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Mittwoch, 13. August 2014

Tag 181 - Loslösen von emotionalen Reaktionsmustern

giulia.forsythe / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)




Emotionale Reaktionen üben auf das Bewusstsein einen starken Reiz aus, sie sind die Grundlage des Egos, der Persönlichkeitsgenerierung, sie haben ein enormes Suchtpotential, denn ihre im Grunde mechanische Wirkungsweise fühlt sich richtig, real und lebendig an. Allerdings ist bei genauerer Selbstuntersuchung das Reiz-Reaktionsmuster eine Entwicklungshistorische Kette von subjektiven Urteilen und Selbstbewertungen, von emotionalen Erlebnissen die in der Erinnerung abgespeichert sind und nun immer wieder als Referenzen zur Bewertung aktueller Situationen herangezogen werden. Daher ist das eigentliche Verhalten beim Befolgen dieser Reaktionsmuster ein nach hinten, in die Vergangenheit gerichtetes, da es ja auf der Vergangenheitserfahrung basiert. Es ist also nie ein progressives, und schon gar kein Vernunft- oder vom Verstand gesteuertes Verhalten. Wie soll aus emotionalen oder auch gefühlsbasierten Reaktionen also – und wir sind als Menschen in dieser Welt heute in allen Sinnesbereichen geradezu Süchtig nach emotionalen Reizen -  etwas entstehen, das dem menschlichen Potential und seinen tatsächlichen Fähigkeiten gerecht werden könnte, ganz zu schweigen von seinem Anspruch auf Erhabenheit, Kultiviertheit, Fortschrittlichkeit und zuoberst seiner Intelligenz? Tatsächlich sind alle Reaktionsmuster die auf diesen persönlichen Werte-Konstrukten emotionaler Erwiderung oder emotionellen Verhaltens basieren eine Beschränkung der eigentlichen Fähigkeit des Menschen Situationen rational zu erkennen und ihren Verlauf ursachenbezogen an bestimmte zielgerichtete Prinzipien anzugleichen unter der Berücksichtigung der Konsequenzen für sich selbst und andere. Und gerade weil er diese Fähigkeit zweifelsfrei besitzt ist diese freiwillige Selbstbeschränkung der rein emotionalen Reaktionen eine bewusste Verantwortungslosigkeit die man als Unmündigkeit bezeichnen könnte, wobei eine gewählte Ignoranz den Kern der Sache besser beschreibt, da Unmündig ja zuerst einmal voraussetzen würde, dass man die eigene Fähigkeit zu mündigem, verantwortungsvollem Handeln überhaupt erst annimmt. Verantwortungsvoll und mündig heißt natürlich immer unter der Berücksichtigung der Einsichtsfähigkeit in die Wirklichkeit der gegebenen Verhältnisse zu Handeln, und zwar in genau so weit wie man dazu unter Aufbringung seines gesamten Potentials, also seiner Fähigkeiten im Stande ist. Das emotionale Reaktionsmuster ist eben genau das Gegenteil davon, das Handeln das darauf basiert ist in höchstem Maße subjektiv und noch nicht einmal in der Subjektivität ist es konsequent, denn es bezieht sich letztlich allein auf die gedankliche Bewusstseinsebene und ignoriert die tatsächlichen physischen Bedürfnisse der eigenen Existenz, was sich in der selbstzerstörerischen und kurzsichtigen Natur der Gesellschaftssysteme und der sozialen Beziehungen der Menschen überall auf der Welt zeigt. Beziehungen die auf sozialer Abhängigkeit basieren,  zersetzende Konflikte die ihren Ursprung in reinen Glaubenssystemen haben und entgegen der tatsächlichen Gleichheit der Grundbedürfnisse und der Einsicht in die Möglichkeit einer physischen, gleichberechtigten und unterstützenden Koexistenz aufrechterhalten werden, alltägliches Sucht- und Konsumverhalten das keiner lebensfördernden oder nachhaltigen Entwicklung dient sondern eine Vergeudung der Ressourcen darstellt und vor allem auch eine Verschwendung der Lebenszeit, da es keine dauerhafte, nachhaltige Befriedigung und zu-Frieden-heit schafft. Diese emotionalen Reaktions- und Verhaltensmuster, genährt durch künstlich geschaffene Ängste und durch die Manipulation sozialer Systeme erzeugte Ängste existentieller Not, bestimmen das menschliche Verhalten in einem ungesunden Maß das es einerseits möglich macht uns selbst zu manipulieren und zu beherrschen, uns zu selbstzerstörerischem Denken und Handeln zu verleiten und das es andererseits unmöglich macht Probleme und Situationen jeder Art mit gesundem Menschenverstand zum Wohle aller Beteiligten zu bearbeiten und zu lösen.  Das Erkennen und das Auflösen /  Loslösen von diesen Reaktionsmustern ist daher notwendig um sich und andere vor den Konsequenzen dieser Verantwortungslosigkeit zu bewahren und sich selbst zu befreien, vor sich selbst aufrichtig und selbst-ehrlich gerade stehen zu können um überhaupt Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, was die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben eines Menschen ist, der sich selbst als mündig und Vernunftbegabt bezeichnen will.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich immer wieder von meinen emotionalen Reaktionen auf das Einwirken äußerer Umstände bestimmen zu lassen ohne mir zu vergegenwärtigen, dass diese Emotionen Resultate meiner eigenen Gedanken und Erinnerungen sind und sich auf eine rein persönliche Weltsicht beziehen wodurch sie in der Folge als Reaktion nach außen nicht sinnvoll und zum Besten aller wirken, sondern lediglich den Versuch des Egos darstellen sich das Umfeld auf Kosten anderer ohne Rücksicht den persönlichen Bedürfnissen anzupassen oder aber die Emotion der Frustration aufgrund der eigentlichen Unmöglichkeit dieses Versuchs in eine Beschuldigung nach außen zu wandeln  und in Häme, Wut und Aggression gegen andere zu richten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es immer wieder nicht erkennen wollte, dass dies es Eingehen auf emotionale Reaktionen ein Spiel mit Energien ist, mit Gedanken und Fantasien durch das ich mich selbst, meinen Körper, meine lebendige, physische Grundlage benutze und immer auch andere als Statisten und Protagonisten meiner persönlichen Bewusstseinswelt einzusetzen versuche um die Vorstellungswelt meiner Persönlichkeit, meiner Erinnerungen und Gedanken-Konstrukte mit denen ich mich zu identifizieren gelernt habe zu nähren und für mich am Leben zu erhalten ohne mir dabei einzugestehen, dass eine für alle sinnvolle Lösung, ein verantwortungsvoller Umgang mit mir selbst und anderen in dieser Verhaltens- und Denkweise nicht möglich ist und dass sie einen Missbrauch des lebendigen, physischen Seins darstellt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, die eigene Unachtsamkeit und das Zurückfallen in die angelernten und gewohnten Verhaltensmuster egoistischen und Ich-bezogenen Denkens sowie in das Suchtverhalten bezogen auf selbst geschaffene, rein persönliche Bedürfnisse entgegen dem besseren Wissen um den Schaden den ich dadurch nicht nur für mich selbst sondern auch für andere verursachen kann durch meine Gedanken und persönlichen Wertsysteme zu rechtfertigen und den Grund dafür im Verhalten anderer zu suchen, oder besser gesagt in meiner konstruierten Interpretation des Verhaltens anderer.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst und meine Selbstbestimmung auf dem Weg der Selbstbefreiung von der bewusstseinsbasierten Verblendung und Ablenkung von der Einheit und Gleichheit der physischen Existenz, Hier als das Leben, immer wieder zu boykottieren um dadurch meinem Ego in der Rechtfertigung des emotionalen Denkens, der Schuldzuweisung und Anklagenden Haltung wieder Nahrung zu geben.



Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in dem Moment in dem ich die emotionale Reaktion körperlich wahrnehme meine Gedanken zu stoppen, zu atmen und mich dadurch in den Moment und die Wirklichkeit meiner physischen, atmenden Existenz in das Hier aus den Gedanken und dem Bewusstsein zurückzuholen um die Situation unbeeinflusst von emotionalen Projektionen und Interpretationen in Einheit und Gleichheit zu durchleben, selbstbestimmt und im Sinne des Besten für alle in diesem Moment.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit n dem Moment in dem mir ein emotionales Verlangen nach einer Reaktion, einer energetischen Aufladung meines Bewusstseins, der Befriedigung eines Bedürfnisses meiner Ego-Persönlichkeit in den Sinn kommt mich zu stoppen, durchzuatmen, mich bewusst und unbeeinflusst zu fragen was und wozu dieses Bewusstseinskonstrukt existiert und warum/zu was mich bestimmen soll, die Ursache und Konsequenz die das Nachgeben hat / hätte zu verstehen damit ich tatsächlich als Mensch selbstbestimmt und in Einheit mit dem leben die Verantwortung für mein Denken und Handeln übernehmen und zu ihr stehen kann in jedem Augenblick des Lebens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch in Einheit und Gleichheit mir immer wieder die rationale Einsicht vor Augen zu halten, dass die Befreiung von den emotionalen Reaktionsmustern und der Fremdbestimmung durch die Bewusstseins-Konstrukte ein schrittweiser Prozess sind und dass eine emotionale Reaktion der Frustration wenn ich eine Niederlage oder einen Rückfall bei mir erkenne ebenso eine Falle der Bewusstseinsgesteuerten Ego-Identifikation ist und in keiner Weise eine dem Besten aller dienende und konstruktive Verhaltens-/Denkweise.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben auf den Weg in ein Leben ohne die Fremdbestimmung durch Bewusstseinsprogramme, ein Leben das stabil und Hier in Einheit und Gleichheit diese auch  lebt, annimmt und in jeder Situation umsetzt, welche Widerstände sich auch ergeben, im Sinne des Lebens, und in vollem Bewusstsein der Verantwortung für alles Leben und die Konsequenzen jeden Denkens und Verhaltens.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit durch mein Handeln und Denken jetzt und zukünftig kein anderes Leben, keine andere Existenz mehr zu missbrauchen um mich als mein bewusstseinsbasiertes Ego zu bereichern oder persönliche, egoistische Bedürfnisse zu befriedigen und sei es auch nur in meiner Vorstellung.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben in Einheit und Gleichheit in dem Moment in dem ich mich selbst schuldig fühle aufgrund eines  Rückfalls in alte Verhaltens- und Denkmuster und mich selbst be- und verurteile um mich auf den emotionalen Weg der Lethargie und / oder der depressiven Verstimmung begebe, mich zu stoppen, bewusst zu atmen, mich in den Moment des physischen, atmenden Seins zurückzubringen und mich selbstbestimmt durch das Reaktionsmuster zu bringen in der Einsicht/Erkenntnis, dass diese Gedankenkonstruktion keine Lösung des Problems, sondern vielmehr seine Ursache überhaupt darstellt.

