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Montag, 26. Mai 2014

Tag 168 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 9 "Gewalt" I

familymwr / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)




Gewalt I

 Manchmal denke ich, dass Gewalt das einzig wirkliche ist. Der einzige wahrhaftige Akt, der eine ebenso verlässliche Reaktion hervorruft. Eine Reaktion, die nicht erst durch tausende bewusste und unbewusste Filter verzerrt, mit Absichten und Hoffnungen verknüpft wird und die man dann als manipulative Blase aufsteigen lässt, so wie das in dem scheinbar diplomatischen, zivilisierten und intellektuellen Umgang unter Menschen getan wird. Denn tatsächlich ist das einzige durchscheinende Motiv in aller sozialer Interaktionen der jeweilige Selbstzweck. Der eigene Nutzen. Und wenn man sich dabei ‚zurückhält‘, sich an bestimmte Regeln anpasst, dann nur aus einem eigennützigen Grund, weil man weiß, dass die Konsequenzen für einen selbst unangenehmer werden könnten, als der unmittelbare Nutzen. Natürlich spielen auch Bedürfnisse eine Rolle, die wir als äußerst menschlich und „gut“ bezeichnen würden, beispielsweise das Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach Zuneigung und Anerkennung, nach körperlicher Nähe, nach Sex, aber gerade auch diese Motive für soziale Interaktionen und Überzeugungsarbeit sind zutiefst vom Egoismus geprägt und wir wenden jedes nur erdenkliche Täuschungsmanöver an, um unsere Ziele diesbezüglich zu erreichen. Aber gerade eben diese aufwändige, hinterhältige Manipulation, dieses Blenden mit Worten, manchmal auch mit Erscheinung, all das wirkt auf mich extrem abstoßend, noch viel abstoßender als beispielsweise eine Prügelei, ein Schlagabtausch oder auch eine direkte Bedrohung. Immerhin hat die erpresserische Bedrohung eine gewisse Offenheit, und derjenige der sie ausspricht setzt sich selbst einem angemessenen Risiko aus. Das ist in meinen Augen ein ehrlicher Umgang. Ich will das auf keinen Fall verherrlichen, und warum die Gewalt in unserer Welt ebenso verdreckt, hinterhältig und verwerflich unehrlich geworden ist wie auch die psychologische Gewalt, die Manipulation und auch der Erpresserische existenzielle Zwang, darauf werde ich später noch eingehen. Ich sage allerdings, dass eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen, ebenso wie in anderen sportlichen Wettkämpfen oder Betätigungen, durchaus eine progressive Wirkung für die Klärung eines Konfliktes zwischen Menschen oder für die Lösung einer verkomplizierten Situation haben kann.

Jeder, der nur halbwegs geradeaus denken kann weiß, dass es bei keinem Kampf, bei keiner Gewalttätigen Handlung tatsächlich einen Sieger gibt oder geben kann. Das ist auch überhaupt nicht der Punkt. Schlag ich dich heute nieder, kommst du morgen oder in zwei Wochen und hast mehr Glück oder bist stärker, was auch immer. An einem anderen Tag ist jeder in einer anderen Verfassung. Ein Kampf und wie er zu Ende geht hat überhaupt keine Aussagekraft über irgendeinen hierarchischen Status. Es geht nur um den Moment der Auseinandersetzung, die körperliche Betätigung, die Angst, das Adrenalin, die Aktion und Reaktion, den Schmerz. Das ist – oder kann ein Prozess der Selbstreinigung und vor allem der Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins und Selbstwertgefühls sein.  Und zwar auch dann, wenn man unterliegt.

Was in unserer Welt aus dieser „menschlichen“ Gewaltbereitschaft geworden oder gemacht worden ist, ist ein abscheuliches Verbrechen am Leben. Wir haben diese kleingeistigkeit, diese verängstigte Verbittertheit einer verkrüppelten, selbstsüchtigen und wahnsinnigen Persönlichkeit in unserem Kopf zu den bestimmenden Kräften unserer Taten werden lassen. Die Sucht nach mentaler Selbstbefriedigung durch Konsum aller möglichen Massenwaren und der Kampf um eben diese Ressourcen haben uns zu gefräßigen Zombies werden lassen, die ihren Verstand als Werkzeug zur Ausbeutung, als Methodenfabrik für Betrug und Intrigen benutzen und dabei an nichts als ihre eigene Gefräßigkeit denken. Rücksichtslos und verantwortungslos, frei von jeder Sinnhaftigkeit nutzen wir also unsere „Menschlichkeit“, unsere Fähigkeiten, um durch diplomatisches Geschick unter Vortäuschung humanistisch-moralischer Motive  andere zu benutzen, sie zu übervorteilen, zu hintergehen und sie hinter uns zu lassen um in unserer eigenen kurzen Lebensspanne so viel geistig-mentales Futter in uns hineinfressen zu können wie nur möglich. Das ist unser einziges Interesse geworden, unsere einzige Motivation. Und das ist auch das einzige Prinzip unserer sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme, alle gebunden und aneinander gefesselt durch das Geldsystem, das eben genau demjenigen den größten Teil des Kuchens verspricht, der in diesen Disziplinen der geschickteste ist. Mal ganz abgesehen von dem Teil der Menschheit, der aufgrund dieser Systeme jeden Tag einem reinen Überlebenskampf ausgesetzt ist, diese sind natürlich nicht als hinterhältige Personen zu bezeichnen, wenn sie sich Strategien zur Sicherung ihres Überlebens oder dem ihrer Familien überlegen, die unter Umständen auch Gewalt erforderlich machen, sondern dieser Mensch ist in einer Situation in der er handeln muss, also gezwungen ist zur Gewalt zu greifen, und zwar durch die Systeme, die vom Menschen geschaffen und akzeptiert sind, und somit durch eben die Menschen, die sich den größeren Teil des Kuchens bereits ergaunert haben und durch das Festhalten an ihrer Selbstsüchtigkeit diesen Menschen eben genau dazu zwingen, ihn also erpressen und somit diese Gewaltbereitschaft selbst kultivieren. Niemand kann sich von den Auswüchsen unserer selbstgewählten Systematik, unserer Lebensweise freisprechen. Wir haben immer die Möglichkeit unseren Verstand zu nutzen und die Ursachen all unserer Probleme zu erkennen um sie zu beseitigen. Wir können jederzeit damit aufhören und die alten „Werte“ über Bord werfen. 

