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Freitag, 3. Oktober 2014

Tag 184 - Unsere Schande - Ist "assi" sein jetzt cool?
















Was tun wir eigentlich unseren Kindern an, wenn wir sie in die Institutionen dieser Gesellschaft stecken? Was geben wir Ihnen mit wenn wir ihnen diese Prinzipien einer durch und durch antisozialen und lebensverachtenden kapitalistischen Kultur  auch zu Hause in den Wohn- und Kinderzimmern aufzwingen, wenn wir sie als Eltern aufgrund der schulischen Noten bewerten, indem wir sie dafür loben oder bestrafen? Tatsache ist, dass wir das selbst nicht wissen. Wir haben nämlich in den meisten Fällen keine Ahnung was da vor sich geht und warum wir selbst diese Werte und Kategorien übernommen haben. Wir stehen nicht als eigenständige, mündige Individuen hinter diesen Werten, sondern wir boxen sie durch weil wir uns verzweifelt hilflos fühlen, weil wir nicht glauben, dass Alternativen möglich wären, weil wir an uns selbst nicht glauben. Und das ist, davon bin ich absolut überzeugt, einer der Hauptgründe für mangelnden Respekt und mangelnde Achtung vieler Kinder ihren Eltern gegenüber. Denn Achtung muss man sich verdienen, man muss auch achtenswert sein. Einfach nur Eltern zu sein bedeutet im Grunde gar nichts. Jeder kann das, jeder weiß wie man ein Kind macht. Dabei von einer überirdischen Fügung und Eingebung auszugehen die einen plötzlich zu einem verantwortungsbewussten und mitfühlenden Menschen macht ist ebenso naiv verblendet wie jeder Versuch die Eigenverantwortung aus Bequemlichkeit und Faulheit abzulehnen, beispielsweise durch religiösen Glauben oder spirituelle Wahnideen. Die Eigenverantwortung beinhaltet Eigenarbeit, und zwar eine kontinuierliche, nie endende Arbeit. Diese Arbeit ist aber keine ausbeuterische Sklavenarbeit wie dieser kranke Begriff von Arbeit den wir schon als selbstverständlich in unserer Alltagswelt des Systemlebens übernommen haben, sondern eine Arbeit die tatsächlich produktiv und fortschrittlich ist, die das Leben als Gemeinschaft voranbringt und diese trägt und die nicht nur auf die eigene Person fixiert ist. 

Wann immer ich Schulkinder sich unterhalten höre, höre ich in ihren Worten die asoziale Programmstruktur unserer Institutionen, die mentale Spaltung, die Unsicherheit im Vergleich, die Selbstbewertung nach äußeren Prinzipien, den Wahn eines perfekten Individuums das unabhängig und für sich allein über allen anderen steht. Ständig wird dieser verzweifelte und aussichtslose Kampf ausgefochten, kaum ein Gespräch das nicht von diesem krankhaften Gedanken infiltriert ist. Die Kinder sind nicht mehr sie selbst, sie denken und handeln nicht selbst und sie sind nicht Herr ihrer emotionalen Reaktionen. Nichts, was einen eigenständigen, mündigen und verstandesgeprägten Menschen ausmachen würde wurde oder wird ihnen in der Schule nahegebracht. Und ich höre schon jetzt die Worte derer die diesen Zustand aus bequemer Haltung verteidigen wollen: „ohne den Wettkampf hätte es nie einen Fortschritt gegeben“ und ich kann darauf mit ruhigem Gemüt antworten: „ Es hat auch nie einen wirklichen Fortschritt gegeben“. Denn schauen wir uns die Gesellschaften an, beobachten wir unser Treiben als Menschen, durchleuchten wir die Grundlegenden Prinzipien und Werte unserer scheinbar so modernen Gesellschaften, so ist es eindeutig zu sehen, dass all unser Handeln, unser Antrieb, die Motive und die Instrumente der Manipulation seit Jeher dieselben sind. Nichts hat sich geändert. Angst ist das Machtmittel, Gier ist der Antrieb und das System ist derart gestrickt, dass nur der Gierige und Rücksichtslose Erfolg haben kann, wobei der Erfolg eine fremdbestimmte und fragwürdige Definition ist, kurzweilig, kurzfristig und mehr ein Quickfixing als ein tatsächlicher, dauerhafter Wert. Und genau dort ist der wahre Grund für die technologische Seite des Fortschritts zu suchen, die als einziger greifbarer Beweis für die oben erwähnte Behauptung gelten kann: in der stetig wachsenden Gier nach mentalem Quickfixing, nach Unterhaltung, Ablenkung und Sensationen. Parallel dazu natürlich auch in der übergeordneten, konfliktschwangeren Situation einer gespaltenen Welt, von Gegensätzen und imaginären Unterschiedlichkeiten angetrieben und geprägt von einem parasitären Wettkampfgedanken der jeglichen gesunden Verstand vermissen lässt: in der selbst verursachten Notwendigkeit kriegerischen Handelns und der Demonstration materieller Stärke. Mental sind wir alle gleich schwach. Wir könnten stark sein, Werte schaffen die dauerhaft und Entwicklungsfördernd sind, die die Bedürfnisse aller decken und die unserer Kinder mit berücksichtigen. Doch wir haben die Schwäche gewählt weil wir glauben, durch diese freiwillige Unfähigkeit der Verantwortung zu entgehen, die wir eben nun einmal tragen für diese Welt so wie sie ist und wie wir sie unseren Kindern hinterlassen.

Wir ziehen es vor, unsere Kinder zu verstümmeln, ihnen die Fähigkeit die Welt so zu erkennen wie sie ist zu rauben, damit sie nicht die Fehler wahrnehmen die wir gemacht haben, damit sie nicht die Feigheit und Ängstlichkeit sehen die uns dazu veranlasst hat uns hinter Fassaden und in unseren Gedanken zu verstecken. Doch sie spüren es so oder so. Das Problem ist, dass sie nicht verstehen WAS sie spüren und eben aus diesem Unverständnis das einfach in unserer Unfähigkeit begründet ist sie vorbildhaft anzuleiten, entstehen Missverständnisse und unkontrollierte, selbstzerstörerische emotionale Reaktions- und Handlungsmuster deren Konsequenz letztlich die Selbstzerstörung sein wird. Das ist unumgänglich und unübersehbar überall zu erkennen, da kann man diesen Aspekt noch so sehr als Pessimismus und Dramatisierung abtun wollen, die Wirklichkeit und die realen Konsequenzen allen Handelns lassen sich nicht einfach wegdiskutieren. Wir ziehen die würdelose Selbstverstümmelung und Reduzierung auf triebgesteuerte Egoisten der Wahl eines gemeinnützigen, mündigen und aufrechten Lebens vor. Schande ist das einzige Wort, das mir dazu einfällt. Schande über uns als Menschheit, Schande über unsere hämische Scheinmoral, unser lächerliches Überlegenheitsempfinden und die Ignoranz unserer Programmatik.

