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Samstag, 15. Juni 2013

Tag0111 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil8) - "Push my buttons!" (Das soziale Talent)

CapCat Ragu / Foter.com / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu Tag0110 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil7) - Kultur, die trügerische Entwicklung

Auszug:

"Die Kultur kultiviert den Menschen nicht, das ist von außen nicht zu bewerkstelligen. Ein derartiger Versuch wird immer nur eine Konditionierung bleiben, erzeugt durch ein Belohnungs- und Bestrafungs-System, das immer aufrecht erhalten werden muss, nichts davon bleibt wenn die äußeren, künstlichen Umstände verschwinden. Nur der Mensch selbst kann sich „kultivieren“ im eigentlichen Sinne, indem er sich selbst verstehen lernt, indem er sieht was er wann sähen muss und was er dann erntet, indem er seine Emotionen, seine Gefühle und seine Reaktionen versteht und (an)erkennt, dass er selbst sie kreiert, dass er selbst sein eigener Schöpfer ist. Ohne diese Grundlage ist jede Gesellschaftsform, jede Kultur parasitär, befallen vom Virus der Angst des Individuums vor dem Leben und seiner Verantwortung, sie kann nicht 'gesunden' ohne den Willen des Einzelnen die eigenen Schritte zu tun, aufzustehen, aufzuwachen und das Leben zu leben, eigenverantwortlich, selbst-ehrlich und selbstbestimmt."


Für den Einzelnen bedeutet der Schritt zur Selbstbefreiung von den konditionierten und internalisierten Verhaltensmustern und Wertvorstellungen, dass seine Entwicklung innerhalb seines Umfeldes als feindselig, ablehnend und auch als Arrogant oder Überheblich aufgefasst werden kann. Das liegt einfach daran, dass man in der Dekonstruktion der entwickelten Normen und Verhaltensstrukturen ihre Ursächlichkeit und bisweilen auch ihre missbräuchliche Natur direkt offenlegt, auch wenn diese innerhalb der Muster die man erlernt hat in der Regel erfolgreich verschleiert wurde. Menschen die sich bis zu einem gewissen Punkt diesen Strukturen und Werten verschrieben haben, da diese ihre Gewohnheiten und auch ihre Identität für sie bedeuten werden sich gegen die Erkenntnis wehren. Sie haben alle erdenklichen Interpretationen zur Hand, die dem Gegenüber hinterhältige und niedere Motive unterstellen, das sie durch die gelebte Offenlegung dieser Verhaltens- und Denkweisen und ihrer wahren Natur ihrer eigenen Grundlage beraubt werden, diese zu eben den missbräuchlichen und verschwenderischen Zwecken einzusetzen. Daher ist es ganz besonders schwierig zwischen Menschen, die sich bereits seit vielen Jahren kennen oder zu kennen glauben, sich nicht auf diesen angestrebten Machtkampf einzulassen, um selbst nict gebremst oder verleitet zu werden diese Denkweisen und Verhaltensmuster, die emotionalen Reaktionen wieder anzunehmen und in diese Strukturen zurückzufallen. Dass dies bisweilen in einer solchen Konstellation geschieht ist wahrscheinlich unvermeidlich und kann durchaus auch genutzt werden um an bestimmten Reizpunkten noch einmal gründlich bei sich selbst nachzuforschen, da man an solchen Rückfällen natürlich erkennt, dass man noch nicht gründlich genug nachgeschaut und die eigenen Denk- und Wertsysteme noch nicht ausreichend erkannt und verstanden hat. Ob man sich tatsächlich selbstbestimmt und selbst-ehrlich, also auch frei und verantwortungs-bewusst verhält erkennt man an der Schuldzuweisung. Empfindet man eine emotionale Reaktion und hält man diese Reaktion auch noch so sehr für gerechtfertigt und natürlich, sie ist ein zerstörerisches und selbst-trügerisches Programm, aus Unsicherheit und Angst entstanden, das nun versucht auf missbräuchliche Weise das Gegenüber in die Verantwortung zu zwingen. 

