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Dienstag, 15. Juli 2014

Tag 179 - Warten auf das "Jetzt"

ArTeTeTrA / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)




Ich stelle immer wieder fest, dass es für mich ein hohes Maß an Motivation immer dann gibt, wenn das, was mich motiviert, in einer vorgestellten Zukunft liegt und zwischen dem Jetzt und diesem Moment eine Phase der Erfüllung von Bedingungen. In so einem Fall kann ich mich enorm verausgaben an der Erfüllung dieser Bedingungen, werde Kreativ und arbeite ohne Ermüdung daran. Doch wenn die Bedingungen für diese Sache dann erfüllt sind und das eigentliche Projekt losgehen sollte, bin ich uninteressiert, demotiviert und scheue die Aufgabe sogar, betrachte alles in einem ganz anderen Licht. 

Derzeit durchlaufe ich eine Phase in der mein Mind / mein Bewusstsein es mir sehr schwer macht mich selbst zu motivieren, und zwar aufgrund meines Alters. Ich habe mich durch das oben beschriebene Muster der Projektion und durch die Verausgabung an Bedingungslegung  immer in einem Zustand des unfertigen, des auszubildenden gehalten. Ich stehe hier in einem System das enorm auf Wettkampf unter den vorgegebenen Bedingungen und Regeln ausgelegt ist und habe nicht einmal das geringste Qualifikationspotential vorzuweisen. Gut, ich habe Abitur, aber auch das habe ich nachträglich mehr mit halber Backe zwangsläufig nachgeholt um nicht völlig unter die Räder zu gelangen. Ich habe auch einige Semester studiert und auch einige Jahre Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen, hauptsächliche Vertrieb und Konstruktion/Technik, aber all das befähigt mich kaum zur Arbeit, zur erfolgreichen Arbeit um mich oder mein Potential entfalten zu können.
Doch was ist überhaupt mein Potential? Tatsächlich habe ich mein halbes Leben lang versucht einen vorgeschriebenen Weg einzuschlagen um mich durch die Institutionen zu qualifizieren um dann mit dieser Qualifikation etwas zu machen, Erfolg zu haben und Geld zu verdienen. Tatsächlich habe ich was meine persönliche Leidenschaft angeht, diese immer zweitrangig behandelt oder zurückgeschoben, habe sie nicht zu schätzen gelernt und sie dadurch auch nicht weiter entwickelt, ausgebaut und verbessert. Tatsächlich habe ich meine Talente verdorren lassen, habe sie abgewertet und verleugnet. Ich habe mir nie eingestanden, dass ich das Zeug dazu habe allein und selbständig mit kreativer Arbeit und durch meine Ideen etwas zu erreichen, auch ohne die Abhängigkeit von Systemqualifikationen. Ich habe diese Fähigkeit verkümmern lassen und es mir erlaubt und es zugelassen, dass ich Ängste aufbaue aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber „den anderen“, die einen „normalen“ Weg in diesem System gehen können und habe es diesen Ängsten erlaubt meine Fähigkeiten und mein Selbst-Bewusstsein zu ersticken. 

