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Donnerstag, 20. Juni 2013

Tag0114 - "Sei positiv!" Die doppelte Selbsttäuschung universaler Gedankenmanipulation (1)

marsmet543 / Foter.com / CC BY-NC-SA
„Positiv Denken“
Ha! Das ist wirklich ein Knaller unter den Selbsttäuschungen. Positives Denken kann dein Leben und deine Realität verändern. Natürlich, das ist der Fall, aber WIE? Etwa in der Weise, dass sich plötzlich alle Geschicke des Universums nach deinen persönlichen Wünschen ausrichten? Werden in dem Moment etwa alle anderen Menschen die an der Formung deiner 'Träume', deiner Wünsche und Vorstellungen beteiligt sind zu reinen Spielfiguren des Schicksals in deinem Namen? Was für ein Missbrauch wäre das! Nichts, aber auch gar nichts „Positives“ ist daran zu finden. Aber ungewöhnlich für das menschliche Bewusstsein in seiner heutigen Ausformung ist dies keineswegs, denn es ist programmiert auf Selbstüberschätzung, Größenwahn und rücksichtslosen Egoismus, und aus dem Grund halten so viele Menschen diese Art der universalen Manipulation aus Eigennutz für durchaus Plausibel. Die Art der Indoktrination des Bewusstseins durch positive Illusionen, durch das forcieren positiver Gedanken dient nur dem einen Zweck, sich fortwährend von der Wirklichkeit und den offensichtlichen Konsequenz des eigenen Handelns und Denkens abzuwenden, sich vor den Tatsachen der unausweichlichen Erkenntnis eigener Verantwortung für das Leben zu drücken. 

Positives Denken ist nichts weiter als eine elitäre Gewissensberuhigung, eine Betäubung des eigenen Potentials, eine Selbstlimitierung, eine Beschränkung auf die Märchenwelt des eigenen Geistes. Eine Selbstverblendung zum Zweck der Selbstherrlichkeit in einer Welt verantwortungsloser Akzeptanz missbräuchlicher und zerstörerischer Lebensgemeinschaften. Nur die wenigsten können sich den Luxus esoterischer Ignoranz leisten, nur die Eliten dieses ausbeuterischen Systems können sich mit künstlichen Gedanken- und Wunschwelten beschäftigen um der Wirklichkeit zu entfliehen. Selbst wenn sie arbeiten müssen um sich diesen Luxus zu leisten, so lange sie sicher sein können dass sie nach der nächsten Yoga- oder Meditationssitzung ihre Bäuche füllen können, zählen sie bereits zu den Begünstigten der räuberische-kapitalistischen Ausbeutungssystematik.
Positiv denken, vielleicht wirst du dann nächstes Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen, oder die Reparatur deines Zweitwagens wird weniger kosten als erwartet, vielleicht verlässt dich deine Frau nicht, wenn du den 'Positiven' mimst...

So lange man sich dazu anhalten muss 'positiv' zu denken, so lange ist dieses Denken sogar in doppelter Hinsicht ein Selbstbetrug. Es ist nicht einmal 'echtes' Denken, sondern ein forciertes, gekünsteltes Denken, ein erlerntes Verhalten im Geiste, nichts weiter. Es ist nicht wahrhaftig. Selbst wenn das positive Denken auf magische Weise diene Welt, dein Umfeld beeinflussen könnte, so müsste es authentisch sein, es müsste kein Denken, sondern SEIN sein, gelebt im Augenblick. Es dürfte kein Zögern oder Abwägen dahinter stehen, keine Überlegung der eine gezwungene Entscheidung folgt, Das Schicksal müsste diesem Betrug sonst sofort auf die Schliche kommen.

Fortsetzung folgt...