Fortsetzung folgt...

http://lite.desteniiprocess.com

Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag0078 - „Das wird nie passieren“...

Keoni Cabral / People Photos / CC BY

Blog vom 28.04.2013

„Das wird nie passieren!“ - ist ein häufiger Einwand von Menschen die meine Blogs lesen, die sich mit der Arbeit die wir gemeinsam mit 'Desteni' leisten zumindest oberflächlich auseinandersetzen, die sich mit den Begriffen der Gleichheit allen Lebens und der Einheit des Lebens konfrontiert sehen. Dieser Einwand der eigentlich lediglich eine Reaktion ist, ist auch verständlich und erfolgt ganz logisch aus der Bewusstseinswahrnehmung so wie sie bei uns ausgeprägt ist. Von dem Standpunkt der vereinzelten, isolierten Selbstwahrnehmung in mehr oder weniger fatalistischer Opferhaltung klingt die Möglichkeit einer Welt der Gleichheit und Einheit, der Gleichbehandlung und der bedingungslosen gegenseitigen Unterstützung unvorstellbar utopisch. Das ist auch ganz klar, denn die ganze Geisteshaltung eines Menschen unserer Welt ist auf die Umweltbedingung der Ungleichheit geprägt und ausgelegt. Wir wachsen auf in einem Umfeld künstlich erzeugter Ungleichheit und Ungleichbehandlung und nehmen dieses Umfeld als natürlich gegeben hin, und das schon seit ewige Generationen. Daher begründen wir auch gerne unsere fatalistische Grundhaltung mit der Geschichte, mit den Worten „Das ist schon immer so gewesen...“, die ungefähr so viel Wirkung auf einen eigenständigen Geist haben wie ein kurzer Juckreiz.
Was bedeutet eine einfache Behauptung in Form einer Prophezeiung im Gegensatz zu der gelebten Wandlung eines lebendigen Menschen, zu der aktiven Selbstarbeit die als Resultat ein empirisches, lebendiges Beispiel für die Möglichkeit der Neuausrichtung, der gewollten Anerkenntnis der Einheit und Gleichheit allen Lebens gibt?
Allein die Tatsache dass sich so viele Menschen, wenn man sich offen zu dem Weg der Selbstbefreiung von den Glaubenssätzen der Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit menschlicher Entwicklung begibt, die Mühe machen dir immer wieder versichern zu wollen wie hoffnungs- und aussichtslos deine Anstrengungen seien ist ein deutliches Zeichen für die wahrhaftige Wirksamkeit deiner Bemühungen. Doch auch das ist eine nicht einfach so zu verhindernde Entwicklung in deinem Umfeld, dass es ganz egal ist wie deutlich wirksam deine Veränderung auch sein mag, die Ignoranz vieler Menschen wird kongruent dazu wachsen und sie werden es übersehen, oder sogar verunglimpfen, dich diffamieren, dich einen Heuchler oder ähnliches nennen, sobald sie glauben dich 'erwischt ' zu haben. Die Unterstellungen werden sich häufen und die Lügen auch.
Aber all das spielt keine Rolle. Es ist das Unverständnis und der Selbstschutz des Egos der sie dazu veranlasst, ebenso wie es bei dir selbst der Fall war. Die Überwindung dieses Punktes ist der schwerste der ersten Schritte zu eigenständigem Denken und selbstverantwortlichem Leben. Es geht nur um dich, nicht um Überzeugungen. Wenn du als das Leben, unabdingbar verbunden mit allem Leben als das Beispiel gerade stehst für die gelebte Einheit und Gleichwertigkeit allen Lebens, bist du selbst die Veränderung und es ist keine Überzeugung und Selbstbehauptung nötig.
Es ist auch nicht nötig auf ein Ziel hinzuarbeiten, denn der Prozess der Veränderung, der gelebten Selbstbestimmung und Ausrichtung am leben ist bereits das Ziel. Es gibt keinen endgültigen Endzustand zu erreichen von dem aus man dann auf alles zurückblicken könnte. Das Leben ist und muss ein Entwicklungsprozess bleiben, es ist lediglich die Grundlage, der Ausgangspunkt, die Perspektive von der aus man ist und Handelt, die sich grundlegend ändert eben durch die selbstehrliche Selbstarbeit. Diese Eröffnung, diese Erkenntnis ist nicht vermittelbar, sie ist nur dir selbst offenbar, wenn der Schritt über den Widerstand hinaus getan ist, wenn die freiwillige Selbstbeschränkung durch das Dogma der Aussichtslosigkeit durchbrochen wird. Dieser Schritt scheint nur aus einem Grund ein solches Wagnis für das verängstigte Ich zu sein, nämlich dem, dass im Falle der Wahrhaftigkeit seiner Verheißung ein Zurück nicht mehr möglich ist und endlose Schritte in eigenverantwortlicher Selbstregie folgen müssen, und dass von dem Zeitpunkt an die Eigenverantwortung allgegenwärtig ist und nicht mehr ignoriert werden kann. Doch davor Angst zu haben ist nachher unvorstellbar, denn es sind genau diese Punkte die dich angstfrei und wahrlich Selbstbewusst werden lassen, die dir die Lebenskraft in die eigenen Hände zurückgeben und dich zum Leben erwecken, indem du dich selbst als das Leben in allem Leben wiederentdeckst. Sich selbst zu stoppen, sich zu bremsen und seine eigene, selbstbestimmte Entwicklung zu begrenzen nur aufgrund einer Empfindung, einer ängstlichen Prophezeiung, eines vagen Glaubens hin ist dann unvorstellbar und der Gedanke wirkt geradezu lächerlich. Es ist überhaupt nicht relevant wie sehr und ob man an das Eintreten einer Utopie glaubt. Was zählt ist das was ist, und das ist die Wahrheit der Möglichkeit und damit der Verantwortlichkeit des Menschen zur verantwortlichen, des Lebens würdigen Selbstgestaltung in Selbstbestimmung. Die Selbstverleugnung, die Ignoranz gegenüber dieser Möglichkeit aus irrationaler Angst heraus beseitigt nicht die Wahrhaftige Tatsache. Und je mehr Menschen sich offenbaren, sich selbst dekonstruieren und als Beispiel den Weg des lebendigen Wortes, des tatsächlichen Selbst-Wandels gehen, desto klarer wird diese Verantwortlichkeit als symbolische Lebenskraft jedem klar vor Augen geführt und nach und nach, Schritt für Schritt werden Die Geister sich hinterfragen und das Leben wird sich durchsetzen, der Mensch wird sich selbst überwinden.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Tag0003 - Wollen, Brauchen, Haben, Sein - Kurze Exploration einer blockierenden Persönlichkeitsstruktur

