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Montag, 21. Juli 2014

Tag 180 - Immer geduckt (persönlicher Selbstanalyse und Korrekturprozess 2. Teil)

Pictoscribe / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)




Das ist der zweite Beitrag einer Reihe zum persönlichen Selbstanalyse-, Entwicklungs- und Korrekturprozess
Teil 1:

Tag 179 - Warten auf das "Jetzt" 

 

Auszug:

"Große Pläne? Nein, denn das, was ich bin und was ich zu tun gedenke, das beginnt jetzt und hier. Mit jedem Schritt und jedem Atemzug. Bleibe ich gesund liegen nach Abschluss des Studiums noch gute zwanzig Jahre Arbeitsleben vor mir, mehr als genug um mcih entsprechend einzubringen. Ich will hier nicht klingen wie ein unreifer Idealist, daher stoppe ich diesen Gedankengang hier. Die Entscheidung ist gefallen und diese Entscheidung wird in dieser Größenordnung wohl meine letzte sein. Ich konnte immer schon am besten unter existentiellem Druck arbeiten also habe ich die besten Voraussetzungen für mich und diesen Moment geschaffen. "



 2. Teil

Ich habe mein Leben in geduckter Haltung verbracht und werde diesen Fehler jetzt Schritt für Schritt und Stück für Stück beseitigen. 

Verantwortlich für meine Haltung oder besser gesagt meine Zurückhaltung bin immer ich selbst und niemand sonst, keine äußeren Umstände, kein Verhalten anderer und auch nicht meine Natur oder das, was man gemeinhin die „Natur“ und den „Charakter“ nennt, ohne genau zu wissen wovon man da eigentlich spricht. Verantwortung beginnt immer bei einem selbst und erst in zweiter Linie sind andere mit verantwortlich für die Situation in der man lebt und die das eigene Leben mitbestimmt. Doch auch die Verantwortlichkeit anderer ist eine Eigenverantwortung die sie zunächst sich selbst gegenüber zu akzeptieren und zu erfüllen haben, denn nur dann kann man davon ausgehen, es mit Selbst-bewussten und vertrauenswürdigen Menschen zu tun zu haben und nur dann ist es möglich ein produktives Miteinander zu gestalten das nicht auf Misstrauen, Missgunst, Angst und gegenseitiger Ausbeutung beruht.

