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Freitag, 15. Juli 2016

Tag 210 - Und noch ein "Islam-Experte" (wo sind eigentlich die Mensch-Experten?)






Gerne wird in letzter Zeit dieser Artikel geteilt und er verspricht "unerwünschte Offenbarungen"... mal sehen...


Und wieder ein „Islam-Experte“ der unsere „Flüchtlingspolitik“ kritisiert und Öl ins Feuer der Angst gießen möchte. Interessant wie die Gelehrten dieser Generation es in ihrem Alter immer noch schaffen, auf einen so schnellen Zug aufzuspringen. 

Bassam Tibi, der Erfinder der „Leitkultur“, (oder sollte ich sagen ihr „Entdecker“?) der aufgrund seiner eigenen Herkunft Zugang zu Bildung, Geld und der Möglichkeit hatte zu reisen und auszuwandern, ist ein Musterbeispiel der „Draufseher“, ein „Beobachter“ aus der Elitenperspektive, und er spricht ganz im Sinne althergebrachter arroganter Glaubenssätze, dass die Worte der „gelehrten Herren“ ungefragt Gültigkeit zu besitzen haben. 

„Die unerwünschte Offenbarung eines Deutschen Syrers“ 
titelt dieser Beitrag von „Audiatur Online“ und verspricht erfahrungsbedingte Erkenntnisse. Allerdings bleiben diese weitestgehend aus, lediglich spekulative Behauptungen bleiben hängen und diese werden allein aufgrund seines Titels zu einer diffusen Hintergrundwahrheit, ein Gedankenfilter der die Realität an das verängstigte Weltbild vieler anzupassen gedacht ist. Dabei dient der gleich zu Beginn eingestreute Hinweis, Bassam Tibi sei Schüler Adornos gewesen als Ankerpunkt der Schlüssigkeit, denn es muss ja etwas dran sein, wenn er unter einem derart großen Namen gelernt hat. Nun, das ist natürlich auch so nicht haltbar, denn er hat unter anderem bei Adorno und Horkheimer studiert, was aber nicht heißt, dass er „sein Schüler“ war. Auch ich habe beispielsweise schon Vorlesungen des Prof. Dr. Gerald Hüther besucht, bin deshalb aber noch lange nicht „sein Schüler“ gewesen.

Seine Behauptungen in diesem Artikel sind also nicht mehr als das, hier wird nichts detailliert hergeleitet oder begründet, sondern einfach nur gesagt. Allein die erste Behauptung ist schlichtweg falsch, wenn er sagt in Deutschland gäbe es nur Extreme, und „die Deutschen“ würden zwischen ihnen „pendeln“, als seien sie ein Volk ohne eigene Meinung, das sich rein emotional steuern lässt. Den Eindruck kann man zwar gewinnen, wenn ich mich auch ebenfalls als Teil Deutschlands bezeichnen möchte und viele meine Bekannten und Freunde ebenfalls, und in keiner Weise lässt sich diese Ansicht an meiner Erfahrung bestätigen. Allein die hergestellte, medial produzierte und präsentierte „öffentliche Meinung“, die Projektion der Gesellschaft in Funk und Fernsehen stellt ein derartiges Bild dar und es ist eine Tragödie, dass wir als Gesellschaft tatsächlich in extrem hohem Maße in unserer Sichtweise von diesen Medien beeinflusst werden. Das ist allerdings kein rein deutsches Phänomen, sondern ein menschliches. So wie unsere „öffentliche Meinung“ vorgefertigt verkauft wird, wird dieses Medium natürlich in allen Ländern zur Manipulation benutzt, in denen die Bevölkerung freien Zugang zu ihnen hat. Nicht umsonst bringt jede Regierung große Anstrengungen auf, vor allem die Rundfunk- und Fernsehanstalten unter ihre Kontrolle zu bringen, und selbst in den ärmsten Ländern wird darauf geachtet, dass annähernd jeder Zugang zu den Endgeräten hat. Umso erstaunlicher, dass der Kritiker dieses angeblichen Schwarz/Weiß Denkens selbst nicht differenzieren möchte und sich in eine Reihe mit den generalisierenden Anklägern stellt. Da können von mir aus zehn Doktortitel vor seinem Namen stehen, deren Bedeutung für seine Aussagen in diesem Zusammenhang sind gleich null.  Er sagt es selbst: er fällt ein Urteil über „die Deutschen“, ebenso wie über „die Araber“, und beruft sich dabei auf seine persönliche Erfahrung. Das ist natürlich an Anmaßung nicht zu übertreffen und vollkommen uninteressant für eine Lösungsorientierte Herangehensweise an Problematiken, die im Grunde alle Menschen betreffen. Aber hier kommt eben dieser bereits angesprochene, imaginäre Obrigkeitsanspruch einer Generation „gelehrter Herren“ zum Vorschein. Da hilft es auch nicht weiter, dass er sich hinter großen Namen und Zitaten versteckt, bzw. versucht durch auswendig gelerntes Eindruck zu schinden. 

