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Samstag, 3. August 2013

Tag0133 - Simulation Terminated (Wait...!)



Simulation Terminated

text & musik: Bastian Neumann 

Hintergrund/Background:

I confuse myself – to death
I abuse myself – to death


Wo ist mein Leben ich weiß nicht was ich will
und was ich wollt' war immer nur ein Gefühl
doch dieses Fühlen bringt mich um den Verstand
obwohl es fremd ist und dem Fleisch nicht bekannt

wer sagt mir was ich soll und was ich begehr'
so viele Jahre wer holt sie wieder her
damit ich mir die Fragen stellen kann
die allein ich selbst beantworten kann

wenn ich gewußt' hätt' wenn oh wenn ich getan
was ich mich nie getraut weil ich nie begann
mich selbst zu fühlen und mich selbst zu verstehn
das Kind in mir nicht mehr als Kind anzusehn

die Reue wächst und bricht den Willen mir
sie zwingt mich in die Knie legt mich ans Geschirr
die Verbitterung ist der Weg zurück
falsche Geborgenheit die ewig betrügt

Nun ist es an der Zeit auf Suche zu gehen
nach Zielobjekten die die Taten gestehn
die mir der Geist einhaucht in heiligem Flehn
Ein Opfer darzubringen, Rache zu nehmen

So wird aus Angst und Wut mein neues Gesetz
mein Lebenswerk das alle Bilder zerfetzt
die Rachsucht treibt die hohle Existenz
während das Feuer meinen Körper verbrennt

Ich bin nicht Schuld oh nein ich habs nicht getan
ich war nicht Schöpfer dieses großen Wahns
man hat mich nicht gefragt ich wollte nicht sein
was ich heute bin das wollt ich nicht sein

Wo wollen Wille ist der Wille die Tat
und wenn ich wollte wär ich der „man“ der Fragt
in jedem Atemzug der Lebenszeit
des Lebens das ich bin, das ihr alle seid

Es im Grunde nie der anderen Tat
von Schuld zu sprechen ist nicht mal angesagt
denn was du fühlst entstammt dem eigenen Geist
Der nach und nach die ganzes Leben verspeist

du bist sein Sklave - und er ist dein Herr
das ist dein Wille denn das ist dein Begehr
dass er dich nähre mit der Energie
Verdauungssäfte schmieren die Maschinerie

die Ressource ist dein eigenes Fleisch
der Traum vom leben als dein eigenes reich
du glaubst du strebst dabei ist dir längst bekannt
der Dämon zerrt die Kette an deiner Hand

du warst du nie Opfer warst niemals verlorn
denn du bist frei und ungezwungen geborn
die Angst die dir so tief ins Hirn eingepflanzt
die Saat sie fällt aus deiner eigenen Hand

Erst wenn das Leben dir den Rücken zukehrt
erkennst du viel zu spät den eigenen Wert
die Illusion zerfällt und schnell wird dir klar
du bist allein mit dir so wie's immer war

simulation terminated - wait...!

Dienstag, 30. Oktober 2012

Tag 74 - Die Tötung des Falters

ecstaticist / Foter / CC BY-NC-SA
Ich habe seit sehr vielen Jahren ein Problem mit Insekten, eine Angst vor verschiedenen Insektenarten, die ich mir selbst immer mit der Angst vor Schmerzen, also vor einem Stich oder einem Biß begründet habe. Allerdings ist diese Angst die mich auch körperlich überfällt in der Gegenwart eines solchen Insekts nicht nur auf Insekten beschränkt die tatsächlich stechen oder schmerzhaft beißen können, sondern auch auf völlig harmlose, wie zum Beispiel Nachtfalter.

