Posts mit dem Label Gemeinschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gemeinschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 8. Juli 2016

Tag 208 - Anabel Schunke: "Ihr nehmt mir meine Heimat" - Ich nehme dir dein Selbstmitleid



Dies ist ein mir am Herzen liegender Kommentar zu folgendem online Artikel und der Verfasserin Anabel Schunke:


http://www.rolandtichy.de/meinungen/ihr-nehmt-mir-meine-heimat/

Wenn mir eins gehörig auf die Nerven geht, dieser Tage, dann die unsäglichen Aussagen der plötzlich auf dem Deutsch-nationalen-Identitätsfindungstrip verrannten Bequemlichkeitsnörgler, die offenbar das Jammervokabluar der sich in der imaginären Abgrenzung zu „Ausländern“ neu definierten Deutsch-Stämmigkeit befindlichen Medialen Hetze auswendig gelernt und sich in dieser Gruppierung, der in dauernden Wiederholungsschleifen von Kultur und Deutschen Werten faselnden Mantra Sänger aufgehoben fühlen. Das ist sehr wohl religiös anmutend, so wie jeder medial losgetretene Trend. Und auch dieser wurde medial aufgekocht, denn die sogenannte „Lügenpresse“, welche diesen Titel durchaus verdient, allerdings aus ganz anderen Gründen als es die Pegidisten, Afd’ler und Anhänger ähnlicher Gruppierungen durchschaut zu haben glauben, arbeitet natürlich mit wesentlich subtileren und vielschichtigeren Methoden als, und diese Unterstellung wage ich durchaus zu halten, die meisten der neuen Verteidiger des Wortes „Kultur“ zu analysieren in der Lage sind, zumal es noch nicht einen Artikel gab, durch den ich mich gequält habe, in dem allein der Begriff „Deutscher Kultur“ oder „Deutscher Werte“ von den Propagandisten annähernd definiert wurde.

So ist auch dieser Beispielartikel mit Mustergültigkeit, der den Titel „Tichys Einblick“ der liberal konservativen Meinungsseite trägt, lediglich eine Draufsicht ohne erkenntnisfähige Analysefunktion.

Aber noch viel mehr als das, ist er eine Beschreibung der Indentitäts-basierten Unsicherheit einer Gesellschaft, die sich von den Medien berieselt seit ungewisser Zeit in einem schlaftrunkenen Zustand der imaginären Konsumidentifikation befindet, und nun in einem schreckhaften Erwachen die Unwirklichkeit ihrer bisherigen Gefühlswelt erkennt. Und genau in diesem Moment bieten alle Bildschirme ein hervorragendes, fast märchenhaftes Feindbild, einen Blitzableiter der emotionalen Schreckreaktion die anderenfalls zu einem Erwachen zum Selbst führen könnte, um diese Menschen für die eigenen Geschicke der System-Maschinerie zu lenken:
den Immigranten.
 
Da sich gerade die nun in wertender Abgrenzung befindlichen gefühls-Deutschen ungerecht kategorisiert fühlen, wenn man ihnen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unterstellt, nehme ich gleich hier den verunglimpfenden Gegenargumenten den Wind aus den Segeln, dass es sich hier um das Geschwafel eines „linksversifften Gutmenschen“ handeln würde:
Zunächst handelt es sich bei ausnahmslos jeder fremdenfeindlichen Äußerung nur um eine Symptombeschreibung, denn im Grunde sind es aus FremdenAngst geborene Meinungsmuster und die feindselige Einstellung resultiert aus der psychologisch eindeutig herleitbaren Schutzreaktion, welche eben aus der Angst geboren wird, die wiederum immer in Unverständnis gründet. Weiterhin stelle ich keineswegs die begründeten Sorgen angesichts der Probleme die in unserer Gesellschaft und dem von uns getragenen System eine unkontrollierte Zuwanderung verursacht in Frage. Im Gegenteil, ich unterstreiche sogar die Wichtigkeit der offenen, aufrichtigen Betrachtung dieser Phänomene, vor allem aber die Notwendigkeit ihrer ehrlichen Analyse. Diese Analyse ist allerdings nicht aus dem Kontext einer über Generationen andauernden Entwicklung zu lösen und genau hier liegt eben der infantile Denkfehler, bzw. die naive Ignoranz derer, die sich nun beschweren, die nun ihre Finger gegen Politiker und gegen die moralische Verwerflichkeit fremder kultureller Werte erheben. Denn die Probleme die nun aus einer diffusen Deutschen Identität heraus abgeurteilt werden, wurden bereits hundertfach von eigenständig denkenden Systemkritikern aufgezeigt und über die Jahre mehrfach öffentlich hervorgehoben, vorausgeahnt und vor allem mit Lösungsvorschlägen für einen ernsthaften Weg der Veränderung, der Prävention und im Sinne einer zukunftsorientierten Wandlung der Gemeinschaft behandelt.

Es gibt in keinem Bereich nur Schwarz oder Weiß, es sind die Meinungen natürlich im Einzelfall zu betrachten. Allerdings entsteht nicht zuletzt durch die mediale Beeinflussung ein öffentliches Bild, welches gerade zu diesem Thema die gern angenommene Abkürzung, den schnellen, leichten Weg zur Lösung einer vielschichtigen Problematik anbietet. Und dagegen gehe ich entschieden vor, vor allem dann, wenn diese Scheinlogik mit einer dreisten Lüge offen eingeleitet wird. Und diese Lüge ist, dass die Konsequenz der Ursache zugrunde läge. Die Immigranten, Flüchtlinge und die, welche sich nur bereichern wollen sind eine Tatsache, sie sind als gesellschaftliche Phänomene „der Fall“. Das ist unbestritten. Dass sie allerdings die Ursache unserer gesamtgesellschaftlichen Probleme und ihre Beseitigung im Umkehrschluss die Lösung eben dieser bedeuten würde, könnte von der Wahrheit kaum weiter entfernt liegen.

Unser Bewusstsein, darauf getrimmt schnelle Bedürfnisbefriedigung und eine gedankliche Sicherheit zu erreichen, nimmt über die Schnittstelle der Angst gerne eine allgemein als gültig akzeptierte Sichtweise an, denn sie bewahrt vor der Anstrengung der Entwicklung eines selbst-ehrlichen, persönlichen Standpunktes und verknüpft gleichzeitig die Vermeidung der Angst des „alleine Stehens“. Was hier zu vermeiden gesucht wird, sind im Übrigen genau solche Attribute, welche es dann argumentativ als „Werte“ einer Nation stolzer, mündiger Bürger zu verteidigen gilt. Hier liegt schon ein Knotenpunkt des Selbstbetrugs vor, ein paradoxer Fehlschluss, der die Meinung zu einem dogmatischen Glaubenssatz verkümmern lässt. Natürlich kann sich auch hier jeder Einzelne, der sich vielleicht angesprochen fühlt, leicht herausreden. Aber es geht mir nicht darum, zu überzeugen, sondern lediglich Denkanstöße zu geben, da ich aus eigener Erfahrung genau weiß, dass jedem Einzelnen die Unwahrheiten und Fehlinterpretationen, sowie ihre Gründe und Ursachen, durchaus bekannt sind, wenn sie auch oft sehr unterschwellig gehalten und zwanghaft ignoriert werden.

So wird beispielsweise in der Jammerschrift „Ihr nehmt mir meine Heimat“ dieses Artikels vom Stolz der Anabel Schunke gesprochen, den sie immer empfunden habe, Deutsche zu sein. Anabel Schunke ist Model und studiert Politikwissenschaft und Geschichte, ist somit sehr in die westliche Wertewelt integriert, indem sie ihre Erscheinung vermarktet, sich über die Medien verkauft und damit ihren Wohlstand, ihre Bildung und alle Errungenschaften westlicher Wertestrukturen sichert. Kulturell ist ein solcher Lebensweg nicht eindeutig einer Landeskultur zuzuordnen, damit auch nicht abgrenzbar, jedenfalls nicht eindeutig. Die Werte um die es hier geht sind jedenfalls allein in dieser Bio nicht als rein „Deutsche“ erkennbar. Sie erstellt Fotostrecken mit politischer Aussage, die, und da nehme ich Bezug auf die in diesem Artikel verknüpften Fotos, eindeutig sein können, allerdings keineswegs besonders Tiefsinnig durchdacht erscheinen, sondern eher wie platte Stammtischparolen anmuten. Das Bild einer Familie, bzw. dreier Frauen mit Kindern, von denen zwei Frauen Kopftücher tragen in Verbindung mit dem Titel „Ihr nehmt mir meine Heimat“ ist jedenfalls an banalem Populismus kaum zu übertreffen. Auf derselben Schiene allerdings, die ich bereits ausführlich weiter oben beschrieben habe, geht es den gesamten Artikel hindurch weiter. Es ist nicht ein einziger Aussagesatz dabei, der einer Verstandesbasierten Prüfung an der Wirklichkeit standhalten würde, wobei die meisten ohnehin für eine Analyse nicht geeignet sind, da ihnen der relevante, greifbare Inhalt fehlt.

