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Mittwoch, 28. Mai 2014

Tag 169 - Prozess der Selbst-Veränderung "Spinnenangst" T1

larsjuh / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)




Spinnenangst

Oder Insektenangst sollte ich besser schreiben, denn diese Geschöpfe haben alle eine sehr eindringliche Wirkung auf mich und bis heute ist mir nicht ganz klar, womit das zusammenhängt. Klar, manche Menschen reden von einer angeborenen Angst vor Spinnen oder ähnlichen Insekten, solche die einem Menschen Schaden zufügen können oder die indirekt als Symbole für gefährdende Bedingungen stehen wie Kakerlaken, Läuse, Flöhe etc. Allerdings scheint es mir dafür nicht wirklich beweisbare Grundlagen zu geben, denn es gibt ja durchaus eine Menge Menschen, die ohne besondere Therapien durchlaufen zu haben frei von jeglicher Angst vor Insekten leben.
Gerade habe ich meinen festen Plan unsere Garage zu entrümpeln aufgegeben, weil mir ein beeindruckendes Exemplar einer Spinne begegnet ist. Sie bewegte sich zunächst nicht und ich habe sie leicht erstarrt in ihrem Netz beobachtet. Dann flitzte sie mit unglaublichem Tempo von einer Ecke in die nächste und diese Bewegung brachte mich zu dem Entschluss, die Entrümpelung noch ein paar Tage zu verschieben. Jetzt, da ich hier sitze und darüber nachdenke bin ich enorm beeindruckt, wie stark ich mich selbst manipuliere und einschränke aufgrund der Begegnung oder der eventuellen Begegnung mit einem vergleichsweise sehr kleinen Insekt, das mit Sicherheit keinerlei Interesse an einer Auseinandersetzung mit mir haben dürfte.

Immer wenn ich mich mit dieser Insektenphobie auseinandersetze komme ich zu dem Punkt an dem ich mir weismache, dass im Grunde die Furcht darin begründet sei, dass ich, wenn ich mich frei und unbeeindruckt bewege, ein solches Lebewesen verletzen oder töten könnte. So auch in dem Moment in der Garage, mein erster Gedanke war „weg hier“, und mein zweiter war „wenn ich jetzt hier aufräume, dann töte ich vielleicht mehrere dieser Spinnen versehentlich“ und das will ich natürlich nicht, was mir eine moralisch einwandfreie Entschuldigung dafür gibt der Situation aus dem Weg zu gehen.  Die Behauptung an sich ist dabei auch absolut wahr, ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen freiwillig und absichtlich eine Spinne grundlos zu töten, sie einfach „aus dem Weg zu schaffen“. Es ist mir unvorstellbar so zu handeln. Doch ist das allein natürlich nicht der Auslöser oder Grund meiner Angst, denn die tritt sofort ein in dem Moment in dem ich das Gefühl habe einem solchen Insekt zu nahe zu kommen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaube und zulasse mich von einer unergründeten Angst vor Insekten bestimmen und steuern zu lassen, dass ich im Moment der Angstempfindung der Situation mit allen Mitteln aus dem Weg gehe und mich nicht selbstehrlich frage, was genau es mit dieser Angst auf sich hat um mich ihr frei zu stellen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaube und zulasse mich selbst zu belügen indem ich eine oberflächlicher Erklärung und Rechtfertigung für mich gelten lasse der Situation mit Insekten aus dem Weg zu gehen, weil sie in mein Persönlichkeitsbild von mir passt.


Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit mit allem Lebendigen in Situationen in denen ich vor Insekten wie beispielsweise Spinnen  mit Angst reagiere mich selbst zu stoppen, durchzuatmen und zu beobachten, welche Gedanken mich bestimmen und in welchem Zusammenhang sie stehen.

Fortsetzung folgt...

Montag, 16. Dezember 2013

Tag 155 - Frustration und Isolation im Zusammentreffen mit anderen „Menschen“ / „Persönlichkeiten“

