entwickeln können, die wir dann später ungefragt und ganz selbstverständlich als feste Teile unserer Persönlichkeit akzeptieren. Ich werde mich selbst einigen Versuchen der Selbsthypnose unterziehen, sofern ich in der Lage bin mir diese Methoden selbst durch das Studium von einschlägiger Literatur beizubringen. Wie auch immer das dann aussehen wird, ich werde darüber schreiben und es in diesem Blog posten. Da ich bereits seit einigen Jahren mit und an mir offen daran arbeite Verhaltens- und Denkmuster aufzudecken und mir die Konsequenzen meiner persönlichen Akzeptanzen zu vergegenwärtigen, meine erworbenen Ängste und Ideologien, die persönlichen Lebensphilosophien und die Illusion die all das vereint, dass ich als diese Person, als diese Vorstellung, eigenständig, authentisch und unabhängig wäre als das zu entlarven was sie tatsächlich ist und offenzulegen wie sie mich von meiner tatsächlichen Existenz als das Leben das ich hier und jetzt bin abhält um mich in eine vergeistigte Trance der überwertigen Selbstdarstellung zu führen, die ständig manipuliert und durch neue Suggestionen von außen bestimmt und kontrolliert wird, bin ich über die Funktionsweise der Hypnose, der unterschiedlichen Induktionen und den Resultaten kaum überrascht und ich kann schon jetzt sehr gut nachvollziehen, wie es zu diesen 'Phänomenen' kommt und auch warum es vielen Menschen so schwer fällt sich auf diese Wahrheit einzulassen.

Fortsetzung folgt...

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Tag 90/91 - Meine Experimente mit Selbsthypnose / Die Flucht ins Bewußtsein (T2)

This Is A Wake Up Call / Foter / CC BY-NC


Fortsetzung zu 
Tag 87/88/89 - Meine Experimente mit Selbsthypnose Einleitung (T1)


Teil 2 - Die Flucht ins Bewusstsein

Haben wir als Menschen uns eigentlich jemals gefragt wie es wäre, oder wie es sein könnte, völlig frei zu sein von den inneren Konversationen, die fast immer Konfliktcharakter haben, frei zu sein von den unbeabsichtigten Zweifeln, den Unsicherheiten und dem Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber wichtigen, lebensbestimmenden Entscheidungen? Haben wir jemals wirklich in Erwägung gezogen wie entmachtend und einschränkend sich diese Selbstgespräche auf uns und unser Leben auswirken und wie sinnvoll sie tatsächlich sind? Das Bestreben diese Unsicherheit und diese Wankelmütigkeit zu überwinden, indem wir eine Persönlichkeit entwickeln die eine Selbstsicherheit konstruiert welche auf kraftvoller Dominanz basiert und eher eine gewisse Starrsinnigkeit repräsentiert als eine bewusste, vernunftsbasierte, aus dem Moment heraus getroffene, richtungsweisende und selbstbestimmte Entscheidungsfähigkeit, führt weder zu einer profunden Selbstsicherheit und Authentizität, noch zu einem wahren Verständnis der Herkunft und Ursache des ursprünglichen Problems, das sich aus diffusen Ängsten und vorprogrammierten Befürchtungen konstituierte.
Das Leitmotiv dieser aus Angst geborenen Unsicherheit ist letztendlich immer das Selbstinteresse der Persönlichkeit, die in ihren grundlegenden charakterlichen Eigenschaften ja eine zutiefst verunsicherte, unvollkommene und unselbstständige Persönlichkeit ist, was dazu führt, dass dieses Selbstinteresse vor allen Dingen dem Verlangen nach Sicherheit und Vervollkommnung eben dieser unfertigen Struktur folgt. Da diese Persönlichkeit eine Vorstellung geformt aus den mit emotionalen Mustern verknüpften Gedanken des Bewußtseins ist die zwar geprägt wird durch die Erfahrungen des Menschen mit und in seinem Umfeld, aber dennoch getrennt von allem, isoliert in der Vorstellungswelt des Menschen zu existieren scheint, ist diese Art des Selbstinteresses ein Motiv das die Verfolgung der persönlichen Ziele über die Interessen der das Umfeld bildenden Gemeinschaft stellt, da die Persönlichkeit als Vorstellung des eigenen Bewusstseins die äußere Welt immer nur als Ressource für die Sammlung von Erfahrungen und Erlebnissen nutzt um die angestrebte Vollständigkeit als idealisierte Vorbedingung für die Selbstsicherheit zu erreichen.
Doch diese Art der Selbstsicherheit ist immer abhängig von der affirmativen Bestätigung der bestehenden, gesellschaftlichen und kulturellen Ordnung und deren Prinzipien. D.h., es ist eben keine Selbstsicherheit, sondern eine Abhängigkeit durch die die Person zu einem fremdbestimmten, durch Reaktionen, vorprogrammierten Erwartungshaltungen, Belohnungssystemen und Soll Erfüllung konstituierten Wertesystem wird.