Nehmen wir nur einmal diesen:
„Grüne, warum immer gegen Deutsche?“

Zunächst einmal sind „die Grünen“ ja auch Deutsche, also werden sie sicher nicht „gegen Deutsche“ Politik machen. Doch ist mangels einer genaueren Definition des „Deutschen“ und was ihn, außer seiner Geburtsstätte, ausmacht, erstens die Frage eine leere, und auch die Erörterung dieser Position kann nur ins Nichts führen, es sei denn, man versucht zwischen den Zeilen zu lesen, was natürlich Fehlinterpretationen nicht ausschließt. Das aber, und das ist mein Standpunkt, ist auch genau die Absicht solcher Parolen. Denn das lässt natürlich endlos freien Raum sich aus den eigenen Aussagen herausreden zu können, sollte man auf Denkfehler hingewiesen werden.

Dass die Politik im Allgemeinen, bestimmt und gelenkt von Wirtschaftsinteressen, für die Menschenleben und auch die Menschlichkeit keinerlei Wert haben oder eine Rolle spielen, gegen die Interessen von Menschen gerichtet ist, ist keine Frage mehr in der heutigen Zeit. Dass sie aber gegen eine diffuse Begrifflichkeit „der Deutschen“ gerichtet sei, den man selbst nicht definieren kann oder will, ist nichts weiter als eine haltlose Behauptung.

Die Bezugspunkte der Identifizierung, von denen sie weiter schreibt sind ebenfalls in keiner Weise dargestellt oder definiert, schon gar nicht als allgemeingültig für alle „Deutschen“, auch für die Deutschen beispielsweise, die keinerlei Angst vor kultureller Überfremdung haben und ihre Identität eben nicht nach vorgegebenen Normen richten, sondern nach dem Mensch-Sein, dem selbstbestimmten Denken und der eigenständigen Einsicht. Und genau da ist wieder der Fehlschluss, dass es eine Rechtsnorm geben müsse, nach der sich die eigene Identität richtet. Und genau diese Einstellung geht einhundert Prozent gegen das, was die Kultur und die Identität eines Volkes ausmacht, wahrhaftig von Wert ist und die Mündigkeit und Eigenständigkeit eines Volkes repräsentiert: nämlich freie Selbstbestimmung die sich nicht auf Politik oder Gesetze berufen muss, sondern die Mitgestaltend tätig ist, Schöpferisch und nicht dogmatisch stagniert sich an etwas „festklammern“ möchte, was ein Zeichen absoluter Unmündigkeit ist. Und alle Denker und kreativen Köpfe, die gestalterisch mitgewirkt haben an der „Deutschen Kultur“ waren eben solche Menschen, und diese haben nie Angst gegenüber fremden Einflüssen gehabt, denn diese Angst steht im krassen Gegensatz zu kultureller Entwicklung des Menschen.

Und nun zu der Problematik, dass wir diese Freiheit nicht mehr haben, dass sie immer mehr eingeschränkt und beschnitten wird:
Die Ursachen dessen sind zur Gänze in der verheerenden Entwicklung unserer wirtschaftlichen Welt, des Kapitalistischen Systems zu suchen und sie sind sogar schon längst gefunden. Nicht etwa die „Ströme“, die „Flut“, die „Masse“ an Scheinflüchtigen, an Immigranten und in der öffentlichen Meinung ohnehin als moralisch unterlegenen Fremdartigen ist hierfür verantwortlich. Die Wirtschaftsphilosophie des noch immer von uns getragenen Systems ist in ihrer Fehlerhaftigkeit schon lange als zerstörerischste menschliche Kraft entlarvt, jedoch eben nicht für Menschen wie Anabel Schunke, die in ihren jungen Jahren noch zu einhundert Prozent Nutznießerin der Ausbeutungswirtschaft ist und geschützt durch die Gnade der Geburt und das Geld die Traumwelt eines Weiße-Weste-Kapitalismus lebt, der mit tatsächlicher „Deutscher Kultur“ im Sinne von beispielsweise Thomas Mann, Hermann Hesse, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche, Gottfried Wilhelm Leibnitz, Karl Marx, Theodor W. Adorno, Mozart, Schumann, Wagner, Kraftwerk, Heino, Extrabreit, Nena…. nicht das Geringste zu tun hat. Diese Scheinwerte, die sie hier so freizügig im Namen der Xenophobie ohne sie zu nennen propagiert werden sollen, waren noch nie reale, wirkliche Werte. Es sind ideologisch verblendete elite-Positionen, die hier die Angst und damit den Hass der Bevölkerung zu schüren versuchen, in der verzweifelten Anstrengung, allein ihren persönlichen Status aufrecht zu erhalten und dabei über Leichen zu gehen. Denn eigentliche Werte kultureller oder auch nationalpolitischer Natur können einem nicht genommen werden. Heimat übrigens schon, indem man gewaltsam von dort vertrieben wird. Ich bin sogenannter „Deutscher“, und ich fühle mich motiviert durch Träger der Deutschen Kultur. Motiviert und Angespornt, ihre Arbeit fortzuführen. Aber mich auf ihren Lorbeeren auszuruhen und zu hoffen, dass sich das noch eine Weile irgendwie so aushalten lässt, dafür ist mir Deutschland, die Lehren und Erfahrungen die wir hier machen dürfen und durften, viel zu schade, auch im Namen der Anabel Schunke. In dem Moment, in dem man den Finger erhebt und auf andere Zeigt, ihnen die Verantwortung für Probleme die einen selbst betreffen zuschiebt, in dem Moment hat man sich an der Kultur vorbeigeschlichen. ~ Beastian

Samstag, 4. Juli 2015

Tag 205 - Zersetzende Prozesse der Gruppen- und Cliquenildung #1

KittyKat3756 / Foter / CC BY



Gruppenbildung ist das verheerendste Element jeder sozialen Gemeinschaft.

In der Gruppenbildung, die den Individuen das Gefühl vermittelt „angekommen“ zu sein, eine Interessengemeinschaft die autark vom Rest der Welt existieren und sich entwickeln könnte, wird das freiheitliche Potential eines jeden Menschen blockiert und wendet sich letztlich gegen ihn selbst, so wie die Gruppen- oder Cliquenbildung sich gegen die Gemeinschaft im Ganzen wendet.

Jede Form der auf Dauer angelegten Gruppierung, bis hin zur Familiären, dort wo sie nicht der reinen, praktischen und gegenseitigen Förderung bei gleichzeitiger Freiheit und Unabhängigkeit dient, ist im Grunde rückständig und der Fähigkeiten es menschlichen Verstandes überhaupt nicht mehr angemessen.

Alle Gruppenbildung idealistischer Art, kultureller und auch politischer Art dient letztlich nur der Sedierung des Verstandes, dem Vermitteln von Gefühlen und Empfindungen, der Beruhigung des Gewissens und der Abwälzung von Eigenverantwortung, und all das findet einzig in der Vorstellungswelt der Individuen, niemals aber wirklich und wahrhaftig real statt.

Die Clique in der Gruppe

Der krankhafte Gedanke der Abspaltung vom Ganzen, der rettenden Flucht in eine abgeschottete Blase der Illusionen wird immer auch in die jeweilige Gruppe mit hineingetragen und zeigt auch dort weiter seinen zersetzenden Charakter. Innerhalb von Gruppierungen  nämlich findet man wiederum Gruppierungen einzelner Individuen, die sich innerhalb dieser Scheingemeinschaft wieder separieren, abheben und absondern wollen. Oftmals sind die ersten innerhalb der Gruppe sich abspaltenden elitäre Führungsgruppen, meistens eine einzige, die sich aufgrund unterschiedlichster Rechtfertigungen als Schöpfer, als Gründer, als die Ältesten, die Weisesten, die stärksten, was auch immer betrachtet. Und selbst wenn sie sich noch so sehr als Gleiche unter Gleichen innerhalb dieser Gruppe darzustellen versuchen, so tritt die Tatsache dieser Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung immer wieder zutage, wenn innerhalb der Gruppe an vorgeschlagenen Ideen oder Vorträgen der elitären Kritik geübt werden sollte, bzw. von einem nicht zu dieser Abspaltung zählenden andere Vorschläge eingebracht werden. Leider geschieht solches Ohnehin äußerst selten innerhalb einer Gruppierung, weil natürlich jeder Teilnehmer dieser Gedankengemeinschaft darauf bedacht ist, die positiven Gefühle die er mit der Sicherheit der Gemeinschaft verbindet nicht zu gefährden. Und das ist eben einer der Faktoren die meine Behauptung der zerstörerischen Kraft von Gruppierungen stützen. Wenn aber Kritik geäußert oder eben scheinbar abgestimmt wird, beobachtet man eben dieses Phänomen der unausgesprochenen Überlegenheitsannahme dieser Führungselite dadurch, dass offensichtlich jeder ihrer Vorschläge und Ideen etwa doppelt so wertvoll geschätzt wird, wie eine gleichwertige eines anderen Gruppenmitglieds. Das kann und sollte jeder für sich selbst herausfinden. Dazu braucht es etwas Beobachtungsgeschick und natürlich Geduld, aber vor allem natürlich die eigene Teilnahme an einer Gruppierung irgendeiner Art. Diese Form der Cliquenbildung innerhalb der Gruppe ist ein zersetzender Prozess der geschwürartig den eigentlichen Zweck der Gruppierung zerstört und sozusagen den Zellkern der Gruppe umprogrammiert. Oftmals geschieht dies nahezu unbemerkt sowohl von den elitären Cliquen als auch von den anderen Teilen, den Individuen der Gruppe.

