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Montag, 16. Dezember 2013

Tag 155 - Frustration und Isolation im Zusammentreffen mit anderen „Menschen“ / „Persönlichkeiten“

* Cati Kaoe * / Foter.com / CC BY-NC-SA


Wann immer ich in soziale Interaktion mit anderen Menschen gehe frage ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt warum ich das tue, was ich hier mache und wie ich mich verhalten sollte/müsste. In der Regel, wenn das Zusammentreffen privater und/oder angenehmer Natur ist, dann beginnt die Konversation ungezwungen, direkt und ich verhalte mich im Grunde einfach wie ich es im Moment selbstbestimmt entscheide. Doch im Verlauf der Gespräche, wenn es beispielsweise um Themen geht die mir selbst wichtig sind, über die ich mich gerne austausche oder austauschen würde, stelle ich fest, dass ich zunehmend zurückhaltend und zwanghaft in meinen Überlegungen werde, dass ich versuche zu berechnen, Reaktionen vorherzusagen und zu vermeiden. Ich weiß dass viele meiner Standpunkte in gewisser Weise für andere Personen extrem erscheinen könnten, bisweilen sogar völlig aus den Voraussetzenden Annahmen des jeweiligen Selbstbildes herausgelöst sind, also in der Lage wären die Grundfeste der Selbstwahrnehmung einer Person zu erschüttern. Und ich weiß natürlich auch, dass die Reaktion auf eine solche Standpunktvertretung oftmals Blockade, Ablehnung und sogar Aggression bedeutet. Also versuche ich, vor allen Dingen bei Menschen in deren Verhalten, Reden und Denken ich die Möglichkeiten und das Potential, die Selbstehrlichkeit und Offenheit erkennen kann, diese Reaktion zu vermeiden. Das heißt, einerseits befinde ich mich in der Problematik dass ich natürlich ich selbst, selbstbestimmt und eigenverantwortlich sein will, andererseits aber muss ich um solche Reaktionen zu vermeiden mich verstellen und mir selbst, oder auch anderen gegenüber unehrlich und angepasst handeln.
Doch die Frage ist, ob das wirklich unehrlich mir selbst gegenüber ist oder ob ein solches Verhalten nicht GERADE bedeutet eigenverantwortlich und mit gesundem Verstand zu handeln, schließlich ist das keine Verurteilung der anderen Person oder ihres Verhaltens, bzw. der erwarteten Reaktion, sondern eine logische Folgerung aus Verhaltensmustern die ich von mir selbst sehr genau kennen und auf deren Mechanismen ich mich bei dieser Entscheidung berufe weil ich weiß, dass ich vor längerer Zeit unter ähnlichen Umständen derart reagiert hätte. Es ist also eigentlich ein Erfahrungswert, ein Lernen an und durch mich selbst das mich dazu bewegt mich anders zu verhalten oder auszudrücken, um gewisse Reaktionen oder das Auslösen einiger emotionaler Verteidigungs- oder Verdrängungsmuster im Bewusstsein der Persönlichkeit meines Gegenübers zu vermeiden.
Die Problematik dabei ist natürlich, dass die Gefahr besteht, dass ich das Risiko vermeide, das heißt dass ich das Potential unterschätze, und dadurch die Möglichkeit einer gemeinsamen Erkenntnis oder der gemeinsamen Entwicklung dieser Einsicht im Gespräch verhindere, beziehungsweise mich in egoistischen Mustern meiner eigenen Programmierung verstricke die aus Ängsten der persönlichen Ablehnung/Isolation oder der Konfliktscheue motiviert wirken während ich mein Vorgehen mit diplomatischem Geschick vor mir selbst rechtfertige. Diese Problematik ist im Besonderen bei der Struktur meiner Persönlichkeit zu beachten und ich werde in dieser Blogreihe näher darauf eingehen, werde in die Tiefen der emotionalen Verstrickungen meiner Persönlichkeit in solchen Situationen und der gedanklichen Rechtefertigungsstrategien eintauchen, sie mir vergegenwärtigen, sie mir selbstehrlich eingestehen und sie selbstbestimmt auflösen und mich davon zu befreien.