Ich habe diese verdrängten und verborgenen Ängste in mir herangezüchtet und es ihnen gestattet mich zu bestimmen. Wenn man ein Leben im Verborgenen führt, wenn man sich versteckt hinter Fassaden, hinter Heuchelei und Schauspielerei, wenn man nur in seinem geheimen Bewusstsein eine „intime Persönlichkeit“ kultiviert, dann bleibt keine Wahl außer sich selbst zu belügen und damit auch die anderen. Und mit der Zeit glaubt man seine eigenen Lügen und identifiziert sich tatsächlich mit dieser geheimen Instanz und man bemerkt nicht, dass das Gefühl des Mangels und der Unzulänglichkeit, die Unzufriedenheit und die ständige Suche nach Erfüllung nur aus diesem unglücklichen Selbstbetrug erwachsen. Man bemerkt diese ständige Fremdbestimmung durch die inneren Programme, die Ängste sich zu offenbaren in allen Entscheidungen und Taten nicht mehr, man wird verkrampft und verbittert, man verliert den Blick und die Wahrnehmung für das Hier, den wirklichen Moment des Lebendigen Seins. Die Last der erdrückenden Gedankenmuster und Konstrukte die man sich als Schutzwall vor der Wirklichkeit aufgebaut hat lassen einen in die Knie gehen, man versucht ständig auch das wahre körperliche Selbst verborgen zu halten. Entweder man verkleidet sich wie ein Pfau oder man versucht so unauffällig und normal wie möglich zu wirken, oder aber man senkt den Kopf um nicht gesehen oder erkannt zu werden, lässt die Schultern hängen und steht geduckt, versuch sich in sich selbst zurückzuziehen. Doch dort gibt es keinen Lebensraum, sondern nur die Welt der eigenen Gedanken, welche nur durch das Körperliche überhaupt existiert.
Es mag erscheinen wie ein defensiver Zustand der Zurückhaltung aber wenn man es genauer betrachtet erkennt man, dass das Gegenteil der Fall ist. Denn durch diesen permanenten Selbstbetrug, die Anstrengung das Geheimnis der eigenen innersten Ängste, der verborgenen selbstsüchtigen Pläne, der verbitterten Gedanken dass man es ja schließlich verdient habe sich zu bereichern wo es nur geht, ohne Rücksicht auf Verluste in der Hoffnung dass es einem dadurch besser ginge, ist man in ständigem  Kampfmodus, man ist eigentlich aggressiv-passiv, man versucht Gelegenheiten zu nutzen um aus dem Verborgenen zuzuschlagen. Die Verteidigungs- und Opferhaltung ist hier nur eine Konsequenz der eigenen Unaufrichtigkeit und der Versuch einer Rechtfertigung, denn man muss sich nur dort verteidigen, wo man auf unsicherem Grund steht und wenn die eigene Selbstidentifikation unsicher und wackelig ist lebt man in Angst und kann sicher sein, dass sie nicht wahrhaftig ist.
In meinem letzten Blog habe ich die Komplexe meiner Vergangenheitserlebnisse und der mentalen Systeme die ich auf meiner Interpretation dieser Erfahrungen aufgebaut habe beschrieben und gezeigt, dass es immer wieder darauf hinausläuft mich mit einer gedanklichen Idealvorstellung zu vergleichen, einer imaginären Person die bestimmte Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt, die ich erst noch erreichen muss um so zu sein, wie ich es mir vorstelle. Stark, Standhaft, Selbstbewusst und Zielgerichtet. Diese Eigenschaften zu erwerben war für mich immer mit der Laufbahn einer durch die Gesellschaft und das System vorgegebenen Weise verbunden und nur so zu erreichen. Die Aufrichtigkeit und Selbstehrlichkeit immer als das was man ist, was man sich erlaubt hat zu werden einfach zu SEIN und in dieser Akzeptanz das eigene Potential zu entfalten, zu nutzen und selbst zu bestimmen wohin man dabei geht ist aber immer Hier und in jedem Atemzug wählbar. Auf dieser Aufrichtigkeit und Selbstehrlichkeit basiert das Selbstbewusstsein das unumstößlich ist, weil es die eigene Gleichheit/Gleichwertigkeit und Einheit mit allem Leben anerkennt und in das Sein integriert, also lebt. Dieser Selbstwert ist dann nicht nur ein Gefühl oder ein Gedankenkonstrukt, sondern basiert auf den Fakten des Lebens das unabhängig von den Idealen und Ideologien existiert. All das scheinbare Versagen und die Niederlagen die ich als solche in meine Persönlichkeit eingeflochten habe sind nur aus dem einen Grund für mich, mein Leben, meine Entscheidungen und meine Selbstwahrnehmung bestimmend geworden, weil ich das zugelassen habe. Ich habe mich vor mir selbst versteckt und den Wunsch nach Anerkennung durch das Erfüllen von äußeren Bedingungen als Rechtfertigung dafür benutzt, mich immer weiter in die gedanklichen Wahrnehmungen meiner Selbst und meines Umfeldes zu flüchten, ohne die Verantwortung für all die Schwierigkeiten die diese Welt bereithält zu übernehmen und meinen eigenen Beitrag anzuerkennen. Was ist das Beschuldigen und die Abwälzung von Verantwortung anderes als das Betteln um eine Sonderbehandlung?
Bei alledem war mir nie wirklich klar, weil ich es nicht wollte, dass meine Selbstwahrnehmung und die Minderwertigkeitsgefühle meine eigene Kreation sind und ich nur durch meine Unehrlichkeit mir selbst gegenüber die Ängste in mir geschaffen habe, die diese Wahrheit vor mir verbergen sollten. Tatsächlich habe ich immer ein großes Potential an Fähigkeiten, an Durchhaltevermögen, Disziplin und Fleiß gezeigt, wenn es darauf ankam mich und meine imaginäre Selbstidentifikation zu schützen. Und diesen Schutz hatte ich immer dann nötig, wenn ich mich eben durch den stetigen Selbstbetrug in eine bedrohliche Lage gebracht habe. Durch diesen selbst geschaffenen Teufelskreis konnte ich mir selbst die Fähigkeiten die ich darin aufgebracht habe nie eingestehen oder sie schätzen lernen, denn sie waren ja immer nur zu dem Zweck da, ein zum Scheitern verurteiltes Selbstbild aufrecht zu erhalten, das mit der Wirklichkeit in Konflikt kommen musste, und diese Konflikt offenbarte eben immer wieder die eigentliche Lüge dieser Konstruktion meiner Persönlichkeit. Daher müssen selbst erdachte Illusionen, Fantasien und scheinlogische Konstrukte die Konflikte verbergen und aus ihnen Angriffe machen, Attacken auf ein schuldloses Opfer, Bedrohungen durch ein übermächtiges System von dem ich mich selbst getrennt wahrnehme. Aber genau diese Trennung ist die größte Illusion und die Ursache oder besser gesagt der gedankliche Nährboden für alle irrationalen Ängste.