Wir glauben so gerne, dass wir uns in unserer modebewussten, konsumorientierten, von Ideologien überladenen Gesellschaft so sehr von der Gewalt wegzivilisiert hätten, dass wir „besser“ geworden wären und wir nehmen technologischen oder medizinischen Fortschritt immer gerne als Hauptargument für diese These. Die Wahrheit aber sieht ganz anders aus. Wir haben nicht uns von der Gewalt entfernt, sondern wir haben die Gewalt vor unserer Haustür entfernt, haben sie ausgelagert, ganz weit weg, wo wir sie nicht sehen oder sie aber gedanklich von uns und unserer Wirkung und Mittäterschaft wegdifferenzieren können.  Das System das uns vor der direkten Konfrontation schützt tut dies zum eigenen Zweck der Selbsterhaltung, das Geld das uns vor der Gewalt die wir sähen und andernorts ernten lassen bewahrt ist ein trügerischer Schutz. Sobald die Systematik nach einer „Erneuerung“ verlangt, wird die kriegerische Konsequenz all unseren selbstsüchtigen Denkens und Handelns auch zu uns kommen, dann wird der Schutzwall zerbrechen und andernorts andere Menschen unter anderen scheinheiligen Idealen separieren. Und so wird es immer weiter gehen, so lange bis sich vielleicht nichts mehr aufbauen lässt. Erst wenn wir uns der Wahrheit unserer selbstgewählten und akzeptierten Natur stellen, erst wenn wir akzeptieren was wir geworden sind, können wir daran etwas ändern. Wenn wir den wahren Ursachen all unserer gesellschaftlichen Probleme selbstehrlich und offen auf den Grund gehen, können wir sie auch lösen. Wir müssen aber unsere universale Verantwortlichkeit annehmen, sie akzeptieren. Wir müssen erkennen, dass nicht die Symptome Probleme verursachen, sondern die Ursachen die Probleme sind, und die sind in unser aller Verhalten, Denken und Handeln zu finden. 

Fortsetzung folgt...

Montag, 28. Oktober 2013

Tag152 - Recht auf Beschneidung? Kinder als Privatbesitz

Cheskel Dovid / Foter.com / CC BY


Ich habe diesen Bericht mit M. Friedman über das Thema Beschneidung bei jüdischen und muslemischen Kindern angesehen. Es geht mir in diesem Blog weniger um die Beschneidung selbst, weniger darum ob sie Sinn macht, auch nicht wirklich um die medizinischen Vor- oder Nachteile die in der hitzigen Debatte immer wieder angebracht werden.

  • Wirklich unangenehm aufgefallen ist mir, dass von niemandem der befragten „religiösen“ Menschen, der Befürworter der Beschneidung eines Kindes, tatsächlich über das Kind und die Rechte des Kindes, zum Beispiel das Recht auf körperliche Unversehrtheit, gesprochen wurde, sondern es ging ausnahmslos und vehement ausschließlich um sie selbst. Sie sprachen immer und in erster Linie nur von IHRER Religion, IHRER Religionsfreiheit, IHREM Recht zu Entscheiden, so als sei es ganz selbstverständlich und ein über allem stehendes Gesetz, dass Eltern die uneingeschränkten Besitzer und damit Herrscher über ihre Kinder seien.