Von all dem einmal abgesehen bin ich natürlich nicht der Meinung, dass eine Gruppierung von Menschen überhaupt ohne eine Führungselite möglich ist. Es muss eine Autorität und einen Zwang geben, weil nämlich die Menschen obwohl sie die trügerische Sicherheit der Gruppe suchen immer unzufrieden sind wenn sie sich in einer Gemeinschaft verlieren. Doch ist der Grund dafür nicht die Gemeinschaft per se, wäre es die Gemeinschaft des Lebens, des Gesamten in die man sich einfügt, und nicht eine künstliche von Illusionen geprägte. Das Individuum kann sich nur im Gesamten verwirklichen, nicht in einer kleinen, abstrakten Kopie des Lebens das auf mikroskopische Bruchteile reduziert ist. Schon gar nicht, da diese Abspaltung der Gruppe rein illusionär ist. Es ist eine Glaubensfrage. Und wie auch in den Religionen muss es in jeder Gruppierung idealistischer Art eine Führung geben. Und natürlich muss es in dieser Welt der Spaltung, der selbstgeschaffenen Konflikte und Reibungen Gruppen geben. Und wollen wir diese Welt, das Leben selbst wieder vereinen müssen wir damit als eine Gruppe, als eine Gemeinschaft innerhalb der Gemeinschaft beginnen. Ohne eine verlässliche, vertrauenswürdige Führung ist das kaum zu schaffen. Doch was für eine Führung braucht man, damit dieser Gedanke der die Gruppe trägt nicht von eben den menschlichen Programmen korrumpiert wird, die es aufzulösen Gilt? Es muss eine Führung sein die selbst von diesen Prinzipien frei ist, oder aber die sich wahrhaftig als gleich mit allen sieht, selbst mit denen die am Anfang ihrer Entwicklung und der Selbstschau in Hingabe an die Einheit und Gesamtheit des Lebens stehen. Der Unterstützende und leitende Charakter muss immer auch bei seiner Arbeit der Führung in selbstschau an der Aufgabe wachsen können, d.h. selbstkritisch und in keinem Fall totalitär oder elitär sein. Solche Menschen zu finden aber ist nahezu unmöglich, und sollten diese sich einmal doch finden, werden sie irgendwann nicht mehr sein, bevor die Aufgabe erfüllt und auch die Gruppierung obsolet geworden ist. Und das ist ein weiterer Punkt der den Unterschied einer tatsächlich in Einheit mit allem existierenden Gruppierung ausmacht, die Gewissheit dass sie eben nicht auf Dauer ausgelegt ist, sondern ein Ziel verfolgt, dessen Erreichen die Gruppe selbst überflüssig macht. So wie Menschen die sich zusammentun um eine Aufgabe zu erfüllen die einer allein nicht bewältigen kann, deren Erfüllung aber letztendlich allen zugutekommt, nach Erledigung dieser Aufgabe die Gemeinschaft wieder auflösen.


Fortsetzung folgt:

Demokratische Prozesse und Verantwortung

Führung des Selbst und der Beweis der bestätigungsfreien Sicherheit

Donnerstag, 7. Mai 2015

Tag 203 - Arbeit und Arbeitsplatz, Kollegen und kollegiales Verhalten

LauraLewis23 / Photo / CC BY
Nachdem ich einen online Artikel über Stress am Arbeitsplatz, Mobbing am Arbeitsplatz und die Alltäglichen Probleme, Auseinandersetzungen und Konflikte mit Arbeitskollegen gelesen habe, sind mir ein paar Parallelen zu meiner Erfahrung aufgefallen die ich in diesem Blog teilen möchte.

Interessant, die Stimmungen und die sozialen Probleme am Arbeitsplatz scheinen immer und überall die gleichen zu sein. Ich habe in meinem bisherigen Arbeitseben schon sehr viele unterschiedliche Tätigkeiten ausgeübt, und habe dabei überall ähnliche soziale Strukturen und Verhaltensweisen einmal unter den Mitarbeitern selbst und auch zwischen Chef, Vorgesetzten und Angestellten vorgefunden. Bis auf ganz wenige Ausnahmen.
Faszinierender Weise scheinen wir was unser sozialverhalten angeht überall auf die gleiche Weise programmiert zu sein in gegenseitigen Wettkampf zu treten. Und damit meine ich keineswegs einen gesunden Wettkampf, etwa eine Gegenüberstellung die alle Beteiligten mit Freude und freiwillig eingehen um sich gegenseitig zu motivieren immer noch bessere Leistungen zu erbringen. Nein, hier handelt es sich meist um einen stillschweigenden Wettkampf, den auch lägst nicht jeder Beteiligte freiwillig beginnt, sondern zu dem sich die meisten sogar herausgefordert sehen, weil sie nämlich – und das ist der Knackpunkt auf den es immer hinausläuft – von Ängsten gepeinigt sind. Von der Angst einerseits um den Arbeitsplatz, um die Anerkennung, in Ungnade zu fallen oder zu leicht ersetzbar zu sein. Und faszinierend dabei ist, dass  es nicht notwendigerweise mit dem Verhalten und der Art der Führung, also des Chefs oder der Chefetage zu tun haben muss, sondern dass unter den unterschiedlichsten Voraussetzungen was diesen Faktor angeht das Verhalten der Arbeitnehmer untereinander sich kaum unterscheidet.

Es zeigt sich eben ganz einfach dieser pathologische, von unseren selbstgeschaffenen sozialen Strukturen geformte Gedanke des gegenseitigen Wettstreits, der Profilierung auf Kosten des oder über den anderen, das Gefühl herausstechen zu müssen um etwas zu sein, um daraufhin Anerkennung zu bekommen, und zwar von genau denen, über die man sich unrechtmäßig stellt oder gestellt hat. Neid tut es auch, Neid ist ein Äquivalent der Anerkennung geworden, so wie Gehässigkeit das Gefühl von Selbstbewusstsein ersetzt hat. Beides ist natürlich ein parasitäres, also krankmachendes Konstrukt reinen Glaubens und hat nichts mit der Wirklichkeit des Lebens gemein, aber wir haben uns dafür entschieden uns selbst und unsere Kinder derart programmieren zu lassen und ihnen auch noch vor zu machen, diese Art selbstzerstörerischen Verhaltens sei ihre menschliche Natur. Damit haben wir uns natürlich zu leicht manipulierbaren und beherrschbaren Sklaven gemacht, Sklaven unserer selbst natürlich, auch wenn im wirklichen Leben sozusagen einige wenige von unserer Sklavenmentalität profitieren und sich daran ergötzen. Wo mehr als zwei einigermaßen gleichgestellte Kollegen oder Kolleginnen aufeinandertreffen jedenfalls, da ist es ein Frage kurzer Zeit bis einer versucht einen andere zu vereinnahmen, und zwar nicht aus freundschaftlichem Interesse, sondern um sich gegen einen anderen zu stellen, nicht offen, sondern durch das Streuen von Gerüchten, das Äußern von Vermutungen und Verdächtigungen, durch die Herablassung oder Ähnliches.

Ich persönlich bin immer wieder von dieser Art der Inanspruchnahme als Lobby, als Verstärkung überrascht worden und habe in aller Regel verhalten darauf reagiert, beziehungsweise habe verunsichert reagiert und dadurch in vielen Bereichen auch gar nicht erst den Weg in ein kollegiales Arbeitsverhältnis finden können. Allerdings gab es ja auch offensichtlich überhaupt keines, aber das ist einem in dem jeweiligen Moment nicht immer hundertprozentig oder auch überhaupt nicht bewusst.