[auro] / Foter.com / CC BY-NC-ND


Ich überlege seit einiger Zeit ob ich mir ein Fahrrad kaufen sollte. Es gibt dafür eine Reihe von Gründen, die ich mir hier einmal näher anschauen möchte, wobei ich etwas mehr über ihre Bedeutung herausfinden möchte. Wenn ich mir ein Fahrrad zulege, dann wird es wahrscheinlich ein gebrauchtes Mountainbike sein, da ich damit sowohl durch den Wald, über Feldwege, als auch auf der Straße fahren werde.
Einer der Hauptgründe für diese Überlegung ist der, dass ich unheimlich genervt bin vom Autofahren, vor allem wenn es um kurze Strecken, wie beispielsweise das Einkaufen geht. Zu laufen ist natürlich eine Alternative, allerdings kostet sie wesentlich mehr Zeit. Auch die Wege zum Kindergarten und zurück könnte ich gut mit einem Fahrrad erledigen, da wir einen Kinderanhänger dafür in der Garage stehen haben. Mit dem kann ich übrigens auch die Einkäufe transportieren.

Ich muss noch einmal erläutern, worum es eigentlich geht in diesem Blogpost, denn es mutet vielleicht etwas banal an, über eine solche Überlegung zu schreiben, als ob es etwas besonderes wäre. Es geht hier eben auch um ein Persönlichkeitsprogramm, das mein Handeln und meine Entscheidungen schon immer stark bestimmt und beeinflußt hat, und zwar so weit, dass ich letztendlich nie wirklich in der Lage war, mich über eine Entscheidung die ich getroffen hatte zu freuen, bzw. auch zufrieden zu sein, oder besser gesagt zu dieser Entscheidung stehen konnte. Jeder Entscheidung, vor allem wenn es um mich persönlich ging, etwas das ich mir 'selbst' gewünscht hatte, ob ein Gegenstand oder ein 'Erlebnis', ging ein langwieriger Prozess der inneren, gedanklichen Diskussion mit mir selbst voraus, in der ich versucht habe mich sozusagen selbst von der 'Sache' zu überzeugen. Was ich bei dieser inneren Debatte immer weiter perfektioniert hatte war die Fähigkeit mich selbst hereinzulegen, mit trügerischen Argumenten, Halbwahrheiten oder gar direkten Lügen. Unglaublich im Grunde, denn ich habe mich ja selbst belogen und daher müsste ich mir als der Diskussionspartner selbst über die Lüge bewußt gewesen sein. Doch wenn ich etwas wollte und ich wußte im Grunde, dass ich es mir a) nicht leisten kann, dass es b) keinen besonderen Nutzen für mich hat und c) auch keinen Nutzen für andere, dann habe ich mich in diesen Momenten der Selbstüberzeugung ganz bewußt und willentlich in Ignoranz geübt und einfach so getan, als seien diese scheinlogischen Argumente des 'Befürworters' tatsächlich Stichhaltig. In diesem Jahrelangen Prozess habe ich dann letztendlich komplett das Selbstvertrauen verloren, eine sinnvolle, nützliche Entscheidung zu treffen.
Das wirft natürlich auch unter anderem die Frage auf, warum überhaupt ein solcher innerer Dialog stattfand und ich nicht von Vornherein einfach das getan habe, worauf ich gerade Lust hatte. Offenbar besteht/bestand so etwas wie ein verpflichtendes Gefühl zur Rechtfertigung.

Wenn ich also nun über meine Überlegungen schreibe, mir ein Fahrrad zu kaufen, dann aus dem Grund, dass ich festgestellt habe, dass ich diese Unsicherheit immer noch verspüre und dass ich in manchen Momenten meinen eigenen Argumenten für diese Sache nicht traue, vor allem auch wenn ich mir tatsächlich noch persönlich eine Freude damit mache.
Für mich persönlich ist ein gutes, verlässliches Fahrrad zu fahren etwas das mir 'gefällt'. Woran liegt das? Ich bin sehr viel und sehr gerne an der frischen Luft, ich bewege mich gern draußen und mit einem Fahrrad komme ich dabei auch noch relativ schnell voran. In meinem Leben bin ich sehr viel Fahrrad gefahren, ich hatte keinen Führerschein bis ich 21 Jahre war und habe fast alle meine Wege mit dem Fahrrad erledigt. Es gab mir ein Gefühl der Freiheit, der Mobilität und Unabhängigkeit. Außerdem war die Bewegung auf dem Rad ein willkommener Gegenpol für meinen damals eher ausschweifenden Lebensstil. Leider lief es bei mir ähnlich wie bei vielen anderen: als ich mein erstes Auto fuhr, ließ das Radfahren mehr und mehr nach, bis ich dann schließlich so gut wie gar nicht mehr aufs Fahrrad gestiegen bin.

