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Sonntag, 21. Juli 2013

Tag0128 - Bullying (Teil 11) - Mantras der Ignoranz

John Steven Fernandez / Foter / CC BY


Fortsetzung zu
Tag0126 - Bullying (Teil 10) - Die Angst vor der Eigenverantworung sabotiert die Kinder

Auszug:

"Denn sie haben keinen Einfluss, keine Stimme, keine wirklichen Rechte auf gleicher Höhe mit allen anderen. Wer sollte sie ihnen auch geben? Es gibt ja keine wirkliche Autorität, keinen der wahrhaft am Wohl aller, am Wohl allen Lebens interessiert ist. Sie sind durch Institutionalisierte Rituale in die Positionen erhoben die ihnen Macht und Einfluss verleihen und sie verstehen ebenso nur die Interessen ihrer eigenen Persönlichkeiten, ihrer Egos, ihrer Geschichten aus Gedanken und Erinnerungen für die sie sich halten und als welche sie stetig sich selbst berauschen müssen um ihre wahnsinnigen Ängste zu verdecken. Sie klammern sich an die Dogmen und Rituale, die Gesetzmäßigkeiten der Systeme, der Institutionen und sind die Sklaven ihrer eigenen Systeme. Sie kennen nur den einen Weg, aus ihren Kindern dieselben Bio-Maschinen zu machen, ihnen die Individuellen Fähigkeiten und den eigenständigen Willen zu brechen. Niemand innerhalb der Bildungssysteme ist tatsächlich in der Lage ein authentisches Vorbild zu geben, ihnen zur Seite zu stehen und sie anzuleiten die Welt zu gestalten, weil ihnen allen die Fähigkeit fehlt die Eigenverantwortung anzuerkennen die ihnen als Mensch angeboren ist und vor der sie gelernt haben in Angst zu leben."
 

Die Selbstaufgabe und Selbstverleugnung hat Methode, und diese Methoden sind in alle unsere Lebensbereiche eng verwoben, sie sind so undurchsichtig geworden, dass es uns vorkommt als sei da wirklich nichts außer dieser vorgehaltenen, angelernten, konditionierten und geprägten Strukturen äußerer Gewalteinwirkung in Form von Manipulation. Wir sagen jeden Tag hunderte oder gar tausende Sprüche auf, wie Mantras bis wir tatsächlich an all das Glauben, jeden Tag stellen wir sicher, dass unsere selbst geschmiedeten Fesseln auch schön fest sitzen. Wir glauben diese Sprüche seien Wissen, vielleicht sogar Weisheit, ungefragt und blind spucken wir die über Jahrhunderte wiedergekäuten Worte aus, rechtfertigen uns durch sie und nichts authentisches kommt dabei zustande, nichts eigenständiges bewerkstelligen wir. Alles ist Wiederholung, das rezitieren der althergebrachten Gewohnheiten und Zwangsneurosen. Niemand weiß warum, niemand fragt warum niemand schert sich einen Dreck um die Konsequenzen. Das sind die Fakten unserer Welt, des Menschen, der Kulturen überall auf der Erde. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Ausnahmen von dieser Regel. Und ich bin bestimmt kein Schwarzmaler, im Gegenteil, ich würde unheimlich froh sein über die Erkenntnis dass es irgendwo auf diesem Planeten, in irgendeinem abgelegenen Städtchen oder Dorf Menschen gibt, die sich selbst als das was sie sind wahrnehmen, die in Einheit mit allem Leben leben, ihren Verstand nutzen um dieses Zusammenleben zum Wohle aller zu organisieren und die sich von der Tyrannei des Bewusstseins befreit haben um es einem besseren Zweck zuzuführen. Ich weiß um diese Möglichkeit und ich weiß um diese Verantwortung des/der Menschen für die Ignoranz ihr gegenüber, daher kann ich keineswegs einfach den Kopf in den Sand stecken, mich verkriechen und alles und jeden Verurteilen, mich der Hoffnungslosigkeit und der anklagenden Trotzigkeit eines depressiven Menschen hingeben. Das ist nahezu unmöglich für mich, lediglich eine organische Erkrankung könnte mein Denken wieder derart aufplustern.