Das Resultat einer solchen Konversation, eines solchen Zusammentreffens kann beispiesweise sein, dass ich die betreffenden Personen für mich aburteile, sie entweder abschreibe oder anderweitig kategorisiere, um für mich selbst ein einfaches Schema zu haben nach dem ich sie in Zukunft behandeln kann. Damit beschränke ich die Möglichkeiten meines Wirkens und muss immer wieder rechtfertigen warum ich den Kontakt meide, warum ich nicht in Interaktion mit diesen Menschen gehe oder gehen möchte. Es resultiert eine Art Frust- und Trotzverhalten, ein innerer Konflikt, ein Bedauern und selbstmitleidiges Verzwefeln das mir selbst schadet und mich in meinem Wirken auf andere Beschränkt und mich letztlich isoliert.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Verhalten in Situationen der Interaktion mit anderen Menschen anhand gedanklicher Einbildungen und Vorverurteilungen, Beurteilungen und Ängsten bestimmen zu lassen und dadurch den Bezug zur Wirklichkeit, den Bezug zu mir selbst im Hier zu verlieren und zu dem Moment als dem einzig wirklich lebendigen Sein aufzugeben um in Gedanken, in meinem Bewusstsein eine Geschichte zu verfolgen, also nicht wirklich zu leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Zugehörigkeit als die Einheit allen Lebens zu verdrängen und mich in Interaktion mit anderen Menschen gedanklich zu isolieren, mich von ihnen zu trennen um dann die Persönlichkeit zu bestimmen und zu definieren anhand von Wertmustern und Grundlagen die als eine Ansammlung von Erfahrungen und Erinnerungen als Bilder in meinem Kopf, meinem Geist, meinem Bewusstsein existieren und als isolierte Entität von mir als mein Selbst wahrgenommen werden, im Vergleich und dem wahrgenommenen Gegensatz durch Abschätzung und Kalkulation in selbstgerechter, egoistischer Manier.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meine Verantwortung als Mensch, als Teil dieser Einheit des Lebens zu scheuen, sie nicht zu übernehmen in bestimmten Momenten in denen meine Ureigenen Ängste und Befürchtungen bestimmend sind, dass ich diese Ängste nicht vollends und mit aller Hingabe in jedem mir zur Verfügung stehenden Moment und Atemzug angehe, sie mir vergegenwärtige und analysiere um mich von ihnen zu befreien, damit ich in eigenverantwortlicher Einsicht in jedem Moment meines Lebens die Verantwortung als Mensch, die Verantwortung die das Mensch sein mit sich bringt übernehmen und leben kann, dass ich in Einheit und Gleichheit für und als das Leben gerade stehen kann, in jeder wie auch immer gearteten Situation, damit ich mein gesamtes Potential der menschlichen Befähigung für das Leben, für das Wohl allen Lebens und für die gelebte Einheit und Gleichwertigkeit einbringen kann wo immer ich bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich nach Situationen in denen ich meinen eigenen Selsbstrechtfertigungen für meine inneren Ängste zum Opfer gefallen bin, in denen ich mein Verhalten den gewohnten Denkmustern ohne Bezug zum wirklichen Moment unterworfen habe, in denen ich nicht als mein Selbst Hier/Da war sondern nach Programmen agiert habe selbst zu verurteilen, mich schuldig und nutzlos zu fühlen und dadurch mich selbst zu missbrauchen indem ich mich blockiere anstatt aus den Erfahrungen zu lernen, sie zu nutzen, mir selbst zu vergeben und mich durch Selbstkorrektur und eine eigenverantwortliche Vorgehensweise neu auszurichten um damit die Verantwortung für mich selbst als das Leben, als Einheit mit dem Leben zu übernehmen.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Lebendige zu der Entwicklung der Aufmerksamkeit in den Situationen in denen ich mein Verhalten und mein Denken von Ängsten und selbstgeschaffenen Wertmustern bestimmen lasse innezuhalten, die Gedankenketten zu stoppen, zu atmen und in den Moment des Hier zurückzukommen, mich in Einheit und Gleichheit mit allem in jedem Atemzug zu erkennen und an den momentanen Gegebenheiten mein Handeln auszurichten so, dass ich im Sinne der Einheit, des Wohls allen Lebens agiere.

Montag, 1. April 2013

Tag0050 – Ich kann die Menschen lesen wie mich selbst [Teil2] - Selbstbestimmung





Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, die Eigenschaften, Handlungsweisen, Reaktionen, Interessen, Motive und die Ängste anderer Menschen zwar zu erkennen und zu verstehen, mich aber von ihnen in einer eigenen, unbewussten Reaktion abgestoßen zu fühlen, mich als getrennt und abgesondert wahrzunehmen und aus diesem  unbedachten, ignorant akzeptierten Reaktionsmuster heraus verschiedene selbstlimitierende Urteile zu fällen und Schlüsse zu ziehen, die meinen Selbstgerechten Standpunkt legitimieren sollten, und die mich letztendlich von dem Schritt der Selbsterkenntnis und Selbstbefreiung, zu der Befähigung selbstbestimmter Veränderung dieser konditionierten Verhaltensmuster abgehalten haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe diese ‚Fähigkeit‘ andere Menschen zu durchschauen nicht als die Reflektion meiner eigenen Gedanken und Reaktionsmuster erkannt zu haben und daraus die Ursache des menschlichen Dilemmas zu erkennen, die Gründe für seine Bereitschaft zur Unterwerfung unter bestehende Systeme, die Akzeptanz seiner eigenen Versklavung, die freiwillige Aufgabe der Selbstbestimmung und der selbstsüchtigen Verfolgung schneller Befriedigung ihrer konditionierten und programmierten Bedürfnisse als Lebensziel und Sinn.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe aus meinem Unverständnis der Erkenntnis über die Falschheit und Heuchelei der gesellschaftlich- sozial akzeptierten Werte und Normen als die in Angst begründete, aggressive Selbstsucht die uns alle künstlich voneinander trennt, die unsere Konflikte unlösbar macht und die menschliche emotionale Entwicklung  zu einer Jagd nach Empfindungsmomenten von kurzfristiger, energetischer Selbstbefriedigung degeneriert, Selbstzweifel zu entwickeln, weil ich mich nicht meinen eigenen Ängsten und Befürchtungen gestellt habe, weil ich mich auf die Außenwelt konzentriert habe um mich davon abzulenken, dass ich ein Teil davon bin, dass ich eins und gleich bin als Mensch und dass es nur den einen Weg aus der programmierten Ängstlichkeit und Hörigkeit gibt, nämlich den der Selbstanalyse und Dekonstruktion der eigenen Persönlichkeits- und Reaktionsmuster, der eigenen Gedankenkonstrukte, Werte und Normen, in der selbstehrlichen Erkenntnis der Fremdbestimmung und Selbstaufgabe die die bisherige Erlaubnis und Akzeptanz all dieser Prägungen und Konditionierungen als das Selbst  tatsächlich bedeutet.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, aus dem unverantwortlichen und ignoranten Umgang mit den Erkenntnissen der Gleichheit menschlicher Konditionierungsmuster und der Einsicht in ihre Handlungsmotivationen als Spiegel meiner eigenen  auf provozierende Art versucht zu haben andere Menschen von der Unfreiheit und der Fremdbestimmung die sie zu diesen Handlungen bewegt zu überzeugen, und dadurch die Selbstverteidigungsmechanismen des Egos wie Blockadehaltung und Aggression verursacht zu haben, all das aus eigenem Egoismus, aus dem verzweifelten Versuch heraus, andere ‚auf meine Seite‘ zu ziehen, dadurch das Gefühl von mehr Sicherheit zu haben, Sicherheit darüber, dass ich keine ‚Fehlfunktion‘ habe oder bin, ohne dabei zu erkennen, dass ich auf diese Weise die Verblendung meiner Selbst und auch anderer nur noch begünstige, dass man dem Ego eben durch die manipulative Infragestellung von außen, durch den Versuch der direkten Einflussnahme  erst Rechtfertigungsgründe für die künstlichen Ängste liefert und die Blockadehaltung und auch die Aggression legitimiert, die die Persönlichkeit immer weiter in die selbstgeschaffene Isolation treiben

