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Montag, 26. Januar 2015

Tag 196 - Selbstanalyse Teil 5 - Angst vor den eigenen Fähigkeiten (?)


Das Leugnen der eigenen Fähigkeiten als Mensch bewahrt letztlich nicht vor der Verantwortlichkeit für die Konsequenzen eigenen Handelns.

Teil 5 der Vlogreihe

Mein Blog:
reiseinsleben.blogspot.com

Desteni I-Process:
desteniiprocess.com

Montag, 16. Juni 2014

Tag 175 - Vom Scheitern zu gefallen Teil II (SV I)

Chris Devers / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)




Fortsetzung zu:

Tag 174 - Vom Scheitern zu gefallen Teil I

 

Auszug:

"Sich dieser Angst zu stellen und sie zu überleben als das, was von dir übrig bleibt, das ist der steinige und unangenehme Weg in die Freiheit für das wahre, eigentliche Selbst das erst dann zu seiner Größe und Stärke heranwachsen kann, wenn dieses Monster seinen Schrecken verloren hat und wir erkennen, dass es in Wahrheit ein treuer Freund und Begleiter ist, ein Sicherheitsfaktor der uns immer wieder vor den Fallen der institutionalisierten Programme unseres gesteuerten Bewusstseins warnt, und zwar immer dort, wo wir den Kontakt zu uns selbst, zu der Einheit und der bodenständigen Wahrhaftigkeit des Lebens hier in diesem Moment, diesem Atemzug der Körperlichkeit zu verlieren drohen."

Teil II
 

Was bedeutet die Anerkennung der Anderen wirklich? Was für einen tatsächlichen Sinn soll sie haben? Die Persönlichkeiten, die einem die Anerkennung scheinbar entgegenbringen sind ebenso flüchtig wie die eigene. Es ist nichts Substanzielles hinter dieser Anerkennung, nichts, was einem wirklich hilft, was wirklich die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Bestätigung der eigenen Identität erfüllen könnte. 

Es läuft darauf hinaus, dass die Anerkennung, die Achtung anderer eine symbolische Überlieferung bleibt, sofern sie eben an eine Person, bzw. eine Persönlichkeit gebunden ist. Diese Form der Anerkennung ist durchsetzt von Wahnideen, von Vermutungen und Mutmaßungen über eine Person. Und wenn diese Form der Achtung oder auch Wertschätzung einer Person gesellschaftlich generalisiert wird, wenn sie Generationen überdauert, dann wird daraus eine Geschichte, man könnte sagen ein Märchen, denn die Überlieferung, die Geschichten und ihre Wahrnehmung und Interpretation entfernen sich mit der Zeit mehr und mehr von der Wirklichkeit des ersten Erlebens, welches an sich schon nicht verlässlich gewesen ist.

Anerkennung ist flüchtig, substanzlos, unbedeutend und bringt den faden Beigeschmack von Neid mit sich. Im Grunde sollte niemand danach streben, vielmehr sollte man erforschen, was diese Sehnsucht und das Verlangen nach einer solchen, kurzfristigen, emotionalen Befriedigung tatsächlich hervorruft und welche unerfüllbaren Erwartungen man an diese Anerkennung durch andere stellt, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Im Übrigen ist auch der feste Glaube man sei eben gerade nicht auf die Anerkennung anderer angewiesen in vielen Fällen eine Form der Effekthascherei, ein verdeckter Versuch eine Art ‚negativer Anerkennung‘ zu erhalten, indem man sich besonders individualistisch, nonkonformistisch oder rebellisch darstellt, vor sich selbst und vor den anderen.


