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Sonntag, 21. Juli 2013

Tag0127 - Ablenkung von der Endlichkeit des Persönlichen

marsmet532 / Foter / CC BY-NC-SA


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich immer wieder von meinem Leben HIER ablenken zu lassen, mich in Gedanken und Vorstellungen zu verlieren während das Leben selbst an mir vorbeizieht, die Möglichkeiten tätig zu sein, etwas zu schaffen, mich voll und ganz einzusetzen für und als das Leben, an mir und damit am Leben selbst zu arbeiten, am Menschen und seiner Welt, seiner Selbstwahrnehmung, seiner Kontrolle und seiner notwendigen Neugestaltung als Mensch, als Lebewesen um die menschlichen Fähigkeiten dem Leben zuzuführen, sie für das Leben einzusetzen in der gelebten Erkenntnis der Einheit und Gleichheit allen Lebens und der Verantwortlichkeit des menschlichen Seins für sich selbst und das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe mir immer wieder vor Augen zu führen, dass mein Leben vergänglich ist, dass ich in der Zeit die ich als Mensch, in dieser Form des Lebens bin die Möglichkeiten nutzen, mich selbst bestimmen und verstehen muss um dem Leben zur Freiheit von der Unterjochung unter die selbstgeschaffenen Programme des menschlichen Bewusstseins zu verhelfen, um selbst als Beispiel für mich der Beweis der Einheit und Gleichheit des Lebens zu sein und die heuchlerischen Lügen, den Selbstbetrug und die Selbstverstümmelung durch die Ideologien menschlicher Überlegenheit, menschlicher Führungsmoral und dem Glauben an eine erhabene Stellung im Naturgefüge zu entlarven, ihre wahren Ursachen und grundlegenden Motive offen zu legen, aufzuzeigen dass sie der Angst, der Selbstsucht und dem naiven Glauben an die persönliche Geschichte als überdauernde Existenz entspringen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in meiner eigenen Angst vor dem Tod nicht die programmierte Illusion der Selbstliebe als eine Geschichte, eine Vorstellung und Idee von mir selbst zu erkennen die nicht im Ansatz meine eigene ist, deren Werte nicht die meinen sind und deren Funktion allein der Systematik dienen soll, die von uns selbst uns auferlegt ist als Projektion unserer selbstverursachten Ängste, die die konstruierte Figur einer beschützenden Macht darstellt die aus uns selbst entsteht ebenso wie deren Gegenpol als die Ursache unserer Ängste.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst auf dem Weg zur Selbstbefreiung, der Hingabe an das Leben und damit an die Befreiung allen Lebens immer wieder durch meine Bewusstseinskonditionierung, durch meine unbeachteten Ängste und unkontrollierten, unverstandenen emotionalen Muster zu sabotieren und zu bremsen, das ich dabei immer wieder versucht habe die Schuld bei anderen zu suchen, in den Umständen, in dem Verhalten anderer Personen oder aber der Hilflosigkeit die ich mir einbilde als Selbstschutz vor meiner Verantwortlichkeit für und als das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als ein Bild, eine Geschichte meiner Erinnerungen zu sehen, als eine Projektion geformt aus meiner Interpretation der Reaktionen anderer, des Verhaltens anderer und den Emotionen die ich dabei empfunden habe, dass ich mir nicht klar und bewusst gemacht habe wie sehr ich mich in dieser Selbstwahrnehmung beschränke, aufgebe und zum Spielball äußerer Umstände mache und vor allem auch dass ich für die Konsequenzen für mich und mein Leben, all der Entwicklungen die sich daraus auch für andere ergeben, die Verantwortung trage, da die Entscheidung mich nach den Mustern, den Werten und Vorstellungen die ich anderen unterstelle zu richten, anstatt meine eigenen Vorstellungen, Werte und emotionalen Reaktionen zu verstehen und mich eigenverantwortlich an mir selbst und dem Leben auszurichten, eine selbst getroffene Entscheidung ist.


Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben mir immer vor Augen zu halten, dass jede Entscheidung, in jedem Moment des Tages meine ganze Verantwortung ist, dass ich in diesen Entscheidungen das Leben selbst in Erwägung ziehen muss und klar sehen und verstehen kann, dass alle Ausflüchte die mich dazu bringen sollen für mein Leben nicht die Verantwortung zu übernehmen und sie stattdessen den Umständen, anderen Personen und deren Verhalten zuschreiben sollen ein Selbstbetrug sind und nur die selbstgerechten egoistischen Triebe der konditionierten, künstlich generierten und durch Angst motivierten Persönlichkeit einer Konsumkultur sind, die dem Untergang geweiht ist und für einen bewusst lebenden, verantwortungsbewussten Menschen der sich Gleich mit dem Leben sieht vollkommen inakzeptabel ist.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit in jedem Moment emotionaler Überwältigung, in jedem Moment der reaktiven Selbstrechtfertigung der Ursache auf den Grund zu gehen und die Ängste mir selbst gegenüber aufzudecken die zu dem emotionalen Sturm geführt haben und mir die Strukturellen Abläufe meiner Gedankenmuster zu vergegenwärtigen um mir selbst vergeben zu können, sie zu lösen und mich neu am Leben auszurichten.