Die Herausforderungen des Systems annehmen das wir alle mit tragen und dessen längst überfällige Überarbeitung nur dann angegangen werden kann, wenn wir alle gemeinsam und jeder für sich diese Flucht in Illusionen aufgeben, wenn wir nicht mehr die symbolischen Artefakte des Ideals repräsentieren, sondern die Aufrichtigkeit, die Einheit und Gleichheit des Lebens wahrhaftig Umsetzen indem wir sie auch in jedem Augenblick leben, bedeutet einen Schritt in die eigenverantwortliche Selbstbestimmung die dem Potential entspricht, das der Mensch hat. Die Verantwortung die seine Fähigkeiten mit sich bringen zu übernehmen bedeutet alles in Betracht zu ziehen was möglich ist, Konsequenzen bewusst zu überschauen und herauszukommen aus der stickigen Höhle des geheimen Bewusstseins, sich zu offenbaren und sich in jedem anderen zu erkennen, zu respektieren und zu ehren mit der Würde die uns allen zusteht.
Wenn wir dafür die äußeren und inneren Bedingungen erfüllen gibt es keinen Grund mehr für defensives und/oder aggressives Verhalten, keinen Grund sich selbst zu beschränken, sich zu unterdrücken und zu verstellen. Es gibt keinen Grund für ein geheimes Bewusstsein oder eine persönliche Agenda der Selbstsucht. Und es kann auch nichts und niemand den eigenen Selbstwert entkräften. 

Ich habe in diesen zwei Blogs bereits sehr viel über mich und weitere Bereiche meiner Persönlichkeit erfahren und zu akzeptieren und verstehen gelernt. Ich habe erkannt wie sehr ich mich selbst unterschätzt, mich selbst beschränkt und unterdrückt habe und dass ich mir ein Selbstbild erschaffen habe das weit entfernt von meinem wirklichen Potenzial und Fähigkeiten liegt. Tatsächlich war das Potenzial immer da, nur mein Bewusstsein, meine Gedanken und die Persönlichkeitsprogramme haben es ermöglicht, meine Sicht auf die tatsächlichen Ereignisse, meine Handlungen, Erfolge und Errungenschaften zu verstellen, die mir trotz aller Widerstände und aller widrigen Umstände gelungen sind. Die Akzeptanz dieser Möglichkeiten und dieses Potentials bedeutet aber eben auch die Verantwortung zu übernehmen beides im Sinne und zum Besten allen Lebens einzusetzen. Und die Angst vor dieser Verantwortung, die eine Eigenverantwortung ist zu der dich niemand auffordert und die dir auch niemand hoch anrechnet in unserer Welt, ist der Antrieb und der Trigger für all die Selbstrechtfertigungen, die Entschuldigungen und selbstgefälligen Ausreden dafür, sich der Wirklichkeit unserer menschlichen Welt nicht zu stellen. 

