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Donnerstag, 11. April 2013

Tag0060 – Ich bin zu müde zum Schreiben...



Heute fühle ich mich total müde und möchte am liebsten wieder hundert Ausreden überlegen um nicht mehr schreiben zu müssen. Doch muss ich eigentlich? Ich habe diese Vereinbarung mit mir selbst getroffen, täglich mindestens ein paar Sätze zu schreiben, über meinen Entwicklungs- und Selbstentdeckungsprozess, über alltägliches und die Selbstehrliche Analyse meiner Existenz. Also muss ich nicht im Sinne einer von außen aufgezwungenen Aufgabe, ich stehe nicht unter Druck dem ich nicht folgen will oder kann, sondern meine Vereinbarung war eine Vereinbarung des Selbst-Vertrauens, ein Versprechen an mich selbst, ein Bekenntnis zu meiner Fähigkeit mich an selbst getroffene Vereinbarungen zu halten. Und diese Vereinbarung ist im Grunde nicht einmal eine besondere Herausforderung. Sie ist im Gegenteil ein Geschenk an mich selbst, eine Aufforderung mich mit mir selbst zu beschäftigen, mich verstehen und entwickeln zu lernen, mich selbstbestimmt zu steuern und überall dort wo ich bisher fremdbestimmten Mustern gefolgt bin, wo ich der Gehirnwäsche und den Geistesprogrammen einer Kultur und eines Wertesystems in das ich hineingewachsen bin blind gefolgt bin Schritte der Selbstbefreiung zu unternehmen, praktische, am Leben ausgerichtete Schritte, in selbstehrlicher Erkenntnis der Einheit und Gleichheit mit allem in Existenz, also kein rebellischer Befreiungsschlag in einer Auflehnung gegen das System, als sei ich losgelöst und abgetrennt davon, sondern in einer Transformation des Selbst, das Bestandteil und tragende Funktion eben dieser Systeme war, die uns begrenzen, die das Leben nahezu unkontrolliert zerstören, bedrohen und ausbeuten, die gegen die Prinzipien des Lebens selbst, also dessen was wir sind arbeiten, in dieser Selbstbefreiung zur Selbstbestimmung als das Leben also diese Fehler und Irrtümer menschlicher Selbstwahrnehmung zu korrigieren um ein Beispiel für die Möglichekit der Selbstbestimmung in eigenverantwortlicher Lebenssicht als Mensch zu sein.
Dieses Geschenk an mich selbst kann ich nur zu lasten oder zum Schaden meiner Selbst einfach aufgeben oder vernachlässigen, da ich mir selbst das Vertrauen entgegenbringe diesen Weg zu gehen, da ich nur mir selbst Rechenschaft schuldig bin und mir selbst gegenüber nicht schlüssig begründen werde können warum ich es nicht fertig bringe, jeden Tag ein bestimmtes Pensum niederzuschreiben, mich freizuschreiben um mich selbst als das Leben frei zu machen für das Leben. Ich mag müde sein, dennoch sehe ich wenn ich mich bedingungslos selbstehrlich befrage mehr als genügend Möglichkeit und Potential um diesen Post zu schreiben und zu veröffentlichen. Und so schreibe ich mich frei von der Selbstrechtfertigung die ein Teilprogramm der Selbstaufgabe ist und bestimme mich selbst dazu, mich der Vereinbarung mit mir selbst verpflichtet zu sehen und schreibe mit der Motivation des Lebens und der Erkenntnis um die Notwendigkeit der Befreiung des Lebens von allen, noch so banal erscheinenden Programmen der Selbstwahrnehmung unter Einfluß der systemischen Muster der menschlichen Selbstversklavung unter modellierte Triebe, Emotionen und Verhaltensmuster.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich vom täglichen Schreiben lossagen zu wollen mit dem Argument der Müdigkeit und der Selbstrechtfertigung als ein Selbstimage einer Person die gut und viel gearbeitet und sich daher die abendliche Freizeit und Entspannung verdient hat, ohne zu sehen, dass wahre Entspannung erst durch die Selbsthingabe an das tägliche Schreiben erreicht werden kann, indem ich mich frei schreibe von den mich in meinen Geist einspannenden Gedankenmustern und fremdprogrammierten Wertideologien, und indem ich mich mir selbst gegenüber als vertrauenswürdig erweise mein „Verdienst“ der Vorteil aller an meiner Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst müde zu denken, obwohl ich körperlich durchaus noch wach und bei Kräften genug war, nur um eine Rechtfertigung zu haben nicht mehr mit dem Schreiben anfangen zu müssen, dass ich stattdessen etwas „unterhaltsames“ machen wollte, etwas das früheren Gewohnheitsmustern entspricht wie einen Film sehen oder ähnlich passive Erlebnisse, dass ich mich während der Vorbereitung schon in einem inneren Konflikt befunden habe und nicht einsehen wollte, dass das Hintergehen meiner Selbst mir selbst schadet, dass ich mich selbst entlang der mir einprogrammierten und konditionierten Muster manipuliere und programmiere und mich dadurch selbst beschränke, bremse und aufgebe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, wenn ich mich den ganzen Tag über angestrengt habe, hätte ich etwas für mich ganz persönlich „verdient“, ohne mich selbstehrlich zu fragen bei WEM ich denn diese „Auszeit“ verdienen kann, wer sie mir sozusagen zusprechen kann, da ich in dieser Selbstbefragung erkennen müsste, dass ich selbst verantwortlich dafür bin, ob es wahrhaftig einen solchen „Verdienst“ gibt, worin er tatsächlich begründet ist und vor allem, ob ich darin wirklich einen Wert sehen kann, in selbstehrlicher Selbstbefragung. Die einzige andere Möglichkeit wäre die, dass ich eventuell den Glauben an eine übernatürliche oder übermächtige Gottheit innerlich, unbewußt hüte und mir vorstelle, dass ich ihr gegenüber diese Rechenschaft für meine „persönliche Auszeit“ ablege, was ich nicht bejahen kann und daher muss ich einsehen, dass ich selbst dieser „Gott“ bin, diese „Macht“ der ich hier etwas abzuschwatzen versuche, das ich „persönliche Freiheit“ nenne und das ich in eigenmächtiger, selbstbestimmter Sichtung der Wirklichkeit, der Zusammenhänge und meiner Verantwortlichkeit als und für das Leben keinesfalls als Forderung aufrecht erhalten kann.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 11.04.2013



