Donnerstag, 7. Mai 2015

Tag 203 - Arbeit und Arbeitsplatz, Kollegen und kollegiales Verhalten

LauraLewis23 / Photo / CC BY
Nachdem ich einen online Artikel über Stress am Arbeitsplatz, Mobbing am Arbeitsplatz und die Alltäglichen Probleme, Auseinandersetzungen und Konflikte mit Arbeitskollegen gelesen habe, sind mir ein paar Parallelen zu meiner Erfahrung aufgefallen die ich in diesem Blog teilen möchte.

Interessant, die Stimmungen und die sozialen Probleme am Arbeitsplatz scheinen immer und überall die gleichen zu sein. Ich habe in meinem bisherigen Arbeitseben schon sehr viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeübt, und habe dabei überall ähnliche soziale Strukturen und Verhaltensweisen einmal unter den Mitarbeitern selbst und auch zwischen Chef, Vorgesetzten und Angestellten vorgefunden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen.
Faszinierender Weise scheinen wir was unser sozialverhalten angeht überall auf die gleiche Weise programmiert zu sein in gegenseitigen Wettkampf zu treten. Und damit meine ich keineswegs einen gesunden Wettkampf, etwa eine Gegenüberstellung die alle Beteiligten mit Freude und freiwillig eingehen um sich gegenseitig zu motivieren immer noch bessere Leistungen zu erbringen. Nein, hier handelt es sich meist um einen stillschweigenden Wettkampf, den auch lägst nicht jeder Beteiligte freiwillig beginnt, sondern zu dem sich die meisten sogar herausgefordert sehen, weil sie nämlich – und das ist der Knackpunkt auf den es immer hinausläuft – von Ängsten gepeinigt sind. Von der Angst einerseits um den Arbeitsplatz, um die Anerkennung, in Ungnade zu fallen oder zu leicht ersetzbar zu sein. Und faszinierend dabei ist, dass  es nicht notwendigerweise mit dem Verhalten und der Art der Führung, also des Chefs oder der Chefetage zu tun haben muss, sondern dass unter den unterschiedlichsten Voraussetzungen was diesen Faktor angeht das Verhalten der Arbeitnehmer untereinander sich kaum unterscheidet.

Es zeigt sich eben ganz einfach dieser pathologische, von unseren selbstgeschaffenen sozialen Strukturen geformte Gedanke des gegenseitigen Wettstreits, der Profilierung auf Kosten des oder über den anderen, das Gefühl herausstechen zu müssen um etwas zu sein, um daraufhin Anerkennung zu bekommen, und zwar von genau denen, über die man sich unrechtmäßig stellt oder gestellt hat. Neid tut es auch, Neid ist ein Äquivalent der Anerkennung geworden, so wie Gehässigkeit das Gefühl von Selbstbewusstsein ersetzt hat. Beides ist natürlich ein parasitäres, also krankmachendes Konstrukt reinen Glaubens und hat nichts mit der Wirklichkeit des Lebens gemein, aber wir haben uns dafür entschieden uns selbst und unsere Kinder derart programmieren zu lassen und ihnen auch noch vor zu machen, diese Art selbstzerstörerischen Verhaltens sei ihre menschliche Natur. Damit haben wir uns natürlich zu leicht manipulierbaren und beherrschbaren Sklaven gemacht, Sklaven unserer selbst natürlich, auch wenn im wirklichen Leben sozusagen einige wenige von unserer Sklavenmentalität profitieren und sich daran ergötzen. Wo mehr als zwei einigermaßen gleichgestellte Kollegen oder Kolleginnen aufeinandertreffen jedenfalls, da ist es ein Frage kurzer Zeit bis einer versucht einen andere zu vereinnahmen, und zwar nicht aus freundschaftlichem Interesse, sondern um sich gegen einen anderen zu stellen, nicht offen, sondern durch das Streuen von Gerüchten, das Äußern von Vermutungen und Verdächtigungen, durch die Herablassung oder Ähnliches.

Ich persönlich bin immer wieder von dieser Art der Inanspruchnahme als Lobby, als Verstärkung überrascht worden und habe in aller Regel verhalten darauf reagiert, beziehungsweise habe verunsichert reagiert und dadurch in vielen Bereichen auch gar nicht erst den Weg in ein kollegiales Arbeitsverhältnis finden können. Allerdings gab es ja auch offensichtlich überhaupt keines, aber das ist einem in dem jeweiligen Moment nicht immer hundertprozentig oder auch überhaupt nicht bewusst.