Später fing ich an Laufsport zu betreiben und ich hatte viel Freude daran. Radfahren habe ich auch immer wieder mal probiert, allerdings hatte ich immer wieder Pannen mit einem alten, für sportliche Zwecke unbrauchbaren Fahrrad und war bald ziemlich genervt davon es mitten auf der Strecke wieder nach Hause tragen zu müssen. Also habe ich mich auf das Laufen konzentriert.
Ein Hauptgrund für meinen Wunsch mir jetzt ein 'vernünftiges' Fahrrad zuzulegen ist eben der, dass ich eine sportliche Abwechslung suche, die sich gleichzeitig Zweckmäßig nutzen lässt und ich sehe beim Radfahren diese Eigenschaften tatsächlich gegeben.

Alle weiteren Gründe die für das Radfahren sprechen, wie beispielsweise weniger Auto zu fahren, vor allem auch kurze Strecken, und die Tatsache, dass ich persönlich Freude an dieser Anschaffung habe, lassen mich immer wieder Zweifeln, ob dieser 'Wunsch' tatsächlich sinnvoll begründet ist. Hinzu kommt natürlich noch der finanzielle Aspekt der Anschaffungskosten.

Ich habe also aus meiner Erfahrung mit mir selbst, den Enttäuschten Erwartungen die sich aus meiner Unehrlichkeit mir selbst gegenüber bei der Entscheidung zur Anschaffung bestimmter Dinge die ich für 'nötig' oder Anschaffenswert hielt ergeben haben, und der Konsequenzen aufgrund der Ausgaben die nicht selten meine Möglichkeiten überstiegen haben, eine innere Blockade des Verstandes geschaffen, die es mir in solchen Situationen schwer macht. Ich weiß dass diese 'Probleme' an sich nicht sonderlich problematisch sind und auch anmaßend erscheinen, da ich ja immerhin in der Situation bin solche Dinge überhaupt in Erwägung zu ziehen. Es geht mir hier auch vielmehr um die Selbstprogrammierung an sich die ich in meinen Gedanken- und Urteilssystemen meines Geistes entwickelt habe.

Da ist also einerseits der Trigger der persönlichen Bereicherung, über dessen Ursache und trügerische Natur ich mir durchaus im Klaren bin. Es gilt herauszufinden warum und aus welchen Prägungen, Erfahrungen, Konditionierungen ein solcher Wunsch entsteht und worin seine Konsequenzen bestehen.

Dann folgt die innere Selbstrechtfertigung mit teils moralisch gewerteten Argumenten die die Sinnhaftigkeit einer solchen Anschaffung bestätigen sollen.

Und ein dritter Punkt, der sich eigentlich durch die gesamten Ebenen der Analyse zieht ist der des Geldes, des Geld-Ausgebens und die daraus entstehenden Folgen.

Ich habe über viele Jahre meines Lebens versucht, mein eigenes Selbstwertgefühl, das mangelnde Selbstbewußtsein und die Ängste und Unsicherheiten durch die Anschaffung bestimmter 'Waren' wie beispielsweise einem neuen Handy, einem Computer, einer Uhr oder ähnlichem zu kompensieren. Ich habe nie wirklich hinterfragt warum genau ich geglaubt habe, dass in solchen Gegenständen die Lösung meiner Unzufriedenheit mit mir selbst und meinem Leben liegen würde. Selbst dann nicht, wenn ich wiederholt gemerkt habe, dass schon kurz nach der Anschaffung, kurz nachdem ich im Besitz dieser ersehnten Sache war, dieses Gefühl der Notwendigkeit und der ersehnten Erfüllung meines Wunsches vollkommen verschwunden war und ich diese Sache nur noch zur Ablenkung, zur Unterhaltung, also zu rein Egoistischen und größtenteils völlig sinnlosen Tätigkeiten genutzt habe. In vielen Fällen habe ich dann genau dieses Gerät kurze Zeit nach Erwerb mit einem hohen Verlust wieder verkauft, manchmal um mir den nächsten eingebildeten Wunsch zu erfüllen. Dieses Phänomen ist aus heutiger Sicht sehr interessant, da es im Grunde ein reines Suchtverhalten darstellt, das nach immer mehr und immer neuer Befriedigung verlangt. Auch wenn die Zerstörerische Natur dieses Verhaltens sich vielleicht nicht direkt körperlich auswirkt, so sind die Konsequenzen dennoch nicht weniger verheerend gewesen, da die finanziellen Möglichkeiten die ich hatte sehr begrenzt waren. Tatsächlich hatte ich in den meisten Fällen das Geld überhaupt nicht zur Verfügung. Warum ich dennoch in den Besitz dieser Sachen kommen konnte ist wohl jedem klar, denn der Kauf auf Kredit und Raten ist ja ein völlig alltägliches, normales Vorgehen in unserer Konsumwelt und das System wäre überhaupt nicht funktionsfähig, wenn dem nicht so wäre. Doch das ist ein anderes Thema, auf das ich in anderen Blogs eingehe. Warum und weshalb ich versuchte, die empfundene Leere in mir durch Waren und Güter auszufüllen, ist natürlich ein Resultat erstens der Lebensumstände überhaupt in unserer Gesellschaft, die reine Identifikation des Selbstwertes über Äußerlichkeiten, materielle 'Werte', Prestigeobjekte und Anerkennung von Außen, also das Grundparadigma der Konsum-Persönlichkeit, die Unfähigkeit sich selbst zu bestimmen, sich freizumachen und zu lösen von dem Gedanken daran wie man von anderen vielleicht wahrgenommen wird und darauf Wert zu legen, was sie denken. Diese Struktur des Denkens, diese Philosophie ist genau das, was ich gelernt habe, was man mir in Institutionen der Ausbildung und durch die Wirkung der Gesellschaft beigebracht hat. Zum anderen ist für ein solches Verhalten und die Akzeptanz dieser Programmierung der eigene soziale Status in der Gesellschaft von Bedeutung, der es wie in meinem Fall einem Menschen nur schwer möglich macht, sich genug Freiheit zu verschaffen um sich mit den eigentlich wichtigen Dingen zu beschäftigen die der Mensch in seiner Entwicklung zu bewältigen hat, nämlich der Selbstbestimmung in Selbstehrlichkeit und Eigenverantwortlichkeit. Natürlich spielen dann noch viele weitere Prägungsfaktoren und Charakterzüge eine Rolle die bestimmen, inwieweit man für die Manipulation und mentale Anpassungsstrategie der Kultur/Gesellschaft empfänglich ist. Aus diesen Gründen ging ic also dieser Persönlichkeitsprogrammierung in die Falle, ließ sie zu und manövrierte mich immer weiter in das 'Aus', was in dieser Gesellschaft gleichbedeutend ist mit dem finanziellen Ruin. Das ist natürlich auch genau so gewollt und vorgesehen, es gibt eben nachdem sich ein Mensch an der Maschinerie der Konsumsysteme sozusagen 'ausgepowert' hat keine Verwendung mehr für ihn und man kann ihn 'abschalten' oder 'entsorgen', was man dadurch erreicht, dass man ihm seine Lebensgrundlage - also die finanziellen Mittel entzieht. Aus diesen Erfahrungen hat sich für mich eine Einstellung entwickelt, die vielleicht, und das soll sich hier auch nochmal 'ermittelt' werden, über die normale Vorsicht hinausgeht und ebenfalls nicht einer selbstbestimmten, bewußten Verstandesentscheidung folgt, sondern selbstprogrammiert ist.