  • Weiter wurde sich immer wieder gewundert darüber, dass eine Gesellschaft über die Rechte der Eltern im Bezug auf ihre Kinder überhaupt diskutiert und sich überhaupt dort „einmischt“ - und auch hier liegt die irrige Annahme zugrunde, dass die Rechte der Kinder einer Gemeinschaft/Gesellschaft, ihr Wohl, ihre Unversehrtheit allein Sache der Eltern seien, dass die Eltern sozusagen mit ihren Kindern machen könnten was sie wollten. Mal abgesehen davon, dass ich mir durchaus darüber im Klaren bin, dass unsere Gesellschaft noch weit davon entfernt ist eine gleich-gerechte Grundlage für alle zu bieten, dass viele Dinge auch in unserem Rechtssystem im Argen liegen, ist es doch vom Prinzip her eindeutig NOTWENDIG und WÜNSCHENSWERT, dass die Gesellschaft, die Gemeinschaft, eine Mitverantwortung am Wohl ihrer Kinder trägt und diese auch bietet, lebt und einsetzt. Natürlich muss es Einrichtungen geben die sich beispielsweise um Kinder kümmern die verwaist sind, die Familien unterstützen die aufgrund von Krankheit oder Überforderung nicht mehr mit ihrem Leben also auch nicht mehr mit ihren Kindern zurechtkommen und bei denen die Gefahr des Missbrauchs in Form von Verwahrlosung und ähnlichem besteht. Und natürlich muss es in einer Gemeinschaft Einrichtungen und Menschen geben, die sich derer annehmen die eindeutigen Missbrauch an ihren Kindern begehen oder begangen haben und die notwendigen und vor allem präventiven Schritte einleiten um dies zu verhindern und/oder zu beenden. Ich weiß, dass wir in dieser Welt kaum irgendwo wirklich effektive Einrichtungen dieser Art haben und das liegt vornehmlich daran, dass wir in dieser Wirtschaftskultur zwar in einer Gemeinschaft zusammengerottet leben, dass wir aber in einer Ideologie der Isolation, der Selbstsucht und der absoluten Ego-Zentriertheit aufwachsen, damit wir vom Markt besser benutzt werden können. Das zeigt sich ja vor allem auch in der rein egoistischen Argumentation der Befürworter einer Beschneidung wenn sie die Kinder selbst ÜBERHAUPT NICHT in Erwägung ziehen oder in ihre Argumentation mit einbeziehen.



  • Ich will eigentlich gar nicht auf die sogenannten Imame oder die Priester und sog. „gelehrten“ des Judentums eingehen und wie dort von ihnen argumentiert wurde. Diese psycho-pathologische Komponente der religiösen Indoktrination, der Glaube an unsichtbare Götter deren Befehle man befolgt und die einem die Bürde der Nutzung des gesunden Menschenverstandes ersparen indem sie vorschreiben was „richtig“ und was „falsch“ sei ist mehrere Vlogs und Blogs Wert und die Ignoranz und Selbstgefälligkeit der Männer die diese Standpunkte vertreten, denn es sind ausschließlich Männer die tatsächlich einflussreiche Positionen in den genannten religiösen Gruppierungen besetzen, ist unerträglich, zumal man ja verstehen kann, dass ein Mensch der sein Leben lang privilegiert in Familie und Gemeinschaft Macht ausüben kann allein aufgrund seines Geschlechts, der Straffrei Missbrauch betreiben und seine Triebe befriedigen darf nur weil er ein Mann und damit religiös legitimiert über der Frau stehe, der in seiner religiösen Karriere immer ein einflussreiches Wort mitzureden hat und sich bei allen Entscheidungen von der Verantwortung für die Konsequenzen freisprechen kann, da er sich auf Jahrhunderte alte Schriften beruft, dass eine so konditionierte Persönlichkeit an diesem lächerlichen Lebenskonzept mit aller Macht festhalten möchte. Das ändert aber nichts an der Absurdität der Argumentation und sollte es tatsächlich eine Macht geben die uns geschaffen hat, die uns beobachtet und beurteilt, so muss sie vor Scham im Boden versinken oder sich vor Lachen krümmen wenn sie solcherlei Verblendung mitverfolgt.
Warum eigentlich soll ein sechsjähriges Kind NICHT entscheiden können ob es will, dass an seinem Glied etwas abgeschnitten wird? Doch nur aus dem Grund, dass es der Manipulation und gezielten Beeinflussung, meist durch Drohungen und Ängste, von den Eltern in jede erdenkliche Richtung gezwungen werden und man aufgrund eines schon viel früher eintretenden Missbrauchs der Entscheidung dieses Kindes nicht trauen kann.
Der eigentliche Missbrauch nämlich beginnt schon viel früher und im Grunde muss eine aufgeklärte Gesellschaft (die wir NICHT SIND, das will ich betonen) schon hier in die Erziehung der Eltern eingreifen, eine wirklich verantwortungsbewusste, freie Gemeinschaft muss ein Interesse daran haben, dass ein Kind das größtmögliche Potential seiner Geistigen Fähigkeiten und Entwicklung erreichen kann, dass es nicht in beschränkter Weltsicht durch zurückhalten oder gar verteufeln von Informationen und Wissen daran gehindert wird, dass die Freiheit sich selbst zu finden in dieser Welt, dieser Existenz und der Gemeinschaft nicht von vornherein limitiert wird.

Keinesfalls gibt das reine Produzieren von Nachwuchs irgendeinem Menschen das RECHT, mit diesem geborenen Wesen zu tun was immer er möchte. Das ist einfach unhaltbar und lächerlich, daher hat dieses Argument auch keinerlei Bedeutung für die Debatte.

Doch das ist eben ein menschlicher Irrtum, eine menschliche Unmündigkeit die für viele unserer Probleme und die scheinbar ausweglose Situation in die die Menschheit sich befördert verantwortlich ist, die Annahme oder der Glaube, dass alles sich um die eigene Person dreht, dass das Leben etwas 'persönliches' sei, dass alles und jeder als Ressource zur Fütterung der eigenen Persönlichkeit dienen müsse. Selbst und vielleicht sogar vor allem die eigenen Kinder, die als 'eigene' Menschen betrachtet werden. Die Religion bietet für diesen mentalen Missbrauch eine hervorragende Legitimation als philosophisches Konzept, das den Anschein einer fundierten Rechtfertigungsbasis bietet und im Grunde nichts weiter als ein Werkzeug der Kontrolle und Manipulation ist.