Ich erinnere mich dass ich einmal abends als es schon dunkel war, mit mehreren Freunden an der Eingangstür eines Gebäudes stand, ich war etwa zwölf oder dreizehn, einige von uns waren drinnen, auch ich, und andere standen draußen. Da es sich um eine Glastür handelte und der Innenraum hell beleuchtet war, sammelten sich an der Scheibe der Tür mehrere kleine Falter. Einige der Leute die draußen standen fingen an, die Falter gegen die Scheibe zu zerquetschen, und mit ihren Überresten Spuren an der Scheibe zu ziehen. Ich stand mit anderen drin und konnte also genau zusehen, wie die Jungs diese Falter amüsiert lachend gegen die Scheibe drückten bis sie aufplatzten und wie sie dann den Leib am Glas zerrieben. Ich fand diese Situation äußerst abstoßend und der Moment verfolgte mich als Bild verbunden mit der Emotion der Abscheu und der Ohnmacht, auch des 'allein seins', da ich mir vorkam als sei ich der einzige gewesen der nicht amüsiert war bei diesem Geschehen. Heute weiß ich, dass viele, vor allem Kinder die sich verunsichert fühlen und den Schutz der Gruppe suchen, aus sogenanntem Gruppenzwang mitmachen und mitlachen, doch was spielte das damals für eine Rolle. Dieses Bild jedenfalls verfolgte mich lange Zeit und offensichtlich ist es auch jetzt noch präsent. Diese Angst vor Faltern ist soweit ich mich erinnern kann seit diesem Zeitpunkt stark gestiegen, es mag sein, dass ich sie auch vorher schon nicht besonders mochte, aber ich war nie geneigt ihnen etwas anzutun, geschweige denn ihnen überhaupt zu nahe zu kommen.

Ich habe mich nie wirklich mit dieser Angst auseinandergesetzt, ich habe einfach in den Situationen versucht den Kontakt zu vermeiden, bin ausgewichen, oder habe mich nach drinnen verzogen. Manchmal wenn ich einen solchen Falter in meiner Wohnung entdeckt hatte, konnte ich nicht zur Ruhe kommen oder schlafen bis ich sicher war, dass er sich nicht mehr im Zimmer befand. Manchmal habe ich sie unter einem Glas gefangen, was mich schon viel Überwindung gekostet hat, manchmal habe ich sie mit Licht aus dem Zimmer gelockt und die Tür verschlossen. Getötet, also direkt erschlagen habe ich keine, weil ich es nicht wollte und auch nicht konnte. Ich war aber auch an der einen oder anderen Tötungsaktion beteiligt, wenn ich beispielsweise eine meiner Katzen beiläufig auf den Falter aufmerksam gemacht habe...

Aber worüber ich hier schreibe ist ein besonderes Ereignis, bei dem ich ganz bewußt aus reiner Angst, vollkommen unnötigerweise ein besonders großes Exemplar dieser Falter langsam habe sterben lassen. Es ist etwa zehn Jahre her, ich lebte alleine in einer kleinen ein Zimmer Wohnung in Kassel. Ich war gerade am Saubermachen in dem kleinen Flur dieser Wohnung. An der Wand hing eine halbrunde Beleuchtung aus Glas, nach oben offen, geformt wie eine halbe Schale. Plötzlich spürte ich wie in diesem engen Flur ein wirklich dicker, fast schwarzer Falter an meinem Kopf vorbeiflog. Ich zuckte sofort unwillkürlich zusammen, ließ alles fallen was ich in den Händen hatte und spürte wie sich meine Nackenhaare aufstellten. Kurz: ich geriet in eine kleine bis mittlere Panik.