Auch jetzt, mit 38 Jahren erkenne und ertappe ich mich, wie ich versuche Taten in die Zukunft zu verlegen, weil ich mir einrede, dass sie nur dann wirksam sein können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und diese Bedingungen sind beispielsweise ein Studium und/oder eine Ausbildung. Selbstverständlich sind diese Wege auch notwendig und sehr sinnvoll, dennoch sind sie nicht die absolute Voraussetzung um überhaupt etwas zu tun oder erreichen zu können. Vor allen Dingen muss auch klar sein, was ich überhaupt damit meine wenn ich selbst  von „Erfolg“ oder „etwas erreichen“ spreche. Vor allem geht es mir dabei um eine gewisse Art der Selbstentfaltung im Sinne  dessen wofür ich diesen weg meines Lebens, vor allem der letzten fünf Jahre etwa, gegangen bin. Mein Potential  als Mensch, meine Fähigkeiten und Möglichkeiten für die Sache des Lebens selbst, für die Befreiung des Lebens von eben diesen Strukturen die auch mich gefangen gehalten und beschränkt haben. Mein Potential das ich leben kann ist dabei natürlich einerseits etwas mir eigenes, ein Punkt der in meiner ganz persönlichen Verantwortung liegt, andererseits ist aber auch zu bedenken, dass das Ausleben und das wirksame Umsetzen von Ideen in dieser Welt bestimmte Voraussetzungen erfordert, wie zum Beispiel eine gewisse Qualifikation in den Bereichen über die man spricht und mit denen man sich befasst, die auch institutionell bestätigt ist, um eine Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu erreichen. Ich bin nicht hundert Prozent sicher, ob dieser Punkt nicht überschätzt und überbewertet ist, denn die Fähigkeit und das Wissen das man lebt wird entweder als Fähigkeit und Qualifikation wahrgenommen oder eben nicht,  eigentlich denke ich ist für die wenigsten wirklich die Zertifizierung von Bedeutung. Allerdings dient dieses Argument mir selbst noch immer als Rechtfertigung dafür, mich selbst aufzuhalten und abzuhalten davon tätig zu werden.
Warten ist das Stichwort. Immer warte ich auf etwas. Eine Gelegenheit, anderes Wetter, besseres Licht oder was auch immer. Und wenn dieser Augenblick dann eintritt findet sich wieder irgendein Grund warum ich das mir vorgenommene dann doch nicht umsetzen will/kann. Auch auf meine eigene Qualifikation habe ich gewartet, habe immer geglaubt dass das, was ich machen kann und will etwas ist, das ich erst im Laufe der Qualifizierung, also der Ausbildung erkenne und „bekomme“. Tatsächlich aber ist diese Vorstellung eine angelernte, eine die mit idealistischen Erwartungen und Ideen spielt die man von sich und seinem Leben hat/bekommt und die fast ausnahmslos nach vorgefertigten kulturellen, gesellschaftlichen und soziologischen Schablonen gestanzt sind. Bei alledem ist die eigentliche Fähigkeit des Selbst, der eigene Antrieb, die Leidenschaft wenn man so will, etwas, das man ganz frei und unabhängig von allem, vom Umfeld, von den sozialen Strukturen und dem Zwang eines erdrückenden Geldsystems entwickeln müsste. Ich sage bewusst müsste, weil mir natürlich bewusst ist, dass diese Problematik in unserer Welt eine Luxus-Problematik darstellt und dass bei Weitem nicht alle Menschen überhaupt die Möglichkeit haben zu überlegen und zu entscheiden was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Ich kenne diese Zwangssituation aus meiner eigenen Biografie sehr genau und daher ist es mir ja auch so wichtig hervorzuheben, dass es hier nicht um selbstbezogene Eitelkeit und enttäuschte Erfolgserwartungen geht, sondern darum die Programme und Systeme des Bewusstseins aufzudecken, die letztlich uns alle beeinflussen, hemmen, einschränken und auf die eine oder andere Art fesseln können. Nicht nur das, mir ist bei all dem völlig klar, dass es im Grunde nicht um eine Entscheidungsfindung für mich persönlich und allein geht, sondern darum, was unter den gegebenen Umständen dieser Welt, der notwendigen Umstrukturierung aller menschlicher Werte und seiner Lebensweise für alle das Beste ist. Aber gerade das macht es so wichtig in einer mehr oder weniger privilegierten Situation das zu tun, was eben genau dem Interesse aller gilt und dem vollen Potential meiner eigenen, persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten entspricht.

Was bin ich bereits, was habe ich bereits und kenne ich mich, nehme ich mich an, so wie ich bin?  Wenn ich mich betrachte, meine Situation, mein Umfeld, dann wird mir klar, dass ich unheimlich gute Voraussetzungen für mich geschaffen habe, um eben diese Fähigkeiten, mein Potential voll zum Einsatz zu bringen. Dennoch verschwende ich Zeit, Monate, Jahre  mit warten auf einen Moment oder ein Ereignis, auf eine Möglichkeit. Ich denke noch immer erst einen Weg gehen zu müssen, bevor ich tatsächlich „etwas tun“ kann. Sicher, man lernt immer etwas dazu, kann sich immer wieder verbessern oder seinen Horizont erweitern, aber das ist kein Grund nicht jetzt und hier bereits vollen Einsatz zu bringen.

Wenn ich nicht jetzt schon das bin, was ich mir vorstelle zu sein, dann werde ich es auch nicht sein. Qualifikationen kann man erwerben, man kann sich prüfen lassen und diese dann bescheinigt bekommen. Doch was macht das aus dir selbst? Einen anderen Menschen? Kannst du das selbe nicht auch alleine erreichen und dir dessen sicher sein? Das einzige was eine Zertifizierung notwendig macht ist das System und die Menschen in diesem System die eben – genau wie ich – sich nahezu blind auf diese institutionellen Auszeichnungen verlassen und dadurch ist dieser Teil der eigenen Ausbildung angepasst an die Normen und geltenden Regeln einer Gesellschaft Teil meiner eigenverantwortlichen Entfaltung für den Einsatz meines Potentials. Wenn es eben notwendig ist Graduiert zu sein, offiziell, um sich Gehör zu verschaffen, um Menschen zu beeindrucken, dann muss dieser Prozess zu meinem Weg gehören, wenn ich tatsächlich daran interessiert bin mich einzubringen, Einfluss zu nehmen und die dringend notwendigen Veränderungen anzustoßen. Das habe ich all die Jahre nicht ernst genug genommen und habe mich vor mir selbst entschuldigt indem ich mir eingeredet habe ich sei dazu nicht fähig und ich könne die Herausforderung der Systematik nicht annehmen, weil sie mir in ihren Grundsätzen widerstrebt und weil sie zutiefst heuchlerisch und unehrlich ist. 