Es ist in dem gesamten Artikel, wie übrigens in vielen „Gelehrtenmeinungen“ zur aktuellen Situation, nicht ein Ansatz zu erkennen, wie die Problematik entstanden sein könnte, bzw. welche Wege diese Problemgrundlagen beseitigen würden Es ist ein fatalistischer Grundsatz in solchen Kreisen, der von einer arroganten Selbstüberschätzung ausgeht, die das Ego zum Urteile fällenden Beobachter macht, weil es sich als fähiger ansieht als alle anderen Menschen. Tatsache ist, dass die Fähigkeit den Menschen und damit auch die Zusammenhänge der Reaktionen, des Verhaltens, der Ignoranz und des Egoismus zu verstehen jedem Einzelnen zugänglich ist, nämlich in der selbstehrlichen Selbstschau. Doch dieser Ansatz grenzt vor allem in sogenannten Gelehrten Kreisen an Blasphemie und wird entweder verunglimpft oder eben durch Ausschluss mit aller Härte bekämpft.  Wie auch immer, der Schein einer Expertenmeinung mit Offenbarungscharakter der im Titel laut angekündigt wird, verblasst bereits nach dem aufmerksamen Lesen des ersten Absatzes. 

Nun, ich gehe nicht davon aus, dass dieser Artikel das tatsächliche Potential des Herrn Tibi auch nur annähernd wiedergibt, jedoch lässt er sich (wahrscheinlich) aus Gründen der Selbstverliebtheit hier gerne vor den Karren spannen, um das altbewährte mediale Spiel des „divide & conquer“ Publikumswirksam weiter voranzutreiben. Dafür ist sich ja auch sonst kaum jemand zu schade. Schade ist nur, dass wir gerade auch durch solche Artikel genau diejenigen gesellschaftlichen Charakteristiken verstärken und ausprägen, die Herr Tibi hier zu kritisieren meint.

Zu den „störenden Flüchtlingen“ in der Göttinger Innenstadt, von denen Herr Tibi hier spricht:
Ich kenne Göttingen sehr gut, habe lange dort gelebt und ich kenne auch die elitäre Bildungs- und Öko- Schickeria, die dort immer noch den Anspruch erhebt, die Innenstadt zu „besitzen“ und schon seit ewigen Jahren Festlichkeiten und Veranstaltungen boykottiert, weil sie sich in ihrem ruhigen Altstadtleben gestört fühlt. Dass diese sich nun auch durch „Flüchtlinge“, also durch noch mehr Menschen noch erheblicher gestört fühlen ist wenig verwunderlich und kann diesen wohl kaum allein zum Vorwurf gemacht werden, ist aber vor allen Dingen kein Maßstab. Noch dazu, dass Göttingen eine Universitäts- und Studentenstadt ist, sich ziemlich etwas auf diese Universität einbildet (Elite-Uni…) und mit dieser Doppelmoral einerseits jung und lebendig wirken zu wollen, aber andererseits durch einen konservativen Geldadel ständig getadelt zu werden schon seit je her zu kämpfen hat.

Wie dem auch sei, ich lasse mich selbstverständlich nicht mit in die Urteile des Herrn Tibi einbeziehen, weder wenn er über „die Deutschen“ noch wenn er über „die Araber“ und deren antisemitische Kultur spricht. Schon gar nicht, und da sehe ich mich persönlich als tragender Teil einer Deutschen Kultur, übernehme, borge oder assimiliere ich eine Sichtweise eines anderen, und vor allem dann nicht, wenn dieser jemand sich auf Grund seiner Graduierung zur Urteilsfällung berufen fühlt. Ich kultiviere Deutschtum dadurch, dass ich meinen Verstand, mein Wissen und meine Fähigkeiten der Ursachenfindung eigenständig und möglichst unbeeinflusst schule, mich nicht in einem Urteil schlussfolgernd festlege und immer möglichst die eigene Beteiligung und vor allem auch die möglichen Konsequenzen meines Wirkens langfristig mit einbeziehe. Darin sehe ich die Verantwortung des Menschen an sich, die Verantwortung gegenüber dem leben, unseren Kindern und deren zukünftiger Lebenswelt.

~ BeastIan

Freitag, 8. Juli 2016

Tag 208 - Anabel Schunke: "Ihr nehmt mir meine Heimat" - Ich nehme dir dein Selbstmitleid



Dies ist ein mir am Herzen liegender Kommentar zu folgendem online Artikel und der Verfasserin Anabel Schunke:


http://www.rolandtichy.de/meinungen/ihr-nehmt-mir-meine-heimat/

Wenn mir eins gehörig auf die Nerven geht, dieser Tage, dann die unsäglichen Aussagen der plötzlich auf dem Deutsch-nationalen-Identitätsfindungstrip verrannten Bequemlichkeitsnörgler, die offenbar das Jammervokabluar der sich in der imaginären Abgrenzung zu „Ausländern“ neu definierten Deutsch-Stämmigkeit befindlichen Medialen Hetze auswendig gelernt und sich in dieser Gruppierung, der in dauernden Wiederholungsschleifen von Kultur und Deutschen Werten faselnden Mantra Sänger aufgehoben fühlen. Das ist sehr wohl religiös anmutend, so wie jeder medial losgetretene Trend. Und auch dieser wurde medial aufgekocht, denn die sogenannte „Lügenpresse“, welche diesen Titel durchaus verdient, allerdings aus ganz anderen Gründen als es die Pegidisten, Afd’ler und Anhänger ähnlicher Gruppierungen durchschaut zu haben glauben, arbeitet natürlich mit wesentlich subtileren und vielschichtigeren Methoden als, und diese Unterstellung wage ich durchaus zu halten, die meisten der neuen Verteidiger des Wortes „Kultur“ zu analysieren in der Lage sind, zumal es noch nicht einen Artikel gab, durch den ich mich gequält habe, in dem allein der Begriff „Deutscher Kultur“ oder „Deutscher Werte“ von den Propagandisten annähernd definiert wurde.