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zur Selbstkorrektur und Selbstbefreiung durch die selbstehrliche Selbstoffenbarung der Mechanismen, Funktionen und Abläufe der gedanklichen Selbstrechtfertigung der Adaption und Selbstanpassung an die Vorstellungen, Normen und Bedingungen, die Werte und den Druck der Gemeinschaft in allen Bereichen, die Einschränkung der Selbstbestimmung und Freiheit aus Angst vor der Eigenverantwortlichkeit als das Leben in allen Bereichen der Konsequenzen der eigenen Existenz und Handlungsweise und damit der eigenen Entscheidung zur Akzeptanz und Erlaubnis der Konsequenzen dieser Selbstaufgabe.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zur Selbstkorrektur und Selbstbestimmung in der Bereitschaft zu selbstehrlicher Akzeptanz und Einsicht in die eigene Beteiligung, die eigene Verantwortlichkeit für die menschliche Entwicklung, die akzeptierten Verhaltensmuster und emotionalen Wertverknüpfungen, die eigene Mitbeteiligung an den Systemen und der daruf folgenden, selbstbestimmten Selbstverpflichtung zur Korrektur, zur Dekonstruktion der Programme und Gedankenkonstrukte und zur Selbstvergebung ihrer Erlaubnis und Akzeptanz.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 01.04.2013





Sonntag, 31. März 2013

Tag0049 - Ich kann die Menschen lesen wie mich selbst [Teil1]





Ich weiß nicht, wie ich es genau bezeichnen soll, doch irgendwie, und ich werde mich Schritt für Schritt durcharbeiten bis zu dem Punkt der Erkenntnis darüber, hatte ich schon immer, seit ich mit genügend Verstand denken kann, die Fähigkeit die Handlungsweisen und Reaktionen der Menschen zu verstehen. Nicht im Sinne von Billigen, sondern ich verstehe worum es geht, die Motive, vor allem die, die eigentlich verborgen sein sollen.

Ich weiß, dass das nichts besonderes ist. Heute weiß ich, dass es eine ganz natürliche Entwicklung ist, eine Funktion des Bewusstseins die gleichzeitig sein Fluch ist. Wir können fast immer hinter die Fassaden der Menschen schauen, hinter die vorgeschobenen Argumente und Rechtfertigungen, hinter die Verhaltensmuster und die angenommenen, internalisierten Dogmen als Lebensprinzipien. Wir können die Ängste und Sorgen, die Befürchtungen und Unsicherheiten erkennen, spüren und verstehen, weil wir Menschen sind, und gleich als Menschen.

Das Problem das wir haben in unserer Welt ist, dass wir uns entwickeln und dass wir erzogen werden in einem ganz bestimmten Glauben, nämlich dem, dass wir abgetrennt und isoliert wären, dass wir in ein System hineinwachsen und uns anpassen müssten, an ein System das unabhängig von uns ist und das unser Lebensraum ist, alternativlos, und wir versuchen aufgrund dieser Lebenslüge uns anzupassen, das Spiel mitzuspielen so gut es eben geht. Doch da ist immer diese innere Unsicherheit, weil wir spüren dass wir unsere Vorstellungen von uns selbst nicht wirklich leben, dass wir auch die angelernten und konditionierten Verhaltensmuster nicht vollständig verinnerlichen, dass wir innerlich verzweifeln aufgrund der heuchlerischen Versuche zu der Rolle zu werden die wir uns selbst zugeteilt haben- Wir beobachten ‚die anderen‘, wir glauben, dass sie das Spiel beherrschen, dass sie nicht einmal denken, dass sie eine Rolle spielen, wir sind zutiefst verunsichert über unser Selbst und unsere Fähigkeiten. Und das ist der Grund, oder einer der Gründe, warum wir trotz unserer Bewusstseinsbegabung und der Fähigkeit zu Vernunft und Einsicht an einem lebensverachtenden System wie dem unseren festhalten. Tiefe, verinnerlichte, unbearbeitete Angst.