Es gibt keinen Zweifel an der mangelhaften Ausbildung, vor allem der schulischen und auch der universitären. Hier werden Drohnen herangezüchtet, hochspezialisierte Nano-Roboter die im Rumpf der monströsen Maschinerie des Wirtschaftssystems an ihren vorbestimmten Plätzen funktionieren sollen. Nichts ist dort zu sehen von ganzheitlicher Ausbildung, von humanistischen Werten und Menschlichkeit, geschweige denn von der Kultivierung des Menschen. Angst herrscht vor, Wettbewerb und Misstrauen, Hinterhältigkeit und Eigennutz sind die Antriebe der Studierenden. Das große Gerangel um Platz 1. Und im Endeffekt haben sie nicht sich selbst verwirklicht, sind nicht gewachsen und schon gar nicht über sich hinaus, sondern nehmen ihre Plätze ein. Und wenn es auch teilweise sehr komfortable Plätze sind, so ist all das doch nichts weiter als ein Abspulen von Routinen, das Funktionieren nach Plan, ein Leben gefristet im Dienste der Systeme, gemäß der dem Geist eingebläuten Programmierung.  Daher ist der Teil der ganzheitlichen Selbstausbildung, sich selbst verstehen und sich selbst bestimmen zu lernen zu unserer eigenen, ganz persönlichen Herausforderung und Verantwortung geworden. Von diesem Standpunkt aus habe ich bereits die Entscheidung dazu getroffen und habe diesen Weg, diesen Prozess der Selbst-Perfektionierung eingeschlagen für den ich keine Qualifikation und kein Zertifikat brauche, für den ich auch keine Auszeichnung und keine Bestätigung bekomme. Das mach diese Entscheidung und diesen Weg der Sebstbildung auch zu einem der schwersten und anspruchsvollsten für den Menschen überhaupt.
Also wie soll man Einfluss nehmen können, wie sich Gehör verschaffen, wenn man nicht diesen Weg geht und ist es nicht im Grunde ein Verrat am Leben, wenn man diese Möglichkeit ungenutzt verstreichen lässt?

Ich habe viele dieser Möglichkeiten verstreichen lassen und bin nun in der Situation, dass ich eine weitere habe, und jetzt finde ich wieder Gründe und gedankliche Hemmnisse mit denen ich mich selbst daran zu hindern versuche. Ich bin zu alt. Das ist das Hauptargument meiner Minderwertigkeitsprogrammierung geworden. Zu alt wenn ich „fertig“ bin um noch etwas mit dieser Qualifikation anfangen zu können. Doch was genau ist denn das, was ich anfangen will? Ich bin der, der ich bin und werde das, was ich mir erlaube, was ich akzeptiere. Und das unabhängig von meinem Alter ( natürlich in gewissen Grenzen). Ist nicht gerade der Umstand eines eher ungewöhnlichen Lebenslaufes Grund genug daran festzuhalten und gerade deshalb diesen Weg zu gehen, um selbst als Statement für andere Werte und andere Wege, für die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und des Lebens zu stehen? Wäre nicht gerade das, diesen Weg zu gehen wie jeder andere auch, in einem höheren Alter, mit Standhaftigkeit und Entschlusskraft der lebendige Beweis dafür, dass es um das Leben geht, dass die Einheit und Gleichheit allen Lebens durch die Befreiung von den gedanklichen Fesseln erreicht und gelebt werden kann?

Eigentlich nicht. Denn die eigentliche Form eines Beweises ist der gelebte Moment, die Entscheidung hier und jetzt bewusst zu treffen und direkt umzusetzen. Nicht die Frage „kann ich es?“ oder „kann ich es nicht?“ sondern vielmehr „tue ich es?“ oder „tue ich es nicht?“. Und nach der Entscheidung kein Schwanken mehr, keine Zweifel mehr und keine Reue. Denn dadurch verlegt man das Leben und die Aufgaben die sich einem stellen wieder in die künstliche Realität der Gedankenwelt, man entwirft und idealisiert, erschafft Systeme und Strukturen, baut eine andere Wirklichkeit auf während die eigentliche, das tatsächliche Leben an einem vorbei weiter läuft, ohne dass man steuernd und kontrolliert bewussten Einfluss nimmt. 

