Samstag, 6. April 2013

Tag0055 – Die geheime Agenda der versteckten Persönlichkeit






Verborgene Pläne und Hintergedanken verursachen Ängste und lassen alle Vorsätze scheitern. Dafür gibt es hunderttausende an Beispielen, Und wenn man es sich genau überlegt, sind genau das auch die grundlegenden Konfliktverursacher aller Kommunikation, die verborgenen Motive, der ängstliche Selbstschutz, das Messer in der Hinterhand, die Manipulationsversuche. Gerade habe ich einen Film gesehen, bei dem es um einen Mann mit hohen Zielen und großen Motiven ging der dich für die Rechte und die Freiheit der Menschen einsetzte, der eine unglaubliche Gelegenheit bekam die bestehenden Machtverhältnisse zu nutzen um den Menschen zu Freiheit zu verhelfen und der seine Möglichkeiten zunichte gemacht hat, indem er sich angreifbar machte, indem er die Menschen hinterhältig manipuliert und beeinflusst hat und dabei seinen eigenen Vorteil verfolgte. Seine Geheimnisse, die Verborgenen Selbstsüchtigen Machenschaften brachten seine Pläne zu Fall, weil er Angriffsfläche Bot, weil er seinen Gegnern in die Hände spielte. Er hat seine Verantwortungsvolle Position und Möglichkeit verspielt und damit die Freiheit und das Leben tausender Menschen fahrlässig beeinflusst. Und wen man es genau überlegt, dann sind es diese persönlichen Intrigen, die Manipulation des Umfeldes zur Befriedigung der eigenen, selbstsüchtigen Bedürfnisse die all den Geschichten der Literatur, des Films, des Theaters den Anlass geben, die den Stoff erst möglich machen.

Und das nennen wir dann „Drama“. 
Ja, das menschliche Leben, seine Geschichte und Entwicklung, die Kulturen und Gesellschaften, die weltweit um sich greifende Zerstörung und Verbreitung der Angst voreinander ist tatsächlich ein Drama. Allerdings ist dieses Drama eine Selbstgeißelung in Ermangelung der eigenverantwortlichen Courage für und als das Leben aufzuwachen und aufzustehen. Es ist der Versuch sich „auszuklinken“ und abzunabeln von der Gesamtheit des Lebens, sich der Verantwortung für die eigenen Handlungsweisen zu entziehen indem man sich einredet nur ein Opfer der Umstände und damit für die selbstsüchtigen Pläne und Taten legitimiert zu sein.

Jeder Lebensplan der durchsetzt ist von diesen „verborgenen“ Haken und manipulativen Verhaltensweisen, der die Menschen und das Umfeld als Ressource zur eigenen, ganz persönlichen Befriedigung ohne Rücksicht auf Verluste betrachtet und benutzt, ist eine Bedrohung für das gemeinschaftliche Wohl für das Leben und ein Verrat an sich selbst, denn die egoistische Selbstwahrnehmung ist und bleibt eine reine Illusion. Und die Rechtfertigung und Selbstlegitimation der egoistischen Pläne und Intrigen ist dabei nur die Fortsetzung des Selbstbetrugs, denn wo bleibt die Verantwortlichkeit, das Mitgefühl, die Moralische Verpflichtung wenn man seine eigenen Schafe in trockenen Tüchern hat? Wo ist das Verantwortliche Handeln der Reichen, der Erfolgsmenschen, von denen die ihre eigenen, selbstsüchtigen Pläne verwirklicht haben? Sie erweisen sich nur als noch dreistere, offenere Verräter am eigenen System, als Heuchlerische Vertreter einer Idee. Sie nutzen jede Gelegenheit, und an denen mangelt es nicht, wenn man Geld und Reichtum hat, um sich ihrer Verantwortung für die Gemeinschaft zu entziehen, wie man zum Beispiel an der kürzlich neui entflammten Debatte über die sogenannten Steueroasen aufgrund der Veröffentlichung einer großen Datenmenge über Steuerflüchtige, sich verantwortungslos verhaltende Wohlstandsbürger.

Wir müssen uns von der Scham befreien, und das können wir nur, wenn wir uns von unseren Hintergedanken befreien, wenn wir unsere selbstsüchtigen Ideen und Manipulationsversuche aufgeben. Selbstehrlichkeit und die Analyse der Motiv-Ursache ist hier gefragt. Eine eigenverantwortliche Selbstständigkeit die den Menschen zu einem befreiten Menschen macht, die ihn sich selbst erkennen und verstehen lässt und die ihm die Fähigkeit gibt sich am Leben auszurichten, sich selbst zu bestimmen ohne Angst, ohne Zorn und in der selbstsicheren Gewissheit unumstößlich für das Leben das er ist und das über ihn hinaus ist gerade zu stehen.

