- Was ist Wut, was ist Zorn und woher stammt diese Energie?
Wir sind in der unreflektierten Handlung in emotionalem Zustand menschliche
Maschinen die sich selbst nicht verstehen und lenken. Unsere Persönlichkeit, unsere
Selbstwahrnehmung stützt sich auf Interpretationen innerer Gemütszustände und
wir leben diese aus, lassen sie zu als wären sie natürlich gegebene Werkzeuge.
Der Zustand selbst, die Emotion selbst, ist Teil unseres Seins. Die Ursachen
und Wirkungen aber sind unsere eigenen, ganz persönlichen Kreationen. Wenn wir
glauben, dass alles was Wut in uns auslöst einfach durch die Annahme, dass der
Zustand des „Wütend-Seins“ ein natürlicher Zustand unseres Seins wäre die
Reaktionen und wütenden Handlungen rechtfertige, dann sind wir nichts weiter
als irre-geleitete Biomaschinen ohne Sinn und Verstand. Wir sind dann einfach zu lenken, zu
manipulieren und wir verpulvern unser fruchtbares Potential als Menschen, das
uns dazu befähigen sollte konstruktiv und im Sinne des allgemeinen Lebens
Probleme zu lösen durch zerstörerische, sinnfreie Gewalthandlungen deren
Konsequenzen auf uns alle zurückfallen, auf die welche Ziele unserer Emo-Reaktionen sind, die welche einfach nur zusehen wie auch auf die emotional Handelnden selbst. Die Energie die wir in wütendem Zustand spüren und nur zu
gerne herauslassen würden, während unsere eingebildete Geschichte des Selbst
uns zu einer Heldenfigur eines wahnhaften Märchens stilisiert, ist das
Potential das durch disziplinierte, selbst-ehrliche Reflexion und eine verantwortungsbewusste Haltung die eines
Menschen mit dieser Befähigung würdig wäre, die Ursachen und die Folgen des
eigentlichen Problems zum Wohle aller, also eben auch zu dem eigenen, ein für alle Mal ausräumen könnte. Doch im
Zustand des hoch-emotionalen Egoismus ist die Lösung nebensächlich und im
Grunde gar nicht gewollt. Daher dienen alle gesellschaftlichen und politischen
Konflikte auf der Bühne der öffentlichen Medien lediglich dem Entertainment und
der kurzweiligen Ereiferung im menschlichen Schattendasein der Unwürdigkeit.
Weg in die Selbstbestimmung, Restrukturierung der Persönlichkeit, Neuausrichtung am Leben.., Dies ist mein Beitrag und mein Beispiel für den möglichen Paradigmenwechsel einer systemkontrollierten, vorprogrammierten und egozentrischen Persönlichkeit zu einem mündigen, selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Mensch-Sein in Anerkenntnis der Einheit des Lebens.
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Sonntag, 14. Dezember 2014
Tag 188 - Wut und Zorn, Definitionen und Ursachen
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Selbst,
Verantwortung,
Verstand,
Wut,
Zorn
Montag, 3. Juni 2013
Tag0105 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil3) - Du kannst nicht nur ein 'bisschen' frei sein...
Du kannst nicht nur
ein bisschen frei sein. Entweder du befreist dich ganz, oder du
sinkst tiefer und tiefer in dich hinein. Du betäubst dich selbst
immer und immer wieder mit Gedanken über deine Freiheit, deine Wahl,
deine Entscheidungen, deine Kontrolle, deine Bestimmung, Für und
Wider, „was wäre wenn?“, „wo ist mein Vorteil?“, all das
sind Zeilen des Programms der Selbstentfremdung, der Ablenkung, um
dich zu verschanzen hinter vorgefertigten Werten, Idealen und Normen
die nicht die deinen und auch nicht die irgend eines anderen Menschen
sind. Sie greifen nur im Kompatiblen Modus des Bewusstseins,
existieren nur in der Vorstellung, in den Erwartungen und
Glaubenssätzen einer symptomatischen Kulturebene. Die Schnittstelle
zur Steuerungseinheit des Menschen ist die programmierte Angst, die
Laufzeitroutinen sind die Erwartungen und Hoffnungen. Und gerade
diese Vorstellung der Isolation vom Ganzen, die Ignoranz der Einheit
allen Lebens macht den einzelnen manipulierbar und steuerbar, macht
es „anderen“ möglich ihn zu kontrollieren um ihn in „ihrem“
Namen und entsprechend ihrer Interessen zu benutzen. Das ist die
selbstgewählte Ursache allen Missbrauchs und aller Ausbeutung. „Die
anderen“ sind nicht etwa schlechter, böser oder wissender, sie
sind lediglich aufgrund teilweise unkontrollierbarer Umstände in die
Positionen der Systeme, unserer Systeme, gelangt, die ihnen die
Möglichkeit der Macht bieten, dies zu tun. Sie sind ebenso
verunsichert, verängstigt und fremdbestimmt, sie haben ebenfalls
keine Macht über ihr Selbst, keine Kontrolle. Ihr Programm der
Selbstwahrnehmung gaukelt ihnen diese vor und begründet sie mit der
offensichtlichen Macht die sie ausüben können. Ihre Motive aber
bleiben die selben wie die Handlungsmotive aller anderen Menschen,
auch derer die sie benutzen, nämlich die Angst.
Wir sind alle Täter,
niemals Opfer in dieser grundlegenden Akzeptanz der Systeme. Ich
spreche nicht von Gewaltopfern, Opfern der Verbrechen die als
Konsequenzen unverantwortlicher Umgehensweise mit dem Menschen und
seinem Potential als Verantwortlichkeit der ganzen Gesellschaft
entstehen, sondern ich spreche von der Akzeptanz der sogenannten
Natur des Menschen, der willentlichen Aufgabe jeder Selbstbestimmung
zugunsten des persönlichen Komforts und der Bequemlichkeit. Wir sind
alle Mittäter an allen Konsequenzen unserer Systeme, niemand kann
sich freisprechen von der Verantwortlichkeit, das muss der Mensch
endlich verstehen, akzeptieren und verinnerlichen. Jeder einzelne.
