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Montag, 7. Oktober 2013

Tag0150 - Altern oder reifen wir? - Nichts zu feiern am Geburtstag

xstex / Foter / CC BY-NC-ND


Wie kann ich meinen Geburtstag „feiern“, wenn ich weiß, dass um mich herum Menschen aufgrund der Ignoranz so vieler anderer Menschen unerträglich leiden müssen, wenn ich weiß, dass wir alle mit unserem Schweigen, unserer selbstsüchtigen Anpassung und der bequemen Haltung gedanklicher Selbstrechtfertigung gegen den Verstand die Folter, den Hunger und das Verenden von tausenden Kindern jeden Tag billigen? Wie könnte ich „feiern“ und mir selbst gegenüber mutwillig Ignoranz üben, wenn ich Jahre lang hart an mir selbst arbeiten musste um die angelernten und gesellschaftlich geförderten Scheuklappen Schritt für Schritt zu lösen um mir selbst wieder aufrichtig in die Augen schauen zu können, um wieder zu lernen was Verantwortung und Leben eigentlich bedeuten? Wie könnte ich meinen Geburtstag „feiern“, außer dadurch endlich Schluss zu machen mit der duckmäuserischen 'Diplomatie' gesellschaftlicher Norm-Hörigkeit und der mentalen Verschleierung der Wirklichkeit, außer durch meine tägliche Hingabe an die Selbstbefreiung von und Offenlegung der gedanklichen und ideologischen Konstrukte des Bewusstseins die der Verblendung und der Ablenkung dienen, die uns ein Leben vorgaukeln in dem wir nach nichts weiter als mentalen Erlebnismomenten streben, nach dem Gefühl der energetischen inneren Ladung die durch Halluzinationen, durch selbstverursachte Rauschzustände in einer imaginativen Realität verursacht wird und uns wie Süchtige langsam aber sicher verbraucht und dem Untergang weiht?

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben dazu ein lebendes Beispiel für die Möglichkeit des Menschen zu sein, all die Irrtümer aufzugeben, die Programme der Selbstversklavung und der vergeistigten Abhängigkeit, der Fremdbestimmung und Kontrolle durch ein System der Vernichtung aufzugeben, selbstbestimmt zu transformieren und sich zu befreien. Ich stehe als Mensch als Beweis für die Verantwortlichkeit des Menschen an allen Konsequenzen seiner Lebensweise, für die Verantwortlichkeit an allen Verbrechen am Leben, an den Kindern die Hilflos einer Wahnkranken Spezies ausgeliefert sind und die auf keine Hilfe hoffen dürfen, denn all diejenigen die Helfen könnten sind durch eigene Selbstaufgabe unmündige, unfähige, unterentwickelte und selbstsüchtige Roboter geworden die trotz ihrer Fähigkeit zu helfen selbst die Hoffnung als mentales Konstrukt der Verblendung und der Verblödung vorziehen, allein um ihrer eigenen Selbstgefälligkeit zu dienen. Ich stehe als Mensch und als lebendiger Beweis für die Verantwortung des Menschen indem ich die Möglichkeit seiner eigenen Neuausrichtung aufzeige und somit alle Konstrukte, alle Philosophien und Ideologien der Selbstrechtfertigung, der Viktimisierung und moralischen Überheblichkeit ad absurdum führe. Ich stehe ein für und als das Leben, für die Befreiung des Lebens im Namen des Lebens, im Namen der Kinder vor allen Dingen, da sie in diese Welt geboren werden und man ihre Psychen missbraucht, ihnen einprogrammiert sie würden ins Leben geführt, erzogen und ausgebildet um sich selbst zu entfalten obwohl die Erwachsenenwelt selbst nicht weiß was sie tut, sich längst der Feigheit hingegeben und der ewigen Unterwerfung verschrieben hat unter ein System dessen Schöpfer wir alle sind, dem wir in einem Atemzug alle Macht entziehen könnten, wenn wir nur bereit wären uns der Angst zu stellen und diesen Atemzug zum ersten mal als wahrhaft eigenständige, selbstehrliche und eigenverantwortliche Lebewesen in Einheit und Gleichheit mit allen zu tun.