Doch was sind diese Mantras die aus Unwissenheit und Ignoranz zu den bestimmenden Prinzipien unserer Selbstwahrnehmung geworden sind? Es sind dogmatische Behauptungen die wie endgültige Schlüsse ausgesprochen werden, wie kluge Beiträge oder Weisheiten selbstbewusst in den Raum gestellt werden um es jedem leicht zu machen, den Denkprozess der Hinterfragend oder auf andere Art Werte vernichtend oder einfach unangenehm ist gerechtfertigt abbrechen zu können.

„So bin ich nun mal, das musst du akzeptieren“
„Jungs sind nun einmal so!“
„Du kannst nicht aus deiner Haut“
„Das Leben ist ein Kampf“
„Die Menschen werden sich nie ändern“
„Ich kann ohne dich nicht leben“
usw. usw.

Fortsetzung folgt...


Dienstag, 2. Juli 2013

Tag0123 - Bullying (Teil 7) - Geheuchelte Vernunft und der Verrat am Leben

Aislinn Ritchie / Kids Photos / CC BY-SA


 Fortsetzung zu
Tag0121 - Bullying (Teil 6) - Das Erbe der Schande

Warum denn sonst können und wollen wir unseren Kindern in keinem Fall die ganze Wahrheit unserer Kultur und unserer Wertesysteme sagen? Warum versuchen wir immer und überall sie vor den Bildern der Wirklichkeit zu bewahren? Wir schieben ehrbare Gründe vor und heucheln wieder von Motiven des Schutzes, wir wollen ihre Unschuld nicht beflecken, wollen ihnen nicht zu viel zumuten. Und was tun wir um das zu erreichen? Wir belügen sie, verheimlichen das wahre Gesicht der Menschlichkeit so wie wir sie gestaltet und zugelassen haben. Wir wollen sie so lange sie in unserer Obhut sind glauben lassen, dass alles gut sei, wir wollen vor ihnen nicht als die unverantwortlichen Verbrecher am Leben und Mittäter beim Verrat an unseren Fähigkeiten dastehen, sondern als Vernunftbegabte, gereifte und mündige Erwachsene Helden erscheinen. Wir hoffen diesen Zustand so lange wie möglich aufrecht erhalten zu können nur um sie dann der Welt so wie sie wirklich ist zu überlassen. Wir werfen sie weg, wir sind selbst verunsicherte, unmündige und verängstigt naive Mitläufer die für eine Zeit starke Helden spielen vor ihren Kindern, so lange diese ihnen hilflos und machtlos ausgeliefert sind. Und wenn sie sich dann beklagen, wenn sie zurückkommen und vom Leben in der Welt die wir ihnen überlassen übel gezeichnet sind, dann machen wir ihnen noch Vorwürfe, reden ihnen noch mehr Minderwertigkeitskomplexe ein, halten ihnen Moralpredigten von Stärke und Fleiß, von Ehrlichkeit und Disziplin, von all den Dingen die wir niemals gezeigt haben, die wir niemals besaßen. Doch wir konnten uns noch die falsche Identität erkaufen, konnten vielleicht geschützt von Geld und Wohlstand eine unsichere aber wirkungsvolle Traumwelt um uns herum aufbauen, die sich aus vier Wänden, einem Fernseher mit flimmernden, die Realität verzerrenden und an unsere Illusionen angepassten Bildern und Geschichten, aus Unterhaltung und übermäßigem Konsum zusammensetzt. 

Die Wahrheit ist, dass wir, die Erwachsenen, die Institutionen und die Systeme die wir über uns herrschen lassen die eigentlichen Bullies sind. Wir sind die Täter, wir misshandeln unsere Kinder, wir sind in vollem Umfang für diese Entwicklungen verantwortlich. Aber wir zeigen keineswegs eine vernünftige und mündige Reaktion, wir übernehmen nicht die Verantwortung für den Schutz unserer Kinder und den Schutz des Lebens, weil wir diesen Wert längst verloren haben. Wir haben den Wert des Lebens durch den Wert der Ideale ersetzt, der Ideale die reine Illusionen eines von Angst und Isolation geprägten Geistes sind. 