Ich werde ein Präsenzstudium beginnen und meine Zweifel der letzten Woche drehten sich um das Fach und den Studienort, die Frage meines Alters und die Versagensängste die mich plagen. Ich werde diesen Schritt jetzt unternehmen und die Entscheidung ist auf Jura gefallen. Einer der Gründe ist sicherlich der, dass meine Frau Anwältin ist und ich einerseits dadurch  Unterstützung für das Studium von ihr bekommen kann und andererseits mein Alter für den Berufseinstieg nicht die Hauptrolle spielt, wie das in vielen Fällen heute eben ist. Ich habe immer ein Affinität zur Psychologie gehabt und mich in privaten Studien tief in die Thematik und die bestehende, herrschende Literatur eingearbeitet, habe Fernstudienkurse belegt und vieles mehr. Ich kann mich aber was die Psychologie im Speziellen betrifft nicht mit der Methodik und den gängigen Lehrmeinungen anfreunden. Ich kann die ‚Großen‘ Figuren der Psychologiegeschichte im Selbststudium durchaus nachvollziehen und verstehen lernen, ich bin aber nicht bereit mich in meiner eigenen Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche an Ihre Interpretationen anzulehnen, ihre Ansichten zu teilen und so zu tun als sei ich ein Anwender ihrer Werkzeuge, selbst wenn ich sie für Falsch und unwirksam halte. Natürlich ist es notwendig sich mit der Entwicklung und der Geschichte dieser Wissenschaft auseinanderzusetzen, allerdings scheint das Studium der Psychologie sich ausschließlich auf den scheinbaren Erkenntnissen dieser Personen auszuruhen und gerade im Studium in dem es darauf ankäme sich einem Thema forschend zu nähern sollten auch die Grundlagen einer Fachrichtung der forschenden Natur offen sein. Daher habe ich mich gegen ein Studium der Psychologie entschieden und werde sie weiter als mein persönliches Hobby-Forschungsgebiet betrachten, denn Psychologe sollte in der einen oder anderen Form jeder Mensch sein und werden, indem er sich mit sich selbst auseinandersetzt und sich selbst verstehen lernt. 

Jura ist im Gegensatz dazu für mich ein ganz anderer Ansatz, denn hier geht es um ein höchst interessantes und mächtiges Substrat der menschlichen Entwicklungsgeschichte, ein System das alles umspannt und bestimmt und das in all seinen Facetten die wahre Menschlichkeit, so wie wir sie erlaubt, akzeptiert und kultiviert haben widerspiegelt und zwar nicht nur als die Gesetze und das System der Justiz, sondern auch und vor allem in dem Kontrast und dem stetigen Konflikt mit der Wirklichkeit dieser menschlichen Gesellschaften die diese Gesetze mit geformt, erlaubt und zugelassen haben. Diesen Konfliktraum zu einem Arbeits- und Forschungsgebiet zu machen ist unvorstellbar interessant, denn es lässt sich an kaum einer anderen Stelle die Zwiegespaltenheit des menschlichen Lebewesens von seinem einfachen körperlichen und bedürfnisorientierten Leben und der geistigen Entwicklung und Programmierung durch sich selbst, die Gesellschaft und das kollektive Sozialgefüge herausarbeiten. Die Doppelmoral des kultivierten, zivilisierten Menschen, die Fähigkeit und Unfähigkeit zur Ignoranz gegenüber der Diskrepanz zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Identität und tatsächlichem Sein. Das Studium ist eben bestimmt durch die Fakten dessen wie es ist, wie es war und wie es so kam. Daher gibt es für mich dort keinen Konflikt, sondern nur das Lernvergnügen der Arbeitsmethoden und der mathematisch-logischen Denkweise. Die interessante Tätigkeit ist sicherlich die vermittelnde zwischen Mensch und System, also zwischen dem Menschen und seiner Welt, dem, was er mit gestaltet und schafft, wenn auch oft ohne sich seiner Einheit bewusst zu sein. Ich habe keine Karriere Ambitionen, ich strebe diesen Abschluss an um in Einheit, Hand in Hand mit dem System arbeiten zu können, um in meiner Entwicklung und meinem persönlichen Prozess die Erkenntnisse und Fähigkeiten, mein Potential die eigenen Bewusstseinsstrukturen in den Systemen menschlicher Gesellschaften wiederzuerkennen als lebendes Beispiel schöpferisch einfließen zu lassen und mit dem System die Veränderung zu bewirken dadurch, dass ich sie bin. Große Pläne? Nein, denn das, was ich bin und was ich zu tun gedenke, das beginnt jetzt und hier. Mit jedem Schritt und jedem Atemzug. Bleibe ich gesund liegen nach Abschluss des Studiums noch gute zwanzig Jahre Arbeitsleben vor mir, mehr als genug um mcih entsprechend einzubringen. Ich will hier nicht klingen wie ein unreifer Idealist, daher stoppe ich diesen Gedankengang hier. Die Entscheidung ist gefallen und diese Entscheidung wird in dieser Größenordnung wohl meine letzte sein. Ich konnte immer schon am besten unter existentiellem Druck arbeiten also habe ich die besten Voraussetzungen für mich und diesen Moment geschaffen.


