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Dienstag, 15. Juli 2014

Tag 179 - Warten auf das "Jetzt"

ArTeTeTrA / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)




Ich stelle immer wieder fest, dass es für mich ein hohes Maß an Motivation immer dann gibt, wenn das, was mich motiviert, in einer vorgestellten Zukunft liegt und zwischen dem Jetzt und diesem Moment eine Phase der Erfüllung von Bedingungen. In so einem Fall kann ich mich enorm verausgaben an der Erfüllung dieser Bedingungen, werde Kreativ und arbeite ohne Ermüdung daran. Doch wenn die Bedingungen für diese Sache dann erfüllt sind und das eigentliche Projekt losgehen sollte, bin ich uninteressiert, demotiviert und scheue die Aufgabe sogar, betrachte alles in einem ganz anderen Licht. 

Derzeit durchlaufe ich eine Phase in der mein Mind / mein Bewusstsein es mir sehr schwer macht mich selbst zu motivieren, und zwar aufgrund meines Alters. Ich habe mich durch das oben beschriebene Muster der Projektion und durch die Verausgabung an Bedingungslegung  immer in einem Zustand des unfertigen, des auszubildenden gehalten. Ich stehe hier in einem System das enorm auf Wettkampf unter den vorgegebenen Bedingungen und Regeln ausgelegt ist und habe nicht einmal das geringste Qualifikationspotential vorzuweisen. Gut, ich habe Abitur, aber auch das habe ich nachträglich mehr mit halber Backe zwangsläufig nachgeholt um nicht völlig unter die Räder zu gelangen. Ich habe auch einige Semester studiert und auch einige Jahre Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen, hauptsächliche Vertrieb und Konstruktion/Technik, aber all das befähigt mich kaum zur Arbeit, zur erfolgreichen Arbeit um mich oder mein Potential entfalten zu können.
Doch was ist überhaupt mein Potential? Tatsächlich habe ich mein halbes Leben lang versucht einen vorgeschriebenen Weg einzuschlagen um mich durch die Institutionen zu qualifizieren um dann mit dieser Qualifikation etwas zu machen, Erfolg zu haben und Geld zu verdienen. Tatsächlich habe ich was meine persönliche Leidenschaft angeht, diese immer zweitrangig behandelt oder zurückgeschoben, habe sie nicht zu schätzen gelernt und sie dadurch auch nicht weiter entwickelt, ausgebaut und verbessert. Tatsächlich habe ich meine Talente verdorren lassen, habe sie abgewertet und verleugnet. Ich habe mir nie eingestanden, dass ich das Zeug dazu habe allein und selbständig mit kreativer Arbeit und durch meine Ideen etwas zu erreichen, auch ohne die Abhängigkeit von Systemqualifikationen. Ich habe diese Fähigkeit verkümmern lassen und es mir erlaubt und es zugelassen, dass ich Ängste aufbaue aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber „den anderen“, die einen „normalen“ Weg in diesem System gehen können und habe es diesen Ängsten erlaubt meine Fähigkeiten und mein Selbst-Bewusstsein zu ersticken. 

Auch jetzt, mit 38 Jahren erkenne und ertappe ich mich, wie ich versuche Taten in die Zukunft zu verlegen, weil ich mir einrede, dass sie nur dann wirksam sein können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, und diese Bedingungen sind beispielsweise ein Studium und/oder eine Ausbildung. Selbstverständlich sind diese Wege auch notwendig und sehr sinnvoll, dennoch sind sie nicht die absolute Voraussetzung um überhaupt etwas zu tun oder erreichen zu können. Vor allen Dingen muss auch klar sein, was ich überhaupt damit meine wenn ich selbst  von „Erfolg“ oder „etwas erreichen“ spreche. Vor allem geht es mir dabei um eine gewisse Art der Selbstentfaltung im Sinne  dessen wofür ich diesen weg meines Lebens, vor allem der letzten fünf Jahre etwa, gegangen bin. Mein Potential  als Mensch, meine Fähigkeiten und Möglichkeiten für die Sache des Lebens selbst, für die Befreiung des Lebens von eben diesen Strukturen die auch mich gefangen gehalten und beschränkt haben. Mein Potential das ich leben kann ist dabei natürlich einerseits etwas mir eigenes, ein Punkt der in meiner ganz persönlichen Verantwortung liegt, andererseits ist aber auch zu bedenken, dass das Ausleben und das wirksame Umsetzen von Ideen in dieser Welt bestimmte Voraussetzungen erfordert, wie zum Beispiel eine gewisse Qualifikation in den Bereichen über die man spricht und mit denen man sich befasst, die auch institutionell bestätigt ist, um eine Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu erreichen. Ich bin nicht hundert Prozent sicher, ob dieser Punkt nicht überschätzt und überbewertet ist, denn die Fähigkeit und das Wissen das man lebt wird entweder als Fähigkeit und Qualifikation wahrgenommen oder eben nicht,  eigentlich denke ich ist für die wenigsten wirklich die Zertifizierung von Bedeutung. Allerdings dient dieses Argument mir selbst noch immer als Rechtfertigung dafür, mich selbst aufzuhalten und abzuhalten davon tätig zu werden.
Warten ist das Stichwort. Immer warte ich auf etwas. Eine Gelegenheit, anderes Wetter, besseres Licht oder was auch immer. Und wenn dieser Augenblick dann eintritt findet sich wieder irgendein Grund warum ich das mir vorgenommene dann doch nicht umsetzen will/kann. Auch auf meine eigene Qualifikation habe ich gewartet, habe immer geglaubt dass das, was ich machen kann und will etwas ist, das ich erst im Laufe der Qualifizierung, also der Ausbildung erkenne und „bekomme“. Tatsächlich aber ist diese Vorstellung eine angelernte, eine die mit idealistischen Erwartungen und Ideen spielt die man von sich und seinem Leben hat/bekommt und die fast ausnahmslos nach vorgefertigten kulturellen, gesellschaftlichen und soziologischen Schablonen gestanzt sind. Bei alledem ist die eigentliche Fähigkeit des Selbst, der eigene Antrieb, die Leidenschaft wenn man so will, etwas, das man ganz frei und unabhängig von allem, vom Umfeld, von den sozialen Strukturen und dem Zwang eines erdrückenden Geldsystems entwickeln müsste. Ich sage bewusst müsste, weil mir natürlich bewusst ist, dass diese Problematik in unserer Welt eine Luxus-Problematik darstellt und dass bei Weitem nicht alle Menschen überhaupt die Möglichkeit haben zu überlegen und zu entscheiden was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Ich kenne diese Zwangssituation aus meiner eigenen Biografie sehr genau und daher ist es mir ja auch so wichtig hervorzuheben, dass es hier nicht um selbstbezogene Eitelkeit und enttäuschte Erfolgserwartungen geht, sondern darum die Programme und Systeme des Bewusstseins aufzudecken, die letztlich uns alle beeinflussen, hemmen, einschränken und auf die eine oder andere Art fesseln können. Nicht nur das, mir ist bei all dem völlig klar, dass es im Grunde nicht um eine Entscheidungsfindung für mich persönlich und allein geht, sondern darum, was unter den gegebenen Umständen dieser Welt, der notwendigen Umstrukturierung aller menschlicher Werte und seiner Lebensweise für alle das Beste ist. Aber gerade das macht es so wichtig in einer mehr oder weniger privilegierten Situation das zu tun, was eben genau dem Interesse aller gilt und dem vollen Potential meiner eigenen, persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten entspricht.

