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Dienstag, 3. September 2013

Tag0145 - Selbstzweifel als Selbstrechtfertigung

cuellar / Foter / CC BY-NC


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst zu beschränken und mich in eine selbstgewählte Opferrolle meinen eigenen Entscheidungen gegenüber zu bringen indem ich Rechtfertigungen außerhalb meiner Selbst für diese Entscheidungen suche und mir damit einrede ich sei nicht verantwortlich oder nur teilweise verantwortlich für die Konsequenzen.

Ich vergebe mir selbst, das sich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in meinen Gedanken über eventuelle Konsequenzen und Nebeneffekte meiner Entscheidungen zu verlieren, zu versuchen meine Entscheidung aufgrund vager Vorstellungen und unvollkommener Realitätskonstrukte in meiner Gedankenwelt zu treffen anstatt hier im Moment der Entscheidung zu sein und angesichts der gegebenen Umstände diese zu treffen im Sinne der Gesamtsituation und nicht aus Angst vor persönlichen Folgen oder der Erwartung persönlicher Bereicherung und Vorteile.

Ich vergebe mir selbst, das sich es mir erlaubt und es zugelassen habe nicht zu erkennen wie sehr ich mich durch die Feigheit vor mir selbst, meinen Entscheidungen und damit auch meinem Leben einschränke und selbst verleugne, dass ich mir die Möglichkeiten und mein Potential vollkommen verwehre und dass ich darin natürlich auch verantwortungslos bin, da ich dieses Potential, die Selbstsichelhit, die Standhaftigkeit und Eigenständigkeit im Sinne und zum Wohle allen Lebens einsetzen muss um tatsächlich ein eigenständiges, verantwortungsbewusstes, vertrauenswürdiges und damit auch selbst-bewusstes Lebewesen Mensch zu sein.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu selbst ehrlicher Verantwortlichkeit für mein Denken, Handeln und meine Reaktionen, für die Entscheidungen die ich treffe oder getroffen habe um mich nicht vor den Konsequenzen zu verstecken oder mich von ihnen freizudenken, sondern als das Leben Hier im Bewusstsein meiner Selbst in Einheit und Gleichheit für mich, mein Handeln und Denken, für meine Entscheidungen und Reaktionen geradezustehen und damit auch an mir selbst eigenverantwortlich und selbst ehrlich zu arbeiten um mich am Leben und dem Wohl allen Lebens auszurichten im Bewusstsein meiner Einheit und Gleichheit mit und als das Leben.


Montag, 27. Mai 2013

Tag0099 - Vier Katzen gaben mir ihr Leben





Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugeassen habe das Leben von vier Katzen für meine eigennützigen Zwecke der emotionalen Stabilisierung und ind em Versuch meine depressiven Stimmungen und unzulängliche Eigenverantwortung auszugleichen benutzt zu haben, sie in ihrer Freiheit eingeschränkt zu haben, dass ich mir nicht vergegenwärtigt habe wie sehr ich sie von mir abhängig gemacht habe entgegen ihrer Natur und ihrer Fähigkeiten, dass ich mich selbst belogen und sie betrogen habe indem ich diese Gefangenschaft mit meiner Sorge um ihre Sicherheit rechtfertigen wollte und dass ich mich in vielen Momenten meiner Verantortung für sie entzogen habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe die Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen, sie in ein Abhängigkeitsverhältnis zu mir zu bringen obwohl ich zu diesem Zeitpunkt und viele der Folgenden Jahre nicht einmal ansatzweise für mich selbst verantwortlich zu Handeln in der Lage war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe die Lehre die „meine“ Katzen mir zur Verfügung gestellt hatten indem sie mir bedingungslos zugetan waren, indem sie mir ihr Vertrauen trotz ihrer zeitweise sehr unglücklichen Lage, eingesperrt in einer kleinen Wohnung ohne Ausgang nie entzogen haben, wirklich zu erkennen und zu verstehen, dass ich es nicht gewagt habe über mich hinauszuwachsen, mir klar zu machen dass es meine Verantwortung gewesen wäre zuerst an ihr Wohl zu denken, mich selbsterhlich zu befragen und mir das, was ich immer wusste, nämlich dass sie nicht artgerecht, nicht frei und gesund bei mir leben konnten, dass ich trotz des „guten Willens“ nicht in der Lage war die Verantwortung wirklich zu leben, und dass ich um mir das nicht eingestehen zu müssen die Ereknntnis dessen was richtig gewesen wäre verdrängt habe, offen einzugestehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Angst vor der Welt, vor dem System, den Menschen, dem was aus ihnen wird als Rechtfertigung dafür genommen zu haben diese Tiere bei mir einzusperren, dass ich mir eingeredet habe es sei trotz aller Umstände immer noch das Beste für sie bei mir zu bleiben, angesichts all des Missbrauchs und der Qualen die Tiere von anderen zu befürchten hätten, angesichts der Gefahren und Unwägbarkeiten des Lebens in Freiheit.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mir einzureden ich sei besonders begabt im Umgang mit Katzen, weil sie mir immer gleich Vertrauen entgegenbringen, weil meine Katzen mir immer vertraut haben und mir zugetan waren, und dass ich nicht erkennen wollte, dass es die Katzen sind, die diese Entscheidung treffen, und dass sie selbst in Gefangenschaft nicht hätten zu mir stehen müssen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe die Abgabe zweier Katzen vor vielen Jahren so lange zu bedauern und zu betrauern, dass ich mich emotional habe gehenlassen ohne die Chance und Möglichkeiten für diese Tiere zu erkennen und mich für sie zu freuen da sie in ein Umfeld kamen, in dem sie eben nicht auf kleinem Raum eingesperrt, sondern gemeinsam mit anderen Tieren mit freiem Auslauf leben konnten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mcih selbst immer wieder zu verurteilen und zu bedauern in der Erkenntnis des emotionalen Missbrauchs den ich betrieben habe, indem ich Lebewesen für meine eigenen, persönlichen emotionalen Interessen meinem Willen unterworfen habe.





