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Sonntag, 14. Dezember 2014

Tag 188 - Wut und Zorn, Definitionen und Ursachen

















- Was ist Wut, was ist Zorn und woher stammt diese Energie? Wir sind in der unreflektierten Handlung in emotionalem Zustand menschliche Maschinen die sich selbst nicht verstehen und lenken. Unsere Persönlichkeit, unsere Selbstwahrnehmung stützt sich auf Interpretationen innerer Gemütszustände und wir leben diese aus, lassen sie zu als wären sie natürlich gegebene Werkzeuge. Der Zustand selbst, die Emotion selbst, ist Teil unseres Seins. Die Ursachen und Wirkungen aber sind unsere eigenen, ganz persönlichen Kreationen. Wenn wir glauben, dass alles was Wut in uns auslöst einfach durch die Annahme, dass der Zustand des „Wütend-Seins“ ein natürlicher Zustand unseres Seins wäre die Reaktionen und wütenden Handlungen rechtfertige, dann sind wir nichts weiter als irre-geleitete Biomaschinen ohne Sinn und Verstand.  Wir sind dann einfach zu lenken, zu manipulieren und wir verpulvern unser fruchtbares Potential als Menschen, das uns dazu befähigen sollte konstruktiv und im Sinne des allgemeinen Lebens Probleme zu lösen durch zerstörerische, sinnfreie Gewalthandlungen deren Konsequenzen auf uns alle zurückfallen, auf die welche Ziele unserer Emo-Reaktionen sind, die welche einfach nur zusehen wie auch auf die emotional Handelnden selbst. Die Energie die wir in wütendem Zustand spüren und nur zu gerne herauslassen würden, während unsere eingebildete Geschichte des Selbst uns zu einer Heldenfigur eines wahnhaften Märchens stilisiert, ist das Potential das durch disziplinierte, selbst-ehrliche Reflexion und eine  verantwortungsbewusste Haltung die eines Menschen mit dieser Befähigung würdig wäre, die Ursachen und die Folgen des eigentlichen Problems zum Wohle aller, also eben auch zu dem eigenen,  ein für alle Mal ausräumen könnte. Doch im Zustand des hoch-emotionalen Egoismus ist die Lösung nebensächlich und im Grunde gar nicht gewollt. Daher dienen alle gesellschaftlichen und politischen Konflikte auf der Bühne der öffentlichen Medien lediglich dem Entertainment und der kurzweiligen Ereiferung im menschlichen Schattendasein der Unwürdigkeit.

Montag, 3. Juni 2013

Tag0105 - Warum Denken nicht = Sein ist (Teil3) - Du kannst nicht nur ein 'bisschen' frei sein...

AlicePopkorn / Foter.com / CC BY-NC-ND



Du kannst nicht nur ein bisschen frei sein. Entweder du befreist dich ganz, oder du sinkst tiefer und tiefer in dich hinein. Du betäubst dich selbst immer und immer wieder mit Gedanken über deine Freiheit, deine Wahl, deine Entscheidungen, deine Kontrolle, deine Bestimmung, Für und Wider, „was wäre wenn?“, „wo ist mein Vorteil?“, all das sind Zeilen des Programms der Selbstentfremdung, der Ablenkung, um dich zu verschanzen hinter vorgefertigten Werten, Idealen und Normen die nicht die deinen und auch nicht die irgend eines anderen Menschen sind. Sie greifen nur im Kompatiblen Modus des Bewusstseins, existieren nur in der Vorstellung, in den Erwartungen und Glaubenssätzen einer symptomatischen Kulturebene. Die Schnittstelle zur Steuerungseinheit des Menschen ist die programmierte Angst, die Laufzeitroutinen sind die Erwartungen und Hoffnungen. Und gerade diese Vorstellung der Isolation vom Ganzen, die Ignoranz der Einheit allen Lebens macht den einzelnen manipulierbar und steuerbar, macht es „anderen“ möglich ihn zu kontrollieren um ihn in „ihrem“ Namen und entsprechend ihrer Interessen zu benutzen. Das ist die selbstgewählte Ursache allen Missbrauchs und aller Ausbeutung. „Die anderen“ sind nicht etwa schlechter, böser oder wissender, sie sind lediglich aufgrund teilweise unkontrollierbarer Umstände in die Positionen der Systeme, unserer Systeme, gelangt, die ihnen die Möglichkeit der Macht bieten, dies zu tun. Sie sind ebenso verunsichert, verängstigt und fremdbestimmt, sie haben ebenfalls keine Macht über ihr Selbst, keine Kontrolle. Ihr Programm der Selbstwahrnehmung gaukelt ihnen diese vor und begründet sie mit der offensichtlichen Macht die sie ausüben können. Ihre Motive aber bleiben die selben wie die Handlungsmotive aller anderen Menschen, auch derer die sie benutzen, nämlich die Angst.

Wir sind alle Täter, niemals Opfer in dieser grundlegenden Akzeptanz der Systeme. Ich spreche nicht von Gewaltopfern, Opfern der Verbrechen die als Konsequenzen unverantwortlicher Umgehensweise mit dem Menschen und seinem Potential als Verantwortlichkeit der ganzen Gesellschaft entstehen, sondern ich spreche von der Akzeptanz der sogenannten Natur des Menschen, der willentlichen Aufgabe jeder Selbstbestimmung zugunsten des persönlichen Komforts und der Bequemlichkeit. Wir sind alle Mittäter an allen Konsequenzen unserer Systeme, niemand kann sich freisprechen von der Verantwortlichkeit, das muss der Mensch endlich verstehen, akzeptieren und verinnerlichen. Jeder einzelne. Das ist der einzige Weg um als Menschheit wieder das Leben zu verdienen, um wieder so etwas wie Würde und einen Wert anzunehmen.