Das ist der einzige Weg um als Menschheit wieder das Leben zu
verdienen, um wieder so etwas wie Würde und einen Wert anzunehmen.
Die Möglichkeit dazu
haben wir, sie liegt in jedem Moment direkt vor uns. Es ist die eine,
selbstbestimmte Entscheidung aus der Programmierung auszubrechen um
sich selbst „ein Bild“ zu machen, um den Verstand als dieses
Leben das man ist zu gebrauchen, ihn zu benutzen um sich in der Welt
zu finden und um zu erkennen was hier passiert. Erst in diesem
Schritt kann letztlich die Lösung entwickelt werden, kann die
Möglichkeit eines anderen Lebens, einer anderen
Bestimmung des Menschen erkannt und Schritt für Schritt realisiert
werden, in einem eigenständigen und selbstbestimmten Prozess, einem
Selbstexperiment als ein Beispiel, um zu zeigen, dass die „Natur
des Menschen“ keineswegs eine alternativlose, festgelegte
Bestimmung, sondern eine selbstgewählte Ausrichtung ist. Dass der
Verstand mehr, viel mehr sein kann als lediglich eine Waffe oder ein
Instrument um das eigene Überleben zu sichern.
Es hindert uns allein die
Angst, dieses Konzept geboren aus der Isolation, aus der
Vergeistigten Selbstwahrnehmung in Abgrenzung zu „den anderen“.
Dieser Angst sich zu stellen ist die Entscheidung, sich allein
ihr zu stellen, ohne Rückhalt bei „andern“ suchen zu müssen,
das ist die Herausforderung des Lebens, darin liegt der Schlüssel
zur eigenverantwortlichen Selbstbestimmung als das Leben.
Ich meine, wie können
wir uns vollständig in die Hände von etwas geben, das wir nicht
verstehen, dessen wir nicht Herr sind, dessen Bedeutung und Herkunft
uns überhaupt nicht klar ist? Und allein die Tatsache, dass ich
diese Frage überhaupt stellen kann zeigt die Fehlbarkeit und
Unzuverlässigkeit dieses Systems des Bewusstseins, der Gedanken und
der gedanklichen Selbstwahrnehmung auf. Erst wenn wir steuernd
eingreifen, wenn wir Entscheidungen anhand der tatsächlichen Analyse
der Situation unter Berücksichtigung aller Punkte die für das
Leben, für alle Beteiligten Lebensformen auch langfristig günstig
sind ausrichten und treffen handeln wir verantwortungsbewusst und
zeigen uns der Eigenschaften und der Fähigkeiten des denkenden
Bewusstseinsapparates würdig.
Bis heute stellt sich die menschliche Welt allerdings anders dar, bietet der
Mensch das Bild eines naiven, ungebildeten Kindes dem man ein
gefährliches, doch interessantes Spielzeug in die Hand gegeben hat.
Fortsetzung folgt...
Fortsetzung folgt...
Montag, 27. Mai 2013
Tag0101 - Du bist immer allein Teil2 - Der unerbetene Verstand
Der Verstand ist und war unerbeten und die Sinnfrage ist eine
unlösbare Funktion die den Geist gefangen hält, den Menschen bremst und in
Ketten legt. Wir haben in unserer als ausweglos wahrgenmmenen Situation
lediglich versucht unser Schicksal zu benennen, anstatt es selbst zu lenken.
Dadurch, dass wir ihm einen Namen, ein Label verpassen, glauben wir Kontrolle
zu erlangen. Durch die Ojektivierung dessen was wir fürchten glauben wir es
bannen zu können, das reden wir uns ein, und wissen es doch besser. Wie haben
wir es nur geschafft uns all die Jahrtausende derart selbst zu täuschen? Die
Wahrheit ist, dass wir es nicht geschafft haben. Wir haben einfach nur unsere
Verantwortlichkeit abgelehnt. Wir haben uns der Macht unterworfen,
Gesellschaftssysteme kreiert und akzeptiert unter deren Führung wir uns ganz
klein machen und in irgendeiner Ecke verkriechen können. Nur die mutigsten und
selbstsüchtigsten unter uns lassen wir vortreten, ihnen gewähren wir das
zweifelhafte Glück und Vergnügen die Macht zu kosten, sie auszuüben und
betrügen sie so ebenfalls um ihr freies Leben.
Nein, der Verstand ist es nicht, was uns ausmacht. Wir
nutzen ihn nicht einmal gerne. Wir wissen welche Gefahren er birgt, wozu er im
Stande ist und wir fürchten die Verantwortlichkeit. Wir sind Leben, gleich mit
allem Leben, ein einfaches Postulat, das dem Verstand unmöglich scheint. Doch
nur aus dem Grund, weil er nicht unser Glück ist, weil er nicht unser Überleben und unsere Entwicklung begünstigt,
sondern weil er im Grunde eine Last darstellt, eine Einschränkung und eine
gefährliche Bedrohung. Nur dann, wenn diese Gefahr wirklich erkannt ist und der
Verstand in einer klaren Entscheidung unter Berücksichtigung aller Konsequenzen
und Verantwortlichkeiten angenommen wird, kann er erstmals zu einem
Instrumentarium des Lebens werden, kann er dem Leben zu Freiheit und dem
Menschen zu einer allen zugute kommenden Ordnung führen.
Doch diese Entscheidung will erst einmal getroffen werden.
Und selbst dann ist es ein langwieriger, schhwieriger Prozess sich gegen die
tief verwurzelten Programme der Selbstwahrnehmung, der Persönlichkeit
aufzulehnen, sie zu stoppen, zu analysieren, zu verstehen und sie zu
dekonstruieren. Immer wieder wird der programmierte Verstand versuchen dich zu
hindern an dieser Machtübernahme über dich selbst, er wird verlockende
Entschuldigungen, scheinbar unüberwindbare Argumente und Rechtfertigungsgründe
schaffen, gewohnte Muster werden dir wie ein Stück Heimat vorkommen auf dem Weg
zur Selbstbefreiung von allen Verkleidungen und fremdbestimmten Zwängen der
dich in völlig unbekannte, ungewohnte, kalte und erschreckende Gefilde führen
wird in denen du lernst für dich selbst geradezustehen, bei deren Durchquerung
du erkennst dass du immer allein bist, dass es nur auf dich selbst ankommt in
deinem Leben, deiner Existenz, nur auf dich selbst als das Leben das du bist.