* Cati Kaoe * / Foter.com / CC BY-NC-SA


Wann immer ich in soziale Interaktion mit anderen Menschen gehe frage ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt warum ich das tue, was ich hier mache und wie ich mich verhalten sollte/müsste. In der Regel, wenn das Zusammentreffen privater und/oder angenehmer Natur ist, dann beginnt die Konversation ungezwungen, direkt und ich verhalte mich im Grunde einfach wie ich es im Moment selbstbestimmt entscheide. Doch im Verlauf der Gespräche, wenn es beispielsweise um Themen geht die mir selbst wichtig sind, über die ich mich gerne austausche oder austauschen würde, stelle ich fest, dass ich zunehmend zurückhaltend und zwanghaft in meinen Überlegungen werde, dass ich versuche zu berechnen, Reaktionen vorherzusagen und zu vermeiden. Ich weiß dass viele meiner Standpunkte in gewisser Weise für andere Personen extrem erscheinen könnten, bisweilen sogar völlig aus den Voraussetzenden Annahmen des jeweiligen Selbstbildes herausgelöst sind, also in der Lage wären die Grundfeste der Selbstwahrnehmung einer Person zu erschüttern. Und ich weiß natürlich auch, dass die Reaktion auf eine solche Standpunktvertretung oftmals Blockade, Ablehnung und sogar Aggression bedeutet. Also versuche ich, vor allen Dingen bei Menschen in deren Verhalten, Reden und Denken ich die Möglichkeiten und das Potential, die Selbstehrlichkeit und Offenheit erkennen kann, diese Reaktion zu vermeiden. Das heißt, einerseits befinde ich mich in der Problematik dass ich natürlich ich selbst, selbstbestimmt und eigenverantwortlich sein will, andererseits aber muss ich um solche Reaktionen zu vermeiden mich verstellen und mir selbst, oder auch anderen gegenüber unehrlich und angepasst handeln.
Doch die Frage ist, ob das wirklich unehrlich mir selbst gegenüber ist oder ob ein solches Verhalten nicht GERADE bedeutet eigenverantwortlich und mit gesundem Verstand zu handeln, schließlich ist das keine Verurteilung der anderen Person oder ihres Verhaltens, bzw. der erwarteten Reaktion, sondern eine logische Folgerung aus Verhaltensmustern die ich von mir selbst sehr genau kennen und auf deren Mechanismen ich mich bei dieser Entscheidung berufe weil ich weiß, dass ich vor längerer Zeit unter ähnlichen Umständen derart reagiert hätte. Es ist also eigentlich ein Erfahrungswert, ein Lernen an und durch mich selbst das mich dazu bewegt mich anders zu verhalten oder auszudrücken, um gewisse Reaktionen oder das Auslösen einiger emotionaler Verteidigungs- oder Verdrängungsmuster im Bewusstsein der Persönlichkeit meines Gegenübers zu vermeiden.
Die Problematik dabei ist natürlich, dass die Gefahr besteht, dass ich das Risiko vermeide, das heißt dass ich das Potential unterschätze, und dadurch die Möglichkeit einer gemeinsamen Erkenntnis oder der gemeinsamen Entwicklung dieser Einsicht im Gespräch verhindere, beziehungsweise mich in egoistischen Mustern meiner eigenen Programmierung verstricke die aus Ängsten der persönlichen Ablehnung/Isolation oder der Konfliktscheue motiviert wirken während ich mein Vorgehen mit diplomatischem Geschick vor mir selbst rechtfertige. Diese Problematik ist im Besonderen bei der Struktur meiner Persönlichkeit zu beachten und ich werde in dieser Blogreihe näher darauf eingehen, werde in die Tiefen der emotionalen Verstrickungen meiner Persönlichkeit in solchen Situationen und der gedanklichen Rechtefertigungsstrategien eintauchen, sie mir vergegenwärtigen, sie mir selbstehrlich eingestehen und sie selbstbestimmt auflösen und mich davon zu befreien.

Das Resultat einer solchen Konversation, eines solchen Zusammentreffens kann beispiesweise sein, dass ich die betreffenden Personen für mich aburteile, sie entweder abschreibe oder anderweitig kategorisiere, um für mich selbst ein einfaches Schema zu haben nach dem ich sie in Zukunft behandeln kann. Damit beschränke ich die Möglichkeiten meines Wirkens und muss immer wieder rechtfertigen warum ich den Kontakt meide, warum ich nicht in Interaktion mit diesen Menschen gehe oder gehen möchte. Es resultiert eine Art Frust- und Trotzverhalten, ein innerer Konflikt, ein Bedauern und selbstmitleidiges Verzwefeln das mir selbst schadet und mich in meinem Wirken auf andere Beschränkt und mich letztlich isoliert.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Verhalten in Situationen der Interaktion mit anderen Menschen anhand gedanklicher Einbildungen und Vorverurteilungen, Beurteilungen und Ängsten bestimmen zu lassen und dadurch den Bezug zur Wirklichkeit, den Bezug zu mir selbst im Hier zu verlieren und zu dem Moment als dem einzig wirklich lebendigen Sein aufzugeben um in Gedanken, in meinem Bewusstsein eine Geschichte zu verfolgen, also nicht wirklich zu leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Zugehörigkeit als die Einheit allen Lebens zu verdrängen und mich in Interaktion mit anderen Menschen gedanklich zu isolieren, mich von ihnen zu trennen um dann die Persönlichkeit zu bestimmen und zu definieren anhand von Wertmustern und Grundlagen die als eine Ansammlung von Erfahrungen und Erinnerungen als Bilder in meinem Kopf, meinem Geist, meinem Bewusstsein existieren und als isolierte Entität von mir als mein Selbst wahrgenommen werden, im Vergleich und dem wahrgenommenen Gegensatz durch Abschätzung und Kalkulation in selbstgerechter, egoistischer Manier.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meine Verantwortung als Mensch, als Teil dieser Einheit des Lebens zu scheuen, sie nicht zu übernehmen in bestimmten Momenten in denen meine Ureigenen Ängste und Befürchtungen bestimmend sind, dass ich diese Ängste nicht vollends und mit aller Hingabe in jedem mir zur Verfügung stehenden Moment und Atemzug angehe, sie mir vergegenwärtige und analysiere um mich von ihnen zu befreien, damit ich in eigenverantwortlicher Einsicht in jedem Moment meines Lebens die Verantwortung als Mensch, die Verantwortung die das Mensch sein mit sich bringt übernehmen und leben kann, dass ich in Einheit und Gleichheit für und als das Leben gerade stehen kann, in jeder wie auch immer gearteten Situation, damit ich mein gesamtes Potential der menschlichen Befähigung für das Leben, für das Wohl allen Lebens und für die gelebte Einheit und Gleichwertigkeit einbringen kann wo immer ich bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich nach Situationen in denen ich meinen eigenen Selsbstrechtfertigungen für meine inneren Ängste zum Opfer gefallen bin, in denen ich mein Verhalten den gewohnten Denkmustern ohne Bezug zum wirklichen Moment unterworfen habe, in denen ich nicht als mein Selbst Hier/Da war sondern nach Programmen agiert habe selbst zu verurteilen, mich schuldig und nutzlos zu fühlen und dadurch mich selbst zu missbrauchen indem ich mich blockiere anstatt aus den Erfahrungen zu lernen, sie zu nutzen, mir selbst zu vergeben und mich durch Selbstkorrektur und eine eigenverantwortliche Vorgehensweise neu auszurichten um damit die Verantwortung für mich selbst als das Leben, als Einheit mit dem Leben zu übernehmen.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Lebendige zu der Entwicklung der Aufmerksamkeit in den Situationen in denen ich mein Verhalten und mein Denken von Ängsten und selbstgeschaffenen Wertmustern bestimmen lasse innezuhalten, die Gedankenketten zu stoppen, zu atmen und in den Moment des Hier zurückzukommen, mich in Einheit und Gleichheit mit allem in jedem Atemzug zu erkennen und an den momentanen Gegebenheiten mein Handeln auszurichten so, dass ich im Sinne der Einheit, des Wohls allen Lebens agiere.