Donnerstag, 27. Dezember 2012

Tag 98 / 99 - Der illusorische Wahn des 'eigenen Lebens'

~FreeBirD®~ / Foter / CC BY-NC-ND

Ich habe kürzlich mit meiner Frau eine Folge Star Trek TNG geschaut. Es war die Folge in der irgendwelche Wesen versuchen eine Botschaft zur Enterprise zu übermitteln und dabei verursachen Sie, dass die Mannschaft langsam den Verstand verliert. Jean-Luc Picard sagt in einer Szene einen Satz, der mich zu diesem Blog inspiriert hat. Es geht um die ihm sehr unangenehme Tasache dass er sich dabei beobachten muss wie er langsam seine kognitiven Fähigkeiten verliert und er schildert aus seiner Erinnerung wie unheimlich schwer es für ihn war diese Entwicklung bei seinem Vater (oder Großvater, ich bin nicht mehr sicher) zu beobachten, der sich im Alter von einem starken, intelligenten Mann zu einem schwachen und verwirrten, hilflosen Menschen gewandelt hat. Diesen Punkt finde ich sehr interessant, zeigt er doch wie sehr wir in unserer Selbstwahrnehmung und dem Verständnis des Lebens von relativ realitätsfremden Gedanken- und Wertmustern geprägt sind. Oder liegt die Ursdache der Unerträglicheit dieser Entwicklung fast aller menschlichen Lebewesen vielleicht darin, dass wir unsere Lebensziele auf ein Selbstbild konzentrieren, das in Isolation als Einzelexemplar in all seinen Bemühungen und Bestrebungen an der Gestaltung einer individuellen Erfolgsgeschichte ausgerichtet ist, die für die Bestätigung ihres gefühlten Erfolges immer auf die mentale Anerkennung und Bewunderung ihres Umfeldes angewiesen ist und somit auf einen Entwicklungsstand aus ist, der einen gewissen Zeitraum menschlichen Lebens umfasst, allerdings nicht ewig aufrecht erhalten werden kann? Wir wissen, dass wir dem körperlichen Zerfall geweiht sind, wir wissen, dass all unsere Bemühungen unsere persönlichen Ziele und Interessen zu verfolgen uns nur für einen gewissen Zeitraum als Lebensgenuß zur Verfügung stehen, dass wir alles was wir durch diese Form der eher selbstsüchtigen Selbstverwirklichung erreicht haben wieder verlieren werden, und dennoch geben wir unser ganzes Leben für Statusideale hin, für mentale Konstrukte die uns energetische Momente des persönlichen Erolgs und der Leistungsfähigkeit vermitteln, immer in Abhängigkeit von der 'Glaubensgemeinschaft' um mich herum, die all diese Werte und Vorstellungen auch ebenfalls bewundert und mich als eine Vorstellung einer Person 'anhimmelt'.
Diese Entwicklungskurve des Lebens, von einem Organismus der anfängt zu lernen, sich zu entwickeln, sich selbst zu verstehen, der dann Entscheidungen treffen, planen und sich entfalten kann als Mensch, bis er die Spitze seiner Leistungsfähigkeit erreicht um dann nach und nach wieder zurückzusinken, sich wieder zurückzunehmen um angelehnt an sein Umfeld, die Gesellschaft, die Familie wieder aufgenommen, unterstützt und bis zur Wandlung seiner physischen Existenz begleitet zu werden, diese Entwicklung deutet doch eigentlich ein ganz anderes Motivationsmuster fü den Menschen und sein Leben an, sie legt doch eine ganz andere, viel deutlichere und realere Lebensaufgabe nahe.