Fortsetzung vorgesehen...
Sonntag, 19. Mai 2013
Tag0091 - Warum Schreiben? (Teil 2) Überzeugung und Liebe...
Blog vom 12.05.2013
Fortsetzung zu Tag0090 - Warum Schreiben? Und für wen?
Auszug:
"[...] Und dann gilt ein anderer Text wesentlich mehr, er dient zu viel
mehr als zu einer Anleitung oder Wissensquelle, er ist eine unterstützende
Begleitung, ein gleichwertiger Gefährte, ein Teil der Einheit zu der man selbst
zurückkehrt."
Aus diesem Grund ist auch eine Überzeugung etwas, das aus
einem Menschen selbst kommen muss, ganz und gar, niemand kann wahrhaftig von
jemandem überzeugt werden. Jede Überzeugung dieser Art ist entweder eine
geschickte Manipulation die früher oder später an ihre Grenzen stößt, sich
auflöst und unwirksam wird, oder sie ist ein Einwilligung aufgrund von
Bequemlichkeit, Feigheit oder dem Verlangen nach Sicherheit und Gemeinsamkeit
ohne dass diese Grundlage selbstbestimmt erkannt und akzeptiert wäre. En
solcher Teil eier „Gemeinschaft“ ist immer ein unsicheres und schwaches Glied
in der Kette, eine Persönlichkeit die nicht vertrauenswürdig und auch nicht
verlässlich sein kann.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Liebe. Die eigensinnige
Überzeugung einen Menschen, besser gesagt eine Persönlichkeit gefunden zu
haben, deren Eigenheiten und Eigenschaften man erkannt, analysiert und auf
Kompatibilität überprüft hat, von der man glaubt dass sie exakt das
widerspiegelt, was man von einem Partner der Liebe erwartet. Die Vorstellung
der Verliebtheit, oder der Beziehungs-Bildung aufgrund einer Emotion, eines
emotionalen Erlebens der scheinbaren Übereinstimmung eines Charakters, eine
Persönlichkeit, und ihren äußerlichen Attributen als Grundlage einer
Lebenspartnerschaft anzunehmen ist im äußersten Maße trügerisch, und auch
missbräuchlich rücksichtslos gegenüber der gewählten Person. Schließlich gründet
man eine Partnerschaft aufgrund einer Erwartungshaltung, die einzig und allein
auf den persönlichen Vorstellungen und Interpretationen, welche Vielmehr
Projektionen der eigenen Persönlichkeitsmerkmale sind, basiert, und lockt
dadurch eine Person in eine Situation in der unerfüllbare Erwartungen an sie
gestellt werden, da sie ihrerseits die Ansprüche die an sie gestellt werden
nicht einmal erkennen oder verstehen kann. Nicht umsonst ist der Prozess des
Kennenlernens, des Herantastens, ein Prozess der Verstellung, der
Schauspielerei, bisweilen Prahlerei, der Manipulation und nicht selten der
gezielten Vortäuschung falscher Tatsachen. Lediglich die Tatsache, dass diese
Methoden von beiden Seiten angewandt werden verhindert eine frühzeitige
Entlarvung des Betrugs, da natürlich jede Partei einer solchen Beziehung an der
Vertuschung ihrer Täuschungsversuche interessiert ist und allerhöchstens einen
Ausweg durch die gezielte, hinterhältige Entlarvung der Gegenseite bei
gleichzeitigem Aufrechterhalten der eigenen Fassade sucht. Auch dieser Prozess
ist ein alltäglicher, immer wiederkehrender, schon alles obligatorisch zu
bezeichnender Trennungsprozess bei dem ohne große Rücksicht auf Verluste von
beiden Seiten sprichwörtlich dreckige Wäsche gewaschen wird.
Fortsetzung folgt...
Dienstag, 19. März 2013
Tag0037 - Das 'Hater' Problem [Teil 3] Was die Wahl der Anonymität wirklich zeigt
Es ist tatsächlich in unserer
Gesellschaft ein Problem sich öffentlich offen zu zeigen vor allem
wenn man ohne Rücksicht auf Glaubenssätze und Werte seine eigene
Struktur, sein eigenes Denken, seine Persönlichkeuit und seine
Identität als Mensch in dieser Existenz hinterfragt,
analysiert und sich in Selbstehrlichkeit übt. Es gibt viele Gründe
dafür, warum das Problematisch ist, unter anderem natürliche weil
unsere Gesellschaften, ihre Ideologien und Kulturen sehr heuchlerisch
sind und in ihren Zielen an äußerst absurden Idealen ausgerichtet,
die zwangsläufig mit der bewußten, aufrichtigen Nutzung des
gesunden Menschenverstandes kollidieren müssen.
Doch ist es unbedingt unsere
Verantwortung als Menschen in diesem Leben eigenverantwortlich und
selbstbestimmt die Zustände die wir verursachen, die Konsequenzen
unseres Handelns und Denkens so zu bestimmen, dass er sich gleich und
eins mit allem Leben in Freiheit und ohne Angst vor Ausbeutung, vor
Übervorteilung und unkomtrollierten Gewaltausbrüchen entfalten
kann, ohne als zerstörerischer, wahnkranker Parasit sich selbst und
andere zu misshandeln, seinen Lebensraum in naiver und
unverantwortlicher Weise auszubeuten und zu vernichten. Das sind
einige der Konsequenzen, der ganz realen, alltäglichen Folgen der
bisherigen und andauernden Lebensweise der Menschen, konsequenzen
ihrer Folgsamkeit, ihrer freiwilligen Unterwerfung unter
Denkstrukturen und Wertesysteme, deren lebenfseindliche Wirkung sie
durch ihre ängstliche Fügung weiter mitverursachen und tragen. Das
sind die Konsequenzen der verketteten Umstände eines rein
profitorientierten, kurzfristig geplanten Wirtschaftssystems, das
immer nur den Interessen einiger weniger für die Zeitspanne ihres
ganz persönlichen kurzen Lebens dient und an ihnen ausgerichtet ist.