Montag, 26. Mai 2014

Tag 168 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 9 "Gewalt" I

familymwr / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)




Gewalt I

 Manchmal denke ich, dass Gewalt das einzig wirkliche ist. Der einzige wahrhaftige Akt, der eine ebenso verlässliche Reaktion hervorruft. Eine Reaktion, die nicht erst durch tausende bewusste und unbewusste Filter verzerrt, mit Absichten und Hoffnungen verknüpft wird und die man dann als manipulative Blase aufsteigen lässt, so wie das in dem scheinbar diplomatischen, zivilisierten und intellektuellen Umgang unter Menschen getan wird. Denn tatsächlich ist das einzige durchscheinende Motiv in aller sozialer Interaktionen der jeweilige Selbstzweck. Der eigene Nutzen. Und wenn man sich dabei ‚zurückhält‘, sich an bestimmte Regeln anpasst, dann nur aus einem eigennützigen Grund, weil man weiß, dass die Konsequenzen für einen selbst unangenehmer werden könnten, als der unmittelbare Nutzen. Natürlich spielen auch Bedürfnisse eine Rolle, die wir als äußerst menschlich und „gut“ bezeichnen würden, beispielsweise das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach Zuneigung und Anerkennung, nach körperlicher Nähe, nach Sex, aber gerade auch diese Motive für soziale Interaktionen und Überzeugungsarbeit sind zutiefst vom Egoismus geprägt und wir wenden jedes nur erdenkliche Täuschungsmanöver an, um unsere Ziele diesbezüglich zu erreichen. Aber gerade eben diese aufwändige, hinterhältige Manipulation, dieses Blenden mit Worten, manchmal auch mit Erscheinung, all das wirkt auf mich extrem abstoßend, noch viel abstoßender als beispielsweise eine Prügelei, ein Schlagabtausch oder auch eine direkte Bedrohung. Immerhin hat die erpresserische Bedrohung eine gewisse Offenheit, und derjenige der sie ausspricht setzt sich selbst einem angemessenen Risiko aus. Das ist in meinen Augen ein ehrlicher Umgang. Ich will das auf keinen Fall verherrlichen, und warum die Gewalt in unserer Welt ebenso verdreckt, hinterhältig und verwerflich unehrlich geworden ist wie auch die psychologische Gewalt, die Manipulation und auch der Erpresserische existenzielle Zwang, darauf werde ich später noch eingehen. Ich sage allerdings, dass eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen, ebenso wie in anderen sportlichen Wettkämpfen oder Betätigungen, durchaus eine progressive Wirkung für die Klärung eines Konfliktes zwischen Menschen oder für die Lösung einer verkomplizierten Situation haben kann.

Jeder, der nur halbwegs geradeaus denken kann weiß, dass es bei keinem Kampf, bei keiner Gewalttätigen Handlung tatsächlich einen Sieger gibt oder geben kann. Das ist auch überhaupt nicht der Punkt. Schlag ich dich heute nieder, kommst du morgen oder in zwei Wochen und hast mehr Glück oder bist stärker, was auch immer. An einem anderen Tag ist jeder in einer anderen Verfassung. Ein Kampf und wie er zu Ende geht hat überhaupt keine Aussagekraft über irgendeinen hierarchischen Status. Es geht nur um den Moment der Auseinandersetzung, die körperliche Betätigung, die Angst, das Adrenalin, die Aktion und Reaktion, den Schmerz. Das ist – oder kann ein Prozess der Selbstreinigung und vor allem der Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls sein.  Und zwar auch dann, wenn man unterliegt.