Was bin ich bereits, was habe ich bereits und kenne ich mich, nehme ich mich an, so wie ich bin?  Wenn ich mich betrachte, meine Situation, mein Umfeld, dann wird mir klar, dass ich unheimlich gute Voraussetzungen für mich geschaffen habe, um eben diese Fähigkeiten, mein Potential voll zum Einsatz zu bringen. Dennoch verschwende ich Zeit, Monate, Jahre  mit warten auf einen Moment oder ein Ereignis, auf eine Möglichkeit. Ich denke noch immer erst einen Weg gehen zu müssen, bevor ich tatsächlich „etwas tun“ kann. Sicher, man lernt immer etwas dazu, kann sich immer wieder verbessern oder seinen Horizont erweitern, aber das ist kein Grund nicht jetzt und hier bereits vollen Einsatz zu bringen.

Wenn ich nicht jetzt schon das bin, was ich mir vorstelle zu sein, dann werde ich es auch nicht sein. Qualifikationen kann man erwerben, man kann sich prüfen lassen und diese dann bescheinigt bekommen. Doch was macht das aus dir selbst? Einen anderen Menschen? Kannst du das selbe nicht auch alleine erreichen und dir dessen sicher sein? Das einzige was eine Zertifizierung notwendig macht ist das System und die Menschen in diesem System die eben – genau wie ich – sich nahezu blind auf diese institutionellen Auszeichnungen verlassen und dadurch ist dieser Teil der eigenen Ausbildung angepasst an die Normen und geltenden Regeln einer Gesellschaft Teil meiner eigenverantwortlichen Entfaltung für den Einsatz meines Potentials. Wenn es eben notwendig ist Graduiert zu sein, offiziell, um sich Gehör zu verschaffen, um Menschen zu beeindrucken, dann muss dieser Prozess zu meinem Weg gehören, wenn ich tatsächlich daran interessiert bin mich einzubringen, Einfluss zu nehmen und die dringend notwendigen Veränderungen anzustoßen. Das habe ich all die Jahre nicht ernst genug genommen und habe mich vor mir selbst entschuldigt indem ich mir eingeredet habe ich sei dazu nicht fähig und ich könne die Herausforderung der Systematik nicht annehmen, weil sie mir in ihren Grundsätzen widerstrebt und weil sie zutiefst heuchlerisch und unehrlich ist. 

Es gibt keinen Zweifel an der mangelhaften Ausbildung, vor allem der schulischen und auch der universitären. Hier werden Drohnen herangezüchtet, hochspezialisierte Nano-Roboter die im Rumpf der monströsen Maschinerie des Wirtschaftssystems an ihren vorbestimmten Plätzen funktionieren sollen. Nichts ist dort zu sehen von ganzheitlicher Ausbildung, von humanistischen Werten und Menschlichkeit, geschweige denn von der Kultivierung des Menschen. Angst herrscht vor, Wettbewerb und Misstrauen, Hinterhältigkeit und Eigennutz sind die Antriebe der Studierenden. Das große Gerangel um Platz 1. Und im Endeffekt haben sie nicht sich selbst verwirklicht, sind nicht gewachsen und schon gar nicht über sich hinaus, sondern nehmen ihre Plätze ein. Und wenn es auch teilweise sehr komfortable Plätze sind, so ist all das doch nichts weiter als ein Abspulen von Routinen, das Funktionieren nach Plan, ein Leben gefristet im Dienste der Systeme, gemäß der dem Geist eingebläuten Programmierung.  Daher ist der Teil der ganzheitlichen Selbstausbildung, sich selbst verstehen und sich selbst bestimmen zu lernen zu unserer eigenen, ganz persönlichen Herausforderung und Verantwortung geworden. Von diesem Standpunkt aus habe ich bereits die Entscheidung dazu getroffen und habe diesen Weg, diesen Prozess der Selbst-Perfektionierung eingeschlagen für den ich keine Qualifikation und kein Zertifikat brauche, für den ich auch keine Auszeichnung und keine Bestätigung bekomme. Das mach diese Entscheidung und diesen Weg der Sebstbildung auch zu einem der schwersten und anspruchsvollsten für den Menschen überhaupt.
Also wie soll man Einfluss nehmen können, wie sich Gehör verschaffen, wenn man nicht diesen Weg geht und ist es nicht im Grunde ein Verrat am Leben, wenn man diese Möglichkeit ungenutzt verstreichen lässt?

Ich habe viele dieser Möglichkeiten verstreichen lassen und bin nun in der Situation, dass ich eine weitere habe, und jetzt finde ich wieder Gründe und gedankliche Hemmnisse mit denen ich mich selbst daran zu hindern versuche. Ich bin zu alt. Das ist das Hauptargument meiner Minderwertigkeitsprogrammierung geworden. Zu alt wenn ich „fertig“ bin um noch etwas mit dieser Qualifikation anfangen zu können. Doch was genau ist denn das, was ich anfangen will? Ich bin der, der ich bin und werde das, was ich mir erlaube, was ich akzeptiere. Und das unabhängig von meinem Alter ( natürlich in gewissen Grenzen). Ist nicht gerade der Umstand eines eher ungewöhnlichen Lebenslaufes Grund genug daran festzuhalten und gerade deshalb diesen Weg zu gehen, um selbst als Statement für andere Werte und andere Wege, für die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und des Lebens zu stehen? Wäre nicht gerade das, diesen Weg zu gehen wie jeder andere auch, in einem höheren Alter, mit Standhaftigkeit und Entschlusskraft der lebendige Beweis dafür, dass es um das Leben geht, dass die Einheit und Gleichheit allen Lebens durch die Befreiung von den gedanklichen Fesseln erreicht und gelebt werden kann?

Eigentlich nicht. Denn die eigentliche Form eines Beweises ist der gelebte Moment, die Entscheidung hier und jetzt bewusst zu treffen und direkt umzusetzen. Nicht die Frage „kann ich es?“ oder „kann ich es nicht?“ sondern vielmehr „tue ich es?“ oder „tue ich es nicht?“. Und nach der Entscheidung kein Schwanken mehr, keine Zweifel mehr und keine Reue. Denn dadurch verlegt man das Leben und die Aufgaben die sich einem stellen wieder in die künstliche Realität der Gedankenwelt, man entwirft und idealisiert, erschafft Systeme und Strukturen, baut eine andere Wirklichkeit auf während die eigentliche, das tatsächliche Leben an einem vorbei weiter läuft, ohne dass man steuernd und kontrolliert bewussten Einfluss nimmt. 

Ich werde ein Präsenzstudium beginnen und meine Zweifel der letzten Woche drehten sich um das Fach und den Studienort, die Frage meines Alters und die Versagensängste die mich plagen. Ich werde diesen Schritt jetzt unternehmen und die Entscheidung ist auf Jura gefallen. Einer der Gründe ist sicherlich der, dass meine Frau Anwältin ist und ich einerseits dadurch  Unterstützung für das Studium von ihr bekommen kann und andererseits mein Alter für den Berufseinstieg nicht die Hauptrolle spielt, wie das in vielen Fällen heute eben ist. Ich habe immer ein Affinität zur Psychologie gehabt und mich in privaten Studien tief in die Thematik und die bestehende, herrschende Literatur eingearbeitet, habe Fernstudienkurse belegt und vieles mehr. Ich kann mich aber was die Psychologie im Speziellen betrifft nicht mit der Methodik und den gängigen Lehrmeinungen anfreunden. Ich kann die ‚Großen‘ Figuren der Psychologiegeschichte im Selbststudium durchaus nachvollziehen und verstehen lernen, ich bin aber nicht bereit mich in meiner eigenen Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche an Ihre Interpretationen anzulehnen, ihre Ansichten zu teilen und so zu tun als sei ich ein Anwender ihrer Werkzeuge, selbst wenn ich sie für Falsch und unwirksam halte. Natürlich ist es notwendig sich mit der Entwicklung und der Geschichte dieser Wissenschaft auseinanderzusetzen, allerdings scheint das Studium der Psychologie sich ausschließlich auf den scheinbaren Erkenntnissen dieser Personen auszuruhen und gerade im Studium in dem es darauf ankäme sich einem Thema forschend zu nähern sollten auch die Grundlagen einer Fachrichtung der forschenden Natur offen sein. Daher habe ich mich gegen ein Studium der Psychologie entschieden und werde sie weiter als mein persönliches Hobby-Forschungsgebiet betrachten, denn Psychologe sollte in der einen oder anderen Form jeder Mensch sein und werden, indem er sich mit sich selbst auseinandersetzt und sich selbst verstehen lernt. 