Anna Fischer / Foter / CC BY-NC-ND
Dieses Prinzip der Selbstidentifikation in Abhängigkeit von bestehenden Wertesystemen wird dem Menschen bereits während der elterlichen Erziehung grundlegend untergejubelt. Denn betrachtet man gewöhnliche und übliche Erziehungsmethoden, dann erkennt man schnell, dass der Mensch durch angewandte Reizreaktion und Belohnungssysteme konditioniert wird, und weniger zu eigenständigem Denken, Handeln und organisieren durch freie Beobachtung angeleitet wird, denn das würde voraussetzen, dass die Eltern, bzw. die erziehungsberechtigten Personen einen wahrhaftigen Vorbildcharakter erfüllen, indem sie die zu vermittelnden Prinzipien und Werte tatsächlich Vorleben. Interessanterweise laufen aber die Werte die wir unseren Kindern vermitteln möchten, die menschlichen Ideale, Moralvorstellungen, Mitgefühl, Empathie, Hilfsbereitschaft und gegenseitiger Respekt in vielerlei Hinsicht konträr zu den realen Bedingungen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Das kommt nicht zuletzt daher, dass diese Werte die wir uns als Menschen zuschreiben möchten lediglich in unserer Vorstellung existieren und daher einen humanistischen Idealismus repräsentieren, den wir nur durch tatsächliches Leben eben dieser Eigenschaften verwirklichen könnten. Doch daran hindert uns eben die scheinbare Isolation unserer selbst in unserer gedanklichen Selbstwahrnehmung als reine, bildhafte, ideologische Vorstellung einer Person. Es kommt daher immer wieder zu dem inneren Konflikt mit der Wirklichkeit, da wir spüren, dass unsere verinnerlichten Ideale der Selbstwahrnehmung von uns als Mensch, mit der gegenläufigen Wahrhaftigkeit des realen Gesellschaftslebens kollidieren. Dabei ist diese Manifestation des tatsächlich realen gesellschaftlichen Lebens eine Projektion der Wahrhaftigkeit unserer Existenz als menschliche Wesen, die ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit zu Gunsten des Rückzugs in die innere, gedankliche Interpretation unserer selbst und der Welt abgeben, und nun sozusagen mit leeren Händen dem Leben gegenüber stehen, und spüren das sie nun immer mehr an Grund und Substanz verlieren, da sie alle Werkzeuge die sie zu handlungsfähigen, eigenständigen und vernunftsbegabten Wesen werden lassen aufgegeben haben.

Diese Werkzeuge sind tatsächlich Werkzeuge des Bewusstseins, wobei sie gleichermaßen dazu dienen können, die Verlockungen der Selbstaufgabe durch den Rückzug in die innere Gedankenwelt und das Bilden überwertiger Ideen der Selbstidentifikation als eine lediglich aus Gedanken konstruierte Persönlichkeit und der Verneinung aller realen Bedingungen und Konsequenzen zu überwinden. Dieser Schritt aber würde bedeuten, zu einem wahrhaftig lebendigen Wesen zu werden, und zwar durch die selbstbestimmte Entscheidung das Bewusstsein, das menschliche Potential zu benutzen um das Leben als das was es ist zu würdigen und zu verwirklichen, in einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Prozess, anstatt vom eigenen Bewußtsein benutzt zu werden. Diese Entscheidung bringt zwingend die Einsicht in die Einheit und die Gleichwertigkeit allen Lebens mit sich, da sie zu selbstehrlicher Selbstschau und dem Erkennen der Konsequenzen des eigenen Handelns, bzw. der eigenen Handlungsmotivation in größtmöglichem Umfang befähigt. Das ist im Grunde keine schwer zu erlangende Erkenntnis, bzw. ist sie eben genau so schwer zu erkennen, wie der Aufwand schwer war der getrieben wurde um sich selbst vor dieser Einsicht zu verstecken und sich in Ignoranz zu schulen. Erstaunlich. wieviel unserer Energie, unserer Lebenszeit und unserer Ressourcen wir allein darauf verwenden uns vor den Konsequenzen unserer eigenen Verantwortungslosigkeit und Rücksichtslosigkeit zu bewahren. Nicht nur, dass wir vor ihnen davonlaufen, dass wir einen Lebensstil kreieren der fast gänzlich auf der Ausbeutung Schwächerer, bzw. dem Erzeugen eines Machtgefälles in erster Instanz und der daraus folgenden Ausbeutung dieser gewaltsam 'Besiegten' Teile der Weltbevölkerung begründet ist, nein, wir haben auch ein System geschaffen, dass es den mächtigsten dieses brutalen und gewalttätigen Eroberungzuges, den sogenannten reichsten Ländern, was innerhalb dieser Systematik gleichbedeutend ist mit einflussrecihsten Ländern - (was ja nicht unbedingt gleichbedeutend sein müsste, wenn man es einmal wagt aus der Box herauszudenken wird man das schnell verstehen) - erlaubt sich von den realen Konsequenzen sozusagen freizukaufen. Dadurch werden natürlich nicht dei Konsequenzen selbst beseitigt oder in Luft aufgelöst, denn die Wirklichkeit ist unbestechlich, das Leben, die Realität des Lebens lässt sich nicht beeindrucken von mentalen Wahnideen, sondern sie werden lediglich weit weg abgeschoben, verlagert, auf andere Lebewesen umgewälzt, die dann die schwere Last der Konsequenzen unseres verantwortungslosen Missbrauchs am Leben zu ertragen haben. Das ist unsere Welt, das ist unsere Realität, so stellt sie sich alltäglich unumstößlich dar. Ob es nun die auf monopolistischen Profitgeschäften begründeten Hungersnöte der ausgebluteten Menschen in Teilen Afrikas und Südamerikas, die unter unwürdigsten Bedingungen für einen Hungerlohn schuftenden Kinder, Frauen und Männer Indiens, Vietnams oder Chinas sind, ob es die verpestete Luft industrieller Ballungszentren oder die allgemeine Vergiftung und Zerstörung der weltweiten Ökosysteme im Namen einer Vernichtungsmaschinerie die wir 'Wirtschaftswachstum' nennen ist, ob es der tagtägliche Holocaust an den Tieren den wir im Namen einer überflüssigen, würdelosen Überflußproduktion von billigen Nahrungsmitteln und der illusionären Aufrechterhaltung sogenannter 'Vielfalt' als Konsum-Zeichen einer fortschrittlich zivilisierten Kultivierung ist, all das sind tragische, aber sehr reale Konsequenzen menschlicher Handlungsweisen, menschlicher Entscheidungen und Toleranzen. Nichts davon aber birgt auch nur ein Fünkchen von dem in sich, was wir uns hinter der Stirn, hinter all den imaginären Selbstrechtfertigungen und Scheinlegitimationen unserer Mitläuferschaft an menschlichen Werten einbilden. Nichts dieses imaginären Wertes und schon gar nicht der ÜBER-Wert den wir uns als Menschen zuschreiben ist real. Zu sagen 'wir könnten aber...' bedeutet gar nichts, denn erst das gelebte Wort macht uns wirklich zu Menschen. Erst die Tat ist lebendig. 