Donnerstag, 21. März 2013

Tag0039 – So sehe ich mich nicht… Motivanalyse im Entscheidungsprozess [T1]





Ich stehe vor einer Entscheidung, die sich mir als eine Möglichkeit bietet, mich auf eine mehrjährige Verpflichtung , eine Ausbildung  einzulassen, die mir einerseits Freude machen wird, da es sich um ein intensives Lernen und Ausbilden von Fähigkeiten handelt, die es mir erlauben würden sowohl geistig als auch körperlich aktiv an und mit Menschen zu ‚arbeiten‘, zu interagieren und im System so wie es sich darstellt wirksam tätig zu sein, und andererseits eine Ausbildung ist die zwar für mich relativ spät möglich wird, aber deren gesamter Prozess für  meine Entwicklung als das Leben ebenso interessant und hilfreich sein wird wie letztlich die Absolvierung meine Arbeit wesentlich gehaltvoller, zielgerichteter und wohl auch wirksamer in ihrer Bedeutung für die Öffentlichkeit macht. 

Jetzt geht diese Entscheidung in eine thematische, wissenschaftliche Richtung die mir in Teilgebieten zwar vertraut ist, die aber wesentlich umfassenderes „Training“ auf unterschiedlichen Gebieten erfordert, in deren Ausführung ich mich selbst nur unter Überwindung einiger tiefsitzender Blockaden sehen kann. Und genau das ist auch ein Grund, ein bestärkender Grund für mich gerade diese Ausbildung zu wählen und die lange Zeit die dafür notwendig ist trotz meines Alters in Kauf zu nehmen. Andernfalls werde ich mich diesen Blockaden und Ängsten vielleicht nie ernsthaft stellen (können).

Die Selbst-Rechtfertigung diesen Schritt nicht zu tun weil ich mich nicht so sehe ist nicht akzeptabel, weil das Bild das ich von mir habe geprägt ist durch meine Erinnerungen und in den unvorstellbaren Dingen von meinen Ängsten und Erwartungen des Versagens, die als Selbstwahrnehmung konditioniert und programmiert sind durch vergangene Akzeptanzen, Reaktionen, emotionalen Erlebnisse, deren Wertungen und damit allein durch Gedanken und Vorstellungen, unverstandene Konstrukte meiner persönlichen Vorstellungswelt. In nichts gerechtfertigt im realen Leben, nicht gemessen, verglichen oder korrigiert an den Prinzipien des Lebens, den Richtlinien des Wohles aller. Es ist eine Selbstaufgabe, ein Eingeständnis der eigenen Hilflosigkeit gegenüber den persönlichen Systemen und damit eine Aufgabe und Unterwerfung unter die lebenszermarternden und zerstörerischen Mechanismen unserer Systeme der gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen.

In den letzten Monaten und Jahren habe ich mich selbst in so vielen Punkten befreit, so viel verändert und meine bis dahin akzeptierten Persönlichkeitsmuster durchschaut und selbstbestimmt neu ausgerichtet, dass ich mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich das schaffen werde, eben weil ich aus eigener Sicherheit weiß, dass es möglich ist und was für eine Art Angst und was für Programmierungen hinter solchen Widerständen stehen.  Ich weiß auch, dass ich absolut in der Lage bin diesen Prozess der Ausbildung zu durchlaufen und zu bestehen, dass mir nicht „das Zeug dazu  fehlt“, wie man so schön sagt. 

Was ich aber im Moment noch nicht genau weiß und auch nicht wissen kann ist, welche Unterprogramme, welche Nebeneffekte aus meinem Unterbewusstsein, aus der Persönlickeitsprogrammierung,  vor allem dem Bereich der Minderwertigkeitsgefühle, der Unvollkommenheit in meiner Selbstsicht die sich mir so tief eingebrannt hat und die selbst in den letzten Jahren intensiver Selbstarbeit und der Unterstützung durch das Schreiben, durch die Menschen die denselben Weg der  Selbstbefreiung mit mir gehen immer wieder auftaucht und mich für eine Weile beschäftigen kann noch auftauchen und mich zu sabotieren versuchen werden.

Es ist also eine Frage des Selbst-Vertrauens und der Selbst-Verpflichtung, eine Frage meiner Standhaftigkeit gegenüber den Herausforderungen des Systems, den Herausforderungen denen ich mich stellen muss, wenn ich in ernsthafter Selbstehrlichkeit für das stehen will wofür ich schreibe und diesen Prozess durchlaufe, und wenn ich die Arbeit zur Selbstbefreiung für das Leben konsequent fortführen will. Ich kann mich nicht in bestimmten Teilen künstlich vom System abtrennen, versuchen meine Verantwortlichkeit für und als das System zu umgehen und auf der anderen Seite für die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung einstehen die umfassend, universell und notwendig ist um das Leben der Menschen, mein eigenes Leben zu befreien von der Versklavung durch Ängste und Befürchtungen, durch Ignoranz und Selbstsucht, durch Glaubenssätze und Ideologien der persönlichen Isolation.

