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Samstag, 17. August 2013

Tag0138 - Nachruf für Bernard Poolman 'Der Mensch und das gelebte Wort'




















Nun, ich kann weiter so tun als ob ich den Tod von Bernard Poolman überhaupt nicht mitbekommen hätte und verdrängen wie sehr mich der Moment bewegt hat in dem ich davon erfuhr, oder aber ich stelle mich in einem selbstehrlichen Prozess den Emotionalen und gedanklichen Aspekten dieser Erfahrung und bleibe Herr meiner Selbst, bleibe wach und aufmerksam, erkenne und vergegenwärtige mir die Bedeutungen und Ursachen eben dieser emotionalen Reaktionen um mich dadurch selbst zu verstehen, standhaft zu sein, eigenverantwortlich und selbstbestimmt, so wie es im Sinne dieses Mannes gewesen wäre, dieses bemerkenswerten Menschen der mir über so lange oder auch kurze Zeit als einzigartiges, lebendes Beispiel gezeigt hat, dass die Freiheit des Menschen, seine Selbstbefreiung und die Erlangung wahrer Menschenwürde und Vertrauenswürdigkeit tatsächlich möglich und lebbar ist.

All die Jahre meiner Suche nach einem Sinn, nach einer Erfüllung, nach einem Grund oder einer Bestimmung, nach dem Grund der Existenz, nach dem man zwangsläufig anfängt zu fragen wenn man einen gewissen Punkt der Selbstarbeit überschritten hat waren nichts weiter als die strebsame Gier des Egos, dieser Gedanken-gespeisten Einbildung einer Existenz allein als Ich, als diese Person nach energetischen Erlebnissen und haben immer nur den einfachen Weg vor mir ausgelegt, weil sie eben Strukturen der Gedankenkonzepte und der emotionalen Bewusstseinsauslegungen folgen die uns allen eingepflanzt werden und die dich immer wieder auf dich selbst zurückwerfen, während du verzweifelt versuchst aus dir heraus zu kommen anstatt den Blick auch tatsächlich bewusst und offen auf dich selbst gerichtet zu halten.

Dieser eine Schritt, eine offene, ungezwungene und bedingungslose Entscheidung der Unterstützung ohne irgendeinen Versuch der Überzeugung durch die Gruppe, der Menschen die mit Bernard zusammen für Desteni, für seine Worte gestanden haben waren der erste und einzig notwendige Augenblick für mich um mich selbst zu finden und mich als gleich und eins mit allem Leben zu erkennen – oder besser gesagt zu erahnen, denn wie ich all das umsetzen, wie ich damit fertig werden und mich von den Gedanken ignoranter Selbstrechtfertigung und emotionalen Fesseln meiner persönlich auferlegten Gefangenschaft befreien sollte war mir zu dem Zeitpunkt noch unklar. Doch die eigenständige Auseinandersetzung mit dem Desteni Material, mit der Fülle an Artikeln und Interviews, den Vlogs und Blogs, das Schreiben als Werkzeug, als Hilfsmittel zur Entfaltung meiner Persönlichkeit vor mir selbst, das hat mir die Augen geöffnet und den befreienden Schritt zur Annahme meiner Eigenverantwortlichkeit für und als das Leben selbst möglich gemacht.
Bernard war sicher treibende Kraft in der Gruppe und für mich war er ein Fixstern für meine Orientierung und Ausrichtung am Leben, für meinen Weg mich durch die eigenen emotionalen Verkrustungen zu brechen, meine Opferrolle aufzugeben, meine Süchte zu beseitigen und mich als Mensch zu befreien, weil er als Beispiel das gelebt hat, wovon ich immer nur eine Ahnung hatte, was ich aber in Angst und Eigensinn vergraben hatte. Es war immer so, dass e genau die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt aussprach die ich hören musste um im Moment des Fallens wieder zu mir selbst zu finden, auch wenn er mit diesen Worten nicht mich persönlich ansprach, sondern alle Menschen gleichermaßen.

Und da liegt eben auch die Kraft seines Wirkens, dass er klar und ungefärbt die Gleichheit aller, die Gleichheit der Strukturen und die offenen Wahrheiten des Lebens deutlich erfasst und ausgesprochen hat in Worten die mitten ins Herz der selbstgeschaffenen Scheinexistenz trafen und sie treffen noch immer, haben noch immer die selbe Kraft.
Ja, ich bin unsagbar betroffen von seinem Tod, ich vermisse seine Präsenz auch wenn ich ihm nie näher als dreizehn tausend Kilometer Kilometer gewesen bin. Ich habe einfach keinem anderen Menschen so viele wertvolle, profunde und dauerhafte Einsichten zu verdanken wie ihm, seiner unterstützenden Haltung, seiner Wahrhaftigkeit und brachialen Ehrlichkeit.
Ja, diese Welt ist durch seinen Tod tatsächlich ärmer, doch ist das bereits tausendfach aufgewogen mit dem, was Bernard Poolman als Mensch hier bewirkt und zurückgelassen hat, was unumstößlich seinen Tod überdauern und aus ihm heraus weiter wachsen und gedeihen wird zum Wohle allen Lebens. Das größte Geschenk, das ein Mensch dem Leben aller und damit sich selbst machen kann, die Transformation der mensclichen Existenz als programmiertes Bewusstsein zu einem sich selbst in Einheit und Gleichheit erkennenden und eigenständig verantwortlich definierenden Menschen-Leben, der wahrhaftige, selbstbestimmte Weg in die Freiheit allen Lebens als Beispiel gelebt und mit offenen Händen geteilt als Bedingungslose Hingabe und Unterstützung für alle.