Lächerliche und beschämende Argumente bringen wir den Opfern entgegen und sehen dabei selbst so aus als wären wir voller Angst und Unsicherheit. Und so ist es auch. Die Direktorin die versichert sich 'dem Problem' anzunehmen indem sie 'mit den Schülern spricht', die Vertrauenslehrerin die zwei Schüler dazu zwingt sich vor ihren Augen die Hände zu schütteln und ein bedeutungsloses „Entschuldigung“ zu murmeln, der Vater der strengere Strafen für die Gewalttäter fordert und die Eltern die sich überhaupt nicht um die Probleme ihrer Kinder kümmern, sie alle sind vollkommen Hilflos und wirken verzweifelt und verkrampft wenn sie ihre Rituale abhalten, weil sie eben genau wissen, dass sie nichts tun können. Der Grund ist aber nicht der, dass die Systeme übermächtig seien oder dass dies nun einmal ein natürlicher Entwicklungsprozess sein, das sind nichts weiter als billige und Fadenscheinige Selbstrechtfertigungen. Der Grund warum sie nichts wirklich relevantes tun ist, dass sie es nicht wollen. Sie wollen es nicht weil sie wissen dass sie ihr eigenes Versagen eingestehen, dass sie ihr eigenes Leben, ihre Ideale und heuchlerischen Werte in Frage stellen müssten, und dass sie ihren Kinder eingestehen müssten, dass sie ihnen keineswegs überlegen sind, dass sie in keiner Weise besser oder vernünftiger waren als sie, dass sie nichts besser wissen und sich mit ihnen gemeinsam mit sich selbst und dem Leben in Einheit und Gleichheit versöhnen müssten. Es ist der niedere Stolz allein der ihnen wahres Handeln verbietet. Der Stolz der die Feigheit verdeckt, der die unerträgliche Angst vor der Offenbarung der eigenen Lebenslüge von ihnen trennt. Nichts Vernünftiges, nichts von Mündigkeit und Verstand ist in diesem Verhalten der Eltern, der Institutionen und der Gesellschaft selbst zu erkennen. Viel zu ängstlich klammern sie sich an das Gewohnte, das altbekannte und scheinbar bewährte. Viel zu ängstlich und auch Neidisch sind sie angesichts der Chancen die den Kinder gegeben sein könnten, würde man ihnen die Wahrheit präsentieren. Und was passiert wenn man ihnen nichts vorenthält sondern sie wie gleichwertige Menschen behandelt zeigt der Ausflug einer Schulklasse in die Schlachtfabriken in denen sie einen brutal wirklichen Eindruck von den lebensverachtenden und grausamen Folgen unserer zivilisierten Entwicklung, getragen und befohlen von den einflussreichen Erwachsenen und Eltern bekommen. Es müsste viel mehr von diesen Exkursen in die Realität für Kinder geben. Es mag traumatisierend sein, aber es ist die Wahrheit und es bietet ihnen eine Chance die wir ihnen zu neiden scheinen, die Chance sich grundlegend zu ändern und die Todbringenden und gefährlichen Normen und Werte über Bord zu werfen die wir ihnen einzutrichtern versuchen. Was für einen Sinn soll es haben, wo liegt der Wert für die Kinder in einem Aufwachsen in Verblendung, in einer Erziehung die sie nicht auf die Wirklichkeit vorbereitet? Wie traumatisierend der Schock der Befreiung tatsächlich für Kinder und Jugendliche ist, wenn sie das erste Mal in direkten und ungeschützten Kontakt mit der Wirklichkeit kommen ist uns überhaupt nicht klar. Wir belügen sie über viele Jahre in denen sie uns ein natürliches Urvertrauen entgegenbringen das wir uns nicht einmal verdienen müssen, und darauf sind wir dann noch stolz. Wir könnten kaum niederträchtiger und hinterhältiger handeln. Und eben dieses Handeln ist es was sie von uns lernen und welches sie dann auch anwenden. Das Gefühl des Selbstwertes durch die Unterordnung anderer zu steigern, zu versuchen der Gewinner zu sein aus Angst unterzugehen, weil die Gesellschaft und die Welt in der wir leben keinerlei Freiheit und Schutz mehr bietet. Es sei denn den Schutz des Geldes und dieser basiert ebenso auf Missbrauch und Ausbeutung und genau dafür wird das Privileg des Wohlstands auch genutzt. Markenklamotten, große Autos, Handys, teure Konsumartikel aller Art repräsentieren einen Ersatz für körperliche und soziale Fähigkeiten, Intelligenz und menschliche Kompetenz.