Mittlerweile finde ich dieses Verhalten nur noch schade, ich finde es auch bedauernswert und möchte fast sagen erbärmlich, denn es macht auch etwas traurig zu sehen, wie Menschen ihr eigenes Potential und auch das ihrer temporären Gemeinschaft verschwenden und versacken lassen indem sie sich innerlich in ständigem Konflikt mit ihrer Umgebung befinden, sei es real oder auch nur in Gedanken. Man übersieht völlig die Möglichkeiten und Chancen. Aber es ist nicht einmal nur das, ich habe vielmehr den Eindruck die Menschen würden im Grunde schon gern, oder lieber offen und Vertrauensvoll miteinander umgehen, allerdings glauben sie nicht daran, dass so etwas überhaupt möglich ist und sind dabei von so vielen scheinkulturellen Wertvorstellungen, Ideen und Ideologischen Konzepten beeinflusst, dass sie auch gar nicht für sich selbst diese Entscheidung treffen könnten, bzw. die Verantwortung überhaupt nicht selbst tragen wollten. Anpassung ist das A und O, eben auch wenn die Anpassung bedeutet hinterhältig, misstrauisch, verschlagen oder sogar intrigant sein zu müssen.


Das ist trauriger Alltag an vielen Arbeitsplätzen und dieser Alltag führt natürlich nicht nur zu einem Absinken der Produktivität, sondern auch letztlich zur Erkrankung der Arbeitnehmer, und auch der Arbeitgeber die unter Umständen unter diesem Zustand ebenso zu leiden haben. Burn-Out, Depressionen, chronische Schmerzen, Schwächung des Immunsystems, Angstzustände und viele weitere Symptome ein und derselben Ursache sind da zu nennen. Diese Ursache ist aber eben unser gesamtes Wirtschafts- und Arbeitssystem, das letztlich auch alle unsere sozialen und kulturellen Lebensbereiche beherrscht und gestaltet und daher uns vollkommen auf diese Art und Weise vereinnahmt und programmiert hat.
Fürchte deinen Nächsten, oder besser gesagt fürchte das Image deines Nächsten. Denn es ist ein Kampf um Images, des Coolsten, Fleißigsten, Schlausten, Witzigsten, Stärksten, Teuersten, Längsten… Bilder, Einbildungen, Vorstellungen, nicht das wirkliche Sein, das wahre Selbst in vollem Bewusstsein, sondern die Imagination einer bedrohten da begehrten Position wollen wir sein. Das führt zu einem ständigen Wettstreit mit der Scheinwelt unserer Gedanken, mit dem immer wieder schwankenden Gefühl von gelungenem Blenden und der Gefahr durchschaut zu werden. Eine Energie- und Zeitverschwendung sondergleichen.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Montag, 16. Juni 2014

Tag 176 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 12 "Moral und Demokratie"

Âtin / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)


Wo ist die Moral von der man als Mensch so gerne spricht in einer Welt die von Grund auf unmoralisch ist? Wie kann eine Gesellschaft Moral kultivieren, wenn die Gesellschaftsordnung von Systemen und von Menschen innerhalb dieser Systeme bestimmt wird, für die keine moralischen Werte existieren?

Es ist ganz einfach: genau so, wie alles andere was wir an sogenannten gesellschaftlichen, kulturellen  und humanistischen Werten zu haben glauben:  durch Heuchelei, Ignoranz und Selbstbetrug. Fast ausnahmslos alles was wir in unseren Köpfen als Glaubenssysteme und Rechtfertigungen für unsere Existenz als Menschheit aufrechterhalten spielt sich vor dem Hintergrund gedanklicher Glaubenskonzepte ab. Ein humanistischer Dogmatismus, der zwar kontinuierlich mit der Wirklichkeit zusammenprallt und sich unentwegt an ihr aufreibt, der aber krampfhaft von uns aufrecht erhalten wird, weil wir gelernt haben an ihn zu glauben und für ihn zu leben. Das tückische daran ist, dass er gut klingt, dass die theoretischen Gesetzmäßigkeiten und Motive tatsächlich etwas darstellen das es wert ist daran zu glauben. Die Vorstellung, dass wir so sein könnten oder so wären wie wir es uns idealistisch ausmalen, soziale Wesen die am Wohl der Gemeinschaft interessiert sind,  gerade weil dieses Interesse zur Folge hat, dass es dem einzelnen Individuum eben auch zum Besten gereicht. Alles schöne Ideen und unsere emotionalen Prägungen, die Gefühle mit denen wir da spielen, sind angenehm und rechtfertigen immer wieder den auszutragenden Konflikt mit der Wirklichkeit.
Aber was ist diese Wirklichkeit? Wer gestaltet sie? Wer bestimmt ihre Regeln? Sie ist natürlich das Resultat unserer eigenen Ignoranz. Sie ist das Resultat von feiger Verantwortungslosigkeit, welche wie ein Kernprogramm in unsere Bewusstseinsentwicklung integriert ist. Diese Wirklichkeit ist eine künstlich erzeugte, eine von uns Menschen geschaffene, ein Spiel mit den Emotionen, Sehnsüchten und Verlangen der menschlichen Biomaschine, ein Missbrauch der Fähigkeiten und des menschlichen Konzepts zum Wohle der Steuerungsmechanismen einer übermächtigen Maschinerie, dem System elitär gesteuerter Massenmanipulation.

Wie auch immer wir als Gesellschaft, als Menschheit in diesen selbstgeschaffenen Strudel hineingeraten sind, Tatsache ist, dass wir darin ertrinken werden. Wir können uns gerade in dieser Zeit nicht länger etwas vormachen. Wir reden von Werten, Demokratie, Menschlichkeit und tun im selben Moment so, als wäre unsere Lebensweise ein uns auferlegtes Schicksal und als müssten wir die „Ungereimtheiten“ einfach hinnehmen, als müssten wir uns irgendwie mit dem Missbrauch, der Ausbeutung und der feigen kriegerischen Gewalt und der zerstörerischen Profitgier abfinden. Doch wir sind selbst verantwortlich, wir können nicht nur etwas tun, wir haben die Macht alles grundlegend zu verändern. Weshalb wohl versuchen wir jeden alternativen Weg ins Lächerliche zu ziehen? Warum unternehmen wir keine ernsthaften Anstrengungen die Probleme die wir uns selbst geschaffen haben zu lösen, sondern schieben die Symptome vor uns her, betäuben sie und lassen so lange es geht andere für unsere Faulheit und Feigheit leiden? 

Es ist immer dasselbe Prinzip, welches uns in diesen verblendeten Zustand bringt und uns in Umnachtung um uns strampeln lässt in dem verzweifelnden Versuch ein einigermaßen sinnvolles, angenehmes und erfülltes Leben zu leben.  Vor allem in den Gesellschaften die wir nach unseren westlichen Maßstäben als demokratische und freiheitliche bezeichnen ist diese Selbstverblendung und dieser heuchlerische Betrug am Menschen, an den Generationen am stärksten, da wir uns auf die Fahnen schreiben, es quasi als Grundstein unserer Ideologie betrachten frei und selbstbestimmt zu sein, während die Wahrheit kaum weiter von dieser Idee entfernt sein könnte.

Demokratie wird fälschlicherweise als schwach angesehen, als empfindlich und leicht zu zerstören. Diktaturen werden dagegen oft mit brachialer Gewalt, mit Stärke und Autorität in Verbindung gebracht. Dennoch ist die Wahrnehmung eine Diktatur sei stärker und mächtiger als ein tatsächlich demokratisch strukturiertes Volk nur eine Idee. Das liegt einfach daran, dass es noch nie eine wirkliche Demokratie gegeben hat, denn das Volk war bisher nie wirklich Herr der Lage, die Bevölkerung und ihre einzelnen Individuen überhaupt nicht selbstbestimmt und mündig genug um eine tatsächliche Demokratie umzusetzen. Wahre Demokratie ist unumstößlich, unzerstörbar, denn sie folgt immer dem Prinzip des Wohles aller, die Entscheidungen aller sind nicht von Existenzangst und religiöser oder ideologischer Verblendung bestimmt, der Mensch und Bürger einer tatsächlich demokratischen Gesellschaft muss gleich sein mit allen anderen bezogen auf den Zugang zu Informationen und Bildung jeder Art, es müssen die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen gleichermaßen befriedigt werden, ansonsten ist kein Mensch frei zu nennen, kein Mensch in der Lage sein Potential tatsächlich zu entfalten und schon gar nicht im Sinne oder zum Wohle aller, denn sind diese Bedingungen nicht erfüllt muss ein Mensch in Angst leben, muss er Ränke schmieden und andere hintergehen um sich eine Sicherheit zu verschaffen um seine Existenz und vielleicht die seiner Kinder zu gewährleisten.

Entfaltung, Vielfalt, Vielseitigkeit, Wachstum (und zwar kein degeneratives, lebensfeindliches Wirtschaftswachstum so wie wir es aus den heuchlerischen Lügen unserer derzeitigen Führungseliten kennen), zukunftsorientierte Nachhaltigkeit, all das sind Zeichen einer wahrhaft entwickelten Gesellschaft, einer Kultur die von sich behaupten kann gewachsten und entwickelt zu sein.

Fortsetzung folgt...

