Begriffsdefinitionen zum Verständnis, angestoßen durch den Post
Weg in die Selbstbestimmung, Restrukturierung der Persönlichkeit, Neuausrichtung am Leben.., Dies ist mein Beitrag und mein Beispiel für den möglichen Paradigmenwechsel einer systemkontrollierten, vorprogrammierten und egozentrischen Persönlichkeit zu einem mündigen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Mensch-Sein in Anerkenntnis der Einheit des Lebens.
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Dienstag, 14. Oktober 2014
Tag 187 - Schande und Gewissen - Begriffsdefinition
Begriffsdefinitionen zum Verständnis, angestoßen durch den Post
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Mittwoch, 6. März 2013
Tag0024 - Definition und Bedeutung der Verantwortung für und als das Leben 'Mensch'
Warum ich immer wieder die Bedeutung
der Verantwortung betone, die der Mensch für das Leben trägt?
Weil sie das ist, was von den Menschen,
den Gesellschaften und Kulturen seit jeher verzerrt wahrgenommen und
gedeutet, ignoriert, vermieden, umgangen und abgelehnt wird und weil
genau das ein Grund für die Psychopathische Entwicklung der
menschlichen Selbstwahrnehmung in all unseren westlichen,
entwickelten, aber auch in vielen anderen Kulturen und Gesellschaften
ist, die ihn in absurde, selbstzerstörerische und lebensfeindliche
Verhaltensweisen treibt, die ihn dazu bringt sich im Geiste
abzutrennen, sich erhaben zu fühlen und berechtigt zu unglaublichen
Taten grausamer Ausbeutung.
Die Ablehnung der Eigenverantwortung
für das Leben als Teil des Lebens, als Part der Einheit allen
Lebens, bedeutet die Ablehnung der eigenen Existenz im Tausch für
eine künstliche Glaubenswelt der Illusionen deren einzig spürbare
Erfahrung die energetische Aufladung und emotionale Reaktion auf
wirre Interpretationen der Wirklichkeit ist, in deren Erleben wir uns
verlieren wenn wir nur nach diesen Momenten suchen und streben in
einem eigensinnigen, eigennützigen Feldzug der mentalen
Selbstbefriedigung. Das ist das Bild unserer Gesellschaften heute,
oder vielmehr das, das uns die treibenden Kräfte dieser Maschinerie,
dieses Geld- und Wirtschaftssystems das fast alle Kulturen und
Gesellschaften umspannt und beeinflußt, als ein Bild unseres Selbst
verkaufen und anerziehen wollen, ein Selbstbild das wir verinnerlicht
haben und nun immer weiter geben an unsere Kinder und noch deren
Kinder. Eine Entwicklung als ein funktionierendes mechanisches Wesen
in körperlicher hinsicht und ein total vergeistigtes, an Symbole und
unwirkliche Wertsysteme gebundenes in der Selbstsicht als Mensch, als
eine Idee, eine Fantasiefigur die ihr Heil und ihre Vervollkommnung
in virtuellen Welten sucht. Von eigenverantwortlicher
Selbstbestimmung, Eigenständigkeit oder gar Freiheit ist da nichts
mehr zu erkennen. Wir benutzen zwar die Begriffe,, doch haben wir
ihnen eine systembeschränkte Bedeutung zugewiesen, eine rein
angepasste Interpretation beispielsweise des Begriffs der
'Verantwortung'. Sie hat nicht nur eine negative Tendenz bekommen,
wird oft als eine Last und eine Einschränkung der Freiheit
betrachtet, sondern hat ihre Bedeutungskraft und ihren Kontext fast
ausschließlich innerhalb der Regeln und Dogmen der systematischen
Grenzen, der kulturellen, wirtschaftlichen und moralischen
Bezugssysteme einer anerzogenen und zwanghaften Gesellschaftsordnung.
Nicht aber in einer übergeordneten Bedeutungszone, der die uns alle
eint, der des Lebens selbst, dort wo sie von besonderer Bedeutung ist
für uns alle, unser aller Wohl, Zukunft und Zusammenleben.
Verantwortung beinhaltet "antwort",
und die Vorsilbe 'Ver-' zeigt eine Verprflichtung, eine Verbindung
an, wobei die Endung '-ung' die Grundsätzlichkeit und die
persönliche Hingabe ausdrückt.