Selbstvergebung 
Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und es zugelassen habe mir nie wirklich die Frage zu stellen, ob das was ich tue, was ich anstrebe und mir für mein Leben wünsche tatsächlich von mir selbst stammt, ob diese Vorstellungen und Ideale wirklich die meinen sind, dass ich nie den wahren Motiven meiner Handlungen und Pläne auf den Grund gegangen bin um zu erkennen, dass ich selbst mit diesen Vorstellungen überhaupt nichts anfangen kann, nichts zu tun habe und dass keines meiner Motive tatsächlich von mir selbst stammt und ich daher auch für die meisten Entscheidungen meiner Vergangenheit nicht selbst gerade stehen konnte und wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe immer dann, wenn meine halbherzigen Pläne aufgrund der Tatsache, dass ich sie nicht wirklich wollte, nicht wirklich hinter ihnen gestanden habe gescheitert sind nicht nach den wahren Gründen bei mir selbst zu suchen, die Ursachen meines Scheiterns in Selbstehrlicher Selbstbefragung zu erforschen, sondern in Gedanken und Vorstellungen Konzepte entwickelt und Glaubenssysteme geschaffen habe, die andere für mich verantwortlich scheinen ließen, entweder direkt andere Personen oder aber auch äußere Umstände, mein Umfeld, meine Bedingungen, selbst die Fähigkeiten die ich habe für deren Mangel ich beispielsweise meine Familie, meine Erziehung und ähnliches verantwortlich machen wollte.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich und meine 
Entscheidungen immer wieder an meiner Vermutung über das, was gerade in den Augen anderer, für mich wichtig erscheinender Personen  als respektabel und angesehen zu sein schien auszurichten, anstatt meine Eigenverantwortlichkeit für mich selbst, das Leben und die Auswirkungen meiner Entscheidungen und Taten auf mein Leben und das anderer zu erkennen, zu akzeptieren und zu übernehmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in dieser Verantwortung, der Eigenverantwortung als Teil des Lebens nicht de einzig wahren Schritt zur Selbstbestimmung, zu Selbst-Bewusstsein und Standfestigkeit zu erkennen den sie bedeutet und mit sich bringt, sondern sie zu fürchten, sie zu vermeiden und stattdessen mich selbst zum Sklaven der Ideologien der Selbstunterdrückung einer Welt und Gesellschaft zu machen, die außer der Unmündigen Selbstsucht und ihrer Maskerade kaum etwas wirklich „kultiviertes“ hervorgebracht hat.

Selbstkorrigierende Statements folgen ...


Sonntag, 2. Juni 2013

Tag0103 - Warum Denken nicht = Sein ist - und andere Fragen... (Teil1)

Andrew Mason / Art Photos / CC BY


Nun, was ist wohl der Grund dafür, dass wir Menschen denken? 

Das ist bereits Denken, diese Frage beinhaltet zahlreiche Gedanken und der Urgedanke dieser Frage entspringt wiederum einem Netzwerk aus Gedanken. Ich kann nicht einmal sagen aus Gedanken und Annahmen, oder aus Gedanken und Bildern, denn sowohl die Annahmen als auch die Bilder bestehen aus Gedanken. Wenn wir also herausfinden wollen warum wir Menschen denken, dann müssen wir verstehen, was Gedanken eigentlich sind. Dabei findet der gesamte Prozess der Selbstbefragung innerhalb derselben Strukturen statt die es zu hinterfragen gilt. Die eigentliche Frage müsste also lauten, können wir uns überhaupt fragen? Oder: Können wir uns selbst befragen über die Gedanken, wenn diese doch die Frage selbst und auch ihre eigene Motivation begründen?
Jedenfalls denken wir, und wenn wir auch nicht wissen warum, so müssen wir uns zunächst mit dieser Tatsache abfinden. 

