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Freitag, 27. September 2013

Tag0146 - Über das Schreiben

madamepsychosis / Foter / CC BY-NC-ND


Schreiben ist der Weg zur Freiheit. Der Prozess des Schreibens ist ein intimer Prozess, ein Vorgang der dich ganz auf dich selbst zurückwirft. Sogar wenn man versucht etwas vollkommen fiktives zu schreiben stellt man schnell fest, dass alles was herauskommt auf einen Selbst zurückzuführen ist. Keine neue Kreation, nichts Unbekanntes, nur Vergessenes und Verdecktes, verborgenes und ignoriertes kommt zum Vorschein. Und nicht nur das. Schreibt man in selbstehrlicher Absicht, dann erkennt man auch die Strukturen der persönlichen Vertuschungsmaßnahmen, der Selbstverblendungen und die Methoden der Intrigen und Lügenspinnereien die man anwendet um sich in seinem ganz persönlichen Wunderland der eigenen Märchengeschichte von sich und der Welt zu halten. Man entdeckt und entlarvt die eigenen Versuche der ignoranten Selbstrechtfertigungen, der Schauspielerei vors ich selbst und anderen, man beginnt zu verstehen warum man nie zuvor wahrlich eigenständig und eigen verantwortlich gelebt und gehandelt hat. Man legt sich selbst offen, man liest sich selbst, schritt für schritt, Wort für Wort und Satz für Satz bewegt man sich in die dunkelsten Tiefen des eigenen Bewusstseins, der Erinnerungen, des Persönlichkeitsgeistes, bis man sich immer mehr und letztlich vollends selbst erkennt. Das Schreiben ist eine Selbstarbeit, eine Selbstanalyse ohne äußeren Analytiker, ein sich selbst Finden, eine Therapie ohne Theorie, ohne Konzept sondern nur hier und jetzt angewandt, im Moment, direkt und unverblümt ehrlich. Sofern man natürlich sich selbst zu Selbstehrlichkeit und Offenheit verpflichtet, sofern man sich vorbereitet und langsam auf den Weg der Selbstentdeckung und der Erkenntnis begibt und dabei jeden persönlichen Gedanken, jedes persönliche Motiv der Erwartung eines Gewinns, eines Vorteils oder reiner Unterhaltung aufspürt und auflöst und sich ganz der Sache der eigenverantwortlichen Selbstbestimmung durch Selbstbefreiung hingibt.
Schreiben befreit, es wirkt als Entschlackung für den Geist, als Reinigung des Bewusstseins.





Sonntag, 19. Mai 2013

Tag0091 - Warum Schreiben? (Teil 2) Überzeugung und Liebe...

JonathanCohen / Foter.com / CC BY-NC


Blog vom 12.05.2013

Fortsetzung zu Tag0090 - Warum Schreiben? Und für wen?

Auszug:

"[...] Und dann gilt ein anderer Text wesentlich mehr, er dient zu viel mehr als zu einer Anleitung oder Wissensquelle, er ist eine unterstützende Begleitung, ein gleichwertiger Gefährte, ein Teil der Einheit zu der man selbst zurückkehrt."

