Donnerstag, 9. Januar 2014

Tag 164 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 6

M31. / Foter.com / CC BY


Fortsetzung zu

Tag 163 - Psychlogie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 5

 

Auszug:

Da der Selbstwert des Individuums sich nicht mehr über den Konsum symbolischer Güter definiert oder aufgrund zwangsweise auferlegter Statuswerte zu erkämpfen ist, sondern in der unumstößlichen Gewissheit der Gleichheit und Einheit, sprich der Gleichwertigkeit aller fußt, ist die Lebensmotivation, der Antrieb der Handlung nun nicht mehr auf gelenkte, isolierte Ziele ausgerichtet, sondern auf das Wohl der Gemeinschaft und das Beste für deren Entwicklung, nicht nur begrenzt auf die eigene Lebensspanne, sondern auf das Leben selbst bezogen, Generationsübergreifend und nicht an die eigene Erfolgsgeschichte gebunden.


Fortsetzung:
Wir wollen das Beste, wir wollen den Fortschritt, die Bequemlichkeit und den Luxus. Dagegen ist nichts einzuwenden. Das Problem dabei ist, wir wollen all das jetzt, für uns selbst und so schnell wie möglich. Wir streben nach dem persönlichen Erlebnis, nicht nach dem dauerhaften, stabilen Erfolg. Wir sind allein auf unsere eigene, persönliche Erfahrung fixiert und Sklaven des Belohnungssystems unserer primitiven Gehirne.
Angst ist der größte zerstörerische Faktor und unser Antrieb dabei. Wir sind nicht dumm, aber wir handeln kopflos, irre, idiotisch, wahnsinnig. Was sonst außer der Angst sollte uns dazu bringen so zu handeln? Die Angst um die Geschichte in unseren Köpfen die wir über das Leben selbst gestellt haben, unsere Persönlichkeit. Wir haben zwar die Fähigkeit zu Verstandes-gemäßem Denken, zur Vernunft, zu Weitsicht und verantwortlichem Handeln, aber wir leugnen sie, nutzen sie absichtlich nicht, aus Angst vor der Verantwortung die diese Fähigkeiten mit sich bringen.Unsere kulturelle Prägung, die Systematik die wir etabliert haben als soziales und wirtschaftliches Gefüge nutzt unseren primitivsten Entwicklungsstand, unsere simplen Systematiken persönlicher Belohnungs- und Glücksempfindungen um uns im Innersten auf dem Stand der Entwicklung eines Säuglings zu belassen. Dadurch werden wir zu Masken, zu oberflächlichen, schein-mündigen 'Erwachsenen', mit Macht und Privilegien der Mitgestaltung ausgestattet und werden dabei doch noch immer geleitet und fremdbestimmt ohne uns dessen bewusst zu sein, handeln und agieren einzig im Sinne und nach den Prinzipien der alles beherrschenden Systematik des Glaubens, der Dogmen die, getriggert durch unsere Ängste des Existenz- und Identitätsverlustes von uns allen aufrecht erhalten werden.

Dabei ist jeder Fortschritt den die Menschheit geleistet hat immer das Ergebnis einer Zusammenarbeit gewesen. Es gibt keine einzigartige Idee, keine Leistung die absolut unabhängig und isoliert vonstatten geht. Das Problem ist die Systematik, die es entgegen jeder Vernunft und jeden Verstand einzelnen Personen und Gruppen ermöglicht, die Rechte an Ideen und Leistungen ihnen allein zuzuschreiben. Wenn diese Personengruppen eine Möglichkeit sehen, aus einer Idee oder einer Leistung Profit zu schlagen, erwerben sie die Rechte an dieser Idee, die ein Ergebnis, ein Substrat der gedanklichen Anstrengungen und der Experimente von hunderten und tausenden Menschen sein kann und benutzen wiederum andere Menschen als Ressource, um die Produkte herzustellen, um die Umsetzung zu vermarkten; und das können sie tun, weil die Systematik die wir alle zulassen und aufrecht erhalten dies legitimiert, weil Menschen in existenzielle Abhängigkeit von anderen Menschen, Unternehmen und Konzernen gebracht werden, welche die Rechte an Ressourcen und Ideen, menschlichen Errungenschaften für sich allein beanspruchen können und dürfen.Wir halten in unserer Angst vor Eigenverantwortung und wahrer Selbstbestimmung den Glauben aufrecht, dieser Anspruch der so bemächtigten Personen sei gerechtfertigt aufgrund ihrer persönlichen eigenen Leistungen. Doch nichts könnte ferner von der Wirklichkeit der Tatsachen entfernt sein.

Der Gedanke die Entwicklung, Produktion und allgemeine Organisation bestimmten Institutionen zu überlassen die fachlich spezialisiert sind ist an sich kein schlechter, doch die Art der Umsetzung die einer Ideologie des Wettkampfes um die Macht und die Kontrolle über Möglichkeiten und Ressourcen folgt, zum einzigen Zweck der gierigen, persönlichen Bereicherung entspricht in keiner Weise den tatsächlichen Möglichkeiten und den Fähigkeiten des Menschen. Aus seiner Angst heraus lässt er solch missbräuchliche, widersinnige Strukturen und Regelungen zu, in der vagen Hoffnung für sich selbst genug 'Rechte' und Möglichkeiten sichern und erwerben zu können um seine persönliche kleine Welt ausreichend bereichert zu haben. Nach mir die Sintflut schein dabei oberstes Mentalitäts-prinzip zu sein, während in Anbetracht der Zukunft der eigenen Nachkommen ein Glaubenskonzept genährt wird, das dem Motto 'es wird sich schon irgendwie alles richten' zu folgen scheint. Alles in allem nicht gerade ein Bild das vor Würde und Erhabenheit strahlt, sondern eher niedere Triebhaftigkeit und rücksichtslose Wildheit widerspiegelt, wobei ich ganz bewußt auf Bezeichnungen wie 'animalisch' verzichte, da das Verhalten des Menschen unvergleichlich kurzsichtig, selbstzerstörerisch und naiv erscheint und sich nirgendwo im Tierreich ein Äquivalent hierzu finden lässt.

Fortsetzung folgt...


1 Kommentar:

  1. Fortschritt ... wie aus der Gemeinschaft der Lebewesen Gesellschaftsformen werden:

    http://faszinationmensch.com/2014/01/11/inflation-der-korperkultur-auf-kosten-des-wesentlichen/


    Gruß

    AntwortenLöschen