Ich feiere mein Leben jeden Tag, jeden Moment in dem ich mich weiter durch den Wust der konditionierten Unterwürfigkeit wühle und die Tentakel der Persönlichkeitsprogramme die mich geformt haben und denen ich erlaubt habe in mich einzudringen und zu einem Teil von mir zu werden, mich zu einem Teil dieser lebensfeindlichen Systematik zu machen, herausreiße, indem ich mich meinen konditionierten und eingeimpften Ängsten stelle, sie als Illusionen entlarve und mit jedem Atemzug zu einem freieren Menschen werde. Indem ich nichts mehr zu verbergen habe vor wem auch immer stehe ich in diesem Prozess als Beispiel für die Freiheit des Menschen und seine Möglichkeiten, für die Vertrauenswürdigkeit und die Verantwortung für und als das Leben ein. Damit feiere ich wahrhaft das Leben, in Einheit und Gleichheit mit allem Leben. Nicht in der pervertierten Illusion von Spaß und Freude die nur durch Konsum, durch ideologisch verseuchten Behang und das Berauschen mit zerstörerischen Substanzen zu erreichen sein soll. Nicht in der selbstsüchtigen, vergeistigten und kurzlebigen Selbstbeweihräucherung unter egoistischen Persönlichkeiten die eine Möglichkeit der Ablenkung und oberflächlichen, billigen Unterhaltung suchen. Was sollte ich als das Leben, als Teil dieser Menschheit zu feiern haben so lange wir dieses Bild des Jammers abgeben, so lange wir die Notlagen und Schwächen anderer so schamlos und kurzsichtig ausnutzen, so lange wir nicht einmal unseren eigenen Kindern gegenüber offen unser Versagen eingestehen und ihnen damit die Chance auf einen Neuanfang freigeben können? Was der Mensch ist, was er kreiert hat in seiner Existenz hier und heute ist verachtenswert, was er sein könnte hingegen ist ein würdevolles, vertrauenswürdiges Wesen mit gestalterischem und schöpferischem Potential das das Beste für alles Leben Umsetzen kann. Unsere Kinder sind bereits der lebende Beweis dafür, allerdings haben wir sie so geschickt um ihre Würde und ihre Eigenständigkeit betrogen, dass sie kein Gehör bekommen und keine Stimme in dieser Welt mehr haben. Wir verschließen selbst zu gern die Augen vor ihrer Offenheit und ihrer spontanen Einsicht wenn sie die Grundfesten und scheinheiligen Werte unserer Systeme herausfordernd in Frage stellen. Daher stecken wir sie ja auch zwangsweise in die Umerziehungsanstalten und die Gehirnwäscheprogramme der Institutionen unserer so Entwickelten Zivilisation wo sie zu hörigen Sklaven eines untergehenden Systems, einer lebensfeindlichen Gesellschaftsordnung und einer verlogenen, zerstörerischen Wirtschaftsideologie geformt werden. Denn das, was wir hier „ein Leben führen“ nennen ist nichts weiter als die Versklavung im Namen des Profits, die Ausbeutung anderer im Namen einer nie wirklich existierenden Welt, einer reinen Ideologie die allein der Kontrolle und Manipulation der Massen dient. Wir missachten die Wahrhaftigkeit und missbrauchen das Vertrauen das sie in uns als ihre Eltern setzen auf schändliche Weise und vernebeln ihre Wahrnehmung damit sie nicht den Wahnsinn unserer Verantwortungslosen Selbstzufriedenheit erkennen. Wir sind wahrlich eine erkrankte Spezies, erkrankt am Bewusstsein, am Missbrauch unserer Fähigkeiten zu selbstsüchtigen Zwecken. Ich kann nur das Leben feiern, nicht aber meinen Geburtstag. Und das Leben zu feiern bedeutet es zunächst zu befreien, denn erst wenn alle wahrlich frei sind kann es so etwas wie Freiheit, wie Freude und Grund zu feiern überhaupt geben. Alles andere ist eine beschränkte Illusion, eine Selbstverleugnung und ein lächerlicher Versuch sich von der Wirklichkeit der eigenen Verantwortung abzuwenden.
Wir haben die selbstgefällige Selbstaufgabe so weit getrieben, dass wir ein System der absoluten Kontrolle über das Leben geschaffen haben, dessen leitende Positionen von selbstsüchtigen Soziopathen besetzt sind, denn nur den Rücksichtslosesten, Skrupellosesten und Selbstsüchtigsten über alle Maßen Menschenverachtenden Individuen ist es in diesem System möglich die einflussreichen Positionen zu besetzen und dadurch die Massen zu kontrollieren, sie zu ihrem ganz persönlichen Selbstzweck arbeiten und funktionieren zu lassen. Der Wahn des Wettkampfes, das Gegeneinander hält uns gefangen, gepaart mit der Lüge der Hoffnung, der Hoffnung darauf selbst einmal Täter zu werden anstatt Opfer zu sein. Dieses jämmerliche Konzept ist alles was wir als Menschheit geschafft haben was unser Leben bestimmt und was wir Entwicklung oder gar Evolution nennen. Doch nicht die Natur, sondern die vom Menschen selbst generierte Angst vor der individuellen Verantwortlichkeit macht diese Selbstbeschränkung möglich. Doch ich stehe nicht für dieses lächerliche Prinzip, diese heuchlerische Lüge, ich stehe für die Befreiung des Lebens von der Fremdbestimmung, für den Menschen mit Verstand und Einheitssinn, für die Entwicklung und Entfaltung des Lebens für uns und alle Kinder dieser Erde.
So lange wir unseren Kindern, also allen Kindern dieser Erde, nicht offen und selbstehrlich gegenübertreten können in der Gewissheit alles getan zu haben und auch zukünftig alles zu tun um ihnen ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen, für unsere Fehler geradezustehen und sie zu bereinigen, so lange gibt es wahrlich nichts zu feiern.
So lange nicht alle Kinder ihren Geburtstag feiern können, einfach aus Freude am Leben und in Aussicht auf ein freies Leben in Einheit, in gegenseitiger Unterstützung in einer vertrauenswürdigen Gemeinschaft, so lange wird es keinen wahren Grund zum Feiern geben.