Montag, 26. August 2013

Tag0143 - Keine Liebe ohne Selbst-Liebe

Nosleeper / Foter / CC BY-NC-SA


Ich habe nie wirklich etwas anfangen können mit dem Begriff der Liebe. Klar habe ich all die Beschreibungen der Liebe, die Bedingungen, die Konsequenzen und die Verhaltensweisen die dem Begriff der Liebe kulturell zugeordnet sind durch Erziehung, durch Literatur und durch Filme gekannt, sie aber nie wirklich als die Konstrukte erkannt die sie dort sind und zu denen sie gedanklich gemacht werden. Und all jene die an diese Form der romantischen, nahezu mystischen Liebe glauben werden wie in einer Religion oder einem anderen Glaubenskonzept einfach jedem anderen der nicht Anhänger ihrer Glaubensrichtung ist, der zweifelt und hinterfragt nachsagen, er sei zu dieser hoch heiligen Empfindung einfach nicht fähig und daher entweder minderwertig oder einfach nicht willens genug.
Eben die Mystifizierung der Liebe ist es aber,die sie flach, hohl und substanzlos werden lässt. Menschen schwelgen in ganz persönlichen Emotionen und Gefühlen, machen sich gedankliche Bilder von der anderen Person und sehen sie dann als Erfüllung ihres eigenen Lebens, meinen dabei aber die Befriedigung ihrer emotionalen Mangelerscheinungen oder des gestörten Selbstbewusstseins. Jedes Gefühl, jedes emotionale Verlangen wird unter den begriff der Liebe gefasst, selbst die Eifersucht und der aus ihr resultierende Frust, der Zorn oder die Aggression werden zu einem Teil dieser ach so großen und großartigen Liebe zusammengefasst. Es gehört dazu und dabei ist alles nur ein immer komplexer werdendes Konstrukt mentaler Verstörtheiten, wahrgenommen als Emotionen, nicht analysiert, nicht hinterfragt, nicht korrigiert sondern einfach hingenommen und abgehakt als Liebe, oder gar als Beweis für die Existenz der Liebe. Der einfache Weg ignoranter Kategorisierung des eigenen Seins und des eigenen Gefühlslebens und dieses Konstrukt von emotionalen Zuständen und Abhängigkeiten wird dann auf eine Person oder meinetwegen auch auf mehrere Personen projiziert, die dabei gedanklich in der eigenen Wahrnehmung völlig verzerrt und entfremdet als das Objekt der Begierde, als notwendige Essenz für die Erfüllung des eigenen Lebens benutzt werden sollen. Dieser Prozess ist adaptiv und relativ flexibel, so dass sich die eigenen Anpassungsbemühungen zusammen mit denen der anderen Person, beide wohlgemerkt aus der eigennützigen Motivation heraus, den anderen von der Unverzichtbarkeit der eigenen Person zu überzeugen, zusammenfinden und man es schafft sich für eine Weile gegenseitig zu manipulieren und zu blenden, auf dass sich dieser Zustand der Nutzbarmachung des anderen lange genug aufrecht erhalten lässt.
Das Versprechen der Liebe bezogen auf eine Person ist in unserer Welt nichts weiter als der Versuch, einen ganz eigennützigen, selbstsüchtigen Traum zu leben, indem man zu seiner Realisierung eine andere Person benutzt, sie manipuliert und bindet. Gesellschaftlich umgesetzt und möglich gemacht wird das hauptsächlich durch die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen die den Menschen so sehr beengen und unter Zwang stellen, dass sich die Möglichkeiten und das Potential seiner persönlichen Entfaltung generell nur noch auf wenige Facetten beschränkt und um diese erreichen zu können gibt es einige wenige vorgefertigte Wege und Möglichkeiten aus denen man dann wählen kann. So hat die Hausfrau der fünfziger Jahre beispielsweise als wäre es ganz natürlich und das normalste auf der Welt den Lebenstraum zu haben, einen erfolgreichen Geschäftsmann oder hart arbeitenden Mittelverdiener zu heiraten, seinen Haushalt zu führen und seine Kinder großzuziehen, was natürlich einen Filter für die Wahl des Geliebten ansetzt. Umgekehrt hat natürlich auch der Mann ein Interesse seine Autorität und seine Dominanz als männliche Attribute auszuleben, indem er als der Ernährer der Familie seine Frau und vor allem auch seine Kinder in existentieller Abhängigkeit hält.
In welcher Art und Weise sich die Konstellationen der Geschlechterrollen auch innerhalb einer Kultur verändern, das Grundproblem der diffusen Wahrnehmung emotionaler Schwankungen als Liebe, als Bindeglied zwischen Menschen bleibt bestehen und die Konsequenzen haben verheerende Wirkung auf sich selbst und das Leben anderer, wenn man aus dieser naiven und ignoranten Umgangsweise mit der eigenen Existenz, der Verweigerung gegenüber der eigenverantwortlichen Entwicklung zu einem mündigen Menschen sich in eine Bindung mit einem anderen Menschen begibt, ohne zunächst damit zu beginnen sich selbst voll und ganz zu verstehen, seine Reaktionen, Gedanken- und Wertmuster zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls zu bereinigen und zu korrigieren, nämlich überall dort wo sie unehrlich, nicht wahrhaftig und manipulativ selbstsüchtig ausgelegt sind. Daher ist nicht nur das eigene Selbstverständnis, sondern in gewisser Weise auch die Selbst-Liebe Voraussetzung für eine gesunde Partnerschaft die beiderseits gleichermaßen zum Vorteil gereicht und als gegenseitige Unterstützung und aufrichtige Anleitung verstanden wird. Denn diese Form der Selbst-Liebe versteht den Begriff der Liebe als eine Akzeptanz, als einen Punkt der menschlichen Entscheidung in eigenverantwortlich selbstbestimmter Weise sich neu gestaltet zu haben, sich zu verstehen und an Prinzipien auszurichten, die auf gleichen Werten beruhen, die alle Konsequenzen mit einbeziehen und das Beste für alle zum Ziel haben. Wenn ich diesen Punkt erreicht habe oder mich im Prozess dieser Entwicklung befinde, ganz bewusst und mit gesundem Menschenverstand, dann bin ich in jeder Hinsicht vertrauenswürdig, Lern- und Veränderungsfähig und an der Gemeinschaft interessiert, nicht primär an meinen persönlichen Begierden, Wünschen und Vorstellungen, die alle nichts weiter als unverstandene Programmierungen der emotionalen und gedanklichen Geist-Maschinerie sind und waren.
Die Unzufriedenheit mit sich selbst, das Gefühl eines Mangels, emotionaler Verlorenheit, Hilflosigkeit und diese Verlangen dann an die emotionale und körperliche Leistung eines anderen Menschen zu binden bedeutet eine Kapitulation vor dem Leben und entsteht eben aus der Angst vor dem Schritt in die eigenverantwortliche Mündigkeit als Mensch der seinem Potential gerecht wird.