Jedes Leben ist eine Kraft die dazu dienen soll und muss, für das Leben als solches einzustehen, das Leben für alle gleichermaßen möglich zu machen, mit der eigenen Arbeit, dem eigenen Einsatz dafür zu wirken, dass diese Existenz dem Leben gewidmet ist, dass das Leben sich selbst finden und in Freiheit entfalten kann. Dein Leben und das Leben aller, der Kinder und der Kindeskinder, aller kommenden Generationen. Alles andere ist nicht nur eine Verschwendung, es ist ein Vergehen am Leben. Es ist ein Verrat an dem, was du in Wahrheit bist. Die Vorstellung ausschließlich hier zu sein um deine eigenen, ganz persönlichen Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen, ganz persönliche Ziele zu erreichen und sich daran zu messen, sie festzuhalten, auch wenn sie lediglich deinem Leben einen scheinbaren Vorteil bringen, ohne zu überlegen welche Konsequenzen daraus entstehen, ungeachtet all der Zusammenhänge und wieviel andere Lebewesen dafür leisten mussten, dass du allein dir diese Vorstellung erfüllen kannst, all dieser Glaube, dass die individuelle Ideologie des Selbstinteresses deine Identität ausmachen würde ist fanatisch, irreführend und widersinnig, denn er macht dich zu einem Parasiten der Existenz, er macht dich zu einer Plage, zu einer Last für das Leben, das du im Grunde aber selbst bist. Dieser Glaube, diese Ideologie des Selbstinteresses ist eine Dummheit, sie zerstört das Leben und dich selbst. Die damit zusammehängenden Werte, die Konstrukte der Gedanken die dich in Verbindung mit emotionaler Manipulatuion beeinflussen stehen entgegen jeder Wirklichkeit, entgegen den Harten Fakten der Realität deiner Existenz und der aller Lebewesen. Nichts von alledem was in unserer Welt menschliche Selbstidentifikation ausmacht wie Besitz, wirtschaftliche Sicherheit bezogen auf ein einzelnes Individuum, Wettkampf, Gier, Profit, all das ist eine Illusion und kann niemals Bestand für dich haben. Es hat immer nur einen temporären Effekt für die eigene Wahrnehmung, das Gefühl der Befriedigung für eine kurze Weile, das Gefühl des Erfolgs, Besser zu sein, beneidet zu werden, mächtig zu sein. Doch sind diese Momente nur Wahnvorstellungen, funktionieren nur im Zusammenhang mit einem internalisierten Glaubens- und Wertekonzept, und du selbst merkst dabei nicht einmal, dass du fremdbestimmt und alles andere als frei bist in dieser Gedankenwelt. Nicht nur das, selbst die eindeutigsten Fakten der Wirklichkeit, der Körperliche und geistige Zerfall bis hin zum Tod können dich nicht von dieser Wahnprogrammierung lösen, wenn du dich selbst auf- und ihr hingegeben hast. Die Absurdität dieser Gehirnwäsche kennt keine Grenzen, denn selbst zur Überwindung dieser rationalen Wahrnehmung der Realität werden Gedankenkonstrukte entworfen, die im Zusammenspiel mit emotionalen Ankerpunkten einen Glauben an etwas kreieren, das diesen Wendepunkt der körperlichen Existenz überdauert. Eine reine Vorstellung, ein kindischer Glaube der sich zu einem Wahm entwickelt und der rechtfertigt allen Egoismus, jede Rücksichtslosigkeit und jeden Missbrauch den ein auf Selbstinteresse und künstliche erzeugte Bedürfnisse programmiertes Individuum im Namen seiner 'Selbstverwirklichung' begeht.

