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Freitag, 3. Januar 2014

Tag 162 -Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 4

"lapolab" / Foter.com / CC BY-NC


Fortsetzung zu

Tag 161 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 3

 

Auszug:

In alles und jedes wollen und müssen wir Vorstellungen überwertiger Natur projizieren. In die Waren und Artikel unserer industrialisierten Konsumkultur, in unsere Beziehungen zueinander, die Liebe, die Familie, alles wollen wir verherrlicht sehen, strahlend in unserem Bewusstsein, banal in der reinen Wahrnehmung, weil wir das Wirkliche, das wahrhaftig Schöne nicht mehr ertragen können, stellt es sich uns doch direkt als Gleiches dar, als Teil von uns Selbst. Selbst in die Natur, unsere alleinige Lebensgrundlage fantasieren wir übernatürliches hinein. Alles nur um uns nicht der Wahrhaftigkeit unserer eigenen Verantwortlichkeit und der gewollten Unfähigkeit zur Mündigkeit stellen zu müssen.


Fortsetzung:


Das Göttliche und übernatürliche zu suchen bedeutet im Grunde sich freisprechen zu wollen von der Verantwortung die ein selbst-bewusstes Leben in Einheit und Gleichheit mit allem Leben mit sich bringt - und nichts weiter.

Was ist gemeint mit der Gleichheit allen Lebens?

Allzu oft wird der Begriff der Gleichheit des Lebens mit Eintönigkeit, mit Gleichmacherei und Einschränkung der persönlichen Freiheit gleichgesetzt. Diese Auffassung geht von einer Annahme aus, dass der Mensch so wie er ist frei in seiner Entwicklung und seinen Entscheidungen wäre. Dass diese Grundannahme aber bereits ein Irrtum ist, ist nicht schwer aufzudecken. Gerade in einer Gesellschaftsordnung wie der unseren, die stark von einem freiheitlichen Gedanken der Entfaltung persönlicher Interessen und persönlichen Konsums geprägt ist, wird dieser Standpunkt der Mensch sei von sich aus frei in seinen Entscheidungsmotiven in vielerlei Hinsicht missbräuchlich manipulativ benutzt, er wird nicht explizit hinterfragt oder analysiert, sondern der Mensch wächst in einem Gefüge auf, das ihn bereits von klein auf konditioniert und das seine Bedürfnisse lenkt, verknüpft und gezielt beeinflusst. Kleinkinder haben beispielsweise bereits ziemlich genaue Vorstellungen davon, welches Spielzeug sie sich wünschen und man kann kaum davon ausgehen, dass dieser explizite Wunsch nach einer bestimmten Puppe beispielsweise bereits von Geburt an als Ausdruck persönlicher Freiheit angelegt wäre. Vielmehr sind in dem Bewusstsein eines drei oder vierjährigen Kindes bereits Verknüpfungen von Wertvorstellungen, Ideen emotionaler Beziehungen und Identifikationssymbole durch die Umwelt, die Erfahrungen mit anderen Kindern, die mediale Manipulation durch Werbung, angelegt worden die für das Kind den Besitz eines bestimmten Spielzeugs mit inneren, persönlichen Bedürfnissen nach Anerkennung, nach emotionaler Befriedigung, nach Unterhaltung und Selbstwertempfinden verketten. Ebenso werden symbolträchtige Eigenschaften von Waren und Gütern die dem Konsumenten einer kapitalistischen Gesellschaft zur Verfügung stehen künstlich generiert und etabliert, so dass auch Erwachsene ihr Konsumverhalten anhand innerer Bedürfnisse und Wünsche, die sie letztlich für ihre freie Entscheidungsfähigkeit halten, ausrichten und sich ein Auto beispielsweise nicht nach oder nicht ausschließlich nach praktischem Nutzen, sondern vor allem auch nach seinem kulturellen Wert und seiner repräsentativen Eigenschaft aussuchen. Diese Entscheidungskriterien werden dann als Interessen gewertet, die wiederum den Eigenschaften einer menschlichen Persönlichkeit angerechnet werden. Der freie, eigenständig handelnde und entscheidende Mensch ist daher gerade in den als freiheitlich demokratisch geltenden, westlich kapitalistischen Gesellschaften eher eine Illusion, denn ein großer Teil der Interessenvielfalt ist durch die jeweilige kulturelle Programmierung vorbestimmt.
Und genau da greift eben auch der Versuch, die grundsätzliche Gleichheit des Lebens als die Gleichheit der Interessen, bzw. der zur Verfügung stehenden Wahlmöglichkeiten persönlicher Interessenentfaltung zu verstehen und dadurch ein missbräuchliches, ausbeuterisches Verhalten und die Ungleichheit der Lebensumstände in unserer Welt zu rechtfertigen. Dem zugrunde liegt eine vage Vermutung, dass die soziale Notlage der Menschen, die nicht dieselbe Wahlmöglichkeit haben, die nicht an der Konsumideologie teilhaben können mit ihrer Unfähigkeit sich selbst frei zu entfalten und sich eigenständig einzusetzen zusammenhängen würde und nicht etwa mit den politischen und sozialen Zwängen und der gewaltsamen, systematischen Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen.
Tatsächlich liegt der Illusionäre Aspekt unserer Konsumideologie aber genau dort, wo wir glauben frei und eben nicht gleich zu sein, in der scheinbaren Vielfalt unserer Interessen die durch künstlich erzeugte, symbolträchtige Kult-Werte um Konsumprodukte geschaffen wird, die wir uns dann aneignen, die wir verzehren und mit denen wir uns schmücken um so unsere Individualität zu bestätigen. Wir verkennen dabei völlig, dass wir gerade in diesem Verhalten eben gleich-gemacht und fremdbestimmt sind, dass die Vielfalt dabei im Grunde nur eine Vorstellung ist, da die Bedürfnisse die wir zu befriedigen suchen tatsächlich immer wieder dieselben sind und durch den reinen Konsum ideologisch aufgeladener Güter nicht erfüllt werden können. Doch anstatt uns von diesem Verhalten das sich als nutzlos und unpraktisch erweist zu lösen, suchen wir nach jedem erfolglosen Versuch wieder ein neues „Etwas“, eine neue Ware oder ein „Mehr“ bestimmter Güter in der Hoffnung auf einen Erfolg. Die Prägung auf ein solches Verhalten von klein auf, die Verknüpfung menschlicher Emotionen und der Persönlichkeitsentwicklung mit solch einem programmatisch-systematischen Konstrukt führt zu einer Abhängigkeit durch Angst, nämlich der Angst des Existenzverlusts, da die eigene Selbstwahrnehmung und das persönliche Selbstwertgefühl einzig an diese künstlichen, mentalen Formen gebunden sind. Was bleibt wenn ich diese Vorstellungen aufgebe ist nicht greifbar, nicht wahrnehmbar, weil ich davon nichts weiß, weil mich niemand angeleitet hat meinen Selbstwert und meine Selbstwahrnehmung in Einheit und Gleichheit mit allem Leben, mit der Existenz selbst, also dem, was tatsächlich primär IST zu entdecken und zu verstehen. 