Derzeit sind wir nichts weiter als eine kranke Spezies, erkrankt durch unnatürliches, dem Lebensdrang widerstrebendes Verhalten das wir uns selbst aufzwingen. Wir leiden unter einem Hospitalismus der aus den eigens geschaffenen Zwängen entsteht, ohne dass wir ihn als eine pathologische Erscheinung verstehen würden. Wir nehmen ihn stattdessen als unsere Natur wahr und glauben machtlos gegen sie zu sein. Doch letztlich zeigen wir selbstzerstörerisches, sinnloses, aggressiv-mörderisches Verhalten, etwas, das man sonst fast ausschließlich bei Lebewesen feststellt, die unter lebensunwürdigen, widernatürlichen Bedingungen gefangen, gequält, gefoltert oder ausgehungert werden.

Fortsetzung folgt...

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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tag 87/88/89 - Meine Experimente mit Selbsthypnose Einleitung (T1)


Dies wird ein mehrteiliger Blog von ungewisser Länge werden. Ein Ziel ist es, die Natur des Bewußtseins und seinen trügerischen Anspruch auf alleinige Identitätsgrundlage des Menschen zu entlarven und die Individualität, den freien Willen, die Entscheidungsfreiheit in unserer weltweiten Kultur der vergeistigten Individualisierung, der Selbstsucht und des rücksichtslosen Wettkampfes um imaginäre Ressourcen* grundlegend in Frage zu stellen.