Was in unserer Welt aus dieser „menschlichen“ Gewaltbereitschaft geworden oder gemacht worden ist, ist ein abscheuliches Verbrechen am Leben. Wir haben diese kleingeistigkeit, diese verängstigte Verbittertheit einer verkrüppelten, selbstsüchtigen und wahnsinnigen Persönlichkeit in unserem Kopf zu den bestimmenden Kräften unserer Taten werden lassen. Die Sucht nach mentaler Selbstbefriedigung durch Konsum aller möglichen Massenwaren und der Kampf um eben diese Ressourcen haben uns zu gefräßigen Zombies werden lassen, die ihren Verstand als Werkzeug zur Ausbeutung, als Methodenfabrik für Betrug und Intrigen benutzen und dabei an nichts als ihre eigene Gefräßigkeit denken. Rücksichtslos und verantwortungslos, frei von jeder Sinnhaftigkeit nutzen wir also unsere „Menschlichkeit“, unsere Fähigkeiten, um durch diplomatisches Geschick unter Vortäuschung humanistisch-moralischer Motive  andere zu benutzen, sie zu übervorteilen, zu hintergehen und sie hinter uns zu lassen um in unserer eigenen kurzen Lebensspanne so viel geistig-mentales Futter in uns hineinfressen zu können wie nur möglich. Das ist unser einziges Interesse geworden, unsere einzige Motivation. Und das ist auch das einzige Prinzip unserer sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme, alle gebunden und aneinander gefesselt durch das Geldsystem, das eben genau demjenigen den größten Teil des Kuchens verspricht, der in diesen Disziplinen der geschickteste ist. Mal ganz abgesehen von dem Teil der Menschheit, der aufgrund dieser Systeme jeden Tag einem reinen Überlebenskampf ausgesetzt ist, diese sind natürlich nicht als hinterhältige Personen zu bezeichnen, wenn sie sich Strategien zur Sicherung ihres Überlebens oder dem ihrer Familien überlegen, die unter Umständen auch Gewalt erforderlich machen, sondern dieser Mensch ist in einer Situation in der er handeln muss, also gezwungen ist zur Gewalt zu greifen, und zwar durch die Systeme, die vom Menschen geschaffen und akzeptiert sind, und somit durch eben die Menschen, die sich den größeren Teil des Kuchens bereits ergaunert haben und durch das Festhalten an ihrer Selbstsüchtigkeit diesen Menschen eben genau dazu zwingen, ihn also erpressen und somit diese Gewaltbereitschaft selbst kultivieren. Niemand kann sich von den Auswüchsen unserer selbstgewählten Systematik, unserer Lebensweise freisprechen. Wir haben immer die Möglichkeit unseren Verstand zu nutzen und die Ursachen all unserer Probleme zu erkennen um sie zu beseitigen. Wir können jederzeit damit aufhören und die alten „Werte“ über Bord werfen. 

Wir glauben so gerne, dass wir uns in unserer modebewussten, konsumorientierten, von Ideologien überladenen Gesellschaft so sehr von der Gewalt wegzivilisiert hätten, dass wir „besser“ geworden wären und wir nehmen technologischen oder medizinischen Fortschritt immer gerne als Hauptargument für diese These. Die Wahrheit aber sieht ganz anders aus. Wir haben nicht uns von der Gewalt entfernt, sondern wir haben die Gewalt vor unserer Haustür entfernt, haben sie ausgelagert, ganz weit weg, wo wir sie nicht sehen oder sie aber gedanklich von uns und unserer Wirkung und Mittäterschaft wegdifferenzieren können.  Das System das uns vor der direkten Konfrontation schützt tut dies zum eigenen Zweck der Selbsterhaltung, das Geld das uns vor der Gewalt die wir sähen und andernorts ernten lassen bewahrt ist ein trügerischer Schutz. Sobald die Systematik nach einer „Erneuerung“ verlangt, wird die kriegerische Konsequenz all unseren selbstsüchtigen Denkens und Handelns auch zu uns kommen, dann wird der Schutzwall zerbrechen und andernorts andere Menschen unter anderen scheinheiligen Idealen separieren. Und so wird es immer weiter gehen, so lange bis sich vielleicht nichts mehr aufbauen lässt. Erst wenn wir uns der Wahrheit unserer selbstgewählten und akzeptierten Natur stellen, erst wenn wir akzeptieren was wir geworden sind, können wir daran etwas ändern. Wenn wir den wahren Ursachen all unserer gesellschaftlichen Probleme selbstehrlich und offen auf den Grund gehen, können wir sie auch lösen. Wir müssen aber unsere universale Verantwortlichkeit annehmen, sie akzeptieren. Wir müssen erkennen, dass nicht die Symptome Probleme verursachen, sondern die Ursachen die Probleme sind, und die sind in unser aller Verhalten, Denken und Handeln zu finden. 

Fortsetzung folgt...

Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag0078 - „Das wird nie passieren“...