Aus der Akzeptanz dieser Einzigartigkeit in eigenständiger Selbstbestimmtheit auf der Grundlage des Selbstwertes in Einheit und Gleichheit mit allem Leben entsteht erst die eigentliche Vielfalt. Individuell zu sein bedeutet dabei auch immer eine Bereicherung für die Gemeinschaft zu sein und kann unter keinen Umständen auf der Ausbeutung einer Notlage eines anderen aufbauen. Solche Formen der Selbstüberschätzung sind im Grunde eine inakzeptable, destruktiv-parasitäre Verhaltensform die von einer gesunden Gemeinschaft geächtet werden muss. Dass sie in unserer Welt zu scheinbarer Anerkennung und Bewunderung führt ist ein erschreckend deutliches Zeichen für die Erkrankung des Menschen an der Programmatik seines eigenen Bewusstseins.

Fortsetzung folgt...



Donnerstag, 8. August 2013

Tag0135 - Der Weg aus der Angst

kevin dooley / Foter / CC BY


Was ist der Weg aus der Angst? Der Weg aus der Angst ist die uneingeschränkte Vertrauensbasis zu dir selbst. Die Angst die oftmals angesichts äußerer Bedrohungen und Umstände empfunden wird liegt nicht in diesen erwarteten Ereignissen begründet, sondern in der Unsicherheit der eigenen Selbstwahrnehmung die auf Reaktionsmustern und Gefühlsmäßig gefärbten Vorstellungen beruht, die vor allem aber ein Konzept ist, das von Grund auf den eigenen Selbstwert allein an den Idealen des Systems in das man sich gestellt sieht misst, nämlich an einem Erfüllungswert von unterstellten Erwartungen des Umfeldes und der Institutionen. Dieser Erfüllungswert kann aber nur dann als irreal und sinnlos überhaupt erkannt werden, wenn man bereit ist die eigene derzeitige Selbstwahrnehmung, die Überzeugung der Sicht auf die eigene Existenz konsequent zu hinterfragen.