Der nächste Punkt ist der der inneren Selbstrechtfertigung zur Befriedigung des persönlichen Wunsches, des vorprogrammierten Verlangens nach etwas durch eine Sache, durch eine Handlung die ebenso der Systematischen Struktur der Kultur/Gesellschaft, also den Handlungsmechanismen entlang der eingepflanzten Wervorstellungen folgt und dabei aber immernoch versucht, das Selbstbild als eben nicht egoistischer, nicht selbstgerechter und rücksicht- oder verantwortungsloser Mensch aufrecht zu erhalten, was natürlich nur unter Aufbringung erheblicher Ignoranz funktioniert, wenn man überhaupt von funktionieren sprechen kann, denn im Grunde ist man sich ja immer dieser Selbsttäuschung bewußt. Die Frage die ich oben bereits gestellt habe, warum überhaupt dieser Versuch der Selbstrechtfertigung nötig ist, zeigt eigentlich schon recht deutlich die heuchlerische Natur der Persönlichkeits- und Denkstruktur die ich wie ich zu behaupten wage gleichermaßen mit fast allen 'Leidensgenossen' dieser trügerischen und oberflächlichen Bildung und Ausbildung innerhalb unserer Gesellschaftssysteme, in der Familie, in der Schule und der Medienlandschaft genossen und auch verinnerlicht habe. Denn künstlich ist sie allemal, widernatürlich ebenfalls. Nicht allein deshalb, weil sie in der erforderlichen Selbstrechtfertigung, ob moralisch oder scheinbar rational, die Gespaltenheit und die Abgetrenntheit von dem eigentlichen Selbst, der eigentlichen Selbstwahrnehmung offenbart und darin einen immerwährenden Konflikt produziert, sondern weil vor allem auch das Selbst an sich, also das, was da im Konflikt mit den aufgetragenen Handlungs- und Verhaltensmustern steht, überhaupt nicht klar ist, sich seiner Selbst gegenüber nicht eindeutig definiert und somit ebenfalls in dem Verdacht steht, genauso programmierbar und manipulierbar zu sein wie die Person als das Ego das sie offenbar ist.
Diese Selbstfindung und Entdeckung ist ironischer Weise der eigentliche Weg zu der Erfüllenden Selbstbestimmung und Identifikation die man durch diese Handlungen, die Anschaffungen, das sich aneignen von symbolischen Produkten zu erreichen versucht. Und diesen Konflikt trage ich offenbar noch immer in mir, zumindest spuren seiner Wirkung, seiner Konsequenzen als Gewohnheits- und Reaktionsmuster.

Nun der Punkt des Geldes, meiner ganz persönlichen Erfahrungen mit diesem Geldsystem, meiner Stellung darin, den Konsequenzen die ich verursacht und zu erdulden hatte und die ich letzlich in einem tatsächlich selbstbestimmten Prozess bewältigen und mir vergegenwärtigen konnte, weil ich in der Lage war, den Tatsachen selbstehrlich entgegenzutreten und mcih gnadenlos vor mir selbst bloßzustellen. Dieser Schritt war keineswegs leicht, aber er war einer der befreiendsten für mich den ich je gegangen bin. Diesen Punkt werde ich in meinem morgigen Blogpost detaillierter behandeln und diesen hier mit Selbstvergebung zu den ersten beiden beenden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Unzufriedenheit und meine innere Verzweiflung über mein mangelndes Selbstwertgefühl und die Perspektivlosigkeit nicht wirklich erkannt und mir vergegenwärtigt zu haben und stattdessen den inneren Vorstellungs- und Emotionsmechanismen der erlernten Ablenkung und Selbst-Identifikation mit und durch materielle Güter, die einen gewissen Symbolwert darstellen indem sie beispielsweise durch die eigene Bewertung und die erwartete Sicht/Reaktion des äußeren Umfeldes das Gefühl einer persönlichen Bereicherung vermitteln, gefolgt bin, ohne die Konsequenzen zu überschauen und mir die offensichtliche Sinnlosigkeit und die unwirkliche Natur dieser Handlungsweise zu vergegenwärtigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch meine Erfahrungen, die Reaktionen auf und Konsequenzen durch meine Verhaltensweisen eine innere, blockierende Gedankensystematik aufgebaut zu haben, die vornehmlich dazu dient die eigentliche Problematik, die Ursachen der Denk- und Wertstrukturen die ich als Teil meiner Persönlichkeit erlaubt und zugelassen hatte zu verdecken, zu umgehen oder zu ignorieren.