So ist auch dieser Beispielartikel mit Mustergültigkeit, der den Titel „Tichys Einblick“ der liberal konservativen Meinungsseite trägt, lediglich eine Draufsicht ohne erkenntnisfähige Analysefunktion.

Aber noch viel mehr als das, ist er eine Beschreibung der Indentitäts-basierten Unsicherheit einer Gesellschaft, die sich von den Medien berieselt seit ungewisser Zeit in einem schlaftrunkenen Zustand der imaginären Konsumidentifikation befindet, und nun in einem schreckhaften Erwachen die Unwirklichkeit ihrer bisherigen Gefühlswelt erkennt. Und genau in diesem Moment bieten alle Bildschirme ein hervorragendes, fast märchenhaftes Feindbild, einen Blitzableiter der emotionalen Schreckreaktion die anderenfalls zu einem Erwachen zum Selbst führen könnte, um diese Menschen für die eigenen Geschicke der System-Maschinerie zu lenken:
den Immigranten.
 
Da sich gerade die nun in wertender Abgrenzung befindlichen gefühls-Deutschen ungerecht kategorisiert fühlen, wenn man ihnen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unterstellt, nehme ich gleich hier den verunglimpfenden Gegenargumenten den Wind aus den Segeln, dass es sich hier um das Geschwafel eines „linksversifften Gutmenschen“ handeln würde:
Zunächst handelt es sich bei ausnahmslos jeder fremdenfeindlichen Äußerung nur um eine Symptombeschreibung, denn im Grunde sind es aus FremdenAngst geborene Meinungsmuster und die feindselige Einstellung resultiert aus der psychologisch eindeutig herleitbaren Schutzreaktion, welche eben aus der Angst geboren wird, die wiederum immer in Unverständnis gründet. Weiterhin stelle ich keineswegs die begründeten Sorgen angesichts der Probleme die in unserer Gesellschaft und dem von uns getragenen System eine unkontrollierte Zuwanderung verursacht in Frage. Im Gegenteil, ich unterstreiche sogar die Wichtigkeit der offenen, aufrichtigen Betrachtung dieser Phänomene, vor allem aber die Notwendigkeit ihrer ehrlichen Analyse. Diese Analyse ist allerdings nicht aus dem Kontext einer über Generationen andauernden Entwicklung zu lösen und genau hier liegt eben der infantile Denkfehler, bzw. die naive Ignoranz derer, die sich nun beschweren, die nun ihre Finger gegen Politiker und gegen die moralische Verwerflichkeit fremder kultureller Werte erheben. Denn die Probleme die nun aus einer diffusen Deutschen Identität heraus abgeurteilt werden, wurden bereits hundertfach von eigenständig denkenden Systemkritikern aufgezeigt und über die Jahre mehrfach öffentlich hervorgehoben, vorausgeahnt und vor allem mit Lösungsvorschlägen für einen ernsthaften Weg der Veränderung, der Prävention und im Sinne einer zukunftsorientierten Wandlung der Gemeinschaft behandelt.

Es gibt in keinem Bereich nur Schwarz oder Weiß, es sind die Meinungen natürlich im Einzelfall zu betrachten. Allerdings entsteht nicht zuletzt durch die mediale Beeinflussung ein öffentliches Bild, welches gerade zu diesem Thema die gern angenommene Abkürzung, den schnellen, leichten Weg zur Lösung einer vielschichtigen Problematik anbietet. Und dagegen gehe ich entschieden vor, vor allem dann, wenn diese Scheinlogik mit einer dreisten Lüge offen eingeleitet wird. Und diese Lüge ist, dass die Konsequenz der Ursache zugrunde läge. Die Immigranten, Flüchtlinge und die, welche sich nur bereichern wollen sind eine Tatsache, sie sind als gesellschaftliche Phänomene „der Fall“. Das ist unbestritten. Dass sie allerdings die Ursache unserer gesamtgesellschaftlichen Probleme und ihre Beseitigung im Umkehrschluss die Lösung eben dieser bedeuten würde, könnte von der Wahrheit kaum weiter entfernt liegen.

Unser Bewusstsein, darauf getrimmt schnelle Bedürfnisbefriedigung und eine gedankliche Sicherheit zu erreichen, nimmt über die Schnittstelle der Angst gerne eine allgemein als gültig akzeptierte Sichtweise an, denn sie bewahrt vor der Anstrengung der Entwicklung eines selbst-ehrlichen, persönlichen Standpunktes und verknüpft gleichzeitig die Vermeidung der Angst des „alleine Stehens“. Was hier zu vermeiden gesucht wird, sind im Übrigen genau solche Attribute, welche es dann argumentativ als „Werte“ einer Nation stolzer, mündiger Bürger zu verteidigen gilt. Hier liegt schon ein Knotenpunkt des Selbstbetrugs vor, ein paradoxer Fehlschluss, der die Meinung zu einem dogmatischen Glaubenssatz verkümmern lässt. Natürlich kann sich auch hier jeder Einzelne, der sich vielleicht angesprochen fühlt, leicht herausreden. Aber es geht mir nicht darum, zu überzeugen, sondern lediglich Denkanstöße zu geben, da ich aus eigener Erfahrung genau weiß, dass jedem Einzelnen die Unwahrheiten und Fehlinterpretationen, sowie ihre Gründe und Ursachen, durchaus bekannt sind, wenn sie auch oft sehr unterschwellig gehalten und zwanghaft ignoriert werden.