Veränderung ist unumgänglich in dieser Welt. Doch wenn man nicht einmal bereit ist den IST-Zustand anzuerkennen und die eigene Verantwortung dafür mit in die Berechnungen zu nehmen, dann wird man wirkungslos in seinem Tun und hat keine Möglichkeit für etwas wirklich einzustehen.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Tag 164 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 6

M31. / Foter.com / CC BY


Fortsetzung zu

Tag 163 - Psychlogie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 5

 

Auszug:

Da der Selbstwert des Individuums sich nicht mehr über den Konsum symbolischer Güter definiert oder aufgrund zwangsweise auferlegter Statuswerte zu erkämpfen ist, sondern in der unumstößlichen Gewissheit der Gleichheit und Einheit, sprich der Gleichwertigkeit aller fußt, ist die Lebensmotivation, der Antrieb der Handlung nun nicht mehr auf gelenkte, isolierte Ziele ausgerichtet, sondern auf das Wohl der Gemeinschaft und das Beste für deren Entwicklung, nicht nur begrenzt auf die eigene Lebensspanne, sondern auf das Leben selbst bezogen, Generationsübergreifend und nicht an die eigene Erfolgsgeschichte gebunden.


Fortsetzung:
Wir wollen das Beste, wir wollen den Fortschritt, die Bequemlichkeit und den Luxus. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das Problem dabei ist, wir wollen all das jetzt, für uns selbst und so schnell wie möglich. Wir streben nach dem persönlichen Erlebnis, nicht nach dem dauerhaften, stabilen Erfolg. Wir sind allein auf unsere eigene, persönliche Erfahrung fixiert und Sklaven des Belohnungssystems unserer primitiven Gehirne.
Angst ist der größte zerstörerische Faktor und unser Antrieb dabei. Wir sind nicht dumm, aber wir handeln kopflos, irre, idiotisch, wahnsinnig. Was sonst außer der Angst sollte uns dazu bringen so zu handeln? Die Angst um die Geschichte in unseren Köpfen die wir über das Leben selbst gestellt haben, unsere Persönlichkeit. Wir haben zwar die Fähigkeit zu Verstandes-gemäßem Denken, zur Vernunft, zu Weitsicht und verantwortlichem Handeln, aber wir leugnen sie, nutzen sie absichtlich nicht, aus Angst vor der Verantwortung die diese Fähigkeiten mit sich bringen.Unsere kulturelle Prägung, die Systematik die wir etabliert haben als soziales und wirtschaftliches Gefüge nutzt unseren primitivsten Entwicklungsstand, unsere simplen Systematiken persönlicher Belohnungs- und Glücksempfindungen um uns im Innersten auf dem Stand der Entwicklung eines Säuglings zu belassen. Dadurch werden wir zu Masken, zu oberflächlichen, schein-mündigen 'Erwachsenen', mit Macht und Privilegien der Mitgestaltung ausgestattet und werden dabei doch noch immer geleitet und fremdbestimmt ohne uns dessen bewusst zu sein, handeln und agieren einzig im Sinne und nach den Prinzipien der alles beherrschenden Systematik des Glaubens, der Dogmen die, getriggert durch unsere Ängste des Existenz- und Identitätsverlustes von uns allen aufrecht erhalten werden.