Völlig überwältigt von meiner Angst, unfähig vernünftig zu reflektieren was ich hier tue, was ich tun sollte, weil ich mich nie selbstehrlich und eigenverantwortlich mit meiner Angst auseinandergesetzt hatte, fand ich keine Lösung die ohne dem Falter Schaden zuzufügen für mich persönlich die Situation 'bereinigt' hätte.
Ich hatte den Staubsauger bereitstehen und überlegt ob ich ihn wohl einfach wegsaugen sollte. Doch ich hatte immer noch ein schlechtes Gefühl dabei, ihn zu töten. Das Fenster aufmachen brachte auch nichts, da es wahrscheinlich ewig gedauert hätte bis er da hinausgeflogen wäre. Dann flog er auf einmal von oben in die Schale der Wandlampe die ich eben beschrieben hatte und flatterte kurz darin herum, und dann wieder heraus. Mir kam der Gedanke dass ich ihn darin einschließen könnte, wenn ich einfach etwas oben auf die Lampe legen würde soald er hineinfliegt. Also machte ich die Lampe an, um ihn hineinzulocken. Das funktionierte prompt und ich nahm ein Buch und legte es oben auf die Lampe. Dann schaltete ich die Birne wieder aus, denn ich wollte ja eigentlich nicht, dass der Falter durch mich zu Schaden kommt. Es war wie gesagt ein sehr großer Falter und ich konnte ihn gut durch das milchige Glas der Lampe umherflattern sehen, und vor allem konnte ich ihn auch hören, wie er immer wieder gegen den Buchrücken und das Glas stieß, herunterfiel, sich berappeln musste um dann wieder gegen die Glaswände zu flattern. Alleine dieses Geräusch bereitete mir Unbehagen, ich musste immer wieder nachsehen ob er noch gefangen war und jedesmal zuckte ich zusammen wenn er sich in d´seiner Falle bewegte und versuchte zu fliegen.
Ich war immer mehr abgestoßen und angeekelt von dem Anblick, von dieser ganzen Situation, und eigentlich von mir selbst, aber dazu komme ich später.
Ich wußte irgendwann nicht mehr weiter, ich war so sehr im Wahn meiner Ängste, dass ich an nichts mehr denken konnte als an diesen Falter. Ich empfand ein Gefühlschaos aus Scham, Mitgefühl, Ekel und eben ängstliche Hilflosigkeit. Irgendwann sagte ich mir, dass ja der Punkt kommen muss für mich eine Entscheidung zu treffen, also entweder den Falter wieder freizulassen, oder aber ihn dort in der Lampe verenden zu lassen, was bedeuten würde, dass er dort verbrennen wird, spätestens dann wenn ich die Lampe abends anmachen muss. Doch ich konnte mir kaum vorstellen das einfach so beiläufig mit anzusehen wenn ich auf dem Weg ins Bad nachts oder abends das Licht anschalten würde. Also konnte diese 'Lösung' dieses Problems als das ich es wahrgenommen habe nur jetzt sofort herbeigeführt werden. Ich konnte mir nicht vorstellen, diesem Falte noch irgendwie näher zu kommen, ihn womöglich zu berühren oder ihn aus der Nähe zu sehen, also kam es für mich aufgrund meiner diffusen Ängste nicht in Frage ihn in einem Tuch, in der Hand oder einem Gefäß aus der Lampe hinauszubefördern. Ich war dazu einfach nicht in der Lage, bzw. nicht gewillt dazu. Also musste ich mich - und mit musste meine ich nicht, dass ich keine andere Wahl gehabt hätte, es war einfach eine Ausschlußentscheidung auf der Basis dessen, was ich mir selbst als 'Persönlichkeit' erlaubt und akzeptiert habe zu sein, einschließlich der Akzeptanz meiner Angst und der resultierenden Konsequenzen - für die zweite 'Lösung' meines selbstgeschaffenen Problems enscheiden, auch wenn es mir nicht leicht gefallen ist, denn zumindest in Gedanken glaubte ich noch ein 'guter' und 'gewissenhafter' Mensch zu sein...