Fortsetzung folgt!

Tag0121 - Bullying (Teil 6) - Das Erbe der Schande

Zuhair Ahmad / Foter.com / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu
Tag0120 - Bullying (Teil 5) - Beschämende Rituale der Hilflosigkeit [Die Bedeutung der Worte]

Auszug:

"...die Grundlage des Lebens selbst, die unumstößliche Tatsache der Einheit, der Untrennbarkeit allen Lebens. Wenn diese Wahrheit verinnerlicht ist und das Bewusstsein vom Wahn der Trennung vom Fleisch befreit wird, ist die Einheit lebendig und der Einfluss des Menschen ein vom Leben selbst bestimmter, alles einender und ein schöpferisches Potential wird freigelegt, gegen das die verzweifelten und aus Angst geborenen Versuche stümperhafter Einseitigkeit unserer Zivilisationen, missbrauchte und Todbringende Werkzeuge aus kranken Geistern geboren, wie unglückliche Zufallstreffer aussehen werden.
Das ist weniger eine Prophezeiung als vielmehr eine Feststellung aus der empirischen Erfahrung meines eigenen Prozesses der Selbstanalyse, der Selbstbefreiung durch Selbstehrlichkeit und Selbstvergebung in die Selbstbestimmung."



Diese Welt unseren Kindern zu hinterlassen ist eine Schande. Das ist eine Tatsache und ich heiße jeden herzlich willkommen sich mit mir über diese Behauptung auf der Basis realistischer Weltanschauung und gesundem Menschenverstand auseinander zu setzen. Wir treten ab als feige, selbstsüchtige Ignoranten ohne Gewissen, ohne Verstand, ohne Vernunft und ohne Würde. Also ohne all die Attribute deren Eigenschaften wir als die den Menschen auszeichnenden zu Lebzeiten heucheln zu besitzen. Der Tod, der Gleichmacher reißt uns die Masken und Fassaden aus den Gehirnen, er legt frei was immer schon da war aber unterdrückt wurde die ganzen Jahre der Lebzeiten. Er entmachtet den großen Unterdrücker, den Sklaventreiber und Schlächter des Fleisches, das wuchernde Bewusstsein als die Persönlichkeit des Individuums, das alles überdeckende Ego, den Wahn der isolierten Einzelhaft in überheblicher Eigenliebe. Deshalb leben wir nur für den Moment des Todes und verachten all die Chancen und Möglichkeiten die uns zu Lebzeiten zur Verfügung stehen, unter anderem eben auch die Kinder. Wir verleugnen unser wahres Potential weil wir uns angesichts der Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung in die Hosen machen. Wir haben den Menschen zu einer jämmerlichen Figur werden lassen, zu einem paranoiden Psychopathen der krankhaft selbstsüchtig, krankhaft verängstigt und krankhaft unselbständig die Welt vor die Hunde gehen lässt, das Leben aller missachtet und nur die eigene Vorstellung seiner Selbst, sein Image, seine eigene Persönlichkeit als lebenswert gelten lässt.