Spielt man dieses Spiel gemeinsam, die gegenseitige emotionale Befriedigung der Erwartungshaltungen, so führt das zwangsläufig zu Missbrauch und Manipulation.

Fortsetzung folgt!


Sonntag, 19. Mai 2013

Tag0093 - Warum Schreiben? (Teil 4) Entscheidung

Lori Greig / Foter.com / CC BY-NC-ND




Post vom 14.05.2013

Fortsetzung zu Tag0092 - Warum Schreiben? (Teil 3) Eigenverantwortliche Selbstbestimmung



Selbstbestimmte Entscheidungen sind uns fremd geworden, sie sind lästig, überflüssiger Ballast in der verklärten Welt der Selbsterfahrung, sie bremsen den Systemfluss und verbauen uns die Chance auf die Gnade der glücklichen Fügung, der Belohnung für unseren Fleiß und die treue Unterwerfung. Die Belohnung diewir immer vor Augen haben aber nie wirklich in unseren Händen halten oder verinnerlichen können. Wir wissen ja in den meisten Fällen nicht einmal genau wie sie aussieht, woraus sie bestehen wird. Das worauf wir hoffen ist ein vages, diffuses Bild unserer Selbst in einer sorgenfreien, geschützten Zukunft. Wir sind bereit alle erdenklichen Wege zu gehen, alle Verträge und Verpflichtungen einzugehen um das für uns selbst zu erreichen. Aber mit wen gehen wir diese Verträge ein? Wer ist dieser Vertragspartner der uns dieses Entgegenkommen zugestehen soll? Wer sind wir in Beziehung zu ihm? Ist es das Schicksal? Sind wir tatsächlich dermaßen gläubig? Ist es die Macht eines anderen Menschen? Wer gibt ihm diese Macht? Wer garantiert seine Position wenn nicht unsere Einwilligung und die Akzeptanz unserer Rolle als Bittsteller? Und was unterscheidet diesen Menschen von uns? Das Schicksal? 

Wir sind selbst das Schicksal dieses Lebens, dieser Existenz. Wir haben die Vorgänge mitbestmmt, wir stützen und tragen die bestehenden Systeme durch unser Tun und unser Nicht-Tun gleichermaßen. Wir sind keine Opfer und wir sind auch keine Bittsteller. Wir haben keinen Vertragspartner außer uns selbst.