Ich ging dann also in den Flur, sah den Falter am Boden der Lampe sitzen, und schaltete das Licht ein. Er blieb sitzen, ich dachte 'vielleicht ist er schon tot...' und es beschlich mich die verzweifelt lächerliche Hoffnung, dass ich mir vielleicht einreden könnte dass er an Altersschwäche gestorben sei noch bevor ich mich zu dem mörderischen Plan hatte hinreißen lassen. Doch dann zuckten seine Flügel plötzlich und er versuchte wieder nach oben zu fliegen, stieß vor die helle Birne und fiel flatternd wieder auf den Boden. Immer wieder flog er los, nur um wieder gegen das Buch und dann gegen die jetzt wohl schon heiße Birne zu fallen. Ich war letztlich sogar zu feige mir den Todeskampf dieses Falters mit anzusehen und verließ den Flur. Erst sehr viel später als ich auch die Geräusche nicht mehr hören konnte ging ich zurück, sah dass sich nichts mehr bewegte in der Lampe und schaltete das Licht aus.
Erst am nächsten Morgen ging ich näher zur Lampe. Der Falter lag auf dem Boden der Lampe als würde er nur so da sitzen, ungefähr so wie er dort saß als ich das Licht eingeschaltet hatte. Ich schaltete das Licht noch einmal ein und aus, um zu sehen ob sich nicht doch noch etwas regen würde. Erst dann nahm ich vorsichtig das Buch von der Lampe.
Ich kam mir vor wie der Henker der den Elektrischen Stuhl eingeschaltet hat. Ich fühlte mich mies.
Aber warum? Wegen des Falters? Ich fühlte mich eigentlich nur deshalb mies, weil das, was ich da getan hatte, absolut unvereinbar war mit dem Bild, das ich als Persönlichkeit eigentlich von mir hatte. Ich, ein Tierlieber Mensch, Vegetarier, Aktivist (ich spreche wie gesagt von mir vor etwa 15 Jahren), Freiheitsliebend, und dann eine so durchtriebene und hinterhätige Tötung eines Insekts in einer hilflosen und ausweglosen Situation. Wie sollte ich das wieder mit mir und meiner Selbstwahrnehmung vereinbaren? Das bereitete mir im Grunde, auch wenn es mir nicht direkt bewußt war, die Bauchschmerzen. Und der Grund warum ich das nicht erkennen wollte, war die Angst vor meiner Eigenverantwortlichkeit, und zwar nicht nur der für das unnötige und doch recht sadistische Töten dieses Falters, sondern die Verantwortlichkeit für die Konsequenzen die aus meiner Feigheit vor der Bearbeitung und Überwindung meiner irrationalen Ängste als Mensch herrühren. Die Eigenverantwortliche Entscheidung gerade zu stehen für alle selbstbestimmten Entscheidungen, auch jenen, die Ängste zulassen und die sie unkontrolliert wuchern und mich und mein Verhalten bestimmen lassen. So ist es mit mir und mit dem Mensch an sich, es ist genau dieses Problem dass wir unbegründet Verhaltensweisen akzeptieren und erlauben, die aus irrationalen Ängsten aufgrund früherer, ganz persönlicher Prägungen entstanden sind, und die uns nun bestimmen anstatt dass wir als bewußte Wesen uns zur Selbstbestimmung entscheiden und diese Ängste, Befürchtungen, irrationalen gedanklichen Prophezeihungen und so weiter eigenständig bearbeiten, zurückverfolgen und transformieren, daraus lernen, damit wir hier und jetzt im Leben, in jedem Moment wirklich frei und unbeeinflusst, selbstbestimmt und eigenständig entscheiden können wie wir handeln und woran wir unser Handeln ausrichten, damit wir auch selbstehrlich und vor dem Leben jederzeit dafür gerade stehen können.