Wir wagen es nicht einmal unseren Kindern die Wahrheit über die Welt zu erzählen, ihnen zu zeigen wie niederträchtig, hinterhältig und heuchlerisch unsere Werte und Ideologien tatsächlich sind. Wir verheimlichen die Folgen unserer Lebensweise vor ihnen so lange es geht und belügen uns selbst indem wir dieses Verhalten als Schutz und Rücksicht deklarieren. Der Wahn den wir leben ist eine künstliche Wirklichkeit die in unseren Gedanken als oberflächliches Ideal der Realität vorgehalten wird. Wir versteifen uns so sehr darauf, dass wir nicht einmal die einfachsten und offensichtlichsten Wahrheiten der Wirklichkeit anerkennen können, denn diese würde schon ausreichen unsere innere Gedankenwelt des Glaubens und der Vorstellungen einstürzen zu lassen. Deshalb fürchten wir die simple und unverhüllte Klarsicht der Kinder, deshalb fangen wir so früh wie möglich damit an ihnen die Geister zu vernebeln mit komplexen Idealen, mit Werten deren Bedeutung wir selbst nie verstehen, wir behaupten an eine Entwicklung zu glauben die das Interesse des Lebens, der Menschen und damit auch der Kinder verfolgen würde, eine Entwicklung die all diese offensichtlichen Entbehrungen der Freiheit, die Beschneidung der Selbstbestimmung und die Beschränkungen des eigenen menschlichen Potentials als rechtfertigen würde, irgendwann in ferner Zukunft wird sich das kapitalistische Wirtschaftssystem, die Globalisierung, die Ausbeutung und der Missbrauch an Milliarden Leben, die Kriege im Namen der Konsumnationen, die Missachtung der Menschenwürde und Menschenrechte als erfolgreich erweisen und wie durch ein Wunder werden alle Menschen glücklich damit sein. Ein Märchen das wir uns selbst immer und immer wieder erzählen, weil wir selbst fester Teil dieses Systems sind, wir sind ein Ergebnis, ein Resultat der Gehirnwäsche unserer Systeme und haben unser Leben Lang diesen Idealistischen Müll in uns hineingefressen und jetzt kotzen wir ihn unseren Kindern unverdaut vor die Füße. Fleiß zahlt sich aus, du musst besser werden als die anderen, du musst siegen, gewinnen, erster sein, schöner und reicher sein, du musst alles daran setzen oben zu schwimmen und nach unten zu treten, dann musst du dich nicht mehr sorgen, die anderen werden sich dann um dich kümmern, es wird dann ihre Aufgabe sein dich zu unterhalten. Denn so ist es doch überall auf der Welt, der Stärkere beutet die Schwachen aus, nur so kannst du wirklich überleben. Hier und da bist du hin und wieder mal Gönnerhaft, erkaufst dir Ansehen und Dankbarkeit von den niederen, untergebenen und hinterlassenen, das ist gut für deine Seele und wird sie bei Laune halten. So lange du aber noch nicht dort oben angekommen bist, so lange musst du dich bemühen ihnen zu gefallen, musst dich den Autoritäten dieses Systems unterordnen und anpassen, musst ihre Stiefel lecken und immer tun was sie sagen, musst dir die Medaillen verdienen die dir eines Tages den Zugang zu den oberen Reihen öffnen werde. Und dann bist du endlich an der Reihe, dann wirst du derjenige sein der andere für sich arbeiten lässt, dann hast du endlich das Ziel des menschlichen Strebens erreicht und kannst all deine Triebe ungehindert befriedigen, kannst rücksichtslos alles an dich reißen was du willst, die Anerkennung und der Respekt der Gesellschaft wird dir sicher sein und falls nicht, dann kaufst du dir eben welchen. Das ist ja das tolle an unserer Welt, dass diese Mentalität unsere gesellschaftlichen Wirtschaftssysteme schon derart programmiert und ausgelegt hat, dass dieser eine Punkt vor allen anderen sichergestellt ist: dass aller Zugang zu Lebensnotwendigkeiten und Luxusgütern einzig durch die alles ersetzende Währung, das Geld zugänglich ist und die Macht über das Geld obliegt einzig den Spitzenpositionen der kapitalistischen Welt, liegt einzig in den Händen der Eliten und damit halten sie die Geschicke der gesamten Welt in den Händen. Menschen wie wir, wie du und ich, ebenso Opfer der Gehirnwäsche, ebenso gefangen in selbstsüchtigem Narzissmus, ebenso unfähig zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Handeln und ebenso verunsichert und geplagt von Identitätskonflikten und Krisen. Das ist der Grund warum sie so geschickt darin sind allen anderen eben die Bröckchen vor die Füße zu werfen mit denen sie ihre Aufmerksamkeit und ihre Gunst gewinnen, das ist der Grund warum sie so gut darin sind Angst und Paranoia zu verbreiten. Weil sie selbst daran glauben.
Das ist die Mentalität und das sind die Werte die den Kindern subtil und auch ganz offen vermittelt werden und genau diese spiegeln sich auch im Verhalten des Bullying wieder,. Die Maßstäbe dieser Werte, dieser Oberflächlichkeiten, berieseln uns tagtäglich in den Medien, der Werbung und natürlich in unserem Umfeld, den programmierten Geistern unserer Eltern, Freunde und Bekannten, sowie in den Belohnungssystemen am Arbeitsplatz und in der Ausbildung.