Fortsetzung im nächsten Blog.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 13.02.2013



Samstag, 6. Oktober 2012

Tag 56 - Die 'intellektuelle Persönlichkeit' und ihr scheinheiliger Charakter; das Ende ihrer Achtung (Teil 1)

Alternativer Titel:

Common Sense ersetzt die intellektuelle Persönlichkeit und offenbart ihren scheinheiligen Charakter
(Teil 1)

by Marlen Vargas del Razo



Jeden Tag foltern quälen und vernichten wir uns gegenseitig. Und jeden Tag bringen wir Kinder auf diese Welt. Jeden Tag werden Kinder geboren nur damit wir sie dann wenn sie gerade anfangen sich selbst zu finden ihr Umfeld zu entdecken wenn das Leben anfängt sich zu entfalten in der kindlichen Freiheit die Ware Lebensmotivation wiederspiegelnd, den wahren Antrieb des Lebens, unbeeinflusst, unbeeindruckt von all den mentalen Gedankenkonzepten von den komplexen virtuellen Realitäten die wir uns als so genannte erwachsene Menschen geschaffen haben durch unsere völlige Hingabe an unseren Glauben, unsere Vorstellungen, unserer Ideologien und unsere Gedanken, über deren Herkunft wir nichts wissen und die wir auch nicht hinterfragen, nur um sie dann als Opfer unseres Wahns zu benutzen und zu Missbrauch in indem wir sie biegen und brechen und unseren kranken Vorstellungen anzupassen versuchen um uns im Geiste zu ergötzen an ihren Qualen, Schwierigkeiten, ihrer Hilflosigkeit und ihrer Situation des ausgeliefert Seins in ohnmächtiger Machtlosigkeit, um uns energetisch an ihnen aufzuladen indem wir künstliche Konfliktpotenziale erzeugen. Jeden Tag setzen wir neues Leben in diese Welt, um es aus zu saugen.