Die Instanz gegenüber der die
Verpflichtung zur 'antwort' zu rechtfertigen ist, ist das Leben
selbst, und damit der Mensch selbst, wenn er sich der Wirklichkeit
seiner Existenz stellt, sie akzeptiert und seine Gleichheit mit dem
Leben / als das Leben erkennt. Die Normen und Maßstäbe der
Rechtefertigung, des 'Rede und Antwort Stehens' vor sich selbst sind
die Prinzipien des Lebens, die Entwicklung der empathischen Sicht auf
das rechte, das dem Wohl aller angemessene und langfristig
förderliche. Nur der Mensch selbst kann darin vor sich selbst für
sich selbst geradestehen. Und wenn er das kann, bedingungslos sein
Denken und Handeln von grundauf entlang den Lebensbejahenden,
Lebensförderlichen Bedingungen des Wohles aller und der
Gleichwertigkeit und Einheit allen Lebens zu prüfen und seine
Entscheidungen daran auszurichten, dann steht er vor sich selbst für
das Leben gerade und ist unumstößlich in seinem Selbstbewußtsein,
ist ein Spiegel des Lebens, gleich und eins, bedingungslos
vertrauenswürdig und verlässlich. Dadurch erlangt er gelebte
Verantwortlichkeit.
Die Verantwortung und
Verantwortlichkeit verliert alles Negative und gewinnt nichts
Positives, sondern schließt alle Bereiche des Lebens und der
Existenz mit ein. Sie befähigt erst zu wahrem Leben, zu
Selbstbestimmung ohne Fassade, ohne Hinterhalt, ohne verborgene
Agenda oder die Notwendigkeit der Manipulation. Die Akzeptanz der
Verantwortung für das Leben erlaubt einem Menschen erst eigenständig
zu Entscheiden, eigenständig zu denken und seine
Handlungskonsequenzen ehrlich bewußt zu überschauen. Dieser
Prozess, diese Entwicklung erfordert umfassende Selbstsicht,
Selbstanalyse und ebenso wie die Vorausschau auch die Einsicht in die
grundlegendsten Motivationen der eigenen Entscheidungen. Das ist
eindeutig für den gesunden Menschenverstand erkennbar die
Grundvoraussetzung für wahrhaftige Mündigkeit als Mensch.
Jede Einschränkung der
Begriffsbedeutung der Verantwortung auf einen bestimmten systemischen
Lebensbereich, auf eine künstliche Struktur die das persönliche
Fortkommen und das Eigeninteresse in den Vordergrund stellt, wie es
in unserem Sprachgebrauch oftmals der Fall ist, verzerrt die
Bedeutung und verschleiert die Wichtigkeit der eigentlichen
Verantwortlichkeit als Mensch. Verantwortung für die eigene
Sicherheit, für die eigene Ausbildung, die Familie, all das wird
immer und einzig in Verbindung mit den notwendigen Schritten
innerhalb der bestehenden Systeme gesehen, auch wenn diese bedeuten,
dass die übernahme dieser speziellen Verantwortung in der Weise auf
Kosten anderer funktioniert, wenn man auf diese Weise in Kauf nehmen
muss, für verantwortliches Handeln gegenüber anderen und auf lange
sicht auch gegenüber sich selbst eigentlich unverantwortlich zu
sein. Dieser schwammige, undeutliche und verzerrte Begriffsgebrauch
verschließt uns die Möglichkeit in der eigentlichen Bedeutung der
Verantwortlichkeit den Schlüssel zu unserer Mündigkeit und damit
auch zu unserer Selbstbefreiung als Menschen, als Leben in dieser
Existenz zu finden.
![]() |
| Quelle: Wikipedia "Verantwortung" |
In der Grafik zu diesem Blog die ich
bei Wikipedia unter der Begriffserklärung für 'Verantwortung'
gefunden habe sind unterschiedliche Instanzen in Beziehung zueinander
gesetzt die sich um den Begriff 'Verantwortung' drehen. Man kann
deutlich die Systembeschränkte Wahrnehmung erkennen, die die Selbst-
oder Eigenverantwortung von allem anderen abgrenzt. 'Selbst',
'Andere' und 'Umwelt/Nachhaltigkeit' sind eins, nichts davon ist
trennbar in Ursache und Wirkung, in Existenz und Konsequenz.
'Gesetz', 'Religion' und 'Moral' sind die Produkte des menschlichen
Denkens, des Bewußtseins, sie sind die künstlichen Instanzen die
die Strukturen der Persönlichkeitsentwicklung und Prägung der
Gesellschaftlichen Ordnung und Systeme bereits in sich tragen. Die
Frage ist, woran diese Konzepte ausgerichtet sind, ob sie am Leben
selbst, oder an einer künstlichen Gesellschaftsordnung der
vergeistigten Abgrenzung des Menschen vom Leben angelehnt sind.