Jura ist im Gegensatz dazu für mich ein ganz anderer Ansatz, denn hier geht es um ein höchst interessantes und mächtiges Substrat der menschlichen Entwicklungsgeschichte, ein System das alles umspannt und bestimmt und das in all seinen Facetten die wahre Menschlichkeit, so wie wir sie erlaubt, akzeptiert und kultiviert haben widerspiegelt und zwar nicht nur als die Gesetze und das System der Justiz, sondern auch und vor allem in dem Kontrast und dem stetigen Konflikt mit der Wirklichkeit dieser menschlichen Gesellschaften die diese Gesetze mit geformt, erlaubt und zugelassen haben. Diesen Konfliktraum zu einem Arbeits- und Forschungsgebiet zu machen ist unvorstellbar interessant, denn es lässt sich an kaum einer anderen Stelle die Zwiegespaltenheit des menschlichen Lebewesens von seinem einfachen körperlichen und bedürfnisorientierten Leben und der geistigen Entwicklung und Programmierung durch sich selbst, die Gesellschaft und das kollektive Sozialgefüge herausarbeiten. Die Doppelmoral des kultivierten, zivilisierten Menschen, die Fähigkeit und Unfähigkeit zur Ignoranz gegenüber der Diskrepanz zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Identität und tatsächlichem Sein. Das Studium ist eben bestimmt durch die Fakten dessen wie es ist, wie es war und wie es so kam. Daher gibt es für mich dort keinen Konflikt, sondern nur das Lernvergnügen der Arbeitsmethoden und der mathematisch-logischen Denkweise. Die interessante Tätigkeit ist sicherlich die vermittelnde zwischen Mensch und System, also zwischen dem Menschen und seiner Welt, dem, was er mit gestaltet und schafft, wenn auch oft ohne sich seiner Einheit bewusst zu sein. Ich habe keine Karriere Ambitionen, ich strebe diesen Abschluss an um in Einheit, Hand in Hand mit dem System arbeiten zu können, um in meiner Entwicklung und meinem persönlichen Prozess die Erkenntnisse und Fähigkeiten, mein Potential die eigenen Bewusstseinsstrukturen in den Systemen menschlicher Gesellschaften wiederzuerkennen als lebendes Beispiel schöpferisch einfließen zu lassen und mit dem System die Veränderung zu bewirken dadurch, dass ich sie bin. Große Pläne? Nein, denn das, was ich bin und was ich zu tun gedenke, das beginnt jetzt und hier. Mit jedem Schritt und jedem Atemzug. Bleibe ich gesund liegen nach Abschluss des Studiums noch gute zwanzig Jahre Arbeitsleben vor mir, mehr als genug um mcih entsprechend einzubringen. Ich will hier nicht klingen wie ein unreifer Idealist, daher stoppe ich diesen Gedankengang hier. Die Entscheidung ist gefallen und diese Entscheidung wird in dieser Größenordnung wohl meine letzte sein. Ich konnte immer schon am besten unter existentiellem Druck arbeiten also habe ich die besten Voraussetzungen für mich und diesen Moment geschaffen.


Freitag, 21. Juni 2013

Tag0115 - Das stille Leiden der Kinder - Bullying, Symptom elterlicher Feigheit (Teil 1)

Diego Grez / Foter.com / CC BY


Die Dokumentation „TheBully Project“ war eine Offenbarung für mich, eine Dokumentation die ich mir 'antun' musste, durch die ich mich hindurch kämpfen musste, weil sie in mir so viele emotionale Reaktionen ausgelöst hat. Erinnerungen, Frustration, Verzweiflung, - Wut und Zorn schon gar nicht mehr, denn ich bin mir über die eigentliche Ursache und Herkunft dieser Entwicklungen durchaus im Klaren. Ich bin nicht sicher ob es damit zu tun hat, dass ich seit zwei Jahren selbst Vater bin, aber das spielt auch keine große Rolle. Das Thema Mobbing/Bullying unter Kindern ist ein bewegendes, unheimlich wichtiges und es muss vor allen Dingen Priorität in der Diskussion um Bildungspolitik und Erziehung haben.
Doch nicht nur das, wenn man den Ursachen dieser Entwicklungen auf den Grund gehen möchte muss man noch viel weiter gehen. Ernsthafte Nachforschung in allen Bereichen gesellschaftlicher Problematiken zeigt immer wieder deutlich auf, dass jedes Problem ganzheitliche Ursachen hat, dass man keines auf einen kleinen, engen Bereich begrenzen kann. Daher geht diese Blog-Reihe auf unterschiedliche Ursachenspezifikationen innerhalb einer Kultur und Gesellschaft ein, in der Bullying vielleicht noch kein so großes Thema ist wie in den USA beispielsweise, aber in der die Anfänge wenn nicht im Verborgenen sogar schon gleiche Zustände anzutreffen sind: in der unseren.