Aus dieser Angst und dem Frust über die vermeintliche Unfähigkeit zu einem guten Konformisten zu werden, zu einem Vollwertigen Mitspieler, wachsen natürlich alle erdenklichen Formen der Aggression, der Wut und des Zorns.

Warum aber wagen wir es nicht, oder wenn dann nur unter Umständen die uns selbst erschüttern, die unser Weltbild ins Wanken gebracht oder zum Einsturz gebracht haben, die gesamte Systematik, das Selbstbild und das System der Selbstidentifikation über die Systeme in Frage zu stellen? Weil die  Angst vor Ablehnung, die Angst vor dem Verlust der Gemeinschaft die eigentlich gar nicht existiert unerträglich ist für eine Existenz, die nur über die Werte, die Ideale und Vorstellung eben dieser Gemeinschaftsideologie oder Kultur  identifiziert ist. Und diese Unerträglichkeit rührt aus der Illusionären Natur der grundlegenden Selbstidentifikation als Mensch in Abgetrenntheit und Isolation in geistigen Idealen, Prinzipien und Vorstellungen.

Dabei könnte es ein einfacher Schritt sein sich von dieser Angst zu befreien. Einmal, in einer einzigen selbstbestimmten Entscheidung  für sich selbst geradezustehen und das Spiel offenzulegen, sich selbst zu entblößen, die Maske fallen zu lassen und die ewige Vermutung, dass es vielen anderen ebenso ergeht, dass diese Unsicherheit weit verbreitet ist, dass wir alle nur versuchen irgendwie durchzukommen und für uns das scheinbar beste dabei herauszuholen, in ständiger Angst. Sicher gibt es solche und solche, es gibt Persönlichkeiten die so sehr angepasst, abgelenkt und beschäftigt sind, dass sie nicht einmal darüber nachdenken was und warum es in ihnen brodelt, warum sie voller Argwohn, Misstrauen und Zorn stecken, warum sie sich nicht öffnen können, warum ihre Beziehungen nicht funktionieren oder warum sie nie wirklich zufrieden sind. Doch das System selbsthält auch für diese den Moment des Erwachens bereit, dann eben gezwungenermaßen und nicht selbstbestimmt.

Ich konnte nie etwas damit anfangen, dass ich das Verhalten der Menschen ‚verstand‘, und dass ich es vor allem deshalb in so vielen Fällen abstoßend und verachtenswert fand. Ich habe selbst nicht wirklich verstanden was ich es war, und ich habe viel zu oft und zu lange an mir selbst und meiner Sicht gezweifelt. Dabei hätte ich nur auf mich selbst und in mich selbst schauen müssen. Ich hätte mich mit mir selbst befassen müssen so wie mit allen anderen, mit den Verhaltensmustern und Motiven , den selbstsüchtigen Interessen und den ängstlichen Aggressionen die ich in den Verhaltensweisen anderer zu erkennen glaubte, die ich aber im Grunde aus mir selbst heraus kannte. Darin hätte ich schon früh die Einheit und Gleichheit erkennen können.

Es ist lange kein Geheimnis mehr, dass Menschen und Unternehmen genau diese Einsichten in die Ängste und Sorgen, die Handlungsmotivationen der Menschen für ihre ganz persönlichen Zwecke ausnutzen. Und bis zu einem gewissen Grad machen wir das alle im alltäglichen Zusammenleben, weil die gesamten gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen eben dieses Prinzip der eigennützigen, misstrauischen Grundhaltung in sich tragen. Mir ging dieses Verhalten immer gegen den Strich und es hat lange gedauert bis ich verstanden hatte, dass ich mich dadurch versucht habe ‚rein zu waschen‘, mich herauszuhalten aus diesen Machenschaften, und dass ich mich dadurch in überheblicher Weise eingebildet von allem getrennt habe. Doch diese Trennung ist eine Illusion und im Grunde führt sie zu völliger Selbstaufgabe, denn man verliert den Bezug zu den Systemischen Strukturen die notwendig geworden sind um sich eine Existenz zu sichern, und zum anderen verkennt man, dass man selbst, dass wir alle als Teilnehmer das System konstituieren, also sind, dass wir alle dafür verantwortlich sind, dass wir ein Erziehungs- und Ausbildungssystem, eine Kultur und Vorstellungen vertreten und an unsere Kinder weitergeben, die alle auf Angst und Verunsicherung, auf gegenseitiger Ausbeutung und Übervorteilung basieren.
Wir können uns und alle Menschen verstehen lernen, indem wir jeder für sich, in einem eigenen, selbstgewollten Prozess uns selbst verstehen lernen, indem wir uns selbstehrlich vor uns selbst offenbaren, und darin liegt der Schlüssel zur Erkenntnis der grundlegenden Wahrheit, der Einheit und Gleichheit des Lebens und aus dieser Erkenntnis  resultiert die Freiheit von Angst.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 31.03. - 01.04.2013





Freitag, 15. März 2013

Tag0033 - Diffus-ideologisches Theater des Lebens oder: die Angst vor Offenheit



Was bringt und dazu, uns über das Gedanken zu machen, was andere über uns denken?
Warum ist es von Bedeutung und warum ist es ein Thema das einen zu bewußter Sorge veranlaßt, das einen dazu bringt sich angestrengt angepasst zu verhalten? Warum ist das überhaupt notwendig oder wird als notwendig betrachtet? Ist es tatsächlich Angst vor eventuellem Konflikt? Ist diese Angst motiviert durch die Sorge umd den 'Frieden' des gemeinschaftlichen Lebens?