So wird beispielsweise in der Jammerschrift „Ihr nehmt mir meine Heimat“ dieses Artikels vom Stolz der Anabel Schunke gesprochen, den sie immer empfunden habe, Deutsche zu sein. Anabel Schunke ist Model und studiert Politikwissenschaft und Geschichte, ist somit sehr in die westliche Wertewelt integriert, indem sie ihre Erscheinung vermarktet, sich über die Medien verkauft und damit ihren Wohlstand, ihre Bildung und alle Errungenschaften westlicher Wertestrukturen sichert. Kulturell ist ein solcher Lebensweg nicht eindeutig einer Landeskultur zuzuordnen, damit auch nicht abgrenzbar, jedenfalls nicht eindeutig. Die Werte um die es hier geht sind jedenfalls allein in dieser Bio nicht als rein „Deutsche“ erkennbar. Sie erstellt Fotostrecken mit politischer Aussage, die, und da nehme ich Bezug auf die in diesem Artikel verknüpften Fotos, eindeutig sein können, allerdings keineswegs besonders Tiefsinnig durchdacht erscheinen, sondern eher wie platte Stammtischparolen anmuten. Das Bild einer Familie, bzw. dreier Frauen mit Kindern, von denen zwei Frauen Kopftücher tragen in Verbindung mit dem Titel „Ihr nehmt mir meine Heimat“ ist jedenfalls an banalem Populismus kaum zu übertreffen. Auf derselben Schiene allerdings, die ich bereits ausführlich weiter oben beschrieben habe, geht es den gesamten Artikel hindurch weiter. Es ist nicht ein einziger Aussagesatz dabei, der einer Verstandesbasierten Prüfung an der Wirklichkeit standhalten würde, wobei die meisten ohnehin für eine Analyse nicht geeignet sind, da ihnen der relevante, greifbare Inhalt fehlt.

Nehmen wir nur einmal diesen:
„Grüne, warum immer gegen Deutsche?“

Zunächst einmal sind „die Grünen“ ja auch Deutsche, also werden sie sicher nicht „gegen Deutsche“ Politik machen. Doch ist mangels einer genaueren Definition des „Deutschen“ und was ihn, außer seiner Geburtsstätte, ausmacht, erstens die Frage eine leere, und auch die Erörterung dieser Position kann nur ins Nichts führen, es sei denn, man versucht zwischen den Zeilen zu lesen, was natürlich Fehlinterpretationen nicht ausschließt. Das aber, und das ist mein Standpunkt, ist auch genau die Absicht solcher Parolen. Denn das lässt natürlich endlos freien Raum sich aus den eigenen Aussagen herausreden zu können, sollte man auf Denkfehler hingewiesen werden.

Dass die Politik im Allgemeinen, bestimmt und gelenkt von Wirtschaftsinteressen, für die Menschenleben und auch die Menschlichkeit keinerlei Wert haben oder eine Rolle spielen, gegen die Interessen von Menschen gerichtet ist, ist keine Frage mehr in der heutigen Zeit. Dass sie aber gegen eine diffuse Begrifflichkeit „der Deutschen“ gerichtet sei, den man selbst nicht definieren kann oder will, ist nichts weiter als eine haltlose Behauptung.

Die Bezugspunkte der Identifizierung, von denen sie weiter schreibt sind ebenfalls in keiner Weise dargestellt oder definiert, schon gar nicht als allgemeingültig für alle „Deutschen“, auch für die Deutschen beispielsweise, die keinerlei Angst vor kultureller Überfremdung haben und ihre Identität eben nicht nach vorgegebenen Normen richten, sondern nach dem Mensch-Sein, dem selbstbestimmten Denken und der eigenständigen Einsicht. Und genau da ist wieder der Fehlschluss, dass es eine Rechtsnorm geben müsse, nach der sich die eigene Identität richtet. Und genau diese Einstellung geht einhundert Prozent gegen das, was die Kultur und die Identität eines Volkes ausmacht, wahrhaftig von Wert ist und die Mündigkeit und Eigenständigkeit eines Volkes repräsentiert: nämlich freie Selbstbestimmung die sich nicht auf Politik oder Gesetze berufen muss, sondern die Mitgestaltend tätig ist, Schöpferisch und nicht dogmatisch stagniert sich an etwas „festklammern“ möchte, was ein Zeichen absoluter Unmündigkeit ist. Und alle Denker und kreativen Köpfe, die gestalterisch mitgewirkt haben an der „Deutschen Kultur“ waren eben solche Menschen, und diese haben nie Angst gegenüber fremden Einflüssen gehabt, denn diese Angst steht im krassen Gegensatz zu kultureller Entwicklung des Menschen.