Freitag, 3. Januar 2014

Tag 162 -Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 4

"lapolab" / Foter.com / CC BY-NC


Fortsetzung zu

Tag 161 - Psychologie aus der Sicht eines Nicht-Psychologen Teil 3

 

Auszug:

In alles und jedes wollen und müssen wir Vorstellungen überwertiger Natur projizieren. In die Waren und Artikel unserer industrialisierten Konsumkultur, in unsere Beziehungen zueinander, die Liebe, die Familie, alles wollen wir verherrlicht sehen, strahlend in unserem Bewusstsein, banal in der reinen Wahrnehmung, weil wir das Wirkliche, das wahrhaftig Schöne nicht mehr ertragen können, stellt es sich uns doch direkt als Gleiches dar, als Teil von uns Selbst. Selbst in die Natur, unsere alleinige Lebensgrundlage fantasieren wir übernatürliches hinein. Alles nur um uns nicht der Wahrhaftigkeit unserer eigenen Verantwortlichkeit und der gewollten Unfähigkeit zur Mündigkeit stellen zu müssen.


Fortsetzung:


Das Göttliche und übernatürliche zu suchen bedeutet im Grunde sich freisprechen zu wollen von der Verantwortung die ein selbst-bewusstes Leben in Einheit und Gleichheit mit allem Leben mit sich bringt - und nichts weiter.

Was ist gemeint mit der Gleichheit allen Lebens?

Allzu oft wird der Begriff der Gleichheit des Lebens mit Eintönigkeit, mit Gleichmacherei und Einschränkung der persönlichen Freiheit gleichgesetzt. Diese Auffassung geht von einer Annahme aus, dass der Mensch so wie er ist frei in seiner Entwicklung und seinen Entscheidungen wäre. Dass diese Grundannahme aber bereits ein Irrtum ist, ist nicht schwer aufzudecken. Gerade in einer Gesellschaftsordnung wie der unseren, die stark von einem freiheitlichen Gedanken der Entfaltung persönlicher Interessen und persönlichen Konsums geprägt ist, wird dieser Standpunkt der Mensch sei von sich aus frei in seinen Entscheidungsmotiven in vielerlei Hinsicht missbräuchlich manipulativ benutzt, er wird nicht explizit hinterfragt oder analysiert, sondern der Mensch wächst in einem Gefüge auf, das ihn bereits von klein auf konditioniert und das seine Bedürfnisse lenkt, verknüpft und gezielt beeinflusst. Kleinkinder haben beispielsweise bereits ziemlich genaue Vorstellungen davon, welches Spielzeug sie sich wünschen und man kann kaum davon ausgehen, dass dieser explizite Wunsch nach einer bestimmten Puppe beispielsweise bereits von Geburt an als Ausdruck persönlicher Freiheit angelegt wäre. Vielmehr sind in dem Bewusstsein eines drei oder vierjährigen Kindes bereits Verknüpfungen von Wertvorstellungen, Ideen emotionaler Beziehungen und Identifikationssymbole durch die Umwelt, die Erfahrungen mit anderen Kindern, die mediale Manipulation durch Werbung, angelegt worden die für das Kind den Besitz eines bestimmten Spielzeugs mit inneren, persönlichen Bedürfnissen nach Anerkennung, nach emotionaler Befriedigung, nach Unterhaltung und Selbstwertempfinden verketten. Ebenso werden symbolträchtige Eigenschaften von Waren und Gütern die dem Konsumenten einer kapitalistischen Gesellschaft zur Verfügung stehen künstlich generiert und etabliert, so dass auch Erwachsene ihr Konsumverhalten anhand innerer Bedürfnisse und Wünsche, die sie letztlich für ihre freie Entscheidungsfähigkeit halten, ausrichten und sich ein Auto beispielsweise nicht nach oder nicht ausschließlich nach praktischem Nutzen, sondern vor allem auch nach seinem kulturellen Wert und seiner repräsentativen Eigenschaft aussuchen. Diese Entscheidungskriterien werden dann als Interessen gewertet, die wiederum den Eigenschaften einer menschlichen Persönlichkeit angerechnet werden. Der freie, eigenständig handelnde und entscheidende Mensch ist daher gerade in den als freiheitlich demokratisch geltenden, westlich kapitalistischen Gesellschaften eher eine Illusion, denn ein großer Teil der Interessenvielfalt ist durch die jeweilige kulturelle Programmierung vorbestimmt.
Und genau da greift eben auch der Versuch, die grundsätzliche Gleichheit des Lebens als die Gleichheit der Interessen, bzw. der zur Verfügung stehenden Wahlmöglichkeiten persönlicher Interessenentfaltung zu verstehen und dadurch ein missbräuchliches, ausbeuterisches Verhalten und die Ungleichheit der Lebensumstände in unserer Welt zu rechtfertigen. Dem zugrunde liegt eine vage Vermutung, dass die soziale Notlage der Menschen, die nicht dieselbe Wahlmöglichkeit haben, die nicht an der Konsumideologie teilhaben können mit ihrer Unfähigkeit sich selbst frei zu entfalten und sich eigenständig einzusetzen zusammenhängen würde und nicht etwa mit den politischen und sozialen Zwängen und der gewaltsamen, systematischen Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen.
Tatsächlich liegt der Illusionäre Aspekt unserer Konsumideologie aber genau dort, wo wir glauben frei und eben nicht gleich zu sein, in der scheinbaren Vielfalt unserer Interessen die durch künstlich erzeugte, symbolträchtige Kult-Werte um Konsumprodukte geschaffen wird, die wir uns dann aneignen, die wir verzehren und mit denen wir uns schmücken um so unsere Individualität zu bestätigen. Wir verkennen dabei völlig, dass wir gerade in diesem Verhalten eben gleich-gemacht und fremdbestimmt sind, dass die Vielfalt dabei im Grunde nur eine Vorstellung ist, da die Bedürfnisse die wir zu befriedigen suchen tatsächlich immer wieder dieselben sind und durch den reinen Konsum ideologisch aufgeladener Güter nicht erfüllt werden können. Doch anstatt uns von diesem Verhalten das sich als nutzlos und unpraktisch erweist zu lösen, suchen wir nach jedem erfolglosen Versuch wieder ein neues „Etwas“, eine neue Ware oder ein „Mehr“ bestimmter Güter in der Hoffnung auf einen Erfolg. Die Prägung auf ein solches Verhalten von klein auf, die Verknüpfung menschlicher Emotionen und der Persönlichkeitsentwicklung mit solch einem programmatisch-systematischen Konstrukt führt zu einer Abhängigkeit durch Angst, nämlich der Angst des Existenzverlusts, da die eigene Selbstwahrnehmung und das persönliche Selbstwertgefühl einzig an diese künstlichen, mentalen Formen gebunden sind. Was bleibt wenn ich diese Vorstellungen aufgebe ist nicht greifbar, nicht wahrnehmbar, weil ich davon nichts weiß, weil mich niemand angeleitet hat meinen Selbstwert und meine Selbstwahrnehmung in Einheit und Gleichheit mit allem Leben, mit der Existenz selbst, also dem, was tatsächlich primär IST zu entdecken und zu verstehen. 

Aus der Akzeptanz dieser Einzigartigkeit in eigenständiger Selbstbestimmtheit auf der Grundlage des Selbstwertes in Einheit und Gleichheit mit allem Leben entsteht erst die eigentliche Vielfalt. Individuell zu sein bedeutet dabei auch immer eine Bereicherung für die Gemeinschaft zu sein und kann unter keinen Umständen auf der Ausbeutung einer Notlage eines anderen aufbauen. Solche Formen der Selbstüberschätzung sind im Grunde eine inakzeptable, destruktiv-parasitäre Verhaltensform die von einer gesunden Gemeinschaft geächtet werden muss. Dass sie in unserer Welt zu scheinbarer Anerkennung und Bewunderung führt ist ein erschreckend deutliches Zeichen für die Erkrankung des Menschen an der Programmatik seines eigenen Bewusstseins.

Fortsetzung folgt...



Montag, 7. Oktober 2013

Tag0150 - Altern oder reifen wir? - Nichts zu feiern am Geburtstag

xstex / Foter / CC BY-NC-ND


Wie kann ich meinen Geburtstag „feiern“, wenn ich weiß, dass um mich herum Menschen aufgrund der Ignoranz so vieler anderer Menschen unerträglich leiden müssen, wenn ich weiß, dass wir alle mit unserem Schweigen, unserer selbstsüchtigen Anpassung und der bequemen Haltung gedanklicher Selbstrechtfertigung gegen den Verstand die Folter, den Hunger und das Verenden von tausenden Kindern jeden Tag billigen? Wie könnte ich „feiern“ und mir selbst gegenüber mutwillig Ignoranz üben, wenn ich Jahre lang hart an mir selbst arbeiten musste um die angelernten und gesellschaftlich geförderten Scheuklappen Schritt für Schritt zu lösen um mir selbst wieder aufrichtig in die Augen schauen zu können, um wieder zu lernen was Verantwortung und Leben eigentlich bedeuten? Wie könnte ich meinen Geburtstag „feiern“, außer dadurch endlich Schluss zu machen mit der duckmäuserischen 'Diplomatie' gesellschaftlicher Norm-Hörigkeit und der mentalen Verschleierung der Wirklichkeit, außer durch meine tägliche Hingabe an die Selbstbefreiung von und Offenlegung der gedanklichen und ideologischen Konstrukte des Bewusstseins die der Verblendung und der Ablenkung dienen, die uns ein Leben vorgaukeln in dem wir nach nichts weiter als mentalen Erlebnismomenten streben, nach dem Gefühl der energetischen inneren Ladung die durch Halluzinationen, durch selbstverursachte Rauschzustände in einer imaginativen Realität verursacht wird und uns wie Süchtige langsam aber sicher verbraucht und dem Untergang weiht?