Sonntag, 19. Mai 2013

Tag0093 - Warum Schreiben? (Teil 4) Entscheidung

Lori Greig / Foter.com / CC BY-NC-ND




Post vom 14.05.2013

Fortsetzung zu Tag0092 - Warum Schreiben? (Teil 3) Eigenverantwortliche Selbstbestimmung



Selbstbestimmte Entscheidungen sind uns fremd geworden, sie sind lästig, überflüssiger Ballast in der verklärten Welt der Selbsterfahrung, sie bremsen den Systemfluss und verbauen uns die Chance auf die Gnade der glücklichen Fügung, der Belohnung für unseren Fleiß und die treue Unterwerfung. Die Belohnung diewir immer vor Augen haben aber nie wirklich in unseren Händen halten oder verinnerlichen können. Wir wissen ja in den meisten Fällen nicht einmal genau wie sie aussieht, woraus sie bestehen wird. Das worauf wir hoffen ist ein vages, diffuses Bild unserer Selbst in einer sorgenfreien, geschützten Zukunft. Wir sind bereit alle erdenklichen Wege zu gehen, alle Verträge und Verpflichtungen einzugehen um das für uns selbst zu erreichen. Aber mit wen gehen wir diese Verträge ein? Wer ist dieser Vertragspartner der uns dieses Entgegenkommen zugestehen soll? Wer sind wir in Beziehung zu ihm? Ist es das Schicksal? Sind wir tatsächlich dermaßen gläubig? Ist es die Macht eines anderen Menschen? Wer gibt ihm diese Macht? Wer garantiert seine Position wenn nicht unsere Einwilligung und die Akzeptanz unserer Rolle als Bittsteller? Und was unterscheidet diesen Menschen von uns? Das Schicksal? 

Wir sind selbst das Schicksal dieses Lebens, dieser Existenz. Wir haben die Vorgänge mitbestmmt, wir stützen und tragen die bestehenden Systeme durch unser Tun und unser Nicht-Tun gleichermaßen. Wir sind keine Opfer und wir sind auch keine Bittsteller. Wir haben keinen Vertragspartner außer uns selbst.

Es ist die Grundlage aller Selbstrechtfertigungen die Existenz einer Übermacht zu unterstelen, die weder genau definiert noch bewiesen ist, der wir unseren Willen aber angeblich unterworfen haben und auch zuknftig unterwerfen müssen. Diese diffuse Macht übernimmt oder trägt eben auch die Verantwortung für all unser Tun und hat die Knsequnezen unserer Lebensweisen vor sich selbst zu rechtfertigen. Diese Vorstellung stellt eine scheinbare Erleichterung für unser Bewußtsein dar, ist aber eine Illusion, eine Externalisierung der Schuld, eine kindlich naive Abweisung der ‚unangenehmen‘ Verantwortung.  

Doch die eigentliche Frage müsste zunächst sein „Warum empfinden wir diese Verantwortung als unangenehm?“. Und da kommt wieder die Systematik ins Spiel, das System der Gesellschaftsordnung als Projektion unserer inneren Welt, unserer inneren Rechtfertigungsmechanismen, in dem wir Institutionen der Erziehung und Konditionierung geschaffen haben, die unser Bewußtsein und unsere Persönlichkeit eben derart konstruieren und gestalten, dass wir grundlegende Werte dementsprechend anerkennen.





Donnerstag, 21. März 2013

Tag0039 – So sehe ich mich nicht… Motivanalyse im Entscheidungsprozess [T1]





Ich stehe vor einer Entscheidung, die sich mir als eine Möglichkeit bietet, mich auf eine mehrjährige Verpflichtung , eine Ausbildung  einzulassen, die mir einerseits Freude machen wird, da es sich um ein intensives Lernen und Ausbilden von Fähigkeiten handelt, die es mir erlauben würden sowohl geistig als auch körperlich aktiv an und mit Menschen zu ‚arbeiten‘, zu interagieren und im System so wie es sich darstellt wirksam tätig zu sein, und andererseits eine Ausbildung ist die zwar für mich relativ spät möglich wird, aber deren gesamter Prozess für  meine Entwicklung als das Leben ebenso interessant und hilfreich sein wird wie letztlich die Absolvierung meine Arbeit wesentlich gehaltvoller, zielgerichteter und wohl auch wirksamer in ihrer Bedeutung für die Öffentlichkeit macht. 