Und nun zu der Problematik, dass wir diese Freiheit nicht mehr haben, dass sie immer mehr eingeschränkt und beschnitten wird:
Die Ursachen dessen sind zur Gänze in der verheerenden Entwicklung unserer wirtschaftlichen Welt, des Kapitalistischen Systems zu suchen und sie sind sogar schon längst gefunden. Nicht etwa die „Ströme“, die „Flut“, die „Masse“ an Scheinflüchtigen, an Immigranten und in der öffentlichen Meinung ohnehin als moralisch unterlegenen Fremdartigen ist hierfür verantwortlich. Die Wirtschaftsphilosophie des noch immer von uns getragenen Systems ist in ihrer Fehlerhaftigkeit schon lange als zerstörerischste menschliche Kraft entlarvt, jedoch eben nicht für Menschen wie Anabel Schunke, die in ihren jungen Jahren noch zu einhundert Prozent Nutznießerin der Ausbeutungswirtschaft ist und geschützt durch die Gnade der Geburt und das Geld die Traumwelt eines Weiße-Weste-Kapitalismus lebt, der mit tatsächlicher „Deutscher Kultur“ im Sinne von beispielsweise Thomas Mann, Hermann Hesse, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche, Gottfried Wilhelm Leibnitz, Karl Marx, Theodor W. Adorno, Mozart, Schumann, Wagner, Kraftwerk, Heino, Extrabreit, Nena…. nicht das Geringste zu tun hat. Diese Scheinwerte, die sie hier so freizügig im Namen der Xenophobie ohne sie zu nennen propagiert werden sollen, waren noch nie reale, wirkliche Werte. Es sind ideologisch verblendete elite-Positionen, die hier die Angst und damit den Hass der Bevölkerung zu schüren versuchen, in der verzweifelten Anstrengung, allein ihren persönlichen Status aufrecht zu erhalten und dabei über Leichen zu gehen. Denn eigentliche Werte kultureller oder auch nationalpolitischer Natur können einem nicht genommen werden. Heimat übrigens schon, indem man gewaltsam von dort vertrieben wird. Ich bin sogenannter „Deutscher“, und ich fühle mich motiviert durch Träger der Deutschen Kultur. Motiviert und Angespornt, ihre Arbeit fortzuführen. Aber mich auf ihren Lorbeeren auszuruhen und zu hoffen, dass sich das noch eine Weile irgendwie so aushalten lässt, dafür ist mir Deutschland, die Lehren und Erfahrungen die wir hier machen dürfen und durften, viel zu schade, auch im Namen der Anabel Schunke. In dem Moment, in dem man den Finger erhebt und auf andere Zeigt, ihnen die Verantwortung für Probleme die einen selbst betreffen zuschiebt, in dem Moment hat man sich an der Kultur vorbeigeschlichen. ~ Beastian

Donnerstag, 15. Januar 2015

Tag 194 - Analyse der Selbstbeschränkungen Teil 3 - Exkurs


"Im Kleinen wie im Großen"
Das System der menschlichen Gemeinschaft ist ein Spiegel des Inneren eines jeden Einzelnen.

Ein Exkurs in deutsch und englisch über eine Dokumentation mit dem Titel:
"JFK to 911 everything is a rich Mans trick"

Teil 1 & 2:
http://youtu.be/Qb79cWjdXXE         http://youtu.be/kYgU-trCKLU

Montag, 26. Mai 2014

Tag 168 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 9 "Gewalt" I

familymwr / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)




Gewalt I

 Manchmal denke ich, dass Gewalt das einzig wirkliche ist. Der einzige wahrhaftige Akt, der eine ebenso verlässliche Reaktion hervorruft. Eine Reaktion, die nicht erst durch tausende bewusste und unbewusste Filter verzerrt, mit Absichten und Hoffnungen verknüpft wird und die man dann als manipulative Blase aufsteigen lässt, so wie das in dem scheinbar diplomatischen, zivilisierten und intellektuellen Umgang unter Menschen getan wird. Denn tatsächlich ist das einzige durchscheinende Motiv in aller sozialer Interaktionen der jeweilige Selbstzweck. Der eigene Nutzen. Und wenn man sich dabei ‚zurückhält‘, sich an bestimmte Regeln anpasst, dann nur aus einem eigennützigen Grund, weil man weiß, dass die Konsequenzen für einen selbst unangenehmer werden könnten, als der unmittelbare Nutzen. Natürlich spielen auch Bedürfnisse eine Rolle, die wir als äußerst menschlich und „gut“ bezeichnen würden, beispielsweise das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach Zuneigung und Anerkennung, nach körperlicher Nähe, nach Sex, aber gerade auch diese Motive für soziale Interaktionen und Überzeugungsarbeit sind zutiefst vom Egoismus geprägt und wir wenden jedes nur erdenkliche Täuschungsmanöver an, um unsere Ziele diesbezüglich zu erreichen. Aber gerade eben diese aufwändige, hinterhältige Manipulation, dieses Blenden mit Worten, manchmal auch mit Erscheinung, all das wirkt auf mich extrem abstoßend, noch viel abstoßender als beispielsweise eine Prügelei, ein Schlagabtausch oder auch eine direkte Bedrohung. Immerhin hat die erpresserische Bedrohung eine gewisse Offenheit, und derjenige der sie ausspricht setzt sich selbst einem angemessenen Risiko aus. Das ist in meinen Augen ein ehrlicher Umgang. Ich will das auf keinen Fall verherrlichen, und warum die Gewalt in unserer Welt ebenso verdreckt, hinterhältig und verwerflich unehrlich geworden ist wie auch die psychologische Gewalt, die Manipulation und auch der Erpresserische existenzielle Zwang, darauf werde ich später noch eingehen. Ich sage allerdings, dass eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen, ebenso wie in anderen sportlichen Wettkämpfen oder Betätigungen, durchaus eine progressive Wirkung für die Klärung eines Konfliktes zwischen Menschen oder für die Lösung einer verkomplizierten Situation haben kann.

Jeder, der nur halbwegs geradeaus denken kann weiß, dass es bei keinem Kampf, bei keiner Gewalttätigen Handlung tatsächlich einen Sieger gibt oder geben kann. Das ist auch überhaupt nicht der Punkt. Schlag ich dich heute nieder, kommst du morgen oder in zwei Wochen und hast mehr Glück oder bist stärker, was auch immer. An einem anderen Tag ist jeder in einer anderen Verfassung. Ein Kampf und wie er zu Ende geht hat überhaupt keine Aussagekraft über irgendeinen hierarchischen Status. Es geht nur um den Moment der Auseinandersetzung, die körperliche Betätigung, die Angst, das Adrenalin, die Aktion und Reaktion, den Schmerz. Das ist – oder kann ein Prozess der Selbstreinigung und vor allem der Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls sein.  Und zwar auch dann, wenn man unterliegt.