Dabei ist jeder Fortschritt den die Menschheit geleistet hat immer das Ergebnis einer Zusammenarbeit gewesen. Es gibt keine einzigartige Idee, keine Leistung die absolut unabhängig und isoliert vonstatten geht. Das Problem ist die Systematik, die es entgegen jeder Vernunft und jeden Verstand einzelnen Personen und Gruppen ermöglicht, die Rechte an Ideen und Leistungen ihnen allein zuzuschreiben. Wenn diese Personengruppen eine Möglichkeit sehen, aus einer Idee oder einer Leistung Profit zu schlagen, erwerben sie die Rechte an dieser Idee, die ein Ergebnis, ein Substrat der gedanklichen Anstrengungen und der Experimente von hunderten und tausenden Menschen sein kann und benutzen wiederum andere Menschen als Ressource, um die Produkte herzustellen, um die Umsetzung zu vermarkten; und das können sie tun, weil die Systematik die wir alle zulassen und aufrecht erhalten dies legitimiert, weil Menschen in existenzielle Abhängigkeit von anderen Menschen, Unternehmen und Konzernen gebracht werden, welche die Rechte an Ressourcen und Ideen, menschlichen Errungenschaften für sich allein beanspruchen können und dürfen.Wir halten in unserer Angst vor Eigenverantwortung und wahrer Selbstbestimmung den Glauben aufrecht, dieser Anspruch der so bemächtigten Personen sei gerechtfertigt aufgrund ihrer persönlichen eigenen Leistungen. Doch nichts könnte ferner von der Wirklichkeit der Tatsachen entfernt sein.

Der Gedanke die Entwicklung, Produktion und allgemeine Organisation bestimmten Institutionen zu überlassen die fachlich spezialisiert sind ist an sich kein schlechter, doch die Art der Umsetzung die einer Ideologie des Wettkampfes um die Macht und die Kontrolle über Möglichkeiten und Ressourcen folgt, zum einzigen Zweck der gierigen, persönlichen Bereicherung entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Möglichkeiten und den Fähigkeiten des Menschen. Aus seiner Angst heraus lässt er solch missbräuchliche, widersinnige Strukturen und Regelungen zu, in der vagen Hoffnung für sich selbst genug 'Rechte' und Möglichkeiten sichern und erwerben zu können um seine persönliche kleine Welt ausreichend bereichert zu haben. Nach mir die Sintflut schein dabei oberstes Mentalitäts-prinzip zu sein, während in Anbetracht der Zukunft der eigenen Nachkommen ein Glaubenskonzept genährt wird, das dem Motto 'es wird sich schon irgendwie alles richten' zu folgen scheint. Alles in allem nicht gerade ein Bild das vor Würde und Erhabenheit strahlt, sondern eher niedere Triebhaftigkeit und rücksichtslose Wildheit widerspiegelt, wobei ich ganz bewußt auf Bezeichnungen wie 'animalisch' verzichte, da das Verhalten des Menschen unvergleichlich kurzsichtig, selbstzerstörerisch und naiv erscheint und sich nirgendwo im Tierreich ein Äquivalent hierzu finden lässt.

Fortsetzung folgt...


Montag, 16. Dezember 2013

Tag 156 - Anspruchsdenken [SV 2] Identität als Wahnvorstellung

"CONSUMED By The Idea of Yourself" - Charcoal and Chalk Pastel on Paper, 11x14inch, by Andrew Gable