Ich habe seit mein Sohn den Kindergarten besucht einige Erfahrungen mit dem Verhalten anderer Kinder machen können und ich darf sagen, dass der große Teil erfreulich offenherzig und liebevoll zu sein scheint. Doch natürlich gibt es auch die erstaunliche Erfahrung, dass selbst drei oder vierjährige Kinder bereits auf oberflächliche Wertungen anderer geprägt sind, wie beispielsweise die der äußeren Erscheinung, ob körperlicher Art oder die Kleidung betreffend. Es sind die abschätzenden Vorgehensweisen der Kategorisierung nach eindeutig gesellschaftlich und medial erzeugten Klischees anzutreffen. Was trägt der Junge? Ist er dick? Hat er auffallende Verhaltensweisen? Ist er „anders“? Die Wahrnehmung der Unterschiede selbst ist hierbei wenig bemerkenswert, was jedoch auffällt ist die Unsicherheit bei der Wertung, oder die Wertung überhaupt, welche bei vielen Kindern überhaupt nicht anzutreffen ist. Die meisten reagieren kaum auf auffallende Unterschiede wie beispielsweise die Hautfarbe, die Körperfülle oder gar die Art der Kleidung. Sie werden wahrgenommen, aber als selbstverständlich, weder positiv noch negativ gewertet. Andere Kinder wiederum denken bereits in Kategorien, belächeln unsicher eine Andersartigkeit die in ihrer angelernten Wertkategorie vielleicht minderwertig oder als lächerlich anzusehen ist. Diese Beurteilung ist es, um die es geht, der Knackpunkt und die Grundlage der Separation im Geiste, der künstlichen Ungleichheit durch Idealismus der hier schon in der grundlegenden Entwicklung des Kindes mit gelegt wird. Das kann auf ganz subtile Weise passieren, denn Kinder sind erstaunlich sensibel wenn es darum geht Reaktionen, Wertungen, Ablehnung oder Zuneigung im Verhalten anderer wahrzunehmen, selbst wenn diese nicht durch Worte explizit ausgedrückt werden. Da liegt die Verantwortlichkeit der Eltern eben diese subtilen Wertungen bei sich selbst zu erkennen und sie nicht an ihre Kinder weiterzugeben, sondern sie bei sich selbst zu überdenken, zu analysieren und sich von ihnen zu befreien, sofern sie natürlich überhaupt ein Interesse daran haben. Es ist das Urvertrauen der Kinder in die Richtigkeit „Erwachsener“ Verhaltensweisen und Entscheidungen, das hier bedacht werden muss und das leider immer wieder schändlich missbraucht wird um sie anzupassen, um sie in ein Systems des Missbrauchs, der Ausbeutung und der Selbstsucht hineinwachsen zu lassen, ohne Rücksicht auf Verluste. Es scheint die Hoffnung vieler zu sein, dass ihr Kind zu den Bullies gehören wird, anstatt zu den Opfern. In extremer Weise zeigen die kommerziellen Medien diesen Missbrauch, der von allen Eltern gleichermaßen gebilligt wird, weil er eben von angesehenen Institutionen unserer Gesellschaft begangen wird und somit dem System dient, also irgendetwas gutes an sich haben muss, und wenn es die Illusion der freien Entscheidung und Entfaltung ist, die letztlich immer als Begründung für das Nichts-Tun herhalten muss. Hier werden die sich entwickelnden, leicht manipulierbaren Kinder gezielt geprägt auf Werte die der Konsumideologie und der vergeistigten Selbstaufgabe dienlich sind, die Illusion eines Einzelkämpfers und Anführers oder eines geheimnisvollen Helden, die Disney Mentalität einer hübschen, geliebten aber vollkommen abhängigen Prinzessin oder aber eines begehrten aber missbrauchten Sex-Idols, die zwanghafte Notwendigkeit den eigenen Selbstwert durch Anpassung an Konsum und Selbstdarstellung zu erlangen und die absolute Unterwerfung unter das Urteil „der anderen“. Bewusste und gezielte Limitierung des Potentials, gezielte Beschränkung der Selbstentwicklung eines Kindes im Namen des Profits. Die neuesten Technologien werden genutzt, millionenschwere Investitionen werden unternommen um diesen Marktsektor „Kind“ auszubeuten um daraus Profit zu schlagen. Und kein Elternteil scheint sich daran zu stören. Warum auch? So ist unsere Welt, das ist unser System, wir können nichts dagegen tun. Die Selbstaufgabe als selbstgerechte Rechtfertigung – eine Illusion. Es ist ein Selbstbetrug und ein Vergehen an den Kindern, an ihrem Vertrauen und ihrer Unschuld. Wenn sie irgendwann werden wie wir, wollen wir darin die Unausweichlichkeit einer solchen Entwicklung bestätigt sehen, anstatt aufzustehen und jetzt unsere Verantwortung zu übernehmen, um die offensichtliche Verantwortlichkeit die auf unseren Schultern lastet auch mit Würde zu übernehmen und dieses System im Namen unserer Kinder, im Namen des Lebens und der Zukunft des Lebens neu zu gestalten.
Die Eltern sind die Zielgruppe der Aufklärung über die Ursachen von Mobbing und Bullying. Nicht die Kinder, denn sie sind tatsächlich Opfer. Die Eltern sind aber Mittäter, denn sie repräsentieren und gestalten ein System dass schon bei Kindern solchen Missbrauch kultiviert. Die Ursachen müssen besprochen werden, nicht nur die Folgen, denn die werden sowieso erlebt, gelebt und sind bittere reale Erfahrung für viele tausend Kinder. Es geht weniger um die Schuldfrage oder Schuldzuweisung, denn auch die Institutionen selbst prägen unsere Kinder auf dieses Verhalten ein, sie tragen eben die Strukturen die wir ihnen geben. Es geht einfach um die offene und ehrliche Aussprache der wirklichen Ursachen, auch da wo sie die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft und Kultur (wenn man das so nennen darf) in Frage stellen oder gar ad absurdum führen. Den Mut aufzubringen Glaubenssätze und Ideale aufzugeben zum Wohl der Wahrheit, zum Wohl unserer Kinder und ihrer Zukunft, das sollte eine der leichtesten Übungen für einen mündigen, Vernunftbegabten Erwachsenen sein.

Die Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit eines Kindes das in dieser Weise den Institutionen überstellt, alleingelassen der scheinheiligen Anstrengung der Lehr- und Aufsichtskräfte überlassen wird die alle nicht einmal eine Ahnung haben was sie tun und wie sie diese Taten verhindern sollen ist unvorstellbar. Sie sind nicht nur auf sich allen gestellt, sie bekommen auch noch nicht einmal ein notwendiges Rüstzeug um sich selbst zu helfen. Im Gegenteil, man bringt ihnen eben genau diese Werte und Verhaltensregeln bei die zu solch katastrophalen Auswüchsen wie der gegenseitigen Zerstörung durch psychische und körperliche Gewalt führen. Man erzieht sie im Sinne einer Highlander-Mentalität in der es nur einen, oder zumindest nur wenige Überlebende geben kann und in der einer den anderen übertrumpfen und ausstechen muss um als erfolgreich und wertvoll anerkannt zu werden. Und sie lernen schnell, sowohl die scheinbaren Sieger, als auch die Opfer, deren Lektion darin besteht, dass sie keine Chance haben, dass sie kein Recht haben zu existieren, dass sie nur geduldet sind und eine Last darstellen. Sie lernen so schnell und gründlich, dass sie sich letztendlich sogar selbst terminieren, dass sie obwohl sie nicht einmal ansatzweise das Leben kennengelernt haben ihrem eigenen ein Ende setzen. Und selbst darin sind sie noch mutiger und zeigen hundertmal mehr Ernsthaftigkeit, Selbstehrlichkeit und Mut als alle Erwachsenen und sogenannten Führungspersönlichkeiten zusammen. Nicht, dass ich den Schritt in den Tod als Mutig bezeichnen möchte, doch wenn ein Kind diesen Ausweg wählt, dann hat das eine Konsequenz und eine Bestimmtheit in sich, die in der durch die Erwachsenen bestimmten Welt so sehr vermisst wird.

Wenn uns nicht einmal das Schicksal unserer eigenen Kinder mehr berührt und dazu führt, dass wir endlich anfangen unsere Welt in Frage zu stellen und unsere Werte zu verwerfen wenn sie ihnen Schaden zufügen, was für eine Hoffnung sollte es da noch in ihren Augen geben?

Fortsetzung folgt...

Der Link zur angesprochenen Dokumentation:  "The Bully Project"

Dienstag, 4. Juni 2013

Tag0106 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil4) - Das Leben als überdauernder Wert

ChrisK4u / Foter.com / CC BY-NC-ND


Fortsetzung zu Tag0105 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil3) - Du kannst nicht nur ein 'bisschen' frei sein...

Auszug:

"Bis heute stellt sich die menschliche Welt allerdings anders dar, bietet der Mensch das Bild eines naiven, ungebildeten Kindes dem man ein gefährliches, doch interessantes Spielzeug in die Hand gegeben hat."