Doch was könnten wir als Menschen tatsächlich sein, was könnten wir als das Leben in dieser Existenz tatsächlich realisieren? Was, wenn wir das Leben wirklich und wahrhaftig als das verstehen und anerkennen würden was es offensichtlich ist? Ein fortwährender Prozess, eine ewig andauernde Einheit, eine Einheit in einzigartiger Vielheit, ein Potential der Entwicklung und Selbstverwirklichung als ein Leben, als eine Existenz. Das Ewige Leben, das in einigen dieser gedanklichen Verleugnungskonzepte der Spiritualität und der Religion immer wieder angesprochen und zur Individualverblendung verkommen ist, ist im Grunde immer schon hier, als das Leben so wie es ist. Ein fortwährender Kreislauf der lebendigen, physischen Existenz. So einfach und deutlich vor uns zu sehen. Und doch, wir menschen sind beeinflußt und grefangen durch unser Bewußtsein, durch unsere Fähigkeiten die wir nicht wirklich zu nutzen erlernen wollen. Wir weigern uns, mit diesem Potential verntwortungsbewußt umzugehen. wir haben uns verführen lassen uns vom Leben selbst abzuwenden und den scheinbar einfacheren Weg der internen Erzeugung einer Glaubenswirklichkeit zu gehen, in der wir uns selbst Rollen zuschreiben als wären wir Schauspieler in einem Theaterstück. Doch selbst diese Rollen sind nicht einmal frei gewählt, sondern sie erwecken in uns nur den Anschein einer persönlichen Freiheit. Denn das ist die Natur des Bewußtseins, dass es in seiner Entwicklung von Grund auf programmiert werden kann in ganz bestimmter Weise mit den Körpereigenen Fuktionen zu arbeiten, so dass Bedürfnisse, Wünsche und selbst Triebe die wir als natürlich bezeichnen ganz gezielt willentlich verknüpft und manipuliert werden können und wir dann, wenn wir uns hundertprozentig allein durch unser Bewußtsein und dessen bildhafte Selbstwahrnehmung als abgetrenntes Individuum identifiziert haben, dem Irrtümlichen Glauben erliegen, unsere Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen seien authentisch und individuell selbstgewollt.
Tatsächlich kann es für das Leben nur eine Grundlegende Motivation, nur einen legitimen Ansporn geben, und das ist das Wohl der Gemeinschaft, und zwar der Gemeinschaft aller, des Lebens selbst und damit auch aller kommenden Lebewesen. Unsere Kultur und Gesellschaft ist aber durch und durch geprägt von dem genauen Gegenteil, von einer blauäugig kurzsichtigen Denkweise des persönlichen Vorteils um jeden Preis. Einer überwertigen Selbstsicht, einer aus vorprogrammierten Ängsten geborenen Selbstsucht, einer scheinbar unüberwindbaren Gedankenmauer die uns als Menschen in unseren Entscheidungen und unserer Selbstfindung vom tatsächlichen Leben trennt. All die Anerkennung der Werte unserer Welt ist im Grunde so lächerlich, all die Lobpreisungen unserer politischen und ökonomischen Systeme so ignorant und naiv, unsere gebildeten, intellektuellen Würdenträger und Machtmenschen aufgrund der einseitigkeit und der gezielt manipulativen Strategie der Ausbildungssysteme nichts weiter als Opfer ihrer Programme, Marionetten eines missbrauchetn Bewußtseins und sie wirken wie trotzige Kinder in den Versuchen ihre Standpunkte weiter und weiter zu rechtfertigen, selbst wenn die Wirklichkeit ihnen ihre Lügen mit aller Gewalt um die Ohren schlägt.