Wer mehr darüber erfahren möchte wie einzigartig und doch vertraut, kraftvoll und dennoch einfühlsam, umfassend und dennoch in simpler Klarheit dieser Mann gewirkt hat und immer noch unverändert wirkt, der verschaffe sich selbst einen Eindruck indem er sich mit den Blogs und Vlogs, den Entwicklungen und dem Einsatz, der Hingabe und der bedingungslosen Aufopferung für das Leben aller der stetig zunehmenden Menge an Menschen überall auf der Welt auseinandersetzt, sich der Fülle an Selbstenthüllungen und dem gelebten Wandel all derjenigen aussetzt die sich dem Leben in Klarheit und Einheit verschrieben haben, die die eine Entscheidung im Namen des Lebens getroffen haben, sich selbst, eigenständig und eigenverantwortlich dem Prozess der Selbstbefreiung von den gedanklichen, mentalen Strukturen der Unterdrückung und Beschränkung des Lebens zu unterziehen, nicht etwa weil Bernard Poolman ein Übermensch gewesen wäre dem alle nacheifern, somdern weil er sich als ein bedingungslos vertrauenswürdiger und offener, gebender Gleicher gezeigt, weil er sich hingegeben hat für das Leben, die Freiheit des Lebens und damit für die Freiheit aller. Darin sich selbst zu entblößen bis auf die Knochen, sich als eins und gleich mit allen zu entlarven und diese Wahrheit in treffende Worte zu packen die die Illusionen des Geistes und seiner Überheblichkeit gezielt an der Wurzel packen lag und liegt das, was er uns allen gegeben und hinterlassen hat, und in unseren Leben, unseren Entscheidungen und unserer Hingabe an das Leben, an den Prozess der Befreiung in eigenverantwortlicher Selbstbestimmung liegt die überdauernde Ewigkeit dessen, was er repräsentiert hat. Das sind meine Worte über Bernard Poolman, der niemals etwas zu verbergen hatte. Es steht jedem Menschen völlig frei sich ernsthaft und umfassend zu informieren, sich einzulesen. Doch es bedarf schon einiger Courage den ersten Schritt auf die Wahrheit zuzugehen, wenn man überall auf althergebrachte Weise den scheinbar leichten Weg der Vorverurteilung geboten bekommt, wenn man nicht selbst denken, handeln und entscheiden muss und glaubt, sich dadurch der Verantwortung für und als das Leben das man ist entziehen zu können. Dass das nicht funktioniert, dass man die Verantwortlichkeit nicht abschütteln kann, ist eine der so unangenehm erscheinenden Wahrheiten die er nicht müde geworden ist herauszuschreien um uns die Möglichkeiten der Freiheit, das Potential als Mensch wahrhaft zu leben vor Augen zu führen.
Ich habe lange gebraucht um diese Worte zu schreiben, weil ich nicht sicher war, ob ich es mir anmaßen kann über den Tod eines Mannes zu schreiben, den ich lediglich über tausende Kilometer Entfernung aus Chats, Vlogs und Blogs zu kennen glaubte, doch ich bin froh damit angefangen zu haben, weil mir dadurch klar geworden ist, dass ich ihn sehr wohl kannte, dass ich genau wusste um die Wirkung seiner Worte und die Wirkung seiner Presenz. Ich kenne Bernard Poolman so, wie ich mich selbst kenne und eben weil ich zu ihm, zu seinen Worten stehe, stehe ich zu den meinen und in meiner Hingabe an die Wahrhaftigkeit, die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit als das Leben lerne ich ihn immer besser kennen, bis ich mich selbst absolut bis in den letzten dunklen Winkel meiner Selbst kenne und verstehe. Auf dass wir alle in Freiheit und Gleichheit die Vielfältigkeit des Lebens und sein volles Potential sein werden.

Danke Bernard Poolman,
Danke an alle die mit mir bis hier gegangen sind und die, die noch mit uns diesen Weg gehen werden.