Mittlerweile finde ich dieses Verhalten nur noch schade, ich finde es auch bedauernswert und möchte fast sagen erbärmlich, denn es macht auch etwas traurig zu sehen, wie Menschen ihr eigenes Potential und auch das ihrer temporären Gemeinschaft verschwenden und versacken lassen indem sie sich innerlich in ständigem Konflikt mit ihrer Umgebung befinden, sei es real oder auch nur in Gedanken. Man übersieht völlig die Möglichkeiten und Chancen. Aber es ist nicht einmal nur das, ich habe vielmehr den Eindruck die Menschen würden im Grunde schon gern, oder lieber offen und Vertrauensvoll miteinander umgehen, allerdings glauben sie nicht daran, dass so etwas überhaupt möglich ist und sind dabei von so vielen scheinkulturellen Wertvorstellungen, Ideen und Ideologischen Konzepten beeinflusst, dass sie auch gar nicht für sich selbst diese Entscheidung treffen könnten, bzw. die Verantwortung überhaupt nicht selbst tragen wollten. Anpassung ist das A und O, eben auch wenn die Anpassung bedeutet hinterhältig, misstrauisch, verschlagen oder sogar intrigant sein zu müssen.


Das ist trauriger Alltag an vielen Arbeitsplätzen und dieser Alltag führt natürlich nicht nur zu einem Absinken der Produktivität, sondern auch letztlich zur Erkrankung der Arbeitnehmer, und auch der Arbeitgeber die unter Umständen unter diesem Zustand ebenso zu leiden haben. Burn-Out, Depressionen, chronische Schmerzen, Schwächung des Immunsystems, Angstzustände und viele weitere Symptome ein und derselben Ursache sind da zu nennen. Diese Ursache ist aber eben unser gesamtes Wirtschafts- und Arbeitssystem, das letztlich auch alle unsere sozialen und kulturellen Lebensbereiche beherrscht und gestaltet und daher uns vollkommen auf diese Art und Weise vereinnahmt und programmiert hat.
Fürchte deinen Nächsten, oder besser gesagt fürchte das Image deines Nächsten. Denn es ist ein Kampf um Images, des Coolsten, Fleißigsten, Schlausten, Witzigsten, Stärksten, Teuersten, Längsten… Bilder, Einbildungen, Vorstellungen, nicht das wirkliche Sein, das wahre Selbst in vollem Bewusstsein, sondern die Imagination einer bedrohten da begehrten Position wollen wir sein. Das führt zu einem ständigen Wettstreit mit der Scheinwelt unserer Gedanken, mit dem immer wieder schwankenden Gefühl von gelungenem Blenden und der Gefahr durchschaut zu werden. Eine Energie- und Zeitverschwendung sondergleichen.

Dienstag, 5. Mai 2015

Tag 202 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften Teil 2

marhoons / Foter / CC BY-NC-SA


Fortsetzung zu:

Tag 201 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften



Auszug:

Der Beweis meiner Behauptungen liegt, neben der Beobachtung des Menschen und menschlicher Auseinandersetzungen während und vor allem nachdem Beziehungen beendet wurden, in der ständigen Erwartungshaltung und den mit ihr verbundenen Enttäuschungen, die immer wieder, fortwährend eintreten aber geduldig und angestrengt ignoriert und übersehen werden, bis auf diejenigen Male in denen sich dann der Frust und die Unzufriedenheit in systemkonformen Momenten die explizit vom Unterbewusstsein ausgewählt werden entlädt. Das heißt der Beweis bleibt einzig und allein jedem selbst zugänglich, wenn er bereit ist sich und seine inneren Reaktionen zu studieren, zu beobachten und sich in Selbstehrlichkeit zu schulen wenn es darum geht die eigenen, tatsächlichen Motive in jedem Moment und in jeder emotionalen Reaktion zu erkennen.