Ich muss mich auch in diesem Punkt der  Eigenverantwortlichkeit stellen, muss dem gesunden Menschenverstand folgend meine Möglichkeiten und die privilegierte Position nutzen um die größtmögliche Wirksamkeit zu erlangen, und in der Gesellschaft aufgrund der Werte und Glaubenssysteme das Gehör zu bekommen das den höchstmöglichen Effekt erhoffen lässt. Nicht in dem Sinne, dass die belegte Ausbildung allein die Wertigkeit der Argumente und Aussagen tragen würde, sondern dass überhaupt erst das Interesse entsteht die Artikel zu lesen und die Worte zu hören die für das Leben und nicht für eine Reputation sprechen. 

Nicht, dass ich in den letzten Jahren keine Anstrengungen unternommen hätte, im Gegenteil. Ich habe in dieser Zeit mehr gearbeitet und intensiver gelernt als in den vielen Jahren zuvor. Dennoch habe ich versucht, auf die eine oder andere Art, mich vor der Verantwortung zu drücken, mein Potential und meine Möglichkeiten tatsächlich voll auszunutzen. Die Systemimmanente Ungleichheit die in vielen Bereichen zu meinen Gunsten Umverteilt ist im Sinne einer Entwicklung zu gesunder Gleichheit, im Sinne eines Systemwandels als Mittel zu benutzen. Da liegt die Verantwortlichkeit. Ein Privileg verpflichtet.

Also werde ich diesen Weg gehen, werde mich zu dieser Aufgabe selbst verpflichten im Sinne der Eigenen Entwicklung durch die bewusste Selbstwahrnehmung in Gleichheit und Einheit mit dem System, mit dem Leben und der Eigenverantwortlichkeit und Selbstehrlichkeit die vernunftbasierten und praktikablen Schritte zu unternehmen die einen effektiven Wandel tatsächlich real ermöglichen können.


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in Selbstrechtfertigungsgedanken Ausreden und Entschuldigungen zu finden um meine Versagensangst wenn es darum ging mich den Filtersystemen der Schulungs-und Ausbildungsinstitutionen wie den Universitäten zu stellen, und so immer einen Grund gefunden zu haben warum und weshalb ich diesen Weg der Systemimmanenten Ausbildung nicht gehen kann oder konnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in der Frage meiner persönlichen Stellung innerhalb der gesellschaftlich akzeptierten Wert- und Graduierungssysteme nicht die Eigenverantwortlichkeit in der zwingenden Notwendigkeit der Nutzung des eigenen Potentials und der Möglichkeiten zu sehen, und mich stattdessen in egoistischer Bequemlichkeit mit der Vermeidung meiner Ängste und der Entwicklung von Rechtfertigungen beschäftigt habe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben die Chancen und Möglichkeiten die sich mir bieten zum Wohle aller zu nutzen, meine Entscheidung an den Motiven der Einheit und Gleichheit allen Lebens auszurichten und nicht den persönlichen Ängsten und Befürchtungen nachzugeben, sondern mich in eigenverantwortlicher Selbstarbeit von den Denkstrukturen der Selbstbeschränkung, der irrationalen Ängste, der Manipulation des Selbst und anderer zu befreien.

Fortsetzung folgt…

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 21.03.2013





Montag, 5. November 2012

Tag 77 - Charakterrollen: 'der Musiker' (Teil 2)

Melissa Morano B / Foter / CC BY-NC-ND
Die Fortsetzung zu
Tag 76 - Charakterrollen: 'der Musiker' (Teil 1)
Auszug:

"Doch die eigentliche Frage bleibt: was veranlasst mich dazu immer wieder in Momente des Bedauerns zu verfallen und was hält mich davon ab einfach wieder anzufangen, mir ein Instrument zuzulegen und zu spielen? Zu üben und die Musik als das zu nehmen was sie ist, mich darin auszudrücken, selbstreflektiert und selbstehrlich so wie ich es in meinen Texten tue, oder aber auch einfach nur um mich zu unterhalten, um sie zu genießen?Tatsächlich habe ich diese Versuche bereits drei mal unternommen. Das erste Mal ist schon etwa zehn Jahre her, und war wahrscheinlich für mich persönlich das traumatischste Ereignis, das ich tief in meiner Erinnerung vergraben habe und das mich dazu veranlasst hat mich als Musiker einhundert Prozentig abzuschreiben..."