Bastian Neumann


Sonntag, 21. Juli 2013

Tag0127 - Ablenkung von der Endlichkeit des Persönlichen

marsmet532 / Foter / CC BY-NC-SA


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich immer wieder von meinem Leben HIER ablenken zu lassen, mich in Gedanken und Vorstellungen zu verlieren während das Leben selbst an mir vorbeizieht, die Möglichkeiten tätig zu sein, etwas zu schaffen, mich voll und ganz einzusetzen für und als das Leben, an mir und damit am Leben selbst zu arbeiten, am Menschen und seiner Welt, seiner Selbstwahrnehmung, seiner Kontrolle und seiner notwendigen Neugestaltung als Mensch, als Lebewesen um die menschlichen Fähigkeiten dem Leben zuzuführen, sie für das Leben einzusetzen in der gelebten Erkenntnis der Einheit und Gleichheit allen Lebens und der Verantwortlichkeit des menschlichen Seins für sich selbst und das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe mir immer wieder vor Augen zu führen, dass mein Leben vergänglich ist, dass ich in der Zeit die ich als Mensch, in dieser Form des Lebens bin die Möglichkeiten nutzen, mich selbst bestimmen und verstehen muss um dem Leben zur Freiheit von der Unterjochung unter die selbstgeschaffenen Programme des menschlichen Bewusstseins zu verhelfen, um selbst als Beispiel für mich der Beweis der Einheit und Gleichheit des Lebens zu sein und die heuchlerischen Lügen, den Selbstbetrug und die Selbstverstümmelung durch die Ideologien menschlicher Überlegenheit, menschlicher Führungsmoral und dem Glauben an eine erhabene Stellung im Naturgefüge zu entlarven, ihre wahren Ursachen und grundlegenden Motive offen zu legen, aufzuzeigen dass sie der Angst, der Selbstsucht und dem naiven Glauben an die persönliche Geschichte als überdauernde Existenz entspringen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in meiner eigenen Angst vor dem Tod nicht die programmierte Illusion der Selbstliebe als eine Geschichte, eine Vorstellung und Idee von mir selbst zu erkennen die nicht im Ansatz meine eigene ist, deren Werte nicht die meinen sind und deren Funktion allein der Systematik dienen soll, die von uns selbst uns auferlegt ist als Projektion unserer selbstverursachten Ängste, die die konstruierte Figur einer beschützenden Macht darstellt die aus uns selbst entsteht ebenso wie deren Gegenpol als die Ursache unserer Ängste.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst auf dem Weg zur Selbstbefreiung, der Hingabe an das Leben und damit an die Befreiung allen Lebens immer wieder durch meine Bewusstseinskonditionierung, durch meine unbeachteten Ängste und unkontrollierten, unverstandenen emotionalen Muster zu sabotieren und zu bremsen, das ich dabei immer wieder versucht habe die Schuld bei anderen zu suchen, in den Umständen, in dem Verhalten anderer Personen oder aber der Hilflosigkeit die ich mir einbilde als Selbstschutz vor meiner Verantwortlichkeit für und als das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als ein Bild, eine Geschichte meiner Erinnerungen zu sehen, als eine Projektion geformt aus meiner Interpretation der Reaktionen anderer, des Verhaltens anderer und den Emotionen die ich dabei empfunden habe, dass ich mir nicht klar und bewusst gemacht habe wie sehr ich mich in dieser Selbstwahrnehmung beschränke, aufgebe und zum Spielball äußerer Umstände mache und vor allem auch dass ich für die Konsequenzen für mich und mein Leben, all der Entwicklungen die sich daraus auch für andere ergeben, die Verantwortung trage, da die Entscheidung mich nach den Mustern, den Werten und Vorstellungen die ich anderen unterstelle zu richten, anstatt meine eigenen Vorstellungen, Werte und emotionalen Reaktionen zu verstehen und mich eigenverantwortlich an mir selbst und dem Leben auszurichten, eine selbst getroffene Entscheidung ist.


Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben mir immer vor Augen zu halten, dass jede Entscheidung, in jedem Moment des Tages meine ganze Verantwortung ist, dass ich in diesen Entscheidungen das Leben selbst in Erwägung ziehen muss und klar sehen und verstehen kann, dass alle Ausflüchte die mich dazu bringen sollen für mein Leben nicht die Verantwortung zu übernehmen und sie stattdessen den Umständen, anderen Personen und deren Verhalten zuschreiben sollen ein Selbstbetrug sind und nur die selbstgerechten egoistischen Triebe der konditionierten, künstlich generierten und durch Angst motivierten Persönlichkeit einer Konsumkultur sind, die dem Untergang geweiht ist und für einen bewusst lebenden, verantwortungsbewussten Menschen der sich Gleich mit dem Leben sieht vollkommen inakzeptabel ist.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu bedingungsloser Selbstehrlichkeit in jedem Moment emotionaler Überwältigung, in jedem Moment der reaktiven Selbstrechtfertigung der Ursache auf den Grund zu gehen und die Ängste mir selbst gegenüber aufzudecken die zu dem emotionalen Sturm geführt haben und mir die Strukturellen Abläufe meiner Gedankenmuster zu vergegenwärtigen um mir selbst vergeben zu können, sie zu lösen und mich neu am Leben auszurichten.