Jetzt geht diese Entscheidung in eine thematische, wissenschaftliche Richtung die mir in Teilgebieten zwar vertraut ist, die aber wesentlich umfassenderes „Training“ auf unterschiedlichen Gebieten erfordert, in deren Ausführung ich mich selbst nur unter Überwindung einiger tiefsitzender Blockaden sehen kann. Und genau das ist auch ein Grund, ein bestärkender Grund für mich gerade diese Ausbildung zu wählen und die lange Zeit die dafür notwendig ist trotz meines Alters in Kauf zu nehmen. Andernfalls werde ich mich diesen Blockaden und Ängsten vielleicht nie ernsthaft stellen (können).

Die Selbst-Rechtfertigung diesen Schritt nicht zu tun weil ich mich nicht so sehe ist nicht akzeptabel, weil das Bild das ich von mir habe geprägt ist durch meine Erinnerungen und in den unvorstellbaren Dingen von meinen Ängsten und Erwartungen des Versagens, die als Selbstwahrnehmung konditioniert und programmiert sind durch vergangene Akzeptanzen, Reaktionen, emotionalen Erlebnisse, deren Wertungen und damit allein durch Gedanken und Vorstellungen, unverstandene Konstrukte meiner persönlichen Vorstellungswelt. In nichts gerechtfertigt im realen Leben, nicht gemessen, verglichen oder korrigiert an den Prinzipien des Lebens, den Richtlinien des Wohles aller. Es ist eine Selbstaufgabe, ein Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit gegenüber den persönlichen Systemen und damit eine Aufgabe und Unterwerfung unter die lebenszermarternden und zerstörerischen Mechanismen unserer Systeme der gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen.

In den letzten Monaten und Jahren habe ich mich selbst in so vielen Punkten befreit, so viel verändert und meine bis dahin akzeptierten Persönlichkeitsmuster durchschaut und selbstbestimmt neu ausgerichtet, dass ich mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich das schaffen werde, eben weil ich aus eigener Sicherheit weiß, dass es möglich ist und was für eine Art Angst und was für Programmierungen hinter solchen Widerständen stehen.  Ich weiß auch, dass ich absolut in der Lage bin diesen Prozess der Ausbildung zu durchlaufen und zu bestehen, dass mir nicht „das Zeug dazu  fehlt“, wie man so schön sagt. 

Was ich aber im Moment noch nicht genau weiß und auch nicht wissen kann ist, welche Unterprogramme, welche Nebeneffekte aus meinem Unterbewusstsein, aus der Persönlickeitsprogrammierung,  vor allem dem Bereich der Minderwertigkeitsgefühle, der Unvollkommenheit in meiner Selbstsicht die sich mir so tief eingebrannt hat und die selbst in den letzten Jahren intensiver Selbstarbeit und der Unterstützung durch das Schreiben, durch die Menschen die denselben Weg der  Selbstbefreiung mit mir gehen immer wieder auftaucht und mich für eine Weile beschäftigen kann noch auftauchen und mich zu sabotieren versuchen werden.

Es ist also eine Frage des Selbst-Vertrauens und der Selbst-Verpflichtung, eine Frage meiner Standhaftigkeit gegenüber den Herausforderungen des Systems, den Herausforderungen denen ich mich stellen muss, wenn ich in ernsthafter Selbstehrlichkeit für das stehen will wofür ich schreibe und diesen Prozess durchlaufe, und wenn ich die Arbeit zur Selbstbefreiung für das Leben konsequent fortführen will. Ich kann mich nicht in bestimmten Teilen künstlich vom System abtrennen, versuchen meine Verantwortlichkeit für und als das System zu umgehen und auf der anderen Seite für die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung einstehen die umfassend, universell und notwendig ist um das Leben der Menschen, mein eigenes Leben zu befreien von der Versklavung durch Ängste und Befürchtungen, durch Ignoranz und Selbstsucht, durch Glaubenssätze und Ideologien der persönlichen Isolation.

Ich muss mich auch in diesem Punkt der  Eigenverantwortlichkeit stellen, muss dem gesunden Menschenverstand folgend meine Möglichkeiten und die privilegierte Position nutzen um die größtmögliche Wirksamkeit zu erlangen, und in der Gesellschaft aufgrund der Werte und Glaubenssysteme das Gehör zu bekommen das den höchstmöglichen Effekt erhoffen lässt. Nicht in dem Sinne, dass die belegte Ausbildung allein die Wertigkeit der Argumente und Aussagen tragen würde, sondern dass überhaupt erst das Interesse entsteht die Artikel zu lesen und die Worte zu hören die für das Leben und nicht für eine Reputation sprechen. 

Nicht, dass ich in den letzten Jahren keine Anstrengungen unternommen hätte, im Gegenteil. Ich habe in dieser Zeit mehr gearbeitet und intensiver gelernt als in den vielen Jahren zuvor. Dennoch habe ich versucht, auf die eine oder andere Art, mich vor der Verantwortung zu drücken, mein Potential und meine Möglichkeiten tatsächlich voll auszunutzen. Die Systemimmanente Ungleichheit die in vielen Bereichen zu meinen Gunsten Umverteilt ist im Sinne einer Entwicklung zu gesunder Gleichheit, im Sinne eines Systemwandels als Mittel zu benutzen. Da liegt die Verantwortlichkeit. Ein Privileg verpflichtet.