Keoni Cabral / People Photos / CC BY

Blog vom 28.04.2013

„Das wird nie passieren!“ - ist ein häufiger Einwand von Menschen die meine Blogs lesen, die sich mit der Arbeit die wir gemeinsam mit 'Desteni' leisten zumindest oberflächlich auseinandersetzen, die sich mit den Begriffen der Gleichheit allen Lebens und der Einheit des Lebens konfrontiert sehen. Dieser Einwand der eigentlich lediglich eine Reaktion ist, ist auch verständlich und erfolgt ganz logisch aus der Bewusstseinswahrnehmung so wie sie bei uns ausgeprägt ist. Von dem Standpunkt der vereinzelten, isolierten Selbstwahrnehmung in mehr oder weniger fatalistischer Opferhaltung klingt die Möglichkeit einer Welt der Gleichheit und Einheit, der Gleichbehandlung und der bedingungslosen gegenseitigen Unterstützung unvorstellbar utopisch. Das ist auch ganz klar, denn die ganze Geisteshaltung eines Menschen unserer Welt ist auf die Umweltbedingung der Ungleichheit geprägt und ausgelegt. Wir wachsen auf in einem Umfeld künstlich erzeugter Ungleichheit und Ungleichbehandlung und nehmen dieses Umfeld als natürlich gegeben hin, und das schon seit ewige Generationen. Daher begründen wir auch gerne unsere fatalistische Grundhaltung mit der Geschichte, mit den Worten „Das ist schon immer so gewesen...“, die ungefähr so viel Wirkung auf einen eigenständigen Geist haben wie ein kurzer Juckreiz.
Was bedeutet eine einfache Behauptung in Form einer Prophezeiung im Gegensatz zu der gelebten Wandlung eines lebendigen Menschen, zu der aktiven Selbstarbeit die als Resultat ein empirisches, lebendiges Beispiel für die Möglichkeit der Neuausrichtung, der gewollten Anerkenntnis der Einheit und Gleichheit allen Lebens gibt?
Allein die Tatsache dass sich so viele Menschen, wenn man sich offen zu dem Weg der Selbstbefreiung von den Glaubenssätzen der Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit menschlicher Entwicklung begibt, die Mühe machen dir immer wieder versichern zu wollen wie hoffnungs- und aussichtslos deine Anstrengungen seien ist ein deutliches Zeichen für die wahrhaftige Wirksamkeit deiner Bemühungen. Doch auch das ist eine nicht einfach so zu verhindernde Entwicklung in deinem Umfeld, dass es ganz egal ist wie deutlich wirksam deine Veränderung auch sein mag, die Ignoranz vieler Menschen wird kongruent dazu wachsen und sie werden es übersehen, oder sogar verunglimpfen, dich diffamieren, dich einen Heuchler oder ähnliches nennen, sobald sie glauben dich 'erwischt ' zu haben. Die Unterstellungen werden sich häufen und die Lügen auch.
Aber all das spielt keine Rolle. Es ist das Unverständnis und der Selbstschutz des Egos der sie dazu veranlasst, ebenso wie es bei dir selbst der Fall war. Die Überwindung dieses Punktes ist der schwerste der ersten Schritte zu eigenständigem Denken und selbstverantwortlichem Leben. Es geht nur um dich, nicht um Überzeugungen. Wenn du als das Leben, unabdingbar verbunden mit allem Leben als das Beispiel gerade stehst für die gelebte Einheit und Gleichwertigkeit allen Lebens, bist du selbst die Veränderung und es ist keine Überzeugung und Selbstbehauptung nötig.
Es ist auch nicht nötig auf ein Ziel hinzuarbeiten, denn der Prozess der Veränderung, der gelebten Selbstbestimmung und Ausrichtung am leben ist bereits das Ziel. Es gibt keinen endgültigen Endzustand zu erreichen von dem aus man dann auf alles zurückblicken könnte. Das Leben ist und muss ein Entwicklungsprozess bleiben, es ist lediglich die Grundlage, der Ausgangspunkt, die Perspektive von der aus man ist und Handelt, die sich grundlegend ändert eben durch die selbstehrliche Selbstarbeit. Diese Eröffnung, diese Erkenntnis ist nicht vermittelbar, sie ist nur dir selbst offenbar, wenn der Schritt über den Widerstand hinaus getan ist, wenn die freiwillige Selbstbeschränkung durch das Dogma der Aussichtslosigkeit durchbrochen wird. Dieser Schritt scheint nur aus einem Grund ein solches Wagnis für das verängstigte Ich zu sein, nämlich dem, dass im Falle der Wahrhaftigkeit seiner Verheißung ein Zurück nicht mehr möglich ist und endlose Schritte in eigenverantwortlicher Selbstregie folgen müssen, und dass von dem Zeitpunkt an die Eigenverantwortung allgegenwärtig ist und nicht mehr ignoriert werden kann. Doch davor Angst zu haben ist nachher unvorstellbar, denn es sind genau diese Punkte die dich angstfrei und wahrlich Selbstbewusst werden lassen, die dir die Lebenskraft in die eigenen Hände zurückgeben und dich zum Leben erwecken, indem du dich selbst als das Leben in allem Leben wiederentdeckst. Sich selbst zu stoppen, sich zu bremsen und seine eigene, selbstbestimmte Entwicklung zu begrenzen nur aufgrund einer Empfindung, einer ängstlichen Prophezeiung, eines vagen Glaubens hin ist dann unvorstellbar und der Gedanke wirkt geradezu lächerlich. Es ist überhaupt nicht relevant wie sehr und ob man an das Eintreten einer Utopie glaubt. Was zählt ist das was ist, und das ist die Wahrheit der Möglichkeit und damit der Verantwortlichkeit des Menschen zur verantwortlichen, des Lebens würdigen Selbstgestaltung in Selbstbestimmung. Die Selbstverleugnung, die Ignoranz gegenüber dieser Möglichkeit aus irrationaler Angst heraus beseitigt nicht die Wahrhaftige Tatsache. Und je mehr Menschen sich offenbaren, sich selbst dekonstruieren und als Beispiel den Weg des lebendigen Wortes, des tatsächlichen Selbst-Wandels gehen, desto klarer wird diese Verantwortlichkeit als symbolische Lebenskraft jedem klar vor Augen geführt und nach und nach, Schritt für Schritt werden Die Geister sich hinterfragen und das Leben wird sich durchsetzen, der Mensch wird sich selbst überwinden.