Mein erster Versuch wieder Musik zu machen, beziehungsweise aus der Musik etwas zu machen, mein Leben zu 'machen', war der Versuch Musik zu studieren, auf Lehramt, ein Kompromiss den ich mir vorgestellt hatte, von dem ich dachte er sei eine gute Idee. Vielleicht konnte ich so mein Leben in diesem System mit meiner Vorstellung von mir selbst als Musiker verbinden. Es war reines Wunschdenken, eine diffuse Vorstellung wie viele zu der Zeit, hinter denen ich nie wirklich gestanden habe. Das weiß ich heute und ich wußte es auch damals schon, allerdings funktionierten die Selbstverblendungs-mechanismen, die Verdrängung und die Hoffnung noch sehr gut und ich konnte mich noch sehr geschickt selbst hereinlegen, sozusagen.
Nach dieser Entscheidung habe ich also versucht mich auf diese Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Ich war durchaus in der Lage eine annehmbare Performance auf der Gitarre einzustudieren, allerdings war erstens die Musikrichtung klassischen Gitarrenspiels völlig fremd für mich, und zweitens ware es auch erforderlich zumindest ein Stück eines bestimmten Schwierigkeitsgrades auf dem Klavier zu spielen und zwei Gesangsstücke vorzutragen. Ich hatte etwa drei Monate Zeit und habe versucht mich vorzubereiten. Doch schon während der Vorbereitungen wurde mir mehr und mehr deutlich, dass das ganze eher eine provisorische Leistung werden würde, und dass ich eine Menge Glück brauchen würde um dises Prüfung zu bestehen. Es war eigentlich immer meine Art gewesen in solchen Situationen aufzugeben, mich der Prüfungssituation besser gar nicht zu stellen aus Angst mich vollständig zu blamieren und noch unsicherer in meinem Selbstwertempfinden zu werden. Ich habe immer mehr oder wneiger darauf hin gearbeitet, dass mir letztendlich nichts anderes übrig blieb, als mich vor der Prüfungssituation zurückzuziehen. Diesmal wollte ich das aber nicht tun, und auch aufgrund meiner Perspektivlosigkeit für meine berufliche Zukunft und der Unterstützung die ich bereits von meiner Partnerin in Anspruch genommen hatte konnte ich nicht einfach so einen Rückzieher machen. Ich 'stellte' mich also dieser Situation und erlebte diesen Tag als eine der schlimmsten Erniedrigungen meiner bis dahin gelebten Tage. Allein die Wartezeit war unerträglich für mich, zumal ich einer der letzten Prüflinge war und fast den ganzen Tag warten musste, aber das schlimmst war die anderen zu hören. Ich hörte durch die Tür im Warteraum andere Prüfungskandidaten fantastische Leistungen bringen, nahezu perfekt vorgetragene Stücke sowohl auf ihrem jeweiligen Hauptinstrument als auch in allen anderen Bereichen. Und ich wußte dass ich meilenweit davon entfernt war. Ich habe ernsthaft überlegt mich noch am selben Tag dieser Situation zu entziehen, aber irgendwie war meine Wahrnehmung mittlerweile schon so sehr getrübt, dass ich mir tatsächlich noch einredete ich könnte irgendwie da durchkommen. Nach etwa sechs Stunden Wartezeit und immer weiter fortschreitender Unsicherheiten war ich also dran und stellte mich einer Runde von Musiklehrern, Professoren und anderen Musikstudenten. Es begann mit Gesang, dann das Klavierstück, mein Hauptinstrument Gitarre, ein weiteres Gesangsstück und zuletzt ein kurzes Interview. Es dauerte in etwa eine halbe Stunde, gefühlt waren es mindestens zwei. Während der ganzen Zeit habe ich versucht die licke der Prüfer und Beobachter zu meiden, da ich sah wie sie teilweise den Kopf schüttelten und ungeduldig wurden. Dennoch ließen sie mich alles durchgehend vortragen. Ja, ich muss ehrlich sagen es waren wirklich die bis dahin schlimmsten, schwierigsten und niederschmetterndsten dreißig Minuten für mein Ego. Ein harter Schlag gegen die inneren Vorstellungen meiner Selbst, deren Fassaden und Umrahmungen folgenschweren Schaden genommen hatten. Ich war natürlich unheimlich aufgeregt, vor allem auch wegen meiner Unsicherheiten, und der Einsicht dass alle anderen hundert mal besser waren auf allen Instrumenten als ich, aber das war nicht wirklich der Grund für mein 'Versagen', der wahre Grund war, dass ich mir wieder etwas vorgemacht hatte, dass ich versucht habe etwas zu sein, hinter dem ich überhaupt nicht stehe und stehen wollte. Es war einfach ein weiterer, feiger Versuch einen Kompromiß herzustellen, der mir erspart für mich selbst stehen zu müssen und den Weg meiner eigenen, selbstbestimmten Entscheidung zu wählen für den ich dann auch selbst verantwortlich wäre. Ich habe versucht meine Entscheidung dem Druck des 'Systems' zu übertragen und damit auch die Verantwortung für die Konsequenzen. Diese unterschwellige Selbstaufgabe durchzog also auch den gesamten Prozess der Vorbereitung und diente immer wieder als Entschuldigung und Selbstrechtfertigung, wenn es zu schwer wurde, zu anstrengend oder zu unangenehm, was nicht immer bedeutet, dass es nicht wirklich zu schwer war, ich will nicht behaupten dass ich unter der Voraussetzung meiner jetzigen Einsichten eine Chance gehabt hätte es zu schaffen, aber ich hätte sicherlich eine Entscheidung getroffen zu der ich unter allen Umständen hätte stehen können.