Fortsetzung vorgesehen



Montag, 27. Mai 2013

Tag0101 - Du bist immer allein Teil2 - Der unerbetene Verstand

Lincolnian (Brian) / Foter.com / CC BY-SA




Der Verstand ist und war unerbeten und die Sinnfrage ist eine unlösbare Funktion die den Geist gefangen hält, den Menschen bremst und in Ketten legt. Wir haben in unserer als ausweglos wahrgenmmenen Situation lediglich versucht unser Schicksal zu benennen, anstatt es selbst zu lenken. Dadurch, dass wir ihm einen Namen, ein Label verpassen, glauben wir Kontrolle zu erlangen. Durch die Ojektivierung dessen was wir fürchten glauben wir es bannen zu können, das reden wir uns ein, und wissen es doch besser. Wie haben wir es nur geschafft uns all die Jahrtausende derart selbst zu täuschen? Die Wahrheit ist, dass wir es nicht geschafft haben. Wir haben einfach nur unsere Verantwortlichkeit abgelehnt. Wir haben uns der Macht unterworfen, Gesellschaftssysteme kreiert und akzeptiert unter deren Führung wir uns ganz klein machen und in irgendeiner Ecke verkriechen können. Nur die mutigsten und selbstsüchtigsten unter uns lassen wir vortreten, ihnen gewähren wir das zweifelhafte Glück und Vergnügen die Macht zu kosten, sie auszuüben und betrügen sie so ebenfalls um ihr freies Leben.

Nein, der Verstand ist es nicht, was uns ausmacht. Wir nutzen ihn nicht einmal gerne. Wir wissen welche Gefahren er birgt, wozu er im Stande ist und wir fürchten die Verantwortlichkeit. Wir sind Leben, gleich mit allem Leben, ein einfaches Postulat, das dem Verstand unmöglich scheint. Doch nur aus dem Grund, weil er nicht unser Glück ist, weil er nicht unser Überleben und unsere Entwicklung begünstigt, sondern weil er im Grunde eine Last darstellt, eine Einschränkung und eine gefährliche Bedrohung. Nur dann, wenn diese Gefahr wirklich erkannt ist und der Verstand in einer klaren Entscheidung unter Berücksichtigung aller Konsequenzen und Verantwortlichkeiten angenommen wird, kann er erstmals zu einem Instrumentarium des Lebens werden, kann er dem Leben zu Freiheit und dem Menschen zu einer allen zugute kommenden Ordnung führen.

Doch diese Entscheidung will erst einmal getroffen werden. Und selbst dann ist es ein langwieriger, schhwieriger Prozess sich gegen die tief verwurzelten Programme der Selbstwahrnehmung, der Persönlichkeit aufzulehnen, sie zu stoppen, zu analysieren, zu verstehen und sie zu dekonstruieren. Immer wieder wird der programmierte Verstand versuchen dich zu hindern an dieser Machtübernahme über dich selbst, er wird verlockende Entschuldigungen, scheinbar unüberwindbare Argumente und Rechtfertigungsgründe schaffen, gewohnte Muster werden dir wie ein Stück Heimat vorkommen auf dem Weg zur Selbstbefreiung von allen Verkleidungen und fremdbestimmten Zwängen der dich in völlig unbekannte, ungewohnte, kalte und erschreckende Gefilde führen wird in denen du lernst für dich selbst geradezustehen, bei deren Durchquerung du erkennst dass du immer allein bist, dass es nur auf dich selbst ankommt in deinem Leben, deiner Existenz, nur auf dich selbst als das Leben das du bist.

Fortsetzung vorgesehen...




Tag0100 - Du bist immer allein Teil1 - Leben oder Sterben wir?

Foter.com / Public Domain Mark 1.0




Du bist letztlich immer allein, und das ist dein Glück. Eigentlich ist „letztlich“ der falsche Ausdruck, denn du bist natürlich von Anfang an allein. Du bist allein in dieser Existenz, in diesem Leben, du stehst ganz allein für dich und dein Leben gerade. Du legst auch nicht vor irgendwem Rechenschaft ab, sondern einzig und allein vor dir selbst. Sollte dir das zweifelhafte Glück vergönnt sein den Zeitpunkt deines Todes bewusst zu erleben, dann besteht kein Zweifel, dass du allein das Resümee deines Lebens ziehst. All die Menschen aus deinem früheren Umfeld, deine Familie, deine Freunde, können dich nicht begleiten. Es gibt keine Referenz, es gibt keinen Beistand eines erfahrenen Menschen, niemand kann sich in dich hineinversetzen. Es gibt niemanden, den du um Rat fragen, oder bei dem Du dich Rück versichern könntest, da niemand da ist der diese Erfahrung die du jetzt machst schon einmal gemacht hätte und mit dir darüber sprechen könnte.

Im Leben ist es allerdings genauso, nur dass wir über genügend Zeit und Freiraum verfügen, dass wir ausreichend Abwechslung und Ablenkungen haben, um uns über diese Tatsache hinweg zu täuschen. Wir bauen ein Sozialgefüge auf das uns den Eindruck vermittelt, wir könnten uns über die Relationen und die mentale Angleichung an Verhaltensweisen Wertvorstellungen und Lebensziele anderer unserer eigenen Existenz versichern. Unsere Wahrnehmung allein, Interpretationen der Verhaltensmuster anderer Menschen, ihrer Ideale Vorstellungen und Ziele, sind rein imaginär und existieren in dieser Form lediglich in unseren Gedanken.

