Donnerstag, 14. Juni 2012

Tag 26 - Schuldgefühl und Aufschiebung


 Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich schuldig zu fühlen weil ich seit drei Tagen nicht geschrieben habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich selbst zu verurteilen, weil ich mich in Momenten in denen ich nichts anderes zu tun hatte ausgeruht und mich mit unterhaltsamen dingen beschäftigt habe.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe ein Schuldgefühl zu entwickeln das mich immer dann überkommt, wenn ich einen Moment gar nichts tue.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe zu glauben, dass ich nur dann wirklich sinnvoll lebe und einen Wert habe, wenn ich mit einer Arbeit beschäftigt bin.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich aufgrund vergangener Lebensabschnitte in denen ich mich aufgegeben hatte und nur meinen egoistischen Trieben gefolgt bin, rücksichtslos alle Konsequenzen ignoriert habe und dadurch immer wieder Schaden verursacht habe zu bewerten, einzuordnen und mein Verhalten an der Vermeidung dieser Negativerfahrungen auszurichten.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, durch meinen polarisiernden Umgang mit meinen vergangenen Verhaltensmustern diese immer noch in umgekehrter Form aufrecht zu halten, indem ich beispielsweise glaube, ich könne mich durch Geschäftigkeit und dauernde Unruhe aufwerten und würde damit durch das gegenteilige Verhalten Dinge ungeschehen machen oder in Zukunft vermeiden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mein Empfinden an meinen akzeptierten Persönlichkeitsmustern zu bewerten, in gut und schlecht, angenehm und unangenehm einzuteilen und somit mein Verhalten bestimmen zu lassen indem ich in Erwartung und Befürchtung Situationen eingeschätzt, mit Erfahrungen verglichen und bestimmte Dinge vermieden oder forciert habe, und zwar nicht von dem Standpunkt aus, das Interesse allen Lebens zu berücksichtigen, sondern lediglich aufgrund meiner Wertekategorien in Bezug auf mein persönliches Wohlbefinden und meines persönliches Selbstinteresse.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mich für die Konsequenzen meines fremdbestimmten, steuerungslosen Verhaltens nicht verantwortlich zu fühlen, weil ich diese Prägungen und Konzepte als naturgegeben angenommen habe und somit 'meinem Schöpfer' die Verantwortung übertragen habe, ohne einzusehen, dass ich selbst mein eigener Schöpfer bin, dass ich sehr wohl eine Entscheidung treffen kann, dass mein Bewußtsein mich nicht versklaven muss, sondern dass es benutzt werden kann zur Erkenntnis dessen, was wichtig und gut für alles Leben ist.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst indem ich mir im Schreiben die missbräuchlichen Verblendungen und Gedankenkonzepte verdeutliche, vergegenwärtige, sie als das betrachte was sie wahrhaftig sind, frei von kulturellen Wertannahmen und Einschätzungen, indem ich mir die Konsequenzen der Akzeptanz dieser Programme vor Augen führe und dann vom Bewußtsein meiner Selbst als Leben, gleich und eins mit allem Leben, eine selbstbestimmte Entscheidung treffe, für die ich stehen kann.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst indem ich die Muster und Verhaltensweisen die ich an anderen missbillige in meiner eigenen Persönlichkeitsstruktur wiedererkenne und mich in der Einsicht von Gleichwertigkeit selbstbestimmt von ihnen befreie, anstatt meine Angst davor mir selbst selbstehrlich gegenüberzutreten in andere Personen hineinzuprojizieren und in der gedanklichen Separation die falsche annahme der eigenen Unschuld an den Zuständen menschliche 'Natur' zu generieren.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst in dieser Weise um ein Beispiel geben zu können, gleichwertig und eins mit dem Leben dafür zu stehen, dass wir als Menschen eine Welt formen können, die Lebenswürde für alle ermöglicht, die dem Missbrauch in gegenseitigem Misstrauen und ewiger, anerzogener Missgunst ein Ende bereitet und es uns ermöglicht uns gleichwertig frei als lebendige individuen und Repräsentationen des Lebens zu entfalten, ohne jegliche Angst.

Ich bestimme und korrigiere mich selbst um offenzulegen, dass die irrationale Angst die einzige Grundlage für die menschliche Lebensweise in ihrer zerstörerischen Ausprägung, Auswirkung und für alle Qualen für das Leben die damit zusammenhängen ist und dass ohne diese Grundlage, die jeder individuell für sich in einem Prozess der Selbstehrlichkeit transformieren kann, diese Welt der Menschen nicht mehr im Namen der selbstgerechten Gier und des Profits unter allen Umständen alles Leben ausbeutet um sich letztendlich selbst zu zerstören.

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