Montag, 24. Juni 2013

Tag0117 - Das stille Leiden der Kinder [Bullying] - Selbst-Bild und Selbst-Bewusstsein (Teil 3)

Chesi - Fotos CC / Foter.com / CC BY-SA


Fortsetzung zu Tag0116 - Das stille Leiden der Kinder [Bullying] "Picture Me!" Selbstdarstellung als Identitätsgrundlage (Teil 2)

Auszug:

"wir müssen die heuchlerischen Argumente der Angst vor unserer Verantwortlichkeit die alle Probleme nur auf die Symptome beschränkt endlich aufgeben. Es ist mir unerträglich geworden und es wäre ein Verrat an mir selbst und an dem Leben wenn ich auch nur eine Minute der mir verbleibenden Zeit nicht für den Wandel dieser Systeme einsetzen, an mir in jedem Atemzug arbeiten würde um mich restlos von diesen zersetzenden Programmen und Konditionierungen der Angst im Bewusstsein zu befreien, um mich voll entfalten zu können, um mein Potential voll und ganz dafür einzusetzen, dass dieser Wahnsinn der unkontrollierten Manipulation des Geistes ein totales Ende findet."



Was ist notwendig um einen Menschen mit dem Bild seines eigenen Körpers zu beleidigen? Vor allen Dingen, dass derjenige den es zu beleidigen gilt ein gestörtes Verhältnis zu sich und seinem / als sein Körper hat. Dafür wird in unserer Welt, in unserer Kultur in ausreichendem Maße gesorgt, da in unserer Entwicklung schon in frühkindlichen Stadien die Selbstidentifikation als eine reine Vorstellung gefördert wird, welche dann später mit unterschiedlichen Idealen, Werten und anderen Attributen behangen wird. Nicht die Wirklichkeit, das Sein und die Existenz als dieser Körper wird zur Grundlage unserer Selbstidentifikation, sondern eine Geschichte, eine Philosophie und eine Wertvorstellung die vor allen Dingen durch gesellschaftliche Vorgaben bestimmt wird, nicht etwa durch Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein. Die Unsicherheit die dadurch entsteht hängt vor allem mit der Tatsache zusammen, dass zum einen die Wertverteilung von rein profitorientierten Interessen der Machthabenden Elite bestimmt wird und dass zum anderen all diejenigen von deren Werturteilen man sich in seinem Selbstwertgefühl abhängig macht ebenso verunsichert und ängstlich sind, sich ebenso an Vorstellungen klammern und zu allen erdenklichen Manipulationen und Hinterhältigen Aktionen bereit sind um IHRE ganz persönliche Selbstwahrnehmungsgeschichte zu stärken.