Was in unserer Welt aus dieser „menschlichen“ Gewaltbereitschaft geworden oder gemacht worden ist, ist ein abscheuliches Verbrechen am Leben. Wir haben diese kleingeistigkeit, diese verängstigte Verbittertheit einer verkrüppelten, selbstsüchtigen und wahnsinnigen Persönlichkeit in unserem Kopf zu den bestimmenden Kräften unserer Taten werden lassen. Die Sucht nach mentaler Selbstbefriedigung durch Konsum aller möglichen Massenwaren und der Kampf um eben diese Ressourcen haben uns zu gefräßigen Zombies werden lassen, die ihren Verstand als Werkzeug zur Ausbeutung, als Methodenfabrik für Betrug und Intrigen benutzen und dabei an nichts als ihre eigene Gefräßigkeit denken. Rücksichtslos und verantwortungslos, frei von jeder Sinnhaftigkeit nutzen wir also unsere „Menschlichkeit“, unsere Fähigkeiten, um durch diplomatisches Geschick unter Vortäuschung humanistisch-moralischer Motive  andere zu benutzen, sie zu übervorteilen, zu hintergehen und sie hinter uns zu lassen um in unserer eigenen kurzen Lebensspanne so viel geistig-mentales Futter in uns hineinfressen zu können wie nur möglich. Das ist unser einziges Interesse geworden, unsere einzige Motivation. Und das ist auch das einzige Prinzip unserer sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme, alle gebunden und aneinander gefesselt durch das Geldsystem, das eben genau demjenigen den größten Teil des Kuchens verspricht, der in diesen Disziplinen der geschickteste ist. Mal ganz abgesehen von dem Teil der Menschheit, der aufgrund dieser Systeme jeden Tag einem reinen Überlebenskampf ausgesetzt ist, diese sind natürlich nicht als hinterhältige Personen zu bezeichnen, wenn sie sich Strategien zur Sicherung ihres Überlebens oder dem ihrer Familien überlegen, die unter Umständen auch Gewalt erforderlich machen, sondern dieser Mensch ist in einer Situation in der er handeln muss, also gezwungen ist zur Gewalt zu greifen, und zwar durch die Systeme, die vom Menschen geschaffen und akzeptiert sind, und somit durch eben die Menschen, die sich den größeren Teil des Kuchens bereits ergaunert haben und durch das Festhalten an ihrer Selbstsüchtigkeit diesen Menschen eben genau dazu zwingen, ihn also erpressen und somit diese Gewaltbereitschaft selbst kultivieren. Niemand kann sich von den Auswüchsen unserer selbstgewählten Systematik, unserer Lebensweise freisprechen. Wir haben immer die Möglichkeit unseren Verstand zu nutzen und die Ursachen all unserer Probleme zu erkennen um sie zu beseitigen. Wir können jederzeit damit aufhören und die alten „Werte“ über Bord werfen. 

Wir glauben so gerne, dass wir uns in unserer modebewussten, konsumorientierten, von Ideologien überladenen Gesellschaft so sehr von der Gewalt wegzivilisiert hätten, dass wir „besser“ geworden wären und wir nehmen technologischen oder medizinischen Fortschritt immer gerne als Hauptargument für diese These. Die Wahrheit aber sieht ganz anders aus. Wir haben nicht uns von der Gewalt entfernt, sondern wir haben die Gewalt vor unserer Haustür entfernt, haben sie ausgelagert, ganz weit weg, wo wir sie nicht sehen oder sie aber gedanklich von uns und unserer Wirkung und Mittäterschaft wegdifferenzieren können.  Das System das uns vor der direkten Konfrontation schützt tut dies zum eigenen Zweck der Selbsterhaltung, das Geld das uns vor der Gewalt die wir sähen und andernorts ernten lassen bewahrt ist ein trügerischer Schutz. Sobald die Systematik nach einer „Erneuerung“ verlangt, wird die kriegerische Konsequenz all unseren selbstsüchtigen Denkens und Handelns auch zu uns kommen, dann wird der Schutzwall zerbrechen und andernorts andere Menschen unter anderen scheinheiligen Idealen separieren. Und so wird es immer weiter gehen, so lange bis sich vielleicht nichts mehr aufbauen lässt. Erst wenn wir uns der Wahrheit unserer selbstgewählten und akzeptierten Natur stellen, erst wenn wir akzeptieren was wir geworden sind, können wir daran etwas ändern. Wenn wir den wahren Ursachen all unserer gesellschaftlichen Probleme selbstehrlich und offen auf den Grund gehen, können wir sie auch lösen. Wir müssen aber unsere universale Verantwortlichkeit annehmen, sie akzeptieren. Wir müssen erkennen, dass nicht die Symptome Probleme verursachen, sondern die Ursachen die Probleme sind, und die sind in unser aller Verhalten, Denken und Handeln zu finden. 

Fortsetzung folgt...