Es geht nicht um Beschränkung, nicht um Verzicht, im Gegenteil. Die Selbstwahrnehmung als Isolierte Vorstellung im Geiste, als Geschichte, als Opfer eines übermächtigen Systems, das egoistisch motivierte Intrigieren und Manipulieren, die Ängste und Befürchtungen, all das verhindert unsere Entwicklung, beschränkt unser tatsächliches Potential, beschäftigt und in Gedanken und lenkt uns vom Leben ab.
Die Einsicht in die Einheit und Gleichheit des Lebens, als das Leben eins und gleich mit allem zu existieren und verantwortlich für das Leben zu sein gibt einem die Selbstbestimmung, die Handlungsmotivation der lebendigen, wahrhaftigen Selbstentwicklung die tatsächliches Leben bedeutet, über die Limitation des Denkens, der künstlichen Wertesysteme, der eigenen Bewusstseinsgeschichte hinaus.

Wir kennen kein Vertrauen, weil wir kein Selbst-Vertrauen leben. Wir reden von solchen Idealen und stehen hilflos vor der Realität in der sie nur Fassaden sind, in der sie nicht existieren. Wir sind eigennützig und Rücksichtslos, weil wir glauben so sein zu müssen. Wir sehen das in anderen und haben die Angst übervorteilt zu werden. Doch jeder sieht es eben genau so in den anderen und rechtfertigt sein Mitlaufen auf dieselbe Art. Wir haben uns wahrhaftig selbst in die Falle gelockt. Und nur wir elbst können uns da wieder herauholen, in einer Entscheidung zu selbstbestimmter Akzeptanz unserer Verantwortlichkeit.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 06.04.2013





Freitag, 5. April 2013

Tag0054 - Problem Pädophilie: die moralische Heuchelei in öffentlichen Hassreaktionen



Revenge



Immer wieder stößt man vor allem im Internet auf extreme Ansichten, extreme Stadpunkte und Meinungen, ganz besonders wenn es sich um die Meinung anonymer Persönlichkeiten handelt, da sie sich hinter der Maske einer falschen Identität nun frei und ungezwungen genug fühlen, ihren entwickelten Trieben, den extremen emotionalen Erregungen Luft zu machen.

So zum Beispiel und besonders im Fall des Kindesmissbrauchs durch pädophile Täter, oder bekennend pädophile Menschen. Hier entlädt sich öffentlich eine emotionale Erregung , ein Zorn und aggressiv aufgebrachte Entrüstung  werden als hetzerisch anklagende Parolen herausgeschrien. Doch wie wahrhaftig sind diese Äußerungen? Was drücken sie tatsächlich aus? Sind sie wirklich aus der ernsthaften Sorge um die potentiellen Opfer geboren oder entstammen sie einer ganz persönlichen Sucht nach energetischer Ladung, nach dem Gefühl mächtig zu sein, einen Effekt zu haben, sich als das  konditionierte Image eines Helden aufzuspielen der das Böse vernichtet um allein dadurch „gut“ zu werden.

„Pädophile Aufhängen!“, „Man sollte sie erschießen!“, „Kastrieren!“ und ähnliches hört und liest man überall auf den Internet Portalen, den sozialen Netzwerken und auch im wirklichen Leben. Es scheint im Sinne der Moralstrukturierung unserer Gesellschaft zu sein, sich derart aggressiv gegenüber solchen Verbrechen zu äußern. Letztlich ist es aber eine unkontrolliert zugelassene Reaktion, ein emotionales Muster das nicht selbstbestimmt gesteuert und nicht von Vernunft und lösungsorientiertem Denken bestimmt ist und somit das Selbst und andere hinwegtäuscht über die Vermeidung des ernsthaften, praktischen Aufspürens von Ursachen und Lösungen und dass man  den einfachen Weg des spontanen Abreagierens vorzieht.