Die Angst zuzulassen und zu stärken indem man vor Folgen warnt ohne Lösungen zu präsentieren die die Ursachen angehen bedeutet sich mit an dieser krankhaften Entwicklung zu beteiligen und sich diesen Kräften zu ergeben, und damit auch unsere Kinder diesen Entwicklungen in verantwortungsloser Weise zu übergeben. Wenn man glaubt man könne sich vor diesen Entwicklungen schützen, sich davor bewahren und vielleicht noch die eigenen Kinder, dann verfällt man der Illusion man wäre abgetrennt und unbeteiligt, man könne seine eigene Verantwortung ablegen. Das ist ein kurzsichtiges und ignorantes Verhalten, naiv und im Grunde nicht der Anleitung und Verantwortung für unsere Kinder würdig. Der Geist des Wetteiferns um jeden Preis, die größte Anerkennung und die stärkste Position zu bekommen ist ein irreführendes Wertekonzept, eine Ideologie die realitätsfremd und gesellschaftlich zersetzend wirkt. Dieses Denken hemmt das wahre Potential des Menschen und einer Gesellschaft, vor allem weil diese Stärke eine reine Illusion ist und in Wahrheit absolute Abhängigkeit bedeutet. Doch ist es in unserer Welt zur einzigen Selbstidentifikation geworden sich durch die kulturelle Anerkennung anderer zu bestätigen, wenn diese auch im Gegenzug lediglich ihre eigenen Selbstwertinteressen verfolgen. So ist nicht nur die Art, die Grundlage dieses Selbstwertes an sich eine substanzlose Illusion, sondern auch der Glaube an die Anerkennung der Anderen, ihre Wertschätzung ist lediglich eine Einbildung.

Das Ergebnis solch einer Konditionierung ist die ständige Hetze gegen das Bild, das Image anderer, der ständige Versuch sich selbst ideologisch aufzuwerten und in den meisten Fällen geht das einher mit der Abwertung anderer. Die Angst vor dem eigenen Wertverlust, die irrationale Angst vor dem Verlust der eigenen Identität und dem Gefühl etwas wert zu sein leitet uns dazu an ständig die Fehler und die Minderwertigkeit anderer zu suchen und hervorzuheben, wobei all das nur auf der Plattform des Bewusstseins, der Vorstellung und der Illusion stattfindet. Für den Menschen aber der nichts anderes gelernt hat, der unter dem Gruppenzwang der ideologisch verblendeteten Kultur zusammengebrochen ist – und das ist es, was mit den Kindern unserer Welt passiert – ist diese künstliche Wirklichkeit die einzige Realität, er kann sich nicht vorstellen, dass es etwas anderes geben könnte, dass er etwas anderes ist als sein Image. Die Kinder vor allem sind diesem Druck vollkommen machtlos ausgeliefert und sie sind allein gelassen damit, unter ihresgleichen, die einen schon mehr als die anderen indoktriniert und manipuliert, bilden sie Gruppen in denen sie sich abgrenzen, sich zu etablieren versuchen in einem Gedankenspiel dessen Regeln sie weder verstehen noch wirklich anwenden können, geleitet durch ihre unausgereiften und unverstandenen emotionalen Reaktionen werden sie zu Monstern einer künstlichen Realität, ausgespielt in der Wirklichkeit, grausam, ohne Grenzen, ohne Verständnis quälen sie sich gegenseitig, imitieren sie die Verhaltensweisen die ihnen vorgelebt werden von den erwachsenen Generationen die zwar mächtiger, aber keineswegs vernünftiger sind als sie.