Fortsetzung:

Eine Beziehung wiederum die auf den trügerischen Annahmen einer rein kulturell vorbestimmten Struktur oder der Idee der „Vervollkommnung“ des eigenen Selbst oder des eigenen Lebens basiert ist im Grunde ausnahmslos zum Scheitern verurteilt. Das ist kein Pessimismus, das liegt einfach in der Natur der Sache. Eine Beziehung, egal welcher Art, die auf der Energiebasierten Grundlage von reinen Ideen und Vorstellung aufbaut kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden, ohne an dem einen oder anderen Beteiligten im Übermaß zu zehren. Scheitern bedeutet übrigens nicht nur, dass die Beziehung beendet wird, sondern es sind auch all diejenigen Zustände einer Beziehung gemeint, die lediglich aufgrund der individuellen Wahnideen der Beteiligten bestehen bleiben und mit der Verwirklichung der ursprünglichen Vorstellungen von dieser Beziehung nicht mehr das Geringste zu tun haben. Also vor allem die, in denen jeder nur auf das Einlenken, die Anpassung, die Veränderung des anderen wartet, die also nur auf Hoffnungen beruhen wobei die Beteiligten nicht zu merken scheinen, dass all die Energie und der Aufwand den Sie in dieses emotionale Geflecht hineinlegen vergeblich sind und ihnen das Äußerste Abverlangen. Dabei wäre der Schritt in die Freiheit so einfach und so nahe, nämlich sich schlicht gegenseitig eizugestehen, dass man sich und den anderen belogen hat um dann gemeinsam zu entscheiden, ob es Sinn macht auf der Basis tatsächlicher Gegebenheiten eine neue Übereinkunft zu treffen und den Rahmen in dem jeder einzelne zur Veränderung und Anpassung bereit ist zu besprechen und sich dabei gegenseitig zu unterstützen. Doch zu diesem Schritt ist eben die selbstehrliche Courage erforderlich sich die Eigenverantwortung einzugestehen die man für sich, seine Entscheidungen und sein Wirken trägt und die Schuldzuweisungen für das Scheitern nicht erfüllbarer Fantasien an den anderen zu beenden.  Dazu sind die Wenigsten gewillt, vielmehr wird die Unausweichlichkeit des Endes einer Beziehung aufgrund dieser Unmündigkeit immer als ein enormer Verlust wahrgenommen und die Reue und der Frust über vertane Zeit und Energie führt zu Wut, Zorn und Hass, emotionale Reaktionen die ebenso irrational und ignorant wie die Beziehung selbst war sind, und ebenso zerstörerisch und unproduktiv. Daher sind auch die Beziehungen die eben ein nebeneinander her Leben in der Hoffnung auf Besserung ohne Aussprache und Offenheit darstellen gescheiterte Beziehungen. Die letzte Konsequenz dieser emotionalen, selbstzerstörerischen Auseinandersetzung ist nur zeitlich verschoben. Am Ende wird diese emotionale Ladung von der Ego-Persönlichkeit als Treibstoff und Nährboden neuer Wahnideen und Überlegenheitsfantasien genutzt, indem die ehemals verbundene Person als bösartig, hinterhältig, verachtenswert, kurz: als Feind imaginär neu gestaltet wird.
Das muss natürlich nicht immer so sein. In aller Regel ist der Ausgang auch nur dann von einer derartigen emotionalen Wandlung gefolgt, wenn ein Partner nach der Trennung einen finanziellen Abstieg in Kauf nehmen muss, also seinen finanziellen, sprich sozialen Status nicht mehr halten kann. Die Angst vor diesem Verlust ist es dann oft auch, die das Festhalten an bereits gescheiterten Beziehungen begründet, und dafür werden unglaubliche Maßnahmen ergriffen und Entscheidungen getroffen, unfassbarer Missbrauch betrieben, wenn beispielsweise in der Hoffnung den Partner zwangsweise binden zu können ein Kind gezeugt wird, aus einem einzigen Grund, einer Angst vor dem Verlust einer eingebildeten, durch das mentale Gedankenkonstrukt einer herbeifantasierten Beziehung getragenen Persönlichkeit.