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben dazu ein lebendes Beispiel für die Möglichkeit des Menschen zu sein, all die Irrtümer aufzugeben, die Programme der Selbstversklavung und der vergeistigten Abhängigkeit, der Fremdbestimmung und Kontrolle durch ein System der Vernichtung aufzugeben, selbstbestimmt zu transformieren und sich zu befreien. Ich stehe als Mensch als Beweis für die Verantwortlichkeit des Menschen an allen Konsequenzen seiner Lebensweise, für die Verantwortlichkeit an allen Verbrechen am Leben, an den Kindern die Hilflos einer Wahnkranken Spezies ausgeliefert sind und die auf keine Hilfe hoffen dürfen, denn all diejenigen die Helfen könnten sind durch eigene Selbstaufgabe unmündige, unfähige, unterentwickelte und selbstsüchtige Roboter geworden die trotz ihrer Fähigkeit zu helfen selbst die Hoffnung als mentales Konstrukt der Verblendung und der Verblödung vorziehen, allein um ihrer eigenen Selbstgefälligkeit zu dienen. Ich stehe als Mensch und als lebendiger Beweis für die Verantwortung des Menschen indem ich die Möglichkeit seiner eigenen Neuausrichtung aufzeige und somit alle Konstrukte, alle Philosophien und Ideologien der Selbstrechtfertigung, der Viktimisierung und moralischen Überheblichkeit ad absurdum führe. Ich stehe ein für und als das Leben, für die Befreiung des Lebens im Namen des Lebens, im Namen der Kinder vor allen Dingen, da sie in diese Welt geboren werden und man ihre Psychen missbraucht, ihnen einprogrammiert sie würden ins Leben geführt, erzogen und ausgebildet um sich selbst zu entfalten obwohl die Erwachsenenwelt selbst nicht weiß was sie tut, sich längst der Feigheit hingegeben und der ewigen Unterwerfung verschrieben hat unter ein System dessen Schöpfer wir alle sind, dem wir in einem Atemzug alle Macht entziehen könnten, wenn wir nur bereit wären uns der Angst zu stellen und diesen Atemzug zum ersten mal als wahrhaft eigenständige, selbstehrliche und eigenverantwortliche Lebewesen in Einheit und Gleichheit mit allen zu tun.

Ich feiere mein Leben jeden Tag, jeden Moment in dem ich mich weiter durch den Wust der konditionierten Unterwürfigkeit wühle und die Tentakel der Persönlichkeitsprogramme die mich geformt haben und denen ich erlaubt habe in mich einzudringen und zu einem Teil von mir zu werden, mich zu einem Teil dieser lebensfeindlichen Systematik zu machen, herausreiße, indem ich mich meinen konditionierten und eingeimpften Ängsten stelle, sie als Illusionen entlarve und mit jedem Atemzug zu einem freieren Menschen werde. Indem ich nichts mehr zu verbergen habe vor wem auch immer stehe ich in diesem Prozess als Beispiel für die Freiheit des Menschen und seine Möglichkeiten, für die Vertrauenswürdigkeit und die Verantwortung für und als das Leben ein. Damit feiere ich wahrhaft das Leben, in Einheit und Gleichheit mit allem Leben. Nicht in der pervertierten Illusion von Spaß und Freude die nur durch Konsum, durch ideologisch verseuchten Behang und das Berauschen mit zerstörerischen Substanzen zu erreichen sein soll. Nicht in der selbstsüchtigen, vergeistigten und kurzlebigen Selbstbeweihräucherung unter egoistischen Persönlichkeiten die eine Möglichkeit der Ablenkung und oberflächlichen, billigen Unterhaltung suchen. Was sollte ich als das Leben, als Teil dieser Menschheit zu feiern haben so lange wir dieses Bild des Jammers abgeben, so lange wir die Notlagen und Schwächen anderer so schamlos und kurzsichtig ausnutzen, so lange wir nicht einmal unseren eigenen Kindern gegenüber offen unser Versagen eingestehen und ihnen damit die Chance auf einen Neuanfang freigeben können? Was der Mensch ist, was er kreiert hat in seiner Existenz hier und heute ist verachtenswert, was er sein könnte hingegen ist ein würdevolles, vertrauenswürdiges Wesen mit gestalterischem und schöpferischem Potential das das Beste für alles Leben Umsetzen kann. Unsere Kinder sind bereits der lebende Beweis dafür, allerdings haben wir sie so geschickt um ihre Würde und ihre Eigenständigkeit betrogen, dass sie kein Gehör bekommen und keine Stimme in dieser Welt mehr haben. Wir verschließen selbst zu gern die Augen vor ihrer Offenheit und ihrer spontanen Einsicht wenn sie die Grundfesten und scheinheiligen Werte unserer Systeme herausfordernd in Frage stellen. Daher stecken wir sie ja auch zwangsweise in die Umerziehungsanstalten und die Gehirnwäscheprogramme der Institutionen unserer so Entwickelten Zivilisation wo sie zu hörigen Sklaven eines untergehenden Systems, einer lebensfeindlichen Gesellschaftsordnung und einer verlogenen, zerstörerischen Wirtschaftsideologie geformt werden. Denn das, was wir hier „ein Leben führen“ nennen ist nichts weiter als die Versklavung im Namen des Profits, die Ausbeutung anderer im Namen einer nie wirklich existierenden Welt, einer reinen Ideologie die allein der Kontrolle und Manipulation der Massen dient. Wir missachten die Wahrhaftigkeit und missbrauchen das Vertrauen das sie in uns als ihre Eltern setzen auf schändliche Weise und vernebeln ihre Wahrnehmung damit sie nicht den Wahnsinn unserer Verantwortungslosen Selbstzufriedenheit erkennen. Wir sind wahrlich eine erkrankte Spezies, erkrankt am Bewusstsein, am Missbrauch unserer Fähigkeiten zu selbstsüchtigen Zwecken. Ich kann nur das Leben feiern, nicht aber meinen Geburtstag. Und das Leben zu feiern bedeutet es zunächst zu befreien, denn erst wenn alle wahrlich frei sind kann es so etwas wie Freiheit, wie Freude und Grund zu feiern überhaupt geben. Alles andere ist eine beschränkte Illusion, eine Selbstverleugnung und ein lächerlicher Versuch sich von der Wirklichkeit der eigenen Verantwortung abzuwenden.
Wir haben die selbstgefällige Selbstaufgabe so weit getrieben, dass wir ein System der absoluten Kontrolle über das Leben geschaffen haben, dessen leitende Positionen von selbstsüchtigen Soziopathen besetzt sind, denn nur den Rücksichtslosesten, Skrupellosesten und Selbstsüchtigsten über alle Maßen Menschenverachtenden Individuen ist es in diesem System möglich die einflussreichen Positionen zu besetzen und dadurch die Massen zu kontrollieren, sie zu ihrem ganz persönlichen Selbstzweck arbeiten und funktionieren zu lassen. Der Wahn des Wettkampfes, das Gegeneinander hält uns gefangen, gepaart mit der Lüge der Hoffnung, der Hoffnung darauf selbst einmal Täter zu werden anstatt Opfer zu sein. Dieses jämmerliche Konzept ist alles was wir als Menschheit geschafft haben was unser Leben bestimmt und was wir Entwicklung oder gar Evolution nennen. Doch nicht die Natur, sondern die vom Menschen selbst generierte Angst vor der individuellen Verantwortlichkeit macht diese Selbstbeschränkung möglich. Doch ich stehe nicht für dieses lächerliche Prinzip, diese heuchlerische Lüge, ich stehe für die Befreiung des Lebens von der Fremdbestimmung, für den Menschen mit Verstand und Einheitssinn, für die Entwicklung und Entfaltung des Lebens für uns und alle Kinder dieser Erde.
So lange wir unseren Kindern, also allen Kindern dieser Erde, nicht offen und selbstehrlich gegenübertreten können in der Gewissheit alles getan zu haben und auch zukünftig alles zu tun um ihnen ein Leben in Freiheit und Würde zu ermöglichen, für unsere Fehler geradezustehen und sie zu bereinigen, so lange gibt es wahrlich nichts zu feiern.
So lange nicht alle Kinder ihren Geburtstag feiern können, einfach aus Freude am Leben und in Aussicht auf ein freies Leben in Einheit, in gegenseitiger Unterstützung in einer vertrauenswürdigen Gemeinschaft, so lange wird es keinen wahren Grund zum Feiern geben.