Es ist die Grundlage aller Selbstrechtfertigungen die Existenz einer Übermacht zu unterstelen, die weder genau definiert noch bewiesen ist, der wir unseren Willen aber angeblich unterworfen haben und auch zuknftig unterwerfen müssen. Diese diffuse Macht übernimmt oder trägt eben auch die Verantwortung für all unser Tun und hat die Knsequnezen unserer Lebensweisen vor sich selbst zu rechtfertigen. Diese Vorstellung stellt eine scheinbare Erleichterung für unser Bewußtsein dar, ist aber eine Illusion, eine Externalisierung der Schuld, eine kindlich naive Abweisung der ‚unangenehmen‘ Verantwortung.  

Doch die eigentliche Frage müsste zunächst sein „Warum empfinden wir diese Verantwortung als unangenehm?“. Und da kommt wieder die Systematik ins Spiel, das System der Gesellschaftsordnung als Projektion unserer inneren Welt, unserer inneren Rechtfertigungsmechanismen, in dem wir Institutionen der Erziehung und Konditionierung geschaffen haben, die unser Bewußtsein und unsere Persönlichkeit eben derart konstruieren und gestalten, dass wir grundlegende Werte dementsprechend anerkennen.





Freitag, 10. Mai 2013

Tag0079 - Die Kältemauer

Michael / Foter.com / CC BY-SA


Blog vom 29.04.2013

Die Erfahrung eines sich in der Entwicklung befindlichen, jungen Menschen von seinem Umfeld ausgeschlossen, missachtet und aggressiv diffamiert zu werden verursacht bestimmte Reaktionsmuster des Selbstschutzes, verzweifelte Versuche sich die Situation irgendwie erträglich zu erklären und präventive Verhaltensmuster die eine Demütigung und die Verletzlichkeit der eigenen Person in Zukunft verhindern sollen. Solche Verhaltensmuster und die emotionalen Strategien die man durch diese schockierenden Erlebnisse entwickelt, das Grundlegende Misstrauen gegenüber allen Menschen und auch die tief liegenden Ängste beeinflussen und bestimmen nun das gesamte folgende Leben der betreffenden Person, da sie ein grundlegender Teil der Persönlichkeitsentwicklung, der Erfahrungsverarbeitung und der Charakterbildung geworden sind.

Wie auch andere Persönlichkeitsprägungen können diese Muster und Selbstschutzprogramme zu einem so selbstverständlichen Teil der eigenen Persönlichkeit werden, dass sie gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden, sondern als rationale, spontane Entscheidungen. Ablehnendes Verhalten gegenüber bestimmten Personen beispielsweise, die aufgrund ihrer Art, ihres Aussehens oder einfach aufgrund der Umstände unter denen man ihnen begegnet an vergangene, traumatische Erlebnisse des 'Mobbings' oder der Misshandlungen erinnern, Ängste vor besimmten Situationen, Vermeidungsverhalten um sich ähnlichen Situationen zu entziehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu einem Opfer meiner Gedanken- und Reaktionsmuster die ich in einer Zeit der Erfahrung von Diffamierung, Ausgrenzung und Aggression entwickelt habe und dass ich meine Selbstbestimmung aufgegeben habe um mich von den Verhaltensmustern und Programmen leiten zu lassen ohne zu merken dass ich gerade dadurch ihre Wirkung weiter mit mir herumtrage, sie am Leben erhalte in derselben Weise wie ich sie wahrgenommen und erfahren hatte ohne mir die Möglichkeit zu geben diese emotionalen Erfahrungen zu bewältigen, sie zu analysieren und meine Reaktionen und Verhaltensmuster zu verstehen, zu dekonstruieren und mich selbst neu zu strukturieren, ohne mir die Möglichkeit zu geben auch die Verhaltensweisen derjenigen Menschen zu verstehen denen ich ausgesetzt war um in diesem Verständnis meinen Umgang mit diesen Erfahrungen selbstbestimmt und verantwortlich zu gestalten um letztlich eine Lösung nicht nur für mich, sondern für das Problem als solches, die Ursachen des Auftretens solcher Verhaltensweisen überhaupt zu entwickeln.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, die Ablehnung bestimmter Menschen so wie meine Abneigung gegenüber Situationen in denen ich mich prüfen und beurteilen lassen muss sei eine Vernunftbasierte, rationale Verhaltensweise und eine freie Entscheidung von mir, obwohl dieses Verhalten in vielen Fällen für mich und alle Beteiligten eher ungünstige Konsequenzen hatte, und dass ich mir nicht gestattet habe mich in Selbstehrlichkeit selbst zu durchleuchten und zu fragen woher diese emotionale Reaktion tatsächlich kommt und darin zu erkennen, dass ich nicht selbstbestimmt und eigenständig, sondern fremdbestimmt und aus einer selbstgewählten Opferrolle heraus handle.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben, meine Entscheidungen und Reaktionen zu prüfen, meinen Umgang mit anderen Menschen an den Prinzipien der Gleichheit und Einheit des Lebens auszurichten, mich nicht emotional bestimmen zu lassen ohne der Ursache für diese Empfindungen auf den Grund zu gehen und meine Motive zu prüfen und mich gegebenenfalls, wenn sie dem Eigennutz dienen, wenn sie aus Angst und selbstgewählter Ignoranz getroffen wurden zu stoppen und zu korrigieren, so dass meine Entscheidungen am Wohl allen Lebens ausgerichtet sind und nicht an den Persönlichen Prägungen, die aus Angst und Vermeidungsverhalten niemandem etwas bringen, sondern in vielen Fällen sogar das Leben bremsen, einschränken und unter Umständen Schaden verursachen.




Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag0077 – Wirklich große Taten schmerzen und bringen keine Anerkennung

Luz Adriana Villa A. / Foter.com / CC BY




Nachträglich aus dem Handschriftlichen


Blog vom 28.04.2013

Für die wahren Leistungen, die schwierigsten und gefährlichsten Hürden die du nehmen kannst, für die übermenschlich und unerträglich anmutenden Leistungen der Selbst-Entwicklung und Selbst-Überwindung wirst du niemals so etwas wie Anerkennung ernten oder gar Respekt ernten. Wenn du dir solches Seelenbalsam und derartige Ego-Schmeicheleien erhoffst, hast du offenbar die eigentliche Tat und das einzig großartige das ein Mensch tun kann noch nicht getan.

Im Gegenteil, solltest du dich auf den Weg der Selbstüberwindung und der Selbstbestimmung begeben, dann wird dir aus allen Richtungen Feindseligkeit und Abneigung entgegenschlagen und selbst jene, die glauben an deiner Seite zu stehen werden, sofern sie sich nicht selbst entschieden haben sich von ihren Programmierungen und konditionierten Verhaltens- und Reaktionsmustern zu befreien, anfangen gegen dich zu arbeiten, auch wenn sie es vordergründig selbst nicht einmal wahrnehmen wollen.  Wenn du als greifbarer, passender Teil, als Rolle in ihrem Stück ds Lebens verschwindest und entgleitest, werden sie dich aufhalten und festnageln wollen.

Wenn du ihnen vorlebst dass du frei von gewissen Fesseln bist die sie noch immer quälen und ihnen durch dein Beispiel klar wird was sie wirklich tun und wagen müssten um sich zu befreien, dann werden sie sich und mit energischer Konsequenz und Hartnäckigkeit auch dir einzureden versuchen, dass deine Freiheit nicht real wäre, dass du mit Tricks und Scheinheiligkeit arbeiten würdest. Sie werden versuchen dich zum Zweifeln zu bringen und dann kommt es darauf an, ob du dich verleiten lässt im Namen eines trügerischen Friedens der Hingabe an Gewohnheiten mit dem sie dich zu locken versuchen oder ob du wirklich gefestigt bist, ob du ehrlich und gründlich an dir gearbeitet hast um für die Freiheit allen Lebens ein unumstößliches Beispiel zu geben, geradezustehen für alle Ursachen und Konsequenzen weil du weißt, dass dieser Konflikt sogar notwendig ist, dass es unumgänglich ist diese Wunden zu reißen im Prozess der Trennung von Trug und Schein der Bewusstseinsverblendung bisheriger, illusionärer und ignoranter Selbstwahrnehmung um sich selbst zu lösen, sich selbst zu zerlegen und neu zu strukturieren. Und dass am Ende dieses Prozesses die Heilung zur Einheit, die Einswerdung des Lebens steht, dass eben unsagbar mehr davon abhängt als das momentane, persönliche Bedürfnis nach Harmonie und Ruhe, nämlich die Gleichheit und Einheit allen Lebens und damit das Ende allen Missbrauchs, das Ende der Ausbeutung.





Freitag, 12. April 2013

Tag0061 – Der Tod und das Ende der Vorstellung [Teil2]