Montag, 19. August 2013

Tag0139 - In dieser Welt ist alles auf den Kopf gestellt (Teil 1)

Stephen Poff / Foter / CC BY-NC-ND


Das Leben der Menschen und seine Gestaltung liegt nicht mehr in ihren Händen, nicht im Geringsten. Es gibt keine Freiheit, keine Eigenständigkeit und auch keine Individuen. Es ist alles durch gestylt und vorgegeben, programmiert und abgestempelt, Kategorien bestimmter Konsumentenrollen, nichts weiter. Und der Mensch hat diese Beschränkung freiwillig gewählt, er entscheidet sich in jedem Moment seines Lebens erneut dafür und der Grund ist sein Unwille sich seinen Ängsten zu stellen. So beherrschen sie ihn und machen ihn leicht formbar, bieten Ansatz und Hebel zur Manipulation seines Verhaltens. Er hat sich selbst an die Kette gelegt in dem Glauben dadurch Sicherheit und Vorhersagbarkeit der Ereignisse erreichen zu können. Nichts dergleichen ist der Fall, keine seiner Erwartungen ist tatsächlich real eingetroffen. Substitutionen werden in ihn hineinprojiziert, sein eigenes System bietet ihm anstatt seiner Erwartungen käufliche Ersatzleistungen die ihm ein Gefühl der Lebendigkeit vermitteln sollen, die ihm den Eindruck vermitteln er sei eigenständig und das was er ist sei sein freier Wille gewesen. Überall blicken dir verängstigte, zutieft verunsicherte Gesichter entgegen, ob sie aggressiv, demütig, schüchtern oder freundlich selbstbewusst auftreten, immer ist der Trigger ihrer emotionalen Befindlichkeit die Angst, die Angst vor dem Leben, vor der Eigenständigkeit und vor der Verantwortlichkeit für und als das Leben. Nichts kann man aufbauen mit einer Bvölkerung die unwillig ist, sich selbst als Einheit wahrzunehmen und in der der Einzelne die Verantwortlichkeit für das Ganze scheut als sei sie der Teufel persönlich. Und in eben dieser symbolisierten Wahrnehmung aller essentiellen Lebensbereiche, aller Selbstfindungsgrundlagen liegt die Möglichkeit seiner Selbstmanipulation und Selbstbeschränkung ohne dass er überhaupt jemals es gewagt hätte sich über den Tellerrand seiner persönlichen Geschichte zu beugen und die Welt als das wahrzunehmen was sie tatsächlich ist und selbstbestimmt in ihr wirken und leben zu können. Niemals hat der Mensch sich selbst bestimmt, und zu allerletzt in unserer westlichen, scheindemokratisierten Welt. Wir haben Angst vor der Freiheit und proklamieren sie als Deckmantel für unser faschistisches, tyrannisches Regime, für die Projektionen unseres dämonischen, verängstigten und aggressiven Bewusstseins als das wir uns selbst verstümmelt haben.

Nur der Einzelne kann die Entscheidung treffen sich eigenständig zu stellen, sich dem Leben zu stellen in bedingungsloser, selbst-ehrlicher Rechtfertigung vor sich selbst. Der Wahn und der Glaube die Konsequenz sei etwas das anderen widerfährt ist eine naive Illusion und die Barriere die ihn von seiner Mündigkeit und seiner eigenen Würde als menschliches Wesen trennt.


Freitag, 15. Februar 2013

Tag0005 - Angst blockiert jede Entwicklung, die Vernunft und die Selbstbestimmung des Menschen

Mait Jüriado / Foter.com / CC BY-NC-SA


Kann man mit dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen jede Grausamkeit und jedes Verbrechen am Leben rechfertigen?
In den heutigen Zeiten, in einem Land wie Spanien beispielsweise, mit einer Arbeitslosenquote von über 20 % und über 55% der Jugendlichen zählt scheinbar jeder einzelne Arbeitsplatz mehr als die Würde des Lebens, vor allem die Würde eines Stieres. Natürlich ist es anmaßend über die Tradition des Stierkampfes ob ihrer Grausamkeit und der Heucheleien des Heldenmutes eines Mannes gegenüber einem chancenlosen Tier das von weiteren, unscheinbaren, bewaffneten Männern im Zaum gehalten wird zu urteilen und dabei gleichermaßen beteiligt zu sein an ihrer Praktik, und vor allem an der qualvollen Ausbeutung der Tiere, dem Mißbrauch am Leben durch Profitwirtschaft in der Nahrungs und Futtermittelindustrie, um nur ein Beispiel von vielen für unser aller Ignoranz gegenüber der Würde und dem Recht allen Lebens zu erwähnen. Dennoch ist hier mal wieder die Argumentation über die ANGST der Menschen auffällig, die dazu dienen soll, dass einige wenige, die tatsächlich profitieren von dieser 'kulturellen Tradition' , beispielsweise die Betreiber der Arenen und die manager der Tourismusbranche, festhalten können an diesen Methoden, obwohl ein großer Teil der Bevölkerung längst nicht mehr hinter diesen Praktiken oder der Kultur steht, welche auch nur eine Heuchelei ist, denn die Kultur selbst ist ja heute nichts weiter als eine Ware, dehnbar, flexibel, biegsam, ganz so wie es gerade dem Trend der Zeit, der Nachfrage der Masse der Touristen entspricht.
Offensichtlich holt man, wenn man mit Vernunft keine Rechtfertigung die der Prüfung auf Stichhaltigkeit standhält mehr aufbringen kann, den Vorschlaghammer der Angst-Manipulation heraus und droht mit Verschlechterung der Zustände und dem Schaden der 'Wirtschaft', der letztlich angeblich alle Menschen betreffen wird und sie näher ans Elend bringen würde. Doch ist dabei in keiner Weise tatsächlich das eigentliche Problem angesprochen. Welche Bedeutung hat ein System für den Menschen wirklich, das das Leben verachtet, es missbraucht und ausbeutet? Das Leben, das wir alle gleichermaßen sind? Spüren wir nicht längst und erkennen wir nicht längst alle, dass eine solche Systematik auch den Menschen missachtet und unser aller Leben zu einer Ressource die verbraucht werden kann verkommen lässt? In allen Bereichen in denen die Öffentlichkeit angesichts der bedrohlichen Natur der Konsumpolitik einer unrealistischen Wachstumsökonomie den Widerspruch erkennt, werden die Umstände, die gesellschaftlichen, sozialen Problematiken benutzt um eine Angst zu erzeugen, dass es, wenn man von der gewohnten Praxis abweichen würde, alles noch verschlimmern könnte, die Situation noch verheerender und bedrohlicher werden würde, die ja in erster Linie durch eben diese Systeme verursacht wurde. Das ist eine naive und verantwortungslose Argumentation, die den Menschen zu Opfern ihrer eigenen Handlungsmacht werden lässt, indem sie als einzige Handlungsmotivation nur noch die Angst etabliert.