Gehen wir noch einen Schritt zurück und versuchen die Motive zu hinterfragen warum wir uns selbst befragen. Warum kann ich mir diese Frage nach dem Grund meiner Gedanken überhaupt stellen? Warum geht das? Wäre es nicht viel sinnvoller oder logischer gewesen, die Natur hätte ein Bewusstsein geschaffen das sich diese Frage nicht stellen kann? Denn eine Antwort können wir uns scheinbar, gemäß der eben erwähnten Gründe nicht geben und wozu sollten wir dann Zeit und Energie verschwenden darüber nachzudenken? Also warum nicht das Bewusstsein derart Programmieren oder Ausstatten, dass die Frage nach dem Grund überhaupt nicht gestellt werden kann? Aber wir können es und wir tun es auch. Allerdings stellen wir nicht immer die richtigen Fragen. Stattdessen geben wir uns unseren Gedanken hin, verheddern uns in ihnen, grübeln über unser Leben ohne es wirklich zu sehen, halten uns an Gewohnheiten fest, Programmroutinen die, wenn und so lange sie flüssig laufen, uns angenehm erscheinen. Weil wir so lange nicht gezwungen sind zu hinterfragen. Wir sind damit zufrieden, denn unser Leben ist nicht mehr in unseren Händen, wir glauben frei geworden zu sein weil alles so leicht erscheint. Wenn dann doch Schwierigkeiten entstehen, Konflikte zwischen der Wirklichkeit dieser Existenz und unserer vergeistigten Gedankenwelt, dann streben wir sofort wieder nach den gewohnten Routinen, versuchen das Programm wieder zu flicken, den gewohnten Ablauf wieder herzustellen. Was für ein Programm uns antreibt, welche Funktionen es durch uns erfüllt ist im Grunde völlig gleichgültig. Wichtig ist nur, dass es schlüssig in das Getriebe des direkten Lebensumfeldes integrierbar ist. Dabei kann es sich aber ebenso um eine rebellierende Routine handeln, eine Persönlichkeit die sich eben durch die gezielte Reibung an den Strukturen des Umfeldes, der Familie, der Gesellschaft und der Kultur definiert. Das ist eine ebenso betäubende, sich verselbstständigende Programmroutine wie die des braven Bürgers. 

Wo liegt also der Unterschied zwischen dem sich hinterfragenden Verstand und dem sich hingebenden Verstand? Gibt es so etwas wie eine Kontrolle? Gibt es eine Entscheidungsfreiheit? Gibt es vielleicht sogar nur diese eine Entscheidungsfreiheit für den Verstandes-Menschen, nämlich die, sich entweder kontinuierlich zu hinterfragen und bewusst zu steuern, oder aber sich willenlos der Konditionierung und dem Einfluss des Umfeldes hinzugeben und gesteuert zu werden? Wenn es diese Entscheidungsfreiheit gibt, dann ist sie tatsächlich die einzige, wirkliche und wahrhaftige Entscheidungsfreiheit des Menschen, die eine Entscheidung die allerdings immer und immer wieder getroffen werden muss, in jedem Moment des Seins und in jedem Atemzug.

Die Frage nach dem „Warum?“ oder „Wer bin Ich?“ erübrigt sich im Prozess dieser
Selbst-Werdung, denn in jeder getroffenen Entscheidung für das selbstbestimmte Leben liegt die Handlungsmacht eines eigenverantwortlichen Lebewesens das Eins wird mit dem Leben. Die Existenz im Moment der Selbsterkenntnis verweilend, der Selbstwahrnehmung ohne Vermutungen, ohne Projektionen und Erinnerungen ist das pure Selbst, das Leben HIER.

Einheit ist noch nicht verstanden worden. Gleichheit ist noch nicht verstanden worden. Der ganze Mensch hat sich noch nicht verstanden. Er gibt sich lieber mit Wahn- und Trugbildern seines Geistes ab, anstatt den Grund seiner Existenz zu erforschen, anstatt sich selbstbestimmt und eigenständig als das Leben zu bewegen. Diese krankhafte Haltung kann ihn natürlich nur in sein Verderben führen. Und genau dort steuert die Menschheit seit Anbeginn ihrer Zeit hin, auf ihren Untergang. 

Fortsetzung folgt...