Fortsetzung zu Tag0056

Die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der eigenen Sterblichkeit bringt überhaupt gar nichts, so lange sie von der verklärten Selbstwahrnehmung als zeitloses, endloses und von allem isoliertes Geisteswesen ausgeht. Diese Vorstellung von unserem Selbst als die reine Wahrnehmung durch das Bewusstsein, als die Wahrnehmung der Gefühle und Gedanken, als die Erinnerung und das Wissen, als die gesammelte Information geht immer unterschwellig von der Unabhängigkeit von den körperlichen, physischen Gesetzmäßigkeiten des Körpers aus. Wir haben diesen Glauben an das Überdauern dieser Existenz als menschlicher Orgaismus so tief in all unseren Überlegungen vergraben, dass wir die Zeit die wir in dieser Form existieren gar nicht als begrenzt wahrnehmen. Wir richten all unser Denken und Handeln auf die Befriedigung und die Vergrößerung unseres Bewußtseinssystems aus. Mehr Erfahrungen, mehr Wissen, mehr Erlebnisse, mehr Emotionen und Gefühle, mehr Erinnerungen, mehr Persönlichkeit usw., usw. Dabei versuchen wir ein Bild von uns zu schaffen, eine Persönlichkeit mit Fähigkeiten und Eigenschaften die einem Ideal entsprechen das an eben diesem Glauben ausgerichtet ist, dass dieses Bildnis der Vorstellung das eigentlich wertvolle und wichtige an unserer Existenz als Mensch sei. So lange wir uns von diesem Standpunkt aus mit der Sterblichkeit auseinandersetzen wird unsere Wahrnehmung nur immer verklärter, verwirrter und unsere Selbstbestimmung als eigenverantwortliche, eigenständige und verlässliche Menschen immer unwahrscheinlicher. In dieser Denkweise an eine vollkommen unhaltbare, um nicht zu sagen abwägige Vorstellung bestätigen wir unsere aus Unsicherheit entstandenen Ängste. Wir geben ihnen die Möglichkeit hinter schönen, schmeichelhaften Vorstellungen versteckt weiter zu wachsen und uns zu zermürben. Wir machen uns anfällig, angreifbar, manipulierbar und viele haben bereits meisterhaft gelernt diese verborgenen Ängste zu benutzen um Menschen zu beeinflussen. Tatsächlich funktionieren die bestimmenden Faktoren all unserer Wirtschaftssysteme, unserer gesellschaftlichen und politischen Strukturen genau nach den Prinzipien der Angst-Manipulation. Die Selbstschutzmechanismen des Bewusstseins des Menschen als EGO sind so sicher, um nicht zu sagen heimtückisch, dass selbst die direkte Konfrontation mit der körperlichen Sterblichkeit, die direkte Erfahrung der Endlichkeit des Menschenwesens und damit auch seines Bewußtseins (viel eher noch kann hier von einem Ende gesprochen werden als bei derm körperlichen Zerfall, der alles andere als das Ende von Leben ist wie man weiß) nicht unbedingt zum Erwachen aus der illusionären Verklärung führt, sondern sie im Gegenteil noch verstärken oder überhaupt erst ans Laufen bringen kann, wenn beispielsweise Menschen nach einer schweren Krankheit oder dem Verlust eines nahestehenden, emotional verbundenen Menschen plötzlich religiöse Ansichten und Vorstellungen erlauben und entwickeln, um sich wieder vor der nun ins unerträgliche gesteigerten, beinahe konfrontierten Angst vor dem Tod, dem Ende der eigenen Geschichte zu verstecken.
Doch diese Konfrontation die man zu vermeiden sucht könnte so heilsam sein, sie würde dazu führen, dass man sich der illusionären Verklärung entledigt und zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Teil des Lebens selbst werden kann, dass man seine Angst verliert und eigenverantwortlich lebt, denkt und handelt, im Sinne des Lebens selbst anstatt im Sinne einer Fantasie, einer Vorstellung die absurd, irreführend und inakzeptabel ist aufgrund der realen Konsequenzen für alles Leben, die das Resultat der verantwortungslosen, selbstsüchtigen Handlungsweisen, der auf diese Ideologie ausgerichteten Kulturen und Gesellschaftssysteme sind.

Ich atme hier und jetzt, das ist wahrhaftig, das ist Leben, da bin ich eins und gleich mit allem Leben. Ich habe Gedanken, ein Bewußtsein und Erinnerungen, die kann ich nutzen, erkennen, mich selbst verstehen lernen, ich kann gestalten und mich entscheiden. Entscheide ich mich aber für eine Lebensweise die anderen Lebensformen schadet, die ideologische Werte schafft die der reinen Vorstellung entspringen, nicht aber der Wirklichkeit entsprechen und nur durch deren missbrauch zu erlangen sind, dann arbeite und lebe ich gegen das Leben, also gegen mich selbst, gegen mein Atmen. Ich könnte genausogut hier und jetzt meinen Atem stoppen. Denn auch dann entscheide ich mich gegen das Leben, gegen das Sein meiner Form, ich habe nur die Gedanken und emotionalen Reaktionen als Rechtfertigung, nicht aber einen wahren Grund in der tatsächlichen Realität der Möglichkeiten, die sich mir als Mensch in diesem System, das wir als Menschen haben entstehen lassen bieten und die ich nutzen kann und muss wenn ich mich eigenverantwortlich als das Leben mir selbst gegenüber verhalten will um die Fehler und Irrtümer zu korrigieren die mich in die Situation der verängstigten Selbstaufgabe gezwungen haben, um mich eigenständig selbst zu verändern, neu auszurichten am Leben und ein lebendiges Beispiel zu sein für die Möglichkeit und die Freiheit des Menschen sich für das Leben zu entscheiden und in der Übernahme der Eigenverantwortung in dieser Existenz allem Leben Würde und Freiheit wieder zu geben.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 12.04.2013



Donnerstag, 11. April 2013

Tag0060 – Ich bin zu müde zum Schreiben...