Montag, 30. März 2015

Tag 201 - Selbstbefragung über die Bedeutung von Beziehungen und Freundschaften

-Charlotte Gonzalez- / Foter / CC BY-NC




Ist das Pflegen von Freundschaften zwingendermaßen ein kontinuierlicher Arbeitsprozess? 
Ist die Anstrengung für das Aufrechterhalten von interessanten Konversationen die Energie die notwendig ist eine Beziehung aufrecht zu erhalten? Ist Zeit ein relevanter Faktor? Vergeht die Intensität einer Beziehung bei ausbleibender Kontaktaufnahme? Was sagt uns das über die Natur einer Beziehung? Ist eine Beziehung nicht immer ein beiderseitiges festhalten wollen an Illusionen und individuellen Zukunftsprojektionen? Muss eine Beziehung nicht notwendigerweise universal sein, weil eben Menschen universal sind? Ist eine Beziehung basierend auf kulturellen und erfahrungsbedingten Wertvorstellungen, Empfindungen und Erwartungen die beide oder alle beteiligten Personen bis zu einem gewissen Grad teilen? Was ist dann der grundlegende Basiswert einer Beziehung überhaupt? Besteht er aus reinen Vorstellungen? Wie haben wir Menschen den notwendigen, physischen Kontakt zu uns selbst und untereinander verloren, unabhängig von imaginären Persönlichkeitsmerkmalen, wandelbaren Idealen, Präferenzen und Abneigungen, an illusionär geformten und programmierten Idealen gemessenen Wertungen? Wo ist der Kontakt zum Hier, zum Lebendigen in uns allen? Muss eine Beziehung nicht in erster Linie auf der bedingungslosen Akzeptanz des Selbst als Bestandteil des Lebens aufbauen, die alles Leben als Einheit mit einschließt und aus dem Selbst heraus entsteht, das du wirklich bist, anstatt aus den Erwartungen an eine andere Person? 

All diese Fragen und einige mehr habe ich mir im Lauf der letzten Jahre immer wieder gestellt und sie mir nach und nach selbst beantwortet, so dass ich absolut in jedem Moment zu diesen Antworten stehen kann. 

Eine Beziehung aufrecht zu erhalten ist anstrengend. Ja, das ist wohl so, denn wenn wir uns selbst einmal betrachten, unsere Persönlichkeit mit all ihren Vorlieben, Abneigungen, mit all ihren Wünschen, den emotionalen Reaktionen auf die unterschiedlichsten Situationen und Menschen, wenn wir erkennen wie wenig wir davon im Grunde verstehen, wie wenig wir uns selbst verstehen, und wie viel wir von alledem blind hinnehmen, es als das was wir sind akzeptieren ohne auch nur einmal innezuhalten und uns zu fragen ob das wirklich der Fall ist, ob wir unsere Beziehung zu allem nicht selbstbestimmt ändern und beeinflussen können, dann erkennen und verstehen wir zwangsläufig, dass eben aufgrund der Tatsache, dass es allen anderen Menschen, zu denen wir eine Beziehung haben können, ebenso ergeht und dass das eine Beziehung im Grunde nahezu unmöglich macht, wenn man sich nicht unheimlich dafür anstrengen würde.

Was bleibt ist die Frage, ob diese Beziehung die aus einer Anstrengung erwächst tatsächlich eine gesunde, bzw. eine Früchte tragende Beziehung ist, ob diese Beziehung tatsächlich das ist, wonach wir uns im innersten sehnen, oder ob sie ein verzweifelter Versuch ist, die eigentlich notwendige Anstrengung, die Arbeit an sich selbst, die Erkenntnis und das Verständnis für sich selbst zu erlangen zu umgehen, weil diese uns unangenehm erscheint und dafür ein Ersatzkonstrukt einer Beziehung in Kauf zu nehmen, das krampfhaft und unter erheblichem Aufwand der gegenseitigen Manipulation und des gegenseitigen Hintergehens am Leben erhalten werden muss, nur um irgendwann zwangsläufig unter der erdrückenden Last der mentalen, gedanklichen Verstrickungen und des Selbstbetrugs zusammenzubrechen und auseinanderzufallen. Dann stellt sich aber für alle Beteiligten im Grunde immer diese ehemalige Beziehung als ein Scheinkonstrukt dar, nur dass man sich selbst diese Lüge eben nicht eingesteht, sondern noch immer versucht, den anderen für das unausweichliche Scheitern verantwortlich zu machen. 