In nachbarschaftlichem Zusammenleben, in den alltäglichen Begegnungen innerhalb der Gemeinschaft die einen unmittelbar umgibt kann man in vielerlei Hinsicht gewisse Ängste oder Befürchtungen bei sich beobachten wenn es darum geht, was andere über dich erfahren, was sie von deinem Privatleben wissen, was sie von dir denken. Mal abgesehen davon, dass Menschen in unserer Zeit so geprägt sind, dass sie so oder so irgendwie wertend über dich denken, egal was sie wirklich wissen, hat es mich persönlich immer gestört mit gewissen Sachen 'hinterm Berg halten' zu müssen, Dinge zu verheimlichen oder vielleicht sogar zu 'erfinden', um einen gewissen Schein zu wahren. Und der Grund dafür war meistens nicht einmal wirklich nachvollziehbar, sondern es ging in meiner Familie beispielsweise vor allem um das 'Ansehen', gemessen an bestimmten Wertvorstellungen, wie zum Beispiel der Ordnung, der Disziplin, des Erfolgs und der 'Weißen Weste' unserer Familie. Man musste möglichst fehlerfrei und unangreifbar erscheinen.
Ich selbst hatte in dem Dorf in dem ich aufgewachsen bin keine großen Schwierigleiten dieses Bild in meiner Jugend erheblich zu schädigen, und aufgrund meiner 'rebellischen' und ebenso idiotischen Lebensart bin ich also eher trotzig mit dieser Abneigung gegenüber der Wahrung des Scheins und der heuchlerischen Fassaden der Dörfler umgegangen ohne mir natürlich klarzumachen, dass ich auf diese Weise ebenso stetig damit beschäftigt war was andere über mich denken, allerdings eben auf gegenteiliger Basis als beispielsweise meine Großmutter.

Man muss bei diesen Verhaltens- und Denkweisen die Dynamik betrachten, die gegenseitige Beeinflussung und die Glaubenssätze und Überzeugungen der beteiligten Personen. Natürlich weiß jeder, dass der andere nur einen Teil von sich preisgibt und den Rest verschleiert, jeder denkt er würde den anderen hinters Licht führen und vermutet bei ihm verborgene, dunkle Geheimnisse, oder zumindest Ungereimtheiten und Probleme, so wie man sie bei sich selbst ja auch vorfindet, die man aber versucht nicht offen zur Geltung zu bringen. Alle Kommunikation scheint sich nur in oberflächlichen Bereichen zu bewegen, mit Vorsicht und argwöhnischem Misstrauen tasten sich die Menschen aneinander heran. Erst wenn man sich schon etwas länger kennt, scheint das Verhältnis lockerer zu werden, doch das ist nur ein Trugschluß, denn es werden lediglich die Verhaltensmuster trainierter, man weiß bereits worüber man reden kann und worüber besser nicht, man ist routinierter, aber nicht vertrauter.
Vertrauen ist sowieso in weiter Ferne und unvorstellbar unter den Menschen. Nicht einmal innerhalb der Familien, nicht einmal zwischen den Ehepartnern ist Vertrauen eine Selbstverständlichkeit. Viele Indikatoren gibt es die diese Behauptung bestätigen, zum beispiel die Eifersucht oder die Zwänge und gesetzlichen Bindungen durch eheliche Verträge. Und wenn diese Ver-Bindungen dann offiziell gelöst werden, kommt in der Regel all das zum Vorschein, was jede der beteiligten Persönlichkeiten unter der dünnen Oberflächlichkeit ihrer alltagsmasken verborgen gehütet und kultiviert hat.