Aus diesem Grund ist auch eine Überzeugung etwas, das aus einem Menschen selbst kommen muss, ganz und gar, niemand kann wahrhaftig von jemandem überzeugt werden. Jede Überzeugung dieser Art ist entweder eine geschickte Manipulation die früher oder später an ihre Grenzen stößt, sich auflöst und unwirksam wird, oder sie ist ein Einwilligung aufgrund von Bequemlichkeit, Feigheit oder dem Verlangen nach Sicherheit und Gemeinsamkeit ohne dass diese Grundlage selbstbestimmt erkannt und akzeptiert wäre. En solcher Teil eier „Gemeinschaft“ ist immer ein unsicheres und schwaches Glied in der Kette, eine Persönlichkeit die nicht vertrauenswürdig und auch nicht verlässlich sein kann.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Liebe. Die eigensinnige Überzeugung einen Menschen, besser gesagt eine Persönlichkeit gefunden zu haben, deren Eigenheiten und Eigenschaften man erkannt, analysiert und auf Kompatibilität überprüft hat, von der man glaubt dass sie exakt das widerspiegelt, was man von einem Partner der Liebe erwartet. Die Vorstellung der Verliebtheit, oder der Beziehungs-Bildung aufgrund einer Emotion, eines emotionalen Erlebens der scheinbaren Übereinstimmung eines Charakters, eine Persönlichkeit, und ihren äußerlichen Attributen als Grundlage einer Lebenspartnerschaft anzunehmen ist im äußersten Maße trügerisch, und auch missbräuchlich rücksichtslos gegenüber der gewählten Person. Schließlich gründet man eine Partnerschaft aufgrund einer Erwartungshaltung, die einzig und allein auf den persönlichen Vorstellungen und Interpretationen, welche Vielmehr Projektionen der eigenen Persönlichkeitsmerkmale sind, basiert, und lockt dadurch eine Person in eine Situation in der unerfüllbare Erwartungen an sie gestellt werden, da sie ihrerseits die Ansprüche die an sie gestellt werden nicht einmal erkennen oder verstehen kann. Nicht umsonst ist der Prozess des Kennenlernens, des Herantastens, ein Prozess der Verstellung, der Schauspielerei, bisweilen Prahlerei, der Manipulation und nicht selten der gezielten Vortäuschung falscher Tatsachen. Lediglich die Tatsache, dass diese Methoden von beiden Seiten angewandt werden verhindert eine frühzeitige Entlarvung des Betrugs, da natürlich jede Partei einer solchen Beziehung an der Vertuschung ihrer Täuschungsversuche interessiert ist und allerhöchstens einen Ausweg durch die gezielte, hinterhältige Entlarvung der Gegenseite bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der eigenen Fassade sucht. Auch dieser Prozess ist ein alltäglicher, immer wiederkehrender, schon alles obligatorisch zu bezeichnender Trennungsprozess bei dem ohne große Rücksicht auf Verluste von beiden Seiten sprichwörtlich dreckige Wäsche gewaschen wird.

Tag0090 - Warum Schreiben? Und für wen?

eldeeem / Foter.com / CC BY-NC-SA




 Blog vom 11.05.2013

Es ist wichtig zu verstehen, dass es beim Schreiben dieses Blogs, beim Schreiben dieser Art um den Prozess des Schreibens selbst geht, und ausschließlich darum. Es ist das Schreiben aus dem lebendigen Moment des Hier und Jetzt heraus, die Selbstoffenbarung und Entfaltung der inneren Gedankenmuster in selbstehrlicher Analyse. Das Lesen eines solchen Textes dient in keiner Weise der ‚Information‘ des Lesers, oder gar der Erweiterung des Wissens oder ähnlichem. Auch eine Anleitung kann ein solcher Text in keinem Fall sein. Der Grund ist, dass ich nicht über etwas schreibe, sondern dass ich die Dinge direkt aus mir herausschreibe um sie wie in einem Spiegel selbst während des Schreibens betrachten zu können. Es ist sozusagen ein Spiegel meiner Gedanken, dessen Spiegelbild natürlich nur ich selbst sehen kann, denn in dem Moment in dem ein anderer vor den Spiegel tritt ist es nicht mehr mein Spiegelbild, sondern das des anderen. Ich weiß, dass dieser Vergleich hinkt, denn der Spiegel selbst ist ja nur in dem Moment präsent in dem ich schreibe, so dass es überhaupt icht denkbar st, dass jemand anderes sich darin  spiegeln wüde. Das was lesbar zurückbleibt ist vielmehr eine Skizze, eine Zeichnung des Bildes die einen Eindruck davon wiedergibt was ich zu sehen in der Lage war. In dem Moment in dem der Text verfasst ist, wird das Geschriebene eben genau dazu, zu einer Skizze der Vorgänge, der Programme, so dass man sich einen Eindruck verschaffen, aber nicht wahrhaftig das wiedererleben oder wahrnehmen kann das in dem Moment des Schreibens stattgefunden hat. Das ist aber auch gar icht nötig oder gar Sinn des Schreibens, bzw. Der Veröffentlichung. Dass dieser Text zugänglich gemacht wird findet seinen Sinn in einer einzigen Tatsache, dass nämlich durch die Möglichkeit des Enblicks in die Selbstarbeit eines anderen Menschen die Erkenntnis der Gleichheit und Einheit, der grundlegenden Gemeinsamkeiten menschlichen Lebens offenbar wird, und zwar für denjenigen der sich selbst auf diesen Weg der Selbstbefreiung durch das Schreiben begibt. Im Grunde ist das so mit jedem Text, selbst mit wisenschaftlicher Facliteratur. Gelesen als Wissensquelle und angewandt als Anleitung macht man sich ledigkich zu einer programmierten Maschine, wobei das Programm fehlerhaft und unvollständig ist, da es sich eben nur um eine abstrahierte Skizze handelt. Erst der eigenständige, freie Selbstversuch kann einen authentischen Einblick verschaffen. Und dann gilt ein anderer Text wesentlich mehr, er dient zu viel mehr als zu einer Anleitung oder Wissensquelle, er ist eine unterstützende Begleitung, ein gleichwertige Gefährte, ein Teil der Einheit zu der man selbst zurückkehrt.