Fortsetzung vorgesehen



Mittwoch, 15. Mai 2013

Tag0088 - Ich bin immer noch das Bild in meinem Kopf (Teil 3)

Demmer ღ ... / Nature Photos / CC BY-NC-ND



Blog vom 09.05.2013

Fortsetzung zu Tag0087 - Ich bin noch immer das Bild in meinem Kopf (Teil 2)


Doch wir er-warten immer etwas, es ist unser gesamter Geist der darauf ausgerichtet ist. Wir erwarten schon etwas dafür, dass wir hier sind. Von wem eigentlich? Wem gegenüber haben wir diesen Anspruch? Es stellt sich nämlich heraus, dass da niemand ist, außer uns selbst. Aber wir erheben einen Anspruch auf immer mehr, mehr Entwicklung, mehr konsum, mehr Komfort, mehr Besitz, doch wen oder was wir dabei schröpfen, woher dieses ‚Mehr‘ kommen soll ist uns überhaupt nicht klar. Aber wer selbstehrlich hinsieht erkennt, dass wir uns selbst täuschen, dass wir eben an dem Ast sägen auf dem wir sitzen, dass wir uns selbst verzehren und vernichten in diesem Wahn. Wir erwarten etwas vom Leben dafür, dass wir am Leben sind? Wie absurd kann die Bewußtseinsverklärung noch werden? Dass wir überhaupt etwas er-warten liegt einfach an der Haltung die wir dem Leben gegenüber eingenommen haben, diese lauernde, versteckt verstohlene Beobachtungsposition verrammelt hinter unserer Stirn, in Gedanken Pläne schmiedend und nach Beute Ausschau haltend benutzen wir unsere Körper um einen Schein zu wahren, um eine Rolle zu spielen und lauern im Inneren auf eine Gelegenheit „Profit“ zu machen, uns allein das zu ergattern was wir glauben das uns zusteht. Wir erwarten, wir warten, wir stagnieren während das Leben vergeht, unsere Chance an uns vorbeizieht endlich wirklich lebendig zu werden, unser Bewusstsein zu benutzen anstatt uns von ihm versklaven zu lassen indem wir willenlos zusehen wie wir programmiert werden, weil es uns sicherer und bequemer erscheint.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch Erwartungen und Zukunftsprojekrionen meine Entscheidungen und Empfindungen bestimmen zu lassen und damit meiner inneren Gedankensystematik und Fantasie die Kontrolle über mein Leben zu geben anstatt selbstbestimmt und eigenverantwortlich aus dem Moment heraus zu entscheiden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Handlungsmotivation in Vorstellungen und Projektionen meines Geistes zu suchen und nicht in der Wahrnehmung meiner Selbst als Eins und Gleich mit allem leben und der Notwendigkeit der Verantwortungsübernahme für das Leben und die Umstände der Systeme, der geselschaftlichen und gemeinschaftlichen Organisation.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe an eine übergeordnete Kraft oder Macht glauben zu wollen die alles derart lenkt, dass man letztlich sowieso machtlos ist, und in diesem unterbewußten Glauben einen Selbstschutz vor der Einsicht in die Eigenverantwortlichkeit gesucht habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mir positive oder negative Wertungen für bestimmte Verläufe der Ereignisse auszulegen und die Geschehnisse an diesen Vorstellungen und Idealen zu messen die meiner Fantasie entspringen und von eigennützigem Interesse motiviert und bewertet sind.

Fortsetzung folgt...



Tag0087 - Ich bin noch immer das Bild in meinem Kopf (Teil 2)

seyed mostafa zamani / Art Photos / CC BY


Blog vom 08.05.2013

Fortsetzung zu Tag0086 - Ich bin noch immer das Bild in meinem Kopf (Teil 1)

Auszug:

"Vielleicht war ich mit bestimmten, vorgefassten Erwartungen in diese Situation gekommen und habe mich dadurch verschlossen und mir die Möglichkeit sinnvoll und für alle Beteiligten geeignet auf die Situationen zu reAgieren verbaut. Es ist durchaus möglich, dass ich positive Erwartungen mit meiner Selbstwahrnehmung als freundlicher, zuvorkommender „Gutmensch“ verknüpft habe und aufgrund der „ent-Täuschung“ der Erwartungshaltung mit Frust und auch mit Trotz reagiert habe, was natürlich auch wenn das Verhalten des Umfeldes feindlich und ungerechtfertigt war nicht gerade zu einer Lösung und Neutralisierung des Konfliktpotentials beiträgt. " 

Erwartungshaltungen:

Aber der Punkt um den es eigentlich geht ist der der Erwartungshaltung überhaupt. Und das ist nun schon der vierte oder fünfte Post in kurzer Folge, ungeplant, der sich mit dieser Tematik auseinandersetzt. Die Erwartungshaltung an das Selbst(bild) und an die Reaktion und das Verhalten des Umfeldes, ein Versuch die Zukunft zu kontrollieren und die Dinge zu Steuern, ohne wirklich die Möglichkeit zu haben alles in Betracht zu ziehen, ganz davon abgesehen ohne zu hinterfragen wie sinnvoll eine solche Dnekweise wirklich ist.

Man darf diese innere Erwartungshatung und ihre ganze, nach bestimmten Kriterien ausgerichtete Struktur auf keinen Fall unterschätzen. Unbeachtet bestimmt sie unser gesamtes Leben, Denken und Handeln selbst dann wenn wir oberflächlich der Meinung sind uns eigenständig und selbstbestimmt durch da sLeben zu bewegen. Sie wirkt mit emotionalen reaktionsmustern, dem sogenannten „Bauchgefühl“, man trifft Entscheidungen aufgrund von Aversionen oder Vorlieben die man selbst überhaupt nicht versteht und die unter Umständen, oder sogar in allen Fällen eine fremdbestimmte Programmierung und nicht etwa eigens getroffene Entscheidungen sind. 

Das Problem ist der uns eingeimpfte mystische Glaube an eine uns wohlgesonnene, natürliche Macht die ohne dass wir uns damit auseinandersetzen müssten letztlich dafür sorgen würde, dass „alles sich zum Guten wendet“. Diesen Glauben tragen wir fast ausnahmslos alle in uns, auch wenn wir überzeugt sind dies nicht zu tun. Wie sonst könnten wir unseren Lebenswandel und all die Konsequenzen die er offensichtlich hat ertragen und verantworten? Wie sonst könnten wir weiter unserer Verschwendungssucht fröhnen, angesichts des unsagbaren Leids, der Zerstörung von Leben und des Schadens den wir uns selbst dadurch zufügen? Wir sind derart programmiert, dass wir daran festhalten, ohne uns umzusehen, ohne innezualten und wenn wir zweifeln sollten dann setzt dieses innere „Gefühl“ ein, dass eine größere, höhere Macht am Werk sei und dass diese auch die Verantwortung für die Geschehnisse hier tragen würde, so dass uns selbst letztendlich keine Schuld trifft, da wir ja nichts weiter als hilflose Spielbälle dieser schicksalhaften Kraft sind, Opfer einer überlegenen Wesenheit.