Die Möglichkeit dazu haben wir, sie liegt in jedem Moment direkt vor uns. Es ist die eine, selbstbestimmte Entscheidung aus der Programmierung auszubrechen um sich selbst „ein Bild“ zu machen, um den Verstand als dieses Leben das man ist zu gebrauchen, ihn zu benutzen um sich in der Welt zu finden und um zu erkennen was hier passiert. Erst in diesem Schritt kann letztlich die Lösung entwickelt werden, kann die Möglichkeit eines anderen Lebens, einer anderen Bestimmung des Menschen erkannt und Schritt für Schritt realisiert werden, in einem eigenständigen und selbstbestimmten Prozess, einem Selbstexperiment als ein Beispiel, um zu zeigen, dass die „Natur des Menschen“ keineswegs eine alternativlose, festgelegte Bestimmung, sondern eine selbstgewählte Ausrichtung ist. Dass der Verstand mehr, viel mehr sein kann als lediglich eine Waffe oder ein Instrument um das eigene Überleben zu sichern.
Es hindert uns allein die Angst, dieses Konzept geboren aus der Isolation, aus der Vergeistigten Selbstwahrnehmung in Abgrenzung zu „den anderen“. Dieser Angst sich zu stellen ist die Entscheidung, sich allein ihr zu stellen, ohne Rückhalt bei „andern“ suchen zu müssen, das ist die Herausforderung des Lebens, darin liegt der Schlüssel zur eigenverantwortlichen Selbstbestimmung als das Leben. 

Ich meine, wie können wir uns vollständig in die Hände von etwas geben, das wir nicht verstehen, dessen wir nicht Herr sind, dessen Bedeutung und Herkunft uns überhaupt nicht klar ist? Und allein die Tatsache, dass ich diese Frage überhaupt stellen kann zeigt die Fehlbarkeit und Unzuverlässigkeit dieses Systems des Bewusstseins, der Gedanken und der gedanklichen Selbstwahrnehmung auf. Erst wenn wir steuernd eingreifen, wenn wir Entscheidungen anhand der tatsächlichen Analyse der Situation unter Berücksichtigung aller Punkte die für das Leben, für alle Beteiligten Lebensformen auch langfristig günstig sind ausrichten und treffen handeln wir verantwortungsbewusst und zeigen uns der Eigenschaften und der Fähigkeiten des denkenden Bewusstseinsapparates würdig.

Bis heute stellt sich die menschliche Welt allerdings anders dar, bietet der Mensch das Bild eines naiven, ungebildeten Kindes dem man ein gefährliches, doch interessantes Spielzeug in die Hand gegeben hat.

Fortsetzung folgt...


Montag, 27. Mai 2013

Tag0101 - Du bist immer allein Teil2 - Der unerbetene Verstand

Lincolnian (Brian) / Foter.com / CC BY-SA




Der Verstand ist und war unerbeten und die Sinnfrage ist eine unlösbare Funktion die den Geist gefangen hält, den Menschen bremst und in Ketten legt. Wir haben in unserer als ausweglos wahrgenmmenen Situation lediglich versucht unser Schicksal zu benennen, anstatt es selbst zu lenken. Dadurch, dass wir ihm einen Namen, ein Label verpassen, glauben wir Kontrolle zu erlangen. Durch die Ojektivierung dessen was wir fürchten glauben wir es bannen zu können, das reden wir uns ein, und wissen es doch besser. Wie haben wir es nur geschafft uns all die Jahrtausende derart selbst zu täuschen? Die Wahrheit ist, dass wir es nicht geschafft haben. Wir haben einfach nur unsere Verantwortlichkeit abgelehnt. Wir haben uns der Macht unterworfen, Gesellschaftssysteme kreiert und akzeptiert unter deren Führung wir uns ganz klein machen und in irgendeiner Ecke verkriechen können. Nur die mutigsten und selbstsüchtigsten unter uns lassen wir vortreten, ihnen gewähren wir das zweifelhafte Glück und Vergnügen die Macht zu kosten, sie auszuüben und betrügen sie so ebenfalls um ihr freies Leben.

Nein, der Verstand ist es nicht, was uns ausmacht. Wir nutzen ihn nicht einmal gerne. Wir wissen welche Gefahren er birgt, wozu er im Stande ist und wir fürchten die Verantwortlichkeit. Wir sind Leben, gleich mit allem Leben, ein einfaches Postulat, das dem Verstand unmöglich scheint. Doch nur aus dem Grund, weil er nicht unser Glück ist, weil er nicht unser Überleben und unsere Entwicklung begünstigt, sondern weil er im Grunde eine Last darstellt, eine Einschränkung und eine gefährliche Bedrohung. Nur dann, wenn diese Gefahr wirklich erkannt ist und der Verstand in einer klaren Entscheidung unter Berücksichtigung aller Konsequenzen und Verantwortlichkeiten angenommen wird, kann er erstmals zu einem Instrumentarium des Lebens werden, kann er dem Leben zu Freiheit und dem Menschen zu einer allen zugute kommenden Ordnung führen.

Doch diese Entscheidung will erst einmal getroffen werden. Und selbst dann ist es ein langwieriger, schhwieriger Prozess sich gegen die tief verwurzelten Programme der Selbstwahrnehmung, der Persönlichkeit aufzulehnen, sie zu stoppen, zu analysieren, zu verstehen und sie zu dekonstruieren. Immer wieder wird der programmierte Verstand versuchen dich zu hindern an dieser Machtübernahme über dich selbst, er wird verlockende Entschuldigungen, scheinbar unüberwindbare Argumente und Rechtfertigungsgründe schaffen, gewohnte Muster werden dir wie ein Stück Heimat vorkommen auf dem Weg zur Selbstbefreiung von allen Verkleidungen und fremdbestimmten Zwängen der dich in völlig unbekannte, ungewohnte, kalte und erschreckende Gefilde führen wird in denen du lernst für dich selbst geradezustehen, bei deren Durchquerung du erkennst dass du immer allein bist, dass es nur auf dich selbst ankommt in deinem Leben, deiner Existenz, nur auf dich selbst als das Leben das du bist.