Sonntag, 7. April 2013

Tag0056 - Der Tod als Spiegel des Lebens [Teil1]





Es gibt keine ‚toten Menschen‘, denn der Körper der nicht mehr als Mensch fungiert ist nicht tot, nur das System  das er war ist ‚tot‘, beendet und löst sich auf und so ist auch der ‚tote Mensch‘ nur ein System der Vorstellung. DAS ist die wahrhaftige Bedeutung des Todes, das ist die Wahrhaftige Bedeutung des ‚ewigen Lebens‘, des ‚großen Todes‘ in dem der Schleier der Verblendung sich lichtet, nicht etwa die spirituell verklärte Interpretation der New-Age-Fanatiker, dass da etwas ätherisches, übernatürliches, überphysisches als unsere Persönlichkeit, als wir selbst in individueller Sicht ewig existiere. Es ist das Leben, das ewig ist, in seiner physischen Existenz geht es weit über das menschliche Körperliche hinaus, und die Person, die Vorstellung, die Geschichte dieses Individuums des Geistes ist ein Beiwerk, das Ergebnis einer Prägung und Konditionierung, sie ist ein Teil des gesamten, aber nicht eigenständig existent, schon gar nicht über die Existenz des körperlich-physischen Systems hinaus. Es ist, wenn man erst einmal den Weg der Selbstanalyse in Selbstehrlichkeit angegangen ist, schwer nachzuvollziehen wie sich eine solche Idee überhaupt derart festsetzen und etablieren konnte, wo doch alle Fakten, alle Tatsachen und wirklich erlebbaren Phänomene dieser Existenz nichts davon vermuten lassen. Der einzige Grund an solcherlei Philosophien und Ideen zu glauben ist der der Angst und Bequemlichkeit. Angst vor der unabdingbaren Konsequenz all deiner Handlungen, vor der Unwägbarkeit deiner Zukunft in einer Welt verunsicherter, ängstlich-aggressiver Geister, und die Bequemlichkeit der eingebildeten Unschuld, der Vorstellung meine Verantwortung sei lediglich auf mich und mein Leben begrenzt, und erstrecke sich nicht etwa auf alle Konsequenzen meines Handelns, Denkens und Redens.

Warum ziehen wir eine Illusion dem Leben vor? Was bringt und die Angst vor dem Ende der Persönlichkeitsgeschichte, der Ideen und Vorstellungen, die ohnehin vornehmlich von Verbitterung, nagendem Selbstzweifel und der Ständigen Suche nach  Selbstbestätigung in anderen, also von emotionaler Abhängigkeit geprägt sind? Ist das tatsächlich ein Leben eines intelligenten Wesens mit dem Potential und den Möglichkeiten des Menschen? Wie konnten wir es zulassen ein System zu gestalten das uns derart zwingt, uns derart einschränkt und kontrolliert, so dass wir unsere Selbstkontrolle schon völlig aufgegeben haben ohne zu sehen, dass wir dadurch auch unsere Selbstbestimmung verlieren?

Wie kommt es, dass eine reine Vorstellung eines Ichs, eine Idee Angst vor dem Tod hat? Der Grund ist, dass sie nie gelebt hat. Der Grund ist ihre Isolation im Geiste, die künstliche Trennung nicht ur von der Existenz, sondern vom Leben, dem eigenen Selbst. In der reinen Identifikation über die Ideologie der konditionierten Bewusstseinsvorstellungen, der Kultur- und Erziehungsprogramme meines Umfeldes, entfremde, entferne ich mich von mir selbst als dem Leben, das ich bin. Ich entferne mich von der Einheit alles Körperlichen, der offensichtlichen Basis meiner Existenz im physischen Leben. Alles was ich mir vorstelle, was ich im Geist entwickelt habe, ist auf das Individuum selbst ausgerichtet, auf sein persönliches Leben, diese lächerlich kurze Zeitspanne. Darin versuchen wir, jeder für sich in einer Gemeinschaft das persönliche Glück und die Erfüllung zu finden. Und dabei können wir nicht auf die Unterstützung anderer hoffen, denn die sind ebenso mit sich selbst beschäftigt. Und niemand sieht auf, niemand hebt den Kopf und sieht die Wirklichkeit, die er aufgegeben hat für ein hoffnungsloses Unterfangen. Der Menschenverstand, wenn er genutzt wird, eigenständig, selbstehrlich und im Sinne des Lebens, offenbart diesen Selbstbetrug in einem einzigen Moment des Aufblickens, in einem einzigen Atemzug den man bewußt nimmt, in dem man das Leben das man ist erkennt und die Einheit und Gleichwertigkeit, die unglaublichen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen und die unfassbaren Untaten die wir im Wahn der Selbstisolation, der Fixierung auf die persönliche Geschichte haben geschehen lassen.