Und auch wenn die eigentliche Konfliktsituation, der Ausgangspunkt der Auseinandersetzung eine solche Reaktion war, so ist deshalb nicht derjenige der zuerst aggressiv, provozierend oder diffamierend agiert hat der Verursacher oder Schuldige des Verlaufs. Die Gesamtsituation ist fast niemals so einfach, im Besonderen in einer Partnerschaft. Beide haben sicher zu der Möglichkeit dieses Ausgangspunktes beigetragen, haben ihn gemeinsam manifestiert. Und so erschließt sich auch, dass Schuldzuweisung in keinem Fall Grundlage einer Lösung der Problematik sein kann. Im Gegenteil, der Prozess der Befreiung von eben diesen Interaktionen, der Überwältigenden Emotionen und den unkontrollierten Ausbrüchen, der fehlgeleiteten Selbstrechtfertigungen ist ein Prozess der Befreiung von externalisierten Schuldideen und hin zu der Einsicht der eigenen Verantwortlichkeit und schöpferischen Mittäterschaft an allem was einem widerfährt. 

Das System des Denkens, die Konzepte, Ideale, Vorstellungen, Erwartungen und die emotionalen Verknüpfungen konstituieren die Auseinandersetzung, sie halten das interaktive Programm aufrecht und sorgen für die energetische Auf- und Entladung. Dieser ganze Prozess ist ein verzehrender, nutzloser Prozess, denn er basiert einzig auf Interpretation ganz persönlicher Erinnerungen. Die Externalisierung der Schuld ist eine Flucht vor dem Selbst, ist eine Flucht vor der Eigenverantwortung.

Und so muss man auch die Reaktionen des Umfelds verstehen können, muss offen bleiben auch wenn man angegriffen wird, falschen Verdächtigungen ausgesetzt oder verurteilt wird. Man muss die Interpretationen der / des anderen verstehen können, weil man sich selbst sonst nicht verstanden hat. Und dann ist es eine Prüfung eben nicht auf diese Unterstellungen emotional zu reagieren. Natürlich wird das eigene Verhalten dann um so mehr als Arroganz oder Kälte wahrgenommen und man wird nach immer wirksameren Methoden der Provokation suchen. Das sind Dinge die man verstehen muss, mit denen man zu leben lernen muss. Es kann durchaus auch sein, dass es für alle beteiligten besser ist in einer bestimmten Lage weiter mitzuspielen, zumindest zeitweise so zu tun als sei man selbst noch in diesen Reiz-Reaktionsmustern gefangen, um den oder die anderen zu schonen. Das ist in unserer Welt ein kompliziertes Unterfangen, kein Zweifel. Eine Herausforderung an das eigene soziale Talent. 