Die Kinder sind der pure Ausdruck des Lebens. Aber wir haben eine Machtstruktur geschaffen, ein System geschaffen, welches das Leben schon im Keim erstickt, welches das Leben nicht anerkennt als das was es ist, eine Welt in der wir unsere Kinder im Keim ersticken lassen, wir tun ihnen die grausamsten, unvorstellbarsten Dinge an, im Namen unserer Persönlichkeiten unseres Glaubens an die Richtigkeit der von uns übernommenen, getragenen, akzeptierten, und an uns weitergegebenen Systeme, ohne eigenständiges Denken, ohne zu hinterfragen oder über Konsequenzen verantwortungsbewußt nachzudenken. Wir haben uns völlig verloren in dieser Idee, der trügerischen Kultivierung unserer Existenz allein im Geiste, einer Fantasiewelt der Vorstellungen und Gedanken. Im Namen des reinen Glaubens an diese überwertige Existenz im Geiste zerstören, foltern, quälen und töten wir unsere eigenen Kinder und das Leben im Allgemeinen. Es ist nicht die Zeit und es ist nicht der Ort für intellektuelle Klugscheißereien. Die Energiesucht der Egos die tatsächliche Problemthemen zerpflücken und durchkauen nur um mit einer exklusiven Idee zu glänzen, sich etwas in ihre Persönlichkeitsstruktur hineinzuschreiben, die versuchen sich durch Worte und geborgte Gedanken selbst zu erweitern und zu vergrößern, einzig und allein im Namen ihrer Anerkennungssucht, ihren verzweifelten Versuchen sich selbst gegenüber den Wert ihrer Existenz zu versichern ist nichts weiter als das fruchtlose, selbstzerstörerische Verhalten eines krankhaft abhängigen. Diese jämmerliche Strampelei und das Buhlen um Reaktionen, Aufmerksamkeit und Zuwendung zum reinen Selbstzweck hat ausgedient. Niemals hat sich irgendetwas durch die sogenannte intellektuelle Elite verändert. Was an den Universitäten und den Schulen getan wird ist, vorgefertigte Texte und deren vorgefertigten Interpretationsmuster in die Köpfe der Kinder und Studenten hineinzuhämmern, so dass sie auf Knopfdruck alles wiederholen können, sich in allen Situationen die für sie innerhalb des Systems relevant sind sicher fühlen können, weil sie sich 'berufen' auf die gelernten Worte, die antrainierte Methodik und letztendlich ihre Programmierung. Sie werden angepasst und erhalten oder erhielten besser gesagt uneingeschränkte und bedingungslose Anerkennung aufgrund ihrer Graduierungen. Doch sind sie ebenso manipulierbare, vorprogrammierte Roboter geblieben wie alle anderen Menschen auch, einzig und allein ausgerichtet auf die verborgene Agenda ihres Selbstinteresses. So war es und so ist es noch heute, selbst die engagiertesten Philosophie Professoren, die anerkanntesten Psychologen oder Soziologen wagen nicht den Schritt heraus aus den geschützten Gemäuern ihrer Persönlichkeit, verstärkt, gedämmt und abgesichert durch die mentale Manipulation der Gesellschaft ehrfürchtig, demütig und vertrauensvoll auf ihre 'Laufbahnen' und 'Geschichten' zu blicken. Das gibt ihnen einen Freifahrtschein ihr Selbstinteresse zu verfolgen ohne großartig behelligt zu werden, denn, das ist ja der ganze Witz, unser System, also das was wir akzeptieren als unsere Lebensweise, das, was diese Menschen schützt UND sie ausbildet ist ja ausgerichtet auf das Selbstinteresse um jeden Preis, es erzeugt ja eben ausschließlich Geister und Persönlichkeiten dieser Art, verloren in Gedankenwelten, dem gemeinschaftlichen Konsens eines Regelsatzes für das virtuelle Spiel der Energie-Erlebnisse, der Bilder un der Gedanken, abgewandt vom Leben, von der wahrhaftigen Selbst-Sicherheit der eigenen Existenz als Leben, hier, atmend, gleich und eins mit allem Leben. Und daher ist es auch kein Wunder, dass immer wieder mit aller Kraft versucht wird gegen jedes lebendige Wort das gesprochen wird in selbstehrlicher Einsicht der Gleichwertigkeit, aus dem Leben heraus, nicht um eine Idee aufzupumpen, nicht um die Persönlichkeit zu präsentieren und zu etablieren, sondern um sich selbst als dem Leben etwas mitzuteilen vorzugehen, es anzugreifen mit den Mitteln der Akkumulierten Information, gespeicherten, eingefütterten Daten, nullen und einsen interpretiert und kompiliert in eine Funktion die nichts weiter tut als Reaktionen hervorzurufen aus denen sie wiederum Informationen aufnimmt, die sie interpretiert, umwandelt und kompiliert in Energie, die Nahrung des Geistes, ohne dabei zu merken, dass alles was sie generiert, alles was sie an Energie aufnimmt der eigenen Hardware, dem eigenen Organismus entnommen wird. Eine Persönlichkeit, eine illusionäre Existenz der Vorstellung versucht, das Leben selbst in seiner Manifestation, in seiner offensichtlichen Simplizität der einfachen Wahrhaftigkeit in der spontanen Erkenntnis des Seins zu widerlegen ohne zu erkennen dass sie selbst nur ein Nebenprodukt dieser Lebendigkeit ist.
Es ist ein verheerender Kreislauf der Zerstörung, der Frustration, Verbitterung und Zorn hervorruft, und durch diese Emotionen wieder neuen Antrieb generiert zum weiteren verzweifelten Ansturm auf und gegen das Leben. Ein sinnloses Unterfangen.
In den Kommentaren zu Veröffentlichungen meiner Vlogs und Blogs und denen von hunderten anderer Menschen aus aller Herren Ländern kann man hundertfache Beispiele für diese Erregten und verzweifelt um Reputation kämpfenden Egos, die strampelnd und zappelnd vor Jähzorn alle Methoden ohne Rücksicht auf Konventionen, Moral, Vernunft oder Verstand benutzen um die Offenbarungen menschlicher Selbstehrlichkeit als Lebendige Worte der gelebten Enheit anzugreifen, sie zu verunglimpfen, zu diffamieren und vor allem die Menschen persönlich anzugreifen und zu versuchen ihnen Motive zu unterstellen, die im Grunde die Motive der Ankläger in Unrechtmäßigkeit und Verwerflichkeit weit unterbieten würden, wären sie denn tatsächlich vorhanden. Alles nur weil sie nicht bereit sind zu akzeptieren, dass sie in einem System der Niedertracht und Ungleichheit sich einen Status der Selbstidentifiation aufgebaut haben, der nicht nur illusionär und lediglich vom Glauben und der künstlich generierten Achtung des Umfeldes abhängig ist, sondern der auch missbräuchlich, verantwortungslos und inakzeptabel ist für das Leben selbst und der sie selbst nicht weiterbringt oder gebracht hat, der ihnen selbst die Augen geblendet hat, da er nicht real ist, sondern eben nur ein Gedankenkonstrukt, zu einhundert Prozent abhängig von der erfolgreichen Manipulation und der Gehirnwäsche ganzer Generationen.
Kein einziger Mensch der Vernunft und gesunden Verstand besitzt würde in irgendeiner Weise es für Nötig halten, sich und seine Aussagen, seine Kritik oder seinen Zuspruch mit dem Anführen eines bestimmten Auszeichnungsgrades zu untermauern, es sei denn er wäre nicht wirklich überzeugt, stünde nicht wahrhaftig hinter seinen Äußerungen, was allerdings wiederum die erstgenannte Voraussetzung der Verstandes- und Vernunftbegabung in Frage stellen würde, da in solch einem Fall ein vertrauenswürdiger, ehrlicher Mensch dessen Interesse das Wohl des Lebens, also das Wohl aller ist, sich überhaupt nicht geäußert hätte, bis er denn doch sicher und standhaft in seiner Überzeugung ist.
Sich aber zu äußern, lediglich um sich zu profilieren, um sich aneinander aufzureiben und aufzuladen, sich gegenseitig sein angelesenes Wissen zu zeigen, zu versuchen sich zu erheben über andere, sich hinter einer Ausbildung, einer Auszeichnung des Systems der Oberflächlichkeiten zu verstecken, zu versuchen sich zu messen und dann nicht einmal in der Lage zu sein eine aussichtslose Situation aufzugeben, sondern weiter zu versuchen durch hinterhältige oder polemische Mittel die Arbeit eines anderen zu zerstören oder zu schädigen, das ist die Spiegelung der Natur des Egos, das ist das wahre Gesicht, die Struktur der heimlichen Agenda des Selbstinteresses an der feige festgehalten wird aus Angst sich zu verlieren, aus Angst vor tatsächlicher Veränderung. Daher werden die Menschen niemals wirklich etwas ändern auf dieser Welt, so lange sie diese Selbstidentifikation nicht offenbaren, sich nicht trauen sich selbst 'bloßzustellen', und sich als das Leben identifizieren das sie sind, in der Erkenntnis dass wir alle gleichermaßen derart geprägt und programmiert waren und dass wir nur dann eine neue Welt gestalten können, wenn wir, jeder einzelne, den Mut aufbringen die alten Muster zu durchbrechen.