Die Lösungs- und Ursachenorientierte Vorgehensweise würde eben verlangen und voraussetzen, dass alle Menschen als die konstitutionellen Bestandteile der Gesellschaft ihre Akzeptanz der Systeme, ihre grundlegenden Werte und die gesellschaftlich-kulturellen Strukturen ernsthaft und offen in Frage stellen, sich den Fakte der eigenen Verantwortung als das Leben, als die Gesellschaft und als die Systematik die eben solche Entwicklungen überhaupt möglich macht zu stellen. Die selbstehrliche Selbstanalyse die in jedem einzelnen die Strukturen und Muster, die Programme, Triebe, energetischen Süchte und emotionalen Verknüpfungen aufdeckt, ihre Zusammenstellung klärt, die Konsequenzen verdeutlicht, die den einzelnen ermächtigt dieses Bewusstseins- und physisch-reaktive Sytem zu verstehen ist eben der notwendige Prozess zur Eigenverantwortung, zu selbstbestimmten Handeln und Denken, zur selbstbestimmten Selbstgestaltung in allen Bereichen des Lebens und stellt die Grundlage für die Gründung einer offenen, vertrauenswürdigen, lebensförderlichen und Angstfreien menschlichen Gemeinschaft.

Wir sind aber weit entfernt von dieser Selbstentwicklung, diese Einsicht und offene Bekenntnis zu dieser Wahrheit der Entscheidungsmöglichkeit und der Übernahme der Eigenverantwortung jedes Einzelnen ist nicht nur unpopulär in unserer Welt, sie wird sogar vollständig ignoriert und verneint, sie wird dem Menschen abgesprochen, und der vergeistigte, verängstigte, emotionell abhängige Konsummensch nimmt diese Scheinwahrheit gerne und dankbar an, dient sie doch als Rechtfertigung der eigenen Untätigkeit, der bequemen, selbstsüchtigen, mentalen Selbstverherrlichung und Legitimation der persönlichen Ränke und Pläne, der heuchlerischen Fassade aus Anstand, Moral, Gutherzigkeit und Mitgefühl, hinter der das ängstliche Ego intrigiert und zittert, sich in gedanklichen Selbstverherrlichenden Philosophien an der imaginären Interpretation des „Geschehens“ ergötzt, misst und vergleicht, kalkuliert und abschätzt, sich seine energetischen Vorstellungsmomente so ergattert.

Und da kommt die erhabene Selbstverherrlichung in der Abtrennung von der offensichtlichen Repräsentation des Bösen in Form eines Kinderschänders gerade Recht, und die aggressive, nach außen gekehrte Abscheu, die Verneinung der Lebensberechtigung eines Menschen der in dieser Weise gehandelt hat, der in dieser Weise zweifelsfrei inakzeptabel entwickelt ist, grenzt das Selbst eben scheinbar von diesem Geschehen ab, man kann sich selbst als „gut“ und „besser“ kategorisieren im Vergleich mit dem „Negativbeispiel“.

Doch diese absolut egoistisch motivierte Reaktion ist auch schon alles, was diesen Argumenten, diesen Aussagen zu entnehmen ist. Sie beinhalten weder ein wirkliches Verständnis der Situation, noch den Versuch diese Taten zu verstehen, obwohl offenkundig nur das Verstehen einer solchen Entwicklungsgenese der Persönlichkeit die Problematik präventiv verhindern könnte. Und diese Vorgehensweise hätte dann tatsächlich einen Effekt und eine Schutzwirkung für weitere, potentielle Opfer solcher Übergriffe.

Allerdings würde dies eben bedeuten, dass man die gewohnten Systeme, das, worüber man sich selbst künstlich definiert und identifiziert in Frage gestellt werden müsste, und dass man erkennen könnte, dass alles miteinander verknüpft und somit auch die Gemeinschaft selbst verantwortlich ist für die Entwicklung solcher unkontrollierten Triebhaftigkeiten und der Gewaltbereitschaft dieser Menschen. Dabei ist dieses Thema des Kindesmissbrauchs natürlich nur ein Bereich von vielen, aber aufgrund der offensichtlichen Verwerflichkeit angesichts der Hilflosigkeit und Ohnmacht der Kinder offenbart dieser Fehler im System natürlich besonders Schmerzhaft die heuchlerische Natur all unserer scheinbar menschlichen Ideale, der Vernunft, der Sicherheit, des Intellekts und der Überlegenheit menschlicher Gesellschaften. Gerade die Kinder sind ein besonders wunder Punkt, da wir ihnen gegenüber Schutz und Verantwortungsbewusstsein heucheln, aber nicht bereit sind unsere gewohnten Verhaltensweisen, Werte und Ideale in Frage zu stellen wenn wir offenkundig sehen, dass das Leben und vor allem auch die Kinder nicht sicher sind.