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich durch und als meine Gedanken zu identifizieren und in meiner Gedankenwelt abhängig von Mustern und Vorstellungen zu machen die von meinem Bewusstsein aufgrund ihm zugrundeliegender Programmierungen und Konditionierungen die Idee meiner Existenz konstruieren welche immer nur als interpretiertes Abbild der Wirklichkeit meines Selbst in der Welt eine virtuelle, simulierte Realität darstellt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, die systematischen Muster emotionaler Reaktionsverknüpfungen meines Bewusstseins und die tatsächlichen physischen Abläufe, die hervorgerufenen biochemischen Reize des Organismus in Verbindung mit meiner Vorstellungswelt interpretierter Bilder als mein Selbst identifiziert und mein Leben daran ausgerichtet zu haben wie ich mich in meiner bewusstseins-generierten Weltordnung sehe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in dieser Wahnvorstellung meiner Persönlichkeit und meines so mir selbst zugeordneten Platzes in der Wirklichkeit nicht zu erkennen, dass jede Handlung, jeder Versuch des Eingreifens und der Gestaltung, der Beeinflussung und Manipulation meiner Umwelt ganz persönlichen, ausschließlich egoistischen Zielen folgt und ich damit die Konsequenzen für mich und andere in Kauf nehme, ohne sie verantwortungsbewusst und selbstbestimmt zu prüfen, ohne sie anhand meiner vollen Möglichkeit der Wahrnehmung der Wirklichkeit in ihrer Wirkung zu erkennen oder zu verstehen, so dass auch jede missbräuchliche und schädliche Konsequenz durch die persönliche Agenda der Befriedigung künstlicher und unwirklicher Bedürfnisse in meiner eigenen Bewusstseinswelt gerechtfertigt scheint.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, Verhaltensweisen die gegen die Notwendigkeiten meines Handelns im Sinne aller, zum Besten aller, also im Sinne der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes stehen aufgrund der Strukturen und Zusammenhänge des geschlossenen Systems meiner Bewusstseinsprogrammierung und meiner persönlichen Wahrnehmungswelt die allein auf die künstlich kreierten Bedürfnisse aus selbstsüchtigen Motiven ausgerichtet ist zu rechtfertigen und beizubehalten und beispielsweise das Argument des 'freien Willens' als Teil einer illusionären Freiheit des Menschen als Persönlichkeit und als persönliches Interesse dazu zu benutzen, mich vor mir persönlich unangenehmen Notwendigkeiten zu drücken, sie aufzuschieben oder zu ignorieren und dadurch Konsequenzen für mich und andere zu erzeugen, deren Urheberschaft ich mir selbst dann nicht eingestehen möchte und für deren Auftreten ich dann aus dieser Perspektive der Ego-Persönlichkeit und der Wahrnehmung als die Identifikation über meine Gedanken- und Vorstellungswelt Schuldzuweisungen konstruiere um mich vor mir selbst und auch in bewusst manipulativer Argumentation vor anderen als Opfer der Umstände darzustellen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, den konsequenten und dauerhaften Selbstbetrug zu kultivieren und zu einem essentiellen Teil meiner Persönlichkeit werden zu lassen, indem ich in anklagender Weise und durch permanente oder auch sporadische Ignoranz gegenüber meiner Eigenverantwortlichkeit mein persönliches Schicksal auf einem Anspruchsdenken gelagert betrachte, das jeder Grundlage entbehrt und das nicht real ist, sondern allein aus der gedanklichen Konstruktion einer künstlichen Existenz als Persönlichkeit / emotionalen Wahrnehmungsreaktionen und konditionierten Reaktionsprogrammen entsteht und durch seine Realitätsferne und ego-zentrierte Grundlage immer wieder mit der Wirklichkeit kollidiert und vor allem immer dort, wo das persönliche Interesse entgegen der Einheit und Gleichheit allen Lebens steht.