Also werde ich diesen Weg gehen, werde mich zu dieser Aufgabe selbst verpflichten im Sinne der Eigenen Entwicklung durch die bewusste Selbstwahrnehmung in Gleichheit und Einheit mit dem System, mit dem Leben und der Eigenverantwortlichkeit und Selbstehrlichkeit die vernunftbasierten und praktikablen Schritte zu unternehmen die einen effektiven Wandel tatsächlich real ermöglichen können.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in Selbstrechtfertigungsgedanken Ausreden und Entschuldigungen zu finden um meine Versagensangst wenn es darum ging mich den Filtersystemen der Schulungs-und Ausbildungsinstitutionen wie den Universitäten zu stellen, und so immer einen Grund gefunden zu haben warum und weshalb ich diesen Weg der Systemimmanenten Ausbildung nicht gehen kann oder konnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in der Frage meiner persönlichen Stellung innerhalb der gesellschaftlich akzeptierten Wert- und Graduierungssysteme nicht die Eigenverantwortlichkeit in der zwingenden Notwendigkeit der Nutzung des eigenen Potentials und der Möglichkeiten zu sehen, und mich stattdessen in egoistischer Bequemlichkeit mit der Vermeidung meiner Ängste und der Entwicklung von Rechtfertigungen beschäftigt habe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben die Chancen und Möglichkeiten die sich mir bieten zum Wohle aller zu nutzen, meine Entscheidung an den Motiven der Einheit und Gleichheit allen Lebens auszurichten und nicht den persönlichen Ängsten und Befürchtungen nachzugeben, sondern mich in eigenverantwortlicher Selbstarbeit von den Denkstrukturen der Selbstbeschränkung, der irrationalen Ängste, der Manipulation des Selbst und anderer zu befreien.