Donnerstag, 9. Mai 2013

Tag0076 – Das gelebte Wort und die mentale Masturbation

h.koppdelaney / Art Photos / CC BY-ND




Nachträglich aus dem Handschriftlichen

Blog vom 27.04.2013



Alles Reden, Diskutieren, Schreiben, Philosophieren ist vollkommen Wert- und Sinnfrei, wenn es nicht aus dem gelebten Beispiel entspringt. Und selbst dann ist die „Botschaft“ , ist das „darüber sprechen“ nicht das Wesentliche, sondern eben das Leben selbst, das als Beispiel vorangeht. Die Philosophie die nicht von mindestens einem Menschen wahrhaftig gelebt werden kann ist nichts weiter als eine mentale Selbstbefriedigung des Verfassers, ohne irgendeinen Wert für die Menschen, ihre Entwicklung und das Leben. 

So kann auch das Ziel einer Philosophie, einer überlieferten, theoretisierten Idee die lebbar und umsetzbar ist, die dem Leben selbst entspringt und an den Prinzipien des Wohles allen Lebens ausgerichtet ist niemals eine Überzeugung oder Belehrung sein. Deine Schrift, dein Wort spricht und steht nur für dich selbst, du stehst als das Wort für das lebendige Wort ein und dafür gerade.

Wenn nicht ist dein Wort und damit dein Leben nur eine Lüge.





Mittwoch, 2. Mai 2012

Tag 10 - Schlafwandler des Alltags




Wie oft an einem Tag wandele ich in Selbstzweifel und Unsicherheit umher, ohne zu merken wie sehr dadurch mein Verhalten beeinflußt wird. Es ist im Grnde wie ein Rauschzustand, ein Verlust der Kontrolle. Nicht über die Orientierung, nicht über die Bewegung oder die Sprache, sondern über die Handlungsmotivation, die Denkweise und die emotionalen Reaktionen.
Immer wieder ertappe ich mich dabei in diesen Zustand unbewußter Lenkung zu fallen und wache meistens erst dann auf, wenn sich die ersten Anzeichen von Problemen in meinem Umfeld abzeichnen. Probleme die wahrhaftig nur mich betreffen, in die ich allerdings mein Umfeld mit hineinziehe, indem ich beispielsweise auf einem sturen Standpunkt beharre ohne genau zu wissen warum, indem ich mich schlecht gelaunt oder argwöhnisch verhalte ohne den genauen Grund dafür zu kennen. Ausserdem ist in einem solchen Zustand der eigentliche Grund für mich gar nicht wichtig, sondern lediglich das Erleben der energetischen Aufladung, für die ich ein Gegenüber brauche, das in irgendeiner Weise auf 'das Spiel' einsteigt.

Was allerdings passiert wenn die Rechnung nicht aufgeht ist, dass ich bereit bin einen Konflikt, einen sinnlosen Streit zu entfachen, der lediglich einen Selbstzweck darstellt, bei dem es um das Gefühl künstlich erzeugter Überlegenheit geht. Es ist also eine gezielte Manipulation die stattfindet, wenn ich mich in diesem Tranceartigen Zustand der Akzeptanz und der Identifikation mit meiner 'inneren Welt' befinde. Eine Manipulation die ich überhaupt nicht mehr bewußt steuern kann. Und es ist erschütternd nach einer solchen Erfahrung sich in Selbstehrlichkeit sein eigenes Verhalten gegenüberzustellen und sowohl die teils fatalen Auswirkungen einer solchen Spannungssituation als auch die möglichen Risiken zu erkennen. Jeder kennt wahrscheinlich Momente solcher Aufladung im Zorn, in der Wut, wenn man in Rage gerät und die Kontrolle verliert, weil man in eine bestimmte Person all diese notwendigen Wertungen und Urteile hineinprojiziert, die das Ego als Rechtfertigung für seinen Ausbruch benötigt. Und jeder, der nach einem solchen Moment schon einmal bereit und in der Lage gewesen ist Abstand zu nehmen von der eigenen Selbstrechtfertigung und die Situation 'objektiv' betrachtet hat konnte sehen, wie falsch er in vielen Fällen mit seinen Unterstellungen und Annahmen lag und wie hoch der Preis für diese unkontrollierte, unbedachte Handlung ohne Sinn und Nutzen gewesen ist. Doch es muss gar nicht wirklich so weit kommen, dass es eine offene Auseinandersetzung gibt. Die kleinen, unbemerkten Momente solcher Schlafwandlerischen Handlungen bereiten oft die großen Momente der Eskalation erst vor. Sie legen sozusagen den Teppich aus auf dem das Gemetzel dann stattfinden soll. Es ist diese indirekte, über hundert Ecken sich vollziehende Gefahr die so oft übersehen wird. Auch wenn eine Situation zwischen zwei oder mehreren Menschen geschlichtet, der Streit bereinigt werden soll, werden diese Saatkörner der Zwietracht meist übersehen, denn sie sind schon viel zu 'normal' geworden. Das emotional getriebene, irrationale Verhalten gehört zur akzeptierten Normalität menschlicher 'Natur'. Daher scheint es wohl sinnlos, dies als Punkt mit aufzunehmen in das Reportoire der Verantwortlichkeiten.