Tatsächlich führt die fortwährende Weitergabe dieser Systematischen Gehirnwäsche an unsere Kinder dazu, dass wir als Menschen niemals den Entwicklungsstand eines Säuglings überwinden. Lediglich unsere Bedürfnisse werden umprogrammiert. Und dann schreien wir gedankenlos wie kleine hungrige Babies nach dem wonach es uns verlangt und so lange man uns damit füttert sind wir ruhig und zufrieden, wenn wir jedoch als logische Konsequenz unserer akzeptierten verschwenderischen Systeme selbst in die Situation der ausgebeuteten Opfer gelangen und Mangel erleben, dann fangen wir wieder verzweifelt zu heulen und zu schreien an, bis die nächste Hand kommt um uns zu füttern. Dennoch entwickeln wir uns nicht weiter, wir verlassen niemals diesen Zustand, wir haben eine systematische Selbstregression gewählt, die uns unserer wahren Fähigkeiten beraubt. Und der Hauptgrund für unsere Akzeptanz dieser Selbstbeschneidung ist die Angst vor der Verantwortlichkeit für uns selbst und das Leben. Und diese Angst ist angesichts der Katastrophalen Zustäde in die wir die Welt gebracht haben fast verständlich, dennoch sind wir die einzigen, die uns diese Akzeptanz dieser Konsequenzen vergeben und neu anfangen können. Darin liegt wieder die Vernatwortlichkeit als die Antriebskraft und Motivation, die Bestimmung menschlichen Lebens - und wartet.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass Ängste die ich selbst nicht verstanden habe, an deren Analyse ich mich aus ANGST nicht herangetraut habe mein Leben und meine Entscheidungen bestimmt und mich dadurch vom eigenständigen Leben und der eigenen Entwicklung zu Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung abgehalten haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, dass ich mich trotz der wahrgenommenen Unsicherheit und Unklarheit als meine Geschichte als Persönlichkeit zu identifizieren versucht habe, einen Glauben an eine egoistisch geprägte Bestimmung meiner Person in Abgetrenntheit von allem entwickelt habe und nicht erkennen oder akzeptieren wollte, dass all diese Anstrengungen mcih in dieser selbstgeschaffenen Unsicherheit zu halten meine Ängste erst verursachten und mächtig gemacht haben, während der Ausweg als die Selbstvergebung und damit die Akzeptanz der Eigenverantwortlichkeit alle Zeit direkt zu meiner Verfügung stand.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich dem System das mich als menschliche Gesellschaft umgibt wie einer fremden Macht unterworfen zu haben, allein angesichts der scheinbaren Übermacht, ohne zu versuchen es zu verstehen, seine Entwicklung zu rekonstruieren und herauszufinden, was zu dieser eigenartigen Lebensweise geführt und den Menschen dazu gebracht hat das Leben so sehr zu missachten, wieder aus Angst, dass letztendlich sich die innere Vermutung bestätigen würde, dass es eben keine fremdartige Macht ist die dieses System uns aufzwingt, sondern dass wir selbst es sind die es dem Leben als Projektion unserer Ängste und der aus dem vergeistigten Kontrukt als das wir uns sehen geborenen Selbstsucht aufgezwungen haben, und dass sich darin wieder die Eigenverantwortlichkeit offenbart.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich mit den Ablenkungen und Unterhaltungsmechanismen des Konsumentenlebens zufriedenzugeben, sie zu benutzen um mich nicht mit mir selbst und meiner Unsicherheit, meinen Ängsten und deren Ursachen befassen zu müssen, aus der Angst, dass sich für mich ganz deutlich herausstellt, dass es die eigene Verantwortung ist die ich vermeide und dass ich mein Leben verschwende, mehr noch, dass ich das Leben benutze und missbrauche um mich an einer offensichtlichen Lüge frestzuhalten, nur weil ich es so gewohnt bin, weil ich so geprägt bin und mir nicht eingestehen will, dass ich Herr über meine Prägung und Verhaltensweisen sein KÖNNTE.