Samstag, 22. September 2012

Tag 45 - Selbst-Sabotage 'Du bist die Mauer in deinem Kopf'



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe mich meinen Empfindungen, den 'Hochs' und 'Tiefs' meiner Gefühlswelt hinzugeben, mich darin und dadurch zu rechtfertigen in meiner Verweigerung weiter an mir und mit mir, durch mich am Leben und seiner Befreiung von der Unterdrückung und Manipulation durch eben diese Gedankenmuster zu arbeiten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich an der gegenseitigen Selbstrechtfertigung illusionärer 'Persönlichkeiten' durch Gedankenaustausch, gegenstandslose, selbstgefällige Diskussionen, bewußte Abtrennung in der Ideenwelt des Selbst vom 'Geschehen' um mich herum durch das Be- und Verurteilen der Umstände, anderer Menschen und Gruppen zu beteiligen und damit in mir selbst die Illusion der Abgetrenntheit und der Selbstgefälligkeit in Überlegenheitsgefühlen zu verstärken und mich immer weiter selbst in die Falle der Leblosigkeit in völliger Hingabe an die fremdbestimmte Programmierung und Manipulation zu treiben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich selbst zu betrügen indem ich mir gedanklich scheinlogisch zu erklären versucht habe, warum ich nicht schreiben kann, warum ich gerade jetzt mit meinem Prozess nicht weitermachen kann, beispielsweise mit dem Versuch der Beobachtung 'anderer' Menschen und dem vorgefertigten Urteil der Nutz- und Sinnlosigkeit des Versuchs irgendetwas zu ändern und dass ich darin nicht die Lüge erkannt habe die verbirgt dass ICH es bin, der sich gerade selbst berteilt und seine eigene Unfähigkeit sich zu verändern zu rechtfertigen sucht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich in dieser Weise gedanklich selbst zu boykottieren und dass ich dadurch meine Verantwortlichkeit dem Leben gegenüber missachtet und mich als das Leben sabotiert habe, obwohl mir durchaus in jedem Moment dieser Selbstverleumdung klar war, dass meine Rechtfertigungen konstruiert sind und einen bewußten Versuch darstellen, die meine Persönlichkeitsentscheidung rechtfertigende Prophezeihung der Nutzlosigkeit aller Anstrengungen im Vorfeld zu bestätigen, in freiwilliger Selbstaufgabe und bewußt gewählter Ignoranz.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als so wichtig zu betrachten, dass all meine Lebensumstände, meine Verpflichtungen des Alltags, meine Arbeit und Organisation des Familienlebens unvergleichlich sein müssen, da ich scheinbar als einziger nicht in der Lage bin, mich dennoch meiner eigenen, selbstbestimmten Entscheidung für das Leben und zum Wohle allen Lebens den Prozess der Selbstbefreiung weiterzugehen zu stellen und zu verpflichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe nicht zu erkennen, dass die Gedanken und die 'innere Wahrnehmungswelt', begründet auf meiner Persönlichkeit, meinen Erfahrungen, Erinnerungen, Werturteilen und gelernten Abschätzungen, niemals den Stellenwert des Lebens selbst übersteigen können, dass sie aber in sich das Prinzip der überwertigen Selbstidentifikation als einem aus ihnen bestehenden, eigenständigen 'Geistwesen' tragen, welches unter allen Umständen jedes Selbstinteresse verfolgt, ohne Rücksicht auf reale, lebensbeeinträchtigende Konsequenzen, das alles nutzt und benutzt aber niemandem nützt, denn die Interessen des Egos und dieser Persönlichkeit liegen in den energetischen Erfahrungen, nicht aber in den Dingen, in der physischen Realität, ihren Bedingungen, Erfordernissen und auch nicht in ihrer realen LEBENDIGKEIT.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt, akzeptiert und zugelassen habe, dass ich mich in einem Moment der Unachtsamkeit von mir selbst, von meinen Gedanken und Gewohnheiten habe einfangen und verführen lassen, dass ich dem Image meiner Selbst, den Gedanklichen Vorstellungen meiner Selbst die Kontrolle überlassen habe und mich bei dieser Selbstaufgabe auch noch selbst unterstützt habe durch die bewußte Konstruktion selbstrechtfertigender Argumente unter Zuhilfenahme meiner urteilenden 'Beobachtung' der Welt, ohne dabei den grundlegenden Fallstrick als Fehlannahme/Fehlwahrnehmung zu beachten der in der überheblichen, vergeistigten Abtrennung von allem, in der Separation meiner eigenen Person und der Gegenüberstellung mit den Geschehnissen und Bedingungen liegt, wodurch im Geist/im Ego der Eindruck verstärkt wird zu 'wissen', und anstatt zu 'sein', zu leben und zu werden, verliert man sich in den eigenen Philosophieen, man deaktiviert sich selbst, man entschärft sich selbst als Teil des Lebens und wird selbstbestimmt zum frei verfügbaren Teil des selben Systems das man eigentlich ursprünglich als inakzeptabel und lebensfeindlich erkannt hatte und in Selbstehrlichkeit und Annahme der Eigenen Verantwortlichkeit ändern wollte.