Donnerstag, 8. August 2013

Tag0136 - Überzeugungsversuche sind egoistischer Natur [Warum Psychologie nicht heilt 2]
















Fortsetzung zu
Tag0130/131 - Die eine Entscheidung zur Selbstbestimmung [Warum Psychologie nicht heilt]


Auszug:

"Doch dieser Weg, wenn er auch der einzig wahre Weg zu Selbstbefreiung, zu Eigenständigkeit und Eigenverantwortung, aber vor allem auch zu mehr Selbstbestimmung ist, ist ein schwerer, schmerzhafter Weg. Er verletzt das alte(r) Ego, er provoziert es, regt es auf, macht aggressiv, frustriert und verbittert und eben diese emotionalen Reaktionen sind es, die den Weg aus dieser Verlorenheit in den Emotionalen Mustern und Gedankenbildern weisen, wenn man sich ihrer annimmt, wenn man nicht zu ihnen wird, sondern sie in sich erkennt um sich selbst ganz zu verstehen."


Es ist hoffnungslos und sinnlos sich mit einem Menschen auseinander zu setzen der diesen Weg noch nicht eigenständig und aus freier Entscheidung eingeschlagen hat. Er wird jede Abweichung vom 'normalen' gewohnten Weg der Reaktionen, jede neue Chance als Ego-Spiel interpretieren und dieser Selbstbetrug funktioniert immer, mit jeder noch so offensichtlichen Wahrheit der er sich gegenüber sieht, denn seine Ausgangsprämisse ist bereits fehlerhaft und somit auch jede Schlussfolgerung die er auf dieser Grundlage zieht. Ein Streit oder der Versuch der Überzeugung kann nur zur Eskalation führen, er kann dich selbst nur dazu verleiten ebenfalls in die emotionalen Reaktionsmuster zurückzufallen und damit seine Sicht zu bestätigen, sein banges und neidisches Ego zu beruhigen. Voller Zufriedenheit und selbstgerechter Genugtuung wird er sich dann zurücklehnen und in einem Zustand der Siegesgewissheit und Überlegenheit sich selbst feiern. Das ist das Gegenteil von Support, von Bedingungsloser Unterstützung und beweist nur den eigenen Mangel an Selbstehrlichkeit denn letztlich hat man sich eben aus egoistischen Gründen überhaupt erst auf eine derartige Auseinandersetzung eingelassen in der es um Überzeugung und nicht um von Verständnis und Verstand geprägte Unterstützung geht.
Das ist eben der harte Weg, die Herausforderung an jeden Einzelnen sich einer Welt zu stellen die von Missgunst und durchtriebener Hinterhältigkeit geprägt ist und sich dabei immer wieder selbst auf die Probe zu stellen, sich an sich selbst und eben nicht an den anderen zu messen. Denn am Ende bist du wahrhaftig nur dir selbst gegenüber Rechenschaft schuldig, niemand ist dafür zuständig, niemand ist tatsächlich da um dich zu bestätigen oder dir deinen Wert zuzuschreiben. Du selbst hast ihn, bist dein eigener Beweis für deine Integrität und Standfestigkeit. Erst aus dieser Erkenntnis, die zunächst bitter erscheint erwächst das Selbstvertrauen das dich vertrauenswürdig macht.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich emotional selbst zu beeinflussen indem ich das Verhalten und die Worte einer anderen Person in der Kommunikation nach den meiner Persönlichkeit eigenen Mustern der Vergangenheitsgeschichte und der Erfahrung bewertet und mit emotionalen Verknüpfungen verbunden habe, dass ich mich selbst aus dem Moment heraus in die Geschichte meiner Gedanken und der Vergangenheit getragen habe und somit mir selbst die eigenverantwortliche Möglichkeit genommen habe die Situation mit gesundem Menschenverstand nach der Sachlage und den tatsächlichen Fakten zu behandeln, dass ich in dem Misstrauen das ich als Grund für mein Verhalten als Rechtfertigung mir selbst gegenüber vorgeschoben habe nicht das Misstrauen mir selbst gegenüber erkennen wollte sondern mit der Illusion der Opferrolle und der Schuldzuweisung das Ego-Spiel mit der anderen Person begonnen und fortgeführt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass wir beide in dieser Interaktion unsere Ressourcen des körperlichen Lebens benutzt und missbraucht haben um ein Gedankenspiel auszutragen und fortzuführen das nur dem einen Zweck dient, sich von einem emotionalen und gefühlsmäßigen Moment der Empfindung energetischer Ladungszustände zum anderen zu bewegen ohne jeglichen Sinn und Nutzen für das Leben selbst unter der Verschwendung des Atems und der körperlichen Materie ohne dabei jemals an ein Ziel oder eine Lösung gelangen zu können.

Ich bestimme mich selbst im Moment der emotionalen Reaktion als einem Gefühl des „Verletzt-Seins“ oder der Demütigung durch Worte mir selbst zu vergegenwärtigen wie diese Reaktionen in mir zustande kommen und dass nur ich sie zulasse, mich bewusst atmend in den Moment zurückzuholen und die Möglichkeit diese Strukturen in mir selbst zu verstehen verantwortungsvoll zu nutzen, so dass ich als das Leben gleich und eins mit meinem Gegenüber selbstbestimmt handeln kann um für uns beide eine Unterstützung zu bieten den Weg in das Hier und zum Selbst zurückzufinden.