Fortsetzung vorgesehen...




Sonntag, 19. Mai 2013

Tag0091 - Warum Schreiben? (Teil 2) Überzeugung und Liebe...

JonathanCohen / Foter.com / CC BY-NC


Blog vom 12.05.2013

Fortsetzung zu Tag0090 - Warum Schreiben? Und für wen?

Auszug:

"[...] Und dann gilt ein anderer Text wesentlich mehr, er dient zu viel mehr als zu einer Anleitung oder Wissensquelle, er ist eine unterstützende Begleitung, ein gleichwertiger Gefährte, ein Teil der Einheit zu der man selbst zurückkehrt."

Aus diesem Grund ist auch eine Überzeugung etwas, das aus einem Menschen selbst kommen muss, ganz und gar, niemand kann wahrhaftig von jemandem überzeugt werden. Jede Überzeugung dieser Art ist entweder eine geschickte Manipulation die früher oder später an ihre Grenzen stößt, sich auflöst und unwirksam wird, oder sie ist ein Einwilligung aufgrund von Bequemlichkeit, Feigheit oder dem Verlangen nach Sicherheit und Gemeinsamkeit ohne dass diese Grundlage selbstbestimmt erkannt und akzeptiert wäre. En solcher Teil eier „Gemeinschaft“ ist immer ein unsicheres und schwaches Glied in der Kette, eine Persönlichkeit die nicht vertrauenswürdig und auch nicht verlässlich sein kann.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Liebe. Die eigensinnige Überzeugung einen Menschen, besser gesagt eine Persönlichkeit gefunden zu haben, deren Eigenheiten und Eigenschaften man erkannt, analysiert und auf Kompatibilität überprüft hat, von der man glaubt dass sie exakt das widerspiegelt, was man von einem Partner der Liebe erwartet. Die Vorstellung der Verliebtheit, oder der Beziehungs-Bildung aufgrund einer Emotion, eines emotionalen Erlebens der scheinbaren Übereinstimmung eines Charakters, eine Persönlichkeit, und ihren äußerlichen Attributen als Grundlage einer Lebenspartnerschaft anzunehmen ist im äußersten Maße trügerisch, und auch missbräuchlich rücksichtslos gegenüber der gewählten Person. Schließlich gründet man eine Partnerschaft aufgrund einer Erwartungshaltung, die einzig und allein auf den persönlichen Vorstellungen und Interpretationen, welche Vielmehr Projektionen der eigenen Persönlichkeitsmerkmale sind, basiert, und lockt dadurch eine Person in eine Situation in der unerfüllbare Erwartungen an sie gestellt werden, da sie ihrerseits die Ansprüche die an sie gestellt werden nicht einmal erkennen oder verstehen kann. Nicht umsonst ist der Prozess des Kennenlernens, des Herantastens, ein Prozess der Verstellung, der Schauspielerei, bisweilen Prahlerei, der Manipulation und nicht selten der gezielten Vortäuschung falscher Tatsachen. Lediglich die Tatsache, dass diese Methoden von beiden Seiten angewandt werden verhindert eine frühzeitige Entlarvung des Betrugs, da natürlich jede Partei einer solchen Beziehung an der Vertuschung ihrer Täuschungsversuche interessiert ist und allerhöchstens einen Ausweg durch die gezielte, hinterhältige Entlarvung der Gegenseite bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der eigenen Fassade sucht. Auch dieser Prozess ist ein alltäglicher, immer wiederkehrender, schon alles obligatorisch zu bezeichnender Trennungsprozess bei dem ohne große Rücksicht auf Verluste von beiden Seiten sprichwörtlich dreckige Wäsche gewaschen wird.

Dienstag, 19. März 2013

Tag0037 - Das 'Hater' Problem [Teil 3] Was die Wahl der Anonymität wirklich zeigt



