Samstag, 17. August 2013

Tag0138 - Nachruf für Bernard Poolman 'Der Mensch und das gelebte Wort'




















Nun, ich kann weiter so tun als ob ich den Tod von Bernard Poolman überhaupt nicht mitbekommen hätte und verdrängen wie sehr mich der Moment bewegt hat in dem ich davon erfuhr, oder aber ich stelle mich in einem selbstehrlichen Prozess den Emotionalen und gedanklichen Aspekten dieser Erfahrung und bleibe Herr meiner Selbst, bleibe wach und aufmerksam, erkenne und vergegenwärtige mir die Bedeutungen und Ursachen eben dieser emotionalen Reaktionen um mich dadurch selbst zu verstehen, standhaft zu sein, eigenverantwortlich und selbstbestimmt, so wie es im Sinne dieses Mannes gewesen wäre, dieses bemerkenswerten Menschen der mir über so lange oder auch kurze Zeit als einzigartiges, lebendes Beispiel gezeigt hat, dass die Freiheit des Menschen, seine Selbstbefreiung und die Erlangung wahrer Menschenwürde und Vertrauenswürdigkeit tatsächlich möglich und lebbar ist.

All die Jahre meiner Suche nach einem Sinn, nach einer Erfüllung, nach einem Grund oder einer Bestimmung, nach dem Grund der Existenz, nach dem man zwangsläufig anfängt zu fragen wenn man einen gewissen Punkt der Selbstarbeit überschritten hat waren nichts weiter als die strebsame Gier des Egos, dieser Gedanken-gespeisten Einbildung einer Existenz allein als Ich, als diese Person nach energetischen Erlebnissen und haben immer nur den einfachen Weg vor mir ausgelegt, weil sie eben Strukturen der Gedankenkonzepte und der emotionalen Bewusstseinsauslegungen folgen die uns allen eingepflanzt werden und die dich immer wieder auf dich selbst zurückwerfen, während du verzweifelt versuchst aus dir heraus zu kommen anstatt den Blick auch tatsächlich bewusst und offen auf dich selbst gerichtet zu halten.

Dieser eine Schritt, eine offene, ungezwungene und bedingungslose Entscheidung der Unterstützung ohne irgendeinen Versuch der Überzeugung durch die Gruppe, der Menschen die mit Bernard zusammen für Desteni, für seine Worte gestanden haben waren der erste und einzig notwendige Augenblick für mich um mich selbst zu finden und mich als gleich und eins mit allem Leben zu erkennen – oder besser gesagt zu erahnen, denn wie ich all das umsetzen, wie ich damit fertig werden und mich von den Gedanken ignoranter Selbstrechtfertigung und emotionalen Fesseln meiner persönlich auferlegten Gefangenschaft befreien sollte war mir zu dem Zeitpunkt noch unklar. Doch die eigenständige Auseinandersetzung mit dem Desteni Material, mit der Fülle an Artikeln und Interviews, den Vlogs und Blogs, das Schreiben als Werkzeug, als Hilfsmittel zur Entfaltung meiner Persönlichkeit vor mir selbst, das hat mir die Augen geöffnet und den befreienden Schritt zur Annahme meiner Eigenverantwortlichkeit für und als das Leben selbst möglich gemacht.
Bernard war sicher treibende Kraft in der Gruppe und für mich war er ein Fixstern für meine Orientierung und Ausrichtung am Leben, für meinen Weg mich durch die eigenen emotionalen Verkrustungen zu brechen, meine Opferrolle aufzugeben, meine Süchte zu beseitigen und mich als Mensch zu befreien, weil er als Beispiel das gelebt hat, wovon ich immer nur eine Ahnung hatte, was ich aber in Angst und Eigensinn vergraben hatte. Es war immer so, dass e genau die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt aussprach die ich hören musste um im Moment des Fallens wieder zu mir selbst zu finden, auch wenn er mit diesen Worten nicht mich persönlich ansprach, sondern alle Menschen gleichermaßen.