 Fortsetzung folgt!


Samstag, 30. Juni 2012

Tag 31 - In Selbst(er)kenntnis menschliches Verhalten verstehen - und sich ändern (Teil 1)




Es ist unheimlich erstaunlich, wie wenig man als Mensch von sich weiß. Es ist geradezu erschreckend mit welcher Blindheit für die eigenen, ganz persönlichen Antriebe, die Wünsche, Gedanken, Stimmungen und deren Ursachen man als Mensch durchs Leben geht, sich von ihnen bestimmen lässt und wie wenig man darauf vorbereitet oder darüber aufgeklärt wird. Wie denn auch? Der allergrößte Teil der 'erwachsenen' Bevölkerung lebt in der gleichen Ahnungslosigkeit wie die Kinder, wobei diese noch über ein Bewusstsein und Empfinden für das tatsächliche, wesentliche des Lebens, Empathie und auch spontanes Wissen verfügen, welches ihnen in gehässiger Herablassung als kindlich naive Entwicklungsphase ausgelegt wird, weil wir es einfach nicht besser wissen und uns nicht eingestehen können, dass ein Kind, das in unserer Gesellschaft ja erst dann wirklich etwas zählt, wenn es seine Dienstleistung am System erfüllt hat, besseren Durchblick und mehr Verstand haben könnte als wir.

Man kann die eigentliche Natur unseres kulturellen Umgangs mit Kindern tatsächlich von einem Standpunkt der Grundakzeptanz einer unumstößlichen Wahrheit, nämlich der, dass wir alle gleichwertige Leben sind, (wenn man schon von Wert des Lebens überhaupt sprechen muss), nur als gehässig, herablassend und hinterhältig beschreiben, auch wenn sich die meisten Menschen nicht wirklich dieser Natur ihres Verhaltens und ihres Umgangs mit den Kindern bewusst sind. Denn alle Erziehung, all die schönen Methoden, Konzepte, über Jahre hinweg entwickelt und erprobt, in Bücher gebunden und an Universitäten gelehrt gehen von einem grundlegenden Denkfehler aus, nämlich der Alternativlosigkeit unserer Lebensweise und dass diese akzeptierte Selbstaufgabe und bedingungslose Hingabe an eine dogmatisch unveränderliche menschliche Natur den Schritt zum Erwachsen werden und somit zum Entscheidungsmächtigen, eigenständig verantwortungsbewussten Menschen bedeuten würde. 
Nahezu alle Menschen, denen ich bisher auf meinem Lebnsweg begegnet bin, die in Autoritätspositionen standen, die eine akademische Ausbildung absolviert hatten oder noch dabei waren, waren und sind in ihrer persönlichen Grundstruktur, ihrer Selbsidentifikation in höchstem Maße verunsicherte und auch ängstliche Wesen, die ihre scheinbare Eigenständigkeit und Selbstsicherheit einzig aus ihrer momentanen gesellschaftlichen/beruflichen/familiären Situation und deren Anerkennung beziehen. Ist diese Umgebungssituation, diese Grundfeste gesellschaftlich-kultureller Positionierung erst einmal ins Wanken geraten oder gar zerstört und hinfällig geworden, aus welchen Gründen auch immer, offenbart sich die verzweifelte Erkenntnis über die Unwirklichkeit bislang genutzter Identifikationsmethoden und natürlich auch der vorprogrammierte Selbstschutzmechanismus der Schuldzuweisung und Ursachensuche bei anderen. 