So ist beispielsweise meine eigene Prüfungsangst in einer Erwartungshaltung mir selbst gegenüber, konditioniert und emotional gemustert durch Erfahrungen in meiner persönlichen Vergangenheitsgeschichte begründet. Die Selbstzweifel und Unsicherheiten über meine Fähigkeiten die ich immer nur an den Reaktionen und Bestätigungen anderer gemessen habe sind die Ursache meiner Angst, sowie die Ursache der Selbst-Unsicherheit, bzw. der Verunsicherung über die Festigkeit, die Verlässlichkeit meiner eigenen Person als Existenz. Die menschliche Entscheidungsfähigkeit bringt aber immer auch die Eigenverantwortlichkeit mit sich, d.h. In jedem gegebenen Umfeld, wie auch immer die Umstände geartet sind, ist die Entscheidung angemessen an den Konsequenzen und zu erwartenden Reaktionen zu treffen, wobei die Verantwortung immer bei dem sich Entscheidenden liegt. Angst vor den Konsequenzen, die natürlich nicht immer hundertprozentig absehbar sind und auch nicht sein müssen, beruht auf der Angst vor eben dieser Verantwortung und die Ablehnung dieser Verantwortlichkeit ist der eigene Entschluss zur Unmündigkeit, zur Hilflosigkeit und für die Opferrolle die man sich selbst auferlegt. Erst in der grundlegenden Akzeptanz meiner Existenz als gleich uns Eins mit allem Gegebenen, mit allem Leben von hier an ist die Angst in jeder Form zu bewältigen, denn man entzieht ihr jegliche Macht und Grundlage für ihre Entstehung.
Wichtig ist also das Prinzip jeder Entscheidung, das selbstgewählte Motiv. Steht es entgegen der Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit der eigenen Existenz als gleich und eins mit allem in Existenz, ist es aus Ignoranz gegenüber der Eigenverantwotlichkeit und aus purem Idealismus geboren, so ist die Angst vor den Konsequenzen, die Angst eines Misslingens des Plans vorprogrammiert. Es ist sozusagen das Gewissen das die Angst vorschiebt um der Einsicht in die Eigenverantwortlichkeit zu entgehen.
Diese potentielle Selbstbeschneidung hat dann ggf. derartig weitreichende Folgen für einen Menschen, dass selbst schlichte, banale Alltagssituationen nicht nur als beängstigend, sondern als lebensbedrohlich und panikauslösend wahrgenommen werden. Man spricht dann von einer sogenannten Angststörung und verkennt dabei, dass es sich eher um eine Fixierung einer grundlegenden Fehlentwicklung der menschlichen Selbstwahrnehmung und der Gestaltung seines Selbstwertes handelt und dass dieser Ausdruck durch Panik und Angst ein Resultat oder eine Konsequenz dieser Persönlichkeitsentwicklung ist. Wenn man also den auslösenden Faktor dieser Angst wie beispielsweise das Betreten enger Räume oder offener Plätze, je nachdem, in einer Therapie bearbeitet und lediglich diese Verknüpfung zwischen der Situation und der Angst auflöst, so hat man nicht die potentielle Möglichkeit der Angstentwicklung und vor allem der selbst gegebenen Opferrolle in Hilflosigkeit der Person beseitigt. Man hat quasi nur die Krusten und Ablagerungen von der Oberfläche gekratzt und es ist letztlich eine Frage des wie, wann und wo sich diese Angst neue Kanäle und neue Rechtfertigungsgründe für ihre Ausbrüche sucht.
Die Grundlagen der Persönlichen Selbstwahrnehmung in der Welt müssen sich zu einer Selbstwahrnehmung als die Welt wandeln. Man muss diese simplen Tatsachen annehmen und leben, den einen Schritt der Angst entgegen und über sie hinaus einfach tun. Das ist der einzige Weg wahrhaft frei von ihr zu werden, denn alle anderen haben sie sozusagen als Konstruktionsbasis ihrer selbst inne. Sie sind Grund und Folge gleichermaßen, denn sie sind nicht selbstgewählt sondern selbst konstruiert in einer Entscheidung gegen die Existenz und somit fehlerhaft, abweichend von der Wahrhaftigkeit der Dinge, von allem, was der Fall ist. Sie sind nicht einmal Lebenswege, sie sind missbrauchtes Bewusstsein.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Tag0107 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil5) - Die konditionierte Angst vor dem Leben

h.koppdelaney / Art Photos / CC BY-ND


Fortsetzung zu Tag0106 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil4) - Das Leben als überdauernder Wert