Die Angst vor dem Tod ist die Selbstoffenbarung der vertanen Möglichkeiten. Die plötzliche Erkenntnis der Lebenslüge und der Unmöglichkeit der gelebten Motive und Ziele und der persönlichen Agenda. Niemand wird das Ewige Leben als Person sein, das Leben ist bereits was wir sind und immer waren. Darauf müssen wir uns wieder Besinnen um dem Leben (s)eine Würde zu geben, um die Formen des Lebens zu befreien von der Versklavung unter unsere Verantwortungslose Angst.  

Doch wir wagen es nicht uns zu befreien und selbst vor dem lächerlich verzweifelten Versuch der aggressiven, gewalttätigen Verteidigung unserer zum Scheitern verurteilten Ideale schrecken wir in unserem Wahn nicht zurück. Töten um dem Tod zu entrinnen, sich von ihm Freizukaufen, das ist ein geläufiges Verfahren in unzähligen Religionskriegen gewesen und ist es noch immer. Wir töten mittlerweile zwar auf subtilere Weise, im Namen einer das Leben ausquetschenden Gottheit, des Geldes, und die Religion ist der Kapitalismus, der Glaube an seine heilende und von Angst befreiende Kraft ist aber die selbe- Der Tod und die unerträgliche Angst vor ihm ist vielleicht rational nicht zu besiegen, doch der Wahn sich so viel wie möglich vom Leben einzuverleiben, sich selbst zu bereichern bis weit über die Notwendigkeiten hinaus, in einer Sucht nach energetischen Erlebnismomenten, nach ‚Genuss‘ und ‚Befriedigung‘, nach ‚Macht‘,  ‚Anerkennung‘ und ‚Bewunderung‘ scheint diesen Glauben irgendwie zu ersetzen, er gibt im Moment das Gefühl der Überlegenheit, der Unsterblichkeit in der Überfütterung des Geistes. Das ist kein Leben, keine Selbstbestimmung, das ist keine Verantwortlichkeit, keine Kultivierung des Lebens.
Auch andere Wege der Selbstverblendung, der Verzicht und die Abkehr von Konsum und sogenannten ‚weltlichen‘ Gütern, das Aussteigen aus den Systemen die unser Leben beherrschen und die wir selbst sind sind keine Befreiung. Sie sind nicht einmal tatsächlich und wahrhaftig möglich. Wir können uns nicht ausklinken aus einem System das wir selbst sind. Wir übernehmen keine Verantwortung und werden nicht zu besseren Menschen wenn wir verzichten. Auch die Bettelmönche leben aus dem und von dem weltlichen System, nur dass sich andere die Hände schmutzig machen. Beteiligt sind sie dennoch, moralisch, ideologisch und durch ihr ‚nicht-Handeln‘.

Nein, wahre Selbstbefreiung kann es nur für und als das Leben, also für alles Leben geben. Und befreien können nur die es, die es unterjochen. Und das sind eindeutig die Menschen.

Unsere Ängste sind unangebracht, künstlich, ohne realen Bezug zu unserer Existenz. Sie werden geformt und gestaltet in unseren Gedanken, verknüpft mit Emotionen und Bedürfnissen, benutzt und missbraucht um zu manipulieren, sie sind trügerisch und bremsen unsere Entwicklung, schränken unsere Möglichkeiten und unseren Horizont extrem ein. Sie halten uns vom Leben ab und sind die Hauptursache für den Zerfall und die Zerstörung unserer Anstrengungen, unserer scheinbaren Entwicklungen und Fortschritte, sie sind Hauptursache für unsere Gewaltbereitschaft und den Missbrauch am Leben in allen erdenklich grausamen Formen. Und sie sind selbst geschaffen, von uns selbst kreiert und akzeptiert, verinnerlicht und weitergegeben an unsere Kinder, ohne Verstand, ohne die Courage uns selbst einmal nur zu stoppen in unserem automatisierten Wahn und uns selbst zu hinterfragen, uns zu prüfen und vor uns selbst Rechenschaft abzulegen.

Dass wir das können, dafür geben viele hunderte Menschen den lebenden Beweis. Dass wir dafür selbst, jeder für sich eigenverantwortlich handeln und an uns selbst arbeiten müssen, ist eine grundlegende Erkenntnis die jeder selbst erlangen muss, die niemand aufzwingen oder beeinflussen kann. Das macht es zu einem so langsamen Prozess. Doch wer diesen Weg der Selbstbefreiung, der Befreiung von der Angst vor dem Leben und damit vor dem Tod  geht, der geht ihn offen, offenherzig und ohne Zurückhaltung. Der steht auf in der Gemeinschaft und stellt sich als Beispiel zur Verfügung, offenbart sich, stellt sich bloß um die verborgenen Ängste aller offenzulegen, um die Gleichheit vor Augen zu führen und lebendig erwachen zu lassen.