Doch was kann ein Mensch sein Eigen nennen? Wofür stehe ich als Mensch, und bin ich darin eigenständig und selbstbestimmt? Wo finde ich meine Werte und Identifikationspunkte ausserhalb der gesellschaftlichen Umstände in die ich geboren wurde und die keinerlei Anrecht darauf besitzen und Anspruch darauf erheben können, alternativlos und einzig bestimmend für mein weiteres Leben zu sein? Was macht diese Gesellschaft, diese Kultur, was machen die Menschen mit mir und aus mir, wenn sie mich anzuleiten versuchen, wenn sie mir den Weg zeigen, sich in diesem Umfeld einigermaßen sicher zu bewegen? Handeln sie verantwortungsbewußt? Wissen sie, was sie tun? Wie bringen sie mir den Umgang mit meinen menschlichen, geistig mentalen Regungen und Empfindungen emotionaler Natur bei? Können sie das überhaupt? Sind sie frei und eigenständig/selbstbestimmt genug um dieser Aufgabe gewachsen zu sein?
Wonach richten sie ihre Kriterien bei der Erziehung, bei der Vermittlung von Werten? Folgen sie nur einer ihnen selbst eingeimpften Moral ohne die Konsequenzen zu bedenken? Offenbar, denn sonst wäre die kontinuierliche Weiterführung einer derartigen selbstzerstörerischen und lebensverachtenden Lebensweise wie der Mensch sie heute weltweit repräsentiert nicht denkbar. (Teil 1)



Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe ein System zu akzeptieren, das sich aus der ängstlichen, verunsicherten Haltung der Individuen die die bestehenden Strukturen tragen herausgebildet hat und es zuzulassen, dass ich ein unterstützender Teil dieser Strukturen geworden bin, ohne die Konsequenzen für mich und andere zu berücksichtigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe nicht zu erkennen und einsehen zu wollen, dass ich als Teil dieses Systems mitverantwortlich für alle konsequenzen bin, und dass ich zwangsläufig selbst Opfer meiner eigenen akzeptierten Natur werde und dass niemand sonst ausser mir dafür verantwortlich sein kann, auch nicht für die notwendigen Schritte zur Veränderung.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe aus meinen Ängsten und Befürchtungen heraus meine Lebensentscheidungen zu trffen, darin meinen eigenen Vorteil über den anderer zu stellen, dass ich nicht erkennen wollte dass ein persönlicher Vorteil innerhalb eines Systems das auf Ausbeutung und Profit, Übervorteilung und Machtausübung basiert immer nur auf Kosten anderer entstehen kann und vor allem, dass dieser Vorteil trügerischer Natur ist und letztendlich in der Konsequenz der Anstrengungen ihn zu erreichen auf mich zurückfällt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich trotz immer wiederkehrender Zweifel es so viele Jahre nicht gewagt habe, mein Selbstbild, meine Persönlichkeitsidentifikationen in Frage zu stellen, dass ich es vorgezogen habe meine anerzogenen und antrainierten Verhaltensmuster aus Gewohnheit 'heilig' zu sprechen, ohne ihre wahren Intentionen zu erkennen, ohne zu sehen oder sehen zu wollen dass sie missbrächlichen Strukturen folgen und nur dazu dienen ein System weiterzuführen und am Leben zu halten, dass Ursache der eigentlichen Problematiken und Hindernisse der Selbstbefreiung und damit Unzufriedenheiten und Ängste ist, die mich bestimmt haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, Autoritäten nur aufgrund ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz als solche zu sehen und mich diesen Personen gegenüber minderwertig zu fühlen und dementsprechend zu verhalten ohne zu erkennen, dass nicht der Mensch in dieser Position, sondern die Institution die Macht repräsentiert, und dass wir alle durch unsere Akzeptanz und unseren Glauben an ihre Macht diese Institutionen schaffen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, dass diese Denk-, Wert- und Verhaltensmuster mir in Fleisch und Blut übergegangen sind, so dass selbst die geistige Erkenntnis über die Fehlerhaftigkeit und die inakzeptablen Konsequenzen der menschlichen Unterwürfigkeit unter die selbstgeschaffenen Systeme die körperliche Reaktion in einer Situation der Ausgeliefertheit an die Strukturen und Institutionen lange nicht beeinflussen konnte, dass ich entsprechend der antrainierten Ängste 'reagiert' habe, obwohl ich geistig die Situation völlig ander sah.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass diese Denkstrukturen in unseren Bildungs- und Erziehungssystemen den stark beeinflussbaren und in ihrem Vertrauen an ihr Umfeld abhängigen Kindern eigeprägt werden, so dass sie selbst zu Handlangern der lebensfeindlichen mentalen Selbstbekämpfung werden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe nicht zu erkennen, dass das einzige Mittel zur Selbstbefreiung von den fremdbestimmten Programmen bei mir selbst liegt und dass es die Selbstehrlichkeit ist, die wahres Selbstvertrauen, wahre Selbsterkenntnis und Standfestigkeit im und als das Leben gibt, und nicht die Systemimmanente Verhaltensweise der Anklagenden Haltung, das Schaffen von künstlichen mental kreierten Feindbildern, die Abschiebung der Verantwortung auf scheinbar übermächtige Institutionen oder ähnliche heuchlerische Selbstrechtfertigungen der eigenen Angst nachzugeben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe nicht zu erkennen, dass alles was ich jemals als meine Wünsche und meinen Willen bezeichnet habe nicht wirklich von mir selbst kam, dass es beeinflusst war durch hunderttausende Faktoren und Manipulationen anderer, meines Umfeldes, der Familie, der Medien, und dass ich in dieser Fremdbestimmung nicht den Weg zu der Einsicht finden konnte, dass eine Persönlichkeit die sich auf der Grundlage der Überheblichkeit des Egos definiert nur in der Anerkennung anderer wahre Werte sieht und diese Anerkennung eine trügerische Illusion ist, da das Ego als die überwertige Ich-Person nicht zur Anerkennung fähig, sondern wiederum lediglich an der eigenen Bestätigung durch andere interessiert ist.

Das ist die selbstgestellte Mind-Falle, die Zwickmühle die dir mit jedem weiteren Zug ein Stück deines Lebens nimmt.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe Teil eines Systems zu werden, das eben die gewollt herbeigeführte Ahnungslosigkeit der Menschen über die Ursachen ihrer Wünsche, ihrer Emotionen und den Umgang mit ihnen, der Entstehung ihrer Ängste und Befürchtungen gezielt benutzt, ausnutzt und manipuliert um eine Struktur blind sich durchs Leben strampelnder Organismen zu schaffen, die durch ihre Aufreibung und Anstrengungen um utopisch vorgegebene, sinnlose und Wertlose Ziele zu erreichen die Energie liefern, die den systematischen Verbrauch von Leben möglich macht und somit durch die Selbstaufgabe des Individuums und seiner Verantwortlichkeit dem zerstörerischen Missbrauch am Leben freie Handlungsgewalt verschafft.


Ende Teil 1, Tag 31