Montag, 27. Mai 2013

Tag0099 - Vier Katzen gaben mir ihr Leben





Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugeassen habe das Leben von vier Katzen für meine eigennützigen Zwecke der emotionalen Stabilisierung und ind em Versuch meine depressiven Stimmungen und unzulängliche Eigenverantwortung auszugleichen benutzt zu haben, sie in ihrer Freiheit eingeschränkt zu haben, dass ich mir nicht vergegenwärtigt habe wie sehr ich sie von mir abhängig gemacht habe entgegen ihrer Natur und ihrer Fähigkeiten, dass ich mich selbst belogen und sie betrogen habe indem ich diese Gefangenschaft mit meiner Sorge um ihre Sicherheit rechtfertigen wollte und dass ich mich in vielen Momenten meiner Verantortung für sie entzogen habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe die Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen, sie in ein Abhängigkeitsverhältnis zu mir zu bringen obwohl ich zu diesem Zeitpunkt und viele der Folgenden Jahre nicht einmal ansatzweise für mich selbst verantwortlich zu Handeln in der Lage war.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe die Lehre die „meine“ Katzen mir zur Verfügung gestellt hatten indem sie mir bedingungslos zugetan waren, indem sie mir ihr Vertrauen trotz ihrer zeitweise sehr unglücklichen Lage, eingesperrt in einer kleinen Wohnung ohne Ausgang nie entzogen haben, wirklich zu erkennen und zu verstehen, dass ich es nicht gewagt habe über mich hinauszuwachsen, mir klar zu machen dass es meine Verantwortung gewesen wäre zuerst an ihr Wohl zu denken, mich selbsterhlich zu befragen und mir das, was ich immer wusste, nämlich dass sie nicht artgerecht, nicht frei und gesund bei mir leben konnten, dass ich trotz des „guten Willens“ nicht in der Lage war die Verantwortung wirklich zu leben, und dass ich um mir das nicht eingestehen zu müssen die Ereknntnis dessen was richtig gewesen wäre verdrängt habe, offen einzugestehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Angst vor der Welt, vor dem System, den Menschen, dem was aus ihnen wird als Rechtfertigung dafür genommen zu haben diese Tiere bei mir einzusperren, dass ich mir eingeredet habe es sei trotz aller Umstände immer noch das Beste für sie bei mir zu bleiben, angesichts all des Missbrauchs und der Qualen die Tiere von anderen zu befürchten hätten, angesichts der Gefahren und Unwägbarkeiten des Lebens in Freiheit.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mir einzureden ich sei besonders begabt im Umgang mit Katzen, weil sie mir immer gleich Vertrauen entgegenbringen, weil meine Katzen mir immer vertraut haben und mir zugetan waren, und dass ich nicht erkennen wollte, dass es die Katzen sind, die diese Entscheidung treffen, und dass sie selbst in Gefangenschaft nicht hätten zu mir stehen müssen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe die Abgabe zweier Katzen vor vielen Jahren so lange zu bedauern und zu betrauern, dass ich mich emotional habe gehenlassen ohne die Chance und Möglichkeiten für diese Tiere zu erkennen und mich für sie zu freuen da sie in ein Umfeld kamen, in dem sie eben nicht auf kleinem Raum eingesperrt, sondern gemeinsam mit anderen Tieren mit freiem Auslauf leben konnten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mcih selbst immer wieder zu verurteilen und zu bedauern in der Erkenntnis des emotionalen Missbrauchs den ich betrieben habe, indem ich Lebewesen für meine eigenen, persönlichen emotionalen Interessen meinem Willen unterworfen habe.