Die hasserfüllte Reaktion soll uns als besonders moralische Menschen kennzeichnen, sie soll uns als „gut“, „normal“ und gesellschaftlich akzeptiert erscheinen lassen und offenbart  ehrlich betrachtet das genaue Gegenteil. Sie zeigt unsere Angst vor der Selbsterkenntnis und der unbequemen Notwendigkeit der Selbstarbeit und der Annahme der Eigenverantwortung in Einheit mit dem Leben aller. Die Moralsysteme dienen hier als Schutzschild, als Rechtfertigung und Legitimation des eigenen Selbstbetrugs. Sie dienen gleichzeitig als Waffe gegen jedes Argument das tatsächlich an Ursachenfindung und Problemlösung interessiert ist, in der Möglichkeit den Spieß herumzudrehen und jeden Gegner der Hassreaktion als Befürworter des Verbrechens zu bezeichnen.

Verantwortungsbewusstsein ist unabhängig von moralischen Vorstellungen und vor allem unabhängig von dem Drang der öffentlichen Selbspräsentation. Verantwortungsbewusstsein ist frei von Angst, vor allem frei von der Angst sich selbst neu zu strukturieren, bedingungslos alle menschlichen Bewusstseinssysteme und konditionierten Programme, Werte, Normen und Ideale auf ihre tatsächlichen Motive und vor allem auf die Konsequenzen für alles Leben zu prüfen und sie wenn nötig zu dekonstruieren, aufzugeben und zu transformieren.

Der Mensch als Persönlichkeit, in seiner Unfähigkeit sich selbst zu bestimmen, sich selbst zu leben, ist ein Produkt der Konditionierung durch die Gesellschaft, durch die Kultur. Egal in welchem Bereich. Das Ausleben von Machtverhältnissen, von Überlegenheit ist in unserer Kultur ein alltägliches, alles durchziehendes Prinzip geworden, weil wir alle es so akzeptiert und kultiviert haben. Wir haben uns selbst so gestaltet, dass wir ein Verlangen nach dieser Machtausübung haben. Und diese ist überall verwerflich, lebensfeindlich, inakzeptabel und Entwicklungshemmend.

Fortsetzung folgt…

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 05.04.2013




Donnerstag, 4. April 2013

Tag0053 - Die Kreativität der Angst [Teil 2] Resignative Depression und zwanghafte Selbstverletzung




Das Bewusstsein als System der Persönlichkeit, als Bildhafte Vorstellung einer geschichtlichen Entwicklung als Ich, als Sein, als der Gedanke, existiert in der Vorstellung auf Grundlage unerträglicher Angst, einer Angst vor der Verflüchtigung, vor dem Wertverlust der eigenen Selbstwahrnehmung, einer Angst die existenziell begründet ist in der Abhängigkeit von äußeren Systemen, bzw. von den Systemen die wir als das Bewusstsein als ‚äußere Systeme‘ wahrnehmen und die in hohem Maße unverlässlich und trügerisch sind. Tatsächlich sind sie eben die Konsequenz der eigenen Verängstigung, daher schließt sich hier der Kreis noch bevor der erste Schritt überhaupt getan ist und das Resultat ist ein völlig absurdes, irrationales und wahnsinniges Verhalten der “Gruppe“ als menschliche Gesellschaft oder Kommune. Jede Kommunikation wird geprüft auf den Vorteil den sie bringt, jedes Verhalten ist reaktiv aus einer inneren, emotionalen Verknüpfung mit der eigenen Vorstellungswelt heraus, unverständlich und sinnfrei für die Gemeinschaft, doch unglaublich wichtig für die Selbstbestätigung der illusionären Selbstwahrnehmung. Nahezu jedes Verhalten ist manipulativ und trügerisch. Der Nutzen der anderen ist immer ein persönlicher, ein eigener und er wird wenn möglich geheim gehalten. Stattdessen werden Gründe vorgeschoben, heuchlerische Argumente liefern die Rechtfertigung für ausbeuterisches und ausnutzendes Verhalten, Liebe, Freundschaft gilt so lange etwas wie der Nutzen erkennbar ist, auch wenn es nur ein ideeller ist. Das herauspicken von Einzelpersonen ist von vornherein eine egoistische Auswahl, ob es um Ehe, Freundschaft oder Partnerschaft geht. Sie folgt vorprogrammierten oder konditionierten Vorlieben, jenen Schlüsselreizen die dem emotional-hormonellen Gebilde den energetischen Kick versetzen der als angenehmer Rausch wahrgenommen und immer weiter verfolgt wird. Vernunft, Verstand, oder gar ein höheres Interesse als das ganz persönliche, ohne Rücksicht auf Konsequenzen und Verluste ist hier nicht zu erkennen. Und selbst jene die scheinbar selbstlos handeln und sich damit Präsentieren als uneigennützige, selbstlos-mitfühlende Menschen tun dies in viel zu vielen Fällen aufgrund eben dieser Anerkennung und oft offenbart das System selbst indem es ihnen eine gewisse Machtposition verschafft die eigentliche Struktur der Persönlichkeit und die tatsächlichen Motive, wenn sie diese dann im Glauben geschützt und verborgen zu handeln ausnutzen um die Ziele ihre geheimen, ganz persönlichen Agenda zu verfolgen.