Doch in Wahrheit muss eine Beziehung aufgebaut auf trügerischen Lügen nicht scheitern. Wenn man es ernst meint mit der Selbstentwicklung und den schritt einmal gegangen ist, sich in Selbstehrlichkeit seiner Eigenverantwortung zu stellen, dann stellt eine solche Beziehung eine Chance dar, sich auf diesem Weg der Desillusionierung und hin zu einer ehrlichen, aufrichtigen Beziehung auf Augenhöhe und gleich miteinander gegenseitig zu stützen und bei der Einsicht in die Gedankenfallen und die trügerischen Bewusstseins-Konstrukte beiderseitig zu helfen. Ich rede dabei auch nicht unbedingt von Partnerschaften und Ehen, sondern ganz bewusst von jeder Art von Beziehung, über Verwandtschaftliche, freundschaftliche, sexuelle und Lebensgemeinschaftliche Beziehungen jeder Art.

Denn tatsächlich und für den gesunden Menschenverstand frei einsehbar ist die Erkenntnis, dass es sich bei und allen als Lebewesen, als Substanz und Existenz dieses Daseins um eine Familie handelt und dass jeder Versuch sich abzutrennen, sich hervorzuheben, sich als außergewöhnlich zu stellen –oder eben jemand anderen – eine reine Einbildung ist. Es ist der freiwillige Verzicht auf die Fähigkeit der Einsicht und die Hingabe an etwas, das man wahnhaften Glauben nennen könnte. Fortschritt, Wachstum und Entwicklung schieben wir vor als Grund für diese Lüge gegenüber uns selbst und versuchen damit all die zerstörerischen, katastrophalen und das Leben von uns allen bedrohenden Konsequenten dieses Wahnkranken Handelns zu rechtfertigen.  Wir wissen, dass unser kurzes Bewusstes Leben endet und dennoch hoffen wir, innerhalb dieser Zeitspanne die äußerlich bedingte Erfüllung zu erlangen, durch Konsum, Technologie, Komfort und Wachstum in allen Bereichen. Wir erkennen nicht, dass dieses kurzsichtige und kurzfristige Handeln enorme Konsequenzen für die nachkommenden Generationen hat, oder schlimmer noch: wir erkennen es, aber wir ignorieren es, weil wir lieber an der Unsterblichkeitsfantasie unserer eigenen Seelen festhalten. 

Und daher haben wir auch unzählige Konzepte einer perfekten Beziehung erfunden, die uns eben das vormachen sollen, die Erfüllung eines Wahns, eines Märchens das uns einlullt in die Selbstverliebte Egomanie. Eine Freundschaft zu einer bestimmten Person, unter bestimmten Bedingungen, mit hundert künstlichen Verhaltensregeln. Eine Liebe mit abertausend Bedingungen an die äußeren und inneren Umstände, eine Familiäre Bindung die unter gewissen Voraussetzungen wieder in Frage gestellt wird um sich von Verantwortung oder unangenehmen Konsequenzen loszusagen, all das sind Traumtänzereien, aber niemals wirkliche Beziehungen zu dem Lebendigen, zum Leben, zu dem Wandelbaren, Wunderbaren, dem Gleichen, dem, was uns alle eint in dieser Existenz. Diese scheinbaren Beziehungen sind Illusionen und Zwänge, und deshalb krampfhaft und unwirklich.
Eine wahrhaftig aufrichtige Beziehung kann nur der führen, der eine ebensolche zu sich selbst als Mensch und Gleicher unter Gleichen hat. Jemand der eine Beziehung zum Leben selbst hat, die ihn mit allem eint und der daher auch niemanden mehr oder weniger lieben kann als sich selbst. Eine solche Beziehung ist und muss immer universal sein, und daher Bedingungslos. 