Und an dieses System, das uns alle offensichtlich früher oder später
vernichten wird, das in seiner ungebremsten, völlig realitätsfremden
Wachstumsideologie total gegen alles steht, was der gesunde
Menschenverstand an lebensförderlichem Interesse zeigen muss, wie
Nachhaltigkeit, allgemeinder Wohlstand, Gesundheit, Lebenserhalt, and
dieses Widersinnige System und seine Arbeitsprinzipien sollen und
müssen wir uns anpassen, denn alle Lebensgrundlagen sind bereits von
ihm erfasst und der Erwerb der grindlegendsten Notwendigkeiten des
Lebens ist bereits vollkommen abhängig von den künstlichen
Prinzipien und Mechanismen des Systems.
Wir dürfen jedoch nicht vergessen oder
unterschlagen, dass das System kein eigenes Wesen ist, dass es 'das
System' als von uns selbst getrennte Entität nicht gibt, sondern
dass wir alle das Sytem sind und es in jedem Moment und in
jedem Atemzug neu konstituieren. Es ist die 'compliance', das
stillschweigende Mitlaufen, die Angst vor dem Verlust der eigenen,
persönlichen Bequemlichkeiten die das System in der Art am Leben
erhalten und die uns alle mitverantwortlich machen für die
verheerenen Konsequenzen in allen, noch so entfernten und entlegenen
Bereichen. Denn offensichtlich folgen das kurzfristig gedachte
Selbstinteresse, die Angst vor dem persönlichen Verlust und die
Selbstaufgabe aus diesem Grund genau dem gleichen Prinzip, das die
Mächtigen, die obersten hierarchischen Strukturen der Institutionen
besetzenden Menschen und Persönlichkeiten zu den Handlungsweisen
veranlasst, die ihnen persönlichen Profit bringen, und deren
Konsequenzen für hunderttausende oder Millionen verheerend und unter
Umständen gar lebensbedrohlich sind. Man denke da beispielsweise an
die Umweltverschmutzung durch Unternehmen und Firmenkomplexe, die
Vergiftung von Grundwasser, die Privatisierung von Wasser in ohnehin
von Armut und Unterversorgung gebeutelten Regionen der Erde, die
Waffenproduktion, die Atomkraft und und und...
Und wir alle spielen dieses Spiel, je
nach Positionierung innerhalb der Strukturen in einem anderen Rahmen,
aber die Prinzipien und Wertvorstellungen die wir horten sind immer
die des Systems, die Programme der kapitalistischen Kulturprägung,
der vergeistigten Wertschöpfung über symbolisches Eigentum und die
Möglichkeit sich Spaß und Freude zu kaufen, in Form von
Entertainment, die Droge Nr. 1 für das 'gewöhnliche Volk'. - Das
klingt nach Sarkasmus, ist es aber nicht, es ist ganz ernst gemeint,
mindestens so ernst wie die Folgen dieser Selbstaufgabe und
Ignoranzkultivierung die millionen Lebewesen jeden Tag zu erleiden
haben, Kinder, Erwachsene, Tiere, wir erlauben und akzeptieren Folter
und Mord in allen erdenklichen Variationen, alles im Namen unserer
Selbstberauschung und unserer Hoffnung auf ein 'besseres' Leben, der
Glaube an eine Entwicklung im Wettkampf des symbolischen Wertes, des
Status, gemessen an den Persönlichkeitsprogrammen anderer Menschen.
Das ist alles so Selbstlimitierend, dass es, wenn man tatsächlich
einmal damit beginnt den eigenen Verstand zu benutzen, wenn man die
Angst vor eigenem Denken und eigener, selbstbestimmter
Umstrukturierung des eigenen Selbst überwindet, fast einem
Schauspiel gleicht, einem Schauspiel in dem die Protagonisten
vergessen haben, dass sie eine Rolle spielen.
Doch zurück zu dem Thema der
Anonymität, wann macht sie Sinn, und wann nicht.
Dazu muss man sich fragen, was die
Motivation sich für ein Anonymes Auftreten zu entscheiden denn sein
könnte.
Da gibt es sicher mehrere
Möglichkeiten, zum einen aus Angst entdeckt zu werden, weil man
jemanden beobachten möchte, der nicht wissen soll von wem er
beobachtet wird.
Weiter gibt es die Möglichkeit, dass
man vor hat etwas zu tun, dass man sonst als die öffentliche Person
die man im Alltagsleben ist, nicht tun würde, weil es z.B. moralisch
nicht zu dem Image passt, das man von sich als diese 'reale' Person
hat.
Dann kann ein Grund für anonymes
Auftreten vor allem im Internet sein, dass man vor hat, gegen das
Gesetzt zu verstoßen, also eine illegale Handlung zu begehen, wie
zum Beispiel das Herunterladen von geschützter Software oder
illegaler Pornografie.
Ein weiterer Grund kann der sein, dass
man sich einmal völlig inakzeptabel, verwerflich, aggressiv und
anmaßend verhalten möchte, ohne dafür Konsequenzen befürchten zu
müssen, wie das beispielsweise sogenannte Internet-'Trolls' tun.
