Montag, 24. September 2012

Tag 47 - Angst, Erlaubnis, Akzeptanz: Grundvariablen menschlicher Selbst-Programmierung



Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe mich selbst zu programmieren durch meine Akzeptanz und die unhinterfragte Annahme der Normen und Werte einer Gesellschaft die einzig auf Repräsentativen Schein ausgelegt ist, die den Menschen als sein Selbst ignoriert und die einzelnen Individuen zu verängstigten sich hinter vorgegebenen Fassadenidentitäten versteckenden kreaturen degradiert, beziehungsweise die den Menschen in einer solchen Weise von Kindesbeinen an manipuliert, beeinflußt und verängstigt, dass er sich ganz und gar in der Scheinexistenz seiner imaginären Gedankenwelt als Persönlichkeit verliert ohne den Bezug zu sich selbst als körper, als physisches Leben in Einheit und Gleichheit mit allem Leben von sich aus, eigenständig wieder herstellen zu können oder zu wollen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe ein System zu unterstützen und mitzutragen, welches mich selbst in existentieller Unsicherheit verweilen lässt, ob in materieller oder mentaler Hinsicht, das mich in meiner Selbstidentifikation hundertprozentig abhängig macht von den Gedanken- und Wertstrukturen die vorgegeben die Reaktionen hervorrufen sollen die dem vergeistigten Selbst als Rückversicherung seiner Existenz dienen und für deren Hervorrufen es sich völlig dem Konsum der vorgegebenen Symbole und Verhaltensweisen hingeben muss.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir nicht erlaubt und es nicht zugelassen habe, mich in eigenverantwortlicher Entscheidung den Konsequenzen meiner Untätigkeit und wehrlosen Akzeptanz der vorgegebenen und antrainierten Denk- und Verhaltensmuster zu stellen, sie mir selbstehrlich zu vergegenwärtigen, mir zu vergeben und selbstbestimmt in Erkenntnis meiner Selbst zu leben, zu handeln und zu entscheiden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe in meiner Unzufriedenheit mit mir selbst nicht den Drang des Lebens selbst zu erkennen, sich in mir und durch mich zu entfalten, sich an den Prinzipien des Lebens selbst in Einheit auszurichten, sondern dass ich es mir erlaubt habe die Denkstrukturen des geformten Bewußtseins zur Selbstrechtfertigung meines Ich-bezogenen Verhaltens und der selbstgefälligen Wahrnehmung und Interpretation der Umstände zu benutzen, ohne mir dabei selbstehrlich klarzumachen, dass diese Anstrengung der gedanklichen Rechtfertigung nur auf einer Scheinlogik basiert, die einzig und allein in meiner begrenzten, beschränkten Gedankenwelt Gültigkeit hat und nicht real und praktikabel auf die Wirklichkeit übertragen werden kann, und dass genau dieses Denken und Verhalten der Menschen eine Ursache für den Missbrauch des Lebens, die untragbaren Zustände und die vom Menschen willentlich kreierte Ungleichheit ist, da das Ego in dem Versuch sein Selbstinteresse zu rechtfertigen nach Ursachen außerhalb seiner selbst sucht, was in zweierlei Hinsicht eine Verirrung ist, nämlich einerseits deshalb, weil das Ego als 'Persönlichkeit' einzig in Gednken existiert, also nicht feststehend, greifbar (auch nicht gedanklich greifbar) wirklich existiert, und zweitens weil es sogar in seiner imaginären Existenz niemals abgetrennt vom Ganzen der Existenz sein kann, schon allein weil es in seiner Rückversicherung und Selbstüberzeugung auf das 'Feedback' seiner Umgebung angewiesen ist, und zwar im 'positiven' wie auch im 'negativen' Sinn.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es erlaubt und zugelassen habe eine Persönlichkeit aufzubauen, zu entwickeln und zu 'kultivieren', die in jeder emotionalen Reaktion, in jedem Unwohlsein, jeder Verängstigung und jedem Streben nach Zufriedenheit und Vollendung Gründe und Ursachen in symbolischen Verkörperungen bestimmter Ideale sucht, die immer repräsentiert werden durch 'andere', durch 'Objekte' und 'Zustände' die ausserhalb der eigenen als isoliert wahrgenommenen Person stehen, und dass ich es nicht erkennen wollte, dass dadurch eben meine Selbstbestimmung aufgegeben und ersetzt wird durch einen künstlichen Lebenstrieb, einen falschen Lebenswillen welcher das Bewußtsein allein als Schnittstelle zum eigenen Selbst als dieser Lebensform benutzt und den Fokus eben einzig auf diese im Bewußtsein gestaltete Entität 'Ich' als Person lenkt, so dass die ganze Wahrnehmung des Lebens sich nicht mehr auf die grundlegenden, allen Lebensformen gemeinen Prinzipien richtet, sondern auf eine virtuelle Welt der vergeistigten Werte, einem in sich geschlossenen gedanklichen System welches durch unser aller Akzeptanz und Erlaubnis allein sich verselbständigend die Herrschaft und Kontrolle über jeden einzelnen Menschen und über das Leben selbst erlangt.

Ich bestimme mich selbst als das Leben in jedem Moment des Lebens zu der Erkenntnis und Akzeptanz meiner eigenverantwortlichen Teilhabe am menschlichen Dilemma unserer Zeit und aller Zeiten, zu der Erkenntnis dass es keine vereinzelte, allein verantwortliche Gruppe gibt, dass es kein Feindbild geben kann, dass jedwede Zuschreibung von Schuld und Verantwortlichkeit eine illusion der Selbstrechtfertigung eigener Untätigkeit ist, und dass wir Gefangene unserer eigenen Kreation, dem System, dem Misstrauen das daraus entsteht, der irrationalen Angst vor dem eigenständigen Leben und der verantwortlichkeit der eigenen Entscheidung sind und uns nur dann daraus befreien können, wenn jeder einzelne Mensch sich der Programmierung seines Bewußtseins, der Verblendung seiner eigenen Existenz als LEBEN bewußt wird, wenn wir uns jeder für sich selbst dafür entscheiden endlich die Verantwortung für unsere Existenz als Menschen zu übernehmen und uns nicht mehr zu verstecken suchen hinter Scheinerklärungen, spirituellen und religiösen Fantastereien, den Geschichten die wir uns selbst jeden Tag erzählen und die wir nur durch betäubende Wiederholung gepaart mit aus Angst geborener Ignoranz glauben wollen.

Ich bestimme mich selbst als das Leben dazu, mir selbst und unter Umständen auch für andere ein Beispiel zu geben, dass diese Selbstbestimmung in selbstehrlicher Eigenverantwortung das ist, was den Menschen als LEBEN ausmacht, dass darin seine wahre Fähigkeit, sein Potential liegt produktiv und dem Leben zugewandt sich zu entfalten, dass er durch seine bewußte Entscheidung in jedem Moment selbstbestimmt und selbstgesteuert zu SEIN überhaupt erst lebendig wird.

Ich bestimme mich selbst als das Leben dazu, die Programmierung die mich zu einem sich selst belügenden, das Leben missbrauchenden, selbstsüchtigen Roboter hat werden lassen zu analysieren, zu dekonstruieren, bloßzustellen und als das zu offenbaren, was sie tatsächlich ist: eine Krankheit, ein das Leben als die es selbst bedingende Quelle verbrauchendes und zerstörendes Geschwür in das sich das Bewußtsein selbst hineininterpretiert, das wir selbst immer wieder nähren und zum wachsen bringen in völliger Blindheit gegenüber den realen, offenbaren Konsequenzen für das Leben das wir sind.





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