Was aber ist der wahre Grund für die Angst vor der Bloßstellung der 'heimlichen' Persönlichkeitsbereiche? Und ich spreche hier natürlich nicht davon, dass man bei geöffneten Türen und Fenstern die Toilette benutzt oder das Bad, oder sein Sexualleben offengelegt wird. Da unterscheidet wir uns nicht wesentlich voneinander, es ist im Grunde uninteressant, das wissen wir bereits, auch wenn wir so tun als gäbe es dort etwas 'ganz Besonderes' zu verbergen.
Ich spreche von den verborgenen 'Plänen', der persönlichen Agenda, der Selbstwahrnehmung in der Welt und im Vergleich mit 'den anderen' und was genau für Ziele sie verfolgt.
Was kann es für einen Grund geben, diese Offenbarung zu fürchten? Vielleicht den, dass sie einen Hinterhalt offenbart, oder zumindest einen ungerechtfertigten Wertgrundsatz, der die eigene Person und das eigene, persönliche Interesse in vielen Bereichen über das anderer stellt? Eine Ideologie der persönlichen Priorität, die einem rationalen Argumentationsaustausch nicht standhalten könnte und daher verborgen bleiben muss und hinter der Maske des freundlichen, wohlgesonnenen, hilfsbereiten Menschen versteckt bleibt?
Das kann die eine Erklärung sein, eine weitere ist die Angst vor der Erniedrigung, die Angst davor, schlechter zu sein als andere, unfähiger und fehlerhafter im offenen Vergleich. Und so kann man ja auch in vielen Bereichen die voyoristische Genugtuung derer beobachten, die sich hinter Masken und Fassaden verstecken während sie sich an den Offenbarungen anderer ergötzen, ob diese nun freiwillig oder unfreiwillig zur Schau gestellt wurden. Gute Beispiele sind die Fernsehsendungen die von genau diesem Prinzip, dieser von Angst getriebenen Konditionierung leben, oder aber die Cliquenbildung und das Mobbing das bereits in Schulen die erschreckend frühe Konditionierung der Kinder auf genau diese Angstgenährte Grundhaltung aufzeigt. Wichtig dabei ist aber immer die Wahrung der eigenen Fassade, der Schutz der eigenen Geheimnisse und die Aufrechterhaltung des Scheins besser zu sein, mehr zu sein als 'der andere'. Die ganze Zeit über aber ist diese Grundhaltung auf einer unglaublichen Unsicherheit gebaut, sie resultiert aus irrationalen Ängsten die in dem Glauben basieren, dass ein anderer 'besser' oder 'mehr wert' sein könnte als man selbst, und um sich diese Angst vor Unzulänglichkeit nicht eingestehen zu müssen, sich ihr nicht stellen zu müssen, werden die Ursachen, die Fehler, die unbearbeiteten egoistischen Triebe, die Minderwertigkeitsgefühle unterdrückt und verborgen, vor sich selbst und anderen, und da kommt natürlich jede Gelegenheit recht, sich an offenbaren Fehlern anderer zu ergötzen. Dadurch lenkt man sich von der eigenen Angst ab.
Was allerdings ist es wirklich, wovor man in diesem Verhalten davonläuft?
Es ist die grundsätzliche Realität der Gleichheit aller, die man nicht wahrhaben will in diesem Denken. Egal, ob man sich selbst verblendet mit direkter Überheblichkeit, mit der Illusion einer Überwertigkeit der eigenen Person und damit die 'geheime Agenda' des Feldzugs der egoistischen Manipulation rechtfertigt, oder ob man sich eine Fassade aus reiner Angst, aus Minderwertigkeitsgefühlen zulegt, weil man glaubt man sei nicht gut genug, nicht diszipliniert genug und von Natur aus fehlerhafter als andere, und damit seiner Eigenverantwortlichkeit den Rücken kehrt.
Dieser Grundsatz der Vergleichsweisen Bemessung des eigenen Wertes ist eine krankhafte Wahnidee, die nur in Verbindung mit rein fantastischen Vorstellungen überhaupt eine ansatzweise logische Verknüpfung erhält. Die Vorstellung der eigenen Person, als ein Konstrukt aus Verhaltensweisen, geformt und genormt an vorgegebenen, kulturellen Werten und Ideologien sozialen Denkens, eine Idee des Selbst als eine Geschichte, die sich dann misst und vergleicht mit ebensolchen Ideen von 'anderen' Personen, die der selben Quelle, dem selben Bewußtsein entspringen wie die eigene Vorstellung des Ichs. Und somit hat dieses System, dieses Programm sich selbst die Grundlage geschaffen für alle weiteren Verhaltens- und Denkvoergänge sowie deren Schlußfolgerungen und Urteile. Dieses System wird sich in seiner Grundstruktur der Unsicherheits- und Angstgeprägten Selbstkonstrultion durch das Bewußtsein niemals ändern, allerdings die Inhalte der Idealisierungen dieser Bilder immer den jeweiligen äußeren Bedingungen anpassen können. Eine fantastische, sich selbst immer wieder antreibende Beschäftigungsmaschinerie des Bioautomaten Mensch.
Warum er sich dem hingibt bleibt schleierhaft, zumindest solange man sich nicht mit der Projektion seiner inneren Persönlichkeitsstrukturen, dem äußeren System der gesellschaftlichen und vor allem wirtschaftlichen Zwänge auseinandersetzt, denn dort setzt sich die sich selbst antreibende Konstruktion fort in der scheinlogischen manifestation einer übergeordneten Instanz, die zwar ein Produkt unserer eigenen Schöpfungskraft ist, an deren Überlegenheit und richtungsweisende Autorität wir aber Paradoxerweise glauben wollen, damit wir an sie unsere Verantwortung und dadurch unsere Angst abgeben können. Es funktioniert nicht, das ist jedem klar, jedem für sich, der die Angst vor 'dem anderen' oder vor der eigenen Offenbarung in sich spürt, aber wir glauben so sehr an das Funktionieren, dass wir fürchten wir seien aufgrund unserer Unzulänglichkeit noch immer nicht überzeugt und andere wären es. Und während jeder seine innersten Ängste verbirgt und gleichzeitig in diesem Versteck des Geistes seine dunklen Pläne schmiedet um wenigstens seine persönlichen Tiebe und Verlangen auf irgendeine Weise befriedigt zu bekommen, spielen wir uns gegenseitig etwas vor, halten an einem System fest, an einer Philosophie die auf Angst und Unsicherheit begründet ist und daher niemals Sicherheit und Zufriedenheit bringen kann. Im Gegenteil, durch ihr unterschwelliges, unterdrücktes Konfliktpotential zerfrißt sie den Menschen und die Gemeinschaft, richtet sich im Namen einer reinen Ideologie gegen das Leben und richtet es offensichtlich, in der realen Konsequenz, auch zu Grunde.