Vor kurzem habe ich einen Satz gelesen den ich sehr treffend formuliert finde, eigentlich ist es eine an sich selbst gestellte Frage. Sie lautet frei zitiert: „Vielleicht leben wir nicht, sondern sterben immerfort und die Zeit rast an uns vorbei“
Das Leben ist vom Standpunkt des persönlichen Bewusstseins tatsächlich viel wahrhaftiger wahrgenommen und gelebt, wenn man es als Sterben sieht, und dazu müsste man sich nicht einmal etwas vormachen, denn genau betrachtet läuft alles Leben darauf hinaus. Jeden Tag sollte uns der eigene Endpunkt vor Augen sein, der Tag der Rechenschaft vor uns selbst. Aber auch dafür haben wir Scheininstanzen und Institutionen geschaffen die uns bei diesem Schritt der Annahme unserer Lebensverantwortung vertreten sollen. Die Religionen schaffen dafür ihre Götter und das Paradies, der Atheist hat sein Nichts. Doch beides liegt allein im Glauben verankert, in den Gedanken der Illusion selbst, dem ICH als Person, dem Ego. 

Es ist schon eine Faszinierende Einrichtung, dieses Selbst-Bewusstsein. Es kann eine gesamte Spezies auf Jahrunderte und Jahrtausende hinweg unterjochen und versklaven. Ein hochkomplexes Virus, eine Tödliche Infektion der Existenz.

Doch es ist nicht nur das Bewusstsein allein, es ist die Struktur des Verstandes, das was uns scheinbar zum Menschen macht, das was uns als überlegen darstellt. Wir sind unheimlich stolz, fühlen uns als Krone der Evolution oder eben als Krone der Schöpfung, doch gleichzeitig geißeln wir uns selbst durch  unserem Verstand, wissen nicht warum, wieso wir diese Fähigkeit haben und genau das ist unser Problem. Wir suchen nach einem Sinn, etwas das unser Leben Lebenswert macht. Nicht nur auf individueller Ebene, nein, auch wenn wir glauben uns nur um uns selbst zu kümmern, wenn wir uns für den größten und rücksichtslosesten Egoisten haletn, dienen wir letztendlich dem Grundprogramm unserer Selbstwahrnehmung, der allen menschlichen Handlungen innewohnenden Überheblichkeit des denkenden Seins, der entfremdeten, Illusionären Existenz eines göttlichen, übernatürlichen Strebens. Wir glauben in der Ziellosen Anwendung unserer Möglichkeiten, der Umsetzung aller Denkbarkeiten läge der Antrieb unserer Entwicklung, das nennen wir Fortschritt und diesen Weg beschreiten wir um jeden Preis, mit schwindelerregendem Tempo. Wir fühlen uns innerlich in unserer Existenz so sehr verunsichert, dass wir immer schneller rennen ohne wirklich das Ziel zu kennen. Doch der erste Schriitt ging bereits in die falsche Richtung, der erste Schritt der Flucht vor der Unsicherheit, der Einsamkeit und der Leere war ein verzweifelter, irregeleiteter Schritt direkt ins Maul der Bestie.

Fortsetzung folgt...





Freitag, 12. April 2013

Tag0061 – Der Tod und das Ende der Vorstellung [Teil2]