Aber nicht nur professionelle
'Button-Pusher' freuen sich über die Möglichkeit sich einmal völlig
frei im Sinne der eigenen Persönlichkeitsstruktur, deren Grundlagen
Kultur- und Erziehungsbedingt vornehmlich Selbstsüchtigkeit,
Rücksichtslosigkeit und hinterhältige Manipulation zum eigenen
Vorteil sind, auszuleben, die sich vor allem immer dann ausnehmend
stark zeigen, wenn das eigene Weltbild, an das man sich gerade so
bequem gewöhnt hat, das der persönlichen Agenda des
Selbstinteresses am besten zugute kommt in Frage gestellt, bzw. ins
Wanken gebracht wird, sei es durch direkte Argumentation oder das
lgelebte Beispiel eines Menschen den man beobachtet, der vielleicht
Dinge wagt auszusprechen oder zu leben, zu denen man selbst nicht
fähig oder gewillt war, weil man sie entweder für unmöglich oder
hinderlich auf dem Weg der systemkonformen, persönlichen, mentalen
Selbstbefriedigung hielt.
Und nicht ohne Grund hier zuletzt
genannt ist die Motivation die aus überlegtem Selbstschutz im Sinne
eines gesunden Egoismus entschieden die Anonymität wählt, weil das,
was man zu erreichen versucht nicht direkt mit der eigenen
persönlichen Agenda zusammenhängt, sondern wesentlich weitere
Kreise zieht, weil man etwas tut, das für alle zu einem
erstrebenswerten Ergebnis führen soll, und weil man dabei die
grundlegenden Wertstrukturen und Philosophien des Systems in dem man
lebt und von dem das eigene Leben auch abhängig ist in Frage stellen
muss. Dieser Entscheidung zu Anonymität ist ein Selbstschutz der
nicht vorrangig der eigenen Person und dem eigenen Leben dient,
sondern der Sache für die man einsteht, und der Erkenntnis dass die
eigene Lebensgrundlage notwendig erhalten werden muss, um die Sache
voranzutreiben, um Gehör zu bekommen. Doch keineswegs darf diese
Entscheidung mit Angst gleichgesetzt werden, denn Angst ist immer
etwas persönliches. Diese Entscheidung ist eine
Verstandesentscheidung und man ist zu jeder Zeit bereit, wenn es
notwendig oder sinnvoll sein sollte sich den Konsequenzen seiner
Handlungsweise zu stellen, die Anonymität aufzugeben und die
Konsequenzen zu tragen, weil man voll zu dem und für das steht, was
man ist und was man tut. Dieser Grund ist allerdings viel zu selten
tatsächlich der Fall und wird leider viel zu oft von sogenannten
Rebellen und Wahrheitsfindern missbraucht um die eigene Feigheit vor
der Verantwortlichkeit zu verbergen. Dieser Grund ist eine ultima
ratio, er ist nur dann legitim, wenn erstens tatsächlich real das
eigene Leben, die Existenz auf dem Spiel steht und zweitens wenn das,
was man unter dem Deckmantel der Anonymität tut mit dem Besten für
alle vereinbar ist, wenn es tatsächlich eine Handlung ist, die am
Leben orientiert für das Wohl aller sorgt / sorgen soll.
Doch wenn man wirklich ernsthaft
darüber nachdenkt, wenn man den Verstand benutzt und sich überlegt,
welche Konstellationen, welche Fälle tatsächlich ein anonymes
Auftreten, das Verbergen der eigenen Identität vor der
Öffentlichkeit erforderlich machen würden, dann erkennt man, dass
es sich um Ausnahmefälle handelt und nicht etwa um die Regel, so wie
es in der Welt des www den Anschein hat.
Wenn ich mit meinem Leben für etwas
einstehe, für die Wahrheitsfindung, für das Wohl der Menschen und
des Lebens, für die Befreiung der Unterdrückten oder die Beendigung
der Ungleichheit, was auch immer, dann stehe ich als der Mensch der
ich bin, als gleiches Leben unter Menschen dafür ein und habe nichts
zu verbergen oder zu verlieren. Wenn ich durch meine öffentliche
Arbeit vielleicht mit der einen oder anderen Jobabsage zu rechnen
habe, dann ist das nicht unbedingt schon Existenzbedrohend. Dann ist
das vielleicht eine Unannehmlichkeit, aber die Unannehmlichkeiten der
Reaktionen der Menschen, der Ablehnung aus Ignoranz und Angst muss
ich mich in jedem Fall stellen können. Ich muss in der Lage sein
unter allen Umständen für das einzustehen und gerade zu stehen was
ich tue, was ich sage und vertrete, bedingungslos. Bin ich das nicht,
habe ich Befürchtungen oder Ängste, dann ist der Grund in meinem
eigenen Standpunkt zu suchen, dann bin ich mir und allen gegenüber
in einigen Punkten oder vielleicht im Ganzen unehrlich, nicht
vertrauenswürdig und verlässlich. Wenn ich aus diesen Gründen der
Unsicherheit die Anonymität wähle, dann bin ich an Manipulation
interessiert, dann möchte ich Menschen blenden, ihnen etwas
vormachen über mich, den, der da anonym so stark und selbstbewußt
aufzutreten scheint, und über die Dinge über die ich spreche und
für die ich offensichtlich nicht einmal selbst einstehen kann.
Die Erfahrung einiger Jahre im Umgang
mit diesen Persönlichkeiten. die die Anonymität im Internet zum
Zweck des Auslebens unkontrollierter Triebhaftigkeit in allen
emotionalen Bereichen nutzen zeigt deutlich, dass es so gut wie
niemanden unter ihnen gibt, auf den das Image des bedrohten Opfers,
des Gutmenschen der vom Bösen verfolgt wird zutrifft. Die
emotionalen Reaktionen in völlig irrationaler Weise im Schutz der
Anonymität ausgelebt, wann immer man ihre Motivation in Frage stellt
zeigen es deutlich, dass in Wahrheit sie es sind die sich alle
Möglichkeiten der verbalen Gewalt, der aggressiven Diffamierung und
Verunglimpfung offen halten, ohne dafür verantwortlich gemacht
werden zu können oder gerade stehen zu müssen.
Ich habe vor längerer Zeit bereits
einen Vlog mit dem Titel "Ich bin NICHT Anonymous"
veröffentlicht, der in den Kommentaren und Reaktionen vieler die
sich zu "Anonymous" zählen diese Mechanismen gut
veranschaulicht, wobei viele der offenen 'Drohungen' die danach gegen
mich eintrafen, ironischer Weise, von mir natürlich nicht
veröffentlicht wurden.