Auf diese offensichtliche Selbst-Geilheit und die Ego Spielchen kann ich schon aus gesundem Menschenverstand allein keine Zeit mehr verschwenden. Ich weiß, wir alle haben das so gelernt, es ist das Grundprinzip des Systems das wir leben, der Wettkampf der Egos, ausgefochten bis zum Zusammenbruch und bis zum Verlust des Verstandes, doch es ist einfach nicht mehr angesagt angesichts der Unerträglichkeit der Zustände.
Das Leben muss befreit werden, es muss sich selbst befreien von der Diktatur des Bewußtseins und der daraus resultierenden, unkontrolliert wütenden Entartung des 'Menschseins'.
Die Konsequenzen unserer Bequemlichen Unvernunft sind offensichtlich seit Jahrhunderten schon sichtbar, heute um so mehr, da wir viel mehr von der Welt mitbekommen und wahrnehmen können durch die mediale Vernetzung. Die Konsequenzen sind abzusehen und ihre Ursachen sind zurückzuverfolgen, dazu ist der Mensch fähig und genau da liegt auch seine Verantwortlichkeit, seine Bestimmung sozusagen, und es ist einfach lächerlich und inakzeptabel sich heute noch 'intellektuell' aufzuspielen und in Debatten über die Tragfähigkeit dieser Konsequenzen auszulassen, während man im Grunde nur an der Sicherung des eigenen Status interessiert ist und einen Dreck gibt auf die zigtausend jämmerlich verendenden Menschen jeden Tag, deren qualvoller Leidensweg und deren Tod eine Konsequenz unserer Lebensweise und unserer Selbstaufgabe ist, sowie unserer freiwilligen Hingabe an die bestehende Ordnung, die im Grunde eine Unordnung ist.
Die Praktikable, real umsetzbare Lösung des menschlichen Dilemmas ist simpel. Es ist die Anerkennung der Eigenverantwortlichkeit in jedem Moment. Die Anwendung des Prinzips der Einheit und Gleichwertigkeit des Lebens und seiner Notwendigkeiten. Doch genau das ist es, was der Mensch in seiner Identifikation über den Geist ablehnt, er möchte komplexe Systeme sein eigen nennen, er möchte sich für besonders kompliziert halten, für besonders überlegen halten, für etwas Besonderes halten. Aber er ist Leben, eins und gleich mit allem Leben. Alle überwertigen Ideen seiner Selbstidentifikation sind lediglich Gedanken, Vorstellungen, aufrecht erhalten durch das gegenseitige Benutzen der Individuen, durch das gegenseitige Rückversichern durch die Aufmerksamkeit und den Glauben an diese Konzepte, und während wir damit beschäftigt sind zerstören wir in der Wahrhaftigkeit unserer Existenz das Leben. Nicht nur das, wir produzieren immer wieder neues Leben, das wir diesem zerstörerischen Prozess dann wieder zuführen können. Wir fressen uns selbst auf, verdauen uns selbst.
Eigenverantwortlichkeit, bedingungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, dazu ist der menschliche Geist und die Vernunft zu nutzen, zu erkennen und zu akzeptieren, dass ich als Lebensform für das Leben verantwortlich bin, dass meine Handlungsweise wahrhaftige, reale Konsequenzen hat für das Leben, und dass das System das ich mit trage und das ich lebe Konsequenzen hat für das Leben im allgemeinen, und dass ich als Teil dieser Existenz individuell eigenverantwortlich bin. Ich stehe als das Leben dafür gerade, welche Entscheidungen auch immer ich treffe. Jegliche Ignoranz dieser Verantwortlichkeit gegenüber ist Selbstverblendung und Selbstbetrug und vor allem beseitigt sie nicht wirklich meine Verantwortung.
Die Zeiten der intellektuellen Klugscheißerei müssen endgültig vorbei sein. Es gibt für diese Ausprägung der Persönlichkeit keine Achtung mehr von einem Menschen der sich als das Leben erkennt und fest als das Leben für das Leben steht. Es gibt keine Anerkennung und keinen Respekt mehr für egoistische Spielereien, für intellektuelle Aufschneidereien - und Klugscheißer. Du musst ein lebendiges Beispiel sein für das was du sagst. Das lebendige Wort ist das einzige, das Aufmerksamkeit verdient, und das es verdient aufgenommen und auch gesagt zu werden.
Befreit das Leben, befreit euch selbst von dieser Geißel der Überwertigen Idee einer Persönlichkeit als Ich-Existenz die aus Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen, Wünschen und Ideen besteht von deren Herkunft ihr nicht einmal Kenntnis genommen habt. Denn in dem Moment in dem man selbstreflektiv diese Ursachen und Quellen zurückverfolgt erkennt man auch den Grad der Fremdbestimmung und Selbstaufgabe die das bisherige Leben geprägt und gesteuert haben. Diese Existenz ist nichts, leer, substanzlos und sie endet mit der Auflösung eurer Lebensform. Wir sind hier alle gemeinsam in dieser Existenz das physische Leben. Was wir hier zulassen und erlauben als physische Manifestation der Projektion unserer Geister ist eine verheerende Katastrophe für uns als das Leben, absolut inakzeptabel für einen Menschen der sich wahrhaftig für ein bewußtes, vernunftbegabtes, intelligentes Lebewesen hält. Das Bewußtsein ist nicht eigenständig, kein Selbstzweck. Es ist ein Werkzeug für den Menschen um das Leben zu gestalten und damit trägt er für diese Gestaltung in allerletzter Konsequenz die Verantwortung. Das Bewußtsein ist nicht das, was wir sind, es ist ein Nebenprodukt, ein Resultat dessen was wir sind.
Wer kann das Leben noch länger leiden sehen unter diesen Bedingungen? Die Kinder, die tagtäglich leiden und sterben sind unserer Kinder. Wir sind diese Kinder. Das sind offensichtliche Fakten und Wahrheiten. So einfach zu sehen, dass wir sie ganz einfach übersehen, weil wir gelern haben nur nach innen zu schauen, auf die Bilder als Projektionen unserer Gedanken und Vorstellungen. Wir leben ein Leben in einer Fantasiewelt, einer virtuellen Realität und wirken dabei in verheerender Weise auf die Wirklichkeit ein, akzeptieren und erlauben unvorstellbare Dinge als Konsequenzen unserer Selbstgefälligen Gedankenflucht, die wir uns selbst, unseren Mitmenschen, unseren Kindern, allen Lebensformen gewillt widerfahren lassen.
Die Zeit der mentalen Selbstbefriedigung ist vorbei, die Zeit der intellektuellen Debatten ist vorbei.
Jeder, der es wagt sich in bedingungsloser Selbstehrlichkeit seiner Verantwortung zu stellen, der den Schritt macht diese Gedankenmuster und die Programme seines Geistes stück für stück zu analysieren und zu dekonstruieren steht als wahrhaftiger individueller Mensch da, der als das Leben etwas zu sagen hat, ein lebendiges Wort spricht; es ist dort überhaupt keine Debatte mehr notwendig, denn wir stehen als das Leben in Einheit und Gleichheit da, die Spaltung und die Polarisierung geschieht allein durch die Identifikation über den Geist als Vorstellung einer überwertigen, ätherischen Existenz 'Ich' als meine Geschichte. Es spricht das Leben aus dir und das Leben ist das was du bist, ist das was ich bin und ist das was wir alle sind.
Durch das System das wir sind, das wir derzeit leben als Menschen beeinflussen, manipulieren, benutzen wir uns gegenseitig, aber als das Leben sind wir alle gleich.
Von dieser ganz einfachen, simplen grundlegenden Einsicht aus könn(t)en wir uns alle gemeinsam, individuell frei als das Leben entfalten.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Lasst uns dafür sorgen, dass es nicht all zu lange dauert ihn zu gehen und lasst uns das unsagbare Leid das wir verursachen, das wir unseren Kindern antun und zumuten beenden indem wir uns endlich selbst aufwecken, uns endlich selbst mündig machen indem wir unsere Verantwortung für und als das Leben akzeptieren, dafür gerade stehen und endlich lebendig werden, als vertrauenswürdige und dem Leben unserer Kinder würdige Mitgeschöpfe.

Fortsetzung folgt...