Fortsetzung folgt…

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 21.03.2013





Freitag, 22. Februar 2013

Tag0012 -Was uns zum Menschen macht ist was uns verdammt



Wir glauben, dass der 'Freie Wille' uns als Menschen definiert, wir glauben, dass wir etwas 'besonderes' sind, weil wir freien Willen haben, und doch wissen wir so wenig über diese Freiheit von der wir sprechen. Wir wissen nicht, warum wir etwas wollen, wenn wir etwas wollen. Die einzigen Ausnahmen sind die lebensnotwendigen Dinge, wir wollen Essen, wenn wir hungrig sind, wollen trinken wenn wir durstig sind, suchen Schutz vor Kälte oder Hitze. Doch sind diese Dinge keinesfalls frei, und nur bedingt gewollt. Was Menschen wollen, ist in hohem Maße definiert durch die Persönlichkeitsstruktur, die Kultur in der sie aufgewachsen sind, and was sie 'gewöhnt' sind und was ihnen Erfahrungsgemäß ein 'gutes Gefühl' verschafft hat. Doch auch diese Wünsche, da sie geformt und entwickelt wurden durch äußere Einflüsse und Umstände, sind keineswegs frei gewählt. In unserer Gesellschaft des Überflusses und der Überflüssigkeiten, in der Menschen Tag für Tag überflüssige Dinge konsumieren, in der sie sich an kulturelle Wertansprüche und Normen anzupassen versuchen indem sie bestimmte Kleidung, Autos oder Häuser kaufen, ist dieser Freie Wille auf einer Grundlage aufgebaut, die gezielte psychologische Manipulation ist. Die Werbung, die Urteile der 'anderen', das Ansehen und die Filmindustrie bestimmen den Willen der Menschen. Er ist kein Resultat einer natürlichen, unbeeinflußten Entwicklung, sondern er wird bedingt durch die gesellschaftlichen Wertsysteme. Er ist nicht frei, er ist nicht individuell und eigenständig gewählt. Konfrontiert man Menschen mit den Konsequenzen unseres Konsumverhaltens, zucken sie bildlich gesprochen mit den Schultern und weigern sich, ihre Verantwortlichkeit dafür einzugestehen. Wie passt das mit einer freien Willensentscheidung zusammen? Wenn die Entscheidung sich einen Pullover zu kaufen, der unter unmenschlichen Bedingungen von Kinderhänden zusammengenäht wurde eine freie Willensentscheidung ist, ein Ergebnis eines analytischen, selbstbewußten Entscheidungsprozesses, dann stehe ich zu den Konsequenzen und habe sie in meiner freien Entscheidung mit einkalkuliert, dann muss ich die Verantwortung für die Zusammenhänge dieses Konsumverhaltens mir selbst und auch anderen gegenüber eingestehen und rechtfertigen können. Doch diese Rechtfertigung bleibt aus, stattdessen versucht man sich herauszureden, sich zu entschuldigen, sich als Opfer und als hilflosen Menschen darzustellen und offenbart darin den Selbstbetrug des 'Freien Willens' der offensichtlich keine Rolle gespielt hat.
Wir sind alle Opfer dieses Glaubens an 'Freien Willen', doch haben wir uns dieses Glaubensbekenntnis selbst geschrieben. Wir fallen also uns selbst zum Opfer wenn wir daran festhalten zu glauben wir seien abgetrennte Individuen die sich aufgrund ihrer Bewußtseinsfähigkeiten, ihres freien Willens und ihrer 'Bestimmung' einen Weg durch dieses Leben bahnen. Das ist die Philosophie die wir leben, und es ist eine Illusion. Die Wirklichkeit zeigt uns deutlich den Irrglauben der dahinter steckt. Wir sind nichts weiter als programmierte Biomaschinen, und wenn wir uns lediglich einreden wir wären mehr als das,, ändert das nichts an unserer Funktionalität innerhalb der Systematik. Wir nehmen lediglich unterschiedliche Rollen ein. Die des Erfolgsmenschen, der die vorgeschriebene Karriereleiter der Machtpositionen erklimmt, die des Querulanten, der sich eine rebellische Persönlichkeit zulegt, einen Aufmerksamkeitssüchtigen Charakter, die des kränklichen Opfers das in der Hilflosigkeit seine Identität sucht, alles systemimmanente, vorgeschriebene Programme, keins davon ist frei gewählt, entspringt dem eigentlichen Potential des Menschen.
Wir könnten mehr sein, als das was wir sind, wir könnten tatsächlich eine eigenständige Entscheidung treffen und bisher sehe ich auch nur eine einzige: die Entscheidung für die Wirklichkeit. Nicht die Wahrheit, denn die Wahrheit innerhalb einer bestimmten Systematik muss nicht identisch sein mit der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit können wir erkennen, ganz einfach, ohne zu philosophieren, ohne zu idealisieren. Die Wirklichkeit lässt sich mit gesundem Menschenverstand nicht wegdiskutieren. Die Wirklichkeit unserer Existenz ist für jeden einzelnen hier und jetzt spürbar, erlebbar und die Entscheidung sie anzunehmen und zu akzeptieren, dass wir hier gleichermaßen in Existenz sind, sozusagen, voneinender abhängen und miteinander verbunden sind ist für jeden greifbar und gehört zu der natürlichen Verantwortlichkeit die sich aus der Nutzung des Verstandes ergibt. Die Konsequenzen unserer Lebens- und Denkweise sind unabdingbar mit uns verbunden und da liegt die eigentliche Entscheidungsfähigkeit des Menschen, sich entweder für die logische Konsequenz der Verantwortlichkeit zu entscheiden, oder ein leben voll und ganz in Gedanken, in einer Illusion in Ignoranz zu führen und sich dadurch zum Opfer des eigenen Bewußtseins zu machen. Die Verantwortlichkeit geht dadurch jedoch nicht verloren, sie wird nur willentlich ignoriert, in einem feigen Akt der Verleugnung des Selbst als gleicher Teil des Lebens. Erst wenn wir die Einheit und Gleichheit des Lebens, ungefärbt und ungetrübt durch künstliche Bewußtseinsfilter in ihrer Wirklichen, realen Konsequenz annehmen und akzeptieren können wir von so etwas wie einem 'Freien Willen' sprechen, nämlich dem freien Willen des Lebens selbst, sich frei und ungezwungen zu entfalten, entlang den eigenen Prinzipien und Möglichkeiten, zum Wohle aller Lebensformen. Diese Möglichkeit ist keine Utopie oder Illusion, sie ist Wirklichkeit unter allen Lebensformen, mit Ausnahme des Menschen, der Glaubenssysteme, Illusionen und emotionale Energiesucht dem Leben als das was er wirklich ist vorzieht. Ich verneine dadurch nicht den Geist, das Bewußtsein, ich lehne es nicht ab, im Gegenteil. Erst wenn man als Mensch sich selbst in seiner Gesamtheit erkennt und versteht, erkennt man auch das Trugbild dem man sich selbst hingegeben hat, der Selbstidentifikation allein über Ideen, Bilder und Vorstellungen des Bewußtseins, der Abhängigkeit von Gedankenmustern und Idealvorstellungen. Wirklichkeitsfremde, Selbstfremde Selbstidentifikation ist die Ursache für so viele Konflikte, Ungleichheiten, Gewalt und Zerstörung und all das dient niemandem, nicht den einzelnen Individuen und nicht der Gemeinschaft, nicht dem Leben selbst. Wir sind das Leben, und wir wissen es auch, Es fällt uns nur unglaublich schwer die Angst die uns anerzogen wurde und die wir im Verlauf unserer Entwicklung innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen weiter kultiviert habe zu überwinden und den Schritt aus der vergeistigten Abhängigkeit zu tun und endlich eigenständig und selbstbestimmt zu leben. Selbstbestimmt im Sinne des eigentlichen Selbst, des Lebens das wir als Fakt vor Augen haben, im Sinne der Einheit und Gleichheit des Lebens. Jeder hier kann das erkennen und doch treffen wir die bewußte Entscheidung und abzuwenden, aus Angst vor der Verantwortlichkeit. Aus Angst und verantwortungslosem Handeln kann aber niemals Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit oder gar ein freier Wille entstehen. Kein Ablenkungsmechanismus, keine Philosophie, keine Droge, kein Unterhaltungsprogramm kann diesen Konflikt in uns allen vollständig verdecken oder gar lösen. Daher sind wir wahrhaftig verdammt, so lange wir uns vor unserer eigenen Angst fürchten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe zu glauben meinem Willen zu folgen ohne zu wissen und zu verstehen warum ich etwas will wäre ein zeichen von Freiheit.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, das Bewußtseinsprodukt meiner Erfahrungen, Erinnerungen und Werturteile zu sein ohne wirklich zu verstehen wie diese emotionalen Muster, die Verknüpfungen mit Bildern, Erlebnissen und Erfahrungen wirken, warum sie mich auf bestimmte Weise beeinflussen und aus welchem Grund ich in jedem Atemzug mehr geglaubt habe diese Vorstellung von mir als dieses Gebilde aus Erinnerungen und Gedanken zu sein als dieser atmende Mensch, als dieser lebendige Organismus als Teil dieser Existenz.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe zu glauben ich sei in meiner Eingebildeten Isolation als diese Vorstellung in meinem Bewußtsein in meinem Verhalten der Erfüllung meiner Wünsche legitimiert und gerechtfertigt und müsse mich nicht um die Konsequenzen die mein Verhalten für andere hat kümmern.