Fortsetzung folgt...

Freitag, 4. Januar 2013

Tag 102 - Selbstvergebung zu Selbstsabotage durch Selbstbeurteilung

LeonArts.at / Foter / CC BY-ND


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in dem Gefühl nichts mehr sagen/schreiben zu können weil 'alles schon gesagt/geschrieben' wurde in meiner Untätigkeit selbst zu rechtfertigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe meine Erwartungen an mich bewußt so hoch zu stecken, dass ich sie nicht erfüllen kann umd dadurch eine Frustration zu erreichen die wiederum meine Untätigkeit/meine Willenlosigkeit rechtfertigen/legitimieren soll.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst vom Schreiben abzuhalten indem ich mich in Selbstmitleid und Minderwertigkeitsgefühlen verfangen habe aufgrund der geringen Zahl von Lesern die mein Blog hat.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich von der Eitelkeit verführen zu lassen und von dem eigentlichen Zweck und Sinn meines Schreibens dadurch habe ablenken lassen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mir immer wieder einzureden ich hätte nicht das Durchhaltevermögen und die Disziplin die notwendig ist um wirklich etwas erreichen zu können, egal in welcher Beziehung, und dass ich mir dadurch immer wieder meine selbst gestellten Aufgaben bewußt zerstöre und mich von ihrer Erfüllung abhalte, nur um mir selbst immer wieder die Prophezeihung meiner Unfähigkeit zu bestätigen.

Ich vergebe mir selbst, das sich es mir erlaubt und es zugelassen habe wütend auf mich zu werden und in Zorn und Frust gegen mich selbst zu arbeiten wenn ich nicht Schreiben kann und will, und mir immer wieder einrede, dass ich nichts dafür könnte und dennoch weiß, dass ich selbst die Blockadesysteme in meinen Gedanken nähre und in Gang gebracht habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe, mich in Erinnerung an frühere Blogs in denen ich Selbstvergebung für eben diesen Punkt bereits angewendet habe gedanklich zu verlieren und aufgrund der Tatsache, dass ich nun wieder an dem selben Punkt zu stehen scheine noch mehr zu verzweifeln und an mir zu zweifeln, so dass ich mich der Frustration noch intensiver hingebe anstatt mich/meine Gedanken dahingehend einfach zu stoppen, durchzuatmen und nochmals mit dieser Selbstarbeit zu beginnen, ohne die Erinnerung und erinnerten Emotionen gegen mich selbst einzusetzen.

Ich bestimme mich selbst dahingehend, dass ich in Momenten des Selbstzweifels und des Verlustes meiner Selbstkontrolle an meine Sucht danach in meinen Emotionen zu baden innehalte, mich nicht gehen/fallen lasse sondern mir vergegenwärtige was meine Emotionen auslöst und darin erkenne, dass ich selbst durch die Erlaubnis meiner Gedanken diese Muster generiere und die Programme auslöse um sozusagen in Eigenregie meine Selbstaufgabe zu inszenieren und mich dadurch der Verantwortlichkeit für das Leben verweigere.

Ich bestimme mich selbst als das Leben dahingehend, dass ich in Momenten des Selbstzweifels und der Selbstaufgabe mich selbst als dieses Programm stoppe, meine Gedanken anhalte und sie betrachte als das was sie sind, sie in ihrer Ursprünglichkeit erkenne, ich bestimme mir selbst durchzuatmen und mich in den Moment der Wirklichkeit zurückzubringen um die Verantwortung durch die Akzeptanz und Erlaubnis meiner Selbstbestimmung anzunehmen.