Es ist ein unvorstellbarer und doch alltäglicher Wahnsinn, und wir haben absolut nichts davon, nur und höchstens  in unserer Einbildung.  Der Preis den wir dafür bezahlen ist unsere Selbstbestimmung und unsere Würde als menschliche Lebewesen. Die Fähigkeiten und Möglichkeiten die uns gegeben sind bringen eben diese Verantwortung der bewußten Selbstbestimmung und der Akzeptanz der eigenen Verantwortlichkeit mit sich und nur ein verängstigter, verunsicherter Geist der sich seiner Feigheit hingibt und die Unterwerfung der eigenverantwortlichen Selbstbestimmung vorzieht kann diese Ausschlagen und seine Freiheit dafür aufgeben sich nicht verantwortlich zu fühlen

In der Konsequenz fühlt er sich allerdings auch nicht mehr lebendig. Diese Kraft und Motivation, die Freude und der Sinn für das Leben sind fremd geworden und gehen verloren in dieser kauernden Haltung, dieser versteckten aber dennoch suchenden Erwartungshaltung. Eine krankhafte Selbstbezogenheit entsteht, eine Sucht nach Ersat für das Leben, das freie Atmen, die Eigenständigkeit, die Wahrhaftigen Bedingungen menschlichen lebens die nicht wirklich ersetzt werden können. Wir suchen nach diesem Gefühl der Lebendigkeit in unserm Geist, in der Interpretation unserer emotionen ohne zu verstehen woher diese kommen und dass sie nur durch unsere Körperlichkeit, das wahre Leben das wir hier sind, generiert werden. Wir streben nach Erlebnissen die wir mit Gedankenkonzeten Verknüpfen, mit derartigen Philosophien die uns vorgaukeln wir müssten unser Versteck im Geist nicht verlassen um wahrhaftig zu leben, wir könnten uns ganz in dieser selbstverliebten Welt der Vorstellungen und energetischen Einbildungsreaktionen verlieren und würden darin irgendwann unsere Glückseligkeit finden. Die äußere Welt sei nur Schein, eine Repräsentatio unserer inneren Selbstherrlichkeit, daher kreieren wir Symbolische Gebilde, Muster die Schlüsselreize darstellen und die gewünschten emotionalen Reaktionen triggern, die uns dann in unserer Interpretation den eindruck von Zufriedenheit und erreichten Zielen vermiteln. All das ist ein Spiel der Energien auf Kosten der tatsächlichen Existenz als Lebendige Wesen, als Organismen, als Leben hier und jetzt in Einheit und Gleichheit in dieser Existenz.




Dienstag, 7. Mai 2013

Tag0075 - Selbstvergebung zur Selbstwahrnehmung als Geschichte

eliot. / Foter.com / CC BY-NC-SA
 
Nachträglich aus dem Handschriftlichen

Blog vom 26.04.2013



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich immer wieder in gedanklichen Konzepten meiner Selbstwahrnehmung als eine bestimmte, festgelegte Persönlichkeit und einen bestimmten Charakter verrant  zu haben und durch die dazu gehörenden Verhaltens- und Denkmuster eine Rolle repräsentiert zu haben mich in die Erwartungen und Anforderungen die zu dieser besmmten rolle gehören eingefügt und daran angepasst zu habne, was immer wieder zu Unzufriedenheit und zu Konflikten mit mir selbst  und meinem Umfeld geführt hat und mir selbst die sinnvolle Handlungsmöglichkeit verbaut hat, da ich in den Gedankenmustern meiner persönlichkeitsgeprägten Philosophie der Selbstherrlichkeit nur innerhalb der Problemverursachenden Strukturen zu denken in der Lage war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben ich müsse auf dr stetigen Suche nach etwas sein, das ich bin um Zufriedenheit, Selbstsicherheit und harmonische Ruhe zu erreichen, anstatt mich selbst einmal zu fragen ob ich bin, bei mir selbst anzufangen um mich selbst als das Leben anzuerkennen und mich darin wiederzufinden, was letztlich jede weitere Suche erübrigt.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit und Offenheit in jedem Moment der Verlagerung  meiner Selbstwahrnehmung und Selbstidentifikation in gedankliche Ideologien und Vorstellungen und verpflichte mich selbst mir in jedem dieser moment durch bewußtes Atmen und das Stoppen der Gedankenprogramme meine wahre Identität, mein Selbst als das Leben zu vergegenwärtigen und zu erkennen / anzuerkennen, dass meine Gedanken, mein Bewusstsein, die Erinnerungen nicht mein Selbst, sondern Werkzeuge und Methoden sind die durch mich als das Leben für alles Leben wirken können um ein Lebensbejahendes, lebendiges Beispiel für die Möglichkeit des Menschen zur Selbstbefreiung von den selbstzerstörerischen, psychopathologischen Entwicklungen des menschlichen Bewußtseins und seiner Selbstwahrnehmung allein als solches zu stehen.