Im Grunde mag ich diesen Vergleich nicht. Es ist äußerst anmaßend und auch unpassend die Klarheit und unbescholtene Reinheit eines Kindes, eines neugeborenen Menschen mit etwas derartig abartigem wie der Psyche und dem Verstand eines in unserer Welt „gereiften“ Erwachsenen in Verbindung zu bringen. Es ist ja gerade diese Gehässigkeit des gefallenen, am Boden zerstörten, sich an illusionären Strohhalmen der Moral und Tugend festklammernden, ertrinkenden Geistes gegenüber dieser Chance des Neuen, dieser Offenbarung der Möglichkeiten der Kinder sich für etwas anderes zu entscheiden, die uns dazu bringt in Frustration und selbstgerechter Ignoranz ihren Geist und ihre Eigenständigkeit, ihre Fähigkeit und den Willen Verantwortung zu übernehmen zu brechen, ihn zu ersticken und alle Rettungsversuche, jede Hand die sie unter der erdrückenden Last unserer geistig-moralischen Schwermut hilfesuchend hervor strecken mit brutalen Tritten zu zermalmen. Wir prügeln auf sie ein mit erhobenem Zeigefinger, heucheln ihnen Wissen und Überlegenheit vor und missbrauchen auf schändlichste Art ihr Urvertrauen in die Umgebung die sie hervorgebracht hat. Diese Mittel und Methoden haben wir so sehr perfektioniert, dass sie tatsächlich funktionieren, bis die Kinder glauben, dass wir Recht hatten, dass es keine Alternativen gäbe und wenn sie diesen Zustand erreicht haben blicken wir stolz auf unser Werk und nennen sie „Erwachsen“. Die Hinterhältigkeit dabei ist, dass wir genau wissen was wir tun Wir können uns nicht einmal auf Unwissenheit oder gar Dummheit berufen. Wir entscheiden uns für die Dummheit, wir spielen uns selbst die Unwissenheit vor, aber woher sonst sollten wir die Methoden der Gehirnwäsche, der Vernichtung des Lebenswillens und die Konstruktion eines billigen Ersatzlebens als geistig umnachtete Suchtmaschine kennen, wenn nicht aus unserer eigenen, ganz persönlichen Geschichte? Der Stolz ist hier das Schlüsselprinzip, der Stolz des Egos, eine raffinierte Instanz die uns selbst davor bewahrt durch Hingabe unseres eigenen Lebens und die aufrichtige Dekonstruktion und Analyse unserer eigenen Geschichte für das Leben unserer Kinder einzustehen, uns für sie zu Opfern um ihnen das zu ermöglichen was uns niemand ermöglicht hat, nämlich die Neugestaltung ihrer Menschlichkeit, die Freiheit eigenständig die Verantwortung für und als das Leben zu erkennen und sie umzusetzen.

Wofür sollte ich sonst leben, wenn ich dafür, dass mein Sohn, dass alle Kinder diese Erde in einer Welt frei von Machtmissbrauch, von Ausbeutung, sinnlosen ideologischen Zwängen sich entfalten können, sich selbst identifizieren können als das Leben, als diese Existenz in Einheit? Das sind die eigentlich überdauernden Werte die für alle gleich sind, deren Bedeutung niemand künstlich herauf- oder herabsetzen kann, mit denen es sich nicht handeln lässt, außer durch Missbrauch und gewaltsam geschaffene Ungleichheit. Und so lebe ich nicht für andere, sondern als andere, als eins mit dem Leben selbst. Unbestechlich, unerschütterlich, selbst im Fall. 

Die selbstehrliche Sebstvergebung bricht dabei den Stolz und schafft freie Sicht auf die wahren Möglichkeiten.

Fortsetzung folgt...


Sonntag, 7. April 2013

Tag0056 - Der Tod als Spiegel des Lebens [Teil1]





Es gibt keine ‚toten Menschen‘, denn der Körper der nicht mehr als Mensch fungiert ist nicht tot, nur das System  das er war ist ‚tot‘, beendet und löst sich auf und so ist auch der ‚tote Mensch‘ nur ein System der Vorstellung. DAS ist die wahrhaftige Bedeutung des Todes, das ist die Wahrhaftige Bedeutung des ‚ewigen Lebens‘, des ‚großen Todes‘ in dem der Schleier der Verblendung sich lichtet, nicht etwa die spirituell verklärte Interpretation der New-Age-Fanatiker, dass da etwas ätherisches, übernatürliches, überphysisches als unsere Persönlichkeit, als wir selbst in individueller Sicht ewig existiere. Es ist das Leben, das ewig ist, in seiner physischen Existenz geht es weit über das menschliche Körperliche hinaus, und die Person, die Vorstellung, die Geschichte dieses Individuums des Geistes ist ein Beiwerk, das Ergebnis einer Prägung und Konditionierung, sie ist ein Teil des gesamten, aber nicht eigenständig existent, schon gar nicht über die Existenz des körperlich-physischen Systems hinaus. Es ist, wenn man erst einmal den Weg der Selbstanalyse in Selbstehrlichkeit angegangen ist, schwer nachzuvollziehen wie sich eine solche Idee überhaupt derart festsetzen und etablieren konnte, wo doch alle Fakten, alle Tatsachen und wirklich erlebbaren Phänomene dieser Existenz nichts davon vermuten lassen. Der einzige Grund an solcherlei Philosophien und Ideen zu glauben ist der der Angst und Bequemlichkeit. Angst vor der unabdingbaren Konsequenz all deiner Handlungen, vor der Unwägbarkeit deiner Zukunft in einer Welt verunsicherter, ängstlich-aggressiver Geister, und die Bequemlichkeit der eingebildeten Unschuld, der Vorstellung meine Verantwortung sei lediglich auf mich und mein Leben begrenzt, und erstrecke sich nicht etwa auf alle Konsequenzen meines Handelns, Denkens und Redens.

Warum ziehen wir eine Illusion dem Leben vor? Was bringt und die Angst vor dem Ende der Persönlichkeitsgeschichte, der Ideen und Vorstellungen, die ohnehin vornehmlich von Verbitterung, nagendem Selbstzweifel und der Ständigen Suche nach  Selbstbestätigung in anderen, also von emotionaler Abhängigkeit geprägt sind? Ist das tatsächlich ein Leben eines intelligenten Wesens mit dem Potential und den Möglichkeiten des Menschen? Wie konnten wir es zulassen ein System zu gestalten das uns derart zwingt, uns derart einschränkt und kontrolliert, so dass wir unsere Selbstkontrolle schon völlig aufgegeben haben ohne zu sehen, dass wir dadurch auch unsere Selbstbestimmung verlieren?

Wie kommt es, dass eine reine Vorstellung eines Ichs, eine Idee Angst vor dem Tod hat? Der Grund ist, dass sie nie gelebt hat. Der Grund ist ihre Isolation im Geiste, die künstliche Trennung nicht ur von der Existenz, sondern vom Leben, dem eigenen Selbst. In der reinen Identifikation über die Ideologie der konditionierten Bewusstseinsvorstellungen, der Kultur- und Erziehungsprogramme meines Umfeldes, entfremde, entferne ich mich von mir selbst als dem Leben, das ich bin. Ich entferne mich von der Einheit alles Körperlichen, der offensichtlichen Basis meiner Existenz im physischen Leben. Alles was ich mir vorstelle, was ich im Geist entwickelt habe, ist auf das Individuum selbst ausgerichtet, auf sein persönliches Leben, diese lächerlich kurze Zeitspanne. Darin versuchen wir, jeder für sich in einer Gemeinschaft das persönliche Glück und die Erfüllung zu finden. Und dabei können wir nicht auf die Unterstützung anderer hoffen, denn die sind ebenso mit sich selbst beschäftigt. Und niemand sieht auf, niemand hebt den Kopf und sieht die Wirklichkeit, die er aufgegeben hat für ein hoffnungsloses Unterfangen. Der Menschenverstand, wenn er genutzt wird, eigenständig, selbstehrlich und im Sinne des Lebens, offenbart diesen Selbstbetrug in einem einzigen Moment des Aufblickens, in einem einzigen Atemzug den man bewußt nimmt, in dem man das Leben das man ist erkennt und die Einheit und Gleichwertigkeit, die unglaublichen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen und die unfassbaren Untaten die wir im Wahn der Selbstisolation, der Fixierung auf die persönliche Geschichte haben geschehen lassen.