Es ist tatsächlich in unserer Gesellschaft ein Problem sich öffentlich offen zu zeigen vor allem wenn man ohne Rücksicht auf Glaubenssätze und Werte seine eigene Struktur, sein eigenes Denken, seine Persönlichkeuit und seine Identität als Mensch in dieser Existenz hinterfragt, analysiert und sich in Selbstehrlichkeit übt. Es gibt viele Gründe dafür, warum das Problematisch ist, unter anderem natürliche weil unsere Gesellschaften, ihre Ideologien und Kulturen sehr heuchlerisch sind und in ihren Zielen an äußerst absurden Idealen ausgerichtet, die zwangsläufig mit der bewußten, aufrichtigen Nutzung des gesunden Menschenverstandes kollidieren müssen.
Doch ist es unbedingt unsere Verantwortung als Menschen in diesem Leben eigenverantwortlich und selbstbestimmt die Zustände die wir verursachen, die Konsequenzen unseres Handelns und Denkens so zu bestimmen, dass er sich gleich und eins mit allem Leben in Freiheit und ohne Angst vor Ausbeutung, vor Übervorteilung und unkomtrollierten Gewaltausbrüchen entfalten kann, ohne als zerstörerischer, wahnkranker Parasit sich selbst und andere zu misshandeln, seinen Lebensraum in naiver und unverantwortlicher Weise auszubeuten und zu vernichten. Das sind einige der Konsequenzen, der ganz realen, alltäglichen Folgen der bisherigen und andauernden Lebensweise der Menschen, konsequenzen ihrer Folgsamkeit, ihrer freiwilligen Unterwerfung unter Denkstrukturen und Wertesysteme, deren lebenfseindliche Wirkung sie durch ihre ängstliche Fügung weiter mitverursachen und tragen. Das sind die Konsequenzen der verketteten Umstände eines rein profitorientierten, kurzfristig geplanten Wirtschaftssystems, das immer nur den Interessen einiger weniger für die Zeitspanne ihres ganz persönlichen kurzen Lebens dient und an ihnen ausgerichtet ist. Und an dieses System, das uns alle offensichtlich früher oder später vernichten wird, das in seiner ungebremsten, völlig realitätsfremden Wachstumsideologie total gegen alles steht, was der gesunde Menschenverstand an lebensförderlichem Interesse zeigen muss, wie Nachhaltigkeit, allgemeinder Wohlstand, Gesundheit, Lebenserhalt, and dieses Widersinnige System und seine Arbeitsprinzipien sollen und müssen wir uns anpassen, denn alle Lebensgrundlagen sind bereits von ihm erfasst und der Erwerb der grindlegendsten Notwendigkeiten des Lebens ist bereits vollkommen abhängig von den künstlichen Prinzipien und Mechanismen des Systems.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen oder unterschlagen, dass das System kein eigenes Wesen ist, dass es 'das System' als von uns selbst getrennte Entität nicht gibt, sondern dass wir alle das Sytem sind und es in jedem Moment und in jedem Atemzug neu konstituieren. Es ist die 'compliance', das stillschweigende Mitlaufen, die Angst vor dem Verlust der eigenen, persönlichen Bequemlichkeiten die das System in der Art am Leben erhalten und die uns alle mitverantwortlich machen für die verheerenen Konsequenzen in allen, noch so entfernten und entlegenen Bereichen. Denn offensichtlich folgen das kurzfristig gedachte Selbstinteresse, die Angst vor dem persönlichen Verlust und die Selbstaufgabe aus diesem Grund genau dem gleichen Prinzip, das die Mächtigen, die obersten hierarchischen Strukturen der Institutionen besetzenden Menschen und Persönlichkeiten zu den Handlungsweisen veranlasst, die ihnen persönlichen Profit bringen, und deren Konsequenzen für hunderttausende oder Millionen verheerend und unter Umständen gar lebensbedrohlich sind. Man denke da beispielsweise an die Umweltverschmutzung durch Unternehmen und Firmenkomplexe, die Vergiftung von Grundwasser, die Privatisierung von Wasser in ohnehin von Armut und Unterversorgung gebeutelten Regionen der Erde, die Waffenproduktion, die Atomkraft und und und...

Und wir alle spielen dieses Spiel, je nach Positionierung innerhalb der Strukturen in einem anderen Rahmen, aber die Prinzipien und Wertvorstellungen die wir horten sind immer die des Systems, die Programme der kapitalistischen Kulturprägung, der vergeistigten Wertschöpfung über symbolisches Eigentum und die Möglichkeit sich Spaß und Freude zu kaufen, in Form von Entertainment, die Droge Nr. 1 für das 'gewöhnliche Volk'. - Das klingt nach Sarkasmus, ist es aber nicht, es ist ganz ernst gemeint, mindestens so ernst wie die Folgen dieser Selbstaufgabe und Ignoranzkultivierung die millionen Lebewesen jeden Tag zu erleiden haben, Kinder, Erwachsene, Tiere, wir erlauben und akzeptieren Folter und Mord in allen erdenklichen Variationen, alles im Namen unserer Selbstberauschung und unserer Hoffnung auf ein 'besseres' Leben, der Glaube an eine Entwicklung im Wettkampf des symbolischen Wertes, des Status, gemessen an den Persönlichkeitsprogrammen anderer Menschen. Das ist alles so Selbstlimitierend, dass es, wenn man tatsächlich einmal damit beginnt den eigenen Verstand zu benutzen, wenn man die Angst vor eigenem Denken und eigener, selbstbestimmter Umstrukturierung des eigenen Selbst überwindet, fast einem Schauspiel gleicht, einem Schauspiel in dem die Protagonisten vergessen haben, dass sie eine Rolle spielen.
Doch zurück zu dem Thema der Anonymität, wann macht sie Sinn, und wann nicht.
Dazu muss man sich fragen, was die Motivation sich für ein Anonymes Auftreten zu entscheiden denn sein könnte.
Da gibt es sicher mehrere Möglichkeiten, zum einen aus Angst entdeckt zu werden, weil man jemanden beobachten möchte, der nicht wissen soll von wem er beobachtet wird.
Weiter gibt es die Möglichkeit, dass man vor hat etwas zu tun, dass man sonst als die öffentliche Person die man im Alltagsleben ist, nicht tun würde, weil es z.B. moralisch nicht zu dem Image passt, das man von sich als diese 'reale' Person hat.
Dann kann ein Grund für anonymes Auftreten vor allem im Internet sein, dass man vor hat, gegen das Gesetzt zu verstoßen, also eine illegale Handlung zu begehen, wie zum Beispiel das Herunterladen von geschützter Software oder illegaler Pornografie.
Ein weiterer Grund kann der sein, dass man sich einmal völlig inakzeptabel, verwerflich, aggressiv und anmaßend verhalten möchte, ohne dafür Konsequenzen befürchten zu müssen, wie das beispielsweise sogenannte Internet-'Trolls' tun.
Aber nicht nur professionelle 'Button-Pusher' freuen sich über die Möglichkeit sich einmal völlig frei im Sinne der eigenen Persönlichkeitsstruktur, deren Grundlagen Kultur- und Erziehungsbedingt vornehmlich Selbstsüchtigkeit, Rücksichtslosigkeit und hinterhältige Manipulation zum eigenen Vorteil sind, auszuleben, die sich vor allem immer dann ausnehmend stark zeigen, wenn das eigene Weltbild, an das man sich gerade so bequem gewöhnt hat, das der persönlichen Agenda des Selbstinteresses am besten zugute kommt in Frage gestellt, bzw. ins Wanken gebracht wird, sei es durch direkte Argumentation oder das lgelebte Beispiel eines Menschen den man beobachtet, der vielleicht Dinge wagt auszusprechen oder zu leben, zu denen man selbst nicht fähig oder gewillt war, weil man sie entweder für unmöglich oder hinderlich auf dem Weg der systemkonformen, persönlichen, mentalen Selbstbefriedigung hielt.
Und nicht ohne Grund hier zuletzt genannt ist die Motivation die aus überlegtem Selbstschutz im Sinne eines gesunden Egoismus entschieden die Anonymität wählt, weil das, was man zu erreichen versucht nicht direkt mit der eigenen persönlichen Agenda zusammenhängt, sondern wesentlich weitere Kreise zieht, weil man etwas tut, das für alle zu einem erstrebenswerten Ergebnis führen soll, und weil man dabei die grundlegenden Wertstrukturen und Philosophien des Systems in dem man lebt und von dem das eigene Leben auch abhängig ist in Frage stellen muss. Dieser Entscheidung zu Anonymität ist ein Selbstschutz der nicht vorrangig der eigenen Person und dem eigenen Leben dient, sondern der Sache für die man einsteht, und der Erkenntnis dass die eigene Lebensgrundlage notwendig erhalten werden muss, um die Sache voranzutreiben, um Gehör zu bekommen. Doch keineswegs darf diese Entscheidung mit Angst gleichgesetzt werden, denn Angst ist immer etwas persönliches. Diese Entscheidung ist eine Verstandesentscheidung und man ist zu jeder Zeit bereit, wenn es notwendig oder sinnvoll sein sollte sich den Konsequenzen seiner Handlungsweise zu stellen, die Anonymität aufzugeben und die Konsequenzen zu tragen, weil man voll zu dem und für das steht, was man ist und was man tut. Dieser Grund ist allerdings viel zu selten tatsächlich der Fall und wird leider viel zu oft von sogenannten Rebellen und Wahrheitsfindern missbraucht um die eigene Feigheit vor der Verantwortlichkeit zu verbergen. Dieser Grund ist eine ultima ratio, er ist nur dann legitim, wenn erstens tatsächlich real das eigene Leben, die Existenz auf dem Spiel steht und zweitens wenn das, was man unter dem Deckmantel der Anonymität tut mit dem Besten für alle vereinbar ist, wenn es tatsächlich eine Handlung ist, die am Leben orientiert für das Wohl aller sorgt / sorgen soll.
Doch wenn man wirklich ernsthaft darüber nachdenkt, wenn man den Verstand benutzt und sich überlegt, welche Konstellationen, welche Fälle tatsächlich ein anonymes Auftreten, das Verbergen der eigenen Identität vor der Öffentlichkeit erforderlich machen würden, dann erkennt man, dass es sich um Ausnahmefälle handelt und nicht etwa um die Regel, so wie es in der Welt des www den Anschein hat.