Man fürchtet die Offenheit nur dann, wenn man etwas zu verbergen hat. Dass wir ein System leben, in dem es der persönlichen Existenz, dem Wohl eines Menschen schaden kann sich zu offenbaren wenn er nichts zu verbergen hat, wenn er nichts tut, nichts denkt oder wünscht das irgendjemandem schaden könnte, wenn er sich nur offenbart als Mensch mit allem menschlichen, wenn er für das Leben und das Recht allen Lebens auf Würde und gleichheit einsteht, zeigt nur die grundlegende Fehlerhaftigkeit und die inakzeptable Ausrichtung des Systems selbst, also unserer Selbst. Denn wir sind das System, wir repräsentieren es.

Im Schutz der Anonymität wird aus dem verängstigten Ich ein aggressiver, zutiefst frustrierter und verbitterter Dämon. Im Schutz der Privatsphäre tritt die ganze Erkrankung der menschlichen Bewußtseinsentwicklung und seiner Konditionierung auf Überwertigkeit und Abgetrenntheit von allem anderen Leben in all ihren grausamen Symptomatiken zu Tage. Hinter den verschlossenen Türen, in der sogenannten Privatsphäre, vor allem aber im Schutz der Anonymität im Internet, in den weltweiten Netzwerken zeigt sich eine zutiefst verdorbene, grenzenlos wütende und Zerstörungswillige Wesenheit, eine geistige Struktur der menschlichen Natur - nicht der Natur so wie sie ihm angeboren wäre, nein, einer Natur der Persönlichkeiten die unser aller Schöpfung und unser aller Verantwortung ist. Und in jedem noch so kleinen Beitrag unseres Alltagslebens, in jeder innerlichen Be- und Verurteilung einer Wahnvorstellung die wir uns von 'anderen' oder uns selbst machen, in jedem Komplott den wir innerlich schmieden und jeder Manipulation zu unserem scheinbaren Vorteil und sei es nur eine Verschwiegenheit steuern wir unseren Teil der Verantwortung bei für diese Auswüchse, den Mißbrauch, das Schweigen, die Ausbeutung aus dem Schutz des Verborgenen und der Privatsphäre heraus.

Ich habe nichts zu verbergen und habe nichts zu fürchten. Finde ich einen Punkt in dem ich offenbarung befürchten sollte, so muss ich mir selbstehrlich den Grund für diese Angst eingestehen, muss herausfinden und beseitigen was diese Unehrlichkeit mir und dem Leben gegenüber verursacht, denn es kann nur ein missbräuchlicher Grund sein.
Es mag Gründe geben, so lange die soziale und existentiell bedrohliche Repression noch funktioniert, so lange noch so viele willenlose Schergen der verrottenden Systeme sind, die eine Verschwiegenheit oder eine gewisse Zurückhaltung rechtfertigen. Doch hier ist Vorsicht vor den Tücken des Egos geboten wenn es einem Ernst ist mit seiner Würde, seiner Glaubwürdigkeit und Selbstehrlichkeit, denn allzu leicht läßt sich damit die Ängstlichkeit vor notwendiger und unerläßlicher Konfrontation rechtfertigen. Der Selbstschutz durch Zurückhaltung und Verschwiegenheit in Sachen Wahrhaftigkeit sollte daher immer nur das Mittel letzter Wahl sein und nicht zu allererst in Erwägung gezogen werden.

Ich stehe als Mensch für das Leben, als das Leben. Ich stehe hier gleich und eins mit allem Leben. Meine Persönlichkeit und meine Geschichte sind ein Teil meines Lebensweges, sie sind nicht das was ich bin. Ich habe darin keine Verwendung für Kämpfe um Ideen und Überlegenheit. Als das Leben verfolgen wir alle dieselben grundlegenden Interessen und als das formbare und geformte Bewußtsein kämpfen wir alle mit denselben Wiedersprüchen und Konflikten. Sollten wir in dieser Grundakzeptanz zusammenfinden ist es ein leichtes, diese Wiedersprüchlichkeiten gemeinsam zu entwirren und uns als Menschen in akzeptierter Gleichheit neu am Leben auszurichten. Und alles was über diese Gleichheit des Lebens hinausgeht, die persönliche Geschichte, die daraus erwachenden Interessen und Fähigkeiten, erwachsen daraus als die Blüten und Zweige der Vielheit, der Mannigfaltigkeit als Ausdrücke des Lebens, aus dem Stamm der Einheit. Alle bremsenden, rückschrittigen, das Leben im Keim erstickenden, irrationalen und unnötigen Programme des Bewußtseins, allen voran die Ängste, sind in dieser bewußten Entscheidung zum offenkundigen Leben aufgelöst.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 15.03.2013


Dienstag, 19. Juni 2012

Tag 28 - 'Dead Man Talking' Die Gehässigkeit der eogozentrisch intentionierten Kommunikation