Ich werde in mindestens einem weiteren Blog noch näher auf die Zusammenhänge die sich mir in dieser ganz bestimmten Beziehung zu Insekten und meiner eigenen 'Geschichte' durch das Schreiben offenbaren eingehen und auch die Selbstvergebung und Selbstkorrektur anschließen.

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Dienstag, 9. Oktober 2012

Tag 58 - Unsicherheiten bei 'wichtigen' Entscheidungen



Wir suchen nach einer Antwort für die wesentlichen Fragen die uns als Mensch beschäftigen, - wenn wir uns denn mit ihnen beschäftigen -, immer bei anderen Menschen, in berühmten Texten, bei anerkannten Personen und Persönlichkeiten, indem wir uns Gruppen anschließen oder versuchen andere von unserem unsicheren Standpunkt zu überzeugen um dadurch mehr trügerische Sicherheit zu gewinnen. Aber wen sollten wir wirklich fragen, wer könnte uns besser antwort geben, wem können wir vertrauen, enn nicht uns selbst? Wir sind doch als Menschen alle gleichermaßen in dieser bewußten Unsicherheit gefangen. Es gibt niemanden mit einem Vorteil was die Entscheidungsfähigkeit und die Selbsterkenntnis als Mensch angeht. Eine geborgte, sich übergestülpte, aus Gedanken und Ideen, aus vorgefertigten Bildern bestehende Identität kann niemals wirklich sein, niemals bestehen oder den Zweifel und die Unsicherheit beseitigen. Du musst dich schon selbst erkennen in dieser Existenz, zunächst unabhängig von all den kulturellen und gesellschaftlichen Prägungen dir die Frage beantworten 'was' oder 'wer bin ich?', und dann kannst nur du selbst eigenständig die Entscheidung treffen wofür du leben willst. Denn du trägst dann die Verantwortung, akzeptierst die Konsequenzen deiner Entscheidungen bewußt und mündig, selbstbestimmt. Das ist der einzige Weg zu wahrer Selbstfindung und Erfüllung. Darin gehst DU als gelebtes Beispiel voran um auch anderen die Unsicherheit nehmen zu können, nicht indem sie dich kopieren oder sich dir anschließen, sondern indem sie den Schritt ebenfalls wagen selbstbestimmt und eigenständig sich für das Leben als das was sie sind zu entscheiden, für sich selbst zu stehen. Und darin, in dieser grundlegenden Entscheidung, ist die Wahrheit für jeden die selbe: dass wir eins und gleich als das Leben sind, vielfältige Lebensformen mit den gleichen Rechten, Bedingungen und der gleichen Quelle, dem Leben selbst. Niemand kann dir dein Leben vorleben, und schon gar nicht die bestehenden Systeme. Denn diese sind eine Projektion eben der Unsicherheiten der Individuen, die nach schneller, unverzüglicher Befriedigung des Wunsches nach Sicherheit und Selbstsicherheit suchen und in ihrer Angst den Weg der kurzfristigen Symptombeseitigung in der geistigen Ablenkung durch Erlebnishunger, energetische Erfahrungsmomente und emotionaler Unterhaltung wählen und dadurch ein reines Konsumsystem geschaffen haben, das alle erdenklichen Waren und Produkte anbietet, die der einzelne unentwegt konsumieren muss, um sich von der selbstbestimmten Wahl als eigenständiges Leben abzulenken. Es wird ein Suchtverhalten gefördert und akzeptiert durch die Weigerung des Einzelnen sich der Frage selbst zu stellen, sich selbst der Verantwortung für das Leben zu stellen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meine Unsicherheit der Selbstfindung nicht eigenverantwortlich zu überwinden, sondern zu versuchen meine Bestimmung in den Leben anderer, in den Meinungen und Entscheidungen anderer Menschen zu suchen und damit auch ihnen indirekt die Verantwortung für mein Leben zuzuschieben und mir selbst vorzumachen ich sein nicht angreifbar und zur Verantwortung zu ziehen für die Konsequenzen meiner Entscheidungen, weil sie nicht meine allein, sodern auch die anderer sind.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt habe zu erkennen und einzusehen, dass es keine Rechtfertigung geben kann die legitim und standfest ist für die rücksichtslose Selbstaufgabe als Mensch in dieser Existenz und und keine Entschuldigung oder Absolution für die Konsequenzen der freiwilligen Unmündigkeit aus Angst vor Verantwortung.