Vor etwa zwei Wochen wurde ich das erste mal aufmerksam gemacht auf die 'Shows' und Experimente von Derren Brown, der in seinen Präsentationen mit Hypnose, Manipulation und Illusionen arbeitet und Menschen in unterschiedlichster Weise beeinflußt und vor allem auch beeindruckt, überrascht und dazu bringt Dinge zu tun, die sie sich normalerweise nicht zutrauen würden. Da ich mich selbst seit langer Zeit mich mit Psychologie 'auseinandersetze' und vor allen Dingen seit vielen Jahren mit und an mir selbst arbeite, daran meinen eigenen Geist, mein Bewußtsein und meine Handlungsmotivationen zu verstehen, zu erkennen warum ich wann wie reagiere, meine Emotionen und Gefühle zurückverfolge und mir klar mache woher sie kommen, wann und wie diese Reaktionsmuster entstanden sind und warum ich sie als gegeben und selbstverständlich annehme anstatt sie zu hinterfragen und eigenständig zu bestimmen, hat mich zunächst ganz besonders die Darbietung 'Fear and Faith' interessiert, in deren Verlauf Derren Brown und sein Team mit aufwendigem Einsatz eine Gruppe von Menschen einem Versuch unterzieht, bei dem es darum geht sie dazu zu bringen ihre Ängste zu überwinden. Es wird ihnen dafür ein Szenario bereitet das sie glauben lässt Teil eines wissenschaftlichen Tests mit einem neuartigen Medikament zu sein, das das Menschliche Hormonsystem beeinflußt und ganz gezielt die Angst unterdrückt, bzw. bekämpft. Das ganze Experiment läuft darauf hinaus, dass dieses Medikament in Wahrheit überhaupt nicht existiert und dass die verabreichten Pillen ledigleich Zucker beinhalten, also ein Placebo sind. Das faszinierende ist, dass fast alle Probanten in diesem sehr aufwendig inszenierten Test sichtbare und fühlbare Erfolge mit diesem Placebo erzielen und im Verlauf der Verabreichungsperiode fast vollständig angstrei werden. Doch der eigentliche Kernpunkt der mir besonders wertvoll erscheint ist der, dass die Teilnehmer auch nach der Offenbarung der Wahrheit über die verabreichten Pillen und ihre Wirkungslosigkeit nicht etwa zurückfallen in die früher erlebten extremen Ängste, sondern dass ihnen gerade durch die Erkenntnis, dass sie selbst diese Angst überwunden zu haben scheinen, das nötige Selbstbewußtsein und die Einsicht in die eigenverantwortliche Bearbeitungsmöglichkeit ihrer Denk- und Verhaltensmuster gegeben werden kann. Hier endet zwar das Experiment von Derren Brown, doch sollte in einer wirklich am Wohl der beteiligten Menschen interessierten Studie genau hier der eigentliche Weg in die Selbstbefreiung von akzeptierten und selbst erlaubten, einschränkenden Denkmustern erst richtig losgehen.
Denn was bedeutet diese Einsicht denn eigentlich genau, wenn ein sogenannter pathologischer Fall von Angststörung durch die Verwendung einer mentalen Hilfe allein, welcher Art auch immer diese sein mag, sich plötzlich als 'geheilt' herausstellt? Im Grunde doch nichts weiter, als dass hier eine existierende Programmierung des Bewußtseins durch entweder eine Umprogrammierung oder eine Umgehung eines bestimmten Abschnitts des ursprünglichen Programms aufgehoben wurde. Und letztenendes bedeutet diese Einsicht in die Möglichkeit dessen, dass auch die als einschränkend und belastend empfundene ursprüngliche 'Angst-Programmierung' eine eigens herbeigeführte, oder zumindest eine eigens erlaubte und zugelassene Programmierung war. Das gibt mir konsequent zu ende gedacht eine enorme Handlungsmacht über mich selbst zurück. Gleichermaßen aber natürlich auch eine enorme Verantwortung, denn von dem Zeitpunkt dieser Einsicht bin ich allein verantwortlich für das, was ich geworden bin, was ich jetzt bin und das was ich sein werde, mitsamt all den dazu gehörenden Konsequenzen. Interessanterweise kann diese Verantwortung wiederum eine gewisse Angst auslösen, die dann wieder dazu führt, dass ich mich der Eigenverantwortung für mein Leben und das Leben an sich bewußt und willentlich verweigere. Doch dazu später mehr.
Zurück zum berühmten Placebo Effekt, hier in einem Experiment von Derren Brown zum Thema 'Fear', also Angst. Ich selbst bin generell nicht überzeugt, dass der Placebo effekt per se schon zu einer 'Heilung' der Person führt. Im Besonderen nicht in einer Frage der Psychologischen Störung. Aus dem einfachen Grund, dass hier ein Glaube die Ursache der Veränderung ist. Ein Glaube ist aber in keiner Weise etwas, das beständig, zuverlässig und dauerhaft stark bleibt. Der Glaube ist im Grunde eine Selbsthypnose, entsprungen aus einem vielschichtigen Denk- und Wertemuster, motiviert durch mannigfaltige Persönlichkeitsaspekte die letztenendes nur der Person die 'glaubt' allein zugänglich sind, in vielen Fällen - und das ist meine persönliche Behauptung - aber überhaupt nicht von ihr in Betracht gezogen werden. Die aus der Unwissenheit über die Funktionsweise des eigenen Bewußtseins erwachsenden Sehnsüchte und Bedürfnisse nach mentaler (Selbst-)Sicherheit und Stärke werden mit allen möglichen dem Bewußtsein dargebotenen Hilfs- und Ersatzwerten scheinbar befriedigt. Doch bedarf es für den Glaubenden immer eines gewissen Einsatzes, einer dauernden Anstrengung für die Aufrechterhaltung des Glaubens. Stetig muss sich mental vergewissert werden, dass man noch auf dem 'richtigen Dampfer' ist. Das Gebilde muss standhaft bleiben und daher immer wieder an die tatsächliche Erkenntnis- und Erlebniswelt angepasst werden, bzw. umgekehrt. Dieser ewige Gedankenprozess der Selbstrechtfertigung ist Natur und Drang des Glaubens zugleich und wird, wenn man sich ihm hingibt, zur Lebensmotivation des glaubenden Menschen. Doch was passiert bei dem Versuch, das eigene Erleben der Wirklichkeit an die vergleichsweise beschränkten Strukturen des Glaubenssystems anzupassen, bzw. was ist Voraussetzung dafür, dass dies überhaupt für einen selbst glaubhaft umgesetzt werden kann?