http://desteni.org
http://desteniiprocess.com
http://equalmoney.org


Donnerstag, 14. Juni 2012

Tag 26 - Schuldgefühl und Aufschiebung


 Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich schuldig zu fühlen weil ich seit drei Tagen nicht geschrieben habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst zu verurteilen, weil ich mich in Momenten in denen ich nichts anderes zu tun hatte ausgeruht und mich mit unterhaltsamen dingen beschäftigt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe ein Schuldgefühl zu entwickeln das mich immer dann überkommt, wenn ich einen Moment gar nichts tue.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, dass ich nur dann wirklich sinnvoll lebe und einen Wert habe, wenn ich mit einer Arbeit beschäftigt bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich aufgrund vergangener Lebensabschnitte in denen ich mich aufgegeben hatte und nur meinen egoistischen Trieben gefolgt bin, rücksichtslos alle Konsequenzen ignoriert habe und dadurch immer wieder Schaden verursacht habe zu bewerten, einzuordnen und mein Verhalten an der Vermeidung dieser Negativerfahrungen auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, durch meinen polarisiernden Umgang mit meinen vergangenen Verhaltensmustern diese immer noch in umgekehrter Form aufrecht zu halten, indem ich beispielsweise glaube, ich könne mich durch Geschäftigkeit und dauernde Unruhe aufwerten und würde damit durch das gegenteilige Verhalten Dinge ungeschehen machen oder in Zukunft vermeiden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Empfinden an meinen akzeptierten Persönlichkeitsmustern zu bewerten, in gut und schlecht, angenehm und unangenehm einzuteilen und somit mein Verhalten bestimmen zu lassen indem ich in Erwartung und Befürchtung Situationen eingeschätzt, mit Erfahrungen verglichen und bestimmte Dinge vermieden oder forciert habe, und zwar nicht von dem Standpunkt aus, das Interesse allen Lebens zu berücksichtigen, sondern lediglich aufgrund meiner Wertekategorien in Bezug auf mein persönliches Wohlbefinden und meines persönliches Selbstinteresse.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich für die Konsequenzen meines fremdbestimmten, steuerungslosen Verhaltens nicht verantwortlich zu fühlen, weil ich diese Prägungen und Konzepte als naturgegeben angenommen habe und somit 'meinem Schöpfer' die Verantwortung übertragen habe, ohne einzusehen, dass ich selbst mein eigener Schöpfer bin, dass ich sehr wohl eine Entscheidung treffen kann, dass mein Bewußtsein mich nicht versklaven muss, sondern dass es benutzt werden kann zur Erkenntnis dessen, was wichtig und gut für alles Leben ist.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst indem ich mir im Schreiben die missbräuchlichen Verblendungen und Gedankenkonzepte verdeutliche, vergegenwärtige, sie als das betrachte was sie wahrhaftig sind, frei von kulturellen Wertannahmen und Einschätzungen, indem ich mir die Konsequenzen der Akzeptanz dieser Programme vor Augen führe und dann vom Bewußtsein meiner Selbst als Leben, gleich und eins mit allem Leben, eine selbstbestimmte Entscheidung treffe, für die ich stehen kann.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst indem ich die Muster und Verhaltensweisen die ich an anderen missbillige in meiner eigenen Persönlichkeitsstruktur wiedererkenne und mich in der Einsicht von Gleichwertigkeit selbstbestimmt von ihnen befreie, anstatt meine Angst davor mir selbst selbstehrlich gegenüberzutreten in andere Personen hineinzuprojizieren und in der gedanklichen Separation die falsche annahme der eigenen Unschuld an den Zuständen menschliche 'Natur' zu generieren.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst in dieser Weise um ein Beispiel geben zu können, gleichwertig und eins mit dem Leben dafür zu stehen, dass wir als Menschen eine Welt formen können, die Lebenswürde für alle ermöglicht, die dem Missbrauch in gegenseitigem Misstrauen und ewiger, anerzogener Missgunst ein Ende bereitet und es uns ermöglicht uns gleichwertig frei als lebendige individuen und Repräsentationen des Lebens zu entfalten, ohne jegliche Angst.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst um offenzulegen, dass die irrationale Angst die einzige Grundlage für die menschliche Lebensweise in ihrer zerstörerischen Ausprägung, Auswirkung und für alle Qualen für das Leben die damit zusammenhängen ist und dass ohne diese Grundlage, die jeder individuell für sich in einem Prozess der Selbstehrlichkeit transformieren kann, diese Welt der Menschen nicht mehr im Namen der selbstgerechten Gier und des Profits unter allen Umständen alles Leben ausbeutet um sich letztendlich selbst zu zerstören.