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe in Angst und Verunsicherung zu leben, dass ich in dieser Angst und Verunsicherung versucht habe mich durch die Übernahme der Werte und Lebensweisen anderer, die innerhalb des gesellschaftlichen Systems erfolgversprechend und geachtet scheinen mir einen Status und eine Identifikation und damit eine gewisse Sicherheit zu verschaffen, dass ich es in Kauf genommen habe, dass diese vorgeschriebenen Wege innerhalb der menschlich-kulturell-gesellschaftlichen Dynamik bedeuten mir auf Kosten anderer einen Vorteil zu verschaffen und dass ich willentlich, für mich selbst, aus Selbstinteresse, Angst und Verunsicherung, den Schaden den die Akzeptanz und Unterstützung dieser Denk- und Lebensweise am Leben und für andere mit sich bringt akzeptiert, erlaubt und zugelassen habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es nicht erlaubt habe und es nicht akzeptiert habe, die Erkenntnis zuzulassen, dass ich nicht meine Vorstellungen, Ängste und Verunsicherung bin, sondern dass diese von der Annahme, Akzeptanz und der Indoktrinierung durch die bestehenden Systeme, dem Einfluß des Umfeldes, der Eltern, Familie, Gesellschaft, Kultur stammen und dass ich als Mensch aufgrund der anerzogenen und später willentlich übernommenen Selbstaufgabe und fehlgeleiteter Anleitung und Erziehung meine eigene Existenz und Identifikation mit dem und als das Leben völlig verdrängt habe und angesichts der nahezu vollständigen Besessenheit der Menschen mich habe verunsichern lassen und nicht auf mich und meine eigene, selbstbestimmte Entscheidung gehört habe sondern in der Unsicherheit angesichts dieser Widersprüchlichkeit der Lebensweise einer Überzahl von Menschen mit dem Leben selbst mich ihren Ideologien und dogmatischen Regeln ihrer Akzeptierten Natur angepasst habe, auch wenn ich im Grunde genau wusste, dass es nicht der Weg des Lebens ist, nicht der Weg des Selbst ist, das ich wahrhaftig bin.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst als Mensch, als das Leben zur selbstbestimmten Entscheidung in jedem Moment in dem ich mich emotional zu einer Bestimmten Richtung gedrängt fühle, in dem ich mich durch moralische Wertvorstellungen und Gewohnheiten zu einer Entscheidung bringen lasse, das heißt dass ich jeden Punkt emotionaler, diffuser und unklarer Entscheidungsfindung erkenne, dass ich mich in den Programmen einer Persönlichkeitsvorstellung und Prägung befinde, dass diese Entscheidung in dieser Weise keine lebendige, eigenständige Entscheidung ist, dass nicht nur die Motivation sondern auch die Konsequenzen unklar sind und dass daher die Entscheidung auch wenn sie sich 'richtig anfühlt' eine verantwortungslose und unreife Entscheidung ist, da sie nicht klar definiert getroffen wird, sondern mystifiziert von einem Glauben an eine unsichtbare Macht die mich 'leitet', oder aber dem nicht weniger mystischen Glauben an die Überlegenheit meines Ichs, meiner Persönlichkeit von der ich mich als das Leben in dem Moment der emotional gesteuerten Entscheidungsfindung bestimmen lasse.
Ich bestimme und korrigiere mich selbst, in dem ich mich in meinem Antrieb stoppe, atme, mich in den Moment des Lebens hier und jetzt zurückbringe, so dass ich die Situation betrachten kann wie sie sich tatsächlich darstellt, indem ich meine emotionalen Reaktionen betrachte und analysiere, sie Schritt für Schritt zurückverfolge bis ich mir über ihre Ursache im klaren bin, um eine Entscheidung anhand der Prinzipien des gesunden Menschenverstandes, ungeblendet von mystifizierenen Vorstellungen und Gedanken, von Ausflüchten und Selbstrechtfertigungen, Verantwortungsabweisung und Angst treffen zu können zu der ich und für die ich als das Leben stehen kann.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst als das Leben und erkenne, dass die meisten En´tscheidungsschwierigkeiten vom reinen Selbstinteresse geprägt sind, dass sich Systemimmanente Entscheidungen des alltäglichen Lebens fast immer nur um den eigenen Status innerhalb des Systems drehen und niemals das Interesse des Lebens selbst verfolgen, sondern lediglich das Selbstinteresse als diese imaginäre Person, als diese 'Rolle' im System die man spielt und dass die Angst bei der Entscheidungsfindung die Angst vor den eigenen Konsequenzen ist, das heißt vor denen die man selbst, direkt zu erleben zu fürchten hat und dass all die Konsequenzen die das Leben in unserem System oder als dieses System für andere hat, wie viele Menschen zu leiden haben und noch leiden werden unter unserer Lebensweise nicht von Bedeutung für diese Angst und diese Entscheidung sind, und daher ist es nicht ur anmaßend bei Systemimmanenten Entscheidungen des eigenen Lebens überhaupt um die eigene Sicherheit zu bangen und sich anderen anzuschließen oder andere um Rat zu fragen was für einen selbst wohl das Beste wäre, sondern es ist auch vollkommen Sinnlos, da niemand Entscheidungen und schon gar nicht die Verantwortung für diese für dich übernehmen kann noch will, da ja auch alle anderen ihrem ganz persönlichen Selbstinteresse verfallen sind und höchstens noch versuchen werden einen eigenen Vorteil aus dieser Freigabe zur Manipulation zu gewinnen, oder zumindest einen weiteren Anhänger ihrer 'Ideologie', um ihre eigene Unsicherheit weiter zu überdecken.