Ich vergebe mir selbstm dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe den inneren Konflikt mit mir selbst nicht als die Möglichkeit der Entscheidung für ein verantwortungsbewußtes Leben in Akzeptanz meiner Eigenverantwortlichkeit zu nutzen, sondern versucht habe ihn mir zurechtzudenken, mich selbst zu rechtfertigen indem ich mich als 'Opfer der Systeme' interpretiert habe, mich von dieser Zerrissenheit abzulenken und zu betäuben und dabei die Ignoranz vor dem eigenständigen, selbstbestimmten Leben zu wählen.

Ich bestimme mich selbst, als Mensch und als das Leben die Wirklichkeit meiner Eigenen Existenz in Einheit und Gleichheit mit dem Leben anzunehmen und die Vernatwortung für mich, also das Leben zu übernehmen in Akzeptanz all dessen was ich geworden bin und was die Welt des Menschen geworden ist, in Selbstehrlichkeit diese Konsequenzen zu erkennen und zu stoppen indem ich mich dem Leben verpflichte und mich selbst neu ausrichte, in jedem Atemzug meine Entscheidungen zu prüfen, die Motivation zu erkennen und zu hinterfragen ob sie dem rücksichtslosen Selbstinteresse oder dem Interesse des Lebens dient, also ob das Resultat allen gerecht wird.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 22.02.2013


Freitag, 26. Oktober 2012

Tag 71 - Die Rache an den Kindern (Fortsetzung Selbstvergebung)

catnapping / Foter / CC BY

Dieser Blog ist eine Fortsetzung zu "Tag 70 - Die Rache an den Kindern"

Auszug:

"Das angeborene Vertrauen der Kinder spiegelt schlicht und einfach die Einheit des Lebens wieder, es ist das Vertrauen des Lebens in sich selbst, das Ur-Selbstvertrauen, welches uns im Laufe unserer Anpassung verloren gegangen ist. Und anstatt dieses Urvertrauen in unseren Kindern zu fördern, uns dieser Verantwortung als würdig zu erweisen, bemühen wir uns mit aller Macht darum, es in ihnen zu brechen. Wir lehren sie zu misstrauen weil wir wissen, dass wir Ihnen ein Umfeld bieten, dass wir eine Welt geschaffen haben, die keines Vertrauens würdig ist..."


Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, in meiner Reaktion auf die Wirklichkeit immer nach Schuldigen und Verantwortlichen ausserhalb meiner selbst gesucht zu haben, dass ich der Illusion verfallen war dass das Verhalten anderer die teils schrecklichen Konsequenzen des Systems verursacht und dass ich nicht da mit hineingezogen werden könne, wenn beispielsweise ein Kind im gesellschaftlich zugesicherten Schutz der Familie über Jahre misshandelt und missbraucht wird und wir als individuelle Beobachter in eingeredeter Hilflosigkeit mit den Schultern zucken, mit dem Glauben wir wären nicht verantwortlich, sondern die 'zuständigen Behörden und Institutionen', und dabei den offensichtlichen Fehler angestrengt ignorieren, dass diese Behörden und Institutionen keine eigenständigen oder übernatürlichen Mächte sind, sondern dass sie unsere eigenen Kreationen sind, dass sie für uns alle stehen sollten und damit wir alle für diese Institutionen und Behörden und ihre Wirkungsweise/Funktion verantwortlich sind.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, in der wütenden Reaktion meiner selbst und anderer Menschen auf die offensichtlich inakzeptable Weise in der wir mit dem Leben, mit den Kindern und uns selbst umgehen eine Lösung sehen wollte in dem Sinne, dass diese Wut als revolutionäre Kraft innerhalb des Systems in irgendeiner Weise die Zustände ändern könnte, wenn genug Menschen sich in dieser Weise empörten, ohne zu erkennen, dass diese wütenden Reaktionen im Grunde nur eines verbergen, nämlich dass wir uns selbst ändern müssten, um die Gesellschaft oder die Welt zu ändern und dass wir im Grunde nicht bereit dazu sind, weil dies einmal die Ungewissheit über die eigene Zukunft und deren Komfort beinhalten würde und andererseits all das in Frage stellen würde, was wir bisher als wichtig, wertvoll und erstrebenswert gehalten haben, aber vor allem weil wir erkennen und akzeptieren müssten, dass wir alle, jeder für sich eigenverantwortlich gerade zu stehen hätten für all unsere Entscheidungen und unsere Wirkungsweise im und mit dem Leben.