Wenn ich mit meinem Leben für etwas einstehe, für die Wahrheitsfindung, für das Wohl der Menschen und des Lebens, für die Befreiung der Unterdrückten oder die Beendigung der Ungleichheit, was auch immer, dann stehe ich als der Mensch der ich bin, als gleiches Leben unter Menschen dafür ein und habe nichts zu verbergen oder zu verlieren. Wenn ich durch meine öffentliche Arbeit vielleicht mit der einen oder anderen Jobabsage zu rechnen habe, dann ist das nicht unbedingt schon Existenzbedrohend. Dann ist das vielleicht eine Unannehmlichkeit, aber die Unannehmlichkeiten der Reaktionen der Menschen, der Ablehnung aus Ignoranz und Angst muss ich mich in jedem Fall stellen können. Ich muss in der Lage sein unter allen Umständen für das einzustehen und gerade zu stehen was ich tue, was ich sage und vertrete, bedingungslos. Bin ich das nicht, habe ich Befürchtungen oder Ängste, dann ist der Grund in meinem eigenen Standpunkt zu suchen, dann bin ich mir und allen gegenüber in einigen Punkten oder vielleicht im Ganzen unehrlich, nicht vertrauenswürdig und verlässlich. Wenn ich aus diesen Gründen der Unsicherheit die Anonymität wähle, dann bin ich an Manipulation interessiert, dann möchte ich Menschen blenden, ihnen etwas vormachen über mich, den, der da anonym so stark und selbstbewußt aufzutreten scheint, und über die Dinge über die ich spreche und für die ich offensichtlich nicht einmal selbst einstehen kann.

Die Erfahrung einiger Jahre im Umgang mit diesen Persönlichkeiten. die die Anonymität im Internet zum Zweck des Auslebens unkontrollierter Triebhaftigkeit in allen emotionalen Bereichen nutzen zeigt deutlich, dass es so gut wie niemanden unter ihnen gibt, auf den das Image des bedrohten Opfers, des Gutmenschen der vom Bösen verfolgt wird zutrifft. Die emotionalen Reaktionen in völlig irrationaler Weise im Schutz der Anonymität ausgelebt, wann immer man ihre Motivation in Frage stellt zeigen es deutlich, dass in Wahrheit sie es sind die sich alle Möglichkeiten der verbalen Gewalt, der aggressiven Diffamierung und Verunglimpfung offen halten, ohne dafür verantwortlich gemacht werden zu können oder gerade stehen zu müssen.
Ich habe vor längerer Zeit bereits einen Vlog mit dem Titel "Ich bin NICHT Anonymous" veröffentlicht, der in den Kommentaren und Reaktionen vieler die sich zu "Anonymous" zählen diese Mechanismen gut veranschaulicht, wobei viele der offenen 'Drohungen' die danach gegen mich eintrafen, ironischer Weise, von mir natürlich nicht veröffentlicht wurden.