Freitag, 12. April 2013

Tag0061 – Der Tod und das Ende der Vorstellung [Teil2]



Fortsetzung zu Tag0056

Die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der eigenen Sterblichkeit bringt überhaupt gar nichts, so lange sie von der verklärten Selbstwahrnehmung als zeitloses, endloses und von allem isoliertes Geisteswesen ausgeht. Diese Vorstellung von unserem Selbst als die reine Wahrnehmung durch das Bewusstsein, als die Wahrnehmung der Gefühle und Gedanken, als die Erinnerung und das Wissen, als die gesammelte Information geht immer unterschwellig von der Unabhängigkeit von den körperlichen, physischen Gesetzmäßigkeiten des Körpers aus. Wir haben diesen Glauben an das Überdauern dieser Existenz als menschlicher Orgaismus so tief in all unseren Überlegungen vergraben, dass wir die Zeit die wir in dieser Form existieren gar nicht als begrenzt wahrnehmen. Wir richten all unser Denken und Handeln auf die Befriedigung und die Vergrößerung unseres Bewußtseinssystems aus. Mehr Erfahrungen, mehr Wissen, mehr Erlebnisse, mehr Emotionen und Gefühle, mehr Erinnerungen, mehr Persönlichkeit usw., usw. Dabei versuchen wir ein Bild von uns zu schaffen, eine Persönlichkeit mit Fähigkeiten und Eigenschaften die einem Ideal entsprechen das an eben diesem Glauben ausgerichtet ist, dass dieses Bildnis der Vorstellung das eigentlich wertvolle und wichtige an unserer Existenz als Mensch sei. So lange wir uns von diesem Standpunkt aus mit der Sterblichkeit auseinandersetzen wird unsere Wahrnehmung nur immer verklärter, verwirrter und unsere Selbstbestimmung als eigenverantwortliche, eigenständige und verlässliche Menschen immer unwahrscheinlicher. In dieser Denkweise an eine vollkommen unhaltbare, um nicht zu sagen abwägige Vorstellung bestätigen wir unsere aus Unsicherheit entstandenen Ängste. Wir geben ihnen die Möglichkeit hinter schönen, schmeichelhaften Vorstellungen versteckt weiter zu wachsen und uns zu zermürben. Wir machen uns anfällig, angreifbar, manipulierbar und viele haben bereits meisterhaft gelernt diese verborgenen Ängste zu benutzen um Menschen zu beeinflussen. Tatsächlich funktionieren die bestimmenden Faktoren all unserer Wirtschaftssysteme, unserer gesellschaftlichen und politischen Strukturen genau nach den Prinzipien der Angst-Manipulation. Die Selbstschutzmechanismen des Bewusstseins des Menschen als EGO sind so sicher, um nicht zu sagen heimtückisch, dass selbst die direkte Konfrontation mit der körperlichen Sterblichkeit, die direkte Erfahrung der Endlichkeit des Menschenwesens und damit auch seines Bewußtseins (viel eher noch kann hier von einem Ende gesprochen werden als bei derm körperlichen Zerfall, der alles andere als das Ende von Leben ist wie man weiß) nicht unbedingt zum Erwachen aus der illusionären Verklärung führt, sondern sie im Gegenteil noch verstärken oder überhaupt erst ans Laufen bringen kann, wenn beispielsweise Menschen nach einer schweren Krankheit oder dem Verlust eines nahestehenden, emotional verbundenen Menschen plötzlich religiöse Ansichten und Vorstellungen erlauben und entwickeln, um sich wieder vor der nun ins unerträgliche gesteigerten, beinahe konfrontierten Angst vor dem Tod, dem Ende der eigenen Geschichte zu verstecken.
Doch diese Konfrontation die man zu vermeiden sucht könnte so heilsam sein, sie würde dazu führen, dass man sich der illusionären Verklärung entledigt und zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Teil des Lebens selbst werden kann, dass man seine Angst verliert und eigenverantwortlich lebt, denkt und handelt, im Sinne des Lebens selbst anstatt im Sinne einer Fantasie, einer Vorstellung die absurd, irreführend und inakzeptabel ist aufgrund der realen Konsequenzen für alles Leben, die das Resultat der verantwortungslosen, selbstsüchtigen Handlungsweisen, der auf diese Ideologie ausgerichteten Kulturen und Gesellschaftssysteme sind.

Ich atme hier und jetzt, das ist wahrhaftig, das ist Leben, da bin ich eins und gleich mit allem Leben. Ich habe Gedanken, ein Bewußtsein und Erinnerungen, die kann ich nutzen, erkennen, mich selbst verstehen lernen, ich kann gestalten und mich entscheiden. Entscheide ich mich aber für eine Lebensweise die anderen Lebensformen schadet, die ideologische Werte schafft die der reinen Vorstellung entspringen, nicht aber der Wirklichkeit entsprechen und nur durch deren missbrauch zu erlangen sind, dann arbeite und lebe ich gegen das Leben, also gegen mich selbst, gegen mein Atmen. Ich könnte genausogut hier und jetzt meinen Atem stoppen. Denn auch dann entscheide ich mich gegen das Leben, gegen das Sein meiner Form, ich habe nur die Gedanken und emotionalen Reaktionen als Rechtfertigung, nicht aber einen wahren Grund in der tatsächlichen Realität der Möglichkeiten, die sich mir als Mensch in diesem System, das wir als Menschen haben entstehen lassen bieten und die ich nutzen kann und muss wenn ich mich eigenverantwortlich als das Leben mir selbst gegenüber verhalten will um die Fehler und Irrtümer zu korrigieren die mich in die Situation der verängstigten Selbstaufgabe gezwungen haben, um mich eigenständig selbst zu verändern, neu auszurichten am Leben und ein lebendiges Beispiel zu sein für die Möglichkeit und die Freiheit des Menschen sich für das Leben zu entscheiden und in der Übernahme der Eigenverantwortung in dieser Existenz allem Leben Würde und Freiheit wieder zu geben.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 12.04.2013