Die Angst vor dem Tod ist die Selbstoffenbarung der vertanen Möglichkeiten. Die plötzliche Erkenntnis der Lebenslüge und der Unmöglichkeit der gelebten Motive und Ziele und der persönlichen Agenda. Niemand wird das Ewige Leben als Person sein, das Leben ist bereits was wir sind und immer waren. Darauf müssen wir uns wieder Besinnen um dem Leben (s)eine Würde zu geben, um die Formen des Lebens zu befreien von der Versklavung unter unsere Verantwortungslose Angst.  

Doch wir wagen es nicht uns zu befreien und selbst vor dem lächerlich verzweifelten Versuch der aggressiven, gewalttätigen Verteidigung unserer zum Scheitern verurteilten Ideale schrecken wir in unserem Wahn nicht zurück. Töten um dem Tod zu entrinnen, sich von ihm Freizukaufen, das ist ein geläufiges Verfahren in unzähligen Religionskriegen gewesen und ist es noch immer. Wir töten mittlerweile zwar auf subtilere Weise, im Namen einer das Leben ausquetschenden Gottheit, des Geldes, und die Religion ist der Kapitalismus, der Glaube an seine heilende und von Angst befreiende Kraft ist aber die selbe- Der Tod und die unerträgliche Angst vor ihm ist vielleicht rational nicht zu besiegen, doch der Wahn sich so viel wie möglich vom Leben einzuverleiben, sich selbst zu bereichern bis weit über die Notwendigkeiten hinaus, in einer Sucht nach energetischen Erlebnismomenten, nach ‚Genuss‘ und ‚Befriedigung‘, nach ‚Macht‘,  ‚Anerkennung‘ und ‚Bewunderung‘ scheint diesen Glauben irgendwie zu ersetzen, er gibt im Moment das Gefühl der Überlegenheit, der Unsterblichkeit in der Überfütterung des Geistes. Das ist kein Leben, keine Selbstbestimmung, das ist keine Verantwortlichkeit, keine Kultivierung des Lebens.
Auch andere Wege der Selbstverblendung, der Verzicht und die Abkehr von Konsum und sogenannten ‚weltlichen‘ Gütern, das Aussteigen aus den Systemen die unser Leben beherrschen und die wir selbst sind sind keine Befreiung. Sie sind nicht einmal tatsächlich und wahrhaftig möglich. Wir können uns nicht ausklinken aus einem System das wir selbst sind. Wir übernehmen keine Verantwortung und werden nicht zu besseren Menschen wenn wir verzichten. Auch die Bettelmönche leben aus dem und von dem weltlichen System, nur dass sich andere die Hände schmutzig machen. Beteiligt sind sie dennoch, moralisch, ideologisch und durch ihr ‚nicht-Handeln‘.

Nein, wahre Selbstbefreiung kann es nur für und als das Leben, also für alles Leben geben. Und befreien können nur die es, die es unterjochen. Und das sind eindeutig die Menschen.

Unsere Ängste sind unangebracht, künstlich, ohne realen Bezug zu unserer Existenz. Sie werden geformt und gestaltet in unseren Gedanken, verknüpft mit Emotionen und Bedürfnissen, benutzt und missbraucht um zu manipulieren, sie sind trügerisch und bremsen unsere Entwicklung, schränken unsere Möglichkeiten und unseren Horizont extrem ein. Sie halten uns vom Leben ab und sind die Hauptursache für den Zerfall und die Zerstörung unserer Anstrengungen, unserer scheinbaren Entwicklungen und Fortschritte, sie sind Hauptursache für unsere Gewaltbereitschaft und den Missbrauch am Leben in allen erdenklich grausamen Formen. Und sie sind selbst geschaffen, von uns selbst kreiert und akzeptiert, verinnerlicht und weitergegeben an unsere Kinder, ohne Verstand, ohne die Courage uns selbst einmal nur zu stoppen in unserem automatisierten Wahn und uns selbst zu hinterfragen, uns zu prüfen und vor uns selbst Rechenschaft abzulegen.

Dass wir das können, dafür geben viele hunderte Menschen den lebenden Beweis. Dass wir dafür selbst, jeder für sich eigenverantwortlich handeln und an uns selbst arbeiten müssen, ist eine grundlegende Erkenntnis die jeder selbst erlangen muss, die niemand aufzwingen oder beeinflussen kann. Das macht es zu einem so langsamen Prozess. Doch wer diesen Weg der Selbstbefreiung, der Befreiung von der Angst vor dem Leben und damit vor dem Tod  geht, der geht ihn offen, offenherzig und ohne Zurückhaltung. Der steht auf in der Gemeinschaft und stellt sich als Beispiel zur Verfügung, offenbart sich, stellt sich bloß um die verborgenen Ängste aller offenzulegen, um die Gleichheit vor Augen zu führen und lebendig erwachen zu lassen.

Der Mensch ist das Leben, gleich und eins mit allem Leben. Und wenn er sein Potential tatsächlich in Würde tragen will , dann muss er für ich selbst als das Leben die Verantwortung übernehmen, dann muss sein Denken und sein Handeln immer das Interesse allen Lebens einbeziehen, und zwar unbegrenzt, nicht nur  beschränkt auf einen Wahn, eine Geschichte einer persönlichen, kurzen Lebensspanne. Das Leben ist eins, hier und jetzt, für dich, mich, alle Lebensformen die sind und die die kommen. Der Tod ist eine unumstößliche, heilsame Wahrheit des Lebens, wir können an diesem Ende der Form, des Bewusstseins als Persönlichkeit ihre unwirkliche Natur erkennen und uns von dem Bann der vergeistigten Selbstidentifikation und damit auch von der Angst generell  befreien.

Fortsetzung folgt…                                                                                     

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 07.04.2013




Mittwoch, 13. März 2013

Tag0031 - Fortsetzung zu "Mein Papa arbeitet" [Tag0030] - Selbstvergebung und Selbstbestimmung