- Die Ignoranz. Der Unterschied zwischen Glauben und Wissen, zwischen Ignoranz und Akzeptanz ist der, dass Glauben nur dann von Bedeutung ist, wenn ich nicht wissen will. Nur in der willentlichen Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit wie sie ist, meiner eigenen Wirklichkeit der Person die ich bin und der Wirklichkeit der Welt, meines Umfeldes, ist Glaube notwendig. Wenn ich die Wirklichkeit so annehmen kann wie sie ist, und das meine ich nicht fatalistisch, sondern zur Schaffung eines selbstbestimmten Ausgangspunktes der Akzeptanz der Dinge, um zu wissen was ist und was notwendig ist verändert zu werden und warum, dann ist ein Glaubenssystem überflüssig und hinderlich. Es kann nur dazu dienen, mich selbst absichtlich zu belügen um mir ein gewisses Gefühl von Wohlbehagen zu vermitteln, für dessen Motivation es wiederum eine innere, ehrliche Antwort gibt, vor der ich die Ignoranz als Voraussetzung für meinen Glauben vorziehe.
Daher ist es meiner Ansicht nach von besonderer Bedeutung gerade in dem Moment der Erschütterung und des Zusammenbruchs dieses Glaubenssystems und der Erkenntnis, dass die eigentliche 'Macht' zur Veränderung in den eigenen Händen liegt einen Weg aufzuzeigen, wie mit dieser 'neuen' Verantwortung sozusagen 'verantwortungsbewußt' umgegangen werden kann. Denn natürlich ist der betreffende Punkt der hier durch den Placebo behoben wird, hier das Denkmuster der irrationalen Angst, nur ein Teil des komplexen Systems der Persönlichkeit und Charakters. Und die Gefahr ist natürlich sehr groß von dieser zunächst wankenden Position der Eigenständigkeit in diesem einen Punkt in das nächste Muster der Selbstrechtfertigung und Ignoranz zu verfallen. Das System der inneren Gedanken der Persönlichkeit ist durchaus in der Lage hunderte von Erklärungen und Gründen zu entwerfen, die diese Wirkung des Placebo-Effekts, der ja zunächst nur erfahren, nicht aber en detail verstanden wird, zu entmachten. Erst wenn ich wirklich verstanden habe was da in mir vorgeht, woher diese Gedanken und Werturteile kommen, dass ich selbst sie kreiert habe und wie, kann ich von einem eigenständigen und selbst-sicheren Standpunkt aus mich und mein Verhalten selbstehrlich analysieren und dauerhaft verändern.
Der Placebo Effekt umgeht diesen Weg der Selbstanalyse zunächst und führt ein Ergebnis herbei, das vor allem von außen generiert wird. Er braucht von Vornherein ein Machtverhältnis das es erforderlich macht, dass jemand 'Weiß' und ein anderer 'Ignorant' ist, also lediglich 'glaubt'.
Genau dieses Abhängigkeitsverhältnis durch das Vorenthalten von Information ist es, das seit Jahrtausenden die Menschen manipulierbar und unfrei macht. Das in diesem Fall gewaltsame Zurückhalten von Information, Wissen und anderen Ressourcen befähigt die Machthabende Elite dazu, nach freiem Dünken mit den Interessen, den Emotionen, Bedürfnissen, Verlangen und vor allem dem Glauben der Menschen herumzuspielen und sie zu allen erdenklichen Handlungen anzuregen, sie zu manipulieren und glauben zu lassen, dieses erbärmliche, versklavte Leben das sie führen sei ihnen nicht nur von Schicksal oder einer höheren Macht zugeteilt, sondern sei auch ihre ganz persönliche Bestimmung, eine Prüfung für die sie später entlohnt würden, nach ihrem Tod, in einer anderen Welt, in einem völlig irrationalen und wahnhaften Glaubensgebilde der Vorstellung.
Wenn man es so betrachtet, und das sollte man tun, dann stellt sich vielleicht heraus, dass wir alle in einer Art Placebo-Welt leben, dass unsere ganze Kultur, unser Streben, unsere sogenannten Werte und Wünsche und Ideologien nichts Weiter als Ergebnisse eines aus grundlegender Ignoranz, Manipulation in Form von Erziehung, gesellschaftlichem Druck, Ausbildung und nicht zuletzt der Alternativlosigkeit des Angebots geborenen Glaubenssystems sind, und dass wir die Erfüllung die wir suchen letztlich lediglich im Geist erleben, sprich in unserer Einbildung. Ist das nicht im Endeffekt die größte Motivation des Konsum-Menschen unserer Zeit geworden, dass er ein dauerhaftes Glücksgefühl, eine dauerhafte emotionale Befriedigung erlebt? Ist nicht längst alles Lebendige, Bewegte, eigenständige herausgefiltert aus den persönlichen Zielen, aus der Selbstwahrnehmung als Mensch unter Menschen, als Leben unter Lebenden?