Ich bestimme mich als das Leben selbst in jedem Versuch der Selbstrechtfertigung und Akzeptanz der eigenen Untätigkeit aufgrund von gefühlsbedingten Stimmungen die Selbstverleugnung und Selbst-Sabotage zu erkennen und mir selbst durch das Atmen und die darin liegende Vergegenwärtigung meiner Existenz als das Physische, das körperliche Leben hier und jetzt die Selbstbestimmung in Eigenverantwortlichkeit wieder zurückzugeben, mich von der Leblosigkeit einer vergeistigten, ideologischen 'Person' zurückzubringen in das Leben, als das Leben, als der Atem und als die selbstrealisierte Bestimmung für das Wohl aller Lebensformen zu wirken, mich selbst als das Leben zu realisieren und mir die zerstörerische Selbstaufgabe in allen Bereichen meiner bisherigen Existenz Schritt für Schritt zu vergegenwärtigen, mir selbst zu vergeben, und mich als eine Form allen Lebens an dem neu auszurichten, was das Beste für alles Leben ist.









Sonntag, 6. Mai 2012

Tag 13 - Verdrängung, Widerstand, Trotz - die Ego-Schutzprogramme




Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich in meiner Vorstellung als getrennte, für sich selbst stehende Persönlichkeit wahrzunehmen, die sich in ihrer Handlungsweise und rücksichtslosen Interessensverfolgung durch die fälschliche Annahme ein unschuldiges Opfer äußerer Umstände zu sein gerechtfertigt sieht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe Konsequenzen meines Verhaltens und Denkens zu ignorieren weil mir der unmittelbare Genuß, die Bedürfnisbefriedigung und meine eigene Gewohnheit wertvoller und wichtiger erschien als das Wohl des Lebens.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in meiner Existenz als Leben zu verleugnen und mir eine Scheinidentität der geistigen Selbstverherrlichung mit Eigennützigem Auftrag erschaffen und entwickelt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben ich sei mehr als das was ich als lebendiger Organismus bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in den Möglichkeiten zur Selbstbefreiung als Leben im Geist und durch den Geist zu beschränken.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, durch meine Starrheit im Geist im Bezug auf regelmäßiges, tägliches Schreiben viele wichtige Punkte meinem Prozess der Selbstbefreiung zu entziehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich dem täglichen Schreiben und dem Anwenden der Selbstvergebung und Selbstkorrektur nicht mit ebensolcher Hingabe gewidmet zu haben wie beispielsweise dem körperlichen Training.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, das körperliche Training und die Bewegung im Allgemeinen als die einzig wahrhaftige Möglichkeit zu betrachten durch die man direkt das Leben fördern und unterstützen kann und dass ich nicht erkannt habe, dass der Effekt in gewisser Weise auf meine eigene körperliche Existenz begrenzt bleibt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich durch diese Selbstbeschränkung auf meinen eigenen Körper der universalen Verantwortlichkeit als Teil des Systems zu entziehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich von der geringen Resonanz auf meine Blogs bestätigt zu sehen in meinem inneren Widerstand gegen das Schreiben, mich entmutigt zu fühlen und sowohl meine Eigenverantwortlichkeit als auch die Ursache mangelnder Konsistenz zu ignorieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, einen unmittelbaren Erfolg in Form von Anerkennung und positiver Resonsnz auf meine Texte zu erwarten un darin die eigentlich grundlegende Motivation dieser Arbeit, ihren eigentlichen Zweck der Offenbarung als Unterstützung und lebendiges Beispiel zu verraten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich von meiner