Donnerstag, 11. Oktober 2012

Tag 60 - Mensch und Leben: Selbstmissbrauch - der Verzehr des Lebens durch den Geist (Teil 2)

h.koppdelaney / Free Photos
Wenn man oberflächlich und unüberlegt versucht die menschliche Ignoranz gegenüber offensichtlichen Tatsachen zu beschreiben, dann könnte man von einer kleveren Verschlagenheit sprechen, man könnte glauben, dass es ein hohes Maß an Schläue erfordert, sich selbst immer wieder so geschickt zu belügen. Doch das ist ebenfalls eine selbsttäuschende Beobachtungsweise, denn sie sieht nicht weit genug in den eigenen Geist hinein. Die Wahrheit ist nämlich, und hier, an dieser Stelle der Entscheidung zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit fallen auch die allerletzten sich im Glauben an ihre 'Gutartigkeit' und ihren 'kritischen Geist' als Opfer und Gegner der Syteme und als 'Freunde des Lebens' oder gar der 'Liebe' darstellenden Menschen in den Abgrund der Selbsttäuschung und entpuppen sich als Fassaenschmierer, dass wir uns immer und in jedem Moment der Selbsttäuschung über diese Entscheidung bewußt sind. Wir wissen, jeder für sich, ganz genau wo wir stehen, was unsere wahre Absicht ist, dass wir letztendlich nur unserem Selbstinteresse dienen, dass wir uns über die Konsequenzen unserer Hingabe an das System und die Mittäterschaft an allen verheerenden, lebensfeindlichen, tödlichen Folgen unserer fortlaufenden Entscheidung für die Selbsttäuschung, gegen das Leben und gegen unser Selbst absolut im klaren sind. Wir wissen es in jedem Moment der bewußten Selbsttäuschung - und dennoch stoppen wir es nicht. Und das ist die eigentliche verwerfliche Handlung, das ist der Punkt an dem wir das Vertrauen in uns selbst korrumpieren und uns zu manipulierbaren, verängstigten Sklaven einer äußeren Struktur machen, die wir selbst geschaffen haben und die uns nun unterjocht. An die wir uns hängen wie an den Rockzipfel einer Übermutter, wir lassen sie für uns die Entscheidungen treffen, lassen uns durch sie leben und glauben so an unsere Freiheit von jeglicher Verantwortung.
Doch genau aus diesem Grund, weil wir immer genau wissen was wir tun, wenn wir uns für die Selbsttäuschung entscheiden, genau aus diesem Grund sind wir immer selbst verantwortlich, in jedem Moment des Lebens, für das was wir kreieren, was wir durch unsere Lüge die wir leben erlauben und zulassen zu existieren und zu geschehen, jeder Einzelne ist verantwortlich und kann niemals gerechtfertigt mit dem Finger auf andere zeigen. Es ist einfache Mathematik, alles lässt sich zurückverfolgen zu seiner Ursache, jeder ist verstrickt in dieses System der gedanklichen Selbstrechtfertigung und des Selbstbetruges und somit trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass dieses System der Lügen uns weiter bestimmt und unter sich zwingt.
Aber selbst wenn es 'persönlich' wird, wenn die Konsequenzen dieser Unverantwortlichkeit gegenüber sich selbst und dem Leben einen Menschen plötzlich persönlich treffen, seine eigene Existenz bedrohen so wie sie zuvor und währenddessen hunderte andere Existenzen bedroht und zerstört hat, selbst in diesem Moment ist es den wenigsten möglich sich offen gegenüberzutreten und endlich Selbstehrlichkeit an den Tag zu legen, endlich für sich und das Leben geradezustehen. Stattdessen wird die Lüge und der Selbstbetrug immer weitergesponnen, es werden scheinlogische Nebensysteme erschaffen, Gedanklich scheinbare Zusammenhänge hergestellt die es dem geblendeten Verstand möglich machen schuldige Verursacher dieser Situation zu erfinden. Ein abgekapseltes, vom Gesamtbild diffus abgetrenntes System kleinerer Zusammenhänge, immer schön darauf bedacht die Verbindungen zum Gesamtbild nicht zu beachten, sie im Geist zu kappen. Kurzgedacht, Beschränkt und in sich geschlossen wird dieses mentale 'Kind' des Bewußtseins gehegt und gepflegt, wie eine Blase im Geist mit sich herumgetragen und immer dann hervorgeholt und betrachtet wenn es darum geht, selbstsüchtiges Verhalten zu legitimieren oder aber Begründungen und Erklärungen zu finden für eigene Fehlschläge, Misserfolge oder gar bedrohliche Lebenssituationen. Ein gutes Beispiel ist hier die griechische 'Finanzkrise' , die Griechenland zum mentalen, emotionalen Sandsack der Frustration der Menschen hat werden lassen, ein Land, das die Generalschuld zu übernehmen hat für die verheerenden Konsequenzen und das unausweichliche Scheitern eines absurden Finanzsystems, das wir alle zugelassen, akzeptiert und unterstützt haben, so lange wir nur unser Selbstinteresse darin befriedigen konnten. Alle haben wir gewußt wie sich ein solches System entwickeln muss, wir wissen alle, dass wir ein Geldsystem haben das auf Schulden und einem Imaginären Geldwert basiert, und dass es Griechenland nun zuerst 'erwischt' ist lediglich ein Zufall. Gut nur, dass wir dieses Land und seine gesamte Bevölkerung für jeden weiteren, ohnehin vorprogrammierten Fall verantwortlich machen können und uns wieder einmal vor uns selbst, vor unserer Einsicht in Selbstehrlichkeit und vor unserem eigenen, gesunden Menschenverstand verstecken können. "Schuldenkrise", jedes verdammte Land befindet sich in einer Schuldenkrise, kein einziger Staat könnte jemals seine Schulden 'zurückzahlen', mal ganz davon abgesehen, dass dieses Geld ja überhaupt nicht existiert. Wir haben es aber geschafft uns so sehr von unserem Verstand abzuklemmen, dass wir innerhalb auswegloser Verschuldung noch eine zusätzliche Graduierung geschaffen haben, die die Länder und Regierungen einteilt in 'weniger' oder 'mehr' oder 'vollends' hoffnungslos verschuldete. Absurd, in der Tat.
Es ist ja auch überhaupt nicht so gedacht in diesem von uns allen so gepriesenen Geldsystem dass ein Staat seine Schulden zurückzahlt, denn die Schulden sorgen ja überhaupt erst dafür, dass Geld in Form von digitalen Zahlen entsteht und unter denjenigen die mit diesen Zahlen jonglieren und spekulieren verteilt werden kann. Aber das ist ein eigenes Thema auf das ich vielleicht später eingehen werde.
Die Selbsttäuschung und die Selbstaufgabe, die ohne die Selbsttäuschung durch mentale Konstrukte garn nicht auszuhalten wäre, sind die Anzeichen für die Unmündigkeit und die Würdelosigkeit des Menschen, überall auf der Welt und in allen vom kapitalistischen Geldsystem betroffenen Kulturen. Er ist nicht bereit den Schritt zur verantwortlichen Übernahme seiner eigenen Rechenschaftspflicht vor dem Leben, also vor sich selbst, zu gehen. Wir stehen vor dem Dilemma, dass wir uns unserer Lebensgrundlage beinahe schon vollständig beraubt haben und nun auf eine Zeit zugehen in der es entweder zur völlgen Zerstörung des menschlichen Lebens, zu totalem Chaos im Überlebenskampf der Ideologisch verblendeten Geister kommt, oder aber mehr und mehr Menschen die bisherige Lebensweise, die von Gedanken, Ideologien und reinen Imaginationen geleitete Lebensweise in Anbetracht ihrer lebensbedrohlichen Konsequenz nicht mehr akzeptieren und sich in gegenseitiger Erkenntnis und Anerkenntnis als gleichwertiges Leben zusammentun um eine neue Welt, einen neuen Menschen, wahrhaft selbstbestimmt, individuell, vertrauenswürdig, unbestechlich, dem Leben loyal und standhaft zu gestalten. Dise Möglichkeit besteht, diese Fähigkeit haben wir. Das ist die Macht, die Kraft die jedem einzelnen innewohnt. Wir können hier und jetzt, in diesem Atemzug damit beginnen, uns selbst zu entlarven, uns zu deprogrammieren, von der Vergangenheit zu befreien und uns von diesem Augenblick an neu auszurichten, neu zu gestalten anhand der Prinzipien des gleichwertigen Lebens, in verantwortungsbewußter Vorausschau, für uns, für unsere Kinder, deren Kinder und für das Leben im Allgemeinen.
Ein Weg dorthin muss hier bei uns, den bis dato noch privilegierten Teilen der Menschheit beginnen, hier wo die Menschen noch genug Luft und Raum zum atmen haben, sich dieser Verantwortung für das Leben bewußt zu werden und dies umzusetzen, praktikable Lösungswege zu finden um für alle Menschen gleichermaßen die Bedingungen zu schaffen, dass sie ebenfalls in die Lage versetzt werden sich mit sich selbst und ihrer Identität als Mensch auseinanderzusetzen, dass sie nicht in dem aus Angst und Not geborenen Glauben aufwachsen sie müssten denen nacheifern, die im Grunde die Hauptursache ihres Leidensweges sind, dass sie nicht mehr von der Not des nackten Überlebens gedrängt durchs Leben geschleift werden, sondern neue Wege beschreiten können, und wenn wahrhaftig der Wille da ist diese Ungleichheit zu beenden und sie auch für alle anderen zu beenden, dann gibt es nur eine Entscheidung, nur eine Agenda, nämlich den Weg, der als Resultat das Beste für alle hergibt. In jeder Entwicklung muss dieses Prinzip als Grundlage gelten, sie muss für alle von Vorteil sein, sie muss lebensfördernd sein, bedingungslos, sonst ist sie lediglich ein Betrugsversuch einiger weniger, ein Versuch der Ausbeutung, der Vorteilsnahme auf Kosten anderer und somit inakzeptabel für das Leben, für uns alle als Menschen.