Mittwoch, 25. April 2012

Tag 8 - (Sich) Selbst Vergeben...





Ich vergebe mich selbst... könnte es heißen. Ich vergebe mich als das was ich geworden bin an das Leben, das jetzt ist. Ich richte mich und meine Existenz an den Prinzipien des Lebens, seiner Einheit und Gleichheit mit allem Leben aus. Ich gebe auf, was mein Glaube und nie Realität war, meine Persönlichkeit, mein Ego. Das, was ich versucht habe zu halten und zu verteidigen gegen jeden Widerspruch in der wirklichen Existenz dieses Seins. Wir haben eine Welt von gläubigen Geistern erschaffen, die sich und ihre selbstgenerierten Interessen rücksichtslos gegeneinander zu verteidigen versuchen. Ein psychotischer Wahn einer bewußtseinsgeplagten und überforderten Spezies.
Dabei sind wir hier, teilen jeden Moment, jeden Atemzug, jede Ressource des Lebens als Eins. Niemand kann das im selbstehrlichen Angesicht seiner eigenen Existenz leugnen, dennoch beharren wir darauf autonome Individuen zu sein und bestärken uns in diesem Glauben durch wahnhafte Gedankenkonstruktionen über die wir uns in gegenseitiger, argwöhnischer Beobachtung immer wieder kulturell und statistisch rückversichern.
Individuell zu sein bedeutet nicht, sich von und gegen alle anderen Formen abzugrenzen. Es bedeutet als Lebensform eins mit allem Leben ein individueller Ausdruck des Lebens zu sein, sich dabei gleichwertig und als produktive Entwicklung zum Wohle allen Lebens zu identifizieren. Der Paradigmenwechsel von ideeler und komparativer Selbstgestaltung im Geiste hin zu selbstbestimmter, selbstmotivierter und lebendiger Umsetzung des eigenen Potentials zum Wohle und im Sinne des gemeinen Lebens.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, die gedanklichen Konzepte meiner Gewohnheiten über mich herrschen zu lassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, ein Selbstbild nach konditionierten Vorstellungen und Ideen zu formen, deren Grundlagen und Werte ich als 'gut' und erstrebenswert unergründet akzeptiert habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich und mein Leben nach diesem Selbstbild auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, den realen Moment des Lebendigen in Gedanken zu verlassen und in irrealen, konzeptionellen Welten der Vorstellung zu 'leben'.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich mit meinem Selbstbild als meiner persönlichen Geschichte und meinen Erinnerungen daran zu identifizieren, anstatt sie als das zu erkennen, was sie wahrhaftig sind: Gedanken, Wahn- und Wunschvorstellungen als geistige Ablenkung vom Leben im Moment der eigenen Existenz.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, ein Spielball meiner Emotionen zu werden, sie als natürlich und sinnvoll zu akzeptieren ohne zu erkennen welche Gedankenkonstrukte ich selbst geschaffen habe um meine Emotionen zu nähren oder auszulösen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, zu glauben ich könne nicht humorvoll sein.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, zu glauben, meine Verzweiflung sei die einzige Grundlage meiner geistigen Denk- und Verfahrensweise.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, sarkastisch und zynisch zu werden um vor mir selbst den Unwillen zu verbergen die Gewohnheit der Verzweiflung aufzugeben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, meine Selbstbestimmung aufzugeben und dabei anzunehmen, dadurch nicht verantwortlich zu sein für das, was ich aus innerem Antrieb unbedacht tue.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, meine Wertvorstellungen und Erwartungen an das Leben als naturgegeben hinzunehmen, in anderen Menschen die Erfüllung dieser Vorstellungen zu sehen und ihnen deshalb nachzueifern.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe daran zu glauben, dass ich ein 'Musiker' sei und dass sich mir auf irgendeine Art und Weise meine Bestimmung in der Musik zeigen würde.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, an eine besondere Bestimmung für mein Leben zu glauben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich der Akzeptanz meiner Verantwortung für meine Entscheidungen im Leben zu verweigern und stattdessen eine Fantasie der 'Bestimmung' zu entwickeln.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, an die grundlegende Richtigkeit und Sinnhaftigkeit der Handlungen und Entscheidungen meiner Eltern zu glauben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, einen Großteil meiner frühen Lebensjahre damit zu verbringen herauszufinden, wie ich diese erwartete Sinnhaftigkeit entschlüsseln könnte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, mich selbst als dreist und unverschämt zu empfinden / zu sehen, weil ich versucht habe die Sinnhaftigkeit des Verhaltens meiner Eltern und meiner Familie im allgemeinen zu verstehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe meinen Gemütszustand von den Handlungsweisen und Reaktionen anderer beeinflussen zu lassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe mich im Vergleich mit anderen minderwertig und unvollkommen zu fühlen.