persönlichen Prägung und den damit zusammenhängenden Gedanken verwirren und ablenken zu lassen vom Schreiben und der notwendigen Selbstarbeit, indem ich mir selbst einredete dass es nutzlos sei und ich meine Zeit lieber mit anderen Dingen verbringen sollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich selbst zu bestechen indem ich meine persönlichen, vorprogrammierten Bedürfnisse nach Unterhaltung und Entspannung gegenüber meiner Verantwortlichkeit und meiner Entschlossenheit zur selbstehrlichen Teilnahme am Prozess der Befreiung menschlichen Lebens bevorzugt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich von meinen mentalen Konditionierungen und programmierten Ideologien der Selbstverherrlichung bestimmen zu lassen und dadurch die Freiheit des Lebens und die Befreiung von der Versklavung des Lebens unter diese Wertvorstellungen menschlichen Bewußtseins an meine egozentrische Religion und Weltsicht verkauft habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, immer wieder auf die altgewohnten Gedankenkonzepte selbstherrlicher Rechtfertigung egoistischer Interessen zurückzugreifen, wie zum Beispiel die der 'Ohnmacht', der Minderwertigkeitsgefühle, der Selbstzweifel und der Nutzlosigkeit gegenüber einer überwältigenden, übermächtigen Systematik.

In dem letzgenannten Konzept steckt schon der Denkfehler der eben allem menschlichen Denken, Verstehen, Philosophieren, Planen und Handeln eine Selbstbeschneidende Ignoranz zugrunde legt. Eigentlich ist es eine Verleugnung der eigenen Existenz, denn sie setzt das Gegenteil einer offensichtlich wahrnehmbaren Tatsache voraus: Die Abtrennung der individuellen Existenz vom Gesamten und die Wahrnehmung des Selbst als 'Benutzer' oder besser gesagt als 'Anwender' der vorgegebenen Strukturen und Prinzipien. Ein erlerntes Verhalten mit der Gesellschaft und dem System umzugehen, wie mit einem Fahrzeug, einem Computer oder einem bestimmten Programm. Doch diese Vorstellung ist reine Fantasie, vielleicht noch Wunschdenken, denn die eigene Auslieferung an die bestehenden Verhältnisse als ein Opfer ist nicht nur eine feige Ablehnung der offensichtlichen Eigenverantwortlichkeit als Teil des Ganzen, sondern sie Rechtfertigt auch noch das eigene Handeln in jeder nur erdenklichen Weise. Da man sich in der Opferrolle moralisch auf der Siegerseite sieht, kann man das System benutzen um sich sozusagen an allem zu Rächen von dem man sich hineingezwungen sieht. Man darf ja schließlich um sein Überleben kämpfen, sich verteidigen, da sind nahezu alle Mittel recht. Und wenn der Mensch nunmal so ist wie er ist, wenn ich gezwungen sein sollte mich diesem Verhalten anzupassen um mir ein möglichst angenehmes Leben zu verschaffen, dann ist damit offensichtlich alles in bester Ordnung.
Doch wenn man eben aus einer falschen voraussetzenden Annahme einen richtigen Schluss zieht, so entspricht dieser natürlich nicht der wahrhaftigen Realität, denn diese verweigert schon der Prämisse die Existenzberechtigung. Der Mensch ist nicht abgesondert vom Leben, nicht getrennt als statisch existierendes, manifestiertes Wesen von der Materie abgespalten. Er steht in ständigem Austausch wie jeder andere Organismus auch mit allem in dieser Existenz und die Abtrennung geschieht lediglich in der Vorstellung der individuellen Wahrnehmung. Sie wird natürlich verstärkt und scheinbar ideologisch und empirisch bestätigt, da das gesamte menschliche Umfeld sich so verhält, als entspräche dies der Wahrheit. Dennoch lässt sich an allen Ecken und Enden und auch mitten im gesellschaftlichen Leben die Verlogenheit und Falschheit dieser Lebensprämisse menschlicher Selbsterziehung erahnen. Denn dort entsteht der wahre Lebenskonflikt:

Wofür interessieren sich die Mensch und - was liegt wirklich in ihrem Interesse?
Wer formt dieses Interesse und welchen Nutzen hat es - oder besser gefragt WEM nützt es wirklich? Welchen Prämissen folgt es und woraus entwickelt es sich?
Wer hat dir gesagt was du tun sollst oder bist du wirklich dein eigener 'Herr'?
Spielst du nur mit oder bestimmst du die Spielregeln?
Passt du deine Wünsche und Bedürfnisse dem Angebot an oder hast du den Mut dich aus dir selbst heraus zu äußern?
An wen richtest du deine Erwartungen, wenn nicht an dich selbst und was ergibt sich für eine Rolle für dich, wenn du dich von 'den anderen' abhängig machst?
Kannst du es wagen, dich in den Dienst des Lebens zu stellen ohne dich dabei zu verlieren?
Oder hast du dich nicht längst im Gewirr der Gedanken, Ideologien, kulturell vorgegebenen Charakterrollen und deiner Akzeptanz der Ausweglosigkeit verloren?
Werden wir nicht erst dann wirklich lebendig, wenn wir den empirischen Prinzipien der Wirklichkeit dieser Existenz folgen und unser Handeln und Streben am Wohl allen Lebens ausrichten, da in ihnen ganz offensichtlich eine Wahrheit unangetatset ruht: dass das, was das Beste für alle ist, zwangsläufig auch das Beste für den Einzelnen bedeutet?
Können wir nicht erst dann von uns als einer lebendigen, zusammenstehenden Spezies sprechen die den Weg wirklicher Entwicklung und Selbstentfaltung geht?
Was bedeutet gegenüber diesen Möglichkeiten, im Vergleich mit diesen Aussichten ein vereinzeltes Leben im Gedanklichen, im reinen Glauben an Ideologien, Werte und Normen die künstlich erdacht, unvollkommen nur persönlichen Wertsetzungen folgen welche Zeitlich sehr begrenzt und beschränkt auf eine unverwirklichte Geisteswelt mit dem Ende eines Menschenlebens erlöschen? Das tragische bei alledem ist, dass diese Wertsetzungen und Normen immer wieder von nachfolgenden Generation benutzt, weiterentwickelt und angepasst werden, so dass eine öffentliche Vorstellung einer Gemeinsamkeit der Interessen entsteht, wobei aber im Grunde jder nur sein eigenes, ganz persönliches, von seiner selbstempfundenen Opferrolle bestimmtes Interesse verfolgt und diese Ideologien nach seinem persönlichen Vorteil auslegt. So ist es im kleinen wie im Großen, die persönliche wie auch die nationale und internationale Politik folgt eben diesen grundfalschen Grundvoraussetzungen der Selbstrechtfertigung. Ein von Rachegelüsten geprägter Eigennutz, eine trotzige Verdorbenheit, ein quängelndes, gehässiges und niederträchtiges Wesen hat der Mensch sich so erlaubt zu werden. In ewigem, gegenseitigem Misstrauen, denn der Grundsatz der Gleichheit findet tatsächlich noch Akzeptanz, wenn auch nur dort wo man ihn sich selbst und der Rechtfertigung feiger Verantwortungslosigkeit zunutze macht.

Ich stoppe die Selbstverleugnung indem ich mich in jedem Moment inneren Widerstandes durch das Atmen und das Gewahrsein meiner Existenz in Einheit und Gleichheit mit allem Leben meiner Verantwortlichkeit stelle und mich dem Selbstbestimmten Prozess der Selbstbefreiung hingebe.