Fortsetzung zu Tag0056

Die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit der eigenen Sterblichkeit bringt überhaupt gar nichts, so lange sie von der verklärten Selbstwahrnehmung als zeitloses, endloses und von allem isoliertes Geisteswesen ausgeht. Diese Vorstellung von unserem Selbst als die reine Wahrnehmung durch das Bewusstsein, als die Wahrnehmung der Gefühle und Gedanken, als die Erinnerung und das Wissen, als die gesammelte Information geht immer unterschwellig von der Unabhängigkeit von den körperlichen, physischen Gesetzmäßigkeiten des Körpers aus. Wir haben diesen Glauben an das Überdauern dieser Existenz als menschlicher Orgaismus so tief in all unseren Überlegungen vergraben, dass wir die Zeit die wir in dieser Form existieren gar nicht als begrenzt wahrnehmen. Wir richten all unser Denken und Handeln auf die Befriedigung und die Vergrößerung unseres Bewußtseinssystems aus. Mehr Erfahrungen, mehr Wissen, mehr Erlebnisse, mehr Emotionen und Gefühle, mehr Erinnerungen, mehr Persönlichkeit usw., usw. Dabei versuchen wir ein Bild von uns zu schaffen, eine Persönlichkeit mit Fähigkeiten und Eigenschaften die einem Ideal entsprechen das an eben diesem Glauben ausgerichtet ist, dass dieses Bildnis der Vorstellung das eigentlich wertvolle und wichtige an unserer Existenz als Mensch sei. So lange wir uns von diesem Standpunkt aus mit der Sterblichkeit auseinandersetzen wird unsere Wahrnehmung nur immer verklärter, verwirrter und unsere Selbstbestimmung als eigenverantwortliche, eigenständige und verlässliche Menschen immer unwahrscheinlicher. In dieser Denkweise an eine vollkommen unhaltbare, um nicht zu sagen abwägige Vorstellung bestätigen wir unsere aus Unsicherheit entstandenen Ängste. Wir geben ihnen die Möglichkeit hinter schönen, schmeichelhaften Vorstellungen versteckt weiter zu wachsen und uns zu zermürben. Wir machen uns anfällig, angreifbar, manipulierbar und viele haben bereits meisterhaft gelernt diese verborgenen Ängste zu benutzen um Menschen zu beeinflussen. Tatsächlich funktionieren die bestimmenden Faktoren all unserer Wirtschaftssysteme, unserer gesellschaftlichen und politischen Strukturen genau nach den Prinzipien der Angst-Manipulation. Die Selbstschutzmechanismen des Bewusstseins des Menschen als EGO sind so sicher, um nicht zu sagen heimtückisch, dass selbst die direkte Konfrontation mit der körperlichen Sterblichkeit, die direkte Erfahrung der Endlichkeit des Menschenwesens und damit auch seines Bewußtseins (viel eher noch kann hier von einem Ende gesprochen werden als bei derm körperlichen Zerfall, der alles andere als das Ende von Leben ist wie man weiß) nicht unbedingt zum Erwachen aus der illusionären Verklärung führt, sondern sie im Gegenteil noch verstärken oder überhaupt erst ans Laufen bringen kann, wenn beispielsweise Menschen nach einer schweren Krankheit oder dem Verlust eines nahestehenden, emotional verbundenen Menschen plötzlich religiöse Ansichten und Vorstellungen erlauben und entwickeln, um sich wieder vor der nun ins unerträgliche gesteigerten, beinahe konfrontierten Angst vor dem Tod, dem Ende der eigenen Geschichte zu verstecken.
Doch diese Konfrontation die man zu vermeiden sucht könnte so heilsam sein, sie würde dazu führen, dass man sich der illusionären Verklärung entledigt und zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Teil des Lebens selbst werden kann, dass man seine Angst verliert und eigenverantwortlich lebt, denkt und handelt, im Sinne des Lebens selbst anstatt im Sinne einer Fantasie, einer Vorstellung die absurd, irreführend und inakzeptabel ist aufgrund der realen Konsequenzen für alles Leben, die das Resultat der verantwortungslosen, selbstsüchtigen Handlungsweisen, der auf diese Ideologie ausgerichteten Kulturen und Gesellschaftssysteme sind.

Ich atme hier und jetzt, das ist wahrhaftig, das ist Leben, da bin ich eins und gleich mit allem Leben. Ich habe Gedanken, ein Bewußtsein und Erinnerungen, die kann ich nutzen, erkennen, mich selbst verstehen lernen, ich kann gestalten und mich entscheiden. Entscheide ich mich aber für eine Lebensweise die anderen Lebensformen schadet, die ideologische Werte schafft die der reinen Vorstellung entspringen, nicht aber der Wirklichkeit entsprechen und nur durch deren missbrauch zu erlangen sind, dann arbeite und lebe ich gegen das Leben, also gegen mich selbst, gegen mein Atmen. Ich könnte genausogut hier und jetzt meinen Atem stoppen. Denn auch dann entscheide ich mich gegen das Leben, gegen das Sein meiner Form, ich habe nur die Gedanken und emotionalen Reaktionen als Rechtfertigung, nicht aber einen wahren Grund in der tatsächlichen Realität der Möglichkeiten, die sich mir als Mensch in diesem System, das wir als Menschen haben entstehen lassen bieten und die ich nutzen kann und muss wenn ich mich eigenverantwortlich als das Leben mir selbst gegenüber verhalten will um die Fehler und Irrtümer zu korrigieren die mich in die Situation der verängstigten Selbstaufgabe gezwungen haben, um mich eigenständig selbst zu verändern, neu auszurichten am Leben und ein lebendiges Beispiel zu sein für die Möglichkeit und die Freiheit des Menschen sich für das Leben zu entscheiden und in der Übernahme der Eigenverantwortung in dieser Existenz allem Leben Würde und Freiheit wieder zu geben.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 12.04.2013



Sonntag, 7. April 2013

Tag0056 - Der Tod als Spiegel des Lebens [Teil1]