Die Purifizierte Bedeutung der
Verantwortung als Mensch, für und als das Leben, für die eigene
Existenz, ihre Wirkung und ihr Potential, ihre Fähigkeiten, vereint
alles in sich, was ist, alles, was der Fall ist und setzt es in
Bezihung mit der einzig wahrhaftigen, relevanten Instanz, dem Selbst
als das Leben in Einheit und Gleichheit. Denn das Leben vereint die
'Person', die 'Gruppe' und die 'Gesellschaft' ebenso wie die Existenz
des Selbst als das was es ist das 'Subjekt', das 'Objekt' und die
'Autorität' in sich vereint. Das Subjekt ist der Mensch, das Objekt
ist das Leben das der Mensch gleichermaßen ist und die Autorität
ist das Selbst gegenüber dem ich für mich selbst, für mein Denken
und Handeln verantwortlich gerade stehen muß.
Und auch die Triade 'Sorge', 'Freiheit'
und 'Norm' müssen nicht weichen für diese lebendige Definition der
Verantwortung. Die Sorge ist die um das Wohl des Lebens, die Freiheit
ist die Freiheit aller für deren Umsetzung und Wahrung jeder
verantwortlich ist und die Norm ist die Gleichheit der
Notwendigkeiten und Bedingungen des Lebens, der Herkunft und der
Teilhabe die alles Leben eint, bzw. einen muss, denn wir haben
schließlich in der Aufgabe und Ignoranz unserer Gleichheit als das
Leben und der Ablehnung unserer Selbstbestimmung als unserer
Verantwortung die verheerende Ungleichheit und Selbstentfremdung des
Menschen geschaffen, zugelassen und verinnerlicht.
Deshalb und aus vielen Gründen die
tagtäglich im menschlichen Zusammenleben erkennbar sind betone ich
immer wieder die Bedeutung der Verantwortlichkeit, der Verantwortung
für und als das Leben, und werde dessen auch nicht überdrüssig.
Bastian Neumann / Ramstein /
Deutschland / 06.03.2013
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Samstag, 16. Februar 2013
Tag0006 - Der ent-täuschte Mensch
Ich habe kürzlich eine Vorlesung von
Erich Fromm über Psychoanalyse gehört, deren Titel mir momentan
nicht einfällt, aber das spielt keine große Rolle, denn ich kann
nur jedem wärmstens empfehlen sich mit Erich Fromm, natürlich unter
vielen anderen, zu befassen und seine Beiträge die auch in voller
Länge auf YT zu finden sind sind alle sehr lohnenswert zu hören.
Erich Fromm formuliert mit einer Wortklarheit auf ungekünstelte Art,
die die scheinbar komplizertesten wissenschaftlichen Themen gerade
heraus erläutert, ohne dabei an Inhalt und Bedeutung zu verlieren.
Im Gegenteil, die menschlichen, psychologischen Zu- und Umstände
werden eben durch die reine Erkenntnis in der nahezu unbeeinflußten
Weltschau gesehen und ausgesprochen wie sie sind und in der Analyse
der sogenannten Wissenschaftlichen Methoden und ihrer mehr oder
weniger vorhandenen Erfolge und in ihrem Vergleich mit der
tatsächlichen Wirklichkeit werden diese zum Teil sogar ad absurdum
geführt.
Doch was mich bei dieser Vorlesung hat
aufhorchen lassen und was ich besonders angesichts der Methoden
meiner Arbeit, der Analyse der eigenen Psyche, der
Persönlichkeit, der menschlichen Bewußtseinsorientierung vor allem
auch in der Arbeit mit und durch Desteni, dem I Process und
dem Schreiben in selbstehrlicher Selbstoffenbarung, war seine
Definition des Wortes 'Enttäuschung'. Was bedeutet dieses
Wort, was beinhaltet es und warum ist es in unserer
Gesellschaft/Kultur so negativ behaftet? Es lohnt sich sehr, sich
dieses Beispiel einmal vorzunehmen, denn die genaue Definition der
Worte die man benutzt, die man spricht und denkt, die Analyse ihrer
Wirkungen auf einen selbst und natürlich auf das Umfeld mit dem man
durch sie kommuniziert, offenbart einem ganze Welten bewußter und
unbewußter Programme, ganze Welten emotionaler Verknüpfungen und
Gedankenbilder die einen bestimmen, Interpretationen die das Handeln
und die Reaktionen beeinflussen, ohne dass man sich jemals ganz klar
darüber wäre. Durch die schleichende Umdeutung von
Begrifflichkeiten in einer Kultur kann sich ein völlig welt- und
realitätsfremdes Bewußtsein vom Selbst und der Existenz entwickeln,
das den Menschen zu einem in Geisterwelten verloren umherwandelnden
Wesen werden lässt, dass durch diese Entwurzelung in seiner eigenen
Selbstidentifikation den Zugang zu seinem eigentlichen Sein in
dieser/als diese Existenz vollends verliert und auch durch das Wort,
die Bedeutung der Sprache nicht mehr dorthin zurückfindet, weil
diese vollends unkompatibel geworden ist mit der Wirklichkeit seines
Daseins als lebendiges Wesen.