Nach einer persönlichen Erfahrung mit meinen eigenen emotionalen Verknüpfungen und den inneren Konflikten zwischen Erwartungshaltungen und der Wirklichkeit, dem Selbstbild und dem Widerspruch der durch meine tatsächlichen Reaktionen und die Selbstrechtfertigungen die diese Verhüllen sollen entsteht, habe ich heute das erste Mal seit ewigen Jahren wieder ein wirkliches, depressives Empfinden gehabt, einen Gemütszustand der ausweglos erscheint, der so gerechtfertigt wahrgenommen wird, dass man sich nichts vorstellen kann, dass einen aus diesem Tief, dieser Resignation und diesem Zustand der Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit herausholen könnte. Eigentlich ist es eine Sicht dass alles Nutzlos ist, nichts wirklich Bestand, Verlässlichkeit und Wert besitzt, dass du nichts tun kannst, das irgendwie relevant wäre.

Interessanterweise war mir die ganze Zeit über durchaus bewußt, dass ich mich aus dieser Situation der Gedankenverlorenen Selbstaufgabe herausholen kann, ich wußte es aufgrund meiner eigenen Entwicklung, dem bewußten Prozeß des Selbst-Verstehens und der Selbstbefreiung dass es möglich ist. Und dennoch konnte ich es nicht, ich war nicht in der Lage, oder besser gesagt nicht bereit dazu. Und genau das ist nämlich der Punkt, dass dieser Zustand der Depression nur eine Facette des Egos, der Welt der vergeistigten, illusionären Selbstidentifikation als abgetrennt von der Wirklichkeit, als ein isoliert im Kopf existierendes Wesen, in deren Erleben man sich ebenso heimisch und bestätigt fühlen kann wie in sogenannter positiv energetischer Selbstwahrnehmung eines ‚Hochs‘, einer freudigen Erregung, daher ist es nicht verwunderlich warum diese zwei Extreme Hand in Hand gehen wenn man sie Psychopathologisch betrachtet.