Interessanterweise sind auch die Baskischen Bemühungen die Stierkampfarenen zu schließen nicht wirklich in Vernunft begründet und auch nicht aus Tierliebe unternommen, sondern dienen Wiederum dem Erhalt einer illusionären Identifikation als unabhängige Kultur, als abgetrenntes Volk, das sich der kulturellen Spanischen Identifikation entledigen möchte. Also keine falschen Hoffnungen, keine falschen Schlüsse ziehen, denn das eigentliche Problem der unbeugsamen menschlichen Ignoranz gegenüber der eigenen Unmündigkeit und Verantwortungslosigkeit ist noch lange nicht erkannt und angegangen.

Die offensichtliche, himmelschreiende Ungerechtigkeit und Grausamkeit einer Tradition wie die des Stierkampfes, die in einer Kategorie der psychologischen Verblendung, des menschlichen Wahnsinns zu sehen ist wie die Verstümmelung von Frauen die in vielfältiger Weise kulturell begründet wird, das Beschneiden von männlichen Kindern, das sinnlose Töten von Tieren als Opfergaben, das Töten von Robben und das züchten von Pelztieren unter lebensverachtenden Umständen zum Zwecke der Illusion von Status, Schönheit und Wohlstandsrepräsentation, diese Handlungen sollten uns in all ihrer Klarheit den wahnsinnigen, psychotischen Zustand des menschlichen Bewußtseins, der menschlichen Selbstidentifikation über reine Fantasiewelten und im Wahn verwurzelte Wertvorstellungen vergegenwärtigen und direkt in aller Konsequenz als absolut inakzeptabel und indiskutabel erkannt konsequent behandelt werden.

Doch wir sind so ängstlich, so eingeschüchtert durch dieses mächtige, alles bestimmende und umspannende System das unser aller Leben so fest im Griff hat, dass wir schon fast ersticken. Das Geldsystem, die Wirtschaft, die eine Repräsentantin der Selbstsucht der finanziellen Elite ist, eine Projektion eines ebenso verängstigten Selbstbildes, dass sich einen Platz innerhalb des Systems ergattert hat, der ihm das vage Gefühl von Sicherheit vermittelt, die immer durch die Unterwanderung der Angst gesteigert werden muss und diese Persönlichkeit zu Gier und krampfhaft selbstsüchtigen Machterhalt antreibt, koste es was es wolle.
Und es kostet. Es kostet Leben, jeden Tag, hundertfach, tausendfach. Niemals wird in diesem System, das getragen und getriggert wird durch die kultivierte Angst, das Wohl allen Lebens auch nur annähernd in die Agenda der politisch-wirtschaftlichen Steuerungssysteme aufgenommen werden. Es wird nur mit Angst manipuluiert und scheinbar Argumentiert. Passieren wird nichts, nichts wird sich verändern und auch die Arbeitsplätze, deren scheinbarer Erhalt ja so wichtig war und sein soll, werden nach und nach so oder so verschwinden, zumal sie in aller Regel auch nicht erhaltenswert waren. Bei einer solchen Argumentation, die allein auf die Angst der Menschen abzielt, die also im Grunde eine Drohung und kein Argument ist, sollte man immer sofort aufhorchen und man kann im auch davon ausgehen, dass der Standpunkt der hier verteidigt werden soll nicht dem Wohl des Lebens dient, nicht dem Wohl der Gemeinschaft, sondern lediglich dem geheim gehaltenen Selbstinteresse einer kleinen Gruppe elitärer Menschen. Niemand sonst benötigt in einer offenen Debatte das Mittel der Manipulation durch Angst als der, der etwas zu verbergen hat.
Wir müssen endlich die Verantwortung für unsere Taten übernehmen und dort wo wir als Konsequenzen den Missbrauch und die lebensfeindlichen Konsequenzen unserer Akzeptanzen direkt erkennen und erfassen unsere Selbstbestimmung ergreifen und diese Vorgehensweisen stoppen. Andernfalls werden wir uns selbst ins Aus des Lebens manövrieren, denn wir sind längst inakzeptabel geworden für das Leben selbst, unwürdig und eine Gefahr für uns selbst. Sich Zeit seines Lebens in Ignoranz zu üben, sich in Fantasien zu flüchten und Abzuwenden ist nicht Leben, das ist nicht mehr als Träumen, ein Traum mit verheerenden Konsequenzen für alle.