Freitag, 19. April 2013

Tag0067 – Familie Teil2



Natürlich ist es 'common sense', dass eine Familie zunächst sich selbst und für die nächsten Verwandten die Lebensgrundlagen organisiert und sich in dieser Gemeinschaft um ein ausreichend gesichertes 'Fundament' kümmert. Dafür ist es notwendig, dass jeder beteiligte, jeder mündige Part dieser Gemeinschaft eigenverantwortlich und vertrauenswürdig ist und sich selbst wie alle anderen als gleichwertige Mitglieder dieser Gemeinschaft sieht, so dass jeder Beitrag, jede Leistung die er erbringt dem Wohle der gesamten Gemeinschaft dient und keinesfalls zu Lasten eines oder mehrerer Mitglieder ausgelegt sein darf. Diese Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit kann nur in eigenverantwortlicher Selbstbestimmung erreicht und nicht aufgezwungen werden. Sie ist auch nicht angeboren oder von Natur aus angelegt und auf die nächsten Blutverwandten beschränkt. Das Entwickeln und Erlangen dieser Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit ist ein eigens selbst gewollter Prozess, der im Zuge der Mündigwerdung eines Menschen einen erforderlichen Schritt darstellt, nämlich den Schritt aus der ego-zentrierten und leicht naiven Sicht eines Schutzbefohlenen und behüteten Kindes heraus in das eigenständige Leben und in die eigenverantwortliche Selbstbestimmung. Ein Schritt, der in unserer Kultur, in der sogenannten westlichen, ersten Welt im Besonderen geflissentlich übergangen und ignoriert wird. Hier geht man davon aus, allein das älter werden würde den Menschen zu einem vernünftig und verantwortlich handelnden Wesen machen. Ein fataler Irrtum, denn was sich in den sogenannten Erwachsenen unserer Tage zeigt sind zutiefst verbitterte, enttäuschte, frustrierte und aggressiv-selbstsüchtige Charaktere, unausgebildet, unbestimmt und unwissend über die eigene 'Funktionsweise', die Ursache und Wirkung ihrer emotionalen Reaktionsmuster, die Ursache und Wirkung ihrer über die lebensnotwendigen Bedürfnisse hinausgehenden Verlangen und vor allem de Unswissenheit über die Herkunft der eigenen Gedanken, in denen allein sie sich ihre Existenz zu gründen und zu sichern versuchen.
Auch die kulturell geprägte Vorstellung einer Familie als abgegrenztes, sicheres Refugium der Selbstherrlichkeit, als Bestätigung und Rückhalt, als 'sicheren Hafen' in einer unsicheren Welt ändert nichts an der tiefen Verunsicherung und der daraus resultierenden Ängste, die die einzelnen Individuen einer Familie von der Übernahme ihrer Eigenverantwortung und Selbstbestimmung abhalten. Es gibt keine angeborene, auf die nächste Verwandtschaft begrenzte Verpflichtung, keine automatische Anteilnahme oder Empathie. Sie muss eigens und selbstbestimmt gewollt aufrecht erhalten und entwickelt werden, vor allem deshalb weil wir uns so weit von der Einheit die wir im Grunde sind entfernt haben. Die Kinder, die diese Nähe suchen, die die Verbundenheit spüren und sie ausdrücken tun dies nicht im Glauben an eine begrenzte Liebe, sie denken nicht einmal darüber nach, es sei denn wir infiltrieren ihre eigene Bewußtseinsentwicklung mit den Ideologien der Abgrenzung. Sie spüren die direkte Verbindung, sind aber in der Lage eine ähnliche auch zu anderen Menschen aufzubauen, wenn die Eltern als Vertrauenspersonen dies bestätigen. Das ist einfach aus dem Grund notwendig, weil die Erfahrung und Vorbildfunktion offensichtlich anerkannt wird. Wenn all das aber aufgrund kultureller Programmierung und Konditionierung auf reinen Glaubensideologiern basiert, wenn all das nach einem Schema abläuft und in vorbestimmte Bahnen gelenkt wird, dann entsteht eine gestörte Bindung, ein gestörtes Verhältnis des Menschen nicht nur zu anderen Menschen, sondern vor allem auch zu sich selbst, zur eigenen Identifikation, zum eigenen Selbst-Bewußtsein. Er verlernt völlig die eigentliche Aussagekraft seiner Empfindungen und Wahrnehmungen zu verstehen, er nimmt sie nachdem sie durch erzieherische Gehirnwäsche gefiltert wurden als gegeben und alternativlos, vor allem aber als die seinen hin, ohne zu erkennen oder erkennen zu können, dass er fremdbesrtimmt wird. Wenn im Zuge der eigenen Entwicklung dann der Zweifel wächst, wenn er versucht eigenständig zu sein, dann hat er nichts mehr worauf er diese Eigenständigkeit begründen und aufbauen kann. Er muss sich nach programminternen Alternativen und Auswahlmöglichkeiten umsehehn. Und dafür stehen im System all die auf selbstgerechte, eigensinnige Unterhaltung und Ablenkung ausgerichteten Ideologien und Vergnügungen zur Verfügung, die Tretmühlen und Motivationsmechanismen die ihn dazu bringen sich anzupassen, sich durchzumogeln, zu versuchen sich selbst den größtmöglichen Vorteil zu verschaffen ohne Rücksicht auf Verluste. Dieser Vorteil ist aber eine Illusion, er ist im Grunde ein Nachteil da er auf überflüssigem Konsum basiert, da er auf Werten basiert die nicht selbst gewählt, nicht eigenständig erkannt sind, sondern die nur den Anschein haben dem eigenen Willen zu entsprechen. Dieser aber liegt längst unter den Selbstzweifeln begraben und wurde ersetzt durch ängstliche Anpassung und Selbstprogrammierung zu einem Schauspieler, einer heuchelnden Figur.