Hier nochmal der Link zu dem Vlog:



Fortsetzung folgt!

Bastian Neumann/ Ramstein / Deutschland / 19.03.2013


Mittwoch, 13. Februar 2013

Tag0003 - Wollen, Brauchen, Haben, Sein - Kurze Exploration einer blockierenden Persönlichkeitsstruktur

[auro] / Foter.com / CC BY-NC-ND


Ich überlege seit einiger Zeit ob ich mir ein Fahrrad kaufen sollte. Es gibt dafür eine Reihe von Gründen, die ich mir hier einmal näher anschauen möchte, wobei ich etwas mehr über ihre Bedeutung herausfinden möchte. Wenn ich mir ein Fahrrad zulege, dann wird es wahrscheinlich ein gebrauchtes Mountainbike sein, da ich damit sowohl durch den Wald, über Feldwege, als auch auf der Straße fahren werde.
Einer der Hauptgründe für diese Überlegung ist der, dass ich unheimlich genervt bin vom Autofahren, vor allem wenn es um kurze Strecken, wie beispielsweise das Einkaufen geht. Zu laufen ist natürlich eine Alternative, allerdings kostet sie wesentlich mehr Zeit. Auch die Wege zum Kindergarten und zurück könnte ich gut mit einem Fahrrad erledigen, da wir einen Kinderanhänger dafür in der Garage stehen haben. Mit dem kann ich übrigens auch die Einkäufe transportieren.

Ich muss noch einmal erläutern, worum es eigentlich geht in diesem Blogpost, denn es mutet vielleicht etwas banal an, über eine solche Überlegung zu schreiben, als ob es etwas besonderes wäre. Es geht hier eben auch um ein Persönlichkeitsprogramm, das mein Handeln und meine Entscheidungen schon immer stark bestimmt und beeinflußt hat, und zwar so weit, dass ich letztendlich nie wirklich in der Lage war, mich über eine Entscheidung die ich getroffen hatte zu freuen, bzw. auch zufrieden zu sein, oder besser gesagt zu dieser Entscheidung stehen konnte. Jeder Entscheidung, vor allem wenn es um mich persönlich ging, etwas das ich mir 'selbst' gewünscht hatte, ob ein Gegenstand oder ein 'Erlebnis', ging ein langwieriger Prozess der inneren, gedanklichen Diskussion mit mir selbst voraus, in der ich versucht habe mich sozusagen selbst von der 'Sache' zu überzeugen. Was ich bei dieser inneren Debatte immer weiter perfektioniert hatte war die Fähigkeit mich selbst hereinzulegen, mit trügerischen Argumenten, Halbwahrheiten oder gar direkten Lügen. Unglaublich im Grunde, denn ich habe mich ja selbst belogen und daher müsste ich mir als der Diskussionspartner selbst über die Lüge bewußt gewesen sein. Doch wenn ich etwas wollte und ich wußte im Grunde, dass ich es mir a) nicht leisten kann, dass es b) keinen besonderen Nutzen für mich hat und c) auch keinen Nutzen für andere, dann habe ich mich in diesen Momenten der Selbstüberzeugung ganz bewußt und willentlich in Ignoranz geübt und einfach so getan, als seien diese scheinlogischen Argumente des 'Befürworters' tatsächlich Stichhaltig. In diesem Jahrelangen Prozess habe ich dann letztendlich komplett das Selbstvertrauen verloren, eine sinnvolle, nützliche Entscheidung zu treffen.
Das wirft natürlich auch unter anderem die Frage auf, warum überhaupt ein solcher innerer Dialog stattfand und ich nicht von Vornherein einfach das getan habe, worauf ich gerade Lust hatte. Offenbar besteht/bestand so etwas wie ein verpflichtendes Gefühl zur Rechtfertigung.

Wenn ich also nun über meine Überlegungen schreibe, mir ein Fahrrad zu kaufen, dann aus dem Grund, dass ich festgestellt habe, dass ich diese Unsicherheit immer noch verspüre und dass ich in manchen Momenten meinen eigenen Argumenten für diese Sache nicht traue, vor allem auch wenn ich mir tatsächlich noch persönlich eine Freude damit mache.
Für mich persönlich ist ein gutes, verlässliches Fahrrad zu fahren etwas das mir 'gefällt'. Woran liegt das? Ich bin sehr viel und sehr gerne an der frischen Luft, ich bewege mich gern draußen und mit einem Fahrrad komme ich dabei auch noch relativ schnell voran. In meinem Leben bin ich sehr viel Fahrrad gefahren, ich hatte keinen Führerschein bis ich 21 Jahre war und habe fast alle meine Wege mit dem Fahrrad erledigt. Es gab mir ein Gefühl der Freiheit, der Mobilität und Unabhängigkeit. Außerdem war die Bewegung auf dem Rad ein willkommener Gegenpol für meinen damals eher ausschweifenden Lebensstil. Leider lief es bei mir ähnlich wie bei vielen anderen: als ich mein erstes Auto fuhr, ließ das Radfahren mehr und mehr nach, bis ich dann schließlich so gut wie gar nicht mehr aufs Fahrrad gestiegen bin.

Später fing ich an Laufsport zu betreiben und ich hatte viel Freude daran. Radfahren habe ich auch immer wieder mal probiert, allerdings hatte ich immer wieder Pannen mit einem alten, für sportliche Zwecke unbrauchbaren Fahrrad und war bald ziemlich genervt davon es mitten auf der Strecke wieder nach Hause tragen zu müssen. Also habe ich mich auf das Laufen konzentriert.
Ein Hauptgrund für meinen Wunsch mir jetzt ein 'vernünftiges' Fahrrad zuzulegen ist eben der, dass ich eine sportliche Abwechslung suche, die sich gleichzeitig Zweckmäßig nutzen lässt und ich sehe beim Radfahren diese Eigenschaften tatsächlich gegeben.