Auszug:

"Wofür sollte ich sonst leben, wenn ich dafür, dass mein Sohn, dass alle Kinder diese Erde in einer Welt frei von Machtmissbrauch, von Ausbeutung, sinnlosen ideologischen Zwängen sich entfalten können, sich selbst identifizieren können als das Leben, als diese Existenz in Einheit? Das sind die eigentlich überdauernden Werte die für alle gleich sind, deren Bedeutung niemand künstlich herauf- oder herabsetzen kann, mit denen es sich nicht handeln lässt, außer durch Missbrauch und gewaltsam geschaffene Ungleichheit. Und so lebe ich nicht für andere, sondern als andere, als eins mit dem Leben selbst. Unbestechlich, unerschütterlich, selbst im Fall."


Wir schaffen uns die Welt als Manifestation unserer Gedanken. Das mindeste was wir tun können ist, diese Gedanken verstehen zu lernen um die Grundlagen unserer Existenz und unserer Lebensweise selbst zu bestimmen. Und letztlich ist die Grundlage unserer Existenz, der gemeinsame Nenner unserer Leben das,was uns eint, die physische, körperliche Existenz.

Wir sind so sehr beschäftigt mit unseren Gedanken, gefangen im Prozess der Analyse unwirklicher, imaginärer Ereignisse, dass wir das Leben überhaupt nicht mehr wahrnehmen und unsere Handlungsmöglichkeiten vollkommen einschränken. Wir sind erzogen und aufgewachsen, sind programmiert worden zu einer denkenden Drohne die nur noch im System funktionieren, nicht aber ihr tatsächliches Potential als Schöpfer neuer Lebenswelten erkennen und erfassen soll, die in der zerfressenden Angst lebt, oder besser gesagt vegetiert, jeder eigenständige Schritt, jede selbstbestimmte Entscheidung könne zu ihrem eigenen Verhängnis führen. Und natürlich kann sie das auch, doch immerhin war es dann eine eigene, selbstbestimmte Entscheidung. Und wenn von vornherein der unumstößliche Fakt klar ist, dass die Selbstbestimmung, das Leben an sich Verantwortlichkeit für die eigenen Entscheidungen und Handlungen mit sich bringt, dann ist auch eine Verhängnisvolle Entscheidung eine gute Entscheidung, denn sie entspringt direkt dem bewusst gelebten Leben. Erst in dieser Form kann auch eine sogenannte Fehlentscheidung überhaupt einen Lerneffekt haben. Doch wir haben das völlig verkannt, haben diese Lebenskraft völlig verloren. Wir glauben oder sind mit dem Glauben geimpft worden wir könnten von den Entscheidungen anderer lernen oder von ihnen profitieren, vor allem deshalb weil wir uns einbilden, dass die Entscheidungen anderer gleichzeitig auch die Verantwortung anderer bedeutet. Das ist nicht nur naiv, sondern auch hochgradig missbräuchlich, denn damit versucht man sich selbst abzusichern, sich selbst ein Leben zu borgen und gleichzeitig anderen die Versuchsreihe mit all ihren Konsequenzen zu überlassen. 