Es gibt keine ‚toten Menschen‘, denn der Körper der nicht mehr als Mensch fungiert ist nicht tot, nur das System  das er war ist ‚tot‘, beendet und löst sich auf und so ist auch der ‚tote Mensch‘ nur ein System der Vorstellung. DAS ist die wahrhaftige Bedeutung des Todes, das ist die Wahrhaftige Bedeutung des ‚ewigen Lebens‘, des ‚großen Todes‘ in dem der Schleier der Verblendung sich lichtet, nicht etwa die spirituell verklärte Interpretation der New-Age-Fanatiker, dass da etwas ätherisches, übernatürliches, überphysisches als unsere Persönlichkeit, als wir selbst in individueller Sicht ewig existiere. Es ist das Leben, das ewig ist, in seiner physischen Existenz geht es weit über das menschliche Körperliche hinaus, und die Person, die Vorstellung, die Geschichte dieses Individuums des Geistes ist ein Beiwerk, das Ergebnis einer Prägung und Konditionierung, sie ist ein Teil des gesamten, aber nicht eigenständig existent, schon gar nicht über die Existenz des körperlich-physischen Systems hinaus. Es ist, wenn man erst einmal den Weg der Selbstanalyse in Selbstehrlichkeit angegangen ist, schwer nachzuvollziehen wie sich eine solche Idee überhaupt derart festsetzen und etablieren konnte, wo doch alle Fakten, alle Tatsachen und wirklich erlebbaren Phänomene dieser Existenz nichts davon vermuten lassen. Der einzige Grund an solcherlei Philosophien und Ideen zu glauben ist der der Angst und Bequemlichkeit. Angst vor der unabdingbaren Konsequenz all deiner Handlungen, vor der Unwägbarkeit deiner Zukunft in einer Welt verunsicherter, ängstlich-aggressiver Geister, und die Bequemlichkeit der eingebildeten Unschuld, der Vorstellung meine Verantwortung sei lediglich auf mich und mein Leben begrenzt, und erstrecke sich nicht etwa auf alle Konsequenzen meines Handelns, Denkens und Redens.

Warum ziehen wir eine Illusion dem Leben vor? Was bringt und die Angst vor dem Ende der Persönlichkeitsgeschichte, der Ideen und Vorstellungen, die ohnehin vornehmlich von Verbitterung, nagendem Selbstzweifel und der Ständigen Suche nach  Selbstbestätigung in anderen, also von emotionaler Abhängigkeit geprägt sind? Ist das tatsächlich ein Leben eines intelligenten Wesens mit dem Potential und den Möglichkeiten des Menschen? Wie konnten wir es zulassen ein System zu gestalten das uns derart zwingt, uns derart einschränkt und kontrolliert, so dass wir unsere Selbstkontrolle schon völlig aufgegeben haben ohne zu sehen, dass wir dadurch auch unsere Selbstbestimmung verlieren?

Wie kommt es, dass eine reine Vorstellung eines Ichs, eine Idee Angst vor dem Tod hat? Der Grund ist, dass sie nie gelebt hat. Der Grund ist ihre Isolation im Geiste, die künstliche Trennung nicht ur von der Existenz, sondern vom Leben, dem eigenen Selbst. In der reinen Identifikation über die Ideologie der konditionierten Bewusstseinsvorstellungen, der Kultur- und Erziehungsprogramme meines Umfeldes, entfremde, entferne ich mich von mir selbst als dem Leben, das ich bin. Ich entferne mich von der Einheit alles Körperlichen, der offensichtlichen Basis meiner Existenz im physischen Leben. Alles was ich mir vorstelle, was ich im Geist entwickelt habe, ist auf das Individuum selbst ausgerichtet, auf sein persönliches Leben, diese lächerlich kurze Zeitspanne. Darin versuchen wir, jeder für sich in einer Gemeinschaft das persönliche Glück und die Erfüllung zu finden. Und dabei können wir nicht auf die Unterstützung anderer hoffen, denn die sind ebenso mit sich selbst beschäftigt. Und niemand sieht auf, niemand hebt den Kopf und sieht die Wirklichkeit, die er aufgegeben hat für ein hoffnungsloses Unterfangen. Der Menschenverstand, wenn er genutzt wird, eigenständig, selbstehrlich und im Sinne des Lebens, offenbart diesen Selbstbetrug in einem einzigen Moment des Aufblickens, in einem einzigen Atemzug den man bewußt nimmt, in dem man das Leben das man ist erkennt und die Einheit und Gleichwertigkeit, die unglaublichen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen und die unfassbaren Untaten die wir im Wahn der Selbstisolation, der Fixierung auf die persönliche Geschichte haben geschehen lassen.

Die Angst vor dem Tod ist die Selbstoffenbarung der vertanen Möglichkeiten. Die plötzliche Erkenntnis der Lebenslüge und der Unmöglichkeit der gelebten Motive und Ziele und der persönlichen Agenda. Niemand wird das Ewige Leben als Person sein, das Leben ist bereits was wir sind und immer waren. Darauf müssen wir uns wieder Besinnen um dem Leben (s)eine Würde zu geben, um die Formen des Lebens zu befreien von der Versklavung unter unsere Verantwortungslose Angst.  