Hier nochmal der Link zu dem Vlog:
Fortsetzung folgt!
Bastian Neumann/ Ramstein / Deutschland
/ 19.03.2013
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Trolls,
Verantwortlichkeit,
Verstand,
Verständnis
Mittwoch, 13. Februar 2013
Tag0003 - Wollen, Brauchen, Haben, Sein - Kurze Exploration einer blockierenden Persönlichkeitsstruktur
Ich überlege seit einiger Zeit ob ich
mir ein Fahrrad kaufen sollte. Es gibt dafür eine Reihe von Gründen,
die ich mir hier einmal näher anschauen möchte, wobei ich etwas
mehr über ihre Bedeutung herausfinden möchte. Wenn ich mir ein
Fahrrad zulege, dann wird es wahrscheinlich ein gebrauchtes
Mountainbike sein, da ich damit sowohl durch den Wald, über
Feldwege, als auch auf der Straße fahren werde.
Einer der Hauptgründe für diese
Überlegung ist der, dass ich unheimlich genervt bin vom Autofahren,
vor allem wenn es um kurze Strecken, wie beispielsweise das Einkaufen
geht. Zu laufen ist natürlich eine Alternative, allerdings kostet
sie wesentlich mehr Zeit. Auch die Wege zum Kindergarten und zurück
könnte ich gut mit einem Fahrrad erledigen, da wir einen
Kinderanhänger dafür in der Garage stehen haben. Mit dem kann ich
übrigens auch die Einkäufe transportieren.
Ich muss noch einmal erläutern, worum
es eigentlich geht in diesem Blogpost, denn es mutet vielleicht etwas
banal an, über eine solche Überlegung zu schreiben, als ob es etwas
besonderes wäre. Es geht hier eben auch um ein
Persönlichkeitsprogramm, das mein Handeln und meine Entscheidungen
schon immer stark bestimmt und beeinflußt hat, und zwar so weit,
dass ich letztendlich nie wirklich in der Lage war, mich über eine
Entscheidung die ich getroffen hatte zu freuen, bzw. auch zufrieden
zu sein, oder besser gesagt zu dieser Entscheidung stehen konnte.
Jeder Entscheidung, vor allem wenn es um mich persönlich ging, etwas
das ich mir 'selbst' gewünscht hatte, ob ein Gegenstand oder ein
'Erlebnis', ging ein langwieriger Prozess der inneren, gedanklichen
Diskussion mit mir selbst voraus, in der ich versucht habe mich
sozusagen selbst von der 'Sache' zu überzeugen. Was ich bei dieser
inneren Debatte immer weiter perfektioniert hatte war die Fähigkeit
mich selbst hereinzulegen, mit trügerischen Argumenten,
Halbwahrheiten oder gar direkten Lügen. Unglaublich im Grunde, denn
ich habe mich ja selbst belogen und daher müsste ich mir als der
Diskussionspartner selbst über die Lüge bewußt gewesen sein. Doch
wenn ich etwas wollte und ich wußte im Grunde, dass ich es mir a)
nicht leisten kann, dass es b) keinen besonderen Nutzen für mich hat
und c) auch keinen Nutzen für andere, dann habe ich mich in diesen
Momenten der Selbstüberzeugung ganz bewußt und willentlich in
Ignoranz geübt und einfach so getan, als seien diese scheinlogischen
Argumente des 'Befürworters' tatsächlich Stichhaltig. In diesem
Jahrelangen Prozess habe ich dann letztendlich komplett das
Selbstvertrauen verloren, eine sinnvolle, nützliche Entscheidung zu
treffen.
Das wirft natürlich auch unter anderem
die Frage auf, warum überhaupt ein solcher innerer Dialog stattfand
und ich nicht von Vornherein einfach das getan habe, worauf ich
gerade Lust hatte. Offenbar besteht/bestand so etwas wie ein
verpflichtendes Gefühl zur Rechtfertigung.
Wenn ich also nun über meine
Überlegungen schreibe, mir ein Fahrrad zu kaufen, dann aus dem
Grund, dass ich festgestellt habe, dass ich diese Unsicherheit immer
noch verspüre und dass ich in manchen Momenten meinen eigenen
Argumenten für diese Sache nicht traue, vor allem auch wenn ich mir
tatsächlich noch persönlich eine Freude damit mache.
Für mich persönlich ist ein gutes,
verlässliches Fahrrad zu fahren etwas das mir 'gefällt'. Woran
liegt das? Ich bin sehr viel und sehr gerne an der frischen Luft, ich
bewege mich gern draußen und mit einem Fahrrad komme ich dabei auch
noch relativ schnell voran. In meinem Leben bin ich sehr viel Fahrrad
gefahren, ich hatte keinen Führerschein bis ich 21 Jahre war und
habe fast alle meine Wege mit dem Fahrrad erledigt. Es gab mir ein
Gefühl der Freiheit, der Mobilität und Unabhängigkeit. Außerdem
war die Bewegung auf dem Rad ein willkommener Gegenpol für meinen
damals eher ausschweifenden Lebensstil. Leider lief es bei mir
ähnlich wie bei vielen anderen: als ich mein erstes Auto fuhr, ließ
das Radfahren mehr und mehr nach, bis ich dann schließlich so gut
wie gar nicht mehr aufs Fahrrad gestiegen bin.
Später fing ich an Laufsport zu
betreiben und ich hatte viel Freude daran. Radfahren habe ich auch
immer wieder mal probiert, allerdings hatte ich immer wieder Pannen
mit einem alten, für sportliche Zwecke unbrauchbaren Fahrrad und war
bald ziemlich genervt davon es mitten auf der Strecke wieder nach
Hause tragen zu müssen. Also habe ich mich auf das Laufen
konzentriert.