Und da liegt eben auch die Kraft seines Wirkens, dass er klar und ungefärbt die Gleichheit aller, die Gleichheit der Strukturen und die offenen Wahrheiten des Lebens deutlich erfasst und ausgesprochen hat in Worten die mitten ins Herz der selbstgeschaffenen Scheinexistenz trafen und sie treffen noch immer, haben noch immer die selbe Kraft.
Ja, ich bin unsagbar betroffen von seinem Tod, ich vermisse seine Präsenz auch wenn ich ihm nie näher als dreizehn tausend Kilometer Kilometer gewesen bin. Ich habe einfach keinem anderen Menschen so viele wertvolle, profunde und dauerhafte Einsichten zu verdanken wie ihm, seiner unterstützenden Haltung, seiner Wahrhaftigkeit und brachialen Ehrlichkeit.
Ja, diese Welt ist durch seinen Tod tatsächlich ärmer, doch ist das bereits tausendfach aufgewogen mit dem, was Bernard Poolman als Mensch hier bewirkt und zurückgelassen hat, was unumstößlich seinen Tod überdauern und aus ihm heraus weiter wachsen und gedeihen wird zum Wohle allen Lebens. Das größte Geschenk, das ein Mensch dem Leben aller und damit sich selbst machen kann, die Transformation der mensclichen Existenz als programmiertes Bewusstsein zu einem sich selbst in Einheit und Gleichheit erkennenden und eigenständig verantwortlich definierenden Menschen-Leben, der wahrhaftige, selbstbestimmte Weg in die Freiheit allen Lebens als Beispiel gelebt und mit offenen Händen geteilt als Bedingungslose Hingabe und Unterstützung für alle.


Wer mehr darüber erfahren möchte wie einzigartig und doch vertraut, kraftvoll und dennoch einfühlsam, umfassend und dennoch in simpler Klarheit dieser Mann gewirkt hat und immer noch unverändert wirkt, der verschaffe sich selbst einen Eindruck indem er sich mit den Blogs und Vlogs, den Entwicklungen und dem Einsatz, der Hingabe und der bedingungslosen Aufopferung für das Leben aller der stetig zunehmenden Menge an Menschen überall auf der Welt auseinandersetzt, sich der Fülle an Selbstenthüllungen und dem gelebten Wandel all derjenigen aussetzt die sich dem Leben in Klarheit und Einheit verschrieben haben, die die eine Entscheidung im Namen des Lebens getroffen haben, sich selbst, eigenständig und eigenverantwortlich dem Prozess der Selbstbefreiung von den gedanklichen, mentalen Strukturen der Unterdrückung und Beschränkung des Lebens zu unterziehen, nicht etwa weil Bernard Poolman ein Übermensch gewesen wäre dem alle nacheifern, somdern weil er sich als ein bedingungslos vertrauenswürdiger und offener, gebender Gleicher gezeigt, weil er sich hingegeben hat für das Leben, die Freiheit des Lebens und damit für die Freiheit aller. Darin sich selbst zu entblößen bis auf die Knochen, sich als eins und gleich mit allen zu entlarven und diese Wahrheit in treffende Worte zu packen die die Illusionen des Geistes und seiner Überheblichkeit gezielt an der Wurzel packen lag und liegt das, was er uns allen gegeben und hinterlassen hat, und in unseren Leben, unseren Entscheidungen und unserer Hingabe an das Leben, an den Prozess der Befreiung in eigenverantwortlicher Selbstbestimmung liegt die überdauernde Ewigkeit dessen, was er repräsentiert hat. Das sind meine Worte über Bernard Poolman, der niemals etwas zu verbergen hatte. Es steht jedem Menschen völlig frei sich ernsthaft und umfassend zu informieren, sich einzulesen. Doch es bedarf schon einiger Courage den ersten Schritt auf die Wahrheit zuzugehen, wenn man überall auf althergebrachte Weise den scheinbar leichten Weg der Vorverurteilung geboten bekommt, wenn man nicht selbst denken, handeln und entscheiden muss und glaubt, sich dadurch der Verantwortung für und als das Leben das man ist entziehen zu können. Dass das nicht funktioniert, dass man die Verantwortlichkeit nicht abschütteln kann, ist eine der so unangenehm erscheinenden Wahrheiten die er nicht müde geworden ist herauszuschreien um uns die Möglichkeiten der Freiheit, das Potential als Mensch wahrhaft zu leben vor Augen zu führen.
Ich habe lange gebraucht um diese Worte zu schreiben, weil ich nicht sicher war, ob ich es mir anmaßen kann über den Tod eines Mannes zu schreiben, den ich lediglich über tausende Kilometer Entfernung aus Chats, Vlogs und Blogs zu kennen glaubte, doch ich bin froh damit angefangen zu haben, weil mir dadurch klar geworden ist, dass ich ihn sehr wohl kannte, dass ich genau wusste um die Wirkung seiner Worte und die Wirkung seiner Presenz. Ich kenne Bernard Poolman so, wie ich mich selbst kenne und eben weil ich zu ihm, zu seinen Worten stehe, stehe ich zu den meinen und in meiner Hingabe an die Wahrhaftigkeit, die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit als das Leben lerne ich ihn immer besser kennen, bis ich mich selbst absolut bis in den letzten dunklen Winkel meiner Selbst kenne und verstehe. Auf dass wir alle in Freiheit und Gleichheit die Vielfältigkeit des Lebens und sein volles Potential sein werden.

Danke Bernard Poolman,
Danke an alle die mit mir bis hier gegangen sind und die, die noch mit uns diesen Weg gehen werden.

Bastian Neumann


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