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich auf psycho-Spielchen anderer Menschen einzulassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, ich könne mich von dem unangenehmen Gefühl das ich durch meine Teilnahme an missbräuchlichen psychologischen Interaktionen empfinde befreien oder mich erleichtern, wenn ich mit anderen Menschen über die betreffenden Personen rede um mich in meinem Empfinden zu bestätigen/zu rechtfertigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe dass ich nicht die trügerische Scheinhaftigkeit meiner Existenz als diese Person die ich zu sein glaubte zu erkennen und dass alle Verletzungen, alle Kränkungen, alle traumatischen Ereignisse die ich in meinem Leben hatte nicht bestimmend sind für das Leben selbst, sondern dass ich in meiner Eigenverantwortlichkeit dazu bestimmt bin, mich selbst in jedem Moment/jedem Atemzug zu lenken, für meine Fähigkeiten und Fertigkeiten Verantwortung zu übernehmen, Konsequenzen abzuwägen und ihren Wert daraufhin zu prüfen, ob sie dienlich sind für das Geist-Wesen meiner Illusion als Ego, ohne Substanz und Wirklichkeit, oder ob sie dem Leben dienen und damit allen Menschen, Tieren und Pflanzen. Dabei ist es nicht bestimmend ob es mir als Person dient, lediglich der Wert meiner Selbst als Lebewesen, gleichwertig mit allen Lebewesen ist bestimmend in seinem Selbsterhalt, nicht aber der Erhalt des Glaubens an meine Person, denn dieser erfordert nahezu immer die Ausnutzung, den Missbrauch und die Manipulation anderer.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, Gefallen zu finden an den Gedanken die mich in das Vergleichsverhältnis mit anderen setzen, und darin der aufreibenden, ernergiegeladenen Erfahrung zu verfallen, sich entweder nach oben oder nach unten abzugrenzen, gedankliche Hintertreppen für Rechtfertigungen und Begründungen aller denkbarer Diffamierungen und Unterstellungen zu finden und sich im Gedankenspiel mit Fiktionen anderer Menschen 'auseinanderzusetzen'.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich wider besseren Wissens auf solche Gedankenspiele einzulassen, entweder mit mir selbst, oder aber in Gemainschaft mit anderen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich ein System menschlicher Selbstidentifikation und Sozialisation mit gestützt und gefördert habe, dass dem Einzelnen in seiner Verlorenheit in Gedanken eine genußvolle Art zu leben nur in dem Kompromiss geistiger Aufladung durch Vorstellung, also in einer künstlichen Existenz ermöglicht und dass das grundlegende Prinzip dieser Geistesexistenz ein solches ist, die sich diese Wesenheit ihrer Bedeutung nicht über das Leben selbst vergewissert, sondern durch die überwertige Vorstellung der eigenen Wichtigkeit.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich persönlich angegriffen zu fühlen wenn ein Mensch mit anderen Menschen herablssend und diffamierend über seine Vorstellung von mir als Person spricht und damit seiner Verblendung über meine Identität und Wesenheit substanz zu geben, indem ich mich durch die Annahme und die emotional-körperliche Reaktion der Aufregung in diese Kreatur seiner Fantasie verwandle.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mit Trotz und Ablehnung auf Menschen zu reagieren, die schlecht über mich oder auch andere Menschen reden, ums sich selbst in ihren und in den Augen anderer aufzuwerten, anstatt die Programme der Selbsterhaltung als Mind/Ego Existenz in diesem Verhalten zu erkennen und zu sehen, dass ich dasselbe tue indem ich mich gegen diese 'Persönlichkeit' wende, die nicht der Mensch ist, sondern das Programm dem er unterworfen ist.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meine Grundstimmung, mein Empfinden und mein Dasein bestimmen zu lassen von der Sichtweise anderer Menschen auf mich, wie sie von mir denken und was sie mir unterstellen, denn damit habe ich mich dem Geist unterworfen der unrechtmäßig und unkontrolliert die Oberhand über das menschliche Leben gewonnen und sie geblendet hat für ihre wahrhaftige Wesenheit als das Leben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich als Opfer zu sehen und mich damit vom Leben und der Konsequenz unserer Akzeptanz der Herrschaft des selbstsüchtigen Bewusstseins abzutrennen, mich als besonders hervorzuheben ohne mir klar zu machen, dass ich mir in dieser imaginären abtrennung und der Ablehnung meiner eigenen Verantwortlichkeit für das Leben jede Möglichkeit nehme tätig zu werden, zu handeln und zu wandeln was uns unterjocht und unfrei macht.

Ich bestimme mich selbst und korrigiere mich selbst dahingehend, dass ich in jedem Moment des Gewahrwerdens solcher missbräuchlichen Verhaltensweisen, in dem in mir Reaktionen des Trotzes, der Wut und der Aggression aufsteigen die auslösenden Gedanken und Vorstellungsmuster stoppe, mir meine Existenz als lebendiger Organismus und die Bedingungslose Wahrhaftigkeit dieses Moments und eines jede Atemzuges vergegenwärtige um mir die Irrelevanz dieser Gedankenfolgen, die Selbstaufgabe hinter der reaktiven Interaktion geistiger Wert-, Moral- und Rechtsvorstellungen, Persönlichkeitsideen, Stolz, Ehre und auch Anstand zu verdeutlichen.

Fortsetzung der Selbstkorrektur folgt...