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Samstag, 1. Dezember 2012

Tag 86 - Wertdefinition menschlicher Leistung - Die menschliche Ressource (T 1)

sean|mundy / Foter / CC BY-NC-ND


Was ist die Leistung, die ein Mensch erbringen sollte für die Gemeinschaft? Worin besteht ihr tatsächlicher Wert? Woher stammt die misstrauische Erwartungshaltung derer, die von der Leistung, der Arbeit und dem Nutzen von Menschen sprechen? Und was steckt hinter der bedingungslosen Akzeptanz der bestehenden Systeme und der daraus resultierenden Anpassung der Sichtweise des Menschen auf sich selbst, die Gesellschaft und vor allem auf 'andere'?

Wir sprechen in unserer Gesellschaft so oft vom 'Missbrauch' der Sozialsysteme, von der Ausnutzung des guten Willens und der Arbeit anderer, doch was ist tatsächlich von der Arbeit derer zu halten, die sich in das System integrieren, die es aufrechterhalten trotz aller offensichtlichen Konsequenzen? Was ist der tatsächliche Antrieb derer die sich in die Arbeit stürzen, oder die sich dem Druck arbeiten zu müssen fügen, vielleicht auch weil sie eine psychisch-moralische Blockade einprogrammiert bekommen haben und es nicht wagen sich auf das Wohlwollen anderer zu stützen? Ist die Motivation tatsächlich das Wohl der Gemeinschaft? Geht es den Menschen wirklich um die Erhaltung und Förderung der gemeinschaftlich genutzten Systeme oder ist es nicht vielmehr in den meisten Fällen ein reines Selbstinteresse, der eigene Vorteil, die Anhäufung von Wohlstand und Macht für das eigene, ganz persönliche Leben das sie dazu bringt sich dermaßen 'einzubringen'? Und rührt dann nicht vielleicht auch der Argwohn und das Misstrauen gegenüber all jenen die herausfallen, freiwillig oder unfreiwillig, die in ihrem Überlebenstrieb auf die sozialen Almosen angewiesen sind, die vielleicht auch keine Hoffnung mehr auf eigene Selbstbefreiung aus ihrer Situation haben vielmehr aus der Angst, dass das System zusammenbrechen könnte, dass dann auch die eigene, persönliche Nische ad absurdum geführt und all die künstlichen Errungenschaften, die Ablenkungen ud systemimmanenten Belohnungskategorien ihren Wert und ihre Bedeutung verlieren könnten und mich selbst vor die schmerzliche Erkenntnis stellen würde dass ich lediglich immer angepasst funktioniert und das dann als mein Leben akzeptiert habe?
Warum ist das so? Warum erkennen wir nicht in uns selbst die Absurdität dieses Systems, dessen einzige 'Belohnung' für uns als Menschen die scheinbar sichere Garantie auf ein Überleben ist, dessen Rahmenbedingungen und auch dessen Inhaltliche Verwirklichung durch die Vorgaben des Systems selbst vorbestimmt sind und nicht etwa durch freie, individuelle Entscheidung gewählt? Vielmehr sind die Belohnungssysteme und die unterschiédlichen Kategorien der erstrebenswerten Lebensziele so in unser Bewußtsein einprogrammiert, dass wir glauben es sei unsere Natur uns nach ihnen zu sehnen. Und dabei sind diese Produkte, diese Ergebnisse oder Errungenschaften lediglich die Nebenerscheinungen, die Abfälle, der notwendige Verschnitt eines zielstrebigen, gnadenlosen Verdauungssystems das das Leben selbst als Nahrung wählt und all seine Formen getragen durch den Geist jedes einzelnen Menschen in energetische Ideologie transformiert, es nutzlos und unbrauchbar macht, verschleist und zurücklässt, während alles was das eigentliche Streben des Lebens selbst ist, das wir alle geminsam repräsentieren, jede dem leben zugewandte Motivation im Geist, in den Gedanken mental projiziert, entfremdet, umgedeutet wird in eine künstliche Realität der Vorstellungswelten, die uns voneinander, vor allem aber vom Leben selbst trennt. Wir verträumen unser Leben und dieses Verträumen ist ein zerfleischender, vernichtender Verdauungsprozess des Bewußtseins, dem wir völlig verfallen sind. Leben ist das was wir sind, das physische, körperliche, fantastisch zwar aber fassbar, begreifbar real, simplen Prinzipien folgend und 'natürlich' kultivierbar. Wir haben es nie wirklich verantwortungsvoll als Menschen in die Hand genommen und zu einem wahrhaften Wachstum gebracht. Wir haben die Prinzipien des Wunsches nach Entfaltung, Selbstverwirklichung, Entwicklung, Wachstum auf absurde Weise in ein Gedankensystem verlagert und benutzen nun diese Begriffe und Ideale als eine künstlich uminterpretierte und verlagerte Scheinlogik in einem übergeordneten System des Selbstinteresses, das paradoxer Weise zwar aus dem Selbstinteresse der einzelnen Individuen hervorgeht, sozusagen als eine verschmolzene, von dem Verhalten und Denken jedes Einzelnen konstruierte Prämisse, das aber als dieses allem und jedem übergeordnete, monströse System, als unsere eigene Kreation jeden Einzelnen Menschen lediglich zu einer Ressource macht, zu einem funktionierenden Rädchen und damit entgegen jedem Wunsch nach Selbstbestimmung, Individualität und Erfüllung der eigenen Interessen