Samstag, 28. September 2013

Tag0148 - Flucht vor Verantwortung in Gemeinschaftsprojekten

EJP Photo / Foter / CC BY-NC-SA


Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe mich in Situationen der Gemeinschaftsarbeit, die organisiert und kontrolliert von mehreren Personen stattfinden auszuklinken, mich davor zu drücken und diese Situationen zu vermeiden aus Angst, nicht gut genug zu sein und als Versager oder schwächster Teil der Gruppe entlarvt zu werden.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, durch diese Angst der Minderwertigkeit mein eigentliches Potential und damit auch meine Verantwortung für mich und die Gemeinschaft zu verleugnen und mich in einem Versuch des Selbstschutzes der im Grunde Selbstgefälligkeit ist zu isolieren, mich abzutrennen und herauszuhalten um mich nicht anzustrengen aus Angst trotz meiner Anstrengung nicht gut genug zu sein und darin mir selbst gegenüber keine Rechtfertigung für mein Persönliches Selbstimage als fähiger und kreativer Mensch mehr zu haben.

Ich vergebe mir selbst, dass ich es mir erlaubt und es zugelassen habe, mir selbst diese Minderwertigkeitsgefühle und Ängste nicht einzugestehen, sie zu ignorieren und mich dann wenn ich Situationen verpasst habe in denen ich mein Potential, meine Fähigkeit und meine Mitarbeit für die Gemeinschaft hätte einbringen können in Frust und Reue zu verkriechen und mich noch schlechter zu fühlen in einer selbst-mitleidigen Art.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben das ich bin in Momenten in denen für mich Aktivitäten sich anbieten die eine Gemeinschaftsarbeit oder ein Gemeinschaftsprojekt darstellen nicht dem Verlangen nachgebe mich zurückzuziehen und zu verweigern, sondern mir zu vergegenwärtigen, dass dieser Impuls eine programmierte Reaktion ist die bestimmt wird durch den Versuch der Eigenverantwortung zu entfliehen und dass ich in dem ich nachgebe und diesem Impuls folge das Minderwertigkeitsgefühl dass ich im Bewusstsein als Begründung vorschiebe noch verstärke, was unter anderem die Gefahr vergrößert dass ich auch andere selbstgerechte Entscheidungen hinter diesem Gefühl verstecke und entschuldige oder rechtfertige, weiter werde ich mir in dieser Vergegenwärtigung der wahren und eigentlichen Motive meines Rückzugs mich selbstbestimmt und im Sinne der Zuträglichkeit und des Wohles aller Beteiligten eigenverantwortlich entscheiden und wenn ich mich für eine solche Aktion/Arbeit/Tätigkeit entschieden habe mich unter vollem Einsatz einzubringen und zu beteiligen ohne Rücksicht auf eventuelle Fehlschläge oder Irrtümer meinerseits und ohne die Erwartung an mich selbst für mich und mein Persönlichkeitsempfinden etwas aus dieser Situation herauszuziehen wie beispielsweise Anerkennung, sondern in der Absicht das Projekt selbst und das Ziel dieser Arbeit sofern es allen Beteiligten und letztlich allen zugute kommt mit bestmöglicher Effizienz und mit dem besten Einsatz meiner Fähigkeiten voranzubringen.

Ich bestimme mich selbst als Mensch und als das Leben zu dem Prozess der gelebten Einsicht, dass ich selbst in jedem Moment das Leben bin, dass die Essenz meines Selbst und des Selbst eines jeden Wesens das Leben ist, und dass wir damit im Grunde immer an einem Gemeinschaftsprojekt arbeiten, in einem immens Großen Team, in dem sich allerdings die einzelnen Individuen, die gruppierten Geister, die Parteien und Blöcke kontinuierlich vor der Verantwortung der gemeinschaftlichen Aufgabe zu drücken versuchen indem sie ihr Potential, ihre Fähigkeiten darauf verwenden ständig neue und scheinbar logischere Gründe und Rechtfertigungen für ihre Alleingänge und Ausbruchsversuche zu entwickeln und ich bestimme mich selbst als Teil all dessen zu der eigenverantwortlichen Aufgabe mich selbst der Eigenverantwortung für und als das Projekt des Lebens zu stellen, die fadenscheinigen Programme meines Bewusstseins, meiner Persönlichkeit die mich in eine isolierte Falle der kontinuierlichen Selbstrechtfertgung haben laufen lassen zu erkennen, sie zu entflechten und sie aufzulösen um mich von der Fremdbestimmung und Selbstverleugnung zur Selbstbestimmung und Selbstentfaltung in Einheit und Gleichheit mit dem Leben zu begeben.



Montag, 24. Juni 2013

Tag0117 - Das stille Leiden der Kinder [Bullying] - Selbst-Bild und Selbst-Bewusstsein (Teil 3)

Chesi - Fotos CC / Foter.com / CC BY-SA


Fortsetzung zu Tag0116 - Das stille Leiden der Kinder [Bullying] "Picture Me!" Selbstdarstellung als Identitätsgrundlage (Teil 2)

Auszug:

"wir müssen die heuchlerischen Argumente der Angst vor unserer Verantwortlichkeit die alle Probleme nur auf die Symptome beschränkt endlich aufgeben. Es ist mir unerträglich geworden und es wäre ein Verrat an mir selbst und an dem Leben wenn ich auch nur eine Minute der mir verbleibenden Zeit nicht für den Wandel dieser Systeme einsetzen, an mir in jedem Atemzug arbeiten würde um mich restlos von diesen zersetzenden Programmen und Konditionierungen der Angst im Bewusstsein zu befreien, um mich voll entfalten zu können, um mein Potential voll und ganz dafür einzusetzen, dass dieser Wahnsinn der unkontrollierten Manipulation des Geistes ein totales Ende findet."



Was ist notwendig um einen Menschen mit dem Bild seines eigenen Körpers zu beleidigen? Vor allen Dingen, dass derjenige den es zu beleidigen gilt ein gestörtes Verhältnis zu sich und seinem / als sein Körper hat. Dafür wird in unserer Welt, in unserer Kultur in ausreichendem Maße gesorgt, da in unserer Entwicklung schon in frühkindlichen Stadien die Selbstidentifikation als eine reine Vorstellung gefördert wird, welche dann später mit unterschiedlichen Idealen, Werten und anderen Attributen behangen wird. Nicht die Wirklichkeit, das Sein und die Existenz als dieser Körper wird zur Grundlage unserer Selbstidentifikation, sondern eine Geschichte, eine Philosophie und eine Wertvorstellung die vor allen Dingen durch gesellschaftliche Vorgaben bestimmt wird, nicht etwa durch Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein. Die Unsicherheit die dadurch entsteht hängt vor allem mit der Tatsache zusammen, dass zum einen die Wertverteilung von rein profitorientierten Interessen der Machthabenden Elite bestimmt wird und dass zum anderen all diejenigen von deren Werturteilen man sich in seinem Selbstwertgefühl abhängig macht ebenso verunsichert und ängstlich sind, sich ebenso an Vorstellungen klammern und zu allen erdenklichen Manipulationen und Hinterhältigen Aktionen bereit sind um IHRE ganz persönliche Selbstwahrnehmungsgeschichte zu stärken.

Die Angst zuzulassen und zu stärken indem man vor Folgen warnt ohne Lösungen zu präsentieren die die Ursachen angehen bedeutet sich mit an dieser krankhaften Entwicklung zu beteiligen und sich diesen Kräften zu ergeben, und damit auch unsere Kinder diesen Entwicklungen in verantwortungsloser Weise zu übergeben. Wenn man glaubt man könne sich vor diesen Entwicklungen schützen, sich davor bewahren und vielleicht noch die eigenen Kinder, dann verfällt man der Illusion man wäre abgetrennt und unbeteiligt, man könne seine eigene Verantwortung ablegen. Das ist ein kurzsichtiges und ignorantes Verhalten, naiv und im Grunde nicht der Anleitung und Verantwortung für unsere Kinder würdig. Der Geist des Wetteiferns um jeden Preis, die größte Anerkennung und die stärkste Position zu bekommen ist ein irreführendes Wertekonzept, eine Ideologie die realitätsfremd und gesellschaftlich zersetzend wirkt. Dieses Denken hemmt das wahre Potential des Menschen und einer Gesellschaft, vor allem weil diese Stärke eine reine Illusion ist und in Wahrheit absolute Abhängigkeit bedeutet. Doch ist es in unserer Welt zur einzigen Selbstidentifikation geworden sich durch die kulturelle Anerkennung anderer zu bestätigen, wenn diese auch im Gegenzug lediglich ihre eigenen Selbstwertinteressen verfolgen. So ist nicht nur die Art, die Grundlage dieses Selbstwertes an sich eine substanzlose Illusion, sondern auch der Glaube an die Anerkennung der Anderen, ihre Wertschätzung ist lediglich eine Einbildung.