Dienstag, 7. Mai 2013

Tag0075 - Selbstvergebung zur Selbstwahrnehmung als Geschichte

eliot. / Foter.com / CC BY-NC-SA
 
Nachträglich aus dem Handschriftlichen

Blog vom 26.04.2013



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich immer wieder in gedanklichen Konzepten meiner Selbstwahrnehmung als eine bestimmte, festgelegte Persönlichkeit und einen bestimmten Charakter verrant  zu haben und durch die dazu gehörenden Verhaltens- und Denkmuster eine Rolle repräsentiert zu haben mich in die Erwartungen und Anforderungen die zu dieser besmmten rolle gehören eingefügt und daran angepasst zu habne, was immer wieder zu Unzufriedenheit und zu Konflikten mit mir selbst  und meinem Umfeld geführt hat und mir selbst die sinnvolle Handlungsmöglichkeit verbaut hat, da ich in den Gedankenmustern meiner persönlichkeitsgeprägten Philosophie der Selbstherrlichkeit nur innerhalb der Problemverursachenden Strukturen zu denken in der Lage war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben ich müsse auf dr stetigen Suche nach etwas sein, das ich bin um Zufriedenheit, Selbstsicherheit und harmonische Ruhe zu erreichen, anstatt mich selbst einmal zu fragen ob ich bin, bei mir selbst anzufangen um mich selbst als das Leben anzuerkennen und mich darin wiederzufinden, was letztlich jede weitere Suche erübrigt.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit und Offenheit in jedem Moment der Verlagerung  meiner Selbstwahrnehmung und Selbstidentifikation in gedankliche Ideologien und Vorstellungen und verpflichte mich selbst mir in jedem dieser moment durch bewußtes Atmen und das Stoppen der Gedankenprogramme meine wahre Identität, mein Selbst als das Leben zu vergegenwärtigen und zu erkennen / anzuerkennen, dass meine Gedanken, mein Bewusstsein, die Erinnerungen nicht mein Selbst, sondern Werkzeuge und Methoden sind die durch mich als das Leben für alles Leben wirken können um ein Lebensbejahendes, lebendiges Beispiel für die Möglichkeit des Menschen zur Selbstbefreiung von den selbstzerstörerischen, psychopathologischen Entwicklungen des menschlichen Bewußtseins und seiner Selbstwahrnehmung allein als solches zu stehen.

Tag0074 – Nicht sein

Pensiero / Foter.com / CC BY-NC-ND




Nachträglich aus dem Handschriftlichen

Blog vom 25.04.2013

Nichts zu sein, ein Niemand zu sein – unmöglich, denn man wird immer von irgend jemandem zu irgendwem gemacht. Es sei denn, man würde es schaffen sich gänzlich aus der menschlich-sozialen Welt zurückzuziehen, was aber wiederum voraussetzen würde, dass man es schafft die zwangsläufig erhaltene Prägung und Kategorisierung der eigenen, persönlichen Existenz in der Phase bedingter, existenzieller Abhängigkeit sozusagen während der ‚Aufzucht‘ zu überwinden und zu transformieren in- Nichts. 

Aber es ist gut nicht zu wissen wer man ist. Ich habe es nie wirklich gewußt und mich selbst immer wieder dazu gezwungen, mein Leben lang unter dieser Tatsache zu leiden. Dieses Leiden hätte schon früh ein Ende nehmen und meinen Blick auf mich und das Leben hätte sich klären können, aber ich war zu verbohrt, zu verbissen und zu ängstlich loszulassen. Ich wollte wissen, ganz sicher sein wer ich bin und wozu ich hier bin. Das allein mag ja auch nicht verwundern wenn man bedenkt, dass die Grundlage und der Ausgangspunkt dieser Suche nach dem „wer bin ich?“ als selbstverständlich gegeben hingenommen wird, obwohl er eben eine reine Übereinkunft, ein Glaube und letztlich eine Einbildung ist, nämlich derart, dass diese Welt, die menschliche Kultur und Gesellschaft natürliche, unabdingbare und alternativlose Systeme seien und dass die Art und Weise der Selbstwahrnehmung als „Ich“, als Person und persönliche Geschichte, als Separat, abgetrennt „erlebend“ und „beobachtend“ die absolute und einzig richtige, gesunde Selbstidentifikation des Menschen sei, dann wird deutlich warum eine solche Suche erfolglos und frustrierend verlaufen muss.

Die Suche nach der unumstößlichen Sicherheit von einem imaginären Standpunkt der Selbstwahrnehmung aus, der jederzeit erschüttert, umgeworfen und zerstört werden kann ist sinnlos und führt weit, weit weg von der eigentlichen Ursächlichkeit dieser Sehnsucht überhaupt. Durch diese fehlgeleitete Suche lassen sich die absurdesten kulturellen, gesellschaftlichen Werte und Strukturen, vor allem aber auch die ihnen allen eigene Wirkungslosigkeit erklären.