Es kann aber nicht oft genug betont werden, dass es hier nicht 'die Schuldigen' gibt, es gibt nicht 'die Liga der Bösen' die uns alle mit Gewalt unterjochen. Wir tun es als Menschen, als Menschheit selbst, nahezu überall auf der Welt.Wir geben uns selbst auf, jeder für sich und in jedem Moment. In jeder Anklage, in jedem Anspruch getrennt zu sein vom Ganzen, vom Leben und Teilen des Lebens liegt die willentliche unterstützende Tat für die Verlorenheit der Menschheit. In jedem Ausspruch der Beschuldigung liegt die freiwillige Selbstaufgabe und die Feigheit die letztlich all das möglich macht, was als Konsequenz die Ausbeutung, Zerstörung und die Sinnlose Quälerei des Lebens zur Folge hat. Es ist ei einziger, wesentlicher Punkt, der uns als Menschen von wahrhaftiger Entwicklung abhält, die Ablehnung der Eigenverantwortung bei gleichzeitigem Verlust der Selbst-Sicherheit, die wiederum Angst verursacht welche uns dazu treibt uns unvollkommenen Ideologien und Wertideen anzuschließen, uns in Gruppen eine scheinbare Sicherheit zu verschaffen, uns zu verbergen hinter den Entscheidungen und Taten einer 'Masse', und dennoch bleibt diese Gruppe, diese 'Masse', sei es eine Partei, ein Verein, eine Modeszene, ein Land oder eine ethnische Gruppe, vom selben Prinzip und dersleben Systematik bestimmt wie der individuelle Geist, es bildet sich ein Organismus mit einem gemeinschaftlichen Bewußtsein in der Form, dass jeder seine Beteiligung durch die Zuführung seiner unterstützenden Energie durch seine gedankenbedingten Handlungen beiträgt. Und diese Gruppenmentalität ist wiederum aufgrund ihrer naturbedingten Unvollkommenheit in der Existenz von Angst und Unsicherheit durchsetzt und in seiner Sucht nach Bestätigung, Macht und Anerkennung rücksichtslos eigensinnig und von Selbstinteresse, diesmal der Gruppe, bestimmt.
Es wird immer deutlicher, warum die Menschen auch in noch so ausgeklügelten Organisationen verbunden niemals wirkliche Veränderung oder Entwicklung durchlaufen haben. Die Mechanischen Fähigkeiten und alle 'Errungenschaften' des technischen Fortschritts beispielsweise sind nicht wirklich als Weiterentwicklung der Menschen oder des Lebens zu betrachten. Sie sind das Ergebnis missbrauchter Fähigkeiten und dienen weiterhin nur dem Selbstinteresse des Einzelnen und in unserem System der Ungleichheit dem Selbstinteresse der Macht, der Mächtigen, also der Menschen, die die durch unsere Systeme zur Verfügung gestellten Positionen besetzen. Und dabei handelt es sich nicht um 'mächtige Menschen', sondern um Menschen so wie wir uns als Menschen entwickelt haben, gleich und eins mit allen anderen, lediglich durch äußere Umstände, Glück durch Geburt und daraus resultierender Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten als Mensch zum Selbstzweck einzusetzen sind sie in die Positionen innerhalb der Strukturen unserer Organisationen versetzt, die ihnen diese Macht verleihen. Das macht niemanden zu einem mächtigen Menschen, sondern er bleibt ein abhängiger Scherge des Systems, wie wir es alle sind.
Doch wir sind eben nicht bereit, die Macht der Eigenständigkeit zu übernehmen. Außerdem ist sie für den Einzelnen als Ego auch wenig attraktiv, denn sie taugt nicht zum Missbrauch. Die Macht die die eigenständige Entscheidung zum eigenverantwortlichen und selbstehrlichen Leben einem verschafft ist die Macht des Lebens selbst und sie hat die selbstbestimmte Selbsterkenntnis in Einheit und Gleichheit das Leben zu sein zur notwendigen Voraussetzung. Dennoch ist sie die einzige Macht die beständig ist und die dem Leben zum Durchbruch verhilft. Es ist die Macht über dich selbst als Mensch und als Leben.