Selbstvergebung und Selbst-korrigierendes Schreiben / Selbstbestimmung

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe emotionale Reaktionen für selbstverständliche, natürliche und dadurch legitimierte Verhaltensweisen zu halten und mich in ihnen im Moment der emotionellen Aufladung zu identifizieren und sie unkontrolliert auszuleben, mich dem Automatismus dieses Programms hinzugeben ohne Selbstbestimmung, ohne Fähigkeit mich zu steuern, innezuhalten, durchzuatmen und den gesunden Menschenverstand anzuwenden und dass ich durch dieses Verhalten, diese Selbstaufgabe die Mechanismen dieser emotional gesteuerten Ego-Programme weitergeführt und aufrecht erhalten habe, sie weiter verbreitet und verursacht habe im Umgang mit anderen, in dem vergeistigten und emotionalen Spiel mit anderen Menschen, beziehungsweise meiner Vorstellung von Ihnen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch meine Ignoranz gegenüber den Konsequenzen meiner fremdbestimmten und von mir erlaubten und zugelassenen Verhaltensmuster, in meiner Annahme sie seien das, was ich bin und was mich ausmacht, diese Konsequenzen mit zu verantworten, die anderem Leben schaden, mich selbst beschränken und unverantwortliche Denkweisen und Programme auch für andere legitimieren und in ihnen fördern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich persönlich verletzt und angegriffen zu fühlen durch das Verhalten anderer und das was andere über mich denken, dass ich in der Verletztheit meiner Persönlichkeit nicht die Möglichkeit wahrgenommen habe die Punkte meiner eigenen Unsicherheit zu erkennen, sie anzugehen und eigenverantwortlich zu bearbeiten, denn jede Form der persönlichen Verletzung kann nur ein Hinweis auf Ungereimtheiten und Unsicherheiten in der eigenen Selbstwahrnehmung sein und ist niemals von der anderen Person hervorgerufen, schon garnicht von dem, was sie denkt, und auch das Verbreiten von Unwahrheiten über andere Personen kann nicht verletzen oder direkten Schaden zufügen, sondern die negativen Folgen von Verleumdung sind eine Konsequenz der Akzeptanz unseres Systems als Gesamtheit, und die schadhaften Konsequenzen dieses Verhaltens sind nur innerhalb der von uns allen akzeptierten und erlaubten Gesellschaftsstrukturen möglich und daher von uns allen, ob 'Opfer' oder 'Täter', mit zu verantworten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe eine bestimmte Person oder eine Personengruppe aufgrund ihres Verhaltens mir gegenüber zu be- oder verurteilen und die Gedankensysteme und inneren Werturteile zuzulassen die meine Sicht und mein rationales Denken trüben und alle Verhaltensweisen, Gesten und Äußerungen der betreffenden Personen durch die Schablone meines vorverurteilenden Denkens filtern, das erst durch die Akzeptanz der Kränkung, die eine Illusion ist, entstanden ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe einerseites die Umstände und die Entwicklung eines solchen Denkens, das ich als misstrauisch und auch feindselig oder zumindest ablehnend mir gegenüber wahrgenommen und erlebt habe zu verstehen und nachvollziehen zu können, und andererseits aber in Momenten der direkten Erfahrung solchen Verhaltens emotional aufgebracht, empört und verletzt zu reagieren und mich bisweilen in diesen Systemen der Wut, des Zorns und der gedanklichen Aggression zu verlieren.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben, mich nicht der emotional aufgebrachten Reaktion hinzugeben wenn ich die Erfahrung verleumderischen oder intriganten Verhaltens und ablehnender Haltung aufgrund von Vorurteilen und Ängsten anderer Menschen mir gegenüber mache, und stattdessen in dem Moment der Erkenntnis der ungerechten, schadhaften und auch nierderträchtigen Natur solchen Verhaltens die Ursachen und die Entwicklung dieser Persönlichkeitsstrukturen in unserer gesellschaftlichen, kulturellen Struktur zu erkennen, der Denkweise und Verhaltensweise die wir alle in vielerlei Hinsicht mitgetragen und fortgeführt haben, und mich anstatt mich in selbstgerechten Rachegelüsten als emotionale Selbstbefriedigung zu verlieren als das Leben der Bewältigung des Problems zu widmen, in Form von praktikabler Lösungsentwicklung und Dekonstruktion dieser Denkweisen und Verhaltensmuster, in der Enthüllung ihrer Ursächlichkeiten und der Zurückführung ihrer Entwicklung auf die irrationalen, selbstgeschaffenen Ängste und Unsicherheiten einer vergeistigten,vollends manipulierbaren Selbstidentifikation.
Denn darin muss die Verantwortlichkeit liegen die tatsächlich selbstehrlich und verlässlich, vertrauenswürdig und integer dem Leben selbst gewidmet ist, die Selbstbestimmung und Selbstsicherheit als Mensch die unumstößlich und eigenständig aus der Quelle des Lebens selbst in der Realisierung seiner Einheit und Gleichheit erwächst. Das ist die Verantwortung die lebendig in den Kindern zum Wohle allen Lebens weiterlebt, die die tatsächliche Ursächlichkeit der Probleme in Selbstehrlichkeit angeht, auch und vor allem da, wo diese die althergebrachten und gewohnten Denk- und Wertmuster angreift oder auflöst.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in jedem Moment der emotionalen Aufgebrachtheit, in der ich die Muster innerer Verletztheit, der Beleidigung oder ähnlicher illusionärer Programme meines Bewußtseins verspüre nicht an diesen Systemen teilzunehmen, nicht darauf einzusteigen und mir in einem Atemzug im lebendigen Moment des Gewahrseins dieser Mechanismen ihre Ursache zu verdeutlichen und diesen Moment in eigenständiger Eigenverantwortung zu nutzen um die Punkte zu finden, zu erkennen und zu analysieren die mir diese Unsicherheit verursachen um sie zurückzuführen auf innere, verborgene Ängste um diese zu transformieren, damit ich diese Denkmuster nicht weiterführe, nicht weitergebe und vor allem auch meinem Kind nicht das unverantwortliche Beispiel eines 'reagierenden', mechanischen Programms der Gehässigkeiten, der mentalen Kriegsführung, der unfairen Verunglimpfung und der Verlogenheit aus Ignoranz und Feigheit gebe. Denn die Feigheit sich selbst gegenüber, die Feigheit vor bedingungsloser Selbstehrlichkeit ist die einzige Feigheit die unverzeihlich ist, die nur in einer das ganze Leben bestimmenden Entscheidung zu absoluter Hingabe an das Leben in schonungsloser Selbstehrlichkeit transformiert werden kann.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben für das zu stehen was das Beste ist für alle - als das Leben, in jedem Atemzug und in jeder notwendigen Selbstkorrektur meiner konditionierten und angelernten Bewußtseinsprogramme, geradezustehen für das was ich bin, als lebendiger Organismus in Gleichwertigkeit und Einheit mit allem Leben, egal welche Wiederstände oder Widrigkeiten sich mir auftun werden und dass ich auf diese Widerstände nicht mit Ablehnung oder Trotz reagieren werde, da ich sie eindeutig verstehe, da ich sie selbst kenne und weiß, dass nur durch das beständige, gelebte Beispiel als Beweis der Fähigkeit zur grundlegenden Veränderung eines jeden Menschen tatsächlich ein Wandel möglich wird der notwendig ist, wenn es tatsächlich um das Leben geht, wenn wir als Menschen wahrhaftig Vernunft und Verantwortungsbewußtsein zu unseren Eigenschaften und unserer Natur zählen wollen.

Meine Verantwortlichkeit gilt dem Leben, gilt mir und allem Leben gleichermaßen, vor allem auch der Zukunft des Lebens, also den Kindern, also kann sie nicht verschwendet werden indem ich sie lediglich an mir selbst, an meinen Empfindungen, an meinem emotionalen Wohlbefinden auslebe, indem ich sie als nur für mich oder meine Familie als gültig betrachte, daher muss die Verantwortlichkeit bei mir selbst, bei meinen akzeptierten und erlaubten Persönlichkeitskonzepten die all die Verhaltensweisen der Hinterhältigkeit, der gegenseitigen Missgunst, der gegenseitigen Ausbeutung und emotionalen Ausnutzung in sich tragen die wir als gesellschaftlich-kulturelle Prinzipien fördern und an unsere Kinder bewußt und unbewußt weitergeben.
Daher bestimme ich mich als Mensch und als das Leben in eigenverantwortlicher Selbstarbeit zur Selbstbefreiung vonn all diesen Mechanischen Denkmustern und Programmen, den Akzeptanzen der automatisierten emotionalen Reaktion und verpflichte mich zu eigenverantwortlicher Selbstbestimmung in Selbstehrlichkeit in Einheit und Gleichheit mit allem Leben und zum Wohl und zum Besten allen Lebens.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 13.03.2013