Doch ich weiche zu weit vom Thema ab.
Er, der Placebo-Effekt, kann also vor allem als eine 'Traumatisierung' dienen, die der in seinem Glauben erschütterte und vom Ergebnis überraschte Probant dann zum Anlass nehmen kann, sich für die Erforschung seiner Selbst, seines Bewußtseins, seiner Gedanken, seiner Persönlichkeit und seiner emotionalen Reaktionsmuster zu entscheiden.
Diese Entscheidung ist es, der wir durch stetige Selbsthypnose, unterstützt von außen durch das von uns selbst kreierte System zu entgehen versuchen. Je weiter dieses System in all seinen Ausprägungen vorangeschritten ist, je mehr wir uns verkrochen haben in unsere Gedanken- und Vorstellungswelten, je mehr wir uns angestrengt haben uns über den Geist, unsere Gedanken und unsere innere, Bildhafte Selbstwahrnehmung zu identifizieren anstatt nach außen zu gehen, zu leben, eigenständig, selbstgesteuert und selbstbestimmt, desto schwerer und unmöglicher scheint uns der Schritt zurück zu selbstehrlicher Eigenverantwortung geworden zu sein. Wie könnten wir auch heute, angesichts all der Informationsmittel, der Flut an Wissen um und über die Zusammenhänge, die unvorstellbar grauenhaften Konsequenzen unserer Lebensweise überall auf der Welt die eigene Verantwortung für all das akzeptieren, ohne dabei den Glauben an uns selbst zu verlieren? - Oder ist es gerade das, was uns zu diesem Schritt befähigen würde? Den Glauben zu verlieren? Wäre dieser Verlust des Glaubens nicht einfach eine Konsequenz der akzeptierten Einsicht in die Dinge wie sie sind? In all das, was 'der Fall' ist? Was ist Glaube wert, wenn er lediglich ein Gedankenkonzept bleibt? Was bedeutet es schon, an sich zu glauben? Sollte ich nicht alles daran setzen, dass ich das, was ich als Intention und als Motivation für mein Leben einsetze auch tatsächlich lebe? Und zwar in jeder Sekunde und mit jedem Atemzug? Sollte ich nicht selbst dafür stehen können, was ich selbstbestimmt entscheide zu sein?
Natürlich, denn das ist die Umsetzung des menschlichen Potentials, die Ausübung meiner Selbst, das Leben in völliger Angstfreiheit und Akzeptanz der eigenen Verantwortlichkeit. Und dann stellt sich die Frage nicht mehr, wer oder was schuld ist an den Umständen die beispielsweise dazu führen, dass das Leben sinnlos millionenfach ausgeblutet, gequält, missachtet und verbraucht wird, zum alleinigen Zweck einer Systemerhaltung die nur noch durch das ängstliche Festklammern der illusionären Persönlichkeiten an den gewohnten Strukturen weiterverfolgt wird, die immer mehr und immer brutalere Taten zu rechtfertigen versucht, einzig durch selbstgerechte Argumente, die die Feigheit des Charakters, die verängstigte Engstirnigkeit, das bremsende und beschränkte an ihm verbergen sollen. Schuld ist kein Thema mehr für den lebendigen Menschen. Schuld ist etwas für Feiglinge. Die Tat die erforderlich ist wird entweder erkannt und akzeptiert, oder man zieh es vor sich selbst als das Leben aufzugeben, sich hinzugeben und zum Werkzeug einer zerstörerischen und lebensfeindlichen Systematik zu werden. Das eigentliche Problem das zu den äußeren Systemen führt liegt in dem Bewußtsein jedes einzelnen Menschen und somit auch in der Verantwortlichkeit jedes einzelnen. Klage ich mich selbst an, neige ich dazu mich zu verurteilen und in einem gedanklich- emotionalen Konzept des Selbstmitleids und des Selbstbedauerns mich entweder selbst außer Gefecht zu setzen indem ich resigniere, oder aber in Frust und Verbitterung zu Aggression und Gewalt übergehe, in dem trügerischen Glauben vielleicht auf diese Weise, durch das Erschaffen von Feindbildern und das stecken künstlicher Fronten als 'Krieger' und 'Rebell' meine Überzeugung zu vertreten und mich vielleicht doch nicht selbst verraten zu müssen. Doch ist diese Entscheidung ebenso ein 'außer Gefecht setzen' wie die Resignation, denn das Strampeln und verzweifelte Kämpfen gegen die Auswirkungen des Systems ist immer zum Scheitern verurteilt, es ist sogar ein in das System integrierter, einkalkulierter Bestandteil, der keinerlei Änderung des übergeordneten Paradigmas hervorruft, sondern eher noch die Zwänge, die Macht der Unterdrückungs- und Verängstigungsmechanismen verstärkt, weil diese Bewegung weitere Rechtfertigungsgründe liefert die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit der Menschen noch weiter einzuschränken.
Die EInsicht und die akzeptierende Annahme, das Willkommen heißen der eigenen Vernatwortlichkeit für das Leben, als das Leben ist der einzige Schlüssel, der offensichtliche Schlüssel zur Überwindung der Menschheit und des Menschenbildes das dieses System, diese Welt und alle Konsequenzen ihrer Lebensweise akzeptiert und zugelassen hat. Wir, jeder Einzelne von uns, sind Mitschöpfer aller Dinge die wir geschehen lassen. Und daher können wir nur uns selbst als unabdingbaren Teil der menschlichen Welt verändern, indem wir die Strukturen in uns selbst erkennen und auflösen, die uns zu einem tragenden Teil eben dieser Systematik haben werden lassen. Hierzu kann unter vielen anderen Aspekten der Funktionsweisen des menschlichen Bewußtseins eine so unterhaltsame, verblüffende und vielleicht sogar erschütternde Präsentation des Placebo-Effektes oder auch der Hypniose als direkte Um-Programmierung eine Hilfreiche Anleitung sein, ein Ansatzpunkt an dem die Infragestellung all der bisher von uns selbst als selbstverständlich und unveränderbar angenommenen Prozesse, Phänomene, Gesetze der menschlichen Natur, unserer Persönlichkeit, Emotionen und Neigungen beginnen. Denn hier wird direkt offensichtlich wie viel Einfluss wir unserem Bewußtsein über unser Leben geben. Hier wird deutlich, dass wir durch diese Erlaubnis nicht nur die Selbstkontrolle über unsere eigenen Entscheidungen dem Unterbewußtsein und unserer angenommenen Persönlichkeitsstruktur in fatalistischem Treuen Glauben übergeben, sondern dass wir uns dadurch selbst programmierbar machen, uns selbst immer weiter einem scheinbar übergeordneten System freiwillig unterordnen, dessen Schöpfer und Ernährer wir selbst sind, auch dann wenn wir offen sehen, dass es nicht dem Leben dient, dass es uns selbst einschränkt, dass wir uns dadurch selbst gefährden und unausweichlich zerstören. Doch wir haben uns von Generation zu Generation unendliche Ideologien, Philosophien und Glaubensstrukturen eingerichtet, die unser Empfinden an genau vorgegebenen Wertstrukturen interpretieren und passend machen für unsere Vorstellung und Idealisierung eines Lebens, das nur in unseren Köpfen stattfindet, das eine Theorie ist die einer völlig irrationalen Prämisse folgt, nämlich der Glaubensvorstellung wir wären lediglich relevant als die gedankliche Vorstellung unserer Persönlichkeit, unser Leben und unser Sein würde sich ausschließlich darüber definieren was wir fühlen, denken und glauben, wobei das körperliche, offensichtlich reale, physische Leben nichts weiter als eine Einbildung, ein Konstrukt unseres Bewußtseins wäre, das zwar real genug erscheint, als dass wir uns nicht einfach so über die ihm zugrunde liegenden Gesetze hinwegsetzen und beispielsweise nur von Licht und Luft leben oder gar keine Schmerzen mehr empfinden könnten, auch wenn sich dieser Glaube dass einige Menschen dies schaffen könnten oder geschafft hätten hartnäckig als Gerücht hält, aber das eben nur abhängig von unserer Wahrnehmung existiere und geschaffen von unserem Geist, unserem Bewußtsein quasi in seiner Existenz diesem folge. Die offensichtliche Realität freilich zeigt uns ganz klar und simpel, dass genau das Gegenteil der Fall ist und die Menschen, selbst jene die sich mit größter Anstrengung von diesem Selbstbetrug überzeugen wollen, leben auch nach wie vor entsprechend der Gesetzmäßigkeiten und Bedingungen des körperlichen, organisch-physischen Lebens und nicht etwa nach einer rein spirituellen Lebensart. Lediglich die Konzeptuellen Bedingungen, die Erziehung, Ausbildung und mentale Programmierung der wir uns selbst aussetzen versucht auf subtile oder auch offenkundige Weise diesen Ethärischen Aspekt des Lebens, dieses Produkt einer Einbildung eines in sich selbst verhedderten Bewußtseins einzuweben und zu vermitteln, als wären wir als Menschen etwas Besonderes, etwas Spezielles, etwas Höherwertiges als alles andere Leben. Die Folgen dessen, die Konsequenz dieser überwertigen und trügerischen Selbstidentifikation in ihrer Ausprägung einer selbstsüchtigen Hatz, einer rücksichtslosen Verfolgung des Selbstinteresses eines jeden Bewußtseins, ohne Achtung vor dem Leben das uns alle eint, die Zerstörung unserer biologischen Grundlagen und die arrogante Haltung gegenüber unseren körperlichen Notwendigkeiten, die geradezu lächerlich naiv anmutet wenn man sich traut sich des 'gesunden' Menschenverstandes zu bedienen, all diese Folgen die in Ungleichheiten, Ausbeutung, Vernichtung und Versklavung allen Lebens münden sind und bleiben aber durchaus körperlich und physisch spürbar. Es sind Menschen, Tiere, Lebewesen die diese Qualen als Konsequenzen unerer Ignoranz tagtäglich fühlen und erleiden, sehr real und sehr körperlich. Kein spiritueller Weg führt darüber hinweg oder gar darunter hindurch. Keine Religion, Kein Guru und kein Schamane hat es bisher gemeistert dieses Leiden zu lindern, kein Licht-Arbeiter hat jemals einem Kind einer ausgebeuteten, verarmten Familie den Hunger genommen, hat jemals einen Kranken geheilt oder einen dauerhaften, stabilen Zustand des Friedens und der Gleichheit begründet.
All das konnte bisher nur der Tod erreichen.