Fortsetzung folgt...





Mittwoch, 10. Oktober 2012

Tag 59 - Mensch und Leben: Selbstmissbrauch - der Verzehr des Lebens durch den Geist (Teil 1)

Destinys Agent / Free Photos


Wir leben wahrhaftig in einer beängstigenden, dämonischen Welt. Dabei ist es nicht einmal 'die Welt' selbst, die so bedrohlich erscheint, es ist lediglich die Welt der Menschen. Sie leben in Angst, in Angst vor 'der Welt' und in Angst vor sich selbst. Sie trennen sich selbst von der Welt und voneinander, aus Angst voreinander. Sie sind verlorene Geister in einer Sphäre aus Gedanken und Vorstellungen gefangen. Jeder für sich sieht nur sich selbst, und dann die Welt. Er sieht sich als ein Geschöpf aus Gedanken aus Erinnerungen. Geprägt und geformt durch den Einfluss der Umgebung, bestehend aus anderen Menschen die, in ihrer Vorstellung, ebenso getrennt sind von ihm und sich durch ihn beeinflussen und lenken lassen. Jeder für sich ein Spielball der Erfahrungsbedingten Emotionen. Die einzige Existenz an die er glaubt ist die Existenz in seinen Gedanken als die Person als die er sich sieht, eine Ansammlung von Erfahrungen und Emotionen, Werturteilen und Vermeidungsentscheidungen. Er glaubt daran, er versucht es zumindest, indem er sich immer wieder Bestätigung sucht in den Reaktionen seines Umfeldes. Anhand dieser Reaktionen die er hervorruft und die er beeinflußt sieht er sich in den Geistern der anderen wie in einem Spiegel. Doch vergisst er dabei oft, dass er selbst als dieses aus Gedanken, Verhaltensweisen und Gewohnheiten geformte Geschöpf selbst ein Spiegel für die anderen ist. Er glaubt an seine Person als etwas festes, dabei ist es nur eine 'Geschichte'. Er glaubt an sich als eine Einheit, eine im Geist lebende Figur, und ist dabei nur ein Ergebnis einer Funktion des Systems Geistgeprägter Interaktion, wandelbar, beeinflussbar und programmiert. Die Aussage 'Du mußt nur an dich glauben' oder 'ich glaube an dich' zeigt deutlich, dass er in dieser Identität abhängig ist von der eigenen Imagination. Und diese Imagination kann er nur durch Glauben aufrecht erhalten, dessen Stärke und Durchhaltevermögen allein von der Bestätigung anderer Menschen, anderer Geister und deren Reaktionen auf ihn abhängig ist. 