Alle weiteren Gründe die für das Radfahren sprechen, wie beispielsweise weniger Auto zu fahren, vor allem auch kurze Strecken, und die Tatsache, dass ich persönlich Freude an dieser Anschaffung habe, lassen mich immer wieder Zweifeln, ob dieser 'Wunsch' tatsächlich sinnvoll begründet ist. Hinzu kommt natürlich noch der finanzielle Aspekt der Anschaffungskosten.

Ich habe also aus meiner Erfahrung mit mir selbst, den Enttäuschten Erwartungen die sich aus meiner Unehrlichkeit mir selbst gegenüber bei der Entscheidung zur Anschaffung bestimmter Dinge die ich für 'nötig' oder Anschaffenswert hielt ergeben haben, und der Konsequenzen aufgrund der Ausgaben die nicht selten meine Möglichkeiten überstiegen haben, eine innere Blockade des Verstandes geschaffen, die es mir in solchen Situationen schwer macht. Ich weiß dass diese 'Probleme' an sich nicht sonderlich problematisch sind und auch anmaßend erscheinen, da ich ja immerhin in der Situation bin solche Dinge überhaupt in Erwägung zu ziehen. Es geht mir hier auch vielmehr um die Selbstprogrammierung an sich die ich in meinen Gedanken- und Urteilssystemen meines Geistes entwickelt habe.

Da ist also einerseits der Trigger der persönlichen Bereicherung, über dessen Ursache und trügerische Natur ich mir durchaus im Klaren bin. Es gilt herauszufinden warum und aus welchen Prägungen, Erfahrungen, Konditionierungen ein solcher Wunsch entsteht und worin seine Konsequenzen bestehen.

Dann folgt die innere Selbstrechtfertigung mit teils moralisch gewerteten Argumenten die die Sinnhaftigkeit einer solchen Anschaffung bestätigen sollen.

Und ein dritter Punkt, der sich eigentlich durch die gesamten Ebenen der Analyse zieht ist der des Geldes, des Geld-Ausgebens und die daraus entstehenden Folgen.

Ich habe über viele Jahre meines Lebens versucht, mein eigenes Selbstwertgefühl, das mangelnde Selbstbewußtsein und die Ängste und Unsicherheiten durch die Anschaffung bestimmter 'Waren' wie beispielsweise einem neuen Handy, einem Computer, einer Uhr oder ähnlichem zu kompensieren. Ich habe nie wirklich hinterfragt warum genau ich geglaubt habe, dass in solchen Gegenständen die Lösung meiner Unzufriedenheit mit mir selbst und meinem Leben liegen würde. Selbst dann nicht, wenn ich wiederholt gemerkt habe, dass schon kurz nach der Anschaffung, kurz nachdem ich im Besitz dieser ersehnten Sache war, dieses Gefühl der Notwendigkeit und der ersehnten Erfüllung meines Wunsches vollkommen verschwunden war und ich diese Sache nur noch zur Ablenkung, zur Unterhaltung, also zu rein Egoistischen und größtenteils völlig sinnlosen Tätigkeiten genutzt habe. In vielen Fällen habe ich dann genau dieses Gerät kurze Zeit nach Erwerb mit einem hohen Verlust wieder verkauft, manchmal um mir den nächsten eingebildeten Wunsch zu erfüllen. Dieses Phänomen ist aus heutiger Sicht sehr interessant, da es im Grunde ein reines Suchtverhalten darstellt, das nach immer mehr und immer neuer Befriedigung verlangt. Auch wenn die Zerstörerische Natur dieses Verhaltens sich vielleicht nicht direkt körperlich auswirkt, so sind die Konsequenzen dennoch nicht weniger verheerend gewesen, da die finanziellen Möglichkeiten die ich hatte sehr begrenzt waren. Tatsächlich hatte ich in den meisten Fällen das Geld überhaupt nicht zur Verfügung. Warum ich dennoch in den Besitz dieser Sachen kommen konnte ist wohl jedem klar, denn der Kauf auf Kredit und Raten ist ja ein völlig alltägliches, normales Vorgehen in unserer Konsumwelt und das System wäre überhaupt nicht funktionsfähig, wenn dem nicht so wäre. Doch das ist ein anderes Thema, auf das ich in anderen Blogs eingehe. Warum und weshalb ich versuchte, die empfundene Leere in mir durch Waren und Güter auszufüllen, ist natürlich ein Resultat erstens der Lebensumstände überhaupt in unserer Gesellschaft, die reine Identifikation des Selbstwertes über Äußerlichkeiten, materielle 'Werte', Prestigeobjekte und Anerkennung von Außen, also das Grundparadigma der Konsum-Persönlichkeit, die Unfähigkeit sich selbst zu bestimmen, sich freizumachen und zu lösen von dem Gedanken daran wie man von anderen vielleicht wahrgenommen wird und darauf Wert zu legen, was sie denken. Diese Struktur des Denkens, diese Philosophie ist genau das, was ich gelernt habe, was man mir in Institutionen der Ausbildung und durch die Wirkung der Gesellschaft beigebracht hat. Zum anderen ist für ein solches Verhalten und die Akzeptanz dieser Programmierung der eigene soziale Status in der Gesellschaft von Bedeutung, der es wie in meinem Fall einem Menschen nur schwer möglich macht, sich genug Freiheit zu verschaffen um sich mit den eigentlich wichtigen Dingen zu beschäftigen die der Mensch in seiner Entwicklung zu bewältigen hat, nämlich der Selbstbestimmung in Selbstehrlichkeit und Eigenverantwortlichkeit. Natürlich spielen dann noch viele weitere Prägungsfaktoren und Charakterzüge eine Rolle die bestimmen, inwieweit man für die Manipulation und mentale Anpassungsstrategie der Kultur/Gesellschaft empfänglich ist. Aus diesen Gründen ging ic also dieser Persönlichkeitsprogrammierung in die Falle, ließ sie zu und manövrierte mich immer weiter in das 'Aus', was in dieser Gesellschaft gleichbedeutend ist mit dem finanziellen Ruin. Das ist natürlich auch genau so gewollt und vorgesehen, es gibt eben nachdem sich ein Mensch an der Maschinerie der Konsumsysteme sozusagen 'ausgepowert' hat keine Verwendung mehr für ihn und man kann ihn 'abschalten' oder 'entsorgen', was man dadurch erreicht, dass man ihm seine Lebensgrundlage - also die finanziellen Mittel entzieht. Aus diesen Erfahrungen hat sich für mich eine Einstellung entwickelt, die vielleicht, und das soll sich hier auch nochmal 'ermittelt' werden, über die normale Vorsicht hinausgeht und ebenfalls nicht einer selbstbestimmten, bewußten Verstandesentscheidung folgt, sondern selbstprogrammiert ist.