Je aggressiver und lauter die Wut der Menschen sich in anklagender Weise gegen 'andere' Menschen als alleinverantwortliche 'Täter' äußert, desto skeptischer sollte man diese Personen betrachten, denn umso größer ist ihre Verzweiflung über das Wissen um die eigene Unverantwortlichkeit und Unzuverlässigkeit, umso stärker ist ihr Drang sich und andere von ihrem eigenen Leben, von der eigenen Person und dem eigenen Charakter abzulenken.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe wütend zu werden auf andere Menschen, dass ich mir von ihnen ein Bild der alleinverantwortlichen Täter gemacht habe, dass ich mir vorgestellt und eingebildet habe, dass man sie nur entfernen müsste und dann würden solche Dinge - was auch immer sie getan haben das mich so wütend hat werden lassen - einfach nicht mehr geschehen, dass ich es mir erlaubt habe die offensichtliche Naivität dieser Annahme einfach zu ignorieren und aus reinem Selbstinteresse der Befriedigung meiner emotionalen Bedürfnisse, der Rachegedanken, nachgegeben habe und dadurch die Strukturen die tatsächlich ursächlich für lebensverachtendes, ignorantes und selbstsüchtiges Verhalten mit verantwortlich sind unterstützt und genährt habe.


Ich bestimme mich selbst als das Leben, ich stehe in jedem Atemzug als das Leben und für das Leben, eigenverantwortlich für die Offenbarung aller Selbstverblendung und Ignoranz die wir uns als Menschen in unserem Bewußtsein als Schutzmechanismen unserer Selbstidentifikation als Gedanken, Erinnerung und Emotionen zurechtgelegt haben, ich stehe dafür und gebe mich dem Prozess der Selbstoffenbarung in all diesen Programmen der Heuchelei und Verlogenheit unter der Prämisse des 'Schein-Wahrens' hin um das Leben vor dem Wahn des ausser Kontrolle geratenen Bewußtseins zu schützen, um uns selbst und die Kinder davor zu bewahren, dass wir ihnen wieder und wieder dasseleb antun, dass wir aus Feigheit und Ignoranz immer und immer wieder in die Endlossschleife der Selbstaufgabe und Selbstzerstörung geraten. Ich stelle mich der Eigenverantwortung und meiner Aufgabe mir selbst gegenüber in Selbstehrlichkeit Rechenschaft abzulegen und meine wahren Motivationen in jedem Atemzug mir selbst gegenüber zu offenbaren und auf Lebenswürdigkeit zu prüfen, mir selbst zu vergeben, mich selbst zu korrigieren, so dass ich in aller Offenheit für mich selbst gegenüber mir selbst und gegenüber / neben allem Leben gerade stehen kann.

Fortsetzung bleibt offen...

Dienstag, 16. Oktober 2012

Tag 65 - [...] Selbstmissbrauch - der Verzehr des Lebens durch den Geist - Leben wir eigentlich? (Teil 6)

 Fortsetzung zu 
Tag 64 - [...] Selbstmissbrauch - der Verzehr des Lebens durch den Geist - Selbstkorrektur (Teil 5)

Leben wir eigentlich wirklich oder halten wir das was wir tun lediglich für ein 'Leben', weil man uns beigebracht hat, wie ein'Leben' zu sein hat? Der Ausspruch den man meist von englischsprachigen, amerikanischen Mitmenschen zu hören bekommt, der da lautet: 'get a Life!', in vielen Fällen noch mit einem charakterisierenden 'Freak!' versehen lässt vermuten, dass zu 'leben' etwas ist, das man erwerben kann, das man sich erst 'zulegen' muss. Eine interessante Sichtweise, die einige Fragen aufwirft. Beispielsweise ab wann genau dann das Leben eigentlich beginnt? Ab dem Jahr der Geschäftsfähigkeit vor dem Gesetz wahrscheinlich, da man dann in der Lage sein würde auf legalem Weg ein solches Leben zu erwerben. Das würde konsequent gedacht die Diskussion um die Abtreibungsfristen erneut anfeuern und deren Durchführungspraktiken wesentlich vielseitiger und interessanter für die Öffentlichkeit gestalten. Aber 'Spaß' beiseite, denn die Realität ist tatsächlich absurd genug als dass man auch noch Witze machen sollte. 

Ein Leben zu haben bedeutet vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und kultureller Prägungen in unserer Zeit tatsächlich das Erreichen eines gewissen Besitzes, eines Status, repräsentiert durch symbolische Werte. Wir sind durch die Kapitalisierung des Lebens und aller damit zusammenhängenden Notwendigkeiten, durch die Transformation des 'Aktes' Leben zu einem Verarbeitungsprozess des Konsumierens und Repräsentierens - also sozusagen zu einem Verdauungsprozess - zu etwas geworden das sich Leben ausdenkt, das in seinen Gedanken und Vorstellungen leben will, einer künstlichen Welt zu deren Aufrechterhaltung und fortwährender inneren Projektion der Bilder es Energie benötigt, Energie die durch gefühlsmäßige und emotionale Auf- und Entladung verarbeitet wird und zu deren Transformation in ein 'Gedankenkino des Lebens' das Wesen Mensch sein Umfeld und sich selbst konsumiert und verdaut, ohne Sinn und Verstand, ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit gegenüber dem Lebendigen. Denn in seiner Vorstellungswelt gelten allein die Regeln einer Märchenwelt, Regeln ohne Bezug zur Realität, eine Idee der Unsterblichkeit eines Ätherischen Wesens das als Bewußtsein existiert und sich kontinuierlich berauscht an allem was ihm unterkommt, das alles und jede Gelegenheit benutzt, in irgendeiner Weise ausnutzt um sich im Moment des Erlebens am Leben zu ergötzen, nur um sogleich weiterzuziehen zum nächsten Höhepunkt emotionaler, gefühlsmäßiger Aufladung. Eine energiesüchtige, eigennützige Idee eines Ichs, gebettet in einen Körper der nur als Maschine Benutzt wird um die Biochemischen Reaktionen zu generieren, zu welchen Bedingungen auch immer, die dann unter der missbräuchlichen Nutzung des bewußten Empfindens in illusionäre Gefühlserlebnisse interpretiert werden. So halten wir uns mit unserem Bewußtsein selbst vom Leben ab. Wir entertainen uns nach und nach zu Tode. 