Doch zurück zu dem Enttäuschten
Menschen. Was bedeutet ent-täuschen? Fragt er hier. Was steckt in
dem Wort? - Es ist das ENT-Täuschen, also das Wegfallen einer
Täuschung. Es kann entweder eine Täuschung durch einen anderen,
durch bestimmte Umstände sein, oder eine Selbsttäuschung, wie in
dem Fall einer enttäuschten Erwartung, beispielsweise eines
erwarteten Erfolgserlebnisses. Und es leuchtet doch ein, dass diese
Erwartung eine Selbsttäuschung gewesen ist, eine Projektion einer
Vorstellung in die Zukunft, die eingebildete Tatsache, dass diese
Zukunft der eigenen Fantasie wenn man so will entsprechen würde. Und
im Moment der Erkenntnis des Irrtums, in dem das Erwartete Resultat
nicht eintritt, fällt auch die Täuschung plötzlich weg.
Warum aber ist dieses Wort so negativ
behaftet? Ich meine, natürlich kann ich hier nur für mich
authentisch sprechen, doch in dem Kontext in dem das Wort
'Enttäuschung' in all seinen Konjunktionen benutzt wird kann man
davon ausgehen, dass ein Konsens besteht, dass dieses Wort eine eher
negative Bedeutung für den Menschen hat, und dass diese Negativität
mit dem Erleben des Menschen zu tun hat, der 'ent-täuscht' wird.
Doch in dieser Einsicht ist vieles zu
entdecken und über unsere Situation als Menschen zu entlarven, daher
finde ich gerade die Neu-Definition dieses Wortes so
bedeutsam.
Das 'negative' Erleben ist etwas, das
den Menschen zu unendlich vielen Vermeidungstaktiken bewegt. Es ist
etwas, das uns so unangenehm geworden ist, dass wir uns von allem
abzuwenden versuchen, das unsere Vorstellung von uns selbst und der
Welt in etwas unangenehmes wendet. Angenehm empfinden wir
hingegen alles, was unseren Sinnen schmeichelt, was eine in unsere
Wertvorstellungen passende Interpretation zulässt. Wir haben
beispielsweise unheimlich viel Wert in Dinge gelegt, die mit
materiellem Erfolg zu tun haben, der Anhäufung von Gütern, der
Fähigkeit zu konsumieren. Diese rein künstliche Akzeptanz einer
menschlichen 'Natur' führt nun eben dazu, dass das Lebenssystem das
aus dieser Konzeption von Werten und Lebensvorstellungen entstanden
ist, erhebliche Konsequenzen mit sich bringt, die mittlerweile das
Leben und die Freiheit eines großen Teils der Weltbevölkerung
zerstören und vernichten. Diese Konsequenzen sind eine wahrhaftige
Tatsache. Sie können nicht durch Vorstellungen oder
Philosophieren, durch Tagträume und dogmatischen Fanatismus
wegdiskutiert werden. Sie können ebensowenig durch aggressive
Vorgehensweisen wie militärische Interventionen hinweggefegt werden.
Sie sind reale Konsequenzen einer realen Handlungsweise. Doch das
Problem ist, dass diese reale Handlungsweise nichts mehr zu tun hat
mit unserer Vorstellung von unserer Handlungs- und
Lebensweise. Wir haben den tatsächlichen Taten, den Handlungen und
deren Konsequenzen andere Bedeutungen in unserem Bewußtsein gegeben,
als die, die die Wirklichkeit uns zeigt. Ganz banale Beispiele
hierfür sind Begrifflichkeiten wie 'Krieg gegen Terror', was
eigentlich nichts weiter ist als 'Terror gegen Terror', 'humanes
Töten' was nichts anderes ist als eine Einbildung, ein Glaube an
etwas, das man nie wissen kann, das einem aber ein ruhiges Gewissen
verpasst und davor bewahrt, den Tatsachen ins Auge zu blicken,
'Entwicklungsländer' ist ein weiteres Beispiel, denn wer einmal
etwas genauer hinsieht weiß und erkennt, dass die Länder von denen
hier gesprochen wird weit davon entfernt sind, sich zu entwickeln, im
Gegenteil, sie degenerieren, denn sie werden benutzt und ausgebeutet,
sie sind aufgrund ihere geschwächten Position zur Beute des Systems
geworden, zur Ressource um die Maschinerie der Illusionären
Verblendungswelt aufrecht zu erhalten und sie können sich niemals
aus eigener Kraft aus diesem Würgegriff der sie ausquetscht befreien
und das ist auch überhaupt nicht so gewollt.