Heute fühle ich mich total müde und möchte am liebsten wieder hundert Ausreden überlegen um nicht mehr schreiben zu müssen. Doch muss ich eigentlich? Ich habe diese Vereinbarung mit mir selbst getroffen, täglich mindestens ein paar Sätze zu schreiben, über meinen Entwicklungs- und Selbstentdeckungsprozess, über alltägliches und die Selbstehrliche Analyse meiner Existenz. Also muss ich nicht im Sinne einer von außen aufgezwungenen Aufgabe, ich stehe nicht unter Druck dem ich nicht folgen will oder kann, sondern meine Vereinbarung war eine Vereinbarung des Selbst-Vertrauens, ein Versprechen an mich selbst, ein Bekenntnis zu meiner Fähigkeit mich an selbst getroffene Vereinbarungen zu halten. Und diese Vereinbarung ist im Grunde nicht einmal eine besondere Herausforderung. Sie ist im Gegenteil ein Geschenk an mich selbst, eine Aufforderung mich mit mir selbst zu beschäftigen, mich verstehen und entwickeln zu lernen, mich selbstbestimmt zu steuern und überall dort wo ich bisher fremdbestimmten Mustern gefolgt bin, wo ich der Gehirnwäsche und den Geistesprogrammen einer Kultur und eines Wertesystems in das ich hineingewachsen bin blind gefolgt bin Schritte der Selbstbefreiung zu unternehmen, praktische, am Leben ausgerichtete Schritte, in selbstehrlicher Erkenntnis der Einheit und Gleichheit mit allem in Existenz, also kein rebellischer Befreiungsschlag in einer Auflehnung gegen das System, als sei ich losgelöst und abgetrennt davon, sondern in einer Transformation des Selbst, das Bestandteil und tragende Funktion eben dieser Systeme war, die uns begrenzen, die das Leben nahezu unkontrolliert zerstören, bedrohen und ausbeuten, die gegen die Prinzipien des Lebens selbst, also dessen was wir sind arbeiten, in dieser Selbstbefreiung zur Selbstbestimmung als das Leben also diese Fehler und Irrtümer menschlicher Selbstwahrnehmung zu korrigieren um ein Beispiel für die Möglichekit der Selbstbestimmung in eigenverantwortlicher Lebenssicht als Mensch zu sein.
Dieses Geschenk an mich selbst kann ich nur zu lasten oder zum Schaden meiner Selbst einfach aufgeben oder vernachlässigen, da ich mir selbst das Vertrauen entgegenbringe diesen Weg zu gehen, da ich nur mir selbst Rechenschaft schuldig bin und mir selbst gegenüber nicht schlüssig begründen werde können warum ich es nicht fertig bringe, jeden Tag ein bestimmtes Pensum niederzuschreiben, mich freizuschreiben um mich selbst als das Leben frei zu machen für das Leben. Ich mag müde sein, dennoch sehe ich wenn ich mich bedingungslos selbstehrlich befrage mehr als genügend Möglichkeit und Potential um diesen Post zu schreiben und zu veröffentlichen. Und so schreibe ich mich frei von der Selbstrechtfertigung die ein Teilprogramm der Selbstaufgabe ist und bestimme mich selbst dazu, mich der Vereinbarung mit mir selbst verpflichtet zu sehen und schreibe mit der Motivation des Lebens und der Erkenntnis um die Notwendigkeit der Befreiung des Lebens von allen, noch so banal erscheinenden Programmen der Selbstwahrnehmung unter Einfluß der systemischen Muster der menschlichen Selbstversklavung unter modellierte Triebe, Emotionen und Verhaltensmuster.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich vom täglichen Schreiben lossagen zu wollen mit dem Argument der Müdigkeit und der Selbstrechtfertigung als ein Selbstimage einer Person die gut und viel gearbeitet und sich daher die abendliche Freizeit und Entspannung verdient hat, ohne zu sehen, dass wahre Entspannung erst durch die Selbsthingabe an das tägliche Schreiben erreicht werden kann, indem ich mich frei schreibe von den mich in meinen Geist einspannenden Gedankenmustern und fremdprogrammierten Wertideologien, und indem ich mich mir selbst gegenüber als vertrauenswürdig erweise mein „Verdienst“ der Vorteil aller an meiner Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst müde zu denken, obwohl ich körperlich durchaus noch wach und bei Kräften genug war, nur um eine Rechtfertigung zu haben nicht mehr mit dem Schreiben anfangen zu müssen, dass ich stattdessen etwas „unterhaltsames“ machen wollte, etwas das früheren Gewohnheitsmustern entspricht wie einen Film sehen oder ähnlich passive Erlebnisse, dass ich mich während der Vorbereitung schon in einem inneren Konflikt befunden habe und nicht einsehen wollte, dass das Hintergehen meiner Selbst mir selbst schadet, dass ich mich selbst entlang der mir einprogrammierten und konditionierten Muster manipuliere und programmiere und mich dadurch selbst beschränke, bremse und aufgebe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, wenn ich mich den ganzen Tag über angestrengt habe, hätte ich etwas für mich ganz persönlich „verdient“, ohne mich selbstehrlich zu fragen bei WEM ich denn diese „Auszeit“ verdienen kann, wer sie mir sozusagen zusprechen kann, da ich in dieser Selbstbefragung erkennen müsste, dass ich selbst verantwortlich dafür bin, ob es wahrhaftig einen solchen „Verdienst“ gibt, worin er tatsächlich begründet ist und vor allem, ob ich darin wirklich einen Wert sehen kann, in selbstehrlicher Selbstbefragung. Die einzige andere Möglichkeit wäre die, dass ich eventuell den Glauben an eine übernatürliche oder übermächtige Gottheit innerlich, unbewußt hüte und mir vorstelle, dass ich ihr gegenüber diese Rechenschaft für meine „persönliche Auszeit“ ablege, was ich nicht bejahen kann und daher muss ich einsehen, dass ich selbst dieser „Gott“ bin, diese „Macht“ der ich hier etwas abzuschwatzen versuche, das ich „persönliche Freiheit“ nenne und das ich in eigenmächtiger, selbstbestimmter Sichtung der Wirklichkeit, der Zusammenhänge und meiner Verantwortlichkeit als und für das Leben keinesfalls als Forderung aufrecht erhalten kann.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 11.04.2013