Doch zurück zu dem Punkt des „nicht-bereit-seins“ sich zu Lösen von diesen Gedankenmustern:
Es gab keinen wirklichen Grund für meine Reaktion und den Zustand in den ich mich mehr oder weniger bewusst versetzt hatte. Ich war mir darüber im Klaren als ich gemerkt habe, dass die Rechtfertigungsversuche in meinem inneren Dialog erhebliche Lücken aufwiesen. Und ich entschied mich also, gar nicht weiter der tatsächlichen Ursache für mein Empfinden nachzugehen, sondern weiter darin hängen zu bleiben. Die Entscheidung ist getroffen durch die Vermeidung der selbstehrlichen Selbstanalyse. Tatsächlich reagierte ich auf ein Phantom das ich in meinem Geist unterschwellig aufgebaut und aufgestaut hatte, eine enttäuschte Erwartungshaltung und die persönliche Verletzung die ich daraus geformt hatte, eine Vorstellung von mir, meinem Wirken und Handeln, und von dem Feedback und der  zu erwartenden Haltung der beteiligten Personen mir gegenüber, kurz gesagt einer Erwarteten Dankbarkeit, aber nicht in Form einer direkten Belohnung, sondern in diesem Fall in Form der Nachsichtigkeit im Bezug auf unangemessenes oder ungerechtes Verhalten, Rücksichtnahme auf  und Akzeptanz meiner „persönlichen Schwäche“ und damit eine Legitimation oder besser gesagt eine erkaufte Freiheit für mich, mich hin und wieder gehen zu lassen, in altgewohnte Verhaltensmuster zurückzufallen ohne die Konsequenzen auf mich zurückkommen zu lassen. Ein äußerst missbräuchliches Gedankengut, wenn man es so in Worten vor sich ausbreitet. Doch gar nicht so selten anzutreffen. Es ist eine schwer zu durchschauende, fast perfekte Tarnung hinter scheinbarer Schwäche, hinter Aufopferung und Selbstlosigkeit, während man tatsächlich sich selbst wieder zur Hauptperson des Geschehens macht und innerliche Rechnungen schreibt und Schulden eintreibt in einer Währung die es überhaupt nicht gibt, Papiergeld im Spiel der Verlorenen Geister, der Illusionen, der energiesüchtigen Vorstellungsbilder des Bewusstseins. Das Tückische daran ist der versteckte Dolch, die geheimen Motive hinter tatsächlichen Verhaltensweisen und Taten, die durchaus allen Nutzen bringen, die durchaus auch im Moment der Ausführung und Planung selbstlos motiviert sein können, doch das Ego, die Persönlichkeit kann sich  ebenso zu einem späteren Zeitpunkt einschalten und die Umstände neu auslegen, interpretieren und umdeuten, einspinnen in eine Intrige der selbstsüchtigen Selbstaufgabe an Gewohnheiten, Bequemlichkeiten und die Sucht nach Potentiellen Energiemomenten. Auch das als verletzend wahrgenommene Verhalten der/des anderen kann durchaus wahrhaftig von Ignoranz und Undank getragen sein, allerdings ist die Reaktion darauf mit Verletztet und angekratztem Stolz in erster Linie ein Beweis für die heuchlerische Natur der scheinbar selbstlosen Tat.

Der andere / die anderen spielen niemals wirklich eine Rolle bei der depressiven Verstimmung. Zumindest nicht, wenn man sich in Selbstehrlichkeit durchleuchtet, sich selbst analysiert und durchschaut. Das ist natürlich ein langer Prozess dessen Beginn während einer solchen Verstimmung vielleicht unglücklich gewählt wäre. Daher habe ich auch erwähnt dass ich die ganze Zeit hindurch wusste, dass ich selbst verantwortlich sein muss für diesen Zustand, und faszinierender Weise dennoch nicht gewillt war ihn aufzulösen, sondern mich in der Entscheidung der Untätigkeit ihm hingegeben habe.  Ich muss gar nicht davon sprechen, wie man sein Umfeld mit einem solchen Verhalten belasten kann, was auch dann nicht gerechtfertigt wäre, wenn wie oben erwähnt deren Verhalten tatsächlich undankbare oder sogar ignorante Züge gezeigt hat. Vor allem das Umfeld, das gezwungenermaßen die Zeit mit einem verbringen muss ist oftmals Opfer solcher „verstimmten“ Persönlichkeiten und diese nutzen oder brauchen sogar die Reaktionen der anderen als Beweis der Wirkung ihres Missmutes, als Bestätigung dass ihre Stimmung real ist.