Können wir wirklich nicht erkennen, dass die Art und Weise wie wir mit dem Leben, den Ressourcen, dem Planet auf dem und aus dem wir leben umgehen genau das wiederspiegelt, was wir uns selbst antun? Dass wir in ebensolcher eigensinniger, selbstsüchtiger Weise - und das Selbst ist hier nicht das Selbst als das Leben, sondern als das eingebildete Selbst im Geist gemeint - uns selbst verbrauchen, missbrauchen und Raubbau an unserem Körper betreiben? 

Wir haben völlig den Blick für die Wirklichkeit verloren, die allein in unserer Verantwortung liegt, in all ihren Ausprägungen, in all ihren Konsequenzen. Wir sind bereit uns selbst als das Leben aufzugeben, wir haben uns längst aufgegeben, für die Vorstellung einer Existenz in unseren Gedanken. Eine Idee von uns selbst, über deren Herkunft, deren Entstehung wir nicht einmal bescheid wissen. Wie kommen wir darauf, uns hier in dieser Existenz, angesichts all der widersinnigen, absurden und suizidalen Ausprägungen unserer Lebensweise als eine überlegene Spezies, als etwas 'Besonderes' zu bezeichnen? Es scheint wie das Wunschdenken eines Kindes, das sich in dieser unerträglichen Welt wiederfindet und Zuflucht in seiner Fantasie sucht. Mit dem Unterschied, dass das Kind aufgrund seiner Machtlosigkeit in unserer Welt keine Verantwortung tragen kann für seine Flucht, es ist tatsächlich der einzige Ausweg für ein Kind. Wir aber, die wir uns als 'Erwachsene' betrachten, als 'weiser' und 'klüger', die wir glauben etwas verstanden zu haben, weil wir in gewisser Weise eine Position in unserem System besetzen könne die uns das Gefühl von etwas Macht und Einfluss verleiht, wir kehren uns willentlich und bewußt ab von der Realität, wir entscheiden selbst, uns in Ignoranz zu üben, lehnen bewußt unsere Verantwortung ab, wir ergeben uns in Akzeptanz der inakzeptablen Konsequenzen, in verbrecherischer, niederträchtiger Weise unserer Angst, wobei selbst diese eine Lüge ist, wenn sie auch als real empfunden wird. Aber es ist tatsächlich so, dass wir Angst davor haben, die Angst aufzugeben und uns verantwortlich zu sehen für das Leben, auch und vor allem auch für das Leben der Kinder über die wir uns so köstlich amüsieren wenn sie sich in fantasiewelten fliehen, weil sie es einfach nicht mehr ertragen mit uns, auch wenn sie vielleicht noch nicht genau wissen oder formulieren können warum. Nein, wir sind nicht 'besonders', ausser vielleicht besonders dumm, ignorant, feige, verschlagen und selbstsüchtig. Wir sind nicht menschlich, wir sind Systeme der Gedankenflucht, Systeme der Angst.
Es gibt keine gute Tat in einem Leben, das von Grundauf von einem parasitären Standpunkt der menschlichen Eigenidentifikation ausgeht. Es gibt keine Menschlichkeit die wir uns in unserer Vorstellung als einen Wet zuschreiben, die als Eigenschaft das Zusamengehörigkeitsgefühl einer Spezies Mensch, die durchaus real existiert, praktikabel und real umsetzt, und die Wirklichkeit als die menschliche Welt die wir kreiern und nach 'außen' also ins Leben tragen, zeigt das überdeutlich. Der Gedanke allein reicht nicht aus, zumal die Vorstellung und Imagination, die immer etwas 'persönliches' ist und im Individuum verbleibt, als Grundprämisse immer das Selbstinteresse hat, welches natürlich irreführend ist, da die Ergebnisse des durch Selbstinteresse motivierten Handelns immer nur als 'persönliche Erfolge' interpretiert werden, ihre realen, 'nach außen' getragenen Konsequenz hingegen aber nicht dem eigenen Wohl, ob kurz- oder langfristig gesehen, dienen. Wiederum deutlich zu erkennen in der nahezu ausweglosen Situation in die der Mensch als 'Scheingemeinschaft' vergeistigter Individuen sich gebracht hat. Generell gesehen als unausweichlicher Zusammenbruch der Systeme aufgrund des Profitgierigen Raubbaus, oder auch in geografisch vereinzelten, temporären Niederlagen der überwertigen illusionären Lebensideologien durch Konflikte, Krisen und Kriege, die letztendlich unbestritten niemandem einen Vorteil für das Leben bringen, ausser vielleicht - und hier auch wieder nur temporär und fatal in den Konsequenzen des Ausgangs - denjenigen, die eben kurzfristig 'profitieren' und die 'Früchte' des Systems, die Belohnungen und 'Leckerlies' für sich persönlich, in einem persönlichen Erlebnisprozess des Verdauens und Ausscheidens 'genießen'.

Fortsetzung folgt...