Auf dieser Grundlage kann keine Gemeinschaft gesunden, sich entwickeln und vor allem nicht allen Beteiligten zum Vorteil gereichen. In einer solchen Gemeinschaft wird letztlich ein letzter Konflikt zum Bruch führen. Vor allem aber wird aus solchen Gemeinschaften, solchen Familien aus ängstlichen Heuchlern und heimtückischen Egos niemals ein starkes, Lebensbejahendes Volk entstehen. Es werden verängstigte Zellen die leicht manipulierbar sind, die sich zu allen erdenklichen Schandtaten und Vergehen am Leben hinreißen lassen in der Hoffnung sie könnten so ihre Angst bewältigen. Das ist das Bild das uns die heutigen Länder und Gesellschaften bieten. Und diejenigen die diese Manipulierbarkeit auszunutzen verstehen sind ebenso verblendet, sie sind lediglich privilegiert durch einen Hauch mehr an Information, sogenannter Bildung, entweder durch den Zufall der Geburt oder durch unrechtmäßige Aneignung und Übervorteilung anderer. Solche Menschen sind es in unserer Welt die die mächtigen Positionen besetzen. Verängstigt, von Selbstzweifeln zerfressen, verbittert, frustriert und besessen süchtig nach energetischer Selbsterfahrung. Der Schein den sie aufrecht erhalten müssen um das Gefühl der Überlegenheit zu wahren, um sich am Neid und der Missgunst, aber auch dern Anerkennung anderer zu laben ist das, was das Meiste dieser Energie verbraucht.
Familie, das ist ein Grundstein der Einheit allen Lebens. Wenn sie nicht ebenso verstanden und gelebt wird, dann ist sie eine erkrankte Zelle eines künstlich geschaffenen, fehlerhaften Organismus der zwar das Potential und die Anlagen der Entwicklung und Entfaltung des Lebens in sich trägt und dadurch in manchen Bereichen den Anschein erweckt sich lebensbejahend und zum Wohl aller zu entwickeln, der aber letztlich nur Zerstörung hervorbringt, und genau das ist der einzige Fortschritt den der Mensch tatsächlich zustande gebracht hat, er hat seine Möglichkeiten, seinen Aktionsradius der Zerstörung vergrößert und verbessert. Er ist jetzt dank seiner missbrauchten Fähigkeiten zu unsagbarer Vernichtung des Lebens fähig, effizient und gründlich. Desweiteren hat er all seine Anstrengungen darauf verwendet, das Wahre Gesicht seiner Wahnhaften Psychopathologischen Entwicklung zu verbergen, hat unendliche Mittel sich selbst zu täuschen, abzulenken und zu betäuben entwickelt um sich sich selbst und der eigenen Angst nicht stellen zu müssen.
Wir haben ein Menschenbild kultiviert, das abstoßender und lebensfeindlicher kaum sein könnte. Wir haben eine heuchlerische, heimtückische sich selbst manipulierende, ausbeuterische und Angstbissige, parasitäre Maschine geschaffen. Nichts von all den 'menschlichen Werten' die wir uns so gerne öffentlich zuschreiben wird gelebt, entspricht der Realität oder ist wahrhaftig. Wenn andere Menschen die Konsequenzen unser aller Ignoranz zertragen müssen, schauen wir weg, und wenn wir nicht mehr wegschauen können, wenn wir helfen müssen, dann sehen wir uns dazu gezwungen und setzen diese Menschen in ein Schuldverhältnis. Wir rechtfertigen das damit, dass unsere Hilfe uns selbst etwas gekostet habe, dass wir verzichten müssten und dass sie uns nun dafür etwas schuldig seien. Und wenn sie uns persönlich nichts bieten können, dann benutzen wir sie zumindest in unseren Gedanken als Sündenböcke, als Rechtfertigungen und Generalschuldige in unseren Lebenslügen. Das mag absurd klingen und das ist es auch, aber es ist die exakte Beschreibung der Denkweise vieler Menschen im Bezug auf die sogenannten Finanzhilfen für Griechenland oder neuerdings Zypern. Andere werden folgen und niemand macht sich die Mühe zu versuchen das System wirklöich zu verstehen. Nichts von diesen Scheinerklärungen entspricht der Wahrheit. Wir helfen nicht, wir kaufen das Land, sie werden in ein Schuldverhältnis gezwungen und zu marionetten der Wirtschaftsmächte. Wir zahlen keinen Cent an diese Länder, das Volk wird nur dumm gehalten und nimmt diesen Knochen dankbar an. Unternommen wird diese Hilfsaktion um den Schein des Systems zu wahren, obwohl der Zusammenbruch dieser Ökonomien deutlich sein Versagen belegen. Und so lassen sich hunderte Beispiele finden, un niemand sieht sich verantwortlich für das Schicksal der Menschen die zuerst unter den Konsequenzen leiden müssen, bis sie ihn selbst treffen. Und selbst dann nicht unbedingt. Wir geben nichts auf Familie, weil wir nichts auf das Leben geben. Das Leben ist die einzige Bindung die unds alle auch entgegen der Bemühungen des Menschlichen Geistes zu separieren und zu spalten eint. Dieser Wahrheit können wir nicht entgehen. Bisher ist der Tod, das Ende der menschlichen Existenz die einzige Schwelle die unumstößlich diese Wahrheit in die Wirklichkeit der menschlichen Individualexistenz bringt. Doch dann ist es viel zu spät, nicht wahr? Wir können uns jetzt dafür entscheiden uns selbst neu am Leben auszurichten, und diese Welt tatsächlich verändern, gesunden, dem Leben zur Freiheit verhelfen. Wir können dafür sorgen, dass unsere Kinder und deren Kinder in Einheit und in wahrer Freiheit leben können. Wir müssen es nur, jeder für sich, in eigener Regie und Verantwortung tun.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 18.04.2013