Freitag, 4. Januar 2013

Tag 103 - Angst tötet / Verantwortung befreit

h.koppdelaney / Foter / CC BY-ND
Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie die Menschen beharrlich an einem System festhalten, das so offensichtlich gegen die Menschen, wenn auch meist gegen 'andere' Menschen, gerichtet ist und gegen alle Interessen arbeitet, die sich die Staaten der Vertreter dieses Systems so gerne auf die Fahnen schreiben. Demokratie und freiheitliche Entfaltung, bzw. Entwicklung der Menschen ist einfach unvereinbar mit den Prinzipien des kapitalistischen Wirtschaftssystems so wie es heute arbeitet. Das ist unübersehbar. Und der einzige Grund warum es immer noch arbeitet ist der, dass es Menschen gibt denen keine Wahl gelassen wird für oder gegen dieses System zu arbeiten, sie sind alternativlos im Angesicht des eigenen Überlebenskampfes den Mechanismen ausgeliefert. Wenn wir hier in Deutschland über Freiheit und Demokratie reden tun wir so, als würden diese beiden Ideale tatsächlich existieren. Aber das tun sie nicht. Das einzige was wir hier bei uns haben ist genügend Ablenkung durch überflüssigen Überfluß an materiellen Unterhaltungsmitteln die uns glauben machen wir bräuchten sie um glücklich zu sein. Natürlich decken wir auch unsere Grundbedürfnisse, doch haben wir den Glauben oder die Überzeugung entwickelt, Freiheit und ein zufriedenes Leben seien unabdingbar mit der Anhäufung teilweise Krankmachender Überflüssigkeiten verbunden, zu dessen Bereitstellung es notwendig ist, ganze Bevölkerungen auszubeuten und in die Sklaverei zu verbannen. Aber Freiheit und Selbstentfaltung, Grundrechte und menschliche Ideale sind nicht einer bestimmten Bevökerungsgruppe zugesprochen und für alle anderen eben naturgegeben unerreichbar. Sie sind etwas reales, einem jeden angeborenes, ein Faktum des Lebens, das wir als blinde Anhänger einer parsitären, selbstzerstörerischen Ideologie gewaltsam den Menschen entreißen die wir dann für unsere Wahnideen der Selbstverwirklichung missbrauchen.

Es kann keine Freiheit und auch keine Zufriedenheit geben in einer Welt die so viel Ungleichheit und Ungerechtigkeit zeigt, die in direktem Zusammenhang mit dem Wohlstand und der scheinbaren Zufriedenheit einer begrenzten Bevölkerungszahl steht. Wie kann man ein System als eine fortschrittliche Entwicklung betrachten das zur Erfüllung seiner Ziele die Ausbeutung und Vernichtung anderer, gleichwertiger Lebewesen braucht und fordert? Wir gehen selbstverständlich und offensichtlich in die falsche Richtung, wenn es uns als Menschen tatsächlich darum gehen sollte uns zu 'entwickeln', das Leben zu verbessern und uns kreativ und produktiv zu entfalten. Es gibt nur einen Weg aus dieser Verirrung und aus der Sackgasse die vor uns liegt heraus, und das ist ein Stoppen des Systems wie wir es derzeit betreiben, eine völlige Umstrukturierung aller Werte und Ideale die wir uns haben einprogrammieren lassen und die wir derzeit weitergeben an unsere Kinder und deren Kinder. Wir müssen alles in Frage stellen was wir bisher als Menschen geglaubt haben, alles was wir dachten 'geschafft' zu haben. All das trägt diesen Fehler bereits tief in sich, all das basiert auf einer rein gedanklichen Verherrlichung einer Ideologie der Selbstverleugnung und der Versklavung des Lebens. Alle Errungenschaften der sogenannten entwickelten Welt basieren auf Ausbeutung und Unterdrückung, wurden möglich gemacht durch Gewalt und die willentliche Verarmung ganzer Bevölkerungen. Vernichtung, Ausbeutung und Unterdrückung sind die Prinzipien auf denen unsere Welt aufgebaut ist. Sicher keine Attribute auf die der Mensch mit all seinen hochgepriesenen Fähigkeiten stolz sein sollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Angst nicht als die Ursache meines Unwillens zu erkennen die Ursachen und Zusammenhänge der sozialen Unterschiede, der Armut und Ausbeutung verstehen zu lernen und zu akzeptieren und stattdessen die Haltung der sturen Ignoranz und Ablenkung bevorzugt habe die mir ein Gefühl der in Ohnmacht begründeten Unschuld vermittelt hat, was meinen Selbstinteresse entsprach mich möglichst zufrieden und unbehelligt zu fühlen.

Ich sehe und erkenne/akzeptiere in jeder Ungleichheit, in jeder SItuation in der Menschen ausgebeutet werden, in der sie zum Wohle anderer Arbeiten und nicht Teilhaben an dem Profit und Ertrag ihrer Arbeit, sondern lediglich um ihr eigenens Überleben kämpfen die Ursache als eine künstlich und gewaltsam von uns geschaffene, im Namen einer vom Menschen erdachten Ideologie die einige Wenige über das Leben anderer stellt und es ihnen ermöglicht andere zur Anhäufung des eigene Profits auszubeuten im Namen des Persönlichkeitskonzeptes der Gier.
Ich erkenne und akzeptiere als Teil dieser Existenz, als das Leben das ich gleichermaßen mit allen Lebewesen dieser Existenz bin meine Verantwortlichkeit im besonderen als Mensch darin, all die durch das menschliche Bewußtsein und den imaginären Konstruktionen scheinlogischer gedanklicher Erklärungs- und Legitimationsversuche zu entlarven als Manipulationen und (selbst)zerstörerische, krankhafte Prozesse die nicht nur die offensichtlichen Opfer des äußeren Systems, sondern auch die ausführenden, in der Machtstruktur 'oben' wirkenden Menschen beschränken, entmachten und in ihrer wahrhaftigen Möglichkeit als das Leben frei und gleich mit allem Leben zu existieren blockieren.
Ich erkenne die Angst, geboren aus der Verunsicherung eines durch Gedankenkonstrukte und fremde Ideologien/Programme identifizierten/infizierten, im Bewußtsein verlorenen Menschen als 'Ich'/Ego/eine Person, in ihrem Wert bestimmt durch illusorische Systeme, übergeben und eingepflanzt durch ebenso verunsicherte, sich selbst und das Leben verleugnende Personen, als die Haupt Ursache der Akzeptanz all dieser manipulativen Gedanken und Fernsteuerungsprogramme, als Rechtfertigungsgrund für alle erdenklichen Grausamkeiten und VErgehen gegen das Leben, als Ursache der Missgunst und des Misstrauens, der sinnlosen Gewalt und Zerstörung. Und ich erkenne die Angst selbst als ein reines Gedankenkonzept, immer wieder genährt und erneuert durch selbstinduzierte Erklärungen und Rechtfertigungen, gebastelt aus Gedanken die ihrerseits Ergebnisse der äußerlich wahrgenommenen Systeme sind.
Ich sehe, erkenne und akzeptiere das Leben und mich selbst darin in Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung, ich erwecke mich selbst zum Leben als Mensch unter Gleichen mit der Aufgabe verantwortlich mit den Eigenschaften des menschlichen Bewußtseins umzugehen, es zu nutzen um die Wirklichkeit zu erkennen und sie so zu gestalten, dass das Leben in Einheit und Gleichheit Existiert, um eine Zukunft zu gestalten die den Menschen und damit alles Leben von der Versklavung durch das eigene Bewußtsein befreit.