Es ist tatsächlich recht traurig und mitleiderregend den Menschen dabei zuzusehen wie sie in ihrer Angst vor dem Leben, und auch vor dem System, der Kultur, der Gesellschaft, dem GELD-System aber vor allem, dessen Schöpfer und Handlanger wir alle ausnahmslos sind, zitternd und verzweifelt immer wieder versuchen sich bei jedem Schritt des Lebens, bei jeder Entscheidung bei anderen abzusichern, sich zu vergewissern und zu fragen „bist du auch dieser Meinung?“, „Glaubst du, ich sollte das tun?“, „Das ist dir doch auch schon mal passiert?“ und so weiter. Dabei geht es bei diesen Fragen in keiner Weise um die Suche nach Rat oder echter, ehrlicher Hilfe. Im Grunde haben sie sich innerlich schon entschieden und sie haben folgende Kriterien angewandt:
welche Lösung bringt mir am meisten Profit und Vorteile? Und wenn das bedeutet dafür andere hintergehen zu müssen oder unehrlich zu sein, wie kann ich das am besten verbergen oder rechtfertigen? Und jetzt suchen sie für genau diesen Weg den sie sich überlegt haben eine Bestätigung, sie schildern die Sachlage mit größter Sorgfalt und vorsichtig um die wahre Agenda bloß nicht zu entlarven und versuchen für ihre selbsterdachten Selbstrechtfertigungen eine Absolution zu bekommen, indem ihnen ein anderer zustimmt oder zugibt einmal etwas ähnliches getan zu haben. Dies soll nun ihre Unsicherheit beseitigen und ihre moralische Selbstwahrnehmung stabilisieren. Dabei hintergehen sie in diesem Prozess sich selbst, täuschen die anderen Menschen die sie mit ins Boot holen indem sie sie benutzen und letztlich, wenn der durchdachte Plan fehlschlagen oder nicht den erhofften Erfolg haben sollte, klagen sie entweder offen oder insgeheim genau jene an, die sie zuvor um ihre Meinung und ihren Rat gebeten haben. Sollten sie jedoch Erfolg haben, werden sie diesen natürlich als ihre eigene Leistung verkaufen, allenfalls gönnerhaft den unterstützenden Rat erwähnen. Das ist sowohl in privaten Kreisen der Familie und der Freunde als auch auf politischer Ebene zu finden. Dieses Prinzip wendet der zutiefst verunsicherte, unselbständige und unmündige Bürger in allen Lebensbereichen an. Die wahren Motive dieser Rückversicherung sind leicht zu entlarven, eben indem man diesen Menschen eine absolut ehrliche Antwort gibt und vielleicht noch die eine oder andere investigative Frage stellt. Man kann sehr schnell erkennen, dass der Mensch der einen im Vertrauen um Rat fragt schon im Vorfeld genau weiß, was er hören will und sollte man ihm eine abweichende Antwort geben dann wird seine Reaktion nicht ein offener argumentativer Austausch, sondern eine beharrlich ablehnende, bisweilen aufbrausende, oder aber arrogante Haltung sein, beispielsweise wird unter Umständen einfach unterstellt, man könne sich seine Lage einfach nicht vorstellen oder man sei zu engstirnig, zu naiv, oder schlicht gesagt zu blöde um die Problematik zu verstehen. Ein wirklich ernst gemeinter, guter Ratschlag, der sie sehr wahrscheinlich aus ihrem Gedankenmuster der Selbstrechtfertigung lösen würde wird in aller Regel als persönlicher Angriff aufgefasst, als Arroganz oder Besserwisserei. Und ein solcher Rat oder Hinweis ist natürlich auch ein Angriff auf die Persönlichkeit und ihre versteckte Agenda der Selbstsucht, daher ist diese Reaktion zu erwarten und ganz normal. Nichts und niemand wird durch bloßes Reden einen anderen von seiner zielstrebigen Verfolgung des persönlichen Vorteils abbringen können. Dazu taugt nur das lebendige Beispiel, und auch nur dann, wenn der grundsätzliche Wille besteht.

Ja, es ist tatsächlich mitleiderregend, aber man darf dort nicht stehenbleiben und sich selbst als „Beobachter“ missverstehen. Denn dies sind die Konsequenzen unser aller Mitarbeit und daher ist es in unserer Pflicht für das Ende dieses Selbstmissbrauchs zu sorgen indem wir uns der Angst stellen die uns eingepflanzt ist. Indem wir sie überwinden und entmachten. Denn nur durch die Angst wird das System gesteuert und am Leben gehalten. Die Angst die ebenso irreal und grundlos ist wie die Macht mit der wir ihr zu begegnen versuchen. Immer und immer wieder werden einzelne an die Oberfläche gespült, erlangen das Gefühl von Kontrolle und ignorieren die Kurzweiligkeit ihres Glücksgefühls, strampeln heftig, treten nach unten und wähnen sich in Sicherheit bis die nächste Welle sie erfasst und wieder unter Wasser zerrt wo sie immer noch strampeln, aber eben auch wieder getreten werden. So erhalten wir dieses System, unsere Schöpfung, das Ergebnis unserer Selbstaufgabe. Durch Gestrampel und verzweifelte Schwimmversuche in einem Meer aus Idealen, Träumereien und falschen Vorstellungen.

Fortsetzung folgt...