Aber es sind genau diese Grundlagen, die Ignoranz des Menschen gegenüber dieser grundlegenden Selbst-Verantwortlichkeit für seine Persönlichkeitsstrukturen, die nahezu alle Versuche gesellschaftlicher Ordnungsregelungen an der Wirklichkeit scheitern lässt. Wunden brechen immer wieder auf, weil der Gerinnungsprozess gestört ist. Es fehlt ein wichtiges Element um diesen komplexen Vorgang in gang zu setzen und zu Ende zu bringen:
Selbst-Ehrlichkeit.

Denn in bedingungsloser Selbst-ehrlicher Analyse eines jeden Konflikts muss der Schluss zur Lösung desselben die Selbst-Verantwortlichkeit und die eigene Einheit mit der Situation, dem Prozess ihrer Entwicklung und ihrer Eskalation sein. Daher ist die Selbst-Ehrlichkeit der Schlüssel zur Befreiung des Menschen von seiner selbstgewählten und selbst erschaffenen 'Hölle auf Erden'. Sie ist der Schlüssel zur Lösung sämtlicher Konflikte und sie steht einem jeden frei zur Verfügung. Sie ist untrennbar an die Verantwortlichkeit gekoppelt und daher wirkt sie wohl auch so abschreckend. Der menschliche Geist und das Ego haben gelernt, sind so programmiert, dass sie es vorziehen in selbstgeordneten Bahnen wie auf einem eigenen Gleissystem durchs leben zu gleiten. In dieser weise folgt man scheinbar bekannten Wegen und verlässt sich auf die Richtigkeit seiner Route. Jedes Hindernis auf diesem Weg muss also entweder aus dem Weg geräumt werden können, oder es stellt eine unmittelbare Bedrohung dar. Doch sowohl die angeblichen Hindernisse als auch die Gleise und die vorgegebene Route sind Hirngespinste, nicht wirklich, und entspringen der Gewohnheit, der Konditionierung eines inneren Wesens, das selbst kein Interesse an der Realität und an dem woraus sie wahrhaftig besteht hat. Dieses Wesen ist lediglich am Selbsterhalt interessiert, den es durch Zufuhr von Energie sichert. Und diese Energie muss irgendwoher kommen, sie muss irgendwo entzogen und abgeleitet werden. Um das zu erreichen muss man Menschen manipulieren, Situationen schaffen die diesen Missbrauch erst ermöglichen. Und um die perfekte Tarnung aufrecht zu erhalten kleidet man sich selbst in die Rolle des Opfers.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe mich von meinem Umfeld abzutrennen, mich als Separat zu betrachten und die Zusammenhänge und das Zusammenspiel zu ignorieren.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen nicht die offensichtliche Einheit hinter der künstlich generierten Polarität des Erlebens als logische Konsequenz zu erkennen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe mich in miener Separation als Opfer zu sehen und meine Reaktionen mit dieser Sichtweise zu rechtfertigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe ein Leben bestimmt durch energetisches Erleben in Abhängigkeit von äusseren Umständen und meinen persönlichen Interpretationen zu führen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, meine Zweifel an den anerzogenen und von der Gesellschaft bestimmten Normen und Werten auf mich selbst zu beziehen und zu versuchen mein 'Ich' and die Umstände anzupassen, ohne dabei auf Konsequenzen oder Verluste Rücksicht zu nehmen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, Teil eines Systems der gegenseitigen Ausnutzung und Ausbeutung auf der Ebene persönlicher, konditionierter und Emotionen-auslösender Reizreaktionen zu werden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe meine Existenz in den Dienst dieser vogegebenen Strukturen zu stellen um dann in meiner Unzufriedenheit andere verantwortlich für dieses Leben zu machen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe zu glauben ich sei dieses 'Gefühl' das ich von mir habe, ausgelöst durch eine lückenhafte Geschichte meiner Entwicklung, Erinnerungen und Erfahrungen gefiltert durch meine Wahrnehmung und Gedanken.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und zugelassen habe, in Momenten der Verzweiflung und Ohnmacht angesichts meiner Ausweglosigkeit als Persönlichkeit, die Selbstbetäubung durch Substanzen wie Alkohol und Gras der Eigenverantwortlichkeit dem Leben gegenüber vorzuziehen.