Der Mensch ist das Leben, gleich und eins mit allem Leben. Und wenn er sein Potential tatsächlich in Würde tragen will , dann muss er für ich selbst als das Leben die Verantwortung übernehmen, dann muss sein Denken und sein Handeln immer das Interesse allen Lebens einbeziehen, und zwar unbegrenzt, nicht nur  beschränkt auf einen Wahn, eine Geschichte einer persönlichen, kurzen Lebensspanne. Das Leben ist eins, hier und jetzt, für dich, mich, alle Lebensformen die sind und die die kommen. Der Tod ist eine unumstößliche, heilsame Wahrheit des Lebens, wir können an diesem Ende der Form, des Bewusstseins als Persönlichkeit ihre unwirkliche Natur erkennen und uns von dem Bann der vergeistigten Selbstidentifikation und damit auch von der Angst generell  befreien.

Fortsetzung folgt…                                                                                     

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 07.04.2013




Sonntag, 24. März 2013

Tag0042 - Emotionale Reaktionen persönlicher Verletztheit



Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass ich emotional reagiert habe weil ich in einer Diskussion mit mehreren Menschen ignoriert wurde, weil die Diskussion trotz meiner Einwürfe und Fragen einfach weitergeführt wurde ohne dass meine Denkanstöße in irgend einer Weise Einfluß genommen hätten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mit dem Gefühl der Frustration und innerlich mit sarkastischen und zynischen Kommentaren reagiert zu haben, als dann eine andere Person die Diskussion mehr oder weniger gestoppt und herumgerissen hat, und zwar mit einer inhaltlich ähnlichen Anregung und Argumentation wie zuvor die meine, und alle auf diesen Einwurf zustimmend reagierten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich übergangen zu fühlen anstatt in Erwägung zu ziehen, dass eventuell meine eigene Formulierung unentschlossen und unzureichend war oder vielleicht meine Motivation der Fragestellung und der Kommentierung nicht ganz eindeutig war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich in der Situation des nicht gehört werdens hilflos und an vergangene Erlebnisse erinnert zu fühlen, dass ich mich den Gedanken und Spekulationen über die Gründe der anderen hingegeben habe mich zu ignorieren und mich darin verloren und selbst beurteilt habe, dass ich über andere spekuliert und geurteilt habe aufgrund einer Verletztheit deren Ursache mir die mangelnde Eindeutigeit meines Standpunktes hätte aufzeigen und mir in meinem Prozeß der Selbsterkenntnis hätte weiterhelfen können.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Unsicherheit und Minderwetigkeitsgefühle aus der Vergangenheit meines Lebens aus meiner Erinnerung für mich wieder aufleben zu lassen und ihre Identität in dem Moment der emotionalen Reaktion mit Selbstgefälligkeit, Zynismus und Überheblichkeit zu verschleiern.


Ich bestimme und korrigiere mich selbst als Mensch und als das Leben im Moment der erlebten emotionalen Reaktion aufgrund einer enttäuschten Erwartung, wenn ich das Gefühl habe nicht gehört zu werden, dass man mich ignoriert oder meine Einwände / Kommentare nicht berücksichtigt, nicht zu Anschuldigungen und Rechtfertigungen der persönlichen Verletztheit und der Frustreaktionen überzugehen, sondern meinen Standpunkt und meine Motivationen eingehend zu prüfen und die Situation dehingehend zu nutzen meine eigenen emotionalen Muster zu korrigieren, meine Reaktionen zu bearbeiten und mich von der Fremdbestimmung durch die konditionierten Programme und akzeptierten und angelernten Verhaltensmuster zu befreien.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst als Mensch und als das Leben mich nicht in Verurteilungen und Spekulationen über Motive anderer zu verlieren wenn ich mich persönlich verletzt oder angegriffen fühle, sondern vielmehr zu erkennen, dass diese Empfindungen Hinweise auf eigene Unsicherheiten und Unklarheiten sind, die wiederum, wenn sie unbearbeitet und ungeklärt bleiben, Ansatzpunkte für Manipulationen und Beeinflussung von außen und von den eigenen inneren Gedankensystemen bieten.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst als Mensch und als das Leben in jedem Moment der emotionalen Reaktion auf das Verhalten anderer Menschen mich in meinen gedanklich ablaufenden Programmen der Beurteilungen, der emotionalen Zuweisungen und Verknüpfungen, der Vergleiche mit Erlebnissen meiner Erinnerung zu stoppen, durchzuatmen und mich als das leben hier in den lebendigen, einzigen realen Moment zurückzuholen und mich selbst eigenverantwortlich szu steuern und zu bestimmen, so dass die Situation im Sinne des Wohles aller Beteiligten fortgeführt und gelebt werden kann.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 24.03.2013