Und so ist es 'im Kleinen' wenn man so
sagen will 'wie im Großen', auch wenn es im Grunde kein Kleines und
kein Großes gibt, es gibt nur das eine, die Existenz die alle
gleichermaßen sind oder teilen, und darin spielt sich alles ab,
miteinander verwoben und verkettet und niemand kann sich davon
trennen, lossagen oder die Wirklichkeit einfach 'ausblenden', und
dennoch tun wir immer weiter so als ob und glauben auch noch wir
würden uns dabei entwickeln, fortschrittlich sein, so dass sich ganz
von allein all unsere Probleme irgendwann lösen werden.
Was ist ein 'gerechter Mensch'? fragt
er weiter in seinen ausführungen und antwortet sinngemäß: einer,
der nicht täuscht, der sich aber auch nicht täuschen lässt. Wenn
man die Sinnhaftigkeit und den gesunden Menschenverstand hinter
dieser Aussage erkennt, dann kann man fast meinen, dass es keinen
gerechten Menschen gibt, jedenfalls nicht in unserer Gesellschaft.
Denn wir sind ja nun offensichtlich von Täuschungen, Manipulationen
und Fanatsievorstellungen von uns selbst und unserer Rolle in der
Welt umgeben und haben diese Idee vollends integriert in unsere
Entwicklung, in unsere Persönlichkeit. Es ist ja geradezu ein
Grundprinzip unseres Menschenverständnisses, dass wir täuschen
müssen, auch wenn wir uns ungern eingestehen, dass wir natürlich im
Umkehrschluß ständig getäuscht werden.
So ist also der Begriff 'enttäuscht
sein' keineswegs etwas Negatives, er ist auch nicht einmal etwas
Positives, denn im eigentlichen sinne ist das Positive ja nur dann
von Bedeutung, wenn ein Zustand oder ein Wort bereits negativ geladen
wurde, also von diesem Standpunkt ist er eigentlich gerade so
positiv, dass das negative neutralisiert wird und was bleibt ist
einfach das, was ist, ungefärbt und unbeeinflußt von Illusionen und
Vorstellungen. Und somit ist die Enttäuschung eine Befreiung von
einer Illusion, die gerade dadurch, dass sie die Illusion zerstört
eine unglaublich wertvolle Möglichkeit offenbart, nämlich die der
Akzeptanz der Situation, so wie sie wirklich ist, ohne sich weiterhin
etwas darüber einzubilden, sich eine Geschichte zu erzählen die die
Wirklichkeit an die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse anpasst.
Was macht diesen Moment der
Enttäuschung so wertvoll für den Menschen? - Er bildet sozusagen
eine Lücke in der dauerhaften Verblendung durch seine Einbildung und
befreit die Sicht auf die Welt, die Existenz und das eigene Leben.
Und dieser Moment bietet eine Entscheidungsmöglichkeit für
die eigene Mündigkeit. Diese Entscheidung nämlich, die Wirklichkeit
anzuerkennen, die eigene Situation, den Selbstbetrug zum Anlass zu
nehmen sein eigenes Potential von nun an tatsächlich zu leben,
und nicht mehr länger sich selbst und anderen etwas vorzumachen.
Selbst wenn das bedeutet, dass die einzige Bestimmung die einen von
nun an antreibt die ist, die ganze Welt zu verändern, um nicht zu
sagen die ganze Welt zu enttäuschen.
Ich empfehle sich für die eigene
Befreiung von der Selbsttäuschung Anregungen und Unterstützung zu
holen, sich klar zu machen, dass die Entscheidung zu diesem Schritt
einen weiteren Schritt hin zur Befreiung des Lebens bedeutet und dass
diese Überwindung der 'Bequemlichkeit', der Verlorenheit, der Flucht
in die Gedanken- und Fantasiewelten, der freiwilligen Isolation in
wahrhaftiger und authentischer Selbstsicherheit und Selbstbestimmung
gleich und eins mit allem Leben mündet und es keine Enttäuschung
mehr gibt, es sei denn die eigene, eigentliche, in der man sich
schritt für schritt vom Dunst der Ignoranz befreit.
Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 16.02.2013
Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 16.02.2013
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