Der Missbrauch von 'privaten' Informationen, das 'Beleidigen' anderer ist nur in eben dieser verblendeten Selbstidentifikation als ein Objekt der Vorstellung, nicht aber in dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein gleichwertiger, lebendiger, körperlicher Existenz möglich. Wenn ich mein Leben lang versuche ein Image aufrecht zu erhalten, dessen Umsetzung niemals wirklich real war oder sein wird, dann lebe ich ein Leben lang eine Lüge, einen Selbstbetrug der jederzeit leicht entlarvt oder entblößt werden kann. Doch was bleibt, wenn die Maske fortgerissen wird? Das, was ich wahrhaftig bin. Und wenn ich mich dafür in irgendeiner Weise schämen müsste, dann habe ich definitiv das Leben verschwendet, dann bin ich betrogen worden um mein angeborenes Grundrecht auf freie Selbstentfaltung als das Leben. Dann habe ich schon mit dieser Erkenntnis das eigentliche Problem aufgedeckt und nun ist es an mir, die Verantwortung für mich als das Leben zu übernehmen und mich wieder mit mir selbst anzufreunden, auszusöhnen und mich endlich selbst zu bestimmen, frei und selbstbewusst. Das ist es, was wir unseren Kindern vermitteln sollten, dann gibt es keinen Raum fü Mobbing oder Bullying, jeder Versuch der Bloßstellung würde nur den Aggressor bloßstellen – und ihm damit die Möglichkeit seiner Selbstentdeckung geben. Doch wir müssen es nicht zu einem traumatisierenden Erlebnis kommen lassen, zumal ein solches Erlebnis in der Kindheit großen Schaden anrichten kann, vor allem weil es kaum Erwachsene mit genügend Selbstverständnis und wahrem Verantwortungsbewusstsein gibt um diesen Kindern bei der Bewältigung zu helfen, wir können diese Masken, diese Scharade der Kultur und des gesellschaftlichen Angst-Zwangs schon jetzt beenden und zu einer gesunden Einheit, zu einer Individualität und Vielheit die auf dem Verständnis der grundlegenden Einheit des Lebens basiert finden. Das ist unsere aufgabe und unsere Verantwortung als Eltern, als Erwachsene und als diejenigen die hier Macht und Einfluss besitzen um tatsächlich Veränderungen herbeizuführen. Diese kranke Gesellschaft, die krankhaften Entwicklungen der globalen Zerstörungswirtschaft zu stoppen, denn ihre ausweglose, katastrophale Entwicklung ist uns längst bekannt. Dazu müssen wir die Masken fallen lassen, uns der Angst die uns eingepflanzt wurde stellen und sie überwinden, denn das befreit uns von ihr und allen Konsequenzen und daraus kann ein Bewusstsein für den unerschütterlichen Selbstwert entstehen der uns alle eint, der keine Grundlage mehr für Missbrauch und Manipulation bietet.


Relevanter Vlog zum Thema:
 

Freitag, 14. Dezember 2012

Tag 92 - Das Maß der Verantwortlichkeit

ChrisK4u / Foter / CC BY-NC-ND


Die Machtlosigkeit gegenüber unserer 'Natur', oder dessen was wir als diese bezeichnen, ist lediglich ein Eingeständnis der persönlichen Feigheit, der Selbstaufgabe und der Selbstversklavung. Eine Unterwerfung unter fremdbestimmte Umstände, der Selbstbetrug als eine Strategie der Einbildung, man könne sich 'heraushalten' aus den Konsequenzen und dennoch 'teilhaben' am Leben. Doch sind wir alle, sobald wir sind, beteiligt am Leben und allem was dazu gehört. 
 