Tag0066 – Familie Teil 1



Was ist Familie wirklich? Was bedeutet es eine Familie zu gründen? Es sollte doch im Grunde eine Übereinkunft zwischen zwei oder mehr erwachsenen, mündigen Menschen sein ein gemeinschaftliches Leben zu führen, eine innerhalb der gegebenen gesellschaftlichen Strukturen funktionale Lebensgrundlage zu schaffen die beiden und eventuell noch weiteren Menschen die Möglichkeit der eigenen Versorgung, der Sicherheit und der gegenseitigen Unterstützung bietet. Das sind angesichts der Lebensnotwendigkeiten für eine entwicklungsfördernde und angenehme Umgebung sinnvolle und für alle Beteiligten lebensbereichernde Voraussetzungen.

All die kulturellen, durch die Gedanken, Vorstellungen und Ideologien geprägten Zusätze, Blutlinien, Familienehre, die ganze 'wir gegen den Rest der Welt' Idee, sind aufrichtig betrachtet reine Illusionen. Natürlich gibt es erkennbare Verbindungen genetischer Natur, die eine Gruppe von Menschen miteinander direkt verbinden, doch sind diese Kategorisierungen reine Übereinkunft. Man könnte die genetische Verwandtschaft selbstverständlich und ganz wertfrei noch viel weiter fassen. All unsere 'Familienideologien' basieren auf reinem Glauben, sie sind ein veruzweifeltes Festhalten an Konventionen einer Kultur die wir unser Eigen nennen, damit sie uns ein Gefühl der Verbindlichkeit und Sicherheit vermittelt. Die 'Bande', die Vertrautheit, die genaue Kenntnis der Eigenheiten, all das entsteht vor allem durch das enge Zusammenleben, durch die gemeinsame Entwicklung, das Wachsen an- und miteinander. Es ist ein Prozess der Unabhängig von der direkten Abstammung stattfindet und ebenso unter allen Menschen stattfinden könnte. Was uns separiert, was und voneinander 'unterscheidet' und trennt ist einzig und allein unser Bewußtsein und die darin einprogrammierten Ideologien, Werte und Vorstellungen. Daher bieten wir unseren Kindern auch keinen wahren Schutz. Wir gründen Familien mit dem Motiv unsere eigene Persönlichkeit aufzuwerten, unsere Ideologie des Selbst als Ego, als Familienego zu verstärken. Wir akzeptieren die Werte, Normen und Ideologien der Gesellschaft und Kultur ungefragt, folgen Bequem allen Gewohnheiten und halten aus lächerlich anmutender Sentimentalität die absurdesten Werte unserer eigenen Vergangenheitserfahrungen und der oft verklärten Erinnerung an sie hoch und am Leben. Nichts davon zeugt von Vernatwortlichem Denken, Handeln und abwägen, von gesundem Menschenverstand un der Einsicht in die unbequeme, aber der Selbstbestimmung bemäöchtigende Erklenntnis der Zusammenhänge des Lebens, der Einheit allen Lebens und der Verantwortlichkeit für die Konsequenzen der eigenen Akzeptanzen und Erlaubnisse. Unsere Kinder benutzen wir als verlängerten Arm in die vergeistigte Welt in die wir uns vor dem Leben und seiner Verantwortung geflohen haben. Dabei stoßen wir sie in einen Abgrund aus unerträglichen, lebensverachtenden und zerstörerischen Systemen die verselbständigt und unkontrollioert als Konsequenzen und Manifestationen unserer Verblendung und unserer Feigheit vor der Selbstbestimmung die Wirklichkeit bilden. All unsere Familienkonzepte, ihre moralischen, scheinbar menschlich mitfühlenden Grundlagen sind nichts als Heuchelei angesichts der realen Umstände, des Umgangs menschlicher Gemeinschaften mit sich selbst und dem Leben im allgemeinen. Wie könnten wir behaupten eine gesunde, funktionierende und Entwicklungsfördernde Familienstruktur kultiviert hätten, wenn die Gesellschaft die sich aus solchen Familiengebilden kosntituiert selbst nicht verantwortlich Handelt, wenn das gesamtgebilde sich in Abgrenzung und Angst befindet vom Leben, wenn die Kultur, die Wertvorstellungen und Normen der Menschen auf reinen Glaubenssätzen und Fantasien beruhen und mit den Gesetzen, den Bedingungen und offenen Tatsachen der Wirklichkeit immer wieder kollidieren?

Das Leben ist eins, es ist ein System das ineinander verwoben ist ind daher muss das Konzept, die Idee der Familie allumfassend und Übergreifend sein. Es geht aber nicht darum, die kleinen Gemeinschaften und die Idee einer Familienbande generell zu entwerten, es ist natürlich absolut sinnvoll wenn sich die Erzeuger von Nachkommen auch direkt in einer organisierten Gemeinschaft um dessen Wohl kümmern und dass auch deren Eltern und so weiter in diese sich unterstützende Gemeinschaft eingebunden sind. Allerdings darf dort der Gedanke des familiären Zusammenlebens nicht aufhören, denn da beginnt die Ignoranz und die Selbstverblendung als Maßnahme zum Schutz egoistischer Selbstinteressen, der reinen Willensbefriedigung einer auf sich selbst als Ideologisierte Person ausgerichteten Selbstidentifikation die in ständiger Unsicherheit und Angst lebt. Für sie ist die Familie so etwas wie ein geschützter Bereich, ein Hafen des Geistes in dem sie sich als die Persölichkeit geben kann die sie ist, ungeachtet der Konsequenzen, denn innerhalb derartiger kultureller Strukturen in denne die Familie sozusagen abgegrenzt wird von der Gemeinschaft, der ursprünglichen Einheit, sind die Beteiligten durch geselschatlich-kulturelle und auch existentielle Zwänge aneinander gebunden und müssen/können/dürfen innerhalb dieses auserwählten Kreises miteinander auskommen. Sie benutzt die Familie als Nest um von dort aus in die Welt da draußen herauszugehen und sich zu bereichern um dann immer wieder in die kleine begrenzte Gemeinschaft zurückzukehren.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 17.04.2013