Ein Hauptgrund für meinen Wunsch mir
jetzt ein 'vernünftiges' Fahrrad zuzulegen ist eben der, dass ich
eine sportliche Abwechslung suche, die sich gleichzeitig Zweckmäßig
nutzen lässt und ich sehe beim Radfahren diese Eigenschaften
tatsächlich gegeben.
Alle weiteren Gründe die für das
Radfahren sprechen, wie beispielsweise weniger Auto zu fahren, vor
allem auch kurze Strecken, und die Tatsache, dass ich persönlich
Freude an dieser Anschaffung habe, lassen mich immer wieder Zweifeln,
ob dieser 'Wunsch' tatsächlich sinnvoll begründet ist. Hinzu kommt
natürlich noch der finanzielle Aspekt der Anschaffungskosten.
Ich habe also aus meiner Erfahrung mit
mir selbst, den Enttäuschten Erwartungen die sich aus meiner
Unehrlichkeit mir selbst gegenüber bei der Entscheidung zur
Anschaffung bestimmter Dinge die ich für 'nötig' oder
Anschaffenswert hielt ergeben haben, und der Konsequenzen aufgrund
der Ausgaben die nicht selten meine Möglichkeiten überstiegen
haben, eine innere Blockade des Verstandes geschaffen, die es mir in
solchen Situationen schwer macht. Ich weiß dass diese 'Probleme' an
sich nicht sonderlich problematisch sind und auch anmaßend
erscheinen, da ich ja immerhin in der Situation bin solche Dinge
überhaupt in Erwägung zu ziehen. Es geht mir hier auch vielmehr um
die Selbstprogrammierung an sich die ich in meinen Gedanken- und
Urteilssystemen meines Geistes entwickelt habe.
Da ist also einerseits der Trigger der
persönlichen Bereicherung, über dessen Ursache und trügerische
Natur ich mir durchaus im Klaren bin. Es gilt herauszufinden warum
und aus welchen Prägungen, Erfahrungen, Konditionierungen ein
solcher Wunsch entsteht und worin seine Konsequenzen bestehen.
Dann folgt die innere
Selbstrechtfertigung mit teils moralisch gewerteten Argumenten die
die Sinnhaftigkeit einer solchen Anschaffung bestätigen sollen.
Und ein dritter Punkt, der sich
eigentlich durch die gesamten Ebenen der Analyse zieht ist der des
Geldes, des Geld-Ausgebens und die daraus entstehenden Folgen.
Ich habe über viele Jahre meines
Lebens versucht, mein eigenes Selbstwertgefühl, das mangelnde
Selbstbewußtsein und die Ängste und Unsicherheiten durch die
Anschaffung bestimmter 'Waren' wie beispielsweise einem neuen Handy,
einem Computer, einer Uhr oder ähnlichem zu kompensieren. Ich habe
nie wirklich hinterfragt warum genau ich geglaubt habe, dass in
solchen Gegenständen die Lösung meiner Unzufriedenheit mit mir
selbst und meinem Leben liegen würde. Selbst dann nicht, wenn ich
wiederholt gemerkt habe, dass schon kurz nach der Anschaffung, kurz
nachdem ich im Besitz dieser ersehnten Sache war, dieses Gefühl der
Notwendigkeit und der ersehnten Erfüllung meines Wunsches vollkommen
verschwunden war und ich diese Sache nur noch zur Ablenkung, zur
Unterhaltung, also zu rein Egoistischen und größtenteils völlig
sinnlosen Tätigkeiten genutzt habe. In vielen Fällen habe ich dann
genau dieses Gerät kurze Zeit nach Erwerb mit einem hohen Verlust
wieder verkauft, manchmal um mir den nächsten eingebildeten Wunsch
zu erfüllen. Dieses Phänomen ist aus heutiger Sicht sehr
interessant, da es im Grunde ein reines Suchtverhalten darstellt, das
nach immer mehr und immer neuer Befriedigung verlangt. Auch wenn die
Zerstörerische Natur dieses Verhaltens sich vielleicht nicht direkt
körperlich auswirkt, so sind die Konsequenzen dennoch nicht weniger
verheerend gewesen, da die finanziellen Möglichkeiten die ich hatte
sehr begrenzt waren. Tatsächlich hatte ich in den meisten Fällen
das Geld überhaupt nicht zur Verfügung. Warum ich dennoch in den
Besitz dieser Sachen kommen konnte ist wohl jedem klar, denn der Kauf
auf Kredit und Raten ist ja ein völlig alltägliches, normales
Vorgehen in unserer Konsumwelt und das System wäre überhaupt nicht
funktionsfähig, wenn dem nicht so wäre. Doch das ist ein anderes
Thema, auf das ich in anderen Blogs eingehe. Warum und weshalb ich
versuchte, die empfundene Leere in mir durch Waren und Güter
auszufüllen, ist natürlich ein Resultat erstens der Lebensumstände
überhaupt in unserer Gesellschaft, die reine Identifikation des
Selbstwertes über Äußerlichkeiten, materielle 'Werte',
Prestigeobjekte und Anerkennung von Außen, also das Grundparadigma
der Konsum-Persönlichkeit, die Unfähigkeit sich selbst zu
bestimmen, sich freizumachen und zu lösen von dem Gedanken daran wie
man von anderen vielleicht wahrgenommen wird und darauf Wert zu
legen, was sie denken. Diese Struktur des Denkens, diese Philosophie
ist genau das, was ich gelernt habe, was man mir in Institutionen der
Ausbildung und durch die Wirkung der Gesellschaft beigebracht hat.