Ich sehe mich selbst als untrennbaren Bestandteil dieser Wirklichkeit, dieser Existenz und als solcher im Sinne der menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, angesichts der von ihm bereits angerichteten Zerstörung, der lebensmißachtenden Systeme seiner Kulturen und Gesellschaften, als mitverantwortlich für alles was der menschliche Geist bisher zugelassen und erlaubt hat zu existieren. Die Konsequenzen unseres Handelns als Spezies sind in nahezu allen Lebensbereichen inakzeptabel und opfern das Leben einem Geist, einer selbstgeschaffenen Gottheit, dem Ego, der Persönlichkeit, dem Individuum als 'Geschichtliches Einzelwesen'. Dieser Wahn hat die Menschen nicht nur voneinander getrennt und entfernt, sondern auch dazu geführt, dass sie sich verloren haben in einer geistigen Scheinrealität in der sie der Mittelpunkt eines 'geheimen' Universums sind. Wir trennen uns damit auch ab vom Leben, von dem was wir alle gleichermaßen sind. Der Mensch spaltet diese physische Welt durch das Schaffen von Polaritäten, von Gegensätzen an denen er sich zu formen versucht. All diese Vorstellungen die er sich vom Leben macht bestehen aus scheinbaren Entscheidungen zwischen Gegensätzen, die im Grunde nicht existieren. Als Teil des Ganzen, als Einheit mit der gesamten Existenz gibt es keine Wahl zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld, Stark und Schwach, Opfer oder Täter, denn das Eine ergibt sich am anderen, kann nicht existieren oder wird auch niemals den Versuch begehen ohne das andere. Ich kann nicht existieren als eine Vorstellung die sich immer nur teilweise vereint von einer Möglichkeit zur nächsten hangelt, die sich mit einer Hand an der Existenz festhält. In welchem Raum soll dann die andere Hälfte hängen?
Nein, die Absurdität dieser Vorstellungswelten menschlicher Lebensphilosophie ist zu offensichtlich, wenn man den Schritt - bzw. die Schritte - zur Selbstbefreiung ohne Angst, auf das Leben zu geht.
Ich stelle mich dieser Verführung des Geistes, und stehe in Selbstehrlichkeit eigenverantwortlich für das Leben. Ich weiß, dass meine Programmierung über Generationen verhärtetes Gedankengut beinhaltet und dass dieser Weg Zeit braucht. Doch mit jedem Schritt wandeln sich die Fallen des 'Mind', des Geistes, mehr und mehr zu 'Gelegenheiten' der Selbsterkenntnis und der Befreiung von dieser Plage. Bis hin zur endgültigen Befreiung des Lebens aus dem ich eins mit allem bin.