Von den frauenverachtenden Kulturen und Religionen über die rassistischen Ideologien bis zu dem alles Leben verachtenden, mächtigsten System, dem kapitalistischen Profitsystem, all diese ideologischen Verblendungen polarisieren die Welt mit Angst, Hetzerei und versprechen scheinheilige Sicherheit unter bestimmten Bedingungen, irgendwann, , in der Zukunft. Alle basieren sie auf Angst und Hoffnung und binden den Menschen and systematische Bedingungen. Die Hoffnungen werden aus den oben bereits erwähnten Gründen niemals erfüllt werden und die Systeme der gedanklichen Bindung durch Hoffnung bestehen immer weiter aufgrund der hierarchischen Struktur, aufgrund der Tatsache, dass ebenso ängstiche, nach Sicherheit strebende Menschen die mächtigen Positionen  dieser Systeme besetzen und ihre scheinbar gesicherte Stellung nun um alles in der Welt verteidigen müssen und wollen.

In dieser Welt gibt es keine Identität, keine authentische Selbstwahrnehmung. Hier gibt es nur Rollen, vorgegebene oder aufgezwungene Scheinidentitäten.

Das Leben selbst ist das, was wir wirklich sind. Nicht das „Ich“, die persönliche Geschichte, die aus konstruierten, geborgten Szenarien zusammengesetzt und auf der Leinwand des Bewußtseins abgespielt wird. Als das Leben sind wir eine Einheit, sind das Leben und diese Existenz.

Es ist gut, nicht zu wissen wer man ist.





Tag0073 – Das Leben, das bin ich

jonathanrperkins / Foter.com / CC BY-ND




Selbstvergebung und – bestimmung  zu „Weiß ich, wer ich bin...?  Tag0072“

Blog vom 24.04.2013

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als feststehenden, isolierten Charakter wahrnehmen zu wollen, und meine ‚Art‘ mit der anderer, bzw. Mit der Art die ich anderen Menschen imaginär zugeschrieben habe zu vergleichen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe das Selbstbild als Charakter das ich mir/meiner Persönlichkeit zugeschrieben habe nicht von Grund auf zu hinterfragen, sondern alle emotionalen und erwartungsmäßigen Bedingungen und Ansprüche die ich an dieses Charakterbild gestellt habe ungefragt als natürlich anzunehmen und alle eigenschaften die ich glaubte zu haben aufgrund einprogrammierter Ideale zu bewerten, zu begehren oder abzulehnen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich emotional und moralisch selbst zu bewerten aufgrund Wertstrukturen und Gedankenmuster die nict meine eigenen, sondern von mir angenommene und akzeptierte waren, und dass ich in dieser bedingungslosen Akzeptanz aller einprogrammierten und konditionierten Ideale auch alle erdenklichen und wahrhaftigen Konsequenzen eigenverantwortlich akzeptiert habe, auch wenn ich mir das nie richtig vollends bewußt machen wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt udn es zugelassen habe meine eigene Wertigkeit nicht in der Einheit und Gleichheit mit und als das Leben zu erkennen, sondern dem Glauben zu verfallen bestimmte, gedankliche Ideale erfüllen zu müssen um dafür die algemeine Anerkennung zu erfahren, die mir dann wiederum den Wert meiner Existenz bestätigen würde, ohne zu merken wie sehr ich mich dadurch von der Imagination und Bewußtseinsprogramierung anderer, und damit vom System der menschlichen Gedankenwelt selbst abhängig gemacht und meine Eigenverantwortung  und damit auch meine Selbstbestimmung aufgegeben habe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben das ich bin mich in jedem Moment der Selbstbeobachhtung im Vergleich mit moralisch- gedanklichen Idealvorstellungen einer künstlichen Kultursystematik wie der unseren, die im Grunde ledigich an den Regeln des Profits und des Eigennutzes um jeden Preis ausgerichtet ist – selbst zu stoppen, zu atmen und mir meine Existenz in der Wirklichkeit des lebendigen Moments als körperliches Leben in Einheit und Gleichheit mit allem Leben zu vergegenwärtigen, meine Selbstsicherheit als die eigentliche ‚Natur‘ meiner Existenz wieder wahr- und aufzunehmen und mich in eigenverantwortung und selbstehrlichkeit selbst zu bestimmen, im Einklang mit den Prinzipien der Gleichheit und Gleichwertigkeit des Seins.