Das Ergebnis solch einer Konditionierung ist die ständige Hetze gegen das Bild, das Image anderer, der ständige Versuch sich selbst ideologisch aufzuwerten und in den meisten Fällen geht das einher mit der Abwertung anderer. Die Angst vor dem eigenen Wertverlust, die irrationale Angst vor dem Verlust der eigenen Identität und dem Gefühl etwas wert zu sein leitet uns dazu an ständig die Fehler und die Minderwertigkeit anderer zu suchen und hervorzuheben, wobei all das nur auf der Plattform des Bewusstseins, der Vorstellung und der Illusion stattfindet. Für den Menschen aber der nichts anderes gelernt hat, der unter dem Gruppenzwang der ideologisch verblendeteten Kultur zusammengebrochen ist – und das ist es, was mit den Kindern unserer Welt passiert – ist diese künstliche Wirklichkeit die einzige Realität, er kann sich nicht vorstellen, dass es etwas anderes geben könnte, dass er etwas anderes ist als sein Image. Die Kinder vor allem sind diesem Druck vollkommen machtlos ausgeliefert und sie sind allein gelassen damit, unter ihresgleichen, die einen schon mehr als die anderen indoktriniert und manipuliert, bilden sie Gruppen in denen sie sich abgrenzen, sich zu etablieren versuchen in einem Gedankenspiel dessen Regeln sie weder verstehen noch wirklich anwenden können, geleitet durch ihre unausgereiften und unverstandenen emotionalen Reaktionen werden sie zu Monstern einer künstlichen Realität, ausgespielt in der Wirklichkeit, grausam, ohne Grenzen, ohne Verständnis quälen sie sich gegenseitig, imitieren sie die Verhaltensweisen die ihnen vorgelebt werden von den erwachsenen Generationen die zwar mächtiger, aber keineswegs vernünftiger sind als sie.

Der Missbrauch von 'privaten' Informationen, das 'Beleidigen' anderer ist nur in eben dieser verblendeten Selbstidentifikation als ein Objekt der Vorstellung, nicht aber in dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein gleichwertiger, lebendiger, körperlicher Existenz möglich. Wenn ich mein Leben lang versuche ein Image aufrecht zu erhalten, dessen Umsetzung niemals wirklich real war oder sein wird, dann lebe ich ein Leben lang eine Lüge, einen Selbstbetrug der jederzeit leicht entlarvt oder entblößt werden kann. Doch was bleibt, wenn die Maske fortgerissen wird? Das, was ich wahrhaftig bin. Und wenn ich mich dafür in irgendeiner Weise schämen müsste, dann habe ich definitiv das Leben verschwendet, dann bin ich betrogen worden um mein angeborenes Grundrecht auf freie Selbstentfaltung als das Leben. Dann habe ich schon mit dieser Erkenntnis das eigentliche Problem aufgedeckt und nun ist es an mir, die Verantwortung für mich als das Leben zu übernehmen und mich wieder mit mir selbst anzufreunden, auszusöhnen und mich endlich selbst zu bestimmen, frei und selbstbewusst. Das ist es, was wir unseren Kindern vermitteln sollten, dann gibt es keinen Raum fü Mobbing oder Bullying, jeder Versuch der Bloßstellung würde nur den Aggressor bloßstellen – und ihm damit die Möglichkeit seiner Selbstentdeckung geben. Doch wir müssen es nicht zu einem traumatisierenden Erlebnis kommen lassen, zumal ein solches Erlebnis in der Kindheit großen Schaden anrichten kann, vor allem weil es kaum Erwachsene mit genügend Selbstverständnis und wahrem Verantwortungsbewusstsein gibt um diesen Kindern bei der Bewältigung zu helfen, wir können diese Masken, diese Scharade der Kultur und des gesellschaftlichen Angst-Zwangs schon jetzt beenden und zu einer gesunden Einheit, zu einer Individualität und Vielheit die auf dem Verständnis der grundlegenden Einheit des Lebens basiert finden. Das ist unsere aufgabe und unsere Verantwortung als Eltern, als Erwachsene und als diejenigen die hier Macht und Einfluss besitzen um tatsächlich Veränderungen herbeizuführen. Diese kranke Gesellschaft, die krankhaften Entwicklungen der globalen Zerstörungswirtschaft zu stoppen, denn ihre ausweglose, katastrophale Entwicklung ist uns längst bekannt. Dazu müssen wir die Masken fallen lassen, uns der Angst die uns eingepflanzt wurde stellen und sie überwinden, denn das befreit uns von ihr und allen Konsequenzen und daraus kann ein Bewusstsein für den unerschütterlichen Selbstwert entstehen der uns alle eint, der keine Grundlage mehr für Missbrauch und Manipulation bietet.


Relevanter Vlog zum Thema:
 

Samstag, 11. Mai 2013

Tag0081 - Die Natur des Menschen T2 / Niemand lehrt dich zu leben

h.koppdelaney / Art Photos / CC BY-ND


Blog vom 02.05.2013

Fortsetzung zu Tag0080 - Die Natur des Menschen ist wandelbar (T1)

 
"Es kann kein Eigeninteresse geben, das in irgendeiner Weise die freiheitlichen Rechte anderer beschränkt, das die Not und Bedürftigkeit anderer ausbeutet. Jedes Interesse das diese Umstände zur Bedingung hat, offen oder im Verborgenen, ist kein echtes, eigenständiges Interesse, sondern eine Programmierung, die Folge einer Gehirnwäsche, einer Entfremdung vom wahren Selbst, das Symptom einer lebensfeindlichen und damit selbstzerstörerischen Gesinnung. All diese Interessen, in unserer Gesellschaft wie in vielen anderen Industriegesellschaften durch den Konsumidealismus repräsentiert, sind keine frei gewählten Interessen, sie sind faule Kompromisse die uns als alternativlose Wege menschlicher Entwicklung verkauft werden."

Sie sollen die Sehnsucht nach Einheit und Gleichheit die in uns allen brodelt ersetzen, sie lenken diesen Drang in vorgefasste Bahnen und Wege, wir glauben dass wir dadurch lenkbar, kontrollierbar und unsere Leben vorhersehbar werden würde. Wir bekommen ganz besonders in den von Wohlstand und Überfluss geprägten Gesellschaften von klein auf ein unüberschaubares Angebot an sogenannten Interessen vorgefertigt serviert, damit wir uns sozusagen systemkonform 'entscheiden' können, ohne zu merken dass diese Entscheidungen nicht wirklich unsere eigenen sind, so dass wir uns trotz allem frei fühlen, auch wenn wir nur zwischen diversen Angeboten auswählen, ohne überhaupt auf den Gedanken zu kommen wir könnten unser eigenes Selbst entfalten, unsere eigenen Entscheidungen treffen. Tatsächlich können wir das im Grunde auch nicht, denn der verantwortungsbewusste Umgang mit unseren kognitiven Fähigkeiten, der Voraussetzung für ein wahrhaft freies, am Leben selbst-ehrlich ausgerichtetes Entscheiden wäre, wird uns von niemandem beigebracht oder vorgelebt. Niemand kann das wirklich, niemand tut das tatsächlich. Sie alle glauben für sich die günstigsten Entscheidungen getroffen zu haben, manche auch nicht und sie zeigen sich dementsprechend verbittert, doch die meisten unseres Kulturkreises, die geschützt durch ihren Wohlstand wie in einer Blase aus Selbstgefälligkeit leben denken sich alle möglichen Rechtfertigungen aus, warum sie es nun gerade so gut haben, wie sie es geschafft hätten dorthin zu kommen und dass dies ein Ergebnis ihrer persönliche Fähigkeiten, ihres Fleißes und unter Umständen sogar ihrer 'Güte' sei. Diese Selbstrechtfertigungen sind absurd und halten in aller Regel keiner genauen, objektiven Prüfung an der Wirklichkeit stand. Aber selbst dann findet das menschliche Bewusstsein noch Ausflüchte die dann eben nicht mehr mit Logik und gesundem Menschenverstand prüfbar sind, wie zum Beispiel dass sie eben aufgrund ihrer 'reinen Seele' oder ihrer Güte im Herzen von Gott oder dem Schicksal begünstigt seien.

Die Absurditäten der Selbstrechtfertigungen kennen kaum Grenzen und sie stehen oft in unerträglichem Gegensatz zu der offensichtlichen Wahrheit der Wirklichkeit des Lebens, gemessen an Ursache und Konsequenz. 

Fortsetzung folgt...