Doch was lebt er? Wo lebt er? Was ist mit der wahrhaftigen, physischen Existenz seiner Lebensform? Während das Individuum sich immer wieder über seine Vorstellungskraft imaginär und Bildhaft in diese Welt setzt, passiert das Leben als seine Körperlichkeit und die Gegebenheiten seines Realen Umfeldes unkontrolliert und unreflektiert. Die Notwendigkeiten und Bedingungen seiner wahrhaftigen, wirklichen Existenz als physisches Leben werden eher als notwendige Last betrachtet, als 'Nebenher'. Völlig entfremdet blickt er auf seine Körperlichkeit und nutzt äußere Systeme als Projektionen seiner Persönlichkeit und seines Vharakters, bildet durch die Filter seines Bewußtseins ein künstliches Konzept der Beschaffung, Bereitstellung und Manipulation seiner notwendigen Bedürfnisse um diese dann wiederum in seine Fantasiewelt des Geistes als etwas 'Besonderes' und dem 'Menschen' als überwertige Idee angepasstes zu konsumieren. Der Geist schafft komplexe, absurde Theorien und Betrachtungsweisen beispielsweise der 'Ernährung' eines Menschen, die es erforderlich macht die notwenige Nahrungszufur zu verkomplizieren, sie zu gestalten zu einem 'Erlebnis' zu machen, das die Sinne verwirren und die Erwartungen in den Bildern der Vorstellung erfüllen soll. Dabei ist die eigentliche physische Reaktion des Körpers immer dieselbe, lediglich die Wahrnehmung wird manipuliert, die Interpretation der empfangenen Reize macht das 'Erlebnis' und seine Intensität aus. Die Vermarktung dieser Konsumgüter arbeitet mit tausendfach verstärkter Imagination, mit Bildern, Verknüpfungen, Emotionen und Erinnerungen der Menschen um mit dem Produkt eben diese Gedanken hervorzurufen und zu verstärken, die dann das einfache, notwendige und wohltuende Geschehen einfacher Nahrungsaufnahme zu einem ganz persönlichen 'Erlebnis' werden lassen. Er entfremdet sich selbst von seinem Körper, von dem Leben und befördert sich in eine unwirkliche Welt der Gedanken und Vorstellungen, in eine eingeschränkte Version des Lebens, eine beschränkte Version seiner Selbst als Lebensform. Das äußerliche System das er sich dafür erschaffen hat ist die Maschinerie die die Welt, die Menschen, das Leben durch die Mangel dreht um sie für seine künstliche Existenz im Geiste verdaulich zu machen. Er manipuliert sich selbst fortlaufend und benutzt sich selbst und das Leben, das er ja ist, um Ideologien zu füttern die keine Wirklichkeit besitzen als die in der Vorstellung, keine Substanz und keinen Wert für das Leben. Seine Vorstellung und seine künstliche, eingebildete Existenz endet und verschwindet mit dem Ende seiner Lebensform als Mensch. Fataler Weise aber besteht das äußere System als Projektion seiner Identifikation im Geiste als die Maschinerie der Ausbeutung und Raffinierung des Lebens in all seinen Erscheinungen weiter und zwing Generation für Generation in dem hilflosen Glauben an die Wirklichkeit dieser Lebensweise und die Unausweichlichkeit dieses selbstzerstörerischen Missbrauchs, diesen als Natur des Menschen zu akzeptieren und sich anzupassen.

Das eigentliche Leben als das was wir sind wird dadurch mehr und mehr in Symbole zerlegt die in der vergeistigten Identifikation interpretiert werden, sie künstlich aufwerten und dem Menschen als 'Person' eine trügerische Identität zukommen lassen. Diese Scheinidentität ist es, die ihn so angreifbar und manipulierbar macht, die ihn dazu bringt sich selbst als das Leben zu missachten und in dieser Missachtung alles Leben zu missbrauchen um sich immer wieder mir Erlebnissen, Erfahrungen und Reaktionen zu füttern, seinem Geist die energetischen Momente der Auf- und Entladung zukommen zu lassen die er braucht um sich als Selbstzweck aufrecht zu erhalten.

In dieser Welt, so wie wir sie geschaffen haben, so wie wir uns als Menschen in ihr identifizieren, freiwillig, bewußt, in selbstgewählter Akzeptanz, schaffen wir die Polarisierungen künstlich, schaffen wir durch die geistige Trennung 'Gegner' und 'Gleichgesinnte', Feindbilder und Verantwortliche immer dann, wenn wir nicht zufrieden sind mit dem Ergebnis unserer Anstrengungen. Und auf genau dieselbe Weise werden natürlich auch wir selbst, jeder Einzelne, zum Feindbild und Gegner für andere, so dass wir ständig auf der Hut sein müssen nicht selbst benutzt und verbraucht zu werden, zu einem objektivierten Symbol der geistigen Aufladung eines anderen zu werden umd in dem Verdauungstrakt seiner Selbstfindung zu landen. Angst und Misstrauen sind das Resultat dieser Selbstgewählten menschlichen Natur, die keine ist und vor allem in keiner Weise den Prinzipien der Natur der Welt entspricht. Angst und Misstrauen unter den Menschen und zwanghafte Unterwerfung unter das äußere System als Projektion dieser Verängstigung und symbolhaften charakterisierung des Lebens als Konsumobjekt für die Geister der Menschen. Zerstückelt, ausgezeichnet, zugeordnet und vermarktet durch das Geldsystem. Wir nähren es, wir füttern es, indem wir uns selbst so akzeptieren wie wir geworden sind, indem wir willenlos annehmen und übernehmen was uns angetragen wird, indem wir akzeptieren und erlauben, dass wir uns von unserer Existenz als das physische Leben abwenden und nach 'höherem' streben, indem wir glauben durch die Mystifizierung unseres Bewußtseins der Realität entfliehen zu können ohne dabei die einfache Wahrheit zu erkennen: dass die Realität der wir entfliehen wollen unsere eigene Kreation ist und dass selbst die 'Mystifizierung' nur eine Idee desselben Bewußtseins ist, das wir durch diese färbend betrachten wollen. Und wir wollen all das, wir leben es in bewußter Ignoranz der Konsequenzen. Wir kennen den Ausgang dieses Spiels im Geiste, der mentalen Suchtbefriedigung durch Energie, durch Erlebnisse, durch mental verdaute Lebendigkeit. Wir sehen das Leid das wir in unserem Wahn verursachen, die Zerstörung, die Selbstgefährdung, aber wir entscheiden immer wieder aufs Neue weiterzumachen. Wir sind gefangene unserer eigenen Systeme, wir haben uns selbst zu Junkies gemacht die nun auf ihrem Weg in den eigenen Untergang alles und jeden mit sich reißen den sie erreichen können. Wir sind wahrhaftige Dämonen, saugen das Leben aus, hinterhältig, eigennützig, selbstverliebt benutzen, manipulieren und verraten wir das Leben, beuten uns gegenseitig aus im Namen einer Ideologie ohne Nutzen für das Leben.

Fortsetzung folgt...