Natürlich ist die Verantwortlichkeit gleichermaßen ungleich verteilt wie auch die Möglichkeiten. Wir haben als Menschen bereits dafür gesorgt, dass die Teilhabe am Leben, die Entfaltungsmöglichkeiten und Gestaltungsfähigkeiten in hohem Maße ungleich oder ungerecht verteilt sind. In dem selben Maße ist natürlich auch die Verantwortlichkeit für all die Schritte ungleich verteilt, die unternommen werden müssen um diese Ungleichheit zu beseitigen. Das heißt, dass zwar alle Menschen gleichermaßen beteiligt sind am Leben selbst und an den Auswirkungen und Entwicklungen die es nimmt, dass aber beispielsweise ein Junge der in einem so schwachen sozialen Umfeld lebt, dass ihm sowohl der Zugang zu Bildung und Information als auch zu notwendiger Nahrung und Grundversorgung verwehrt ist nicht in gleichem Maße für erstens die Anerkenntnis und die Ursächlichkeit dieser Zustände und seiner Beteiligung daran und zweitens das Einleiten der notwendigen Schritte zur Behebung dieser Ursachen verantwortlich gemacht werden kann wie beispielsweise der Mensch, der direkt oder indirekt von diesen Umständen profitiert, weil er in einem Land lebt, das wirtschaftlich privilegiert ist und das von der Unterprivilegierten Stellung der Bevölkerung des Landes in dem dieser Junge lebt begünstigt wird, oder gar an der Schaffung dieses Zustades beteiligt ist. Die Verantwortlichkeit für die Zustände die wir als Menschen geschaffen haben ist zwar in ihrer Ursächlichkeit aus verschiedenen Gründen auf die ich noch tiefer eingehen werde und teilweise auch schon eingegangen bin bei jedem Menschen direkt gleichermaßen vorhanden, jedoch sind die Schritte die zu der Akzeptanz dieser Verantwortlichkeit notwendig sind nicht jedem Menschen gleichermaßen möglich, da beispielsweise ein großer Teil der Weltbevölkerung mit wesentlich akuteren Notständen konfrontiert ist, die das direkte Überleben von Tag zu Tag betreffen und diese sich somit in einem Ausnahmezustand befinden der eine solche Selbstarbeit und Selbstreflektion nahezu unmöglich macht. 
Die 'Revolution' die stattfinden muss, und die erste überhaupt dieser Art, was ihren Erfolg entgegen der Erfahrung mit 'üblichen' Revolutionen erst realistisch macht, muss also nicht von 'unten' nach 'oben' gerichtet sein, sondern genau umgekehrt, was sie eben auch so unvorstellbar, aber nicht unmöglich macht. Der privilegierte Teil der Weltbevölkerung steht in der Pflicht, denn hier liegt der größte Teil der Verantwortlichkeit für die Veränderung und das Beenden der Ungleichheit. Das heißt, dass die einzige Motivation dieser 'Revolution' das Interesse am Leben selbst sein muss, geboren aus der selbstehrlichen Sicht auf die von Menschen geschaffenen Zustände und in der Erkenntnis ihrer inakzeptablen Unerträglichkeit angesichts der Eigenverantwortlichkeit als gleiches und gleichwertiges Wesen. Eben kein Befreiungsschlag aus der Not heraus, vornehmlich von Selbstinteresse motiviert, sondern eine von Vernunft, wahrer Menschlichkeit und Einsicht getragene Entscheidung. Eine Revolution, die eigentlich keine ist. Es ist keine Umkehr, kein Zurückrollen und kein einfaches Umwälzen der Verhältnisse, so wie es bisher bei fast jeder Revolution der Menschheitsgeschichte der Fall gewesen ist, sondern es ist vielmehr ein Stoppen, ein HALT, ein Durchatmen und 'Neu-Gestalten', ein Prozess, der die wahre, selbstbestimmte und eigenverantwortliche Nutzung menschlicher Eigenschaften und Fähigkeiten erfordert. Ein Prozess der uns tatsächlich erst lebendig macht. Nicht geboren aus ideologischer Verblendung, nicht getrieben durch die hetzerische Selbstdarstellung und Identifikation als 'Gutmenschen', keine 'Charity' Veranstaltung und aus vermeintlichem Mitgefühl abgewrungene Opferung, sondern eine aus dem Leben heraus getroffene Einsicht, eine Auferstehung jedes einzelnen als lebendiges Wesen, in Gang gebracht durch die erste und einzige selbstbestimmte Entscheidung die einem Menschen möglich ist: der Entscheidung mit seinem Leben für das Leben zu stehen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, meinen persönlichen Vorteil über das Interesse anderer zu stellen und mich in meiner Rolle als unfreiwilliges Opfer der Umstände versucht habe aus der Verantwortung zu ziehen gegenüber dem Leben und all den Konsequenzen die nicht nur mein Handeln in dieser Weltordnung, sondern vor allem auch mein nicht-Handeln und meine Ignoranz haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich selbst und meine Selbstbestimmung aufzugeben und abzugeben in dem Glauben dadurch auch meine Verantwortlichkeit dem Leben gegenüber los zu werden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, dass meine Angst und meine Ablehnung der Eigenverantwortlichkeit mir den Blick auf die Handlungsfähigkeit und Selbstbefreiung versperrt hat, die in der Akzeptanz und Übernahme der Eigenverantwortlichkeit für das Leben liegt.


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