Jedenfalls war ich nach dieser Erfahrung von den Illusionen meines 'Musikerlebens' erst einmal 'geheilt', beziehungsweise habe ich in unreflektiertem Trotz, Frust und Verärgerung die Entscheidung getroffen keine Gitarre mehr anzufassen und mich von der Musik völlig zu verabschieden. Das habe ich dann auch getan, und jedesmal wenn ich irgendwann irgendwo eine Gitarre sah, überkam mich ein Gefühl der Abgestoßenheit und ich hatte sogar einen gewissen Zorn gegenüber dem Instrument! Erstaunlich, und für mich heute kaum mehr vorstellbar. Aber so funktioniert der Selbstschutz des Egos, da ist nichts zu schade um das Zielobjekt der Projektion der eigenen Unehrlichkeit zu werden.
Das war der erste Versuch nach dem Scheitern als 'Band', nachdem sich der erste Jugendtraum eines Musikerlebens in nichts aufgelöst hatte, wieder eigenständig Musik zu machen.
Im nächsten Blog werde ich mit dem 'zweiten Anlauf' nach einigen Jahren 'Abstinenz' fortfahren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Selbstbild einerseits zu idealisieren in einer Weise in der ich mir selbst am besten gefallen würde und andererseits die eigenen Unsicherheiten über meine tatsächlichen Fähigkeiten und meine tatsächliche Repräsentanz in der Welt zu benutzen um mich vor wahrhaftigen Taten die das was ich mir vorstelle tatsächlich Umsetzen und lebendig werden lassen würden zu bewahren, da ich in diesen Taten befürchten müsste zu erkennen, dass meine Vorstellungen von mir als Person nicht haltbar und vereinbar mit der Wirklichkeit sein könnten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe mein Leben selbst und eigenverantwortlich zu gestalten indem ich zunächst meine inneren Unsicherheiten und Ängste bearbeite, sie mir vor Augen führe und ihre Ursachen erkenne um nicht in allen Entscheidungen und Vermeidungen von ihnen bestimmtzu werden anstatt Entscheidungen und Vermeidungen an den realen Gegebenheiten und den Prinzipien dessen was für alle das Beste wäre auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich in dieser Unentschlossenheit treiben zu lassen in der vagen Hoffnung dass die Prinzipien und Zwänge des Systems selbst mich schon auf den Weg bringen würden der für mich das Beste ist, und dass ich auf diesem Weg auch mein Umfeld mit ins Boot geholt und ihre Unterstützung für etwas in Anspruch genommen habe, hinter dem ich nicht stand und das ich nicht wirklich verstanden habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in der Selbstaufgabe und der Unterwerfung unter soziale Zwänge, bzw. Zwangsvorstellungen, nicht erkannt zu haben, dass dies alles nicht dem Leben und vor allem auch nicht meinem persönlichen Leben dienlich ist, und dass ich ein unbegründetes Grundvertrauen in die Systematik der gesellschaftlichen Gemeinschaft hatte und ihm gefolgt bin, anstatt meine inneren Zweifel und Unsicherheiten als die Zweifel und Unsicherheiten meines Selbst gegenüber der eher lebensfeindlichen, vergeistigten Idealisierung des Lebens als eine reine Vorstellung zu erkennen, sie eigenverantwortlich zu dekonstruieren, mir zu vergeben und mich selbstbestimmt neu auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich mit Hoffnungen als Lebensbestimmung zu begnügen anstatt selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu handeln.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in Selbstzweifeln innerlich selbst zu sabotieren und nach außen in Frustration, Zorn und Trotz zu handeln, mir selbst in der direkten Erfahrung der selbstzerstörerischen Konsequenzen unehrlichen Handelns und der Ablehnung der Eigenverantwortlichkeit nicht vor Augen zu halten wo meine Ängste sitzen und wie sie mich bestimmen und einschränken, mich ihnen nicht zu stellen sondern mich selbst zu verurteilen und in selbstmitleidiger Opferrolle die Flucht vor mir selbst fortzusetzen.


Fortsetzung folgt...


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