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Die erste und letzte und vielleicht stärkste Bastion der Selbsgerechten Wahl und Entscheidung für die Ignoranz ist unser Geldsystem. Durch Geld und die Zwänge, Ängste und Sehnsüchte die damit verbunden sind/werden finden wir in unserem Leben immer wieder angenehme, scheinbar erlösende Entschuldigungen und Ausreden uns NICHT für das Leben und die Eigenverantwortung entscheiden zu können. Wir zwingen uns sozusagen selbst in die Ignoranz, in die Verlogenheit und Unehrlichkeit uns selbst und dem Leben gegenüber. Warum uns selbst? Weil wir natürlich Schöpfer eben dieses Geldsystems sind. Weil wir in uns den Samen für die Frucht dieser kapitalistischen Ausbeutungsmaschinerie tragen, eben durch die isolierte Selbstidentifikation als rein gedankliche Existenz, abgetrennt von allem anderen, sogar abgetrennt von unserem Körper stellen wir uns uns selbst vor. Doch diese Unabhängigkeit ist so imaginär wie der Weihnachtsmann denn niemand lebt tatsächlich in dieser Form, als dieser Mensch den er als Bild in seinem Kopf trägt. Und vor allem hat niemand als diese Persönlichkeit tatsächlich eine Eigenständigkeit, eine Individualität, ein tatsächlich freies Bewußtsein oder gar einen freien Willen. Und genau das offenbart beispielsweise die Hypnose, die gezielte Manipulation, die Programmierung eines Geistes, eines Bewußtseins. Nicht unbedingt dadurch, dass auf jeden Fall und immer ein Mensch unter Hypnose zu allen nur erdenklichen Handlungen gebracht werden kann, denn das ist ja auch so nicht der Fall, sondern einfach durch die Tatsache, dass dieses direkte Ansprechen des Unterbewußtseins diesen immens großen Einfluß entlarvt, den es in all seiner Strukturierung die wir ihm auf unserem Lebensweg mit eingegeben haben, auf unser 'bewußtes' Leben, unsere Entscheidungen, auf das was wir Intuition nennen, auf unsere Ängste und Befürchtungen, unsere Neigungen und Vorlieben hat.