Die Selbstaufgabe an einen Zustand der Rsignation, der Depression als Sinn- und Nutzlosigkeit allen Handelns ist eine extreme Form der Selbstverletzung. Die Verletzung der Persönlichen Gefühle ist selbst herbeigeführt durch bewusst manipulativ interpretierte Wahrnehmung der Wirklichkeit, durch die Selbsthypnose im inneren Dialog mit dem sarkastischen Ich, das nicht aus  Verletztheit, sondern aus Trotz redet und denkt, aggressiv, alles wirkliche verleugnend und die innere Isolation und Abgeschlossenheit als Opfer herbeisehnt.  Die längst verlorene Unschuld um genau zu sein. Doch dahin zurück führt kein Weg, auch nicht der ins Innere des Bewusstseins, schon allein weil er nicht real ist. Allein die Selbstehrliche Akzeptanz der Eigenverantwortung, also der Schuld wenn man so will an allem was die Umstände und Gegebenheiten erst möglich gemacht hat, die „Mittäterschaft“  an der Wirklichkeit sozusagen, die Annahme des eigenen Selbst als das was man erlaubt und zugelassen hat, das was man geworden ist und das geradestehen mit und für alle Konsequenzen der eigenen Entscheidungen, der Vergangenen und der zukünftigen, die Selbstvergebung und lebendige Selbstkorrektur und Neuausrichtung  führen den Prozess der persönlichen, individuellen Rechenschaft, den Prozess der selbstbestimmte Selbst-Überführung, Selbst-Anklage und Selbst-Habilitation (im Sinne von Selbst-Befähigung) zugleich ist. Ich schreibe bewußt nicht Re-habilitation, weil es keine Ausrichtung an den alten, gewohnten Prinzipien ist, sondern eine Neu-Befähigung zum Leben, am Leben, als das Leben, an den Prinzipien der Einheit und Gleichheit allen Lebens ausgelegt. Nur so kann eine Gemeinschaft entstehen, die verlässlich und vertrauenswürdig als Representation des Lebens, als Ausdruck des menschlichen Lebens gedeihen kann, in der ein jeder in eigenverantwortlicher Selbstentwicklung das menschliche Potential im Sinne des Lebens, im Sinne der Nachhaltigkeit und somit im Sinne aller ausschöpft, in der der Gemeinnutzen gleichermaßen der Eigennutz ist, ein „Naturgesetz“ des Lebens sozusagen, das völlig aus dem Blickwinkel des vergeistigt verblendeten Bewußtseinssklaven gerückt ist, zu dem wir uns entwickelt haben. Diese Selbstbeschränkung auf Kosten aller muss ein Ende haben. Wir müssen die Entscheidung treffen, den Weg der Verantwortung zu gehen, gerade weil es der herausfordernde Weg ist, nicht der Bequeme. Bequemlichkeit ist Stillstand, wenn wir uns tatsächlich entwickeln, tatsächlich fortschrittlich sein wollen als „Menschheit“, dann muss jeder sich als gleichwertigen Teil dieser Menschheit und darin seine Verantwortlichkeit erkennen und sie leben.

Verantwortung tragen bedeutet zu leben, für das Leben zu Handeln bedeutet nichts zu verbergen, kein persönliches Interesse, außer das des eigenen Selbst als Leben. Und in dieser Selbstlosigkeit entdeckt man das eigentliche Selbst als das Leben wieder, als die Existenz in Einheit und Gleichheit, das physische, vielseitige, pulsierende [1]Leben.
Fortsetzung folgt…

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 04.04.2013


[1] Ich bin mir über die polemisch-hochtrabende Note durchaus bewusst, allerdings ist auch etwas sehr nüchternes und wahres in diesem Ausdruck wenn man darüber nachdenkt.


Mittwoch, 3. April 2013

Tag0052 - Die Kreativität der Angst [Teil 1] „Nicht so viel Denken!“





Was ist der Ursprung der Angst? Ich meine nicht die Angst der unmittelbaren Bedrohung, die lebendige, auf reale Situationen reagierende, körperlich bedingte Todes-Angst, die ist ein anderes Thema, sondern die Angst der gedanklichen Konstruktion von Szenarien, die Befürchtungen und Zukunftsprojektionen die dich in Angst versetzen.

Die Angst vor Vorstellungen und Erwartungen kann doch nur dann relevant, von Bedeutung oder überhaupt erst möglich sein, wenn man seine eigenen Gedanken als prophetisch wahrnimmt und sich selbst als Opfer der Umstände betrachtet, also glaubt man sei der Zukunft hilflos ausgeliefert und nicht an ihrer Gestaltung beteiligt. Dieser Geisteshaltung sind wir in unserer Welt fast alle verfallen, wir nehmen uns als Opfer wahr, denken wir seien unschuldige Individuen, dazu verdammt in dieser mehr oder weniger feindseligen Gesellschaft zu leben, wir müssen und dazu zwingen uns anzupassen und an die Regeln zu halten, weil wir so unseren Vorteil erringen können, nur so unsere persönlichen Bedürfnisse befriedigt bekommen. Doch unsere Bedürfnisse sind Teil dieser Gesellschaft, sind von ihr geformt und geprägt, unsere Vorstellungen von Werten, Idealen und von uns selbst sind durch die Systeme geprägt in denen wir aufgewachsen sind und daher sind sowohl unsere Vorstellungen als auch wir selbst eins mit dem System, wir sind diese Welt, wir sind die „Umstände“ denen wir uns ausgeliefert sehen und so ist letztlich auch die Angst vor den möglichen Geschehnissen die Angst vor den Konsequenzen unserer selbst als diese fremdbestimmten, programmierten Kulturroboter.