Der nächste Punkt ist der der inneren Selbstrechtfertigung zur Befriedigung des persönlichen Wunsches, des vorprogrammierten Verlangens nach etwas durch eine Sache, durch eine Handlung die ebenso der Systematischen Struktur der Kultur/Gesellschaft, also den Handlungsmechanismen entlang der eingepflanzten Wervorstellungen folgt und dabei aber immernoch versucht, das Selbstbild als eben nicht egoistischer, nicht selbstgerechter und rücksicht- oder verantwortungsloser Mensch aufrecht zu erhalten, was natürlich nur unter Aufbringung erheblicher Ignoranz funktioniert, wenn man überhaupt von funktionieren sprechen kann, denn im Grunde ist man sich ja immer dieser Selbsttäuschung bewußt. Die Frage die ich oben bereits gestellt habe, warum überhaupt dieser Versuch der Selbstrechtfertigung nötig ist, zeigt eigentlich schon recht deutlich die heuchlerische Natur der Persönlichkeits- und Denkstruktur die ich wie ich zu behaupten wage gleichermaßen mit fast allen 'Leidensgenossen' dieser trügerischen und oberflächlichen Bildung und Ausbildung innerhalb unserer Gesellschaftssysteme, in der Familie, in der Schule und der Medienlandschaft genossen und auch verinnerlicht habe. Denn künstlich ist sie allemal, widernatürlich ebenfalls. Nicht allein deshalb, weil sie in der erforderlichen Selbstrechtfertigung, ob moralisch oder scheinbar rational, die Gespaltenheit und die Abgetrenntheit von dem eigentlichen Selbst, der eigentlichen Selbstwahrnehmung offenbart und darin einen immerwährenden Konflikt produziert, sondern weil vor allem auch das Selbst an sich, also das, was da im Konflikt mit den aufgetragenen Handlungs- und Verhaltensmustern steht, überhaupt nicht klar ist, sich seiner Selbst gegenüber nicht eindeutig definiert und somit ebenfalls in dem Verdacht steht, genauso programmierbar und manipulierbar zu sein wie die Person als das Ego das sie offenbar ist.
Diese Selbstfindung und Entdeckung ist ironischer Weise der eigentliche Weg zu der Erfüllenden Selbstbestimmung und Identifikation die man durch diese Handlungen, die Anschaffungen, das sich aneignen von symbolischen Produkten zu erreichen versucht. Und diesen Konflikt trage ich offenbar noch immer in mir, zumindest spuren seiner Wirkung, seiner Konsequenzen als Gewohnheits- und Reaktionsmuster.

Nun der Punkt des Geldes, meiner ganz persönlichen Erfahrungen mit diesem Geldsystem, meiner Stellung darin, den Konsequenzen die ich verursacht und zu erdulden hatte und die ich letzlich in einem tatsächlich selbstbestimmten Prozess bewältigen und mir vergegenwärtigen konnte, weil ich in der Lage war, den Tatsachen selbstehrlich entgegenzutreten und mcih gnadenlos vor mir selbst bloßzustellen. Dieser Schritt war keineswegs leicht, aber er war einer der befreiendsten für mich den ich je gegangen bin. Diesen Punkt werde ich in meinem morgigen Blogpost detaillierter behandeln und diesen hier mit Selbstvergebung zu den ersten beiden beenden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe meine Unzufriedenheit und meine innere Verzweiflung über mein mangelndes Selbstwertgefühl und die Perspektivlosigkeit nicht wirklich erkannt und mir vergegenwärtigt zu haben und stattdessen den inneren Vorstellungs- und Emotionsmechanismen der erlernten Ablenkung und Selbst-Identifikation mit und durch materielle Güter, die einen gewissen Symbolwert darstellen indem sie beispielsweise durch die eigene Bewertung und die erwartete Sicht/Reaktion des äußeren Umfeldes das Gefühl einer persönlichen Bereicherung vermitteln, gefolgt bin, ohne die Konsequenzen zu überschauen und mir die offensichtliche Sinnlosigkeit und die unwirkliche Natur dieser Handlungsweise zu vergegenwärtigen.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe durch meine Erfahrungen, die Reaktionen auf und Konsequenzen durch meine Verhaltensweisen eine innere, blockierende Gedankensystematik aufgebaut zu haben, die vornehmlich dazu dient die eigentliche Problematik, die Ursachen der Denk- und Wertstrukturen die ich als Teil meiner Persönlichkeit erlaubt und zugelassen hatte zu verdecken, zu umgehen oder zu ignorieren.

Fortsetzung im nächsten Blog.

Bastian Neumann / Ramstein / Deutschland / 13.02.2013