Doch wir wagen es nicht uns zu befreien und selbst vor dem lächerlich verzweifelten Versuch der aggressiven, gewalttätigen Verteidigung unserer zum Scheitern verurteilten Ideale schrecken wir in unserem Wahn nicht zurück. Töten um dem Tod zu entrinnen, sich von ihm Freizukaufen, das ist ein geläufiges Verfahren in unzähligen Religionskriegen gewesen und ist es noch immer. Wir töten mittlerweile zwar auf subtilere Weise, im Namen einer das Leben ausquetschenden Gottheit, des Geldes, und die Religion ist der Kapitalismus, der Glaube an seine heilende und von Angst befreiende Kraft ist aber die selbe- Der Tod und die unerträgliche Angst vor ihm ist vielleicht rational nicht zu besiegen, doch der Wahn sich so viel wie möglich vom Leben einzuverleiben, sich selbst zu bereichern bis weit über die Notwendigkeiten hinaus, in einer Sucht nach energetischen Erlebnismomenten, nach ‚Genuss‘ und ‚Befriedigung‘, nach ‚Macht‘,  ‚Anerkennung‘ und ‚Bewunderung‘ scheint diesen Glauben irgendwie zu ersetzen, er gibt im Moment das Gefühl der Überlegenheit, der Unsterblichkeit in der Überfütterung des Geistes. Das ist kein Leben, keine Selbstbestimmung, das ist keine Verantwortlichkeit, keine Kultivierung des Lebens.
Auch andere Wege der Selbstverblendung, der Verzicht und die Abkehr von Konsum und sogenannten ‚weltlichen‘ Gütern, das Aussteigen aus den Systemen die unser Leben beherrschen und die wir selbst sind sind keine Befreiung. Sie sind nicht einmal tatsächlich und wahrhaftig möglich. Wir können uns nicht ausklinken aus einem System das wir selbst sind. Wir übernehmen keine Verantwortung und werden nicht zu besseren Menschen wenn wir verzichten. Auch die Bettelmönche leben aus dem und von dem weltlichen System, nur dass sich andere die Hände schmutzig machen. Beteiligt sind sie dennoch, moralisch, ideologisch und durch ihr ‚nicht-Handeln‘.

Nein, wahre Selbstbefreiung kann es nur für und als das Leben, also für alles Leben geben. Und befreien können nur die es, die es unterjochen. Und das sind eindeutig die Menschen.

Unsere Ängste sind unangebracht, künstlich, ohne realen Bezug zu unserer Existenz. Sie werden geformt und gestaltet in unseren Gedanken, verknüpft mit Emotionen und Bedürfnissen, benutzt und missbraucht um zu manipulieren, sie sind trügerisch und bremsen unsere Entwicklung, schränken unsere Möglichkeiten und unseren Horizont extrem ein. Sie halten uns vom Leben ab und sind die Hauptursache für den Zerfall und die Zerstörung unserer Anstrengungen, unserer scheinbaren Entwicklungen und Fortschritte, sie sind Hauptursache für unsere Gewaltbereitschaft und den Missbrauch am Leben in allen erdenklich grausamen Formen. Und sie sind selbst geschaffen, von uns selbst kreiert und akzeptiert, verinnerlicht und weitergegeben an unsere Kinder, ohne Verstand, ohne die Courage uns selbst einmal nur zu stoppen in unserem automatisierten Wahn und uns selbst zu hinterfragen, uns zu prüfen und vor uns selbst Rechenschaft abzulegen.

Dass wir das können, dafür geben viele hunderte Menschen den lebenden Beweis. Dass wir dafür selbst, jeder für sich eigenverantwortlich handeln und an uns selbst arbeiten müssen, ist eine grundlegende Erkenntnis die jeder selbst erlangen muss, die niemand aufzwingen oder beeinflussen kann. Das macht es zu einem so langsamen Prozess. Doch wer diesen Weg der Selbstbefreiung, der Befreiung von der Angst vor dem Leben und damit vor dem Tod  geht, der geht ihn offen, offenherzig und ohne Zurückhaltung. Der steht auf in der Gemeinschaft und stellt sich als Beispiel zur Verfügung, offenbart sich, stellt sich bloß um die verborgenen Ängste aller offenzulegen, um die Gleichheit vor Augen zu führen und lebendig erwachen zu lassen.

Der Mensch ist das Leben, gleich und eins mit allem Leben. Und wenn er sein Potential tatsächlich in Würde tragen will , dann muss er für ich selbst als das Leben die Verantwortung übernehmen, dann muss sein Denken und sein Handeln immer das Interesse allen Lebens einbeziehen, und zwar unbegrenzt, nicht nur  beschränkt auf einen Wahn, eine Geschichte einer persönlichen, kurzen Lebensspanne. Das Leben ist eins, hier und jetzt, für dich, mich, alle Lebensformen die sind und die die kommen. Der Tod ist eine unumstößliche, heilsame Wahrheit des Lebens, wir können an diesem Ende der Form, des Bewusstseins als Persönlichkeit ihre unwirkliche Natur erkennen und uns von dem Bann der vergeistigten Selbstidentifikation und damit auch von der Angst generell  befreien.

Fortsetzung folgt…                                                                                     

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 07.04.2013