Zum anderen ist für ein solches Verhalten und die Akzeptanz dieser
Programmierung der eigene soziale Status in der Gesellschaft von
Bedeutung, der es wie in meinem Fall einem Menschen nur schwer
möglich macht, sich genug Freiheit zu verschaffen um sich mit den
eigentlich wichtigen Dingen zu beschäftigen die der Mensch in seiner
Entwicklung zu bewältigen hat, nämlich der Selbstbestimmung in
Selbstehrlichkeit und Eigenverantwortlichkeit. Natürlich spielen
dann noch viele weitere Prägungsfaktoren und Charakterzüge eine
Rolle die bestimmen, inwieweit man für die Manipulation und mentale
Anpassungsstrategie der Kultur/Gesellschaft empfänglich ist. Aus
diesen Gründen ging ic also dieser Persönlichkeitsprogrammierung in
die Falle, ließ sie zu und manövrierte mich immer weiter in das
'Aus', was in dieser Gesellschaft gleichbedeutend ist mit dem
finanziellen Ruin. Das ist natürlich auch genau so gewollt und
vorgesehen, es gibt eben nachdem sich ein Mensch an der Maschinerie
der Konsumsysteme sozusagen 'ausgepowert' hat keine Verwendung mehr
für ihn und man kann ihn 'abschalten' oder 'entsorgen', was man
dadurch erreicht, dass man ihm seine Lebensgrundlage - also die
finanziellen Mittel entzieht. Aus diesen Erfahrungen hat sich für
mich eine Einstellung entwickelt, die vielleicht, und das soll sich
hier auch nochmal 'ermittelt' werden, über die normale Vorsicht
hinausgeht und ebenfalls nicht einer selbstbestimmten, bewußten
Verstandesentscheidung folgt, sondern selbstprogrammiert ist.
Der nächste Punkt ist der der inneren
Selbstrechtfertigung zur Befriedigung des persönlichen Wunsches, des
vorprogrammierten Verlangens nach etwas durch eine Sache, durch eine
Handlung die ebenso der Systematischen Struktur der
Kultur/Gesellschaft, also den Handlungsmechanismen entlang der
eingepflanzten Wervorstellungen folgt und dabei aber immernoch
versucht, das Selbstbild als eben nicht egoistischer, nicht
selbstgerechter und rücksicht- oder verantwortungsloser Mensch
aufrecht zu erhalten, was natürlich nur unter Aufbringung
erheblicher Ignoranz funktioniert, wenn man überhaupt von
funktionieren sprechen kann, denn im Grunde ist man sich ja immer
dieser Selbsttäuschung bewußt. Die Frage die ich oben bereits
gestellt habe, warum überhaupt dieser Versuch der
Selbstrechtfertigung nötig ist, zeigt eigentlich schon recht
deutlich die heuchlerische Natur der Persönlichkeits- und
Denkstruktur die ich wie ich zu behaupten wage gleichermaßen mit
fast allen 'Leidensgenossen' dieser trügerischen und oberflächlichen
Bildung und Ausbildung innerhalb unserer Gesellschaftssysteme, in der
Familie, in der Schule und der Medienlandschaft genossen und auch
verinnerlicht habe. Denn künstlich ist sie allemal, widernatürlich
ebenfalls. Nicht allein deshalb, weil sie in der erforderlichen
Selbstrechtfertigung, ob moralisch oder scheinbar rational, die
Gespaltenheit und die Abgetrenntheit von dem eigentlichen Selbst, der
eigentlichen Selbstwahrnehmung offenbart und darin einen
immerwährenden Konflikt produziert, sondern weil vor allem auch das
Selbst an sich, also das, was da im Konflikt mit den aufgetragenen
Handlungs- und Verhaltensmustern steht, überhaupt nicht klar ist,
sich seiner Selbst gegenüber nicht eindeutig definiert und somit
ebenfalls in dem Verdacht steht, genauso programmierbar und
manipulierbar zu sein wie die Person als das Ego das sie offenbar
ist.
Diese Selbstfindung und Entdeckung ist
ironischer Weise der eigentliche Weg zu der Erfüllenden
Selbstbestimmung und Identifikation die man durch diese Handlungen,
die Anschaffungen, das sich aneignen von symbolischen Produkten zu
erreichen versucht. Und diesen Konflikt trage ich offenbar noch immer
in mir, zumindest spuren seiner Wirkung, seiner Konsequenzen als
Gewohnheits- und Reaktionsmuster.
Nun der Punkt des Geldes, meiner ganz
persönlichen Erfahrungen mit diesem Geldsystem, meiner Stellung
darin, den Konsequenzen die ich verursacht und zu erdulden hatte und
die ich letzlich in einem tatsächlich selbstbestimmten Prozess
bewältigen und mir vergegenwärtigen konnte, weil ich in der Lage
war, den Tatsachen selbstehrlich entgegenzutreten und mcih gnadenlos
vor mir selbst bloßzustellen. Dieser Schritt war keineswegs leicht,
aber er war einer der befreiendsten für mich den ich je gegangen
bin. Diesen Punkt werde ich in meinem morgigen Blogpost detaillierter
behandeln und diesen hier mit Selbstvergebung zu den ersten beiden
beenden.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir
erlaubt und es zugelassen habe meine Unzufriedenheit und meine innere
Verzweiflung über mein mangelndes Selbstwertgefühl und die
Perspektivlosigkeit nicht wirklich erkannt und mir vergegenwärtigt
zu haben und stattdessen den inneren Vorstellungs- und
Emotionsmechanismen der erlernten Ablenkung und Selbst-Identifikation
mit und durch materielle Güter, die einen gewissen Symbolwert
darstellen indem sie beispielsweise durch die eigene Bewertung und
die erwartete Sicht/Reaktion des äußeren Umfeldes das Gefühl einer
persönlichen Bereicherung vermitteln, gefolgt bin, ohne die
Konsequenzen zu überschauen und mir die offensichtliche
Sinnlosigkeit und die unwirkliche Natur dieser Handlungsweise zu
vergegenwärtigen.
Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir
erlaubt und es zugelassen habe durch meine Erfahrungen, die
Reaktionen auf und Konsequenzen durch meine Verhaltensweisen eine
innere, blockierende Gedankensystematik aufgebaut zu haben, die
vornehmlich dazu dient die eigentliche Problematik, die Ursachen der
Denk- und Wertstrukturen die ich als Teil meiner Persönlichkeit
erlaubt und zugelassen hatte zu verdecken, zu umgehen oder zu
ignorieren.
Fortsetzung im nächsten Blog.
Bastian Neumann / Ramstein /
Deutschland / 13.02.2013
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