gerichtet ist. Und das funktioniert nur deshalb, weil wir uns dabei selbst überwachen, in dem kontinuierlich angestrengten Glauben an die Wahrhaftigkeit unserer Selbstidentifikationen und durch die Identifikation mit den Interessen und Werten die uns als Bewußtsein einprogrammiert sind und die wir nicht wagen in selbstehrlicher Selbstschau zu hinterfragen. Von dieser trügerischen Vorbedingung ausgehend werden alle konstruierten Selbstrechtfertigungen, Ideologien, Philosophien, Strategien zwar in sich einen logischen, intelligenten, fortschrittlichen Anschein erwecken, doch sind sie letztendlich ebenso falsch, tragen ebenso den selbstzerstörerischen Irrtum in sich wie die Ausgangsvermutung des Selbst als 'Ich', als 'Person' als überwertiges Bewußtseinswesen dessen Interessen durch die Gier nach energetischem Erleben, nach Nahrung für die Gedanken und Vorstellungen, befriedigt durch die Nebenprodukte eines ausbeutungs- und Profitorientierten Systems das uns und alles Leben nutzt um zu wachsen, unendlich zu wachsen bis der letzte Raum für Lebendigkeit und Freiheit zur Selbstfindung und Entfaltung allen Lebensformen geraubt ist. ,
Erinnert das nicht irgendwie an die Prozesse eines im Besonderen in den Kerngebieten der treibenden Kräfte des kapitalistischen Wirtschaftsmarktes verbreiteten, körperlichen Phänomens der Selbstvernichtung durch hemmungsloses Wachstum, durch organischen Raubbau an sich selbst gefolgt von der unausweichlichen Selbstzerstörung durch die Vernichtung der eigenen Ressourcen?
Zeit diese Entwicklung zu stoppen ist es längst, doch waren alle bisherigen Anstrengungen eben von dieser grundlegenden Fehlannahme geprägt, der Mensch sei seiner 'Natur' fatalistisch verfallen, welche gefördert und entwickelt wird durch die über Generationen generierte Angst, die tief verwurzelt als Existenzangst in der Verunsicherung des vergeistigten Ichs liegt und deren verzweifelte Befreiungsschläge immer wieder in einer bisweilen gewalttätigen Umwälzung des Gegebenen münden, einer Wendung die keine Veränderung, sondern lediglich eine Aufmischung der Werturteile Bedeutet aus deren Wirrungen sich wieder dieselbe systemische Ordnung bilden muss die aus dem Bewußtsein des Menschen entspringt und in ihrer Ursächlichkeit unangetastet blieb. Aus diesem Grund ist es unumstößlich und bedingungslos zunächst eine ganz individuelle Transformation die Notwendig ist um tatsächlich die Befreiung des Lebenigen von der wahnhaften Unterdrückung durch das ängstliche Bewußtsein zu erreichen. Es ist die Akzeptanz der eigenen Verantwortlichkeit für sich selbst und/als das Leben die den Grundstein zur Selbstbefreiung legt und damit auch das offensichtliche aufdeckt, nämlich dass persönliche Freiheit als Mensch niemals Wirklichkeit werden kann, solange das Leben selbst für jeden, überall diese Freiheit hat. Wir sind nicht frei, wir sind nicht selbstbestimmt und wir waren niemals frei als Menschen in dieser Existenz. Wir haben uns vor unserer Freiheit versteckt, haben dem Ausgang den Rücken zugekehrt und uns ängstlich immer tiefer in das Dunkel del inneren Höhle unserer Gedanken und Illusionen verkrochen. Diese Angst, die gleichzeitig Hauptantrieb für jeden Egoismus, jedes rücksichtslose Selbstinteresse ist, ist ebenso unwirklich wie die künstliche Realität die sie in den Köpfen der Menschen schafft. Selbstsucht, eigensinniger Individualismus, rücksichtsloser Ehrgeiz, all das was wir als menschliche Eigenschaften in unserem System wenn auch nicht immer offen anpreisen, Eigenschaften die als Voraussetzung für Erfolg in unseren Gesellschaften gelten, sind ein Zeichen grundlegender menschlicher Schwäche. Ein Zeichen der Selbstaufgabe aus Angst vor der Eigenverantwortung sich selbst und dem Leben, der Wirklichkeit des Lebens in form all der Konsequenzen die wir verursachen gegenüber. Diese Charaktereigenschaften die Menschen an die mächtigen Positionen unserer Systeme befördern sind Attribute einer zutiefst verängstigten, verunsicherten und bisweilen bis in den Wahnsinn verzweifelten Persönlichkeit. Das ist sozusagen die Repräsentation der Werte, der Ziele und die Doktrin der wir uns als Menschen unterwerfen und unter deren Macht und Befehlsgewalt wir uns selbst stellen. Sie repräsentieren einen Teil der Persönlichkeit die wir alle in uns tragen und kultiviert haben. Sie sind kein Garant für Erfolgreiches, erfülltes Leben. Sie sind eher vergleichbar mit der ungeschriebenen Gefängnisordnung. Mit den sozialen Regeln denen man sich in einer eingepferchten Menschenmenge unterwerfen und an die man sich anpassen muss um zu überleben. Nur dass wir in diesem Fall eben die ganze Welt zu einem Gefängnis ausbauen und eine von uns imaginierte, eingebildete Macht schaffen die die Mauern bewacht und für genügend Angst als Antrieb und Handlungsmotivation die Bedingungen schafft, die die Meute gegeneinander Aufhetzt.

Fortsetzung folgt...