Bedingungslos bedeutet aber eben auch, dass körperliche Trennung, der mangelnde Kontakt zu einer bestimmten Person, die mangelnde Pflege dieser Beziehung, wie man es gesellschaftlich bezeichnen würde, keinerlei Rolle für das Fortbestehen oder die Intensität dieser Beziehung spielt. Denn all diese Konstrukte der Enttäuschung, des Beleidigt Seins, der zwanghaften, genötigten Kontaktaufnahme, dienen nur einem Zweck, der Entstehung eine krankhaften, egoistisch-parasitären gegenseitigen Ausnutzung der beteiligten Persönlichkeiten. Diese Form der Zusammenhänge, egal wie auch immer man sie nennt – ob Freundschaft, Partnerschaft, Ehe, Liebe, ist eine sind ein Resultat mehrerer untereinander verketteter Ego-Persönlichkeiten, die in dem jeweils anderen vor allem einen Vorteil sehen, egal welcher Art. Das muss nicht einmal immer ein sozialer, finanzieller Vorteil sein, es reicht völlig, wenn sich die Ego-Persönlichkeit, das eingebildete Gedankenkonstrukt eines Selbst von diesem Verhältnis ernähren und aufrecht erhalten kann, wenn genügend Energie aus dem Fleisch emotional generiert wird, um es zu füttern.

Der Beweis meiner Behauptungen liegt, neben der Beobachtung des Menschen und menschlicher Auseinandersetzungen während und vor allem nachdem Beziehungen beendet wurden, in der ständigen Erwartungshaltung und den mit ihr verbundenen Enttäuschungen, die immer wieder, fortwährend eintreten aber geduldig und angestrengt ignoriert und übersehen werden, bis auf diejenigen Male in denen sich dann der Frust und die Unzufriedenheit in systemkonformen Momenten die explizit vom Unterbewusstsein ausgewählt werden entlädt. Das heißt der Beweis bleibt einzig und allein jedem selbst zugänglich, wenn er bereit ist sich und seine inneren Reaktionen zu studieren, zu beobachten und sich in Selbstehrlichkeit zu schulen wenn es darum geht die eigenen, tatsächlichen Motive in jedem Moment und in jeder emotionalen Reaktion zu erkennen.


Dienstag, 24. Februar 2015

Tag 200 - Group dynamics, leaders and elites








In every group movement based on democratic principles, one should maintain awareness for a tendency of some of the founders and their companions to form an elitist, exclusive "head", even if they don't recognize it themselves. They might in some cases develop a dangerous attitude to see themselves as unquestionable. But he only point that proves this attitude right is the even more dangerous tendency of those that immediately jump in  when someone is questioning a statement or even asking for a better understanding of a proposition made by one of this sub-group, pretending an argument just to align again in the next move as if they had been convinced. This is like a defense mechanism following the herd instinct of an individual that can block all healthy dynamics of what a group movement's intention actually was. All elitist structures within groups support this process of stagnation, because individual development , integration and participation is no longer seen as a process of mutual and equal support, but rather as an attempt to align with the understandings and  assertions of the elite group only.

But you find these patterns in all areas of human social life, even between two people. Friends will consolidate just for the sake of feeling more secure in their views as a lobby of two or more. People align to mainstream opinions without even understanding them for the same reasons.

Anyway, insecurity remains, and it should remain to a certain level because otherwise certainty could just become a hardened form of ignorance. Being content with oneself, self-responsible and stable as an individual is essential for being a supportive part of a group, but that does not rule out the ability to maintain an open mind, particularly with regards to the process it takes to get to that point of self-integrity.

                                          

I forgive myself that I have accepted and allowed myself to react emotionally to patterns that I observe as a group dynamic building sub groups of people that I see as superior and therefore judge them and assume that they behave as an elite.

I forgive myself that I have accepted and allowed myself to communicate from a starting point of insecurity when I react emotionally to such a pattern and start an argument just to assure myself of the justification of my point of view, which is in that moment actually self-righteousness.

I forgive myself that I have accepted and allowed myself not to stop myself within my emotional reaction and to breathe until I am able to approach this point with common sense and articulate what I see with the intention to actually come to an understanding of how and why I see this friction and conflict within myself and the presenting situation.

I forgive myself that I have accepted and allowed myself to rush into an interaction and communication out of an emotional turmoil without understanding and clarity of what I am actually heading to, even if I am aware of a point that I see as important to be communicated but that I need to analyze, deconstruct and understand totally in the first place before communicating it.

I commit myself to whenever I react emotionally to a conversation, a situation, an interaction that I perceive to stop myself within that emotional reaction, to breathe in awareness and to see whether my reaction is actually based on common sense, if my presumptions and understanding can stand the test of my own self honesty and self-understanding, and when I still see a point of discussion I commit myself  to articulate it in a clear and commonsensical way with the self-honest intention to clarify and understand, to learn and to grow.