In dieser Vertiefung in Befürchtungen, Sorgen und Ängsten, auch wenn sie unangenehm erscheinen, fühlen wir uns aus Gewohnheit im Grunde wohl, es ist ein energetisches Erleben das die Selbstidentifikation als Opfer der Systeme, als Idealbild eines unschuldigen, isolierten Wesens verstärkt und wie auch das Vergleichen, die Kategorisierung, das Annehmen von Rollenverhalten und das Verlangen nach materiellen Symbolen des eigenen Existenzwertes der Rückversicherung und Bestätigung des eigenen Seins dient. Deshalb fällt es uns ebenso schwer uns von diesen Denkmustern zu befreien wie von der Selbstverblendung des ‚positiven Denkens‘.

Weder die eine noch die andere „Richtung“ der gedanklichen Selbsthypnose hat natürlich einen rationalen, praktischen, Problemlösenden Sinn. Wir wissen das. Was aber veranlasst uns dennoch so hartnäckig an diesem Verhalten festzuhalten? Warum verschwenden wir Zeit und Energie darauf uns in Fantasien zu ergehen die nichts zur Lösung unseres Problems, zur Beseitigung der Angst beitragen?

Wenn man sich beobachtet in der Rolle des verängstigten, von Befürchtungen geplagten Menschen, dann erkennt man einen unwiderstehlichen Drang nach Austausch mit anderen, man möchte seine Sorgen mit jemandem teilen, man möchte sich darüber auslassen, sie ‚besprechen‘ als ob man sie dadurch wahrscheinlicher und wirklicher machen wollte. Der Sinn dieses Austausch ist aber in aller Regel eine Bestätigung und damit eine Verstärkung der eigenen Ängste zu erhalten und dadurch seine Selbstwahrnehmung als Opfer in selbstmitleidiger Manier noch intensiver auszukosten, oder aber der Versuch die Angst von jemandem schlichten oder sich nehmen zu lassen, indem man eine „Absolution“ erhält, indem man sich von der Meinung oder Einschätzung eines anderen abhängig macht.

Nichts von alledem ist real, weder die Absolution, noch der Einfluss des Gesprächspartners in bestätigender Weise. Es ist allein die Vorstellung in Gedanken die dieses Schauspiel inszeniert und die Regie führt. Es ist ein ganz eigenes, persönliches Spiel mit den Energien des Bewußtseins, mit der inneren Erlebniswelt im Namen des Bedürfnisses einer imaginären Identität als Ego, als isoliertes Wesen in einer feindlichen Welt, das aufgrund seiner Unschuld einen Anspruch auf Rettung hat. Eine Fantasie, ein Märchen auf das wir getrimmt werden, das uns einprogrammiert ist damit wir uns nicht selbst finden, damit wir nicht eigenständig denken, handeln und entscheiden, damit wir nicht erkennen, dass wir selbst das Leben und verantwortlich für all die künstlichen Systeme die wir schaffen sind.  

Befürchtungen und Ängste repräsentieren egoistische und selbstsüchtige Motive, isolierte Motive die eine künstliche Trennung zwischen der inneren illusionären Existenz und der Wirklichkeit des Lebens und des Selbst als Einheit mit dem wirklichen Leben herstellen und darin die rücksichtslose Selbstsucht und den Egoismus rechtfertigen und legitimieren sollen. Verantwortungsvoller und selbstbestimmter Umgang mit Problemen, mit wahrhaftigen Schwierigkeiten lebt im Handeln und nicht im prophetischen Denken, sondern im lebendigen Moment des Geschehens. Die Planung erfolgt im Verlauf des Geschehens, in weitsichtigem  Umgang mit dem Leben und den Konsequenzen eventueller Entscheidungen. Angst hat man nur um sich selbst, um den eigenen Status und diese ist begründet in einem eingebildeten Glauben an einen Anspruch auf persönlichen Schutz vor den eigenen Konsequenzen, den Konsequenzen unseres Lebens und unserer Anpassung.

Erst die Akzeptanz der universalen Verantwortung für und als das Leben transformiert die Angst zu Handlungsmotivation, zu lebendigem Drang, zu Aktivität in der Eigenarbeit und in der externen Organisation, Planung und Unternehmung der notwendigen Schritte zur Lösung des „Problems“, zur Bewältigung der Situation im Sinne aller, aller Beteiligten und allem Leben.
Fortsetzung folgt…

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 03.04.2013