Dienstag, 21. Mai 2013

Tag0096 - Warum Schreiben? (Teil 5) Bewusstseinsprogrammierung: Freiheit = Gefahr;

h.koppdelaney / Art Photos / CC BY-ND


Post vom 16.05.2013

Fortsetzung zu Tag0093 - Warum Schreiben? (Teil 4) Entscheidung



Wir kommen auf diese Welt, beziehungsweise werden hier geboren und unser Bewusstsein entwickelt sich, wird geformt und beschnitten entsprechend der Bedürfnisse der die Welt bevölkernden Menschen, des Systems das sie zum Leben gewählt und „entwickelt“ haben. Uns wird die Angst eingepflanzt vor eigenständigem, abweichendem Denken und die Repressalien die wir zu befürchten haben, sollten wir es dennoch wagen uns aus dem Fenster zu lehnen um einen Überblick zu erhaschen, sind durchaus bedrohlich. Wir entwickeln eine Selbstwahrnehmung die durch und durch künstlich, beschränkt und lediglich an die eng geschnürten Bedingungen unserer Gesellschaft und Kultur angepasst ist. Unser eigentliches Potential der individuellen Selbstgestaltung, der Erkenntnis der Notwendigkeiten und Bedingungen des Lebens selbst wird als etwas gefährliches und unbekanntes in unserem Bewusstsein stigmatisiert. Wir haben zwar ein inneres Verlangen nach dieser Selbstbestimmung, nach dieser Macht über unser eigenes Leben, aber niemand hat uns jemals den Umgang beschrieben, niemand konnte uns jemals vorleben was es tatsächlich bedeutet eigenverantwortlich und entlang den Prinzipien des Lebens, der Einheit und Gleichheit allen Lebens dieser Existenz mit diesem Potential, dieser Fähigkeit umzugehen. Daher wissen wir nichts von uns selbst und unsere Vorbilder repräsentieren lediglich den Abklatsch eines menschlichen Wesens, seine Karikatur in einer lächerlich anmutenden Weise, in einer dogmatisierten, ängstlich aggressiven, engstirnigen Weise, und alles andere bedeutet uns Gefahr und Unsicherheit. Das Verlangen nach Freiheit und Selbstbestimmung aber lässt sich nicht vernichten, es schwelt innerlich und durch die Unfähigkeit des Einzelnen sich ein Bild über die Funktionsweisen, die Ursache und Entstehung dieser Kräfte zu machen führt dieses Brodeln zu vielfältig pervertierten Ausbrüchen dieser Wucherungen unter der Oberfläche. Der Wille und Drang wird durch das System und seine engen, vorgefassten Bahnen in Durchbrüche geleitet die wiederum an den Grenzen des Systems selbst gefangen bleiben, die jetzt allerdings neben, unter, über den Schienen der gesellschaftlich-kulturellen Richtungsgebung verlaufen. Das sind die sogenannten kriminellen Triebe, die Aussenseiter und Aussteiger, die Ausgestossenen und verachteten die zu Feindbildern der noch eingepferchten werden. Doch immer bleiben auch die Aussteiger eingepfercht, halt eben nur auf der anderen Seite des Zauns. Es ist alles eins, niemand kann sich lossagen von der Universalen Verantwortung für und als das Leben selbst. Erst wenn die Menschen, jeder für sich, in eigenverantwortlicher Selbstbestimmung, sich von den systemkonformen Konditionierungen lossagen, sie analysieren, sich selbst verstehen lernen um sich dann selbstbestimmt neu ausrichten zu können, unter bewusster Anerkennung und Akzeptanz aller Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Lebens- und Handlungsweisen, erst dann kann das Leben sich von der viralen Erkrankung der menschlichen Bewußtseinsprogrammierung befreien.

Der Prozess ist natürlich Generationenübergreifend. Niemand von „Uns“ wird offensichtlich in den „Genuß“ einer solchen Welt kommen, nicht als diese Person, als dieser Mensch. Aber als das Leben selbst das wir sind überdauern wir die Eistenz als Menschen, das muss man eben verstehen und akzeptieren lernen. Das ist ein Teil dieser persönlichen Selbstentwicklung. Durch das gelebte Beispiel das wir geben können, in einem Zeitalter der rasanten Informationsvermittlung, der weltweiten Vernetzung besteht die reale Chance die Informationen der Möglichkeit der individuellen eigenverantwortlichen Selbstbefreiung zu verbreiten und allen gleichermaßen zur Verfügung zu stellen, können wir ein Teil dieses Prozesses werden und bleiben.