Was ist dieser Vorgang, den wir Anpassung nennen, den wir als Gewöhnung bezeichnen, wenn nicht die Umstrukturierung unserer innersten Lenkungsmechanismen entlang den Bedingungen eines bestimmten Umfeldes? Wir glauben nach einer 'Gewöhnungsphase', dass wir genau die Dinge, die uns in dem uns umgebenden Umfeld angeboten werden auch zu wollen, wir richten unsere Bedürfnisse an den Angeboten aus und glauben dann, wenn wir den Gewöhnungsprozess abgeschlossen haben, zufrieden damit zu sein, mehr noch, wir überzeugen uns selbst, dass diese Wahl, diese Entscheidungsmöglichkeiten die uns dargeboten werden unseren innerste, natürlichsten Wünschen entsprächen. Doch können die Werte und Ideale die wir unserem Leben abverlangen unterschiedlichster Natur sein, was sich in den mannigfaltigen Ausprägungen der Persönlichkeiten zeigt, nicht nur in den extremsten Unterschieden regional distanzierter Kulturen, sondern auch innerhalb eines Systems einer einzigen Gemeinschaft, bzw. einer Gesellschaft.
Die Frage die wir uns stellen müssten ist die nach dem eigentlichen Nutzen, nach der Nachhaltigkeit, der Sinnhaftigkeit und vor allem dem gemeinschaftlichen Wohl aller beteiligten, und das sind, wenn man vom Leben selbst ausgeht, alle Lebewesen dieser Existenz. Doch für die ehrliche und aufrichtige Beantwortung dieser Fragen muss der Paradigmenwechsel vollzogen werden, der die Selbstwahrnehmung aus der Sphäre der isolierten Identifiketion durch Gedanken und die täuschende Spiegelung der eigenen Person in der Außenwahrnehmung heraushebt und wieder in das Leben direkt überträgt, so wie es sich physisch real im Moment fordernd und wirkend präsentiert. Jeder Versuch der Abgrenzung, der selbstgefälligen Abhebung vom Ganzen des Lebendigen trägt zur Selbsttäuschung bei und mach das Wesen empfänglich für jedwede Art der Manipulation. Je mehr man sich herausstellt, sich der Einbildung des eigenen Mehrwertes hingibt, desto mehr wird man zu einer Marionette, zu einem unselbständigen, fremdbestimmten Objekt der Manipulation. Denn die Flucht in die eigenen Gedanken ist eine Flucht in ein Gebilde das nicht einmal authentisch ist, das überhaupt nicht einem eigenen Impuls, einem individuellen Quell, sondern lediglich der nach persönlichen Erziehungs- und Erfahrungsmustern interpretierten Version einer bereits geformten Umwelt entspringt. Darüber sollte man sich bewußt werden, wenn einem an Eigenständigkeit, Individualität und Selbstbestimmtheit gelegen ist. Verantwortungsbewußter Umgang mit der menschlichen 'Gabe' des bewußten Handelns, Planens und Entscheidens bedeutet, sich über die Funktionsweise der eigenen Vorstellungen, der eigenen Empfindungen und durch Gedanken gebildeten Ideologien klar zu werden, zu lernen, sich selbst zu verstehen, sich zu ergründen ohne all sein Erleben, Denken und Empfinden durch den Filter einer übertragenen Prämisse zu betrachten. Das bedeutet sich selbst in Selbst-Ehrlichkeit zu schulen, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, die eigenen Motive zu erkennen und ihr Entstehen zurückzuverfolgen bis der Ursprung deutlich ist und damit auch die Konsequenz in ihrer wahren Bedeutung. Allein in diesem Prozess werden einem jeden unzählige Beispiele der Selbsthypnose, der Gehirnwäsche und der suggestiven Manipulation bewußt werden von denen man bisher nichts geahnt hatte, die in ihrer gelebten Konsequenz aber unsere Entscheidungen und scheinbar frei getroffenen Entschlüsse mitbestimmt haben. Ein ernüchternder, aber auch befähigender Prozess, und gerade hier liegt der Kern des eigenständigen Verantwortungsbewußtseins, das uns dazu befähigt frei zu werden von Manipulation, Selbstbetrug und einem gebückten, sich ständig entschuldigenden Leben.
Kann ich immer und in jedem Moment für mich und meine Entscheidungen geradestehen ohne mich rechtfertigen zu müssen, ohne etwas verbergen zu müssen oder das Gefühl zu haben nicht ganz allein verantwortlich zu sein?

Fortsetzung folgt...


- der letztlich die realen und lebensnotwendigen Ressourcen zu reinen Unterhaltungszwecken einer Minderheit dem Großteil der Weltbevölkerung raubt und vorenthält, um daraufhin diese gewaltsam kreierte Schwäche noch schamlos auszunutzen, -