Ich habe erkannt, dass ich wann immer ich mich in Gedanken verstricke, mich meinen Emotionen hingebe und meinem persönlichen Widerstand nachgebe ein Opfer meiner konditionierten, programmierten und angewöhnten Programmstrukturen bin. Ich erkenne mich darin in meinen Mitmenschen wieder und bin in der Lage, die Zusammenhänge gesellschaftlich-kultureller Zwänge als Projektionen dieser inneren Strukturen, die in vielen Fällen aus Unsicherheiten und Ängsten generiert und durch deren öffentliche Verbreitung am Leben gehalten und verstärkt werden, zu erkennen. Nur wenn ich mir selbst gegenübertrete, in bedingungsloser Selbstehrlichkeit und mit dem Entschluss diese Fremdbestimmung zu beenden indem ich mir das, was ich mir erlaubt und akzeptiert habe zu werden selbst vergebe, kann ich die inakzeptablen und lebensfeindlichen Systeme menschlicher Handlungsmotivation, deren Konsequenzen und fatalen Auswirkungen auf das Leben stoppen und sie beginnend bei mir selbst durch selbstbestimmtes, selbstkorrigierendes Verhalten ändern. Das ist die Verantwortung die dem Selbst als Leben gegenüber die Organisierte Form die ich bin lebendig macht. Durch die Werkzeuge die mir als Mensch zur Verfügung stehen nehme ich mir selbst die Augenbinden ab, gehe auch da weiter wo der Weg zur Freiheit allen Lebens auf schmerzhaften Widerstand stößt, wo sich bewußte und unbewußte Barrieren entwickelt haben die eine Persönlichkeit schützen sollen, die ich nicht mehr sein kann im Gewahrsein ihrer künstlichen hinterhältigkeit und Lebensferne.