Dienstag, 5. März 2013

Tag0023 - Die emotionelle (Selbst)-Verschwörung
















Wie jede Verschwörung kann die emotionelle Verschwörung nur dann wirksam funktionieren, wenn sie entweder durch Zwang, also irgendeine Form der Gewalt einem anderen aufgedrängt wird, oder aber, wenn der Gegenpart freiwillig an dem Konzept verschwörerischer Manipulation und Beeinflussung teilnimmt. Da wir als Menschen innerhelb einer Gemeinschaft leben und leben müssen, sind wir in unterschiedlichster Weise und Hinsicht in Abhängigkeiten existenzieller Art verstrickt und können so an vielen Stellen unserer alltäglichen Lebensbereiche empfänglich sein für emotionalen Missbrauch durch eine sozialhierarchisch überlegene Person, besipielsweise durch den Arbeitgeber, durch eine Person innerhalb der Verwaltungsinstanzen auf deren Unterstützung wir angewiesen sein können oder aber einfach durch die Gewaltandrohung einer körperlich überlegenen Person oder Gruppe. Die tatsächlichen Gründe und Ursachen dieses Konzeptes, dieser Verhaltensweise des emotionalen Missbracuhs oder der emotionellen Verschwörung einer oder mehrerer Personen, die damit zusammenhängenden Gefühle und Emotionen, der Genuß der Überlegenheit, der Machtausübung und die Unterwerfung, die Selbstaufgabe und akzeptanz der Opferrolle in diesem irrationalen Spiel der Gedanken zu durchleuchten und zu verstehen ist ein Kernpunkt der menschlichen Selbstbefreiung, der Erlangung der Selbstbestimmung und des uneingeschränkten, unumstößlichen Selbstbewußtseins, unbeeinflußbar von außen, doch eigenverantwortlich gelenkt und am Wohl aller ausgerichtet in der wahrhaftigen Erkenntnis der Einheit und Gleichheit des Lebens. Emotional angreifbar, verletzt oder empört kann nur derjenige sein, der zu seinen emotionalen Reaktionsmustern geworden ist, der sich als Person als seine Emotionen und seine Gefühlswelt identifiziert ohne zu realisieren, dass er sich zum Opfer seiner selbstgestalteten Systeme macht, dass er die Kontrolle und Selbstbestimmung freiwillig abgibt und sich einem Automatismus seiner bis dahin entwickelten emotionalen Grundmuster unkontrolliert unterwirft. Es ist immer wieder dieselbe grundlegende Fehlerursache der menschlichen Systeme, Gesellschaftsordnungen und Konzepte, die beginnt mit der Ignoranz der Einheit des Lebens und der aus dieser Verlorenheit resultierenden Angst vor eigenverantwortlicher Selbstbestimmung. Daher haben wir so lebensfeindliche und der Natur entfremdete Identifikationen und kulturelle Systeme entwickelt und in dieser degenerativen Entwicklung einer Illusionären Existenz fällt es uns immer schwerer, von Generation zu Generation, diesen Link, diese Verbindung zu unserem eigentlichen Selbst wieder herzustellen oder auch nur zu erahnen.

Man kann die Versuche der gegenseitigen emotionalen Ausnutzung oder Benutzung der Menschen überall im Zusammenleben und der Kommunikation der Menschen untereinander finden und erkennen. Es gibt hunderte Beispiele, wie das Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, der emotionale Missbrauch von Kindern innerhalb der Familie, durch die Eltern, durch die Ausnutzung der Macht- und Überlegenheitsposition, etwa durch bewußten Liebesentzug, überzogene Strenge und das 'Trösten' und 'Beruhigen' nach einer solchen Attacke, das der herrschenden, die Situation kontrollierenden und bestimmenden Person ein 'gutes Gefühl' vermittelt, ein Gefühl der Bedeutsamkeit und Wichtigkeit, oder auch der emotionale Missbrauch, die Ausnutzung der soziologisch bedingten oder emotionalen Machtposition innerhalb einer Ehe, Beziehung oder Partnerschaft.

Dabei ist dieses Verhalten vollkommen irrational, es bringt keinen Erfolg, keine dauerhafte Befriedigung, keine Vorteile für keinen der Beteiligten, es erfüllt keinerlei Sinn. Die emotionale Entladung und Aufladung, das Spiel mit den Energien, getriggert und geladen durch Gedanken, durch Vorstellungen und den aus diesen Fantsien resultierenden Gefühlen dient keinem lebendigen, bewußt gesteuerten Zweck. Es ist ein Ausdruck der Willenlosigkeit und Selbstaufgabe an diesen Spielereine des Bewußtseins teiulzunehmen, es ist ein selbstzerstörerischer Prozess der rücksichtslos einem Suchtverhalten nachgibt ohne die Konsequenzen in Betracht zu ziehen, weder für das eigene Leben noch das anderer.

Aber wir lernen nicht, unsere Emotionen zu verstehen. Wir werden nicht zu verantwortungsbewußtem Umgang mit ihnen angeleitet. Das einzige was man uns beibringt und was wir uns beizubringen gelernt haben ist eine Romantisierung der Gefühlswelt, eine Mystifizierung und Polarisierung die die Gefühle in positive, erstrebenswerte, gute Gefühle und negative, verachtenswerte und zu vermeidende Emotionen unterteilt, und so eine innere Konfliktsituation, eine Ladungspotential schafft nach dessen energetischen Tendenzen wir uns dann hin und hertreiben lassen. Alles was negativ empfunden und bewertet ist versuchen wir zu vermeiden und alles was scheinbar negative Emotionen in uns verursacht bewerten wir auch negativ, und mit dem Positiven versuchen wir uns von all dem abzulenken wodurch wir uns schlecht fühlen könnten, mehr noch, wir glauben es könne erstrebenswert und erlösend sein, nur noch positive Gefühle erleben zu können, wir stellen dieses Ziel sogar als eines der höchsten, spirituellen Errungenschaften über alles andere.
Selbst wenn wir feststellen, dass all das mit dem wir uns umgeben weil es uns positiv zu beeinflussen scheint irgendwann unter gewissen Umständen genau das Gegenteil bewirken kann und seinen 'magischen' Einfluß verliert, zweifeln wir in aller Regel noch immer nicht am Glauben an unser Sein als Gefühl und Emotion, an die Ausgeliefertheit, and diese fatalistische Lebenseinstellung eines Gefühls-Süchtigen auf der Suche nach positiver Energie.
In all diesem Streben unter Ausschluß des gesunden Menschenverstandes haben wir gelernt uns mit den Menschen zu umgeben, die uns scheinbar positiv beeinflussen, und so wählen wir Freunde und Partner aus, eigennützig auf der Suche nach dem guten Hype. Doch wie sieht es tatsächlich aus mit der Verlässlichkeit dieses Einflusses, vor allem dann, wenn es um eine menschliche Person geht? Möchte sie nicht das gleiche erleben? Erwartet sie nicht ebenfalls die positive beeinflussung ihrer Gefühlswelt? Natürlich, und die ist dann immer in Abhängigkeit des anderen zu erreichen, so dass jeder den anderen ebenso leicht mit dem Entzug dieser positiven Ausstrahlung 'bestrafen' oder unter Druck setzen kann. Und das wird er auch tun, im Lauf der Zeit, wenn die Bestätigung der positiven Gefühlswellen nachlässt und mann immer noch im Wahn dieses Abhängigkeitsdenkens den anderen dafür verantwortlich macht. Wie bekomme ich jetzt meine Dosis Emotion und Gefühl? Indem ich emotional Druck ausübe. In einer solchen emotionalen Abhängigkeitsbeziehung wie die meisten Partnerschaften heute geprägt sind, findet man schnell heraus, dass der positive Einfluß ebenso leicht abzustellen ist, wie der 'negative Einfluß' an. Und ganz schnell befindet man sich in einer gegenseitigen Eskalationsspirale von Druck, Erpressung und emotionalem Missbrauch.

All das müsste nicht sein, jeder Beteiligte, sofern es sich um eigenständige Menschen die existenziell unabhängig voneinander sind (und leider ist nicht ohne Grund oftmals eben genau das nicht der Fall), könnte sofort in einem Atemzug austreten aus dem Teufelskreis der Beschuldigung und der selbstgewillten Abhängigkeiten. Denn ebenso wie die Gefühle und Emotionen eben nicht durch das Gegenüber, durch bestimmte Umstände oder gar Gegenstände projiziert werden und mich beeinflussen, sondern von mir selbst, aus mir selbst heraus entstehen, durch die Akzeptanzen und Erlaubten Kontroll- und Steuerungssysteme meiner Gedanken, der Kommunikation zwischen Körper und Bewußtsein in Verbindung mit den emotionalen Schnittstellen, sind auch die Abhängigkeiten, die Vorstellungen von Erfüllung durch Verbindung, von Vervollkommnung und Glückseligkeitsempfinden durch die Verbindung zweier emotionaler Körper illusionär und trügerisch.

Da ich selbst der Schöpfer und Generator meiner Gefühle und Emotionen bin kann ich diesen Prozess der Steuerung und Nutzung meiner emotionalen Grundausstattung erlernen und bin nicht länger Opfer reiner Gedankenkonstrukte. Ich kann wahrhaftig entscheiden, sehen, was mir wahrhaftige Gefühle bereitet und warum. Ich leugne nicht mehr die als unangenehm bewerteten Seiten und Bereiche, sondern umarme sie als eine Fähigkeit, eine lebendigkeit und durch die Bewußte Akzeptanz kann ich sie bewußt nutzen, verstehen und kontrolliert transformieren.

Das Problem in unserer Welt, in unseren Gesellschaften ist der gewaltsame Zwang der so viele Menschen in die existenzielle Abhängigkeit solcher Emotionalen Vampire treibt. Die ungerechtfertigte Ungleichheit die wir als System eingerichtet und akzeptiert haben und deren Aufrechterhaltung wir überall mit gewaltsamen Mitteln durchzusetzen versuchen führt dazu, dass die Menschen einerseits gar keine Notwendigkeit sehen sich von ihrer Abhängigkeit in vergeistigten, energiegeladenen Strukturen zu befreien, da sie ausnutzen und benutzen können wie es ihnen beliebt, und andererseits so viele gar keine Möglichkeiten haben diesen Strukturen zu entfliehen, weil sie sich künstlichen, gewaltsam errichteten Hierarchien unterwerfen müssen um zu überleben.
Wir schaffen in unseren Systemen also die Grundlagen für die Fortführung und Weiterentwicklung menschlicher Bösartigkeit und Grausamkeit aus hilfloser Verlorenheit heraus, aus der Unsicherheit eines vom Entzug bedrohten Junkies, indem wir Opfer und Täter gleichermaßen sind, und wenn wir Täter sind, sehen wir uns als Opfer, und wenn wir Opfer sind, wünschten wir, wir könnten wieder Täter sein. Und aus diesem selbstgeschaufelten Geistesgrab der mentalen Selbstzerfleischung heraus beurteilen wir dann die menschliche Natur als unkontrollierbar, als kämpferisch, misstrauisch und hinterhältig. Wir kultivieren diese Natur, sonst nichts. Sie ist uns nicht mitgegeben. Was uns mitgegeben ist durch das Bewußtsein, ist die Fähigkeit sich zu entscheiden, wofür man stehen will als dieses Leben. Ob man ehrlich, oder ein Heuchler ist, ob man wahrhaftig lebt, oder sich leben läßt. Denn wahrhaftig leben kann ich nur selbstbestimmt und in eigenverantwortlicher Regie. Und dann bin ich immer mir selbst Rechenschaft schuldig. Bin ich ehrlich, dann bedingungslos selbstehrlich, oder ich bin eben nicht wirklich ehrlich. Und wenn ich vor mir selbst in jeder Situation geradestehen kann, wenn ich mich vor mir selbst als das Leben das ich bin in allem selbstehrlich durchleuchten kann, ohne etwas verbergen zu müssen, dann kann ich und brauch ich keinen Einfluß der meine Emotionen und Gefühle bestimmt, dann weiß ich dass ich frei bin von diesen Gedankenkonzepten und dass ich das Leben, gleich und eins mit allem Leben bin und dass es darauf ankommt die Konsequenzen für alle zu sehen und zu berücksichtigen und nicht den eigenen emotionalen Reaktionsmustern hinterherzuleben. Darin bin ich verloren in einer illusionären Existenz, einer Fantasiewelt die mich vom Leben entfernt, die mich weiter und weiter entfremdet und unmündig, unbestimmt und betäubt durch meine Existenz schleust.

Selbstbewußtsein und Stabilität, emotional und mental, erlangt man durch Selbstehrlichkeit und eigenverantwortliche Selbstbestimmung im und als Leben, als das Lebendige das man ist, das man lebt und beeinflußt.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 05.03.2013


Sonntag, 3. März 2013

Tag0020 - Der schmale Grat zwischen praktischer Organisation und Anpassung Teil 2 / Ablehnende Reaktion














Verfasst am 02.03.2013
Wie auch Tag0019 habe ich diesen Blog dieses Wochenende ohne Internetzugang verfasst. Tag0019 konnte ich mit der Handy-App BlogIt hochladen, diesen habe ich handschriftlich verfasst und heute übertragen.

Wie leicht lässt man sich von seiner Aufmerksamkeit und der bewußten, selbstehrlichen Lebensweise, selbstbestimmt, ausgerichtet am Wohl des Lebens, an den Prinzipien die das Beste für alle verfolgen, ablenken? In hunderten nahezu unbemerkten inneren Reaktionen und widerständen, kleinen, emotionalen Schaltern die die eigene Stimmung, die Einstellung und die Sicht auf die Dinge beeinflussen. In der Akzeptanz und Erlaubnis das System der bewußten und unbewußten Wahrnehmung bedingungslos zu sein und seine Programme zu verfolgen, sich und sein Leben entlang dieser Stimmungen, Aversionen und Bedürfnissen auszurichten istman eben diesen Handel eingegangen sich selbst als das Leben, die Selbstbestimmung und die Eigenverantwortlichkeit aufzugeben um sich vor Konsequenzen, vor der Individualverantwortung scheinbar zu schützen. Man glaubt irgendwo im Verborgenen, dass man durch die Übernahme der Systematischen Konditionierung und Prägung durch Kultur, Gesellschaft, Elternhaus, quasi als Mensch nicht mehr verantwortlich sein muss für das,was man als dieses Erziehungs- und Ausbildungsresultat glaubt zu sein. Man schiebt die Person/Persönlichkeit vor, geht nach den Eigeninteressen der Bedürfnisbefriedigung nach und zuckt angesichts der Konsequenzen für sich und andere nur machtlos mit den Schultern.
In der Fortsetzung des vorletzten Blogs zum Thema 'Ausrede und Ablenkung' geht es heute um innere Reaktionen der Ablehnung, in einer Reaktion auf eine Aussage, ein Statement, und in der scheinbar interessierten Gegenfrage der Persönlichkeit die nicht an ehrlicher Aufklärung, sondern an Bestätigung der vorgefertigten Meinung interessiert ist.

Die inneren Reaktionen auf eine Aussage, ein Statement, das es offensichtlich auch wert sein muss in Erwägung gezogen zu werden, also das beispielsweise von einem Menschen der geachtet und vertrauenswürdig ist stammt, oder das einfach aufgrund des Sinngehalts seine Bedeutung erschließen lässt, ist immer ein wichtiger Indikator für 'dunkle Bereiche' und Unklarheiten in der eigenen Selbstwahrnehmung und Selbstidentifikation. In der emotionalen Reaktion zeigen sich Schwachstellen im Gerüst des Gedankenkonstrukts der eigenen Weltsicht.
Eine bestimmte Reaktion, die immer auf solche Schwachpunkte hinweist ist die Reaktion der Selbstverteidigung, der unmittelbar gegenüber einer Aussage ablehnend eingestellten Verteidigungshaltung, ohne dass eigentlich ein Angriff stattgefunden hätte.

Wenn ich also wie erst kürzlich geschehen auf eine Aussage auf die die Kriterien der Bedeutsamkeit wie oben beschrieben zutreffen, mit einer verteidigenden Haltung reagiere, also dem Versuch einer Selbstrechtfertigung für meinen persönlichen Standpunkt den ich durch die getroffene Aussage angegriffen oder bedroht sehe, dann übersehe ich im egoistischen Wahn das allzu offensichtliche, nämlich dass ein Angriff auf eine Grundhaltung oder eine 'Meinung' nur dann überhaupt möglich ist, wenn diese Haltung oder 'Meinung' angreifbar ist, und das bedeutet wenn ein anderer Mensch grundsätzliches, gerechtfertigtes Interesse daran hat diese Grundhaltung zu kritisieren. Und das hat er immer dann, wenn sein eigenes Interesse durch die von ihm kritisierte Haltung bedroht wird. Jetzt geht es natürlich dabei um das eigene Interesse der persönlichen Freiheit die der gesunde Menschenverstand und das Prinzip des Lebens von eigens her garantiert und das bisher nur der Mensch selbst gewagt hat in Frage zu stellen, nämlich das Recht auf Leben, und alle Notwendigkeiten der freien Entfaltung dei dem Leben dienen und einen anderen nicht in seiner Freiheit einschränken.
Also ist meine Grundhaltung, wenn ich sie bedroht sehe durch eine gerechtfertigte direkte oder indirekte Kritik schon von mir selbst bezweifelt und der Grund weiter daran festzuhalten und sie zu verteidigen kann einzig und allein Selbstinteresse sein, also egoistisches Interesse, das die Interessen und Rechte aller anderen außer Acht lässt.
Jetzt wir häufig gegen jede dieser Grundlagentheorien der Freiheitseinschränkung damit argumentiert, dass man die freie Entscheidung des Menschenin keiner Weise einschränken dürfe, und dass selbst Selbstzerstörerische Entscheidungen zu dieser Freiheit gehören müssten. Doch lässt diese Argumentation auf Selbstgerechte Weltsicht und einseitigkeit schließen, denn sie lässt natürlich dei Verantwortlichkeit als das Leben für das Leben eines jeden Einzelnen außer Acht, und damit auch die tatsächliche Wirklichkeit der Einheit allen Lebens und somit auch der Gesellschaft. Ein Mensch, in diese Welt gebracht, versorgt und in einer Gesellschaft an der er gleichberechtigte Teilhabe und Einfluß hat, trägt auch die Verantwortung für sein Potential als menschliches Leben und muss diese auch gegenüber allen anderen tragen. Eine Entscheidung zu sinnfreiem selbstzerstörerischem Verhalten ist somit aus vielerlei einleuchtenden Gründen inakzeptabel, weil es eben sehr wohl das Leben und die Freiheit anderer beeinflußt und einschränken kann. Doch zurück von dem kleinen Exkurs zum Thema persönlichkeitsrechte und Freiheit zum Thema der Reaktion der Ablehnung/Verteidigung.

In eigenverantwortlicher Selbstbestimmung in Gleichheit und Einheit mit dem Leben stoppe ich mich also in einem solchen Moment der inneren Reaktion unmittelbar und frage mich selbst nach der eigentlichen Ursache dieser Reaktion. Wie gesagt habe ich eine solche Reaktion erst kürzlich erlebt und festgestellt, dass ich nach der Reaktion, nachdem ich schon den Versuch unternommen hatte mich selbst zu bestätigen indem ich eine Gegenfrage gestellt hatte die im Grunde keine war, als ich mir die Frage noch einmal angeschaut habe erkennen musste, dass diese Frage erstens keine ehrliche Frage war, sondern eine Selbstüberzeugung sein sollte, quasi gestellt in der Erwartung ihrer Überzeugungskraft von meiner Grundhaltung, und zweitens, dass ich diese Frage, selbstehrlich und unvoreingenommen gestellt ausschließlich an mich selbst richten konnte und mir selbst beantworten musste, wenn auch in einer ganz anderen Weise als ich das zuvor schon getan hatte, als ich selbst innerlich nicht überzeugt von meiner selbstrechtfertigenden Antwort gewesen bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich selbst zu belügen indem ich einer emotional-ablehnenden Reaktion auf eine Aussage eines geschätzten Menschen reagiert habe und dieser Reaktion blind vertraut habe, während ich in heuchlerischer Weise versucht habe Offenheit und Interesse vorzutäuschen in einer diesen Anschein erweckenden Fragestellung wobei ich innerlich längst wußte, dass diese Frage ein Selbstbetrug und ein Täuschungsmanöver darstellt, welches letztlich nur zu Blockade führen kann, oder aber, in selbstehrlicher Selbsteinsicht zu einem Lehrbeispiel für die verantwortungslose Ignoranz den eigenen Gedanken und Wertesystemen gegenüber und ein Weckruf für mehr Aufmerksamkeit, mehr 'Hier' zu sein im Moment als der Atem, als das Leben, als das Selbst wird.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch den Versuch der Selbstrechtfertigung in Abtrennung von einer Aussage die eine innere Grundhaltung meiner Persönlichkeitsmuster in Frage stellt mich selbst auf einen 'verlorenen Posten' zu stellen, mich zu einer isolierten Einheit in Gedanken, ind Gedankenwelten zu machen und darin die Rechtfertigung wiederum für meine Selbstaufgabe in Frustration oder Depression zu finden die mich zurückwirft in den Zustand einer manipulierbaren, willenlosen und verantwortungslosen Existenz in dem Glauben ein Opfer zu sein.

Bastian